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2024-12-04 05:44:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Besinnungsweg_Ehinger_Alb | Der Besinnungsweg, offizieller Name Wege der Besinnung und Einkehr auf der Ehinger Alb, ist ein 51 km langer Rundweg. Er verbindet und umschließt sechs Teilorte der Stadt Ehingen auf der Hochfläche der südostwärtigen Schwäbischen Alb. Der Weg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Ortschaften Altsteußlingen, Dächingen, Erbstetten, Frankenhofen, Granheim, Mundingen und der Stadt Ehingen innerhalb der Lokalen Agenda 21 Ehingen, begleitet vom Förderverein „Besinnungsweg Ehinger Alb im Biosphärengebiet e.V.“ Die Wege der Besinnung und Einkehr auf der Ehinger Alb wurden am 2. September 2011 als erster Wanderweg innerhalb des Biosphärengebiets Schwäbische Alb durch den Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert. Auf der CMT 2018 in Stuttgart erhielt der Weg am 13. Januar zum dritten Mal das Zertifikat. Der Weg verläuft auf der Albhochfläche. Bei entsprechendem Wetter sieht man bis zur 400 km breiten Kette der Alpen. Der Rundweg kann in beiden Richtungen begangen werden. Es ist dem Wanderer überlassen, sich seine Strecke und Gehrichtung abhängig von Kondition, Wetter und zur Verfügung stehender Zeit selbst festzulegen. Auf der Internetseite des Besinnungswegs gibt es Vorschläge für Touren von Parkplatz zu Parkplatz. Eine Wanderkarte gibt es bei Tourist-Info Ehingen am Marktplatz und im Informationszentrum Ehinger Alb in Dächingen. Der Weg ist nicht nur ein Wanderweg. Mit dem schwäbischen Ausruf „Bsenn de au!“ wird der Wanderer dazu aufgefordert, zur Ruhe zu kommen und sich zu besinnen. 30 Tafeln entlang des Weges informieren über Besonderheiten der Landschaft, ihrer Geschichte und Bewohner. So begleitet ein Besinnungsgedanke den Wanderer jeweils auf dem weiteren Weg. Der Besinnungsweg wird ergänzt durch weitere Themenwege und -orte. Jede der sechs Ortschaften hat ein weiteres Element hinzugefügt. Auf kürzeren Rundwegen werden Themen zum Nachdenken, aus dem täglichen Leben, aus der Landschaft oder aus der Natur aufgegriffen und vertieft. Unter dem Motto „Last aufnehmen, Last abgeben“ wird der Besucher in Altsteußlingen aufgefordert, am Beginn des Weges einen Stein als symbolische Last mitzunehmen und an der letzten Station wieder abzulegen. 14 moderne Holzstelen entlang des ca. 3,3 km langen Weges geben mit Symbolen und einem Wort Impulse zum Nachdenken. Sie wurden von Holzbildhauermeister Roland Nehm gestaltet. Auf dem rund 4,5 km langen Rundweg auf Dächinger Gemarkung geht es vorbei an verschiedenen, von Menschen zu unterschiedlichen Zeiten geschaffenen Eingriffen in die Natur. So liegt zum Beispiel ein Steinriegel, Lebensraum für monokulturgefährdete Tiere und Pflanzen als „Fußabdruck im Biosphärengebiet“. An der Fußspitze ist er mit 40 verschiedenen albtypischen Gewürz- und Heilkräutern bepflanzt. Im Osten wird er begrenzt durch einen Wegweiser zu Wanderzielen auf der Alb, im Westen schließt sich ein Insektenhotel neben einer Doline an. Der rund sieben Kilometer lange Wanderweg auf Erbstettener Gemarkung mit 17 Tafeln und 16 Schaupflanzungen thematisiert die Sorge/Mühe der Menschen um die Sicherung ihrer Ernährung, die Herkunft der Lebensmittel aus der Landwirtschaft und die Veränderungen in der Natur/Landschaft durch die Landwirtschaft. Der knapp sieben Kilometer lange Rundweg führt u. a. durch ein Naturschutzgebiet mit alten Hutebuchen. Auf der mit 768,5 m höchsten Erhebung des Bezirks, dem Schneckenhäule bei Frankenhofen, bietet eine Plattform einen Blick auf das Naturschutzgebiet Hungerberg und bei geeigneten Wetterlagen auch einen Blick auf die Alpen. Eine Web-Cam vor Ort zeigt außerdem im Internet das aktuelle Wetter. In Granheim befindet sich ein Vogellehrpfad. Auf diesem 2 km langen, kinderwagen- und rollstuhlgeeigneten Weg werden in 19 Schaukästen 44 heimische Vogelarten vorgestellt. Die Vögel sind in Handarbeit in Lebensgröße aus Ton geformt und naturgetreu bemalt. Durch das Betätigen eines Druckknopfes ertönen die jeweiligen Vogelstimmen. Begehbare Kunstwerke auf Mundinger Gemarkung eröffnen Erlebnisräume, die dazu einladen, über existentielle Grundfragen unseres Lebens nachzudenken. |
2024-12-02 05:42:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Varga | Jewgeni Samuilowitsch Warga ; * 6. November 1879 in Budapest; † 7. Oktober 1964 in Moskau) war ein marxistischer Wirtschaftswissenschaftler ungarischer Abstammung. Eugen Varga studierte Philosophie und Wirtschaftsgeographie an der Universität Budapest. Sein weitgefächertes Interesse machte ihn auch zum Mitglied der Ungarischen Psychoanalytischen Gesellschaft. Ab dem Jahr 1906 publizierte er vor allem über ökonomische Themen und wurde Mitglied der ungarischen sozialdemokratischen Partei. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde er durch seine öffentliche Diskussion mit Otto Bauer über die Ursachen der Inflation in Österreich-Ungarn bekannt. Er gehörte damals zu den Anhängern Karl Kautskys. In den Jahren 1909 bis 1918 nach der Promotion war Varga als Lehrer an einer Budapester Wirtschaftsfachschule tätig. Varga wurde 1919 Finanzminister der kurzlebigen ungarischen Räterepublik unter Béla Kun. Nach deren Sturz floh er nach Wien und wurde dort sechs Monate interniert. Von dort ging er 1920 in die Sowjetunion, wo er für die Komintern arbeitete. Er spezialisierte sich auf internationale Wirtschaftsprobleme und Agrarfragen. In den Jahren 1922 bis 1927 war er in der sowjetischen Botschaft in Berlin in der Abteilung Handel tätig. In den 1930er Jahren war er Wirtschaftsberater Josef Stalins. In dieser Funktion plädierte er für Arbeitseinsätze deutscher Kriegsgefangener und Demontagen als hauptsächliche Form der Reparationen Deutschlands nach 1945. Die Säuberungen dieser Jahre überstand er unbehelligt. Er war sowohl Mitglied der KPdSU als auch der Kommunistischen Partei Ungarns. Varga verfasste die Wirtschaftsberichte für die Kongresse der Komintern von 1921 bis 1935. Er veröffentlichte viele Studien über die internationale Konjunktur, in denen er quantitative Entwicklungen in Produktion, Investition und Beschäftigung unter Nutzung offizieller Wirtschaftsdaten verschiedener Länder bewertete. Er hatte dazu eine besondere Methode der Aufbereitung von Daten entwickelt. Seine vierteljährlichen marxistischen Konjunkturanalysen und Prognosen waren Grundlage für das das Handeln und die Strategie der Arbeiterbewegung. So sagte Varga auch die große Weltwirtschaftskrise von 1929 treffsicher voraus. Als Nachfolgeorganisation seines Instituts wurde 1956 das Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen gegründet. Im Jahr 1946 veröffentlichte er The Economic Transformation of Capitalism at the End of the Second World War. Er schrieb hier, dass das kapitalistische System stabiler sei, als bisher angenommen. Daraufhin wurde sein Institut geschlossen. In der zweiten Ausgabe der Großen Sowjetischen Enzyklopädie wurde er als „bürgerlicher Ökonom“ bezeichnet. Nach Stalins Tod waren die neuen Machthaber im Moskauer Kreml nicht an Vargas Vorhersagen einer „notwendigen“ Wirtschaftskrise der Vereinigten Staaten interessiert, da sie eine Politik der friedlichen Koexistenz verfolgten. Varga kehrte in seine Heimat Ungarn nicht zurück, war aber als Wirtschaftsberater von Mátyás Rákosi tätig. Seine Pläne für Wirtschaftsplanung, Preiskontrolle und Geldreform wurden von den ungarischen Kommunisten umgesetzt. Mit dem Sturz Rákosis beim Ungarischen Volksaufstand 1956 und der Regierungsübernahme durch János Kádár endete seine Beratertätigkeit. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, der Akademie der Wissenschaften der Ukrainischen SSR und der Akademie der Wissenschaften der DDR. Sándor Garbai | Antal Dovcsák | Péter Ágoston | Vilmos Böhm | Jenő Hamburger | József Haubrich | Béla Kun | Zsigmond Kunfi | Jenő Landler | György Lukács | Mátyás Rákosi | Tibor Szamuely | Károly Vántus | Jenő Varga |
2024-12-02 04:51:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hessen-Philippsthal | Hessen-Philippsthal ist eine paragierte Nebenlinie des Hauses Hessen, benannt nach der ehemaligen Residenz Schloss Philippsthal in der Gemeinde Philippsthal bei Vacha an der Werra. Die Linie wurde im Jahr 1685 von Philipp I. , dem dritten Sohn des Landgrafen Wilhelm VI. von Hessen-Kassel und der Prinzessin Hedwig Sophie von Brandenburg, begründet. Der Name des Hauses bezieht sich auf das Schloss Philippsthal, das ab 1685 in Kreuzberg von Philipp I. auf den Resten des zuvor zum Stift Hersfeld gehörenden und 1568 aufgehobenen Benediktinerinnen-Klosters Kreuzberg erbaut wurde. Die Familie wurde daher gelegentlich auch nach dem damaligen Ortsnamen Hessen-Kreuzberg oder Hessen-Kreuzburg genannt. 1678 fielen Schloss und Gut Herleshausen als erledigtes Lehen an Landgraf Karl von Hessen-Kassel zurück, der es seinem Bruder Philipp zunächst als Lehen und später zum Eigentum übertrug. 1821 erhielt das Schloss den Namen „Augustenau“, nach der früh verstorbenen Gemahlin des Landgrafen Carl, Auguste von Hohenlohe-Ingelfingen. Landgrafen aus der Linie Hessen-Philippsthal folgten bis in das 20. Jahrhundert. Nach dem Tode des Ernst von Hessen-Philippsthal 1925 fiel sein Erbe an einen Seitenzweig dieser Linie, Hessen-Philippsthal-Barchfeld, benannt nach dem Ort Barchfeld in der bis 1944 noch hessischen Exklave Herrschaft Schmalkalden. Dieser Zweig war 1721 von Philipps zweitem Sohn, Wilhelm, begründet worden. Seither haben die Prinzen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld bis heute ihren Sitz auf Schloss Augustenau in Herleshausen. Beide Linien erhielten 1880 von Preußen aus dem kurhessischen Fideikommiss eine Rente von 300.000 Mark. Die Hauptlinie Philippsthal erhielt – neben ihren schon vorhandenen Besitzen Philippsthal und Herleshausen – noch das Schloss Schönfeld zugesprochen, der Barchfelder Zweig das Schloss Rotenburg. Bis auf Schloss Augustenau in Herleshausen wurden diese Besitzungen jedoch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verkauft. Die Hessen-Kasseler Nebenlinien Hessen-Philippsthal-Barchfeld und Hessen-Rumpenheim sind die einzigen heute noch bestehenden Linien des Hauses Hessen. |
2024-12-04 06:56:05 | https://de.wikipedia.org/wiki/Montelongo_(Molise) | Montelongo ist eine italienische Gemeinde mit 315 Einwohnern in der Provinz Campobasso in der Region Molise. Die Gemeinde liegt etwa 47,5 Kilometer nordöstlich von Campobasso. Die Nachbargemeinden sind Bonefro, Montorio nei Frentani, Rotello und Santa Croce di Magliano. Die Stadt entstand im Mittelalter. Das Fest zu Ehren des Heiligen San Rocco wird am 16. August gefeiert. Sehenswert in Montelongo sind die Kirchen S. Maria ad Nives, San Rocco und Santa Maria di Saccione. Acquaviva Collecroce | Baranello | Bojano | Bonefro | Busso | Campobasso | Campochiaro | Campodipietra | Campolieto | Campomarino | Casacalenda | Casalciprano | Castelbottaccio | Castellino del Biferno | Castelmauro | Castropignano | Cercemaggiore | Cercepiccola | Civitacampomarano | Colle d’Anchise | Colletorto | Duronia | Ferrazzano | Fossalto | Gambatesa | Gildone | Guardialfiera | Guardiaregia | Guglionesi | Jelsi | Larino | Limosano | Lucito | Lupara | Macchia Valfortore | Malfalda | Matrice | Mirabello Sannitico | Molise | Monacilioni | Montagano | Montecilfone | Montefalcone nel Sannio | Montelongo | Montemitro | Montenero di Bisaccia | Montorio nei Frentani | Morrone del Sannio | Oratino | Palata | Petacciato | Petrella Tifernina | Pietracatella | Pietracupa | Portocannone | Provvidenti | Riccia | Ripabottoni | Ripalimosani | Roccavivara | Rotello | Salcito | San Biase | San Felice del Molise | San Giacomo degli Schiavoni | San Giovanni in Galdo | San Giuliano del Sannio | San Giuliano di Puglia | San Martino in Pensilis | San Massimo | San Polo Matese | Sant’Angelo Limosano | Sant’Elia a Pianisi | Santa Croce di Magliano | Sepino | Spinete | Tavenna | Termoli | Torella del Sannio | Toro | Trivento | Tufara | Ururi | Vinchiaturo |
2024-12-02 01:50:41 | https://de.wikipedia.org/wiki/Route_139_(Qu%C3%A9bec) | Möglichst ganze Wörter eingeben, die im Artikeltext, insbesondere aber im Lemma vorkommen sollen. Suche nach Route 139 Québec in anderssprachigen Wikipedias Verfasse einen Artikel zum Thema. . Artikel verschwunden? |
2024-12-01 21:36:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Karin_Huppertz | Karin Huppertz war eine deutsche Krankenschwester. Sie war Mitglied der NS-Schwesternschaft, Geschäftsführerin des Fachausschusses für Schwesternwesen in der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und Schriftleiterin der von der Fachschaft herausgegebenen Fachzeitschrift sowie des Jahrbuchs der Krankenpflege während der Zeit des Nationalsozialismus. Karin Maria Helena Karolina Huppertz wurde am 24. Mai 1894 als Tochter des Bauunternehmers und Architekten Wilhelm Huppertz und seiner Frau Paula in Pirmasens geboren. Nach ihren eigenen Angaben wurde Huppertz als Dolmetscherin und Krankenschwester ausgebildet. Während des Ersten Weltkrieges war sie als Kriegskrankenschwester eingesetzt und arbeitete anschließend wieder in Pirmasens. Sie übersiedelte zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Berlin. Der Dachverband der Reichsfachschaft deutscher Schwestern und Pflegerinnen, dem die Caritas, die Diakoniegemeinschaft, die Rotkreuzschwesterngemeinschaft, die Berufsgenossenschaft freier Schwestern und die NS-Schwesternschaft angehörten, wurde 1936 zum Fachausschuss für Schwesternwesen in der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege umbenannt und hatte die Aufgabe, alle überverbandlichen Fragen des Krankenpflegewesens zu bearbeiten. Die Leitung des Ausschusses übernahm Erich Hilgenfeldt in Zusammenarbeit mit der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink. Die Geschäftsführung wurde der in der NS-Schwesternschaft organisierten Huppertz übertragen. Somit erhielt Huppert entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Pflegeberufs, dessen ethische Positionierung während des nationalsozialistischen Regimes und die Berufsausbildung. Sie trieb die Novellierung des Krankenpflegegesetzes voran und entwarf 1940 in Zusammenarbeit mit Hans Harmsen das Krankenpflegeleistungsbuch, das der Vereinheitlichung des Niveaus der Krankenpflegeschulen diente. Huppertz trat zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei . Als Geschäftsführerin des Ausschusses arbeitete Huppertz an der Fachzeitschrift Die Deutsche Schwester mit. Die Zeitschrift war nach der zwangsweisen Einstellung aller anderen Fachzeitschriften für Krankenpflege bis Ende 1933 als Amtliche Zeitschrift der Reichsfachschaft Deutscher Schwestern entstanden, 1936 wurde sie umbenannt. Der Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti und Scholtz-Klink übertrugen Huppertz die Hauptschriftleitung der Zeitschrift. Zusätzlich wurde Huppertz von 1938 bis 1942 zur Schriftleiterin des Jahrbuches für Krankenpflege und ab 1940 auch für das Jahrbuch für Säuglings- und Kinderschwestern ernannt. Ihr oblag damit die redaktionelle Verantwortung für alle innerhalb der Zeit des Nationalsozialismus erschienenen berufspolitischen Schriften. 1940 war sie Mitautorin des Buches Leitfaden für Berufserziehung in Krankenpflegeschulen. Huppertz wurde am 3. Februar 1948 wegen „Nichtregistrierung“ ihrer NSDAP-Mitgliedschaft zu einer Geldstrafe verurteilt, sie zog im September 1949 nach Bretten, ehe sie 1950 erst nach München und im Oktober 1951 dann nach Coburg umzog. 1953 kehrte sie nach München zurück, arbeitete dort an der Hirsch-Klinik und war ab 1954 oder Anfang 1955 arbeitslos gemeldet. Im Frühjahr 1955 heiratete sie den 1954 aus dem Gefängnis freigelassenen Oskar Schröder, den ehemaligen Chef des Sanitätswesens der deutschen Luftwaffe, der im Nürnberger Ärzteprozess wegen Verbrechen an der Menschlichkeit verurteilt worden war. Huppertz starb am 19. Mai 1978 in München. |
2024-12-02 03:14:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/Tunfisch | Großaugen-Thun, Thunnus obesus Thunfische sind eine Gattung großer Raubfische, die in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vorkommt. Sie gehören zu den wichtigsten Speisefischen und sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung. Einige der acht Arten sind inzwischen durch Überfischung gefährdet. Thunfische haben einen langgestreckten, spindelförmigen, seitlich nur wenig abgeflachten Körper, dessen Schwerpunkt im vorderen Teil des Rumpfs liegt. Sie erreichen Körperlängen von etwa 1 m bis 4,5 m und können zwischen 20 kg und 700 kg schwer werden. Der Körper ist mit sehr kleinen Schuppen bedeckt, den Vorderkörper umgibt ein Korsett größerer Schuppen. Der Kopf ist spitzkegelig. Das Maul ist endständig, tief gespalten und nicht vorstülpbar. Die kleinen, konischen Zähne sitzen in jedem Kiefer in einer Reihe. Auf dem ersten Kiemenbogen findet man 19 bis 43 Kiemenrechen. Die beiden relativ kleinen Rückenflossen stehen eng zusammen. Die längere erste wird von 11 bis 14 Flossenstacheln gestützt, die kürzere zweite von 12 bis 16 Weichstrahlen. Bei der ersten Rückenflosse sind die ersten Flossenstacheln sehr viel höher als die letzten, so dass der Oberrand der Flosse konkav ist, die zweite sichelförmig und ebenso hoch wie die erste oder höher. Zwischen der zweiten Rückenflosse und der Schwanzflosse stehen 7 bis 10 Flössel. Die Afterflosse steht der zweiten Rückenflosse beinahe symmetrisch gegenüber und hat die gleiche Form wie diese. Sie wird von 11 bis 16 Flossenstrahlen gestützt. Auf die Afterflosse folgen 7 bis 10 Flössel. Die Arten variieren in der Länge der Brustflossen. Mit 30 bis 36 Flossenstrahlen in den Brustflossen besitzen sie mehr als alle anderen Gattungen der Scombridae. In den Bauchflossen findet sich ein zweiteiliger Interpelvic-Auswuchs. Der Schwanzstiel ist schlank und hat an jeder Seite zur Stabilisierung einen kräftigen, knöchernen Seitenkiel zwischen zwei kleineren Kielen. Die Schwanzflosse der Thunfische ist sichelförmig. Die erste Rückenflosse, die Bauchflossen und die Afterflosse können beim schnellen Schwimmen in rinnenförmige Vertiefungen gelegt werden. Die meisten Arten besitzen eine Schwimmblase, deren Volumen stark verändert werden kann und bei Jungfischen noch sehr klein ist. Die Anzahl der Wirbel liegt bei 39. Thunfische sind im Allgemeinen bläulich gefärbt, am Bauch auch grau oder silbrig und zeigen an den Körperseiten keine dunkle Fleckung. Der Rücken ist dunkelblau und ohne die bei vielen anderen Scombriden typischen Streifenmuster. Die Flössel hinter Rücken- und Afterflosse sind meist gelb und haben bei einigen Arten schwarze Ränder. Thunfische haben eine sehr hohe Stoffwechselrate und gehören neben dem Schwertfisch und den Gotteslachsen zu den wenigen bekannten Knochenfischen mit einem zumindest partiell endothermen Stoffwechsel. Ein mit der Rumpfmuskulatur verbundenes, im Gegenstromprinzip arbeitendes Blutgefäßsystem leitet die durch die Aktivität der großen Muskelmasse erzeugte Wärme in das Körperinnere ab, so dass die Körperinnentemperatur und die Temperatur von Gehirn und Augen 9 bis 12 °C über der Temperatur des Wassers liegen kann. Der für den hohen Stoffwechsel unverzichtbare intensive Gasaustausch über die Kiemen wird durch das Dauerschwimmen und die schnelle Schwimmweise der Thune erreicht. Die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu erhöhen, nimmt mit der Größe zu und ist beim Weißen Thun, beim Gelbflossen-Thun und beim Großaugen-Thun sehr gut und beim Roten Thun am weitesten entwickelt. Thunfische kommen in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren meist in Tiefen bis 500 Metern vor, fehlen dagegen in den Polarmeeren. Sie leben in Schulen oder Schwärmen, unternehmen weite Wanderungen über den offenen Ozean, auch tagesperiodische Vertikalwanderungen, und können über längere Zeiträume große Geschwindigkeiten beibehalten. Sie wandern vornehmlich ihren Beutetieren hinterher, die ihrerseits Regionen mit hoher Planktondichte zustreben. Die Gruppen bestehen immer aus Individuen gleicher Größe, kleine Thunfische bilden größere Schwärme als Gruppen großer Tiere. Sehr große Exemplare können auch als Einzelgänger leben. Thunfische ernähren sich von kleineren Fischen, darunter auch die mit ihnen selbst verwandten Makrelen. Andere Beutetiere sind Heringe, Kalmare und pelagische Krebstiere. Für einige Thunfischarten wurde ein Tieftauchen nachgewiesen , wo sie tagsüber in größere Tiefen abtauchende Beutetiere jagen. Wegen ihrer Größe haben sie nur wenig Fressfeinde, vor allem Schwertfischartige, Haie und Zahnwale. Thunfische bewegen beim Schwimmen kaum ihren Rumpf, sondern setzen zum Vortrieb ausschließlich die schnell schwingende, sehr steife, halbmondförmige Schwanzflosse ein, auf die die Rumpfmuskeln ihre Kraft mittels Sehnenplatten übertragen. Diese thunniforme, wahrscheinlich mit der teilweisen Endothermie entwickelte Schwimmweise ist unter Knochenfischen fast einzigartig und findet sich eventuell nur noch beim Schwertfisch. Tropische Thunfische laichen das ganze Jahr über, die in gemäßigten, futterreicheren Regionen lebenden Arten ziehen in der Laichzeit in wärmere Regionen. Eier und Larven sind pelagisch. Große Weibchen können Millionen Eier abgeben . Thunfische gehören zur Familie der Makrelen und Thunfische . Das folgende Kladogramm, berechnet nach der Maximum-Likelihood-Methode, zeigt eine mögliche systematische Stellung der Thunfische innerhalb der Scombridae: Grammatorcynus Rastrelliger Scomber Scomberomorus Gasterochisma Acanthocybium Gymnosarda Cybiosarda Allothunnus Sarda Auxis Katsuwonus Euthynnus Thunfische Es gibt acht Thunfischarten. Der im Lebensmittelbereich oft als Thunfisch deklarierte echte Bonito , zählt zwar ebenfalls zur Familie der Makrelen und Thunfische, gehört jedoch der Gattung Katsuwonus an. Die Thunfische trennten sich wahrscheinlich von den anderen Gattungen der Thunnini im Paläozän. Die ersten Thunfische lebten in der Tethys. Früheste Fossilien von Thunfischen stammen aus dem Eozän. Funde gibt es aus Nordamerika, Afrika und Europa, z. B. aus dem italienischen Monte Bolca . Thunfische gehören wegen ihres roten fetten Fleisches zu den wichtigsten Speisefischen und sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung. Der Fang nahm nach Angaben der FAO von etwa 400.000 Tonnen im Jahr 1955 auf jährlich über 2 Millionen Tonnen seit 1997 zu. Zu den größten Fängernationen gehören Japan, die USA und Südkorea. Rohes Thunfischfleisch wird überwiegend in der japanischen Küche für Sushi und Sashimi genutzt. Thunfische werden mit Langleinen, Ringwaden und Treibnetzen gefangen. Letzteres ist in den Gewässern der EU und vielen anderen Gebieten illegal, da es dabei in erheblichem Umfang zu unerwünschtem Beifang von Delfinen und Haien kommt. Im Mittelmeer fängt man Thunfische mit sehr großen verankerten Schwimmreusen, die Tonnaras genannt werden. Bereits im 18. Jahrhundert wurde in Italien zubereiteter gesalzener Thunfisch von Tiroler Händlern zusammen mit anderen mediterranen Fischspezialitäten auf Märkten auch nördlich der Alpen angeboten. Thunfischfleisch wird als Frischfisch oder gefroren vermarktet. Das in Thunfischdosen konservierte Fleisch stammt vor allem von Bonitos. Historische Formen des Thunfischfangs sind die Almadraba bzw. die Mattanza. Auch in der oberen Adria wurden jahrhundertelang auf ähnliche Art die großen Thunfischschwärme gefangen, nachdem sie von Aussichtspunkten im Karst gesichtet wurden. Mit zunehmender Befischung wurden die Schwärme immer kleiner. Der letzte große Thunfischfang war dort 1954 im Raum Triest durch die Fischer von Santa Croce und Barcola. In einigen Ländern, z. B. Malta, werden Thunfische, die zuvor als Jungtiere gefangen wurden, in Fischkäfigen im Meer gemästet. Das Management der weltweiten Thunfischbestände liegt in den Händen von internationalen und regionalen Fischereikommissionen: im Atlantik und im Mittelmeer die Internationale Kommission für den Schutz des Thunfischs sowie die Inter-American Tropical Tuna Commission für die Bestände im Ostpazifik. Eine weitere Zertifizierung erfolgt über den Marine Stewardship Council . Der Großteil des Exports der im Mittelmeer gefangenen Thunfische gehen nach Japan. Thunfisch enthält, wie andere große Raubfische, erhebliche Mengen Quecksilber in Form des besonders gesundheitsschädlichen Methylquecksilbers. Die EU-Kommission hat im Mai 2004 die Mitgliedsstaaten offiziell darüber informiert, dass Frauen, die schwanger sind oder werden können, sowie stillende Frauen und kleine Kinder nicht mehr als zwei Portionen zu je 100 g Thunfisch pro Woche verzehren sollten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung teilt diese Einschätzung. In der EU gilt für große Raubfische ein Grenzwert von insgesamt 1 mg/kg Quecksilber. Bei anderen Fischen ist der Grenzwert auf 0,5 mg/kg reduziert. Dieser Wert wird bei Grenz- und Marktkontrollen öfter überschritten und die Funde als RASFF-Meldungen EU-weit den Behörden mitgeteilt. Damit Thunfischfleisch möglichst lange frisch aussieht und gut verkauft werden kann, wird illegalerweise oft mit Kohlenstoffmonoxid und Nitriten nachgeholfen. In einer Untersuchung zum Gehalt von Oxysterol wies Dosenthunfisch relativ hohe Werte auf . Die Proben mit besonders hohen bis extrem hohen Oxysterolwerten waren jedoch intensiv bzw. nicht-schonend verarbeitet, und das darin verarbeitete Thunfischfleisch war von geringer Qualität. Oxysterole entstehen in Fleisch- und Fischprodukten bei der Oxidation von Cholesterin. Sie haben toxische und entzündungsfördernde Eigenschaften und werden mit arteriosklerotischen und neurodegenerativen Erkrankungen assoziiert. |
2024-12-03 15:17:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/Spellemannprisen_1988 | Der Spellemannpris 1988 war die 17. Ausgabe des norwegischen Musikpreises Spellemannprisen. Die Nominierungen berücksichtigten Veröffentlichungen des Musikjahres 1988. Die Preisverleihung fand am 25. Februar 1989 im Oslo Konserthus statt. Durch den Abend führte die Sängerin Torhild Sivertsen. Die Veranstaltung wurde vom Norsk rikskringkasting übertragen. Es gab Live-Auftritte von unter anderem Wenche Myhre und Hanne Krogh. In der Kategorie „Årets Spellemann“ wurde Det Norske Kammerorkester ausgezeichnet. Folkemusikk/Gammaldans Klassisk Musikk/Samtidsmusikk Visesang Åpen Klasse Årets Barneplate Årets Country-plate Årets Jazz-Plate Årets Pop-Plate Årets Rock-Plate Årets Spellemann 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
2024-12-01 12:55:41 | https://de.wikipedia.org/wiki/Betty_Fisher_et_autres_histoires | Betty Fisher et autres histoires ist eine französische Literaturverfilmung von Claude Miller aus dem Jahr 2001. Sie beruht auf dem Kriminalroman Die Masken der Mütter von Ruth Rendell. Brigitte wuchs mit ihrer an Porphyrie erkrankten Mutter Margot auf, die Brigitte, als sie noch ein Kind war, mit einer Schere schwer verletzte. Margot lebt inzwischen mit Brigittes Vater in Spanien, kommt jedoch für eine Untersuchung ihres Gesundheitszustands nach Paris und quartiert sich bei ihrer Tochter ein. Die hat eine Weile in New York gelebt und nun ihren Mann, den Schriftsteller Edouard, verlassen. Seit drei Wochen lebt sie mit ihrem Sohn Joseph in einem Haus. Das Haus wiederum konnte sie sich aus den Verkaufserlösen ihres ersten Buches kaufen, das sie unter dem Namen „Betty Fisher“ über ihre New Yorker Zeit veröffentlicht hat und das ein Bestseller wurde. Kurz nach Margots Ankunft stürzt Joseph aus seinem Kinderzimmerfenster, fällt ins Koma und stirbt. Margot kümmert sich um Brigitte, die den Tod ihres Kindes kaum verkraftet und depressiv wird. Um ihr zu helfen, entführt Margot kurzerhand den Joseph ähnlich sehenden Jungen José. Brigitte präsentiert sie das Kind als Sohn von Bekannten, die in den Urlaub gefahren sind und ihr José zur Pflege überlassen haben. Brigitte ist zunächst entsetzt, kümmert sich dann jedoch um José, den sie Jo nennt. José ist in Wirklichkeit der Sohn von Carole Novacki, die ihn schlecht behandelte, nie Geld hat und Drogen nimmt. Carole kümmert es kaum, dass ihr Sohn verschwunden ist. Als tatverdächtig gilt ihr Freund François Diembélé, der erst seit kurzer Zeit in Frankreich lebt. François wiederum verdächtigt Alex, einen früheren Liebhaber von Carole. Der wiederum ist ein Kleingauner und hat sich auf das Trösten von Witwen spezialisiert. Als seine aktuelle Liebschaft allein in den Urlaub fährt und ihn ohne Geld in ihrer Villa leben lässt, entschließt er sich, die Villa zum Schein zu verkaufen und mit dem Geld ein neues Leben zu beginnen. Brigitte wiederum erhält Besuch von ihrem Exmann Edouard, der José zunächst für seinen Sohn hält, den er nie kennengelernt hat. Vor ihm behauptet Brigitte, der Junge sei nur zur Pflege bei ihr. Die Version hört auch Arzt Jerôme Castang, der beim Tod Josephs anwesend war und sich in Brigitte verliebt hat. Brigitte wiederum weiß durch Zeitungs- und Fernsehberichte, dass Margot den Jungen entführt hat. Zunächst unsicher, entschließt sie sich dennoch, José als ihr Kind zu behalten, zumal der Junge Vertrauen zu ihr gefasst hat und sie als Mutter ansieht. Sie weiß zudem aufgrund der zahlreichen blauen Flecke, dass José von seiner leiblichen Mutter misshandelt wurde. Carole hat sich neue, zwielichtige Arbeitgeber gesucht, von denen sie sich aushalten lässt. François ist es leid, als Entführer zu gelten, und setzt die Polizei auf Alex an. In seinem vermeintlichen Haus kann José jedoch nicht gefunden werden. François, der überzeugt davon ist, dass Carole immer noch mit Alex zusammen ist, plant schließlich, sie zu erschießen. Edouard wiederum erkennt, dass Joseph José ist, und erpresst Brigitte mit seinem Wissen. Er will, dass sie beide wieder ein Paar werden. Zudem arrangiert er ein Treffen mit Carole, da er plant, ihr José abzukaufen. François glaubt, dass das Treffen von Carole und Edouard ein Rendezvous ist. An einem Tag laufen alle Fäden zusammen. Alex hat genug, verkauft das Haus für zehn Millionen Francs in bar und begibt sich zum Flughafen Orly, um mit dem Geld zu flüchten. Carole trifft Edouard in der Bar. Bevor François Carole erschießen kann, werden Carole und Edouard von Caroles früherem Arbeitgeber Milo erschossen. Brigitte und José begeben sich ebenfalls nach Orly, um nach Singapur zu fliehen. Am Flughafen passt Alex kurz auf den Sohn einer Passagierin auf. So fällt er dem Ermittler Martinaud auf, der Alex’ Haus bereits erfolglos durchsucht hatte. Er glaubt, der Junge sei José und will Alex festnehmen. Der flieht und verliert dabei sein Geld. Brigitte und José gelangen problemlos nach Singapur, wo sie ein neues Leben beginnen. Brigittes Mutter teilt ihr in einem Brief mit, gedacht zu haben, dass ihr Sohn nie Joseph, sondern schon immer José geheißen habe. Betty Fisher et autres histoires wurde im Jahr 2000 mit einem Budget von 50 Millionen Francs gedreht. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Saint-Germain-en-Laye statt. Die Kostüme schuf Jacqueline Bouchard, die Filmbauten stammen von Jean-Pierre Kohut-Svelko. Der Film erlebte am 1. September 2001 auf dem Montreal World Film Festival seine Premiere. Am 24. Oktober 2001 lief er in den französischen Kinos an, wo er von rund 213.000 Zuschauern gesehen wurde. In Österreich lief Betty Fisher et autres histoires am 6. Dezember 2002 als Eröffnungsfilm der Französischen Filmwoche im Wiener Burgkino und war ab Juni 2003 in den österreichischen Kinos zu sehen, wobei er untertitelt gezeigt wurde. Die Neue Kronen Zeitung nannte den Film einen „verstörenden Psychothriller, der der Mutterliebe verbrecherische Züge anlastet“. „Packend vom Thema und großartig gespielt von Sandrine Kiberlain, Nicole Garcia und Mathilde Seigner“, urteilte die Wiener Zeitung. Claude Miller wisse, „Spannung aufzubauen. Mit schneidendem Humor bringt er Geschehnisse auf den Punkt, für die man schwer Worte findet“, schrieb Die Furche. Zwar bleibe die Geschichte gelegentlich „im Leerlauf stecken. Eine Entschädigung dafür bietet der spannungsgeladene Showdown mit überraschenden Wendungen“. Für Die Presse war „der schauspielerisch wie technisch geölte Ablauf des Erzähl-Uhrwerks Betty Fisher auch ein Schwachpunkt: Abgesehen von den deutlich fühlbaren Klassendifferenzen bleiben viele Motive des Stoffs zugunsten des nahtlosen Ineinanderfließens der Episoden unterentwickelt“ und der Film entwickle nur einen „beträchtlichen Oberflächenreiz“. Auf dem Montreal World Film Festival wurden Sandrine Kiberlain, Nicole Garcia und Mathilde Seigner als Beste Darstellerinnen ausgezeichnet. Der Film gewann zudem den FIPRESCI-Preis des Festivals und war für den Grand Prix des Amériques nominiert. Auf dem Chicago International Film Festival gewannen Sandrine Kiberlain und Nicole Garcia den Silver Hugo als Beste Darstellerinnen. Ebenfalls 2001 wurde Sandrine Kiberlain für ihre Darstellung mit einem Étoile d’Or als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Beim César 2002 wurden Nicole Garcia als Beste Nebendarstellerin und Edouard Baer als Bester Nebendarsteller für einen Preis nominiert. Unser Weg ist der beste | Süßer Wahn | Das Verhör | Das Auge | Das freche Mädchen | Die kleine Diebin | L’Accompagnatrice | Das Lächeln | Die Klassenfahrt | Das Zimmer der Zauberinnen | Betty Fisher et autres histoires | Die kleine Lili | Ein Geheimnis | Je suis heureux que ma mère soit vivante | Voyez comme ils dansent | Thérèse |
2024-12-02 12:04:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Regine_Bonke | Regine Bonke ist eine deutsche Objektkünstlerin. Sie ist eine Vertreterin der Konkret-Konstruktivistischen Kunst. Nach ihrem Abitur 1967 studierte Bonke bis 1972 Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Biologie u. a. an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und den Universitäten Kiel und Tübingen. Seit 1985 lebt sie als freischaffende Künstlerin in der Nähe von Lübeck. Streng reduzierte Objekte und architekturbezogene Installationen bilden Bonkes Arbeitsschwerpunkt. Seit 1990 bestehen diese aus einem in diesem Zusammenhang ungewöhnlichen Material, nämlich aus handgeschöpftem Papier. Hinzu kommen Walzblei und Neonkonturen, seit 2003 zusätzlich auch Plexiglas, Corten-Stahl und andere Materialien. Zunehmend realisiert sie neben ihrer Ausstellungstätigkeit auch Kunst im öffentlichen Raum, wie z. B. 2001 die Großplastik im gotischen Burgkloster zu Lübeck. „Bonke stellt die plastische Installation in den Mittelpunkt und verzichtet fast gänzlich auf andere künstlerische Medien. Eine Katharsis, die nicht nur zu überraschenden Resultaten führt, sondern vor allem auch die entscheidende Grundlage bildet für die Annäherung an das in der Zahlenkonstellation wie in der Geometrie zum Ausdruck kommende, voraussetzungslose und ungebundene, reine Denken. Dem riesigen, im Innenhof des Burgklosters zu Lübeck gezeigten „Blauen Quadrat“ aus dem Jahre 2001 mag in diesem Zusammenhang paradigmatische Bedeutung zukommen. Es zeigt eine sich selbst genügende Form, die so platziert wurde, dass sie die vorgefundene Architektur nachgeordnet erscheinen lässt und alles körperlich Schwere und Lastende zu Gunsten einer sphärischen Entrücktheit überwindet, so als handele es sich um die Manifestierung einer die Wirklichkeit durchdringenden Idee, in Relation zwischen sinnlicher Erscheinung und dessen innerem Wesen.“ 2001 wurde Bonke für den Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis, 2008 für den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein nominiert. 2007 und 2010 war sie Preisträgerin des Gabriele Münter Preises, In den letzten Jahren spielte auch die Photographie in der Serie der „Nachbilder“ eine größer werdende Rolle. 2009 entstand das erste virtuelle Objekt. Im Februar 2014 wurde Regine Bonke im Rahmen der 60. Landesschau im Landesmuseum auf Schloss Gottorf mit dem Kunstpreis des BBK Schleswig-Holstein ausgezeichnet. = Einzelausstellung, = Katalog |
2024-12-03 23:09:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl_in_%C3%96sterreich | Die folgenden Tabellen geben die Ergebnisse der Direktwahlen zum Europäischen Parlament in Österreich wieder. Grau unterlegt: Einzug ins Europaparlament. |
2024-12-01 19:23:13 | https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_II.#Seligsprechung_und_Heiligsprechung | Johannes Paul II. war ein polnischer Geistlicher. Er war von seiner Wahl am 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2005 der 264. Bischof von Rom und damit Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie das sechste Staatsoberhaupt der Vatikanstadt. Sein Pontifikat dauerte 26 Jahre und 5 Monate; ein längeres ist nur für Pius IX. belegt. Johannes Paul II. war der erste Pole auf dem Papstthron und der erste Nicht-Italiener seit 456 Jahren. Ihm wird eine maßgebliche Rolle bei der Beendigung des Sozialismus in seinem Heimatland Polen zugeschrieben. Johannes Paul II. wurde am 1. Mai 2011 von Benedikt XVI. in Rom selig- und am 27. April 2014 von Franziskus heiliggesprochen; sein Gedenktag ist der 22. Oktober, der Tag seiner Inthronisation im Jahre 1978. Karol Józef Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice, einer Kleinstadt bei Krakau, geboren. Sein Vater Karol Wojtyła – gelernter Schneider – war Leutnant der polnischen Armee, nachdem er bereits bis 1918 als Unteroffizier in der Armee Österreich-Ungarns gedient hatte. Die Mutter Emilia Wojtyła, geborene Kaczorowska, war Hausfrau und starb, als Karol acht Jahre alt war. Im Alter von zwölf Jahren verlor er seinen älteren Bruder Edmund , der am 5. Dezember 1932 als junger Mediziner in Bielsko an Scharlach starb. Seine ältere Schwester war bereits vor seiner Geburt verstorben. In seiner Kindheit war Karol Wojtyła sehr sportlich und spielte oft Fußball als Torwart. Er war ein Fan des Fußballvereins KS Cracovia. In seinen prägenden Jahren wurde er durch zahlreiche Kontakte mit der jüdischen Gemeinde in Wadowice beeinflusst. Oft wurden Fußballspiele in der Schule zwischen einer jüdischen und einer katholischen Mannschaft organisiert. Wojtyła spielte oft freiwillig als Torwart bei der jüdischen Mannschaft, wenn diese nicht genug Spieler hatte. Mit Jerzy Kluger, einem seiner damaligen Freunde, war er bis zu seinem Tod sehr eng befreundet. Ab 1930 besuchte er das Gymnasium und wirkte ab 1934 bei Theateraufführungen mit. Wojtyła war Ministrant, galt als strebsamer Schüler und beendete die Schule mit Bestnoten. Im Sommer 1938 siedelte sein Vater mit ihm nach Krakau in den Stadtteil Dębniki über. Wojtyła schrieb sich zum Studium der Philosophie und Polnischen Literatur an der Jagiellonen-Universität ein. Drei Jahre später, im Jahre 1941, starb sein Vater. An der Universität schloss sich Wojtyła der Experimentaltheatergruppe „Studio 39“ um Tadeusz Kudliński an, in der er bis 1943, zuletzt im Untergrund, wirkte. Außerdem verfasste er literarische Texte: Neben diversen Gedichten schrieb er 1940 unter dem Pseudonym Andrzej Jawien das dreiteilige Drama Jeremiasz , ein biblisch inspiriertes Mysterienspiel mit politischem Bezug. Ebenso engagierte er sich im Rhapsodischen Theater. Sein Mysterienspiel Im Laden des Goldschmieds wurde 1960 veröffentlicht. Nach dem deutschen Überfall im September 1939 wurde die Universität von der deutschen Besatzungsmacht geschlossen. 183 Professoren wurden im Zuge der Sonderaktion Krakau verhaftet – ein Teil von ihnen starb in Konzentrationslagern. Wojtyła führte seine Studien in der Untergrunduniversität fort, wurde aber zwangsweise zum Baudienst im Generalgouvernement herangezogen. Er war in einem Steinbruch sowie vom Frühjahr 1942 bis August 1944 in einer Chemiefabrik eingesetzt. So entging er seiner Deportation zur Zwangsarbeit nach Deutschland. Wadowice und Krakau sind Orte, die bis zum Zweiten Weltkrieg sehr stark durch die jüdische Kultur beeinflusst waren, was prägend für Wojtyłas positives Verhältnis zum Judentum war. Im Oktober 1942 trat er ins geheime Priesterseminar der Erzdiözese Krakau ein. Von August 1944 bis Kriegsende 1945 fand er Zuflucht in der Residenz des Krakauer Erzbischofs Adam Stefan Sapieha. Am 21. Dezember 1945 erhielt Wojtyla die Weihe zum Akolythen, einer 1969 abgeschafften Vorstufe zum Diakon. Gleichzeitig wurde er auch als Exorzist geweiht. Das war damals in Polen der übliche Weg zum Amt des Diakons. Den Titel eines Exorzisten trug Wojtyla nicht nur der Form halber. Er hat mehrfach „Teufelsaustreibungen“ vorgenommen. Der römische Prälat Corrado Balducci bestätigte das später: „Nur in besonderen Fällen und bevor er Papst wurde.“ Am 1. November 1946 empfing Wojtyła im Geheimen die Priesterweihe von Adam Stefan Sapieha und promovierte in den folgenden zwei Jahren auf dessen Anweisung in Rom am Angelicum über die Glaubensdoktrin beim heiligen Johannes vom Kreuz. Am 3. Juli 1947 erwarb er das Lizenziat der Theologie, im Juni 1948 das Doktorat der Philosophie . Im Anschluss war Karol Wojtyła als Kaplan in Niegowić bei Gdów und später in der Krakauer Studentenkirche St. Florian tätig, wo er bald für seine Predigten bekannt wurde. Er wurde Ende 1948 zum Doktor der Theologie promoviert. Ab 1953 lehrte Wojtyła als Professor für Moraltheologie in Krakau und bekam 1954 einen Lehrauftrag für Philosophie und Sozialethik an der Katholischen Universität von Lublin, wo er sich 1953 mit einer Arbeit „Beurteilung der Rekonstruktionsmöglichkeiten einer christlichen Ethik auf der Basis der Voraussetzungen des ethischen Systems von Max Scheler“ habilitierte. In dieser Zeit entstand auch sein bedeutendstes und in Polen am häufigsten aufgeführtes Bühnenwerk Der Bruder unseres Gottes, in dem sich bereits einige zentrale Ansätze seines philosophischen Hauptwerks Person und Tat abzeichnen. Am 28. September 1958 wurde Karol Wojtyła von Eugeniusz Baziak zum Bischof geweiht, nachdem er am 4. Juli desselben Jahres zum Weihbischof in Krakau mit dem Titularbistum Ombi ernannt worden war. Er nahm 1962 bis 1965 am Zweiten Vatikanischen Konzil teil; sein Hauptaugenmerk lag dabei auf den Gebieten Religionsfreiheit und einer zeitgemäßen Verkündigung der kirchlichen Lehre, die die Konzilsdokumente Dignitatis humanae und Gaudium et spes behandeln. Am 13. Januar 1964 folgte Wojtyła Erzbischof Eugeniusz Baziak im Amt des Erzbischofs von Krakau, nachdem die kommunistischen Machthaber zunächst versucht hatten, seine Erhebung zum Erzbischof von Krakau zu verhindern. Sein Episkopat in Krakau war vor allem durch eine „sanfte“ Konfrontation mit dem kommunistischen Regime Polens geprägt. Sein Beharren auf dem Bau der Kirche der Mutter Gottes, der Königin von Polen in der neuen Arbeiterstadt Nowa Huta, und seine Predigten, in denen er oft die freie Ausübung der Religion für alle Polen forderte, zeigten ihn als unerschrockenen Antikommunisten. 1965 war er maßgeblich am Aufruf der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder zur Versöhnung beteiligt, in dem zur Versöhnung zwischen Polen und Deutschen aufgerufen wurde. Auch dies machte ihn zum Objekt scharfer Attacken der kommunistischen Machthaber. Am 26. Juni 1967 wurde Wojtyła zum Kardinalpriester mit der Titelkirche pro hac vice San Cesareo in Palatio erhoben. In dieser Zeit setzte er seine aktive wissenschaftliche Arbeit fort, publizierte 1969 ein philosophisches „Credo“ seines eigenen Personalismus in der Monographie Person und Tat und nahm an verschiedenen polnisch-italienischen philosophischen Kongressen und Konferenzen teil. Im Zuge der kirchlichen Bemühungen um eine deutsch-polnische Aussöhnung besuchte Wojtyła 1974 die Bundesrepublik Deutschland und zelebrierte mit Julius Kardinal Döpfner am 19. September eine heilige Messe im Karmel Heilig Blut am Rande der KZ-Gedenkstätte Dachau. Als Papst sprach er später 48 der im Konzentrationslager Dachau inhaftierten Priester selig. Ein letzter Deutschlandbesuch vor seiner Wahl erfolgte 1978 an der Seite des Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszyński. Die Amtszeit Johannes Pauls II. dauerte vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod am 2. April 2005. In den ersten fünf Jahren predigte er in den Mittwochskathechesen seine Theologie des Leibes. In die mehr als 26 Jahre seines Pontifikats fielen unter anderem der NATO-Doppelbeschluss, der Kurswechsel der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow ab 1985 , der Zerfall des Ostblocks, die Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989, der Sturz fast aller kommunistischen Regierungen in Mitteleuropa, das Ende des Kalten Krieges, der Zerfall der Sowjetunion, der Zerfall Jugoslawiens, Kriege im ehemaligen Jugoslawien, die Terroranschläge am 11. September 2001, Kriege in Afghanistan und im Irak. Johannes Paul II. suchte stärker als seine Vorgänger die Öffentlichkeit, scheute die Massenmedien nicht und wurde gelegentlich „Medienpapst“ genannt. Er galt, verglichen mit seinen Vorgängern, als Ausnahmeerscheinung. Dazu trug bei, dass er als „der jüngste Papst im 20. Jahrhundert“ zugleich „der erste slawische Papst“ war sowie über „einen breiten Wissenshorizont“, „ein starkes Charisma“ und einen trockenen Humor verfügte, womit er „ebenso Massen begeistern wie im persönlichen Gespräch überzeugen konnte“. Am 16. Oktober 1978 wurde Karol Wojtyła von den 111 zum Konklave versammelten Kardinälen in der Sixtinischen Kapelle als Nachfolger des am 28. September 1978 verstorbenen Johannes Paul I. zum nach kirchlicher Zählung 264. Papst und Bischof von Rom gewählt. Im Konklave war es zunächst zu einem Zweikampf zwischen dem Erzbischof von Genua, Giuseppe Siri, und dem Erzbischof von Florenz, Giovanni Benelli gekommen, in dem beide zeitweise die Führung übernommen hatten. Am Ende übertrugen etliche Anhänger Benellis ihre Stimmen auf Wojtyla; trotzdem sollen Siri vor dem entscheidenden Wahlgang nur fünf Stimmen zum Erreichen der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit gefehlt haben. Gleichwohl drehte sich die Stimmung im Konklave, so dass Wojtyla die erforderliche Anzahl von 75 Stimmen bei weitem übertraf. Wojtyla war damit der erste nicht-italienische Papst seit Hadrian VI. sowie als Pole der erste slawische Papst der Kirchengeschichte. Es wird berichtet, dass Wojtyla eigentlich den Papstnamen Stanislaus annehmen wollte, die versammelten Kardinäle ihn jedoch davon abbrachten. Edward Gierek, damaliger Chef der Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, kommentierte die Wahl Wojtyłas weitsichtig: „Ein großes Ereignis für die polnische Nation – und große Schwierigkeiten für uns!“ Johannes Paul II. war bei seiner Wahl mit 58 Jahren der jüngste Papst seit Pius IX. Zudem war er in außerordentlich guter körperlicher Verfassung. Im Gegensatz zu anderen Päpsten vor ihm trieb er Sport, er schwamm und lief regelmäßig Ski. Der Papst soll mehr als hundertmal heimlich den Vatikan verlassen haben, um die US-Philosophin Tymieniecka zu treffen oder Ski zu fahren. Am 4. März 1979 veröffentlichte Johannes Paul II. seine Antrittsenzyklika Redemptor Hominis, die ihn als „Papst der Menschenrechte“ erscheinen ließ. In den ersten Jahren des Pontifikats standen das Beharren auf der Religionsfreiheit und eine damit verbundene Konfrontation mit den kommunistischen Regimes Osteuropas im Vordergrund. Die Außenpolitik Johannes Pauls II. gegenüber dem Ostblock unterschied sich hier von der seiner kompromissbereiteren Vorgänger. Trotzdem berief er 1979 mit Agostino Casaroli einen Architekten dieser kompromissbereiten Ostpolitik zum Kardinalstaatssekretär. Die polnische Parteiführung konnte eine Pastoralreise in die Heimat aufgrund seiner Popularität nicht verhindern. Vom 2. bis 10. Juni 1979 besuchte er zum ersten Mal als Papst sein Heimatland Polen. In Polen sahen etwa zehn Millionen Menschen den Papst, ein Viertel der gesamten polnischen Bevölkerung. Johannes Paul II. wurde zum Symbol des polnischen Widerstands. Symbolträchtig war sein Besuch in Polen nicht zuletzt deswegen, weil sich 1979 zum 900. Mal der Tod Stanislaus von Szczepanóws jährte, eines Vorgängers Wojtyłas im Amt des Bischofs von Krakau, der wegen seines Widerstands gegen den tyrannischen König Bolesław II. eine Symbolfigur des polnischen Freiheitswillens ist und als Nationalheld verehrt wird. Am 13. Mai 1981 feuerte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Ağca um 17:17 Uhr aus nächster Nähe mindestens zwei Pistolenschüsse auf Johannes Paul II. ab, als dieser im offenen Papamobil auf dem Weg zur Generalaudienz in langsamer Fahrt die auf dem Petersplatz versammelte Menschenmenge passierte. Eine Kugel traf den Papst an der linken Hand und an der Schulter, eine zweite drang in seinen Unterleib ein. Da er sofort in das Gemelli-Krankenhaus gebracht wurde, konnten die Ärzte sein Leben durch eine fünfstündige Operation retten, bei der ein Stück des perforierten Darms entfernt wurde. Gegen den Rat der Ärzte kehrte er schon am 3. Juni in den Vatikan zurück. Eine schwere postoperative Virusinfektion zwang ihn jedoch dazu, sich am 20. Juni für weitere 24 Tage in die Klinik zu begeben. Die Hintermänner des Attentats wurden beim sowjetischen Geheimdienst KGB vermutet. Es blieb allerdings lange Zeit eine Vermutung, da Ağca sich bis März 2005 beharrlich über die Hintergründe des Attentats ausschwieg. 2006 kam ein Untersuchungsausschuss des italienischen Parlaments zu dem Schluss, das Attentat sei im Auftrag Breschnews vom militärischen Nachrichtendienst der Sowjetunion GRU in Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Geheimdienst verübt worden. Aufsehen erregte der Papst, als er im Dezember 1984 den Attentäter, dem er schon auf dem Krankenbett vergeben hatte, nach der Genesung im Gefängnis besuchte. Da die Marienverehrung für Johannes Paul II. besonders wichtig war und das Attentat am Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fatima verübt wurde, an dem sich in dem portugiesischen Fátima 1917 die erste Marienerscheinung ereignet hatte, schrieb Johannes Paul II. seine Rettung der Gottesmutter zu und dankte ihr mit einer Wallfahrt dorthin. Dabei brachte er ihr das Geschoss, das ihm aus dem Bauch entfernt worden und inzwischen vergoldet und in eine kleine Krone gefasst war, als Geschenk. Während dieser Reise unternahm am 12. Mai 1982 der Priester Juan María Fernández y Krohn mit einem Bajonett ein weiteres Attentat, konnte jedoch von den Leibwächtern überwältigt werden. Der Attentäter begründete sein Handeln mit der „Rettung“ der katholischen Kirche vor den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Johannes Paul II. nahm die repräsentativen Aspekte des Papstamtes verstärkt wahr. Dies zeigte sich vor allem in den 104 Auslandsreisen, Pastoralbesuche genannt, auf denen er 127 Länder besuchte. Seine Reisetätigkeit trug ihm rasch den Spitznamen „eiliger Vater“ ein. Johannes Paul II. unternahm während seiner Amtszeit mehr Auslandsreisen als alle früheren Päpste zusammen. Auf seine erste Reise, die ihn in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas führte, begab er sich bereits rund drei Monate nach seiner Wahl. Wenn Johannes Paul II. ein Land zum ersten Mal betrat, zeigte er durch seinen Kniefall und das Küssen des Bodens seine Ehrerbietung. Von politischer Bedeutung waren insbesondere die Reisen in sein Heimatland, durch die er den polnischen Widerstand gegen das kommunistische Regime stärkte. Vom 28. Mai bis 2. Juni 1982 besuchte Johannes Paul II. als erster Papst seit der Trennung der anglikanischen Kirche vor 450 Jahren Großbritannien. Während des Aufenthalts wurde er von Königin Elisabeth II. empfangen und besuchte einen ökumenischen Gottesdienst in der Kathedrale von Canterbury. Im Mai 1988 besuchte Johannes Paul II. als erster Papst Paraguay und übte dabei scharfe Kritik an dem langjährigen Diktator Alfredo Stroessner bei seinen öffentlichen Auftritten und selbst bei einem Treffen im Präsidentenpalast, die angeblich auch zu dessen Sturz im Februar 1989 beigetragen hat. 1989 besuchte Johannes Paul II. Indonesien und das von ihm besetzte Osttimor. Nach der Messe in Osttimor nutzten Jugendliche die internationale Bühne, um erstmals öffentlich gegen die indonesische Besatzung zu protestieren. Johannes Paul II. wird wegen des Besuchs noch heute in Osttimor große Verehrung entgegengebracht. Im September 1990 besuchte Johannes Paul II. erneut Afrika und weihte die Basilika Notre Dame de la Paix ein, ein monströses „Geschenk an den Vatikan“ des Präsidenten der Elfenbeinküste, Houphouët-Boigny. Voraussetzung für die Annahme des Geschenks war die Zusage, in der Nähe der Basilika ein Krankenhaus zu errichten. Am 15. Januar 1995 hielt der Papst in Manila vor vier Millionen Menschen den seinerzeit größten Gottesdienst in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche. Es war zugleich die größte bekannte Versammlung in der Geschichte der Menschheit. Am 21. Januar 1998 führte ihn eine Pilgerreise nach Kuba. Die Bundesrepublik Deutschland besuchte Johannes Paul II. als Papst erstmals im November 1980, weitere Deutschlandbesuche folgten in den Jahren 1987 und 1996. Österreich besuchte er in den Jahren 1983, 1988 und 1998, die Schweiz 1982, 1984, 1985 und 2004. Neben den Reisen waren insbesondere die persönlichen Treffen weltlicher Machthaber und religiöser Würdenträger charakteristisch für die Amtszeit Johannes Pauls II. So empfing er 1982 den Palästinenserführer Jassir Arafat. Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer – am 1. Dezember 1989 – traf er Michail Gorbatschow – es war das einzige Mal, dass ein Generalsekretär der KPdSU von einem Papst empfangen wurde. Im März 1999 fand im Vatikan ein Treffen des Papstes mit dem iranischen Präsidenten Mohammed Chatami statt, was als historisches Ereignis bewertet wurde. Am 27. Oktober 1986 kam es in Assisi zu einem von Johannes Paul II. initiierten interreligiösen Friedenstreffen mit hochrangigen Vertretern der großen Weltreligionen, bei dem der Papst alle Religionen einlud, jeder in seiner Tradition, für den Frieden zu beten. Unter dem Eindruck der Anschläge des 11. Septembers und des darauf folgenden Kriegs in Afghanistan organisierte der Papst am 24. Januar 2002 ein zweites Gebet der Weltreligionen. Zahlreiche Besuche und gemeinsame Urlaubstage gab es mit der Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka, zu der ihn seit 1976 eine enge Freundschaft verband. Sie besuchte den Papst zuletzt am Tag vor seinem Tod. Die Bedeutung dieser Beziehung wird durch den dokumentierten intensiven Briefwechsel deutlich. Vom Vatikan wurde die Existenz dieser Beziehung ignoriert. Am 25. März 1983, dem Fest der Verkündigung des Herrn, rief Johannes Paul II. ein außerordentliches „Heiliges Jahr der Erlösung“ aus und öffnete die Heilige Pforte. Das Heilige Jahr der Erlösung endete am Ostersonntag 1984. Mit Öffnung der Heiligen Pforte am 25. Dezember 1999 begannen die Feierlichkeiten für das Heilige Jahr 2000. Am 12. März 2000 sprach der Papst ein „Mea culpa“ für die Verfehlungen der Kirche wie Glaubenskriege, Judenverfolgungen und Inquisition aus. Acht Tage später begann eine Reise nach Israel, Jordanien und in die Palästinensergebiete, bei welcher er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel besuchte und an der Klagemauer betete. Im Heiligen Jahr 2000 wurde das bis dahin vom Vatikan geheimgehaltene sogenannte „dritte Geheimnis von Fatima“ durch den Kurienkardinal Joseph Ratzinger der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Darin soll die Erscheinung von Fatima das Attentat auf einen Papst vorhergesagt haben, eine Prophezeiung, die Johannes Paul II. auf sich bezog. Das Heilige Jahr 2000 war zugleich das Jahr des 80. Geburtstags Johannes Pauls II. Zu diesem Anlass am 18. Mai 2000 widmete der Literaturnobelpreisträger Czesław Miłosz dem Papst eine Ode. In der Vergebungsbitte Mea culpa von Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000 sprach der damalige Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Joseph Kardinal Ratzinger, die Worte, „dass auch Menschen der Kirche im Namen des Glaubens und der Moral in ihrem notwendigen Einsatz zum Schutz der Wahrheit mitunter auf Methoden zurückgegriffen haben, die dem Evangelium nicht entsprechen“. Dies wird in Kommentaren als eine Entschuldigung der Kirche für die Hexenverfolgungen gedeutet. Bereits in den 1990er-Jahren musste sich Johannes Paul II. mehreren Operationen unterziehen. Am 15. Juli 1992 wurde ihm ein gutartiger Tumor aus dem Dickdarm entfernt. Am 29. April 1994 brach er sich bei einem Sturz im Badezimmer den Oberschenkel und musste sich daraufhin ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lassen. In seinen letzten Lebensjahren war Johannes Paul II. in seiner Amtsführung zunehmend durch die Parkinson-Krankheit mit Lähmungserscheinungen und Schwierigkeiten beim Sprechen beeinträchtigt. Er litt zudem an den Folgen des Attentats von 1981 und an einer schweren Arthritis im rechten Knie als Folge der Hüftoperation. Der mehrfachen Anregung zum Rücktritt entgegnete er, er lege die Dauer seiner Amtszeit in Gottes Hände. Anfang 2005 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 84-Jährigen dramatisch. Am 1. Februar 2005 wurde er mit einer Kehlkopfentzündung und Atemnot in die Gemelli-Klinik in Rom gebracht. Nach seiner Entlassung am 10. Februar musste er am 24. Februar abermals eingeliefert und ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden. Am 13. März 2005 kehrte Johannes Paul II. in den Vatikan zurück. Er zeigte sich am 20. und 23. März am Fenster seines Arbeitszimmers den Gläubigen auf dem Petersplatz und spendete von dort am Ostersonntag stumm den Segen Urbi et orbi. Am 30. März 2005 ließ sich der Papst dort zum letzten Mal sehen. Er wurde bereits durch eine ständige Sonde in der Nase künstlich ernährt. Am folgenden Tag fieberte er und empfing die Krankensalbung. Am 1. April besuchte ihn seine langjährige Freundin Prof. Anna-Teresa Tymieniecka am Krankenbett. Am 2. April 2005 gegen 15:30 Uhr sprach er mit sehr schwacher und gebrochener Stimme auf Polnisch seine letzten Worte: „Lasst mich ins Haus des Vaters gehen!“ Kurz vor 19 Uhr fiel er ins Koma. Ab 20 Uhr zelebrierte Stanisław Dziwisz unter Mitwirkung von Kardinal Marian Jaworski, Stanisław Ryłko und Mieczysław Mokrzycki eine heilige Messe am Fußende des Krankenbetts. „Um 21:37 Uhr entschlief Johannes Paul II. im Herrn“, heißt es in dem Bericht über die letzten Tage des Papstes, der den Besuch der Freundin verschwieg. Den Bericht veröffentlichte der Vatikan am 19. September 2005 als Supplementum zu seinem Amtsblatt, den Acta Apostolicae Sedis – Commentarium Officiale, vom 17. April 2005. Papst Johannes Paul II. nahm die meisten Kardinalskreierungen der Geschichte vor. Während seines fast 27-jährigen Pontifikates ernannte er 231 Kardinäle, von denen beim Konklave 2013 noch 121 am Leben waren. Von den 50, die die Altersgrenze von 80 Jahren noch nicht überschritten hatten, nahmen 48 an diesem Konklave teil. Papst Johannes Paul II. predigte in den ersten fünf Jahren in 129 Mittwochskatechesen seine Theologie des Leibes. In seinen Ausführungen sprach er von der Heiligkeit des ehelichen Eins-werdens und den darin vorhandenen erotischen Elementen. Seine Überlegungen dazu hatte er 1960 im Buch „Liebe und Verantwortung“ veröffentlicht, nachdem er mit Mitgliedern seiner Studentengruppe und befreundeten Ärzten und Psychologen gesprochen und sich beraten hatte. Die Liebe war auch für ihn ein Geschenk Gottes, jedoch war seine Hauptthese gegenüber der traditionellen Lehre revolutionär: Ein erfülltes Sexualleben gehört in einer Partnerschaft zum menschlichen Glück! Sexualität war für ihn weder unrein noch war sie zur Erfüllung ehelicher Pflichten erschaffen. Zur Nacktheit sowie der Scham nahm er Bezug auf Gen 1,31: „Gott sah, dass alles, was er gemacht hatte, sehr gut war“. Am 2. Januar 1980 führt er beispielsweise aus: „Die Nacktheit bezeichnet das ursprüngliche Gut der göttlichen Schau, sie bedeutet die ganze Einfachheit und Fülle jenes Blickes, durch den sich der reine Wert des Menschen als Mann und Frau kundtut, der reine Wert des Körpers und der Geschlechtlichkeit.“ In seinem Buch „Liebe und Verantwortung“. schrieb er ganz offen über den Orgasmus. Mit seiner Theologie des Leibes setzte er einen neuen Akzent: Er tritt dem menschlichen Leib von Grund auf positiv entgegen. So ist die „Theologie des Leibes“ kein Verbotskatalog, sondern die Wertschätzung für die Liebe von Mann und Frau. Der Leib und die Liebe sollen nun einen Platz im „großen Ganzen“ von Mensch, Welt und Glauben bekommen. In „Liebe und Verantwortung“ hatte Karol Wojtyła 1960 unter anderem ausgeführt: „Sexuelle Schamhaftigkeit kann also nicht einfach mit der Verwendung von Kleidung gleichgesetzt werden, noch Schamlosigkeit mit dem Fehlen von Kleidung und totaler oder teilweiser Nacktheit des Leibes. Die Nacktheit als solche ist nicht mit der Schamlosigkeit des Leibes gleichzusetzen. Die Unschamhaftigkeit ist nur dann präsent, wenn die Nacktheit eine negative Rolle im Hinblick auf den Wert der Person spielt, wenn es ihr Ziel ist, das Begehren des Fleisches zu wecken, als dessen Resultat die Person in die Position eines Objekts des Gebrauchs gebracht wird. Der menschliche Leib ist nicht in sich selbst schamlos, noch sind es aus denselben Gründen die sinnlichen Reaktionen und die menschliche Sinnlichkeit im Allgemeinen. Die Schamlosigkeit ist eine Funktion des Inneren einer Person und insbesondere des Willens, der allzu leicht die sinnliche Reaktion akzeptiert und eine andere Person – wegen des ‚Leibes und des Geschlechts‘ der Person – auf die Rolle eines Objekts des Gebrauchs reduziert. “ Von 135 vorbereiteten Katechesen hat der Papst 129 tatsächlich vorgetragen. Vor seiner Papstwahl trug die Theologie des Leibes den Titel Als Mann und Frau schuf er sie. In seine Antrittsenzyklika Redemptor hominis ist die Theologie des Leibes eingeflossen. Eine authentische Fassung der päpstlichen Katechesen über die Theologie des Leibes hat das Institut Johannes Paul II. herausgegeben. Deutsche Übersetzungen der Katechesen erschienen zeitnah im Osservatore Romano. In den Vereinigten Staaten waren diese Mittwochsansprachen eines der vorrangigen Themen in den kirchlichen Medien, da sie ein Ereignis von großer Tragweite für die Katholiken der Welt darstellten. Die Theologie des Leibes wurde in den katholischen Diözesen der Vereinigten Staaten in den Lehrplan des Ehevorbereitungskurses aufgenommen. In Deutschland hat die Theologie des Leibes als Ereignis keine Beachtung gefunden. Die Ansprachen zur Theologie des Leibes wurden nicht in die Acta Apostolicae Sedis aufgenommen. „Die Theologie des Leibes ist mit Sicherheit eines der größten Geschenke, die Johannes Paul II. der Kirche und der Menschheit gemacht hat. Durch sie können wir das reiche Erbe der biblischen Anthropologie und der großen christlichen Überlieferung neu entdecken, engstirnige und zweifelhafte Auffassungen überwinden und zu einer der gelebten Erfahrung entsprechenden Sichtweise gelangen.“ Nach Michael Waldstein sind die polnischen Manuskripte und nicht wie zuvor angenommen der italienische Text der „Mittwochskatechesen“ des Papstes als Originalfassung seiner Abhandlungen über die theologische Bedeutung der Sexualität des Menschen anzusehen. Er hielt an der kirchlichen Lehre fest, nach der künstliche Empfängnisverhütung den Katholiken nicht erlaubt ist. Schon vor seiner Amtszeit als Papst hatte er maßgeblich an der Enzyklika Humanae vitae Pauls VI. mitgewirkt, in der die katholische Ehelehre dargestellt und u. a. die Antibabypille als Verhütungsmittel abgelehnt wird. In der Enzyklika Evangelium vitae lehnte Johannes Paul II. andere Eingriffe in die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit, wie etwa die Sterilisation, ab und vertrat die Auffassung, dass die Verwendung von Kondomen zur Vorbeugung von sexuell übertragbaren Krankheiten nicht erlaubt sei. Stattdessen empfahl er die sexuelle Enthaltsamkeit. Wegen dieser Stellungnahme sah sich Johannes Paul II. häufig der Kritik von Seiten der Vereinten Nationen sowie anderer Organisationen und Gruppierungen ausgesetzt und wurde von Kirchenkritikern für die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit AIDS mitverantwortlich gemacht. Verteidiger der päpstlichen Linie halten dagegen, dass die HIV-Infektionsraten in nicht überwiegend katholischen Ländern am höchsten sind und die Ausbreitung von AIDS in Afrika vor allem an der mangelhaften gesundheitlichen Aufklärung liegt. Homosexuellen empfahl Johannes Paul sexuelle Enthaltsamkeit. Von römisch-katholischen Politikern erwartete er die Ablehnung einer rechtlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften, unabhängig davon, ob sie in Form einer Ausweitung des Ehebegriffs auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften erfolge oder durch Einführung des Rechtsinstituts einer eingetragenen Partnerschaft. Der Präfekt der Glaubenskongregation Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., veröffentlichte im Sommer 2003 eine entsprechende Erklärung, die von Johannes Paul II. gebilligt wurde. Einige deutsche Politiker, unter ihnen der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Olaf Scholz als SPD-Generalsekretär, kritisierten die Position des Papstes. Schon in den 1990er Jahren hatte sich Johannes Paul II. mit Nachdruck gegen eine Änderung der Gesetze in seinem Heimatland Polen ausgesprochen: Abtreibung sei Mord. Unter Berufung auf sein Jurisdiktionsprimat veranlasste der Papst die deutschen Bischöfe im Herbst 1999, bei Schwangerschaftskonfliktberatungen durch kirchliche Träger das Ausstellen einer Beratungsbescheinigung zu verbieten, da sie in Deutschland Voraussetzung für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch bis zum dritten Schwangerschaftsmonat sei. Beratungsstellen in kirchlicher Trägerschaft verloren damit ihre staatliche Anerkennung. Die Mehrheit der deutschen Bischöfe wollte die katholische Schwangerenberatung innerhalb des staatlichen Systems nicht aufgeben und hatte seit 1995 vergeblich versucht, ihren Argumenten beim Papst Gehör zu verschaffen. Schon im Januar 1998 hatte Johannes Paul II. in einem Schreiben an die Deutsche Bischofskonferenz den Ausstieg der Bischöfe aus der Schwangerschaftskonfliktberatung gefordert. Die Bischöfe vertraten die Meinung, die katholische Schwangerenberatung sei ein wichtiger Beitrag zum Schutz von ungeborenem Leben. Nach dem Ausstieg der katholischen Kirche aus dem staatlichen System kam es zur Gründung des Vereins donum vitae. Er bietet anstelle der bisherigen kirchlichen Träger eine „katholisch geprägte Schwangerenberatung“ innerhalb des staatlichen Systems an. In seinem Buch Erinnerung und Identität – Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden rief Johannes Paul II. dazu auf, Gesetze zum Thema Abtreibung zu hinterfragen. Parlamente, die den Frauen durch Gesetz Schwangerschaftsabbrüche ermöglichten, sollten sich bewusst sein, dass sie damit ihre Befugnisse überschritten und in offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Naturrecht gerieten. Neben seiner Kritik am Kommunismus und Sozialismus war Johannes Paul II. ein scharfer Kritiker des neoliberalen Kapitalismus. Er nahm energisch Partei für die Rechte der Armen und der Arbeitenden und griff Ausbeutung und Verletzung von Menschenrechten an, beispielsweise in seinen Enzykliken Laborem exercens und Sollicitudo rei socialis . Die Enzyklika Centesimus annus von 1991, veröffentlicht aus Anlass des 100. Jahrestags der ersten päpstlichen Sozialenzyklika Rerum Novarum, akzeptiert die soziale Marktwirtschaft mit größerer Deutlichkeit als frühere Dokumente. Im Kompendium der Soziallehre der Kirche, vom Vatikan 2004 herausgegeben , werden die Grundzüge der katholischen Soziallehre in knapper Form zusammengefasst. Nach Johannes Paul II. ist die Sozialordnung aber nur Teilaspekt einer „Zivilisation der Liebe“, die er, anknüpfend an eine Formulierung Papst Pauls VI. von 1975, insbesondere der Jugend als Programm empfiehlt. Johannes Paul II. war der erste Papst, der sich offen gegen die Mafia stellte. Während einer Eucharistiefeier im „Tal der Tempel“ in Agrigent auf Sizilien am 9. Mai 1993 trat er mit deutlichen Worten gegen die Mafia ein. Für Johannes Paul II. hatte die fortschreitende Umweltzerstörung eine moralische Komponente. Sie sei eine Konsequenz der aus der Balance geratenen Beziehung zwischen Mensch und Schöpfung. Nur durch die Rückbesinnung auf christliche Werte sei die ökologische Katastrophe zu verhindern. Ursachen der ökologischen Probleme waren für ihn nicht nur politische Hindernisse wie Formen von übertriebenem Nationalismus und ökonomische Interessen, sondern insbesondere die mangelnde Solidarität der Menschen. Johannes Paul II. forderte immer wieder, Verantwortung für sich, für andere und für die Erde zu übernehmen. Er betonte deshalb die „ökologische Berufung“ aller Christen, die eine Umkehr zu ökologisch tragfähigen Lebensstilen und globaler Solidarität als ein unverzichtbares Glaubens- und Lebenszeugnis in der modernen Gesellschaft propagiere. Sie sei Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Schöpfer und zugleich der Verantwortung für künftige Generationen. Johannes Paul II. setzte sich stärker als seine Vorgänger für den interreligiösen Dialog ein, insbesondere für den Dialog mit dem Judentum, dessen Vertreter er als die „älteren Geschwister der Christen“ bezeichnete, und dem Islam. Sichtbaren Ausdruck fanden diese Bemühungen in den beiden von ihm organisierten Weltgebetstreffen der Religionen 1986 und 2002 in Assisi. Während der von ihm ins Leben gerufenen Weltjugendtage betonte Johannes Paul II. den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen. Am 13. April 1986 besuchte Johannes Paul II. die große Synagoge von Rom und betrat damit als erster Papst überhaupt eine Synagoge, am 6. Mai 2001 mit der Umayyaden-Moschee in Damaskus als erster Papst eine Moschee. Am 16. März 1998 veröffentlichte die Vatikanische Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden das Dokument Nachdenken über die Shoa und beklagte die Mitschuld von Christen am Holocaust. Das päpstliche mea culpa am 12. März 2000 wurde als historischer Akt bezeichnet. Johannes Paul II. hatte darin kirchliche Verfehlungen im Zusammenhang von Glaubenskriegen, Judenverfolgungen und Inquisition eingestanden. Auf seiner Pilgerreise nach Israel, Jordanien und in die Palästinensergebiete im Jahr 2000 betete der Papst an der Klagemauer, dem bedeutendsten jüdischen Heiligtum, und besuchte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Bereits früher, am 30. Dezember 1993, konnte in Jerusalem der Grundlagenvertrag des Vatikans mit Israel über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet werden. Eine Freundschaft hat Papst Johannes Paul II. mit dem XIV. Dalai Lama verbunden. Der Dalai Lama war oftmals im Vatikan zu Gast und gilt als persönlicher Freund des Papstes. Ein besonderes Anliegen des Papstes war die Ökumene. Bei seinem ersten Deutschlandbesuch 1980 wurde eine katholisch-lutherische Kommission eingesetzt, deren Arbeit in die 1999 von der römisch-katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund in Augsburg unterzeichnete gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre mündete. Johannes Paul II. war der erste Papst, der eine lutherische Kirche besuchte. Am 11. Dezember 1983 kam er auf Einladung der evangelisch-lutherischen Gemeinde in die evangelische Christuskirche in Rom und dankte für die Solidarität aller Christen des Advents. Er bekräftigte dabei, dass wegen der unterschiedlichen Auffassungen über die Natur der Eucharistie bzw. des Abendmahls eine Interkommunion zurzeit nicht möglich sei. Er verbot daher im am 17. April 2003 veröffentlichten Dokument Ecclesia de eucharistia die Teilnahme von katholischen Priestern an protestantischen Abendmahlsfeiern und die Einladung von evangelischen Christen zur heiligen Kommunion. Dies führte bei katholischen Gruppierungen zu heftiger Kritik. Auch Vertreter anderer Konfessionen bedauerten die Aussagen des Schreibens. Die von der Kongregation für die Glaubenslehre verfasste und von Johannes Paul II. im August 2000 bestätigte Erklärung Dominus Iesus wurde im konfessionell gemischten Deutschland kritisiert. In Dominus Iesus wurden einige Konfessionen als „kirchliche Gemeinschaften“ bezeichnet, die „in einer gewissen, wenn auch nicht vollkommenen Gemeinschaft mit der Kirche“ stünden. Von der evangelischen Kirchen wurde allerdings eingeräumt, dass die Erklärung Dominus Iesus inhaltlich keine neue Position darstellte. Zu den orthodoxen Kirchen kam es im Pontifikat Johannes Pauls II. zu Annäherungen: die Bemühungen des Papstes, nach Moskau zu reisen, um dort den wichtigsten Vertreter der Orthodoxie – den russischen Patriarchen Alexej II. – zu treffen, scheiterten an dessen Ablehnung. Patriarch Alexej warf der katholischen Kirche vor, in orthodoxen Glaubensregionen zu missionieren. Die noch unter Paul VI. begonnenen Gespräche über eine gegenseitige Zulassung von Katholiken und Altkatholiken zu Eucharistie, Buße und Krankensalbung, vergleichbar mit den Regelungen des Ostkirchendekrets Orientalium Ecclesiarum Nr. 27 und 28, wurden nach dem Amtsantritt Johannes Pauls II. nicht mehr fortgesetzt. Im Jahr 2000 begann man nach einer Begegnung in Rom mit den Vorbereitungen für eine bilaterale Kommission. Die Internationale Römisch-Katholisch – Altkatholische Dialogkommission konstituierte sich daraufhin im Jahr 2004. Johannes Paul II. galt in innerkirchlichen Angelegenheiten als konservativ. Kritiker warfen ihm vor, er habe missliebige Theologen, Priester, Ordensleute und Bischöfe „inquisitorisch verfolgen lassen“, beispielsweise Tissa Balasuriya , Leonardo Boff , György Bulányi , Edward Schillebeeckx , Bischof Jacques Gaillot und Erzbischof Raymond Hunthausen . Den seit 1973 erfolgten Versuchen der kongolesischen Bischöfe zur Inkulturation von einheimischen Elementen in die Liturgie stand er hingegen offen gegenüber und promulgierte 1988 den Zairischen Messritus. Aus Anlass des UNO-Jahres der Jugend verkündete Johannes Paul II. 1985 die Einrichtung des Weltjugendtags, der im darauffolgenden Jahr erstmals stattfand und dann zu einem regelmäßig wiederkehrenden Ereignis wurde. Johannes Paul II. ließ am 17. Mai 1993 den ersten Weltkatechismus seit 1566 herausgeben, in dem Glaubenslehre und Moral behandelt werden. Als Meilenstein im Verhältnis der katholischen Kirche zur neuzeitlichen Wissenschaft gilt die öffentliche Rehabilitation von Galileo Galilei am 2. November 1992. Sie wurde von dem Bericht der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften vorbereitet, die – von Johannes Paul II. 1979 beauftragt – ihre Untersuchungsergebnisse am 31. Oktober 1992 an den Papst übergab. Johannes Paul II. hat in seiner Amtszeit 1338 Seligsprechungen und 482 Heiligsprechungen vorgenommen. Die Zahl aller von seinen Vorgängern in den letzten 400 Jahren insgesamt heiliggesprochenen Personen ist nur etwa halb so hoch. 1983 hatte Johannes Paul II. den traditionellen Zeitraum zwischen Tod und Eröffnung des Heiligsprechungsverfahrens von 50 auf 5 Jahre herabgesetzt. Bei der Heiligsprechung der polnischen Ordensschwester Maria Faustyna Kowalska – sie gilt als „Apostelin der Barmherzigkeit Gottes“ – am Weißen Sonntag des Heiligen Jahres 2000 erklärte Johannes Paul II. den Weißen Sonntag zum „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“. Die von ihm heiliggesprochene italienische Kinderärztin Gianna Beretta Molla gilt als Vorbild der Abtreibungsgegner. Auf Kritik, auch innerhalb der Kirche, stieß u. a. die Selig- und Heiligsprechung des Opus-Dei-Gründers Josemaría Escrivá. An der Seligsprechung von Edith Stein, die „ein Opfer zwei Jahrtausende alter katholischer antijudaistischer Demagogik“ gewesen sei, kritisiert die Theologin Uta Ranke-Heinemann, Wojtyła habe damit „die Juden ins Gesicht“ geschlagen. Wie seit Paul VI. üblich, stand Johannes Paul II. auch den Seligsprechungsfeiern persönlich vor. Sein Nachfolger Benedikt XVI. überließ diese Aufgabe wieder dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen. Anlässlich von Bischofsernennungen kam es immer wieder zu Konflikten zwischen einem Teil der Gläubigen und der Kirche. Zu nennen sind beispielsweise die Ernennung von Wolfgang Haas in Chur und später in Liechtenstein, von Kurt Krenn in St. Pölten und Hans Hermann Groër in Wien. Als Johannes Paul II. 1988 gegen den Widerstand des Domkapitels Joachim Meisner zum Erzbischof von Köln ernannte, protestierten mehr als 220 deutschsprachige katholische Hochschullehrer öffentlich mit der Kölner Erklärung gegen den „römischen Zentralismus“ im Hinblick auf Bischofsernennungen, die Vergabe von Unbedenklichkeitserklärungen bei der Berufung von Theologieprofessoren und die Ausübung des päpstlichen Lehramts. Als einziges Sakrament der katholischen Kirche empfängt das Weihesakrament „gültig nur ein getaufter Mann“ . Johannes Paul II. unterstrich dies bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten 1983, als er den amerikanischen Bischöfen, die einen Hirtenbrief zu dem Thema verfassten, erklärte, was er erwarte. Personen oder Gruppen, die die Zulassung der Frau zum Priesteramt forderten, schadeten durch ihr Tun in Wirklichkeit der Würde der Frau. Kritiker fordern dagegen bereits seit dem II. Vatikanum den gleichberechtigten Zugang von Frauen zum Weiheamt. Johannes Paul II. bekräftigte 1994 die Lehre der Kirche in seinem Schreiben Ordinatio sacerdotalis, in dem er erklärte, dass die katholische Kirche keinerlei Vollmacht besitze, Frauen zu Priestern zu weihen, und sich alle Gläubigen endgültig an diese Entscheidung zu halten hätten. Die päpstlicherseits behauptete Unverfügbarkeit des Ausschlusses von Frauen von der Ordination zum Priesteramt wird zunehmend abgelehnt. Nicht nur Theologen und Laienbewegungen akzeptieren das päpstliche Verdikt nicht, sondern auch die große Mehrheit der kirchlichen Amtsträger in Deutschland, wie die Debatte zur Frauenordination und die Beschlüsse des Synodalen Weges zeigen. Besonders deutlich fällt die Kritik von Wissenschaftlern, insbesondere von Theologen aus. Der ehemalige Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, der Jesuit Ansgar Wucherpfennig, meinte, „dass es aus theologischer Sicht sinnvoll ist, dieses Verdikt aufzugeben, das Tabu in der Diskussion ist ohnehin schon gefallen“. Von diesem Verbot nicht betroffen ist die Diskussion über die Zulassung von Frauen zum Diakonat. Johannes Paul II. wird ein großer Einfluss auf die Demokratisierung seines Heimatlandes Polen zugeschrieben. Mit seinen philosophischen Werken und insbesondere in „Person und Tat“ hat er wichtige Denkanstöße zur Konsolidierung der polnischen Dissidentenbewegung gesetzt. Im stark katholisch geprägten Polen besaß seine Meinung sehr hohes moralisches Gewicht. Entsprechend stärkte er mit seiner offenen Parteinahme für die antikommunistische Gewerkschaft Solidarność die Opposition. Ihr ehemaliger Anführer Lech Wałęsa sagte an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Organisation, Johannes Paul II. habe seinerzeit mit der Aufforderung an die Polen, alle Angst zu vergessen, das Land aufgeweckt. Schon die Wahl zum Papst sorgte für Ermutigungswellen in Polen und Beunruhigung beim Kreml. Von Bedeutung waren insbesondere die Polenbesuche des Papstes. Die erste Reise 1979, bei welcher rund ein Viertel der polnischen Bevölkerung den Papst sah, wurde faktisch zu einer politischen Kundgebung. Am 15. Januar 1981 empfing Johannes Paul II. eine von Lech Wałęsa angeführte Delegation der Solidarność im Vatikan zu einer Audienz. Auf der zweiten Polenreise 1983, welche während des Kriegsrechts stattfand, forderte Johannes Paul II. von der Staatsspitze die rasche Umsetzung der Sozialreformen und traf wiederum Lech Wałęsa, obwohl dieser faktisch unter Hausarrest stand und Solidarność inzwischen verboten war. Bei seiner dritten Polenreise 1987 erteilte der Papst Lech Wałęsa und seiner Familie die Kommunion. Vom Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski verlangte er bei diesem Besuch die Einhaltung der Menschenrechte und kritisierte in einer Rede das Verbot der Solidarność. Durch die Beziehungen Johannes Pauls II. sollen Unterstützungsgelder der CIA über den Vatikan an die Solidarność geflossen sein. Es ist bekannt, dass am 30. November 1981 Vernon Walters, der Vicechef der CIA, der zu den engsten Vertrauten von US-Präsident Ronald Reagan gehörte, beim Papst war und ihn über die neuesten geheimdienstlichen Erkenntnisse über die Vorgänge auf der Leninwerft in Danzig informierte. Es folgten noch zahlreiche weitere Besuche von Walters im Vatikan. Am 7. Juni 1982 besuchte Reagan selbst den Papst in Rom. Später sagte Reagan, dass er „den Papst zum Verbündeten machen“ wollte, was ihm zumindest teilweise auch gelungen ist. Johannes Paul II. betrieb in Polen eine zweigleisige Politik. Einerseits unterstützte er die Solidarność, wenn auch meist eher verdeckt. Andererseits rief er sie aber auch zur Mäßigung auf und suchte die Versöhnung mit dem Militär. Damit erreichte Johannes Paul II., dass wenige Wochen nach seiner zweiten Polenreise das Kriegsrecht durch General Jaruselski aufgehoben wurde. Jaruselski hatte 1963 auch intensiv mitgeholfen, dass Wojtyla zum Bischof von Krakau ernannt wurde. Sechs andere Kandidaten waren vorher von der Staatsmacht abgelehnt worden. Es bestand damals eine Vereinbarung, wonach die Ernennung durch den Papst ohne staatliche Zustimmung nicht möglich war. Jaruselski schätzte Wojtyla damals als dialogbereit und umgänglich ein. Die Stadt Berlin schenkte Johannes Paul II. zum Dank für seinen Beitrag zum Fall des Eisernen Vorhangs ein Stück der Berliner Mauer, das heute in den Vatikanischen Gärten ausgestellt ist. Michail Gorbatschow schrieb in seinen Memoiren, die Geschehnisse in Osteuropa wären ohne Johannes Paul II. nicht möglich gewesen. Nach der Wende unterstützte Johannes Paul II. den EU-Beitritt seines Heimatlandes und sah darin die Hoffnung auf eine „Neuevangelisierung Europas“ von Polen aus. Für Kritik sorgte der Papstbesuch 1987 in Chile, bei dem Johannes Paul II. General Augusto Pinochet traf, der für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in seinem Land verantwortlich war, darunter zahlreiche Fälle schwerer Folter und des Verschwindenlassens von Menschen. Johannes Paul II. zeigte wenig Verständnis für die Anliegen der insbesondere in Mittel- und Südamerika beheimateten Befreiungstheologie. Einer ihrer Vertreter, Óscar Romero, kehrte enttäuscht von einer Papstaudienz zurück und kommentierte seine Begegnung mit den Worten: „Der Papst versteht mich nicht!“ Der Papst hatte die Befreiungstheologie nicht nur aufgrund seiner Erfahrungen im kommunistischen Polen wegen ihres Bündnisses mit marxistischen Strömungen abgelehnt. Er begründete seine Ablehnung auch mit schwerwiegenden theologischen Bedenken gegen ein auf das Diesseits reduziertes Verständnis von Befreiung und gegen deren gewaltsame Durchsetzung im Sinne des Klassenkampfes. Im Grenzkonflikt zwischen Chile und Argentinien am Beagle-Kanal 1978 vermittelte Johannes Paul II. erfolgreich. Ausführlicher hierzu: Beagle-Konflikt und Päpstliche Vermittlung im Beagle-Konflikt. Papst Johannes Paul II. setzte sich sehr für die Kirche in Lateinamerika ein. Luigi Accattoli meint dazu in der Biografie: „Johannes Paul verlegte den Schwerpunkt der Kirche in den Süden der Welt.“ Johannes Paul II. nahm mit großem Engagement öffentlich gegen Krieg Stellung. Im Jahr 1999 sprach er sich etwa gegen den Kosovokrieg aus. Wiederholt äußerte er seine Ablehnung des Dritten Golfkriegs; beispielsweise kritisierte er die Irak-Politik der Vereinigten Staaten bei der Audienz von George W. Bush im Juni 2004. Schon im Dezember 2002 versagte Johannes Paul II. Bush einen Segen für einen Feldzug in den Irak, nachdem er kurz zuvor vor einer „schier endlosen Kette von Gewalttaten und Racheakten“ im Nahen Osten gewarnt hatte. Das US-Magazin Time kürte Johannes Paul II. 1994 zum Mann des Jahres. Im Jahr 2003 war Johannes Paul II. für den Friedensnobelpreis nominiert. Am 24. März 2004 wurde ihm in Rom der außerordentliche Karlspreis der Stadt Aachen für seinen Einsatz für Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa verliehen. 2004 erhielt er den Europäischen Friedenspreis der Stiftung für Ökologie und Demokratie in Anerkennung seines Engagements für den Weltfrieden und seines Beitrages am Zusammenbruch des Kommunismus und des Falls der deutsch-deutschen Mauer. Im Juni 2004 verlieh George W. Bush ihm die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. Er war Ehrenbürger von Stettin, Warschau und Elbląg . Nach Johannes Paul II. sind zahlreiche Straßen und Plätze in seinem Heimatland Polen, aber auch außerhalb davon benannt; der Johannes-Paul-II.-Hügel in Krakau wurde ihm zu Ehren aufgeschüttet. In der Antarktis ist der Mons Ioannis Pauli II nach ihm benannt. Nach dem Tod des Papstes kam es, begleitet von einer umfangreichen Berichterstattung der Medien, zu Versammlungen in vielen größeren Metropolen und schließlich zu einer riesigen Pilgerbewegung nach Rom, wo am Abend des 4. April 2005 der Leichnam aufgebahrt wurde. Bereits während des ersten Tages erwiesen eine halbe Million Menschen dem verstorbenen Papst die letzte Ehre. Zu den Exequien am 8. April 2005 auf dem Petersplatz kamen 3,5 Millionen Pilger nach Rom, viele davon aus Polen. 200 Staats- und Regierungschefs und hohe geistliche Vertreter verschiedener Religionen wohnten der Feier bei. Zu den Gästen zählten unter anderem der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I., der Metropolit von Smolensk und Kaliningrad als Vertreter des Außenamtes der Russisch-Orthodoxen Kirche, der Gründer und Prior der Gemeinschaft von Taizé Frère Roger Schutz sowie der damalige Papst der Koptischen Kirche, Schenuda III. Die Exequien auf dem Petersplatz wurden vom Dekan des Kardinalskollegiums, dem deutschen Kardinal Joseph Ratzinger zelebriert, der wenige Tage später zum Nachfolger Johannes Pauls II. gewählt wurde . In seiner Predigt würdigte er das Leben und das Pontifikat Karol Wojtyłas. Die Exequien und das Heraustragen des Sarges wurden von Akklamationen der Pilger begleitet. Sprechchöre und Spruchbänder zahlreicher Pilger forderten die sofortige Heiligsprechung Johannes Pauls II. Es war eine der größten kirchlichen Begräbnisfeiern in der Geschichte des Christentums. Johannes Paul II. wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Papstgruft des Petersdoms an der Stelle beigesetzt, die bis zu dessen Umbettung 2001 Grabstätte Johannes XXIII. gewesen war. Vor und nach dem Tod Johannes Pauls II. hatte es Gerüchte gegeben, der Papst wolle in seiner polnischen Heimat beigesetzt werden. Auch über die Überführung seines Herzens nach Polen wurde spekuliert. Die Entscheidung über die Bestattungsumstände überließ er in seinem Testament jedoch dem Kardinalskollegium, das sich für die Beisetzung in Rom entschied. Wenige Wochen nach dem Tod des Papstes, am 13. Mai 2005, dem Jahrestag des Attentats von 1981, gab Papst Benedikt XVI. die Absicht bekannt, den Seligsprechungsprozess baldmöglichst einzuleiten. Er setzte für diese Entscheidung die kirchenrechtlichen Bestimmungen außer Kraft, nach denen dieser Prozess frühestens fünf Jahre nach dem Tod des Betreffenden eröffnet werden soll. So war es möglich, den Prozess bereits am 28. Juni 2005 in der Vesper zum Hochfest Petrus und Paulus in der Lateranbasilika zu eröffnen. Für die Durchführung des Seligsprechungsprozesses war die Diözese Rom verantwortlich. Kurz vor dem ersten Todestag beendete das Krakauer Tribunal seine Untersuchungen über das Leben des Papstes bis zu seiner Wahl. Anschließend begann ein Tribunal in Rom mit der Aufarbeitung seines Pontifikats. Als das für die Seligsprechung erforderliche Wunder kam die Spontanheilung der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre von der Parkinson-Krankheit in Frage. Der auf diözesaner Ebene ablaufende Teil des Seligsprechungsprozesses wurde am 2. April 2007 in der Lateranbasilika abgeschlossen. Die dabei gesammelten Dokumente wurden von der vatikanischen Kommission ausgewertet, insbesondere wurde das angebliche Wunder auf seine Glaubwürdigkeit überprüft. Am 19. Dezember 2009 wurde ihm der Ehrentitel „Ehrwürdiger Diener Gottes“ zuerkannt, der als Vorstufe zur Seligsprechung gilt. Hierdurch wurde sein heroischer Tugendgrad festgestellt. Der Seligsprechungsprozess geriet 2010 ins Stocken. Die nahe und freundschaftliche Verbindung des Papstes zum nachweislich pädokriminellen Marcial Maciel, dem Ordensgründer der Legionäre Christi, wurden zum Hindernis des Verfahrens, wie Berichte der internationalen Presse darlegten. Demnach habe Papst Johannes Paul II. den Ordensmann noch gelobt und gefördert, als dessen sexuelle Übergriffe an Kindern bereits bekannt gewesen sein sollen. Am 1. Mai 2011 sprach sein Nachfolger Papst Benedikt XVI. bei einem Pontifikalamt auf dem Petersplatz Papst Johannes Paul II. selig und nahm ihn in das Verzeichnis der Heiligen und Seligen auf. Nach dem Seligsprechungsritus brachten zwei Ordensschwestern, eine davon Marie Simon-Pierre, deren Heilung von der Parkinson-Krankheit im Seligsprechungsprozess als Wunder auf die Fürsprache des Seligen anerkannt worden war, ein Reliquiar mit einer Ampulle, die etwas Blut von Johannes Paul II. enthält, zum Altar. Unter den hunderttausenden Menschen auf dem Petersplatz waren etwa 90 hochrangige Delegationen aus aller Welt, darunter zahlreiche Staatspräsidenten, sowie Vertreter von Königshäusern. Pilger, die auf dem Petersplatz keinen Platz mehr fanden, verfolgten die Seligsprechung auf Großleinwänden in der italienischen Hauptstadt. Insgesamt kamen etwa 1,5 Millionen Pilger nach Rom. Bereits vor der Messfeier war der Sarg Johannes Pauls II. vor der Confessio im Petersdom aufgebahrt worden. Papst Benedikt XVI. betete dort nach dem Gottesdienst für kurze Zeit, danach hatten die Gläubigen Gelegenheit, am Sarg vorbeizudefilieren. Bis zum Abend des 2. Mai 2011 zählte man 350.000 Menschen, die den Sarg besucht hatten. Der schlichte Holzsarg mit den sterblichen Überresten Papst Johannes Pauls II. wurde anschließend in einer kurzen Zeremonie in der Sankt-Sebastianus-Kapelle im rechten Seitenschiff des Petersdoms beigesetzt. Als nichtgebotener Gedenktag in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche wurde der 22. Oktober, der Tag seiner Inthronisation im Jahre 1978, festgesetzt. Am 5. Juli 2013 teilte der Heilige Stuhl mit, dass Papst Franziskus das für eine Heiligsprechung erforderliche zweite Wunder durch ein Dekret anerkannt habe. Dabei handelt es sich um die Genesung der Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica, die am Tag der Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. von einem Aneurysma im Gehirn geheilt wurde. Am 27. April 2014, dem Barmherzigkeitssonntag, wurde Johannes Paul II. zusammen mit einem seiner Vorgänger im Papstamt, Johannes XXIII., von Papst Franziskus heiliggesprochen. An der Zeremonie auf dem Petersplatz nahm in Anwesenheit von rund einer Million Menschen neben vielen Kardinälen, Bischöfen und Priestern auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. teil. Der Kürze und dem Erfolg der Prozesse kam die 1983 erfolgte Abschaffung des Advocatus Diaboli, das weitgehende Stillschweigen über seine Theologie des Leibes und auch die weitgehende Geheimhaltung der engen Freundschaft des Papstes mit Anna-Teresa Tymieniecka zugute. Postulator des Verfahrens war von 2005 bis 2014 der polnische Priester und Kirchenrechtler Sławomir Oder. Die Seligsprechung wird von Vertretern von Opfern kirchlichen sexuellen Missbrauchs wie SNAP und netzwerkB kritisiert. Norbert Denef äußerte zur Seligsprechung: „Nicht nur für mich persönlich, sondern weltweit für viele Opfer, die als Mädchen und Jungen in der Amtszeit Papst Johannes Pauls II. missbraucht wurden, ist diese Seligsprechung Salz in ihren tiefen, noch immer frischen Wunden. Auch während seines Pontifikats wurden Verbrechen nicht nur in Deutschland, sondern in vielen anderen Ländern, darunter den Vereinigten Staaten und Mexiko, vertuscht und verschwiegen. Anstatt einen toten Papst seligzusprechen, sollte die Kirche den Opfern helfen.“ Im November 2020 erneuerte ein Bericht in der New York Times die Vorwürfe in diesem Zusammenhang, wobei konkret auf das Verhalten Johannes Paul II. im Falle von Theodore Edgar McCarrick hingewiesen wurde. So habe er diesem den Aufstieg bis zum Kardinal ermöglicht, obwohl er von hohen Kirchenfunktionären in seinem Umfeld davor gewarnt wurde, weil zu McCarrick die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs nicht verstummten. Im Juni 2018 wurde dieser schließlich von Papst Franziskus vom Priesteramt suspendiert und bald darauf laisiert. Verteidiger des Papstes geben zu Bedenken, dass Johannes Paul II. in gutem Glauben gehandelt habe und wie viele andere auch von McCarrick getäuscht worden sei. Außerdem seien Heilige nicht frei von Fehlern in ihrem Urteil. Hans Küng warf ihm vor, in innerkirchlichen Angelegenheiten „die Menschenrechte von Frauen und Theologen unterdrückt“ zu haben; „der zwiespältigste Papst des 20. Jahrhunderts“ tauge nicht als Vorbild. Bernard Fellay von der Priesterbruderschaft St. Pius X. und andere Konservative kritisieren vor allem die „ärgerniserregendsten“ Unternehmungen Johannes Pauls II. wie das „Küssen des Korans“ am 14. Mai 1999 und seine „zahlreichen Zeremonien der Vergebungsbitte“ wie das Mea culpa vom 12. März 2000. Robert Leicht kritisiert das Außerkraftsetzen der üblichen Fünfjahresfrist und äußert Kritik an dem zur Begründung herangezogenen Wunder. Der polnische Nachrichtensender TVN24, der dem US-amerikanischen Unternehmen Warner Bros. Discovery gehört, veröffentlichte am 7. März 2023 einen Bericht über Wojtyłas mutmaßliche Strafvereitelung zur Deckung von Kindesmissbrauch, als er Erzbischof von Krakau war. Die von der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ gestellte polnische Regierung bestellte daraufhin den US-Botschafter ein; der Sejm fasste mit der Mehrheit der PiS einen Beschluss, dem zufolge eine „medial schändliche Hetzjagd“ auf den „guten Namen“ des Papstes stattfinde. Weltweit finden sich Reliquien des Heiligen. In seinem Heimatland Polen wird Johannes Paul II. besonders verehrt. Neben Kirchenpatrozinien, wie etwa im polnischen Koschmiede, wurden auch zahlreiche Straßen und Plätze nach ihm benannt, unter anderem die Aleja Jana Pawła II in Warschau. Bełchatów erklärte ihn am 21. Oktober 2012 zum Schutzpatron der Stadt. Bis 2018 wurden in Polen etwa 700 Standbilder zum Gedenken an Johannes Paul II. errichtet, darunter in Częstochowa eine 14 Meter hohe Statue aus Fiberglas, die am 13. April 2013 gesegnet wurde. 2019 wurde in Warschau das Johannes-Paul-II.-und-Primas-Wyszynski-Museum eröffnet. Außerhalb von Polen wurde unter anderem der Flughafen Bari nach ihm benannt. Darüber hinaus trägt die Johannes-Paul-II.-Halbinsel auf der antarktischen Livingston-Insel seinen Namen. In Osttimor trägt einer der drei Seen von Tasitolu den Namen Laguna João Paulo. Ende Oktober 2019 unterbreitete die polnische Bischofskonferenz Papst Franziskus den Wunsch, den Heiligen zum Kirchenlehrer und Mitpatron Europas zu erheben. Dies solle aus Anlass seines hundertsten Geburtstags und des 15. Jahrestags seines Todes im Jahr 2020 erfolgen. Am 28. Oktober 2024, dem tschechischen Nationalfeiertag, wurde Papst Johannes Paul II. mit dem Tomáš-Garrigue-Masaryk-Orden erster Klasse in memoriam „für seine herausragenden Verdienste um die Entwicklung der Demokratie, der Humanität und der Menschenrechte“ ausgezeichnet. Das Leben von Johannes Paul II. wurde mehrfach verfilmt: 1950: Richard Coudenhove-Kalergi | 1951: Hendrik Brugmans | 1952: Alcide De Gasperi | 1953: Jean Monnet | 1954: Konrad Adenauer | 1956: Winston Churchill | 1957: Paul-Henri Spaak | 1958: Robert Schuman | 1959: George C. Marshall | 1960: Joseph Bech | 1961: Walter Hallstein | 1963: Edward Heath | 1964: Antonio Segni | 1966: Jens Otto Krag | 1967: Joseph Luns | 1969: Europäische Kommission | 1970: François Seydoux de Clausonne | 1972: Roy Jenkins | 1973: Salvador de Madariaga | 1976: Leo Tindemans | 1977: Walter Scheel | 1978: Konstantinos Karamanlis | 1979: Emilio Colombo | 1981: Simone Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Karl Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Henry Kissinger | 1988: François Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Gyula Horn | 1991: Václav Havel | 1992: Jacques Delors | 1993: Felipe González | 1994: Gro Harlem Brundtland | 1995: Franz Vranitzky | 1996: Beatrix | 1997: Roman Herzog | 1998: Bronisław Geremek | 1999: Tony Blair | 2000: Bill Clinton | 2001: György Konrád | 2002: Euro | 2003: Valéry Giscard d’Estaing | 2004: Pat Cox | 2004 Außerordentlicher Karlspreis: Johannes Paul II. | 2005: Carlo Azeglio Ciampi | 2006: Jean-Claude Juncker | 2007: Javier Solana | 2008: Angela Merkel | 2009: Andrea Riccardi | 2010: Donald Tusk | 2011: Jean-Claude Trichet | 2012: Wolfgang Schäuble | 2013: Dalia Grybauskaitė | 2014: Herman Van Rompuy | 2015: Martin Schulz | 2016: Franziskus | 2017: Timothy Garton Ash | 2018: Emmanuel Macron | 2019: António Guterres | 2020: Klaus Johannis | 2022: Maryja Kalesnikawa, Weranika Zepkala, Swjatlana Zichanouskaja | 2023: Ukrainisches Volk, Wolodymyr Selenskyj | 2024: Pinchas Goldschmidt, jüdische Gemeinschaften in Europa |
2024-12-02 02:21:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/William_A._Burwell | William Armisted Burwell war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1806 und 1821 vertrat er den Bundesstaat Virginia im US-Repräsentantenhaus. William Burwell studierte am College of William & Mary in Williamsburg. Im Jahr 1802 zog er in das Franklin County. Er war ein persönlicher Freund von Präsident Thomas Jefferson und wurde Mitglied der von diesem Ende der 1790er Jahre gegründeten Demokratisch-Republikanischen Partei. Zeitweise fungierte er als Privatsekretär Jeffersons. Zwischen 1804 und 1806 saß er im Abgeordnetenhaus von Virginia. Nach dem Rücktritt des Abgeordneten Christopher H. Clark wurde Burwell bei der fälligen Nachwahl für den 13. Sitz von Virginia als dessen Nachfolger in das US-Repräsentantenhaus in Washington gewählt, wo er am 1. Dezember 1806 sein neues Mandat antrat. Nach elf Wiederwahlen konnte er bis zu seinem Tod am 16. Februar 1821 im Kongress verbleiben. In diese Zeit fiel unter anderem der Britisch-Amerikanische Krieg von 1812. Seit 1813 vertrat er den 14. Wahlbezirk seines Staates. 1. Distrikt: A. White | Rutherford | D. Morgan | R. Page | J. Smith | J. Jackson | McKinley | T. Wilson | J. Jackson | Pindall | E. Jackson | T. Newton | Loyall | T. Newton | Loyall | Beirne | Banks | Mallory | Atkinson | Millson | T.H. Bayly | M. Garnett | Segar | Ayer | Critcher | Sener | Douglas | R. Beale | Garrison | Mayo | Garrison | Croxton | Browne | W.A. Jones | S.O. Bland | Robeson | Downing | Trible | Bateman | J. Davis | Wittman • 2. Distrikt: J. Brown | A. Moore | Holmes | Stephenson | Morrow | Stephenson | Baker | F. White | Tate | Colston | Van Swearingen | Stephenson | A. Smith | Trezvant | J.Y. Mason | J. Bouldin | Botts | Cary | Dromgoole | Meade | Millson | Platt | J. Goode | Dezendorf | Libbey | Bowden | Lawson | D. Tyler | Young | R. Wise | Young | R. Wise | Maynard | Holland | Deal | Lankford | Darden | Hamilton | Darden | W.R. Harris | Daughton | Hardy | Whitehurst | Pickett | Schrock | Drake | Nye | Rigell | Taylor | Luria | Kiggans • 3. Distrikt: A. Moore | Neville | G. Jackson | Machir | G. Jackson | J. Smith | H. Tucker | Williams | Archer | N. Claiborne | W. Coles | Beirne | J.W. Jones | W. Coles | Tredway | Flournoy | Averett | Caskie | DeJarnette | Porter | J.A. Smith | G. Walker | J. Johnston | G. Wise | Waddill | G. Wise | Ellett | Lamb | Montague | Satterfield | Gary | Satterfield III | Bliley | B. Scott 4. Distrikt: R. Lee | F. Preston | A. Trigg | Holmes | Swoope | McCoy | Alexander | J. Gholson | W. Coles | Craig | W. Coles | W. Goode | Hubard | Bocock | W. Goode | Pryor | Booker | Stowell | Jorgensen | Hooper | Brady | Gaines | E. Venable | Langston | J. Epes | McKenney | Thorp | S. Epes | Thorp | S. Epes | Lassiter | Southall | Lassiter | Turnbull | Watson | Drewry | Abbitt | R. Daniel | Sisisky | Forbes | McEachin | McClellan • 5. Distrikt: Madison | Hancock | J. Trigg | T. Lewis | A. Moore | A. Wilson | Breckinridge | Floyd | J. Randolph | Crump | J. Randolph | T. Bouldin | J. Randolph | T. Bouldin | J. Bouldin | Craig | Dromgoole | Craig | Hubard | J.W. Jones | Leake | Goggin | P. Powell | Bocock | Ridgway | Duke | A. Davis | Thomas | G. Cabell | J.R. Brown | Lester | Swanson | Saunders | James | Hooker | J. Whitehead | Burch | Stanley | Tuck | D. Daniel | Payne | V. Goode | Perriello | Hurt | Garrett | Riggleman | Good • 6. Distrikt: I. Coles | Venable | I. Coles | Clay | A. Trigg | Sheffey | Smyth | G. Tucker | Davenport | Dromgoole | J. Garland | Dromgoole | W. Coles | Gilmer | Goggin | Seddon | Botts | Holladay | P. Powell | Leake | Milnes | J. Harris | T. Whitehead | J. Tucker | J. Daniel | S. Hopkins | Edmunds | Otey | Glass | Woods | Woodrum | Almond | Burton | Poff | Butler | Olin | Goodlatte | Cline 7. Distrikt: J. Page | A. Venable | J. Randolph | J. Lewis | Caperton | B. Smith | W. Smith I | Leftwich | N. Claiborne | J. Garland | G. Hopkins | J. Garland | Goggin | H. Wise | T.H. Bayly | W. Smith II | Upton | McKenzie | Braxton | J. Harris | Paul | O’Ferrall | Turner | Hay | T. Harrison | Paul Jr. | T. Harrison | Garber | Fishburne | A. Robertson | B. Harrison | Marsh | Robinson | Slaughter | G. Allen | Bliley | Cantor | Brat | Spanberger • 8. Distrikt: J. Parker | T. Claiborne | S. Goode | T. Claiborne | W. Jones | Hungerford | Taliaferro | J. Lewis | Mercer | Bassett | Coke | H. Wise | G. Hopkins | Hunter | Goggin | H. Wise | W. Newton | Hunter | R. Beale | Seddon | Caskie | Faulkner | Boteler | Gibson | Terry | Hunton | J. Barbour Jr. | W. Lee | Meredith | Rixey | Carlin | R.W. Moore | H. Smith | W. Scott | Parris | H. Harris | Parris | Moran | Beyer • 9. Distrikt: T. Bland | Giles | Eggleston | Giles | P. Thompson | Love | Hawes | Hungerford | Ball | Stephenson | Stevenson | W.P. Taylor | J.W. Jones | Johnson II | Hill | Hunter | Chilton | Pendleton | Morton | J. Strother | Letcher | J. Harris | R. Bowen | Terry | Pridemore | Richmond | Fulkerson | H. Bowen | C. Trigg | H. Bowen | Buchanan | J.W. Marshall | J. Walker | Rhea | C. Slemp | C.B. Slemp | Peery | Shaffer | Flannagan | Fugate | Wampler | Jennings | Wampler | Boucher | Griffith 10. Distrikt: S. Griffin | C. Harrison | E. Gray | Dawson | Hawes | G. Strother | T. Moore | W. Rives | Gordon | Chinn | Johnson II | J.W. Jones | Holleman | Mallory | Taliaferro | W. Lucas | Bedinger | R. Parker | Faulkner | Kidwell | Clemens | W. Brown | J. Wise | J. Tucker | Yost | H. Tucker III | Yost | Quarles | H. Flood | H. Tucker III | J. Flood | Broyhill | Fisher | Wolf | Comstock | Wexton • 11. Distrikt: J. Parker | T. Newton | New | J. Garnett | J. Roane | Dawson | P. Barbour | R. Taylor | P. Barbour | Patton | Stevenson | J. Robertson | Loyall | Mallory | G. Hopkins | Botts | W. Taylor | McDowell | Letcher | Snodgrass | C. Lewis | Carlile | Jenkins | Carlile | Blair | Byrne | T. Davis | Connolly • 12. Distrikt: J. Page | Evans | Stratton | T. Griffin | Bassett | J. Roane | W. Roane | R. Garnett | J. Roane | J.J. Roane | Gordon | E. Lucas | J.M. Mason | Hunter | Gilmer | Chapman | W. Preston | Edmundson | Whaley • 13. Distrikt: S. Griffin | Clopton | J. Marshall | Tazewell | Clopton | J. Trigg | Clark | Burwell | T.M. Bayly | Bassett | S. Parker | Bassett | Ball | Taliaferro | Chinn | Patton | J.Y. Mason | Mercer | Johnson II | Banks | W. Smith II | G. Hopkins | A. Fulton | McMullen | G. Hopkins | Martin • 14. Distrikt: F. Walker | S. Cabell | Clay | Burwell | Leftwich | Mercer | McComas | W. Morgan | J.W. Jones | C. Powell | Summers | Johnson II | R. Thompson | J. Beale 15. Distrikt: Madison | Dawson | J. Randolph | Kerr | Clay | Kerr | W. Lewis | G. Tucker | J. Barbour | E. Lucas | Mercer | Patton | Banks | W. Lucas | Barton | Steenrod | W. Brown | Newman | Haymond | G. Thompson | Clemens • 16. Distrikt: New | Eppes | Pleasants | Eppes | J. Randolph | Austin | J. Randolph | Stevenson | Armstrong | J. Beale | W. Morgan | Pennybacker | Mercer | McCarty | W.A. Harris • 17. Distrikt: R. Lee | Brent | L. Powell | Brent | T. Claiborne | J. Claiborne | T. Gholson | Pleasants | Archer | Williams | A. Powell | R. Allen | S. Moore | Patton | F. Rives | A.H. Stuart • 18. Distrikt: J. Nicholas | P. Thompson | Goodwyn | T. Gholson | T. Nelson | Alexander | Johnson II | Leffler | Doddridge | Johnson II | J. Fulton | J. Roane | J. Robertson | Samuels | G. Hopkins • 19. Distrikt: Heath | W. Jones | H. Lee | Taliaferro | E. Gray | Goodwyn | Pegram | J. Jones | McCoy | McComas | J. Robertson | A. Stuart | Steenrod | Summers • 20. Distrikt: T. Newton | Johnson I | J. Gray | A. Smith | Floyd | Craig | J. Allen | Taliaferro | Hays • 21. Distrikt: T. Randolph | W. Nicholas | D. Garland | H. Nelson | T. Newton | W. Smith I | Maxwell | E. Wilson | H. Wise | Steenrod • 22. Distrikt: Clopton | H. Nelson | Smyth | Estil | Smyth | Draper | C. Johnston | Draper • 23. Distrikt: Clopton | J. Tyler | Stevenson |
2024-12-03 15:14:22 | https://de.wikipedia.org/wiki/JIT-Compiler | Just-in-time-Kompilierung ist ein Verfahren aus der praktischen Informatik, um Programme zur Laufzeit in Maschinencode zu übersetzen. Ziel ist es dabei, die Ausführungsgeschwindigkeit gegenüber einem Interpreter zu steigern. JIT-Compiler kommen meist im Rahmen einer virtuellen Maschine zum Einsatz, wo Plattform-unabhängiger Bytecode ausgeführt werden soll. Just in time bedeutet in diesem Kontext „termingerecht“, „bei Bedarf“ . Software wird heutzutage in einer Vielzahl unterschiedlicher Programmiersprachen geschrieben. Viele dieser Programmiersprachen werden typischerweise nicht vor ihrer Ausführung zu Maschinencode kompiliert, sondern stattdessen durch eine virtuelle Maschine ausgeführt. Gründe dafür sind beispielsweise Plattformunabhängigkeit oder die dynamische Natur der Programmiersprache. Einige Beispiele für solche Programmiersprachen sind JavaScript und Python. Die Ausführungsgeschwindigkeit der VM ist im Vergleich zu nativ kompilierten Programmen, die aus direkt durch den Prozessor ausführbaren Instruktionen bestehen, potentiell geringer. Durch Just-in-time-Kompilierung versucht man, diesen Nachteil auszugleichen. Es ist allerdings auch möglich, den Maschinencode kompilierter Programme zur Laufzeit zu modifizieren oder auch zu optimieren, was ebenfalls eine Form von Just-in-time-Kompilierung ist. Ein Just-in-time-Compiler unterscheidet sich von Ahead-of-time-Compilern durch den Zeitpunkt, zu welchem die Übersetzung durchgeführt wird: Außerdem haben AOT-Compiler und JIT-Compiler typischerweise verschiedene Optimierungsmöglichkeiten. Einige Sprachen wie z. B. C, C++ oder Fortran eignen sich besonders für die Ahead-of-time-Kompilierung , während sich andere, dynamischere Sprachen wie Python oder JavaScript nur schwer „ahead-of-time“ zu effizientem Maschinencode kompilieren lassen. Für solche Sprachen eignet sich daher ein JIT-Compiler, da er zur Laufzeit Informationen über das ausgeführte Programm sammeln und nutzen kann. Die generelle Funktionsweise eines JIT-Compilers ist es, zur Laufzeit des Programms lauffähigen Maschinencode zu erzeugen. Da die Kompilierung während der Ausführung des Programms durchgeführt wird, kann sie nicht beliebig aufwendig sein, da dies sonst die Ausführungsgeschwindigkeit des eigentlichen Programms merklich beeinträchtigen könnte. Daher beschränkt man sich meist auf häufig ausgeführte Programmteile. Diese sind typischerweise für den Großteil der Ausführungszeit des Programms verantwortlich, weshalb sich deren Kompilation und Optimierung besonders lohnt. Die Aufgabe des JIT-Compilers ist es, diese Programmteile zu identifizieren, zu optimieren und anschließend in Maschinencode zu übersetzen, welcher vom Prozessor direkt ausgeführt werden kann. Der erzeugte Code wird meist zwischengespeichert, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt der Programmausführung wiederverwenden zu können. Für die Implementierung eines JIT-Compilers bieten sich zwei gängige Verfahren an: Ein Methoden-JIT übersetzt komplette Funktionen bzw. Methoden des Programms zur Laufzeit. Man nutzt hierbei die Information über den Aufrufkontext der Funktionen bzw. Methoden aus, z. B. ist zur Laufzeit bekannt, welche Typen die übergebenen Parameter haben. Tracing-JITs basieren auf der Annahme, dass Programme den Großteil ihrer Zeit in Schleifen verbringen. Daher versucht ein Tracing-JIT, häufig ausgeführte Pfade in Schleifen zu identifizieren. Die Folge der Operationen, aus denen sich diese Ausführungspfade zusammensetzen, werden auch Traces genannt. Nach ihrer Identifikation werden Traces typischerweise noch optimiert und anschließend in Maschinencode übersetzt. JIT-Compiler haben, ähnlich wie AOT-Compiler, die Möglichkeit, den erzeugten Maschinencode auf verschiedene Weisen zu optimieren. Da die Just-in-time-Kompilierung gleichzeitig mit der Programmausführung stattfindet, stehen einem JIT-Compiler allerdings tendenziell weniger Ressourcen zur Verfügung als einem AOT-Compiler. Zu den potentiellen Optimierungen zählen unter anderem: Da einem JIT-Compiler zusätzlich Laufzeit-Informationen zur Verfügung stehen, kann er Closed-World-Annahmen treffen. Daher ergeben sich gegenüber dem AOT-Compiler noch weitere Optimierungsmöglichkeiten: Ein JIT-Compiler kann auch dynamische Optimierungen erkennen und durchführen. Die Idee der Generierung von Maschinencode zur Laufzeit des Programms existiert schon seit den 1960er Jahren. Die verschiedenen Ansätze reichen von der Kompilierung von regulären Ausdrücken über das Erzeugen von Maschinencode für dynamische Sprachen bis hin zur automatischen Generierung von JIT-Compilern. In den 1980er Jahren arbeiteten Peter Deutsch und Allan Schiffman an einer effizienteren Implementierung für die Sprache Smalltalk-80. In ihrer Publikation „Efficient Implementation of the Smalltalk-80 System“ wird das Erzeugen, Verwenden und Vorhalten von „n-code“ zur Laufzeit beschrieben. Ihre Arbeit zeigte, dass es möglich ist, auch hochdynamischen reflexiven Code in Maschinensprache zu übersetzen. Mitte der 1980er Jahre entwarfen David Ungar und Randall Smith SELF, eine prototyp-basierte dynamische Programmiersprache mit starkem Smalltalk-80-Einfluss. Unter Verwendung verschiedener Optimierungstechniken wie „Maps“ und „Message Inlining/Message Splitting“ erreichten sie in einigen Benchmarks in etwa die Hälfte der Geschwindigkeit von optimiertem C. 1999 wurde HotSpot veröffentlicht, eine virtuelle Maschine für Java mit eingebautem Methoden JIT-Compiler. Der Name rührt von der Tatsache her, dass sie häufig ausgeführten Code erkennt und optimiert. JIT-Compiler werden unter anderem in Webbrowsern eingesetzt, um die Ausführung von JavaScript zu beschleunigen. Beispiele sind Jaeger- bzw. IonMonkey in Mozilla Firefox oder V8 in Google Chrome. |
2024-12-02 09:39:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Germanisches_Becken | Das Germanische Becken war ein großes Sedimentationsgebiet in West- und Mitteleuropa, das sich im Perm und in der Trias von England im Westen bis an die Ostgrenze Polens erstreckte. Im Süden wurde es vom Vindelizischen Land und im Westen und Nordwesten vom Brabanter, Armorikanischem und London-Massiv begrenzt. Im Norden wurde das Becken von den Hochgebieten in Irland und Schottland begrenzt, die damals noch mit dem Nordamerikanischen Kontinent zusammenhingen. Im Osten wurde das Becken von der Osteuropäischen Tafel, im Nordosten vom Fennoskandischen Schild abgeschlossen. Die Sedimentation begann im Rotliegend mit kontinentalen Ablagerungen. Später im Zechstein und Muschelkalk wurde das Gebiet weitgehend überflutet und bildete ein Epikontinentalmeer . Buntsandstein und Keuper sind wieder überwiegend kontinental geprägt. Aber auch im Buntsandstein und Keuper sind die Randbereiche marin beeinflusst, kurzzeitige Meeresvorstöße erreichten auch das Beckenzentrum in Norddeutschland. Im Zechstein drang das Meer von Norden vom Arktischen Ozean in das Becken. Diese Pforte schloss sich noch im obersten Perm. In der Trias erfolgten diese Meeresvorstöße durch einige „Pforten“ im Süden des Beckens, z. B. die Ostkarpatenpforte , die Schlesische Pforte und die Burgundische Pforte . Im Rhaetium bildeten sich neue Einlässe im Nordwesten des Beckens durch die früheren Hochländer in Irland und Schottland, die von dem sich nun öffnenden Atlantik ausgingen. Die Beckenbildung ging auf Dehnung der Erdkruste im Perm zurück, als die Tethys von Osten in den Urkontinent Pangaea vordrang. Im Rotliegenden erfolgte die Ablagerung zunächst in einzelnen Trögen innerhalb des Beckens. Später im Zechstein wurde das gesamte Gebiet überflutet und es lagerten sich mächtige Salinarfolgen ab. In der Trias erweiterte sich das Becken nach Süden und Westen. Die permisch-triassischen Sedimente im Germanischen Becken sind teilweise bis über 2000 m mächtig und nehmen einen Zeitraum von rund 100 Millionen Jahren ein. |
2024-12-04 07:36:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndnadelpatrone | Die Zündnadelpatrone ist eine von Johann Nikolaus von Dreyse in Verbindung mit dem preußischen Zündnadelgewehr entwickelte Einheitspapierpatrone mit Schwarzpulverladung. Sie war eine der ersten serienmäßig hergestellten Einheitspatronen, d. h., sie wurde im Gegensatz zur Munition für Vorderlader als Ganzes geladen. Sie wurde dreimal modifiziert/verbessert, aber schließlich von der Metallpatrone verdrängt. Von der klassischen Zündnadelpatrone unterschieden werden muss die Patrone für das französische Chassepotgewehr. Die Patronen enthielten 4,6 bis 4,9 g Schwarzpulver, entsprechend etwa 16 % des Geschossgewichtes. Die Patronen hatten ein Kaliber von 15,43 mm bei 61 mm Länge. Das Patronengewicht betrug 38,5 g . Bei der Patrone n/A wurde das Geschosskaliber auf 12 mm reduziert und damit das Geschoss um etwa 9 g erleichtert . Die Patrone enthielt ein Unterkalibergeschoss mit Treibspiegel aus Pappe. Dies hatte folgende Vorteile: Dem stand der Nachteil gegenüber, dass die Trennung von Treibspiegel und Geschoss nicht völlig zuverlässig funktionierte , was die ballistischen Eigenschaften beeinträchtigte. Die Zündpille war in den Boden des Treibspiegels eingelassen und lag somit vor der Ladung anstatt dahinter. Dadurch war die Patrone extrem handhabungssicher, da der Zündsatz vor mechanischer oder chemischer Einwirkung von außen geschützt war . Dreyse versprach sich hiervon zusätzlich eine verbesserte Verbrennung der Treibladung. Nachteil dieser Platzierung war die Notwendigkeit, dass der Schlagbolzen zuerst die Pulverladung durchschlagen musste und dann den korrosiven Pulvergasen direkt ausgesetzt war. In der Testphase wurde eine einfache Pistolenkugel in den Treibspiegel eingepresst. Fehlerhafte Überlegungen zur Aerodynamik führten bei der Serieneinführung zum Ersatz der Kugel durch ein eichelförmiges Projektil. Die Pressung wurde durch eine Klebung ersetzt. Die unbefriedigenden ballistischen Eigenschaften führten zum Ersatz durch ein „Langblei“ – ein Projektil in Form eines langgestreckten Tropfens mit gekapptem Hinterende . Im Rahmen der Aptierung nach Beck wurde am Patronenboden eine gewachste Tuchscheibe eingefügt, welche die Belastung des Schlagbolzens und ein Eindringen von Verbrennungsrückstanden in das Nadelrohr verminderte . Diese nicht verbrennende Scheibe wurde mit dem nächsten Schuss ausgetrieben. Die Patrone ist ein typisches Beispiel für die Dreyseschen auf Mehrzweck und Sicherheit ausgerichteten Entwicklungen: Die Einzelteile der Konstruktion erfüllten mehrere Zwecke gleichzeitig. Die ballistischen Leistungen waren infolge der sicherheitsbedingt geringen Ladung nur mäßig, genügten aber lange Zeit den taktischen Anforderungen, zumal durch die Verwendung in Verbindung mit dem Hinterladergewehr wesentlich höhere Feuerraten und Nachladen im Liegen möglich waren. Die Benutzung einer mitverbrennenden Papierhülse hatte den Vorteil, dass kein Patronenauszieher erforderlich war. Außerdem war sie leichter, billiger und zuverlässiger herzustellen als zeitgenössische Modelle aus Metall. Den Ausschlag zu ihrer letztlichen Ablösung gab die Unmöglichkeit, eine sichere Abdichtung allein durch das Bodenstück des Gewehrs zu gewährleisten. |
2024-11-29 09:53:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Geschiebe | Als Geschiebe bezeichnet man in den Geowissenschaften das Gesteinsmaterial, das von einem Gletscher transportiert worden ist. In der Limnologie und im Wasserbau versteht man unter Geschiebe die von einem Fließgewässer an seinem Grund transportierten Feststoffe, nicht jedoch die in der Wassersäule schwebenden. In der Geologie und der Geographie ist die Definition des Geschiebes beschränkt auf glazigene Sedimente. Das von Gletschern abgelagerte Gesteinsmaterial bildet im unverfestigten Zustand Geschiebemergel und -lehm oder, zu Festgestein umgewandelt, Tillite. Das gröbere Material innerhalb dieser Ablagerungen wird als Geschiebe bezeichnet. Es weist infolge des Eistransports vielfach charakteristische Schrammen auf und wird dann gekritztes Geschiebe genannt. Vom Gletscher transportiertes Geschiebe ist meist nur kantengerundet. Große Geschiebe bezeichnet man als Findlinge. Die Geschiebekunde befasst sich intensiv mit dem einzelnen Gestein, dessen Entstehungs- und Herkunftsgeschichte. Dabei unterscheidet sie zwischen Sedimentärgeschieben und Kristallingeschieben . Bei Findlingen nordeuropäischer Herkunft handelt es sich meist um magmatische Gesteine, wie Granit, oder um metamorphe Gesteine. Sedimentgesteine sind, auch auf Grund geringerer Widerständigkeit, deutlich seltener. Geschiebe von Gesteinstypen, die unverwechselbare Merkmale aufweisen und in Skandinavien nur in einer Gegend vorkommen, bezeichnet man als „Leitgeschiebe“. Typische Gesteine sind: Im nördlichen Mitteleuropa stammen fast alle Geschiebearten aus Skandinavien oder dem Ostseebecken, da in Norddeutschland, Dänemark oder Nordpolen Festgesteine nur in wenigen, kleinen Arealen an der Oberfläche ausstreichen. Geschiebe aus diesen Vorkommen findet man vorwiegend in der Nähe des Anstehenden. Solche sogenannten Lokalgeschiebe sind das Holsteiner Gestein, der Sternberger Kuchen oder das Heiligenhafener Gestein. An der Erdoberfläche liegende Geschiebe wurden durch vom Wind verdrifteten Sand geschliffen. Es bildeten sich die charakteristischen Windkanter, besonders zahlreich im Altmoränenland. Eine besondere Kategorie innerhalb der Geschiebe bilden die Leitgeschiebe, deren Herkunftsgebiet eng begrenzt und genau bekannt ist. Sie erlauben dadurch Rückschlüsse auf den vom Eis zurückgelegten Weg. Typische Leitgeschiebe für das nördliche Mitteleuropa stammen aus Skandinavien, z. B. die Rhomben-Porphyre aus dem Gebiet um Oslo oder der Åland-Rapakiwi von den Ålandinseln in der Ostsee. In den Alpen ist z. B. der Julier-Granit ein Leitgeschiebe für den im Eiszeitalter auch über das heutige Einzugsgebiet hinaus geströmten Inngletscher . Die aus skandinavischen Sedimentärgeschieben geborgenen Fossilien entstammen meist Schichtfolgen, die in Deutschland nicht aufgeschlossen sind. Sie sind daher auch für Sammler wertvoll. Dazu gehören Trilobiten, Brachiopoden und Orthoceraten aus Gesteinen des Erdaltertums. Viele fossile Arten sind bisher allein aus Geschieben bekannt, darunter das berühmte Xenusion aus dem Unterkambrium. Glaziale Geschiebe werden im nördlichen Mitteleuropa von alters her als Baustein verwendet. Ihre Nutzung begann in prähistorischer Zeit mit der Errichtung der Hünengräber. Im Mittelalter wurden zahlreiche Kirchen, aber auch Profanbauten aus Geschieben errichtet. In der Neuzeit verwendete man sie zur Pflasterung der Straßen. Aktuell sind Geschiebe im Garten- und Landschaftsbau beliebt. Seit 1990 entstanden zudem zahlreiche Geschiebegärten, in denen sehenswerte Geschiebe öffentlich ausgestellt sind. In der ökologischen Gewässerkunde und im Wasserbau werden durch Strömung transportierte Feststoffe, die sich gleitend, rollend oder springend auf der Gewässersohle bewegen, als Geschiebe oder Schleppfracht bezeichnet. Der Begriff bezieht sich vor allem – nicht ausschließlich – auf solche fluvialen Sedimente, die sich aktuell im Transportprozess befinden oder die nur vorübergehend zur Ruhe gekommen sind. Dabei wird mit dem Begriff Geschiebetrieb die Geschiebemasse bezeichnet, die pro Sekunde in einem ein Meter breiten Gewässerabschnitt transportiert wird (in k g m ⋅ s {\displaystyle \textstyle {\frac {kg}{m\cdot s}}} ). Der in der Bedeutung ähnliche geowissenschaftliche Begriff Schotter bezieht sich dagegen mehr – ebenfalls nicht ausschließlich – auf dauerhaft abgelagertes fluviales Sediment. Die Sedimentfracht eines Flusses besteht neben dem Geschiebe aus der schwebend transportierten Suspensionsfracht und der Lösungsfracht. Die Korngröße, die die Grenze der sohlennahen Schwebfracht zum Geschiebe darstellt, ist von der Strömungsgeschwindigkeit an der Gewässersohle abhängig, die wiederum bestimmte Kräfteverhältnisse von Schwerkraft und Massenträgheit mit sich bringt. Es hat sich gezeigt, dass die Froudesche Zahl, die diese Verhältnisse beschreibt, annähernd die Grenze beschreibt, ab der ein Korn sich wie Geschiebe verhält oder vom Wasser schwebend mitgeführt wird . Durch die gegenseitige Reibung der Gerölle sind Flussgeschiebe gut bis sehr gut gerundet und werden flussabwärts korngrößenmäßig immer kleiner. |
2024-12-02 10:57:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinheubach | Kleinheubach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Die Gemeinde liegt zwischen Spessart und Odenwald im Maintal am Westufer des Mains gegenüber von Großheubach. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 418 m ü. NHN am Gipfel des Berges „Auf der Höhe“, westlich von Kleinheubach, der niedrigste liegt im Main auf 120,5 m ü. NHN. Die Gemarkung umfasst 949 Hektar; außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Gemeindeteile. Vom Gemeindegebiet sind 497 Hektar Wald , 169 Hektar Landwirtschaftsfläche und 239 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche . Diese Angaben entsprechen dem Stand Ende Dezember 2022. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche ist seit 1980 von 15,7 % auf 25,2 % gestiegen. Mit den Nachbargemeinden Laudenbach und Rüdenau bildet Kleinheubach seit 1976 freiwillig eine Verwaltungsgemeinschaft. Am gegenüberliegenden, östlichen Mainufer liegt Großheubach. Im Süden und Südosten grenzt Kleinheubach an die Kreisstadt Miltenberg an. Gemeinsam mit Großheubach bildet Kleinheubach seit Mai 2010 ein Unterzentrum, das so genannte Doppelzentrum Heubach. Seinen Namen hat Kleinheubach vom Heubach, welcher dem Main in Großheubach zufließt. Der Zusatz Klein sollte den Ort vom gleichnamigen Ort auf der gegenüberliegenden Mainseite unterscheiden. Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: Grabungsfunde aus der Altsteinzeit im benachbarten Großheubach belegen eine Besiedlung der Gegend in früher Zeit. In Kleinheubach wurden Begräbnisstätten der Urnenfelderkultur gefunden. Reste einer Villa rustica und des nahegelegenen römischen Kastells Miltenberg-Altstadt zeigen Besiedelung in römischer Zeit. Kleinheubach lag an der alten Geleitstraße Nürnberg–Frankfurt. Eine Furt durch den Main ermöglichte einen Anschluss an den Eselsweg von Großheubach nach Schlüchtern. Ob es sich bei dem in einer Urkunde aus dem Jahr 877 erwähnten "Heydebah" um Kleinheubach handelt, ist umstritten. Kleinheubach war die Nachbarsiedlung der Stadt Wallhausen, die bis 1247 bestand. Wallhausen war auf den Ruinen des Römerkastells Altstadt an der heutigen Grenze von Kleinheubach und Miltenberg entstanden, nachdem die Franken im 3. Jahrhundert nach dem Alemannensturm das Maintal erobert hatten. Mit dem Untergang Wallhausens begann der wirtschaftliche und politische Aufstieg von Kleinheubach. Der Ort war Königsgut und wurde von Pfalzgrafen verwaltet. Die Grafen von Rieneck erhielten Kleinheubach als Lehen. Die Anfänge der Herrschaft der Rienecker sind nicht belegt, die erste urkundlich beglaubigte Notiz über die Herrschaft der Rienecker stammt aus dem Jahr 1229. Die Rienecker sicherten ihre Herrschaft mit einem „festen Haus“ am Kirchhof in Kleinheubach. Dieses wich 1874 dem Neubau der Schule . 1455 erfolgte der Bau der Kirche, auf einem Vorgängerbau, von der noch der Kirchturm mit Fresken erhalten ist. Graf Philipp III. von Rieneck führte 1556 in Kleinheubach die Reformation ein. Da die umliegenden Gebiete zum Herrschaftsgebiet des Kurfürstentum Mainz gehörten, war Kleinheubach über Jahrhunderte eine evangelische Enklave in katholischer Umgebung. Durch Erbfolge wurden die Grafen von Erbach 1559 neue Lehensherren. Diese bauten in Kleinheubach ihren Wohnsitz, die Georgenburg. Kleinheubach war ab 1560 Sitz eines Zentgerichts der Grafen von Erbach. Auf einer Anhöhe über dem Main wurde 1561 ein Galgen errichtet, unter dem 1619 erstmals eine Hexenhinrichtung vollzogen wurde. Eine der ursprünglich drei Steinsäulen dieses Galgens steht heute noch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kleinheubach durch einen Großbrand am 24. April 1627 zerstört. Plündernde Soldaten hatten Feuer gelegt. Das Rathaus und 40 Wohnhäuser brannten ab. Zeitweise war der Ort beinahe unbewohnt. Die Welle der Hexenverfolgungen in Europa am Anfang des 17. Jahrhunderts ergriff auch Kleinheubach. Den Prozessen voraus geht eine Eingabe einer großen Zahl von Kleinheubacher Bürgern am 18. Juli 1591 an den Grafen von Erbach mit der Bitte „man möge mit scharfem Ernst wider diese Unholde vorgehen, die hie und wieder groß Jammer am Mensch und Vieh und auch groß Verderbnis an Frucht und Weinbau gestiftet haben.“ In Kleinheubach sind in der Zeit von 1617 bis 1631 insgesamt 81 Anklagen mit dem Vorwurf der Hexerei belegt. Von diesen 81 Personen sind nachweislich 45 hingerichtet worden. 11 Personen konnten fliehen, 4 sind im Gefängnis gestorben, 7 wurden begnadigt, weitere 11 Personen sind in den Akten als hingerichtete bzw. verbrannt vermerkt ohne nähere Angaben. 49 der Angeklagten waren Frauen, 32 Männer. Die Gerichtsbarkeit lag beim Landesherren, dem Grafen von Erbach, vertreten durch den gräflichen Amtmann. Die Angeklagten wurden nach ihrer Verhaftung ins örtliche Gefängnis, dem „Bürgergewahrsam“ gebracht. In der Regel erstreckten sich die Prozesse über mehrere Gerichtstage. Gerichtsplatz und Bürgergewahrsam befanden sich in der Marktstraße, am Ort der heutigen Alten Schule. Hinrichtungen fanden am Galgen, zwischen Kleinheubach und Laudenbach statt. Höhepunkt der Hexenprozesse in Kleinheubach waren die Jahre 1628 und 1629 mit insgesamt 44 Hinrichtungen. Historischer Hintergrund der Hexenprozesse in Kleinheubach ist der Dreißigjährige Krieg, welcher in der Gegend schwere Verwüstungen anrichtete. Im Jahr 1627 wurde Kleinheubach durch abziehende Soldaten bei einem Großbrand fast vollkommen zerstört, nur wenige Häuser blieben unversehrt. Parallel zu den Prozessen in Kleinheubach gab es Prozesswellen u. a. in den Hochstiften Würzburg und Bamberg, Wertheim und im benachbarten Miltenberg. Beachtenswert ist die Dimension der Hexereiprozesse in Bezug zur Einwohnerzahl Kleinheubachs. Für das Jahr 1628 wird eine Einwohnerzahl Kleinheubachs von 370-400 Personen angenommen. In den Jahren 1628–29 starben also mehr als 10 % der Einwohner durch Hexenprozesse. Dies übertrifft Hochburgen der Hexenverfolgungen wie z. B. das Hochstift Bamberg. Die Grafen von Erbach forderten mehrfach Rechtsgutachten der Universität Tübingen zu den Hexenprozessen in Kleinheubach an. Ein Gutachten der Universität Tübingen vom 23. Oktober 1630 kommt dabei zum Schluss, dass die Durchführung dieser Prozesse nicht rechtens sei. Auch der Zeitpunkt des Endes der Hexereiprozesse 1631 hat seine Parallelen in den umliegenden Territorien. Fürst Dominik Marquard zu Löwenstein-Wertheim erwarb 1721 die Herrschaftsrechte über Kleinheubach für 108.000 Gulden. Er garantierte dabei den Fortbestand der lutherischen Konfession in Kleinheubach. An Stelle der ehemaligen Georgenburg ließ er sein Schloss Schloss Löwenstein bauen. Mit der Rheinbundakte von 1806 fiel die staatliche Hoheit über Kleinheubach dem Großherzogtum Baden zu. Im Herbst 1810 kam es zu einem Dreiecksgeschäft zwischen dem Kaiserreich Frankreich, dem Großherzogtum Hessen und dem Großherzogtum Baden. Baden stellte eigene Gebietsteile zur Disposition von Frankreich, das diese dann mit einem Staatsvertrag vom 11. November 1810 an das Großherzogtum Hessen weitergab. Das hessische Besitzergreifungspatent datiert auf den 13. November 1810 und umfasste auch das „Amt Heubach“. Mit Staatsvertrag vom 30. Juni 1816 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Bayern wurde Kleinheubach – zusammen mit dem überwiegenden Teil der Ämter Miltenberg und Amorbach – an Bayern abgetreten. Der Bau der Maintalbahn von 1874 bis 1876 fiel in die Phase der Industrialisierung. Eine Presstuchfabrik ging im Jahr 1874 in Betrieb, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik im Jahr 1900. Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kleinheubach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kleinheubach war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen. Eine Mainbrücke verbindet Kleinheubach seit 1974 mit Großheubach. Im Rahmen der Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Kleinheubach, Laudenbach und Rüdenau am 1. Januar 1976 zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. Die Zahl der Einwohner ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwei Phasen sprunghaft gestiegen. Durch die Eingliederung der Heimatvertriebenen nach 1945 wuchs die Bevölkerung um etwa die Hälfte. Neubaugebiete sorgten vor allem zwischen 1987 und 1999 für einen weiteren Anstieg. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2857 auf 3769 um 912 Einwohner bzw. um 31,9 %. Quelle: BayLfStat In Kleinheubach gibt es eine römisch-katholische und eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Beide unterhalten jeweils eine Kirche, ein Gemeindehaus und einen Friedhof. Die katholische Kirchengemeinde unterhält zudem einen Kindergarten und die evangelische Kirchengemeinde eine öffentliche Bücherei. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 1987 waren 52,7 Prozent der Einwohner katholisch und 36,1 Prozent evangelisch. Seit der Reformation 1556 war Kleinheubach evangelisch, während die Ortschaften der Umgebung beim katholischen Glauben blieben. Das katholische Fürstenhaus zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg bildete im 18. Jahrhundert die Keimzelle einer kleinen katholischen Gemeinde, die ihre Gottesdienste in der Schlosskapelle feierte. Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Gemeinde. Seit 1949 hat Kleinheubach wieder eine katholische Pfarrei. Eine jüdische Gemeinde bestand in Kleinheubach bis 1942. Es ist denkbar, dass bereits im Mittelalter Juden vereinzelt oder vorübergehend in Kleinheubach gelebt haben. 1677 wird in der Bürgermeisterrechnung Kleinheubachs erstmals ein Schutzjude erwähnt. Eine organisierte jüdische Gemeinde existierte spätestens seit dem frühen 18. Jahrhundert. Der Status als Schutzjude garantierte neben dem Recht auf Niederlassung und Berufsausübung auch eine gewisse Autonomie in innerjüdischen Angelegenheiten. Dazu musste an das örtliche Fürstenhaus neben einer Gebühr für den Erwerb des Schutzbriefs auch eine jährliche Sondersteuer gezahlt werden. 1850 wurde die besondere Judensteuer abgeschafft. Der Höhepunkt der jüdischen Einwohnerzahl lag im 19. Jahrhundert. 1837 wurden 145 jüdische Einwohner gezählt, das waren 9,2 % der damaligen Bevölkerung. 1881 zählte man 151 jüdische Einwohner. Durch Auswanderung nach Nordamerika und Wegzug in die Städte ging danach die Zahl der Jüdinnen und Juden in Kleinheubach stark zurück. 1933 zählte man nur noch 36 Personen. Von diesen wurden mindestens 14 in der Shoah ermordet. Die letzten Juden Kleinheubachs wurden 1942 deportiert. Am 30. April 1942 meldete der Kleinheubacher Bürgermeister beim Miltenberger Landrat Kleinheubach als "judenfrei". An Verfolgung, Deportation und Ermordung der Kleinheubacher Juden erinnert heute eine Gedenkstätte hinter dem Alten Rathaus. 1726 wurde eine Synagogengemeinschaft mit den Schutzjuden des benachbarten Laudenbach gebildet. Dies macht es sehr wahrscheinlich, dass zu diesem Zeitpunkt ein gemeinschaftlicher Gebetsraum existierte. Schriftliche Quellen belegen für das 18. Jahrhundert in Kleinheubach Betsäle in Privathäusern, bis 1749 im Haus eines Raphael, ab 1760 im Haus des Löw Abraham. Aufgrund des Wachstums der jüdischen Gemeinde beschließt man 1797 eine neue Synagoge zu bauen. Wegen Streitigkeiten über die Finanzierung erfolgt der Bau erst 1808. Es entsteht ein Mehrzweckensemble aus Synagoge und Nebengebäude in der heutigen Gartenstraße . Die Architektur der Synagoge greift Elemente des nahegelegenen Schlosses auf. Als Steinbau hob sich die Synagoge von der übrigen, hauptsächlich in Fachwerk ausgeführten, Wohnbebauung des Ortskerns ab. Der Innenraum der Synagoge bestand aus einem 6 m hohen Saal mit Emporen auf drei Seiten. Der Innenraum der Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 verwüstet. 1940 erwarb die Gemeinde Kleinheubach das Gebäude von der israelitischen Kultusgemeinde und baute es zum Feuerwehrgerätehaus um. Davon zeugt heute noch ein auf das Dach aufgesetzter Schlauchturm. Seit 1969 ist die Synagoge in Privatbesitz. 1993 wurde der alte Türsturz wieder an seinen Platz gesetzt und die Fassade renoviert. Aus dem Jahr 1730 stammt der jüdische Friedhof des Ortes. Er wurde in den Jahren 1764, 1835 und 1889 erweitert. Er liegt zwischen Kleinheubach und Laudenbach im Wald und umfasst heute eine Fläche von 2860 m². Neben Kleinheubacher jüdischen Einwohnern sind dort auch jüdische Einwohner aus Laudenbach und Großheubach beerdigt. Nachweislich gab es eine Mikwe schon 1825 im Keller des Hauses des Vorsängers. Aufgrund von Rügen der Obrigkeit wegen Hygiene-Mängeln wurde 1838 eine neue Mikwe am Rüdenauer Bach errichtet. Sie wurde wohl bis 1926 genutzt und 1935 an einen Privatmann verkauft, der sie als als Gartenhaus und Abstellraum nutzte. Die Mikwe wurde in den Jahren 1991 und 1992 renoviert und ist als Denkmal öffentlich zugänglich. Neben der Mikwe erinnert ein Gedenkstein an die Opfer des Nationalsozialismus. 1830 wurde eine jüdische Elementarschule in Kleinheubach eröffnet, die ihren Ort im Nebengebäude an der Nordwestseite der Synagoge hatte. Diese Schule wurde aber bald zu klein. 1876 drängten sich rund 30 Schülerinnen und Schüler in dem zu kleinen Schulzimmer. Manche mussten stehen, weil sie keinen Sitzplatz hatten. Ein Umbau der Schule 1878–1879 brachte keine nachhaltige Lösung der Raumprobleme. Daher erwarb die jüdische Gemeinde 1906 ein Wohnhaus als Lehrerwohnung. Im Garten wurde ein Schulsaal errichtet, der 1912 in Betrieb genommen wurde. Doch schon 1922 verfügte die Regierung die Schließung der Schule aufgrund zu niedriger Schülerzahlen. 1939 musste die jüdische Gemeinde das Schulhaus verkaufen. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kleinheubach. Der Marktgemeinderat von Kleinheubach hat 17 Mitglieder: 16 ehrenamtliche Mitglieder und den Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des ehrenamtlichen Marktgemeinderats: Thomas Münig wurde am 29. März 2020 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Kleinheubach führt seit dem 19. Jahrhundert ein eigenes Wappen. Im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs befindet sich ein kleines Heimatmuseum. Der Heimat- und Geschichtsverein stellt die geschichtliche Entwicklung des Ortes dar und zeigt handwerkliche Objekte und Gegenstände aus ortsansässigen Betrieben, unter anderem aus der Keramikfabrik. Seit dem Jahre 2010 befindet sich auch eine Bildergalerie mit Kurzvita der jeweiligen Bürgermeister, aller Ehrenbürger und bekannten Persönlichkeiten des Marktes im Eingangsbereich des Museums. Das Schloss der Fürsten zu Löwenstein wurde in den Jahren 1721–1732 unter Fürst Dominik Marquard von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg im Barockstil erbaut. Der Bamberger Baumeister Johann Dientzenhofer arbeitete nach Plänen von Louis Remy de la Fosse. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg mietete die Deutsche Bundespost den größten Teil des Schlosses und baute es zu einer Schulungsstätte aus. Seit wenigen Jahren ist das Schloss ein Tagungshotel. In einem Nebengebäude befindet sich eine Vinothek. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin oberhalb des Mainufers wurde in den Jahren 1706–1710 im Stil des Barock errichtet. Bauherr war Graf Philipp Ludwig von Erbach mit seiner Frau, der Gräfin Albertine Elisabeth von Waldeck und Pyrmont. Über dem Haupteingang der Kirche befindet sich das Wappen der Bauherren. Der heutige Bau ist mindestens die dritte Kirche an diesem Standort. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1455. Von einem noch älteren Gotteshaus ist eine Kirchenglocke erhalten, die im 14. Jahrhundert gegossen wurde. Die Turmuhr aus dem Jahr 1707 ist mit den Wappen der ehemaligen Landesherren von Kleinheubach versehen. Eines der Wappen gehörte Philipp dem Älteren, Graf von Rieneck, der 1556 in Kleinheubach die Reformation einführte. Zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche gehören Fresken, die noch aus der alten Kirche von 1455 stammen. Ein Stein aus dem ehemaligen Römerkastell Altstadt soll Herkules darstellen. Das Altarbild zeigt die Geburt Christi, ein seltenes Motiv für einen Altar. Der Chorraum ist auf halber Höhe mit Einlegearbeiten aus Nussbaumholz ausgekleidet. Die Orgel ist eine Rekonstruktion des Werks des Orgelbaumeisters Johann Christian Dauphin, der aus Thüringen stammte und sich in Kleinheubach niederließ. Original erhalten ist noch der barocke Orgelprospekt. Aus dem Jahr 1727 stammt das alte Rathaus, ein Fachwerkbau, der gegenüber der Kirche St. Martin liegt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1984 sowie 2001/2002 und 2020 umfangreich renoviert. Die Räume werden heute für kulturelle Zwecke genutzt. An einem Eckpfeiler sind historische Hochwasserstände des Mains markiert. Die katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit wurde in den Jahren 1954–1956 nach Plänen des Dombaumeisters Hans Schädel erbaut. Sie hat einen dreieckigen Grundriss und einen frei stehenden Kirchturm. Die Kirche wurde 1986 innen renoviert. 1998 wurden die Kirchenglocken erneuert. Der Park von Schloss Löwenstein erstreckt sich am Main entlang etwa drei Kilometer weit bis nach Miltenberg. Er ist öffentlich zugänglich, obwohl das Gelände in Privatbesitz ist. Man betritt den Park durch das sogenannte Löwentor. Die zu beiden Seiten über Sockeln liegenden Löwenfiguren aus Sandstein sind ein Werk des Bildhauers Heinrich Philipp Sommer . In Kleinheubach gibt es mehr als 2000 Arbeitsplätze. Ein Schwerpunkt ist das verarbeitende Gewerbe. Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nennt für 2022 dreizehn Betriebe der Größenordnung mehr als 20 Beschäftigte. Diese dreizehn Betriebe hatten zusammen 1670 Beschäftigte. Der größte Arbeitgeber des Orts ist die Scheurich GmbH & Co KG, die mit rund 350 Mitarbeitern Pflanzgefäße und Übertöpfe aus Keramik herstellt und weltweit verkauft. Durch die Bundesstraße 469 ist Kleinheubach an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die Bundesstraße führt als Umgehung an der Gemeinde vorbei. Die nächsten Autobahnanschlüsse zur A 3 sind Stockstadt und Wertheim/Lengfurt . Seit 1974 verbindet eine Brücke über den Main die Märkte Kleinheubach und Großheubach. Kleinheubach ist ein Haltepunkt der Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg. Die Züge der Westfrankenbahn fahren montags bis freitags etwa einmal pro Stunde in jede Richtung, an den Wochenenden ungefähr im Zwei-Stunden-Takt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird als Jugendtreff, Heimatmuseum und als Haus der Vereine genutzt. Montags bis freitags verkehrt die Regionalbuslinie 85 der Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain. Die Bundeswasserstraße Main spielt als Verkehrsweg für Kleinheubach keine Rolle. Auf der Kleinheubacher Mainseite liegt zwar die Schleuse Heubach, im Ortsbereich gibt es jedoch lediglich einen Anlegesteg eines Kanuvereins. Der Binnenhafen in Aschaffenburg ist 36 km entfernt. In Kleinheubach befindet sich der amtliche Pegel mit der Messstellen-Nr.: 24064003. Die Wasserstände werden automatisch zur Auswertung per Datenfernübertragung an das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg gesendet. Die Messdaten und Auswertungen können beim Hochwassernachrichtendienst Bayern online abgefragt werden. Der Flughafen Frankfurt Main ist 77 km entfernt, der Regionalflugplatz Mainbullau 7 km. Durch den Ort führen folgende Radwanderwege: In Kleinheubach gibt es eine Grundschule mit 273 Schülern und zwei Kindertageseinrichtungen mit 180 Kindern . Ein Schulverband mit den Gemeinden Laudenbach und Rüdenau besteht seit 1969. Seit dem Schuljahr 2010/2011 bildet der Schulverband Kleinheubach einen Mittelschulverbund mit dem Schulverband Amorbach und dem Markt Großheubach. Realschule, Gymnasium und Berufsschule befinden sich in Miltenberg. Quelle: Gemeinde Kleinheubach Ein „Hanjörg“ war ein ungeübter, untalentierter und schlecht bewaffneter Landsknecht. Seit dem 1. Oktober 1790 werden die Kleinheubacher „Hanjörche“ genannt. Kaiser Leopold II. zog mit seinem Gefolge von Wien durch das Maintal zur Krönung nach Frankfurt. Für jede Ortschaft war es eine hohe Ehre „Die Krone“ durch ihr Gemeindegebiet zu begleiten. Der Löwensteinische Hofkanzler von Hinckeldey stand mit 30 Grenadieren und 90 Bürgern bereit um das Geleit zu übernehmen. „Platz gemacht oder es gibt ein Blutbad“ riefen die 1000 Mann kurfürstlich-mainzischer Soldaten sowie einige hundert Miltenberger Bürger und beschimpften die Kleinheubacher. Diese versuchten an den Kronwagen heranzukommen um wenigstens ihr Recht symbolisch wahrzunehmen. Sie wurden beschimpft und mit Fausthieben und Gewehrkolbenstößen zurückgedrängt. Auf dem Rückweg zogen die meist betrunkenen Miltenberger randalierend zum Schloss, beleidigten den Fürsten, schlugen Fenster ein und verhöhnten die Kleinheubacher mit ihrem Spottnamen: „Die Hanjörche haben doch nur Weiberschürzen an!“ Altenbuch | Amorbach | Bürgstadt | Collenberg | Dorfprozelten | Eichenbühl | Elsenfeld | Erlenbach am Main | Eschau | Faulbach | Großheubach | Großwallstadt | Hausen | Kirchzell | Kleinheubach | Kleinwallstadt | Klingenberg am Main | Laudenbach | Leidersbach | Miltenberg | Mömlingen | Mönchberg | Neunkirchen | Niedernberg | Obernburg am Main | Röllbach | Rüdenau | Schneeberg | Stadtprozelten | Sulzbach am Main | Weilbach | Wörth a.Main Gemeindefreie Gebiete: Forstwald | Hohe Wart |
2024-12-02 03:28:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dacia_Duster#Zweite_Generation_(2018–2024) | Der Dacia Duster ist ein Sport Utility Vehicle des rumänischen Automobilherstellers Dacia, das am 17. April 2010 auf den Markt kam. Das Fahrzeug ist auf der im Jahre 2004 konstruierten B0-Plattform aufgebaut, hat aber mit 2,67 Metern einen um vier Zentimeter verlängerten Radstand. Außerhalb der EU wird das Pkw-Modell unter dem Renault-Markenzeichen als Renault Duster hergestellt und vermarktet. So wird es in der Ukraine, Russland, Georgien, im Nahen Osten und in Afrika sowie in Südamerika als Renault-Modell angeboten. In Südamerika ist mit dem Renault Oroch auch ein Pick-up auf Basis des Duster erhältlich. In Indien und Russland wurde das Modell als Nissan Terrano II vertrieben. Verantwortlich für das Projekt Duster war der Renault-Manager Gérard Detourbet. Von 1980 bis 1989 wurde der ARO 10 4×4 unter dem Namen Dacia Duster nach Großbritannien exportiert. Dacia Duster Der Duster basiert auf der führend von Nissan entwickelten C-Plattform wie beispielsweise auch der Renault Clio II–IV, Nissan Micra und Nissan Juke. Dacia nutzt dabei die von der B-Plattform abgeleitete Version B0. Dacia erreichte Kostenvorteile unter anderem durch einen hohen Anteil an Gleichteilen innerhalb der eigenen Marke wie auch solcher vom Renault-Nissan-Konzern. Im Duster finden viele Bauteile älterer Modellreihen von Clio und Megane Verwendung ebenso wie Motoren des Renault Scenic, der Allradantrieb des 4×4 stammt von Nissan. Der Dacia Duster wurde ab März 2010 in Europa, der Türkei, Algerien und Marokko angeboten. Ab Juni 2010 wurde er auch in der Ukraine, Israel, Jordanien, Syrien, Ägypten und Libanon sowie einigen afrikanischen Staaten als Renault offeriert. Diese Fahrzeuge wurden in Pitești in Rumänien produziert. Ab 2012 wurde der Duster auch im Vereinigten Königreich angeboten. In Indien und Russland wurde der Duster von Renault vertrieben und parallel dazu auch von Nissan mit modifizierter Front- und Heckpartie als Modell „Terrano“ angeboten. In Brasilien wurde der Duster mit modifiziertem Kühlergrill im Renault-Werk in São José dos Pinhais sowie von SOFASA in Kolumbien produziert und in Brasilien, Argentinien, Mexiko und Chile verkauft, wo er seit September 2015 auch in einer Pick-up-Version mit Doppelkabine als Renault Oroch erhältlich ist. Der Duster hat eine Bodenfreiheit von 19,75 cm, bei der Allrad-Version 21 cm, einen Böschungswinkel von 30 Grad vorne und 36,5 Grad hinten, einen Rampenwinkel von 23 Grad sowie Überhänge von 82,25 cm vorne und 82 cm hinten. Das Fahrzeug ist mit Antiblockiersystem von Bosch , elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistenzsystem ausgestattet. Zusätzlich sind noch andere Assistenzsysteme, darunter eine Antriebsschlupfregelung für den Allradantrieb eingebaut. Dabei stammt der Allradantrieb, jedoch ohne elektronische Differenzialsperren und Bergabfahrhilfe, aus dem Nissan Qashqai. Für die passive Sicherheit gibt es im Duster zwei Frontairbags, Dreipunkt-Gurte mit Lastenbegrenzer und ab dem Facelift 2013 variantenübergreifend die elektronische Stabilitätskontrolle sowie Seitenairbags; Kopfairbags und Seitenairbags hinten sind nicht verfügbar. Die pyrotechnischen Gurtstraffer ergänzen das Rückhaltesystem. Kindersitze lassen sich an der Rückbank nur auf den Außensitzen sicher befestigen. Dort sind auch Isofix-Halterungen vorhanden. Laut Bedienungsanleitung dürfen auf dem Beifahrersitz keine vorwärts ausgerichteten Kindersitze befestigt werden und rückwärtsgerichtete nur, wenn der Beifahrerairbag per Schalter am Armaturenbrett deaktiviert wird. Im EURO-NCAP-Crashtest erreichte der Duster drei von fünf möglichen Sternen. Die verschiedenen Vierzylindermotoren stammen von Renault. Alle Motorvarianten erfüllen die Euro-4-Schadstoffnorm. Ab 2015 wurde die Euro-6-Schadstoffnorm erfüllt. Die Dieselmodelle sind alle mit einem Rußpartikelfilter / FAP ausgestattet. Dacia Duster Die zweite Generation des Duster debütierte auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 2017 in Frankfurt am Main. Verkauft wurde sie ab dem 13. Januar 2018 zu Preisen ab zunächst 11.290 Euro. Eine überarbeitete Version des Duster wurde am 22. Juni 2021 vorgestellt. Sie kam im September 2021 in den Handel. Mit neuem Dacia-Logo wurde der Duster ab Ende 2022 ausgeliefert. Eine Pick-up-Version des Fahrzeugs war ausschließlich in Rumänien erhältlich. Zur Markteinführung wurde die zweite Generation in fünf Ausstattungslinien angeboten. Dacia Duster Ende November 2023 wurde die dritte Generation präsentiert, deren Markteinführung im Mai 2024 erfolgte. Die Renault-Version für Märkte außerhalb Europas folgte im Dezember 2023, wobei er in der Türkei fortan als Renault statt als Dacia vermarktet wird. Trotz nahezu gleicher Abmessungen unterscheidet sich das Design deutlich vom Vorgänger. Weiter soll vor allem der Basispreis erschwinglich bleiben. Die Bodenfreiheit von bis zu 217 Millimetern und der verbesserte Böschungswinkel sollen die Geländefähigkeiten betonen. Erstmals kommt neben dem Starkle genannten Recycling-Kunststoff auch eine Voll-Hybridversion auf den Markt, basierend auf dem Voll-Hybrid-Antrieb des Dacia Jogger, zum Einsatz. Die Systemleistung dieses Antriebs beträgt 103 kW . Weiterhin steht ein 1,2 Liter-Dreizylinder-Otto-Turbomotor als Mildhybrid mit 96 kW und 48 Volt-Teil-Bordnetz sowie ein 1,0 Liter-Dreizylinder-Otto-Turbomotor mit 74 kW zur Wahl. Nur für den Mildhybrid ist ein Allradantrieb verfügbar. Die kleinste Motorisierung kann wahlweise auch mit Autogas betrieben werden. Dieselmotoren werden nicht mehr angeboten. Zur Markteinführung wurde die dritte Generation in vier Ausstattungslinien angeboten: * verfügbar als ECO-G 100 ** verfügbar mit allen Motoren Die beiden Topversionen Journey und Extreme unterscheiden sich zum einen optisch, zum anderen in zwei Ausstattungsdetails, voneinander. Beide Versionen können bis auf die Dachgepäckträger, den Kofferraumboden und die versionstypischen Designelemente identisch ausgestattet werden. Die markanten Unterschiede sind: Für den Duster 3 standen zur Markteinführung sieben Lackfarben zur Auswahl. *ab Expression konfigurierbar Im Juli 2024 wurde der Dacia Duster der dritten Generation vom Euro NCAP auf die Fahrzeugsicherheit getestet. Er erhielt drei von fünf möglichen Sternen. Insbesondere der Insassenschutz auf den vorderen Plätzen von 70 % und fehlende Assistenzsysteme führen zu diesem Ergebnis. Ein gutes Niveau erzielt das Modell beim Kinderschutz. R3-Ottomotor + Startergenerator R4-Ottomotor + Elektromotor & Startergenerator Seit dem Marktstart bis einschließlich Dezember 2023 sind in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 242.512 Dacia Duster neu zugelassen worden. Mit 30.698 Einheiten war 2019 das erfolgreichste Verkaufsjahr. Gesamt: 242.512 Als Marketing-Aktion war Alain Prost bei der Eisrennserie Trophée Andros im Dezember 2009 mit einer von Renault Sport stark modifizierten Rennversion des Dacia Duster an den Start gegangen. Nach insgesamt 13 Wertungsläufen schloss Prost die Rennsportserie am 30. Januar 2010 als Vizemeister ab. Bei der Rallye Aïcha des Gazelles, in der Wüste Marokkos, kam der Dacia Duster in der Kategorie Crossover mit den Fahrerinnen Dounia Charles und Isabelle Bennani im Jahr 2010 als erstes Auto ins Ziel. Das baugleiche zweite Fahrzeug belegte mit den Fahrerinnen Nathalie und Dorothée den fünften Platz. Der Franzose Jean-Philippe Dayraut, vierfacher Sieger der Trophée-Andros-Eisrennserie, belegte am 26. Juni 2011 mit einem über 625 kW starken Dacia-Duster-Prototyp beim Pikes-Peak-Bergrennen in den USA den dritten Platz. Ein Konzeptfahrzeug gleichen Namens wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2009 von Renault Design Central Europe vorgestellt. Es war die erste Crossover-Vorstellung von Dacia und hatte mit der Serienversion weder technische noch optische Gemeinsamkeiten. Das Fahrzeug hatte eine Länge von 4,25 m, eine Höhe von 1,49 m, eine Breite von 1,64 m und einen Radstand von 2,8 m und war etwa 1300 kg schwer. Das Fahrzeug soll die Klassen eines sportlichen Coupés mit einem Kombi vereinen. Dieses Ergebnis war die Zusammenarbeit von Renault Design Central Europe und Renault Design Technocentre . Von außen gab es eine breite Frontschürze mit zwei Lufteinlässen und Scheinwerfer, die über die Seite bis fast an die gegenläufig angeschlagenen Türen ging. Die Außenspiegel saßen direkt auf der Tür. Das Dach war komplett verglast und bot viel Licht im Innenraum. Dort bot sich durch ein neues Sitzkonzept 470 Liter Kofferraumvolumen, ließ man die hinteren Sitze unter die vorderen gleiten, konnte der Kofferraum 1,4 m³ Volumen bereitstellen. Die Motorisierung des Fahrzeugs übernahm ein 1.5-dCi-Common-Rail-Diesel mit 105 PS mit Partikelfilter und einem manuellen Sechsganggetriebe. Auf Grund der Karosseriegestaltung kam das Fahrzeug auf einen cw-Wert von 0,30. Der Gesamtverbrauch wurde mit 5,3 Litern/100 km angegeben, was einem Ausstoß von 139 g CO2 entspräche. Als Antrieb kann 4×2 oder 4×4 gewählt werden. Ende November 2019 wurde von Dacia ein zum Papamobil umgebauter Dacia Duster 4WD vorgestellt. Das neue Papamobil für Papst Franziskus unterscheidet sich von den serienmäßigen Duster-Varianten in erster Linie durch das große Schiebedach im hinteren Dachbereich. Wenn dieses vollständig nach hinten gerollt ist, kann eine abnehmbare Glaskanzel aufgesetzt werden. Für diese musste die Karosserie verstärkt werden. Damit kann das Fahrzeug sowohl für die Fahrten nach der Generalaudienz als auch für Reisen des Papstes außerhalb des Vatikans eingesetzt werden. Das Fahrzeug ist weiß lackiert, im Innenraum werden die Farben beige und schwarz verwendet. Insgesamt besitzt das Fahrzeug fünf Sitze, ein besonders bequemer befindet sich im Fond. Die Karosserie wurde um drei Zentimeter tiefergelegt, um dem Papst einen leichteren Einstieg zu ermöglichen. Das Fahrzeug wurde von der Prototypen-Abteilung von Dacia zusammen mit dem rumänischen Karosseriebauunternehmen Romturingia gebaut. Aktuell: Bigster | Duster | Jogger | Logan | Sandero | Spring Ausgelaufene Modelle: 500 | 1100 | 1300 | 1304/1305/1307/1309 | 2000 | D6 | Dokker | Lodgy | Logan MCV/Express/VAN | Nova | Solenza | SupeRNova Aktuelle Pkw: 4 E-Tech | 5 E-Tech | Alaskan | Alpine A110 | Alpine A290 | Arkana | Austral | Captur | Clio | Duster | Espace | Kangoo | Kardian | Kiger | Koleos | Kwid | City K-ZE | Lutecia | Mégane | Megane E-Tech | Oroch | Rafale | Sandero | Scénic E-Tech | Symbioz | Taliant | Trafic | Triber Aktuelle Transporter: Kangoo | Master | Trafic Aktuelle Lkw: C-Truck | D-Truck | D-Truck Wide | Sherpa 5 | K-Truck | T-Truck Ausgelaufene Pkw: 4/4 | 4CV | Alliance | Avantime | Cabriolet | Captur | Caravelle | Clio | Colorale | Costero | Encore | Dauphine | Espace | Floride | Fluence | Frégate | Fuego | Gordini | Grand Espace | Grand Modus | Juvaquatre | Kadjar | Kaptur | Ondine | Laguna | Latitude | Le Car | Logan | Luxmore | Medallion | Mégane | Modus | Nevada | Premier | Pulse | R3 | R4 | R5 | R5 Turbo | R6 | R7 | R8 | R9 | R10 | R11 | R12 | R14 | R15 | R16 | R17 | R18 | R19 | R20 | R21 | R25 | R30 | Rambler | Rodéo | Safrane | Safrane | Savanna | Scala | Scala | Scénic | Scénic Conquest | Scénic RX4 | Sepand | Supercinco/Supercinq | Symbol | Talisman | Talisman | Thalia | Twingo | Twizy | Univers | Vel Satis | Virage | Wind | Zoe Ausgelaufene Transporter: Estafette | Extra | Express | R4 Fourgonette/Furgoneta | Hi-Boy | Goélette | Petit-Panel | Super Goélette SG2 | Saviem TP3 | Rapid Ausgelaufene LKW: 50 | 100 | Access | AE/Magnum | C-Serie | Commando | D-Truck Access | Fainéant | G-Serie | GBC 180 | Kerax | Magnum | Major | Mascott | Maxity | Messenger | Midliner | Midlum | Premium | Premium Distribution | Premium Lander | Premium Route | Puncher | R-Serie | R2087 | S-Serie | Super Galion SG4 | TRM 2000 | TRM 10000 Busse : FR1 | TN | Iliade | Ares | Agora | Tracer | PR100 | R 312 | SC 10 Alpine-Renault / Renault-Sport: A106 | A108 | A110 | A310 | GTA | A610 | Spider Panzer: Char B1 | FT | R-35 Traktoren: Ares | Atles | Ceres | Cergos | Celtis | Dionis | Ergos | Fructus | Pales | Temis | Traktor GP | Traktor HI | Traktor HO | Traktor PE | Traktor PO | Traktor RK Modelle der Zwischenkriegszeit : Celtaquatre | Celtastandard | Juvaquatre | Monaquatre | Monasix | Monastella | Nerva Grand Sport | Nervahuit | Nervasport | Nervastella | Nervastella Grand Sport | Novaquatre | Primaquatre | Primastella | Reinasport | Reinastella | Suprastella | Type EU | Type FD | Type FS | Type GR | Type GS | Type GV | Type GX | Type HD | Type HF | Type HG | Type HU | Type IC | Type IG | Type II | Type IM | Type IQ | Type IR | Type JD | Type JM | Type JP | Type JR | Type JS | Type JT | Type JV | Type JY | Type KD | Type KH | Type KJ | Type KO | Type KR | Type KZ | Type LS | Type LZ | Type MC | Type ME | Type MG | Type MT | Type NE | Type NM | Type NN | Type NO | Type NS | Type PG | Type PI | Type PK | Type PL | Type PM | Type PZ | Type RA | Type SO | Viva Grand Sport | Vivaquatre | Vivasix | Vivasport | Vivastella | Vivastella Grand Sport Vor dem Ersten Weltkrieg produzierte Modelle: 1-Buchstaben-Codes: Type A | Type B | Type C | Type D | Type E | Type G | Type H | Type I | Type J | Type L | Type M | Type N /N | Type N | Type P | Type Q | Type R | Type S | Type T | Type U /U | Type U /U /U | Type V | Type X | Type Y | Type Z 2-Buchstaben-Codes: Type AB | Type AG | Type AH | Type AI | Type AJ | Type AL | Type AM | Type AN | Type AO | Type AR | Type AS | Type AX | Type AZ | Type BF | Type BH | Type BK | Type BM | Type BX | Type BY | Type BZ | Type CB | Type CC | Type CD | Type CE | Type CF | Type CG | Type CH | Type CI | Type CQ | Type DG | Type DJ | Type DM | Type DO | Type DP | Type DQ | Type DT | Type DX | Type DZ | Type ED | Type EE | Type EF | Type EI | Type EJ | Type EK | Type ER | Type ES | Type ET | Type EU | Type FE | Type FI | Type FK Vor dem Ersten Weltkrieg produzierte Rennwagen: Type K | Type O | Type O | Type AE/AF | Type AK | Type AQ | Type AT |
2024-12-04 03:39:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Krankenhausbehandlung#Behandlungsarten | Unter Krankenhausbehandlung versteht man die unterschiedlichen Möglichkeiten der medizinischen Behandlung und Pflege in einem Krankenhaus. In vielen Ländern ist die Krankenhausbehandlung eine Leistung der Sozialversicherung. In Deutschland haben gesetzlich Krankenversicherte einen Rechtsanspruch auf Krankenhausbehandlung. Dieser ist in § 39 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch gesetzlich normiert. Demnach besteht ein Anspruch auf vollstationäre Krankenhausbehandlung, wenn das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. Damit nennt das Gesetz bereits die möglichen Arten der Krankenhausbehandlung, nämlich Die notwendige Krankenhausbehandlung muss, außer bei akuten Notfällen, vom behandelnden Arzt verordnet werden. Ob die medizinische Voraussetzung für eine Behandlung im Krankenhaus tatsächlich vorliegt, prüft das Krankenhaus nochmals bei der Aufnahme des Patienten. Diese Prüfung umfasst auch die Frage, welche Behandlungsart für den Patienten die geeignete und für die Krankenkasse die wirtschaftlichste ist. Voraussetzung ist auch, dass es sich bei dem Krankenhaus um ein zugelassenes Vertragskrankenhaus nach § 108 SGB V handelt. Die Krankenhausbehandlung kann vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant durchgeführt werden. Welche Behandlungsart für den jeweiligen Patienten in Frage kommt, entscheiden der einweisende Arzt oder die behandelnden Ärzte im Krankenhaus. Die vollstationäre Behandlung ist die klassische Krankenhausbehandlung. Sie umfasst neben der erforderlichen medizinischen Behandlung auch Unterkunft und Verpflegung. Diese Variante ist die teuerste und aufwändigste Form der Behandlung im Krankenhaus und kommt dann in Betracht, wenn keine der nachfolgend erläuterten Behandlungsarten möglich bzw. medizinisch ausreichend ist. Mehrkosten für die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer oder beispielsweise für Chefarztbehandlung müssen gesetzlich Versicherte selbst tragen. Gleichwohl sind Zweibettzimmer in vielen Krankenhäusern schon Standard, sodass diesbezüglich keine Mehrkosten für die Patienten anfallen. Solche Mehrkosten können, sofern gewünscht, über private Zusatzversicherungen abgedeckt werden. Die Krankenhausbehandlung soll in geeigneten nächstgelegenen Krankenhäusern erfolgen . Die teilstationäre Behandlung schließt neben der medizinischen Versorgung eine Unterbringung und Versorgung entweder nur tagsüber oder nur nachts mit ein . Sie kommt in Frage, wenn eine ständige Unterbringung medizinisch nicht notwendig erscheint. Man spricht in diesem Sinne auch von tagesklinischer oder nachtklinischer Behandlung. Unter der vorstationären Behandlung ist die Behandlung im Krankenhaus ohne Unterkunft und Verpflegung zu verstehen. Vorstationäre Aufenthalte sind vor allem dann die geeignete Behandlungsmethode, wenn es gilt, die Notwendigkeit einer vollstationären Behandlung abzuklären oder eine solche vorzubereiten. Vorstationäre Krankenhausbehandlung ist auf längstens drei Behandlungstage innerhalb von fünf Tagen vor dem Beginn der eigentlichen, vollstationären Krankenhausbehandlung begrenzt. Wie die vorstationäre Behandlung beinhaltet auch die nachstationäre Behandlung keine Unterkunft und keine Verpflegung. Sie kommt in Frage, wenn es gilt, den Behandlungserfolg eines stationären Aufenthaltes zu sichern. Nachstationäre Krankenhausbehandlung ist auf sieben Behandlungstage innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Ende des stationären Aufenthaltes begrenzt, wobei es in medizinisch begründeten Fällen Ausnahmen geben kann. Da Krankenhäuser in Deutschland, außer im Sinne von Notfallambulanzen und der psychiatrischen Institutsambulanzen, an der ambulanten ärztlichen Versorgung grundsätzlich nicht teilnehmen, ist ambulante Krankenhausbehandlung durch den Gesetzgeber auf ambulante Operationen beschränkt. Die aktuell zunehmende und umstrittene Ausnahme dieses Grundsatzes ist die ambulante Behandlung im Krankenhaus gemäß § 116b SGB V. Die Regelungen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen sind überwiegend zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Prinzipiell können Versicherte in Deutschland das Krankenhaus, in welchem sie sich behandeln lassen möchten, frei wählen, wobei es sich um ein zugelassenes Krankenhaus handeln muss. Es ist jedoch zu beachten, dass der Arzt, der die Krankenhausbehandlung verordnet, unter Berücksichtigung der Erkrankung auf der Verordnung die beiden nächstgelegenen Krankenhäuser angeben muss, die er für geeignet hält. Patienten, die ohne zwingenden Grund ein anderes als eines der vorgeschlagenen Krankenhäuser wählen, können von der Krankenkasse mit daraus resultierenden Mehrkosten belastet werden, dies können Unterschiede der Krankenhauskosten und vor allem höhere Fahrkosten sein. Zwingende Gründe, keines der in der Verordnung angegebenen Krankenhäuser zu beanspruchen, können z. B. die Entfernung eines Krankenhauses von Familie oder Verwandten bzw. religiöse Bedürfnisse sein. Die Krankenkasse soll auch sonstigen Wünschen der Versicherten angemessen Rechnung tragen. Die Verträge der privaten Krankenversicherung sehen in aller Regel eine Kostenübernahme für Krankenhausbehandlung vor. Der Anspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst auch die medizinisch erforderliche Mitaufnahme einer Begleitperson bei der stationären Behandlung von Kindern, in der privaten Krankenversicherung nur soweit vertraglich als Leistung vereinbart. Auch die Unfallversicherungsträger leisten für Krankenhausbehandlung, wenn der Erkrankung ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zugrunde liegt. Hauptartikel: Krankenhausfinanzierung Versicherte ab Vollendung des 18. Lebensjahres erbringen je Tag einer stationären Krankenhausbehandlung 10 Euro als Zuzahlung, wenn die Krankenhausbehandlung zu Lasten der Krankenkasse erfolgt. Die Zuzahlung ist auf maximal 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt. Die Zuzahlung wird auch für Beurlaubungstage eingefordert, wenn sich der Patient zum Beispiel nach Rücksprache mit dem Arzt am Wochenende zuhause befunden hat, weil am Wochenende keine Operation durchgeführt werden kann. Ist der Kostenträger die gesetzliche Unfallversicherung, braucht keine Zuzahlung bezahlt zu werden. Dabei handelt es sich um freiwillige Zusatzleistungen, die über die notwendige medizinische Versorgung hinausgehen und im Bereich der Unterkunft sowie der ärztlichen und medizinischen Versorgung angeboten werden. Wenn wahlärztliche Behandlungen vereinbart wurden, können neben dem Chefarzt bzw. den Chefärzten auch beteiligte Radiologen, Laborärzte und Anästhesisten Privatrechnungen ausstellen – auch wenn sie außerhalb des gewählten Krankenhauses tätig sind. Wahlleistungen können dem Patienten aber erst ab dem Tag berechnet werden, an dem eine schriftliche Wahlleistungsvereinbarung geschlossen wurde. Eine Rückdatierung ist nicht möglich. Patienten haben jederzeit während ihres Krankenhausaufenthalts die Möglichkeit, ihre bereits unterschriebene Wahlleistungsvereinbarung form- und fristlos mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Sie sollten vor Abschluss einer Wahlleistungsvereinbarung überprüfen, ob ihre private Krankenversicherung die Kosten für bestimmte Wahlleistungen erstattet. |
2024-12-03 18:56:50 | https://de.wikipedia.org/wiki/Oslo_Jazzfestival#Ella-prisen | Das Oslo Jazzfestival findet jährlich seit 1986 eine Woche lang Mitte August in Oslo statt. Neben Jazz werden auch andere Stilrichtungen wie Blues oder Soul präsentiert. Hauptspielstätten sind die Domkirche, das Kinderkunstmuseum, das Sentralen-Kulturhaus, das Opernhaus, das Grand Hotel und die Nationale Jazzbühne im Victoria Teater. Außerdem wird in verschiedenen Clubs gespielt. Anfangs dominierte Mainstream-Jazz. Daneben spielten 1986 Benny Waters, 1987 Cab Calloway, 1988 Joe Williams und Clark Terry, 1989 Buddy Guy, Junior Wells und die Dirty Dozen Brass Band. 1992 nahm Jay McShann mit Clark Terry, Al Grey, Milt Hinton und Ben Riley auf. 1993 spielten Bob Wilber mit Scott Hamilton, 1994 Niels-Henning Ørsted Pedersen mit Dick Hyman und Rebecca Parris mit Gary Burton, 1996 Illinois Jacquet, 1997 Benny Carter. 2002 nahm man auch andere Strömungen wie Electronica, Hip-Hop, Avantgarde Jazz und Rhythm & Blues auf. 2011 traten aus dem Ausland Charlie Haden, Kenny Garrett, Tom Harrell und Brian Blade auf und aus Skandinavien Nils Petter Molvær mit Trio, der Saxophonist Trygve Seim, die Sängerin Sidsel Endresen mit Humcrush, Karin Krog mit Bengt Hallberg, der Pianist Jon Balke mit seiner Band Magnetic Book, Fire! des schwedischen Pianisten Mats Gustafsson, Silje Nergaard, das Quartett Come Shine und die Sängerin Anita Skorgan. 2012 trat Tony Bennett auf. Seit 1995 wird jährlich eine Skulptur von Mariann Hazeland, die Ella Fitzgerald darstellt, überreicht an eine Person, die das Festival bzw. die Jazzszene in Oslo gefördert hat. Preisträger: |
2024-12-04 02:26:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Minerale_nach_Dana/Sulfide#Gruppe_02.09.02 | Die Sulfide in der Systematik der Minerale nach Dana umfassen die Klasse II dieser Systematik. Nach der neuen Dana-Klassifikation besteht die Klasse aus den Abteilungen 2 und 3 . Die Einträge sind nach folgendem Muster aufgebaut: Die Spalte „Status“ gibt in Kurzform Auskunft über Abweichungen von der Anerkennung als eigenständiges Mineral oder andere Besonderheiten. Erläuterung der Abkürzungen: I Elemente | II Sulfide und Sulfosalze | III Oxide und Hydroxide | IV Halogenide | V Carbonate, Nitrate, Borate | VI Sulfate, Chromate, Molybdate | VII Phosphate, Arsenate, Vanadate | IX Organische Minerale | VIII Silikate |
2024-12-02 10:14:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gudrun_Oltmanns | Gudrun Oltmanns war eine deutsche Künstlerin. Die Künstlerin Gudrun Oltmanns wurde 1959 in Olbernhau im Erzgebirge als viertes Kind des Ehepaars Günther und Brigitte Oltmanns geboren. Der Vater war Pfarrer, die Mutter Bibliothekarin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Deutschneudorf, bis die Familie 1969 nach Possendorf bei Dresden zog. 1975 schloss sie die Polytechnische Oberschule ab und begann eine Lehre als Holzbildhauerin im VEB Stilmöbel Rabenau. In den ersten beiden Jahren ihrer Lehre besuchte sie parallel dazu den Zeichenzirkel im Edelstahlwerk Freital unter Leitung von Werner Haselhuhn. Im Jahr 1979 folgte der Abschluss der Lehre und für einige Monate die Beschäftigung als Hilfskraft in der Kinderpsychiatrie in der Stadt Wechselburg, wohin die Familie zwischenzeitlich umgezogen war. 1980 zog sie nach Dresden, um an der Hochschule für Bildende Künste im Abendschulkurs ihr Abitur zu machen. In dieser Zeit verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Kantinenbetreiberin , bei der Post und als Backstubenhilfe im Café am Körnerplatz in Dresden-Loschwitz . Anschließend schrieb sie sich 1984 ebenfalls an der HfBK für das Studium der Plastik/Bildhauerei ein. 1989 diplomierte Gudrun Oltmanns bei Professor Klaus Schwabe. 1986 bezog sie eine Wohnung im historischen Gebäude Alte Feuerwache Loschwitz, in dem sie ab diesem Zeitpunkt wohnte und arbeitete. 1991 besetzten Loschwitzer Künstler und Kunststudenten das Haus. Noch im selben Jahr gründete sie zusammen mit anderen Absolventen der Hochschule für bildende Künste in Dresden den Verein „Alte Feuerwache Loschwitz e.V.“, um die Auslebung künstlerischer Kreativität zu fördern und zu unterstützen. Ihre Afrikareisen nach Marokko und Ghana mit dem Bildhauer Thomas Reichstein , letztere durch ein Stipendium der Südstahl-Werkstiftung von Charlotte Tangerding ermöglicht, beeinflussten sie sehr stark in ihrem Stil und prägten ihre künftiges Schaffen. Ab diesem Zeitpunkt wurde ihr Leben jedoch immer mehr von ihrer Krebserkrankung bestimmt. Aus diesem Grund zog sie 1998 von der Alten Feuerwache um ins nahegelegene Künstlerhaus Dresden-Loschwitz. Am 24. November 2001 starb die Künstlerin an den Folgen ihrer Erkrankung. Anlässlich ihres 50. Geburtstags formulierte Volker Lenkeit in seinen Gedanken zu Gudrun Oltmanns: „Als Künstler gottgleich schuf sie ihre Wesen aus Ton, in den Formen des Lebens, dem Samenkorn, dem Halm und immer wieder die menschliche Figur, löste sie die Schwere der Erde auf und kombinierte ihre scheinbar unvollkommenen Figuren oft mit der Perfektion der Natur.“ Gudrun Oltmanns kreierte hauptsächlich Plastiken, Zeichnungen und Drucke, wobei sie auf die Techniken Lithographie und Monotypie spezialisiert war. Das Motiv der natürlichen Leichtigkeit zieht sich durch alle ihre Werke. Bei plastischen Arbeiten verwandte sie bevorzugt Ton und verband diesen mit Naturmaterialien wie Körnern, Halmen, Früchten oder Federn. Daher lässt sich ihr Schaffen großteils als eine Auswirkung der Arte Povera einordnen. Ihre Zeichnungen stechen hervor durch generelle Einfachheit, spröde Linienführung und gezielt seltene Verwendung von Farbe, wodurch der Fokus des Betrachters auf Details gelenkt wird. Ihre Afrikareisen bestätigten Gudrun Oltmanns in der Wahl ihrer künstlerischen Mittel. Sie fand dort einfache Materialien, bescheiden lebende Menschen, gleißende Sonne und ließ sich dadurch inspirieren. Die Eindrücke verarbeitete sie zu Werken, die in der Ausstellung „Reiseerinnerungen“ in der Galerie am Damm Dresden gezeigt wurden. Das letzte Werk Gudrun Oltmanns ist die Lithographie-Mappe anlässlich des zehnjährigen Jubiläums Kunstverein Alte Feuerwache Loschwitz. Diese Mappe konnte sie nicht mehr vollenden. Im Jahr 2009 hätte sie ihren 50. Geburtstag gefeiert. Zur Ehrung Gudrun Oltmanns’ wurden Teile ihres Nachlasses in einer Doppelausstellung in Dresden-Loschwitz gezeigt. Die Galerie der Alten Feuerwache stellte ein breites Spektrum ihrer Werke vor; die Galerie am Damm wandte sich ihrem „Elementarereignis Afrika“ zu. |
2024-12-04 04:30:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Revolting_Cocks | Revolting Cocks ist eine amerikanische Post-Industrial-/Industrial-Rock-Band, die als Nebenprojekt von Al Jourgensen und Luc Van Acker gegründet wurde. Die Gruppe wurde 1985 von Jourgensen und den Belgiern Luc Van Acker, Patrick Codenys und Richard 23 gegründet. Die erste Veröffentlichung war No Devotion bei Wax Trax! Records. Nachdem Richard 23 und Patrick Codenys nach Differenzen die Band verließen, stießen Chris Connelly , Paul Barker , Duane Buford, und Bill Rieflin , mit ungefähr 20 anderen unregelmäßig Beitragenden oder Gastkünstlern zur Band. Der Single folgte schnell das Album Big Sexy Land im Jahr 1986, gefolgt von einem Livealbum You Goddamned Son of a Bitch im Jahr 1987 und Beers, Steers, and Queers 1989. Nach einer Pause wurde Linger Ficken’ Good 1993 veröffentlicht. Dies war das letzte Album der Revolting Cocks für über zehn Jahre. Das erste Album war ein Mix aus Electro-Industrial und Dance, mit dominierenden synthetischen Beats. Das Livealbum nach der Personaländerung, zeichnete sich durch eine Verlegung auf Ministry-ähnlichen Industrial Rock aus. Dieser Trend wurde mit Beers, Steers & Queers, fortgesetzt. Linger Ficken’ Good wurde bei Sire Records veröffentlicht und ist ein im Vergleich zu früheren Alben wieder gemäßigtes Album. Enthalten war ein Cover von Rod Stewarts Do Ya Think I’m Sexy?, welches auch als Single veröffentlicht wurde. Ein Album mit dem Titel Purple Head war für 2004 geplant, wurde aber bis 2006 verschoben und umbenannt in Cocked & Loaded. Die Revolting Cocks sind auch für ihre teils sehr anstößigen Texte und Liveshows bekannt. Der Ursprung des Namens ist unbekannt. Es wird behauptet, er leite sich von der Beschimpfung eines Barkeepers ab, der die ursprünglichen Bandmitglieder wegen exzessiven Trinkens seiner Bar verwies und sie als „Revolting Cocks“ bezeichnete. Das Album-Cover von No Devotion zeigt eine alte Fotografie dreier unbekannter junger Männer, anstelle der tatsächlichen Bandmitglieder. Auf sämtlichen Veröffentlichungen bis Cocked and Loaded waren in Folge diese „Three Guys“ zu sehen, teilweise in skurrilen Zusammenstellungen. |
2024-12-04 00:53:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Vegetationsgott | Vegetationsgottheit oder Fruchtbarkeitsgötter bzw. -göttinnen ist ein Begriff der Religionsgeschichte und Mythologie, der zumeist einen Göttertypus definiert, der gelegentlich, sofern er die zyklischen Momente der Natur repräsentiert, auch als „Sterbender Gott“ bezeichnet wird oder mit dem Ritual der Heiligen Hochzeit verbunden sein kann. Ein Kennzeichen der jeweiligen Gottheiten ist es, dass sie unter anderem im Kreislauf der Vegetationsrhythmen in die Unterwelt hinabsteigen, um im Frühling in das Diesseits zurückzukehren oder aber in der Unterwelt als chthonische Gottheit als Todesgott über das Totenreich herrschen, mitunter zusammen mit einer Gefährtin/Gefährten, die periodisch auf die Oberwelt darf, z. B. Persephone. Eine besondere Variante stellt dabei die sog. Dema-Gottheit dar, eine weitere die Muttergottheiten . Vegetationgottheiten sind insbesondere mit dem Ackerbau des Neolithikums entstanden und haben sich häufig auch noch bis in die Bronze- und Eisenzeit erhalten, mitunter wie bei Osiris und Hades in einer Funktion als Totenrichter, wenn ihr chthonischer Charakter in den Vordergrund trat. Weibliche Gottheiten fungieren häufig auch als Muttergöttinnen. Der Typus tritt aber oft nicht rein auf, sondern hat häufig auch anderer Aufgaben angenommen. So ist zum Beispiel die akkadische Ischtar zwar eine originäre Vegetationsgöttin, fungiert aber auch als Göttin des Abendsterns, also als Astralgottheit. Die Verbindung mit dem Vegetationskult ergibt sich in diesem Falle aber durch kalendarische Bezüge bäuerlicher Kulturen. Was das Paläolithikum angeht, so wird auch hier über Gottheiten wie den Herrn oder die Herrin der Tiere spekuliert, die in irgendeiner Art und Weise auch mit der Fruchtbarkeit von Mensch und Tieren zu tun haben könnte . Dies ist jedoch nicht Gegenstand dieses Artikels, vgl. dazu Schamanismus. Vgl. die einzelnen Lemmata in: Wesen, Funktion und Entstehung der Vegetationsgötter lassen sich besonders gut anhand der Mythen ablesen und entschlüsseln, die mit ihnen in Verbindung stehen, zumal sie oft das Einzige sind, das von ihnen überliefert ist. Agrarmythen werden ab dem 10. vorchristlichen Jahrtausends zu Beginn des Neolithikums angenommen, lassen sich jedoch erst mit dem Beginn der Schriftkultur, im vorderen Orient etwa um 3500 v. Chr. nachweisen. Es ist hier keinerlei Vollständigkeit angestrebt, vielmehr werden hier paradigmatisch die wichtigsten Vegetationsmythen samt ihren Wandlungen, Verflechtungen und überregionalen Bezügen etc. kurz beschrieben. Sie finden sich hier vor allem in Kleinasien, Palästina sowie im Bereich der römischen, griechischen und etruskischen Kulturen. Vor allem Kelten, Germanen und Slawen sowie die Kaukasusregion bieten hier reichlich Beispiele. Der indische und iranische Raum ist gekennzeichnet durch eine Überlagerung vorindoeuropäischer und indoarischer Mythen. Sie betreffen vor allem Zentralasien, Hinterindien, China und Japan sowie Indonesien. Afrika bietet hier ein besonders archaisches Bild, das sich dennoch relativ einheitlich darstellt, was Themen und Strukturen der Mythen betrifft. Die Mythen dieser Region zeigen ein besonders vielfältiges Bild mit einem teilweise ebenfalls sehr archaischen Zustand. Vor allem Jensens Theorie der Dema-Gottheit, die auf diese Region bezogen und aus ihr abgeleitet ist, hat die Analyse der ozeanischem mythen stark befruchtet. Was die relative Einheitlichkeit angeht, gilt Ähnliches wie in Afrika. Hier wie dort ist jedoch die Überlagerung durch die Hochreligionen, in Afrika vor allem den Islam, in Amerika insbesondere das Christentum zu berücksichtigen. |
2024-12-02 06:16:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C4%8Dany | Bučany ist eine Gemeinde im Westen der Slowakei, mit 2388 Einwohnern . Die im Okres Trnava und Bezirk Trnavský kraj liegende Gemeinde ist zu 99 % slowakisch; konfessionell dominiert die römisch-katholische Kirche mit 95,8 % . Die Gemeinde liegt im Hügelland Trnavská pahorkatina, das ein Teil des slowakischen Donautieflands ist. Beim Ort fließen die Flüsse Horná Blava und Dudváh zusammen. Bučany liegt neun Kilometer nordöstlich der Stadt Trnava. Der Ort ist ein alter Siedlungsplatz, mit Funden der Lausitzer, Hallstatt- und Latènekultur. Des Weiteren ist Bučany Standort einer Kreisgrabenanlage. Der Ort wurde zum ersten Mal 1258 schriftlich erwähnt. 1268 wurde der Ort vom König Béla IV. an die Söhne des Tyrnauer Schultheiß Cunta zugeeignet. 1289 wurde er zum Sitz der Familie Bucsányi; im Laufe der Jahrhunderte sind auch Familien Ocskay, Zay und Pongrácz vertreten. 1435 plünderten die angreifenden Hussiten das Dorf aus. 1828 hatte die Gemeinde 130 Häuser und 913 Einwohner, die überwiegend in Landwirtschaft beschäftigt waren. Bis 1892 teilte sich die Gemeinde auf einen oberen und einen unteren Teil . Biely Kostol | Bíňovce | Bohdanovce nad Trnavou | Boleráz | Borová | Brestovany | Bučany | Buková | Cífer | Dechtice | Dlhá | Dobrá Voda | Dolná Krupá | Dolné Dubové | Dolné Lovčice | Dolné Orešany | Horná Krupá | Horné Dubové | Horné Orešany | Hrnčiarovce nad Parnou | Jaslovské Bohunice | Kátlovce | Košolná | Križovany nad Dudváhom | Lošonec | Majcichov | Malženice | Naháč | Opoj | Pavlice | Radošovce | Ružindol | Slovenská Nová Ves | Smolenice | Suchá nad Parnou | Šelpice | Špačince | Šúrovce | Trnava | Trstín | Vlčkovce | Voderady | Zavar | Zeleneč | Zvončín |
2024-12-02 00:09:36 | https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_Wilaschek | Lukas Wilaschek ist ein deutscher Boxtrainer und ehemaliger Boxer polnischer Herkunft. Wilaschek boxte für den Verein TSV Bayer 04 Leverkusen. Sein größter Erfolg im Nachwuchs war der Gewinn der Silbermedaille im Weltergewicht bei der Kadetten-Europameisterschaft 1997 in Bitola, wobei er unter anderem Clemente Russo besiegte. Im Jahr 2000 wurde er mit einem Finalsieg gegen Dimitri Sartison Deutscher Meister im Halbmittelgewicht, gewann mit einem Finalsieg gegen Sullivan Barrera den Chemiepokal und startete bei der Weltmeisterschaft 2001 in Belfast, wo er im Achtelfinale gegen Sechew Powell ausschied. Bei der Europameisterschaft 2002 in Perm unterlag er erst im Finale gegen Andrei Mischin und wurde dadurch Vize-Europameister im Halbmittelgewicht. Diesen Erfolg wiederholte er im Mittelgewicht bei der EM 2004 in Pula mit Siegen gegen Michael Henrotin, Sedat Üstüner, Tomáš Adamek und Andy Lee, sowie einer Finalniederlage gegen Gaidarbek Gaidarbekow. Im gleichen Jahr gewann er zudem mit einem Finalsieg gegen Yordanis Despaigne erneut den Chemiepokal. Der Höhepunkt seiner Amateurkarriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2004 in Athen, wo er mit einem Sieg gegen Jamie Pittman und einer Niederlage im Achtelfinale gegen Oleh Maschkin einen 9. Platz im Mittelgewicht erreichte. Wilaschek boxte ab 2004 beim Hamburger Boxstall Spotlight Boxing als Profi und wurde von Michael Timm trainiert. Er gewann 22 Kämpfe in Folge und war dabei am 19. Mai 2007 Internationaler Deutscher Meister im Supermittelgewicht geworden. Am 9. Dezember 2008 verlor er beim Kampf um den Titel WBC-International im Supermittelgewicht knapp durch Mehrheitsentscheidung nach Punkten gegen Robert Stieglitz. Im April 2009 musste er seine Boxkarriere beenden, nachdem er aufgrund anhaltender Schmerzen eine Magnetresonanztomographie durchführen ließ und diese eine Hirnblutung ergeben hatte. Wilaschek wurde nach seiner Karriere Trainer am Bundesstützpunkt des Deutschen Boxsport-Verbandes in Köln. |
2024-12-01 18:16:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/The_Teacher_(2023) | The Teacher ist ein Filmdrama von Farah Nabulsi. Der Film ist von wahren Begebenheiten inspiriert, bei denen es im Jahr 2011 zu einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten kam, bei dem mehr als 1.000 palästinensische Gefangene im Austausch gegen einen entführten Soldaten freigelassen wurden. Die Premiere des Films erfolgte im September 2023 beim Toronto International Film Festival. Basem El-Saleh ist Lehrer an einer palästinensischen Schule. Sein Sohn wurde bei den Auseinandersetzungen mit Israel getötet, weshalb er sich dem Widerstand angeschlossen hat. Dort ist der mit seiner neuen Mitstreiterin, der Britin Lisa, eine Beziehung eingegangen. Während Israel Tausende Palästinenser inhaftiert hat, ist es ihnen nur gelungen, einen israelisch-US-amerikanischen Soldaten gefangen zu nehmen. Dieser befindet sich seit nunmehr drei Jahren in ihrem Gewahrsam. Als Lehrer befindet sich Basem allerdings in einen Konflikt, da seine politische Einstellung von seinen eigenen Erfahrungen geprägt ist, weshalb es ihm auch schwerfällt, sein Engagement und den Einsatz für seinen vielversprechendsten Schüler Adam in Einklang zu bringen. Basem versucht seinen Schülern zu erklären, wie sie sich in diesen Zeiten am besten verhalten. Sie sollten sich zurückhalten und den israelischen Soldaten keinen Grund geben, sie kaltblütig zu erschießen. Basem glaubt, es sei das Ziel der IDF, Vergeltungsmaßnahmen anzuzetteln und sich nach ihren Reaktionen hinter einem Justizsystem zu verstecken, das sie für gerecht erklärt haben. Ungerecht scheint allen in der Klasse hingegen die Inhaftierung von Adams älterem Bruder Yacoub, der in den Unterricht zurückgekehrt ist. Der 17-jährige wurde gerade aus einer zweijährigen Haft entlassen, lediglich weil er an einer Protestkundgebung teilgenommen hatte. Nun verlangen die IDF auch noch von Yacoub, für den Abriss ihres Hauses zu bezahlen. Regie führte Farah Nabulsi. Der Film markiert das Spielfilmdebüt der britisch-palästinensischen Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin, die für ihren Kurzfilm The Present für den Oscar nominiert und bei der Verleihung der BAFTA ausgezeichnet wurde. Nabulsi, die sich bei ihren Filmen gerne von Geschichten aus dem wahren Leben inspirieren lässt, nahm sich für The Teacher die Geschichte des entführten IDF-Soldaten Gilad Schalit vor. Palästinensische Freiheitskämpfer hatten ihn im Jahr 2006 gefangen genommen und erst fünf Jahre später, im Austausch für über 1.000 palästinensische politische Gefangene, wieder freigelassen. Saleh Bakri, bekannt aus der Hauptrolle in Nabulsis The Present, Mounia Akls Filmdrama Costa Brava, Lebanon und Maryam Touzanis Film Das Blau des Kaftans, spielt in der Titelrolle den Lehrer Basem El-Saleh. Imogen Poots spielt die Britin Lisa, die als Beraterin an seiner Schule arbeitet. Muayyad Abd Elsamad spielt den Obstverkäufer Adam und Mahmoud Bakri dessen Bruder Yacoub, die beide Basems Klasse besuchen. Stanley Townsend und Andrea Irvine sind in den Rollen der Cohens zu sehen, ein wohlhabendes Paar aus den USA, das nach seinem Sohn sucht, einem Soldaten der israelischen Streitkräfte, der seit drei Jahren als Geisel gehalten wird. Paul Herzberg spielt den israelischen Sicherheitschef im Westjordanland namens Lieberman, der die Suche nach dem Sohn der Cohens leitet. Einat Weizmann spielt einen israelischen Anwalt. In einer weiteren Rolle ist Ruba Blal zu sehen. Die Dreharbeiten fanden im Westjordanland statt, wo auch Nabulsis The Present spielt, unter anderem in der Gegend von Nablus. Während der Dreharbeiten befand sich israelisches Militär in der Stadt. Als Kameramann fungierte der Franzose Gilles Porte, der im Jahr 2005 für seinen eigenen Film Wenn die Flut kommt mit dem César ausgezeichnet wurde. Die Filmmusik komponierte der Brite Alex Baranowski, der zuletzt für den Fernsehfilm Die Kinder von Windermere von Michael Samuels, den Thriller Kosmetik des Bösen von Kike Maíllo und das Filmdrama True Things von Harry Wootliff tätig war. Die Weltpremiere von The Teacher fand am 12. September 2023 beim Toronto International Film Festival statt. Im März 2024 wurde der Film beim Glasgow Film Festival und im April 2024 bei den Cyprus Film Days gezeigt. Die US-Premiere erfolgte im April 2024 beim Washington D.C International Film Festival. Ende April 2024 wurde er auch beim San Francisco International Film Festival und beim Annaba Mediterranean Film Festival vorgestellt. Im Juni 2024 wird er beim Brooklyn Film Festival und im Juli 2024 beim Galway Film Fleadh gezeigt. Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 87 Prozent positiv. Jared Mobarak von The Film Stage schreibt in seiner Kritik, auch wenn es am Anfang von The Teacher zu viele Nebenhandlungen zu geben scheine, würde Farah Nabulsi diese sich etwa in der Mitte des Films überschneiden und verschmelzen lassen. Mobarak erklärt, es erfordere bei diesem komplexen Thema die nötige Zeit, um sicherzustellen, dass das Publikum die emotionale Schwere der Folgen vollständig begreift, die sich aus einem andauernden Zustand systemischer Unterdrückung ergeben, der unweigerlich in Gewalt übergeht. In den Momenten, in denen die Handlungen und Dialoge die Realität des israelischen Apartheidstaats deutlich machen, strahle The Teacher. Nabulsi webe einen Teppich aus verschiedenen, sehr realen Beispielen von Diskriminierungen zusammen, um zu zeigen, wie die Dinge so aus dem Ruder laufen können. Sie lasse keine Zweifel hinsichtlich der Tatsache, dass dieser Krieg im Verborgenen von Rebellen und nicht von Terroristen geführt wird. Der Film heiße dabei ihre Taten nicht gut, sondern kontextualisiere sie ganz einfach. Das Tragische an dieser Wahrheit sei, dass Blutvergießen die einzige Möglichkeit ist, gehört zu werden. Belgrade International Film Festival 2024 Cyprus Film Days International Festival 2024 Galway Film Fleadh 2024 Glasgow Film Festival 2024 San Francisco International Film Festival 2024 Tallinn Black Nights Film Festival 2024 Washington D.C International Film Festival 2024 |
2024-12-03 14:43:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Handball-Europameisterschaft_der_Frauen_2022/Kader | An der Handball-Europameisterschaft der Frauen 2022, der 15. Austragung einer Handball-Europameisterschaft der Frauen, die vom 4. bis 20. November 2022 in Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro ausgetragen wurde, nahmen 16 Mannschaften teil. In diesem Artikel werden die Kader der teilnehmenden Nationen dargestellt. Die Nationalmannschaft von Danemark Dänemark, trainiert von Jesper Jensen, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Deutschland Deutschland, trainiert von Markus Gaugisch, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Frankreich Frankreich, trainiert von Olivier Krumbholz, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Kroatien Kroatien, trainiert von Nenad Šoštarić, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Montenegro Montenegro, trainiert von Bojana Popović, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft der Niederlande Niederlande, trainiert von Per Johansson, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Nordmazedonien Nordmazedonien, trainiert von Julijana Damchevska, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Norwegen Norwegen, trainiert von Þórir Hergeirsson, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Polen Polen, trainiert von Arne Senstad, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Rumänien Rumänien, trainiert von Florentin Pera, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Schweden Schweden, trainiert von Tomas Axnér, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft der Schweiz Schweiz, trainiert von Martin Albertsen, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Serbien Serbien, trainiert von Uroš Bregar, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Slowenien Slowenien, trainiert von Dragan Adžić, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Quellen: Die Nationalmannschaft von Spanien Spanien, trainiert von José Ignacio Prades, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Die Nationalmannschaft von Ungarn Ungarn, trainiert von Vladimir Golovin, hatte folgende Spielerinnen in ihrem Aufgebot: Quellen: Europameisterschaften der Männer Portugal 1994 | Spanien 1996 | Italien 1998 | Kroatien 2000 | Schweden 2002 | Slowenien 2004 | Schweiz 2006 | Norwegen 2008 | Österreich 2010 | Serbien 2012 | Dänemark 2014 | Polen 2016 | Kroatien 2018 | Österreich/Norwegen/Schweden 2020 | Ungarn/Slowakei 2022 | Deutschland 2024 | Dänemark, Norwegen und Schweden 2026 | Spanien, Portugal und Schweiz 2028 | n. n. 2030 | n. n. 2032 Europameisterschaften der Frauen Deutschland 1994 | Dänemark 1996 | Niederlande 1998 | Rumänien 2000 | Dänemark 2002 | Ungarn 2004 | Schweden 2006 | Mazedonien 2008 | Dänemark und Norwegen 2010 | Serbien 2012 | Kroatien und Ungarn 2014 | Schweden 2016 | Frankreich 2018 | Dänemark 2020 | Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro 2022 | Schweiz, Österreich und Ungarn 2024 Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien und die Türkei 2026 | Dänemark, Norwegen und Schweden 2028 | n. n. 2030 | n. n. 2032 Europameisterschaften im Nachwuchsbereich U-20-Europameisterschaften : Rumänien 1996 | Österreich 1998 | Griechenland 2000 | Polen 2002 | Lettland 2004 | Österreich 2006 | Rumänien 2008 | Slowakei 2010 | Türkei 2012 | Österreich 2014 | Dänemark 2016 | Slowenien 2018 | Kroatien 2020 | Portugal 2022 | Slowenien 2024 U-18-Europameisterschaften : Schweiz 1992 | Israel 1994 | Estland 1997 | Portugal 1999 | Luxemburg 2001 | Slowakei 2003 | Serbien & Montenegro 2004 | Estland 2006 | Tschechien 2008 | Montenegro 2010 | Österreich 2012 | Polen 2014 | Kroatien 2016 | Kroatien 2018 | Kroatien 2021 | Montenegro 2022 | Montenegro 2024 U-19-Europameisterschaften : Polen 1996 | Slowakei 1998 | Frankreich 2000 | Finnland 2002 | Tschechien 2004 | Türkei 2007 | Ungarn 2009 | Niederlande 2011 | Dänemark 2013 | Spanien 2015 | Slowenien 2017 | Ungarn 2019 | Slowenien 2021 | Rumänien 2023 U-17-Europameisterschaften : Ungarn 1992 | Litauen 1994 | Österreich 1997 | Deutschland 1999 | Türkei 2001 | Russland 2003 | Österreich 2005 | Slowakei 2007 | Serbien 2009 | Tschechien 2011 | Polen 2013 | Mazedonien 2015 | Slowakei 2017 | Slowenien 2019 | Montenegro 2021 | Montenegro 2023 |
2024-12-01 23:13:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Ladd | Andrew Locklan Ladd ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler. Der linke Flügelstürmer bestritt zwischen 2005 und 2022 insgesamt 1.001 Partien in der National Hockey League , den Großteil davon für das Franchise der Atlanta Thrashers bzw. Winnipeg Jets, die er jeweils als Mannschaftskapitän anführte. Im NHL Entry Draft 2004 wurde er an vierter Position von den Carolina Hurricanes ausgewählt, mit denen er in den Playoffs 2006 seinen ersten Stanley Cup gewann. Im weiteren Verlauf lief er zweimal für die Chicago Blackhawks auf, wobei 2010 der zweite Stanley Cup folgte. Darüber hinaus stand Ladd gegen Ende seiner Laufbahn für die New York Islanders und Arizona Coyotes auf dem Eis. Andrew Ladd begann seine Karriere als Eishockeyspieler in der Saison 2001/02 bei den Vancouver Giants aus der Western Hockey League. Die folgende Saison spielte er bei den Coquitlam Express aus der British Columbia Hockey League. In der Zeit von 2003 bis 2005 stand der Kanadier im Kader der Calgary Hitmen aus der WHL. Während des NHL Entry Draft 2004 wurde er als insgesamt vierter Spieler in der ersten Runde von den Carolina Hurricanes ausgewählt. Im Sommer 2005 erhielt Ladd einen Platz im Kader von Carolinas damaligem Farmteam aus der American Hockey League, den Lowell Lock Monsters, für die er erstmals im professionellen Eishockey aktiv war. In derselben Saison gab er sein Debüt in der National Hockey League und gewann gleich in seiner Premierensaison mit den Hurricanes den Stanley Cup. Am 26. Februar 2008 wurde der Angreifer im Tausch für Tuomo Ruutu an die Chicago Blackhawks abgegeben. Bis Saisonende kam er noch in 20 Spielen für die Blackhawks und in zwei Spielen für deren Farmteam aus der AHL, die Albany River Rats zum Einsatz. In der Saison 2009/10 gewann er mit Chicago ebenfalls den Stanley Cup. Am 1. Juli 2010 wurde Ladd, um einer Überschreitung der Salary Cap entgegenzuwirken, im Austausch für Iwan Wischnewski und einem Zweitrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2011 an die Atlanta Thrashers abgegeben. Dort setzte er in der Saison 2010/11 mit 29 Toren und 59 Punkten in der regulären Saison neue persönliche Bestmarken und beendete diese Spielzeit als bester Scorer der Thrashers, die abermals die Teilnahme an den Playoffs verpassten. Nachdem das Franchise zum Saisonende ins kanadische Winnipeg verlegt worden war, lief der Kontrakt des Angreifers am 1. Juli 2011 aus und Ladd wurde zum Restricted Free Agent. Als eingeschränkt freier Spieler bestand die Möglichkeit, dass ihm anhand eines sogenannten Offer Sheets ein Angebot eines anderen Teams unterbreitet würde. Dazu kam es jedoch nicht und am 5. Juli 2011 einigte sich der Mannschaftskapitän der Winnipeg Jets auf einen neuen Kontrakt mit den Jets für fünf Jahre im Wert von rund 22 Millionen US-Dollar. Ladd fungierte in der Folge fünf Jahre lang als Mannschaftskapitän der Jets, ehe er im Februar 2016 im Rahmen eines größeren Tauschgeschäfts zu den Chicago Blackhawks zurückkehrte. Die Blackhawks erhielten neben Ladd auch Jay Harrison sowie Matt Fraser und gaben im Gegenzug Marko Daňo und ein Erstrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2016 an die Jets ab; zudem sollen die Jets ein zusätzliches Drittrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2018 erhalten, falls Chicago den Stanley Cup 2016 gewinnt. Ferner verließ Ladd die Jets als bis dato bester Torschütze der Franchise-Geschichte . Bei den Blackhawks beendete Ladd die Saison 2015/16, erhielt jedoch darüber hinaus keinen neuen Vertrag. Als Free Agent schloss er sich daher im Juli 2016 den New York Islanders ein, die ihn mit einem Vertrag über sieben Jahre Laufzeit und einem jährlichen Gehalt von 5,5 Millionen US-Dollar ausstatteten. Mit Beginn der Spielzeit 2019/20 verlor Ladd jedoch seinen Stammplatz bei den Islanders und kommt seither auch regelmäßig bei deren AHL-Farmteam zum Einsatz, den Bridgeport Sound Tigers. Nach fünf Jahren in New York wurde er im Juli 2021 an die Arizona Coyotes abgegeben, die somit seine zwei verbleibenden Vertragsjahre übernahmen und dafür je ein Zweitrunden-Wahlrecht für die NHL Entry Drafts 2021 und 2022 sowie ein weiteres Drittrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2023 erhielten. Insgesamt wurde es als unwahrscheinlich eingeordnet, dass Ladd, der aufgrund von schweren Verletzungen in beiden Knien in der Spielzeit 2020/21 nur eine Partie in Bridgeport absolvierte, noch einmal in der NHL auflaufen würde. Dies allerdings gelang ihm bei den Coyotes, wo er im April 2022 seine insgesamt 1000. Partie der regulären Saison in der NHL bestritt. In weiterer Folge verpasste er die gesamte Spielzeit 2022/23 aufgrund einer Knieverletzung und verkündete schließlich im September 2023 das Ende seiner aktiven Laufbahn. Insgesamt hatte er 1001 NHL-Partien bestritten und dabei 550 Scorerpunkte verzeichnet. Vertrat Kanada bei: Kelly Buchberger | Steve Staios | Ray Ferraro | kein Kapitän | Shawn McEachern | Scott Mellanby | Bobby Holík | kein Kapitän | Ilja Kowaltschuk | Andrew Ladd Andrew Ladd | Blake Wheeler | Adam Lowry |
2024-12-01 21:54:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Wharton_Business_School | Die Wharton School ist die Business School der University of Pennsylvania, USA. Sie wurde 1881 von Joseph Wharton als erste universitäre Business School der Welt gegründet. Die Wharton School ist Mitglied der Ivy-League, einer Gruppe von Elite-Hochschulen der USA und zählt in Ranglisten zu den renommiertesten Business Schools der Welt. Die Wharton Business School gilt als dasjenige Bildungsinstitut, welches die meisten Milliardäre in den USA hervorgebracht hat. Die Wharton School hat derzeit zwei Ausbildungszentren, eines in Philadelphia und eines in San Francisco. Außerdem unterhält sie eine weitreichende Zusammenarbeit mit der internationalen Business School INSEAD, die ihren Sitz in Fontainebleau und Singapur hat. Bis heute gilt die Wharton School als eine der führenden Business Schools der Welt und ist bekannt für ihre akademischen und praktischen Stärken in allen Fachbereichen. In den Rankings international führender Business Schools für MBA-Studiengänge belegt die Wharton School regelmäßig einen der vorderen Plätze. Seit 2000 rangiert Wharton bei den Financial Times Global Business School Rankings zehn Mal und damit am häufigsten von allen Business Schools weltweit auf dem ersten Platz. Im Webometrics Ranking Web of Business Schools erreichte die Wharton School 2013 den ersten Platz weltweit, wobei die Copenhagen Business School auf Platz 2 und Harvard Business School auf Platz 3 eingeordnet wurden. Derzeit studieren jährlich ca. 4.600 Undergraduate-Studenten, MBA-Studenten und Doktoranden sowie ca. 8.000 Teilnehmer an Weiterbildungsprogrammen für Führungskräfte. Es gibt rund 81.000 ehemalige Studenten in 146 Ländern weltweit. Die Studiengebühren pro Jahr belaufen sich auf etwa 65.000 USD. 39.952777777778-75.196944444444Koordinaten: 39° 57′ 10″ N, 75° 11′ 49″ W |
2024-11-22 17:42:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Centre_Pompidou | Das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, umgangssprachlich auch Centre Pompidou oder Beaubourg, von den Einheimischen auch La Raffinerie genannt, ist ein staatliches Kunst- und Kulturzentrum im 4. Arrondissement von Paris. Es wurde auf Initiative des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou von den Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini entworfen und nach einer fünfjährigen Bauzeit am 31. Januar 1977 eröffnet. Tragwerksplaner war Edmund Happold von Arup. Das Centre Pompidou soll französischen Staatsbürgern wie auch Fremden aller Gesellschaftsschichten freien Zugang zu Wissen garantieren. Es beherbergt das Musée National d’Art Moderne mit bedeutenden Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, dem ein Zentrum für Industriedesign angeschlossen ist, die Bibliothek Bibliothèque Publique d’Information mit über 400.000 Medien und 2000 Leseplätzen, das Musikforschungszentrum IRCAM , eine Kinderwerkstatt, Kino-, Theater- und Vortragssäle, eine Buchhandlung sowie ein Restaurant und ein Café. Als erste Außenstelle wurde im Mai 2010 das Centre Pompidou-Metz in der lothringischen Hauptstadt eröffnet. Das Gebäude entstand nach einem Entwurf des japanischen Architekten Shigeru Ban. Im September 2014 wurde bekannt, dass das Centre Pompidou im Frühjahr 2015 eine weitere Außenstelle in Málaga eröffnet. Dabei handelt es sich um ein zeitlich befristetes Engagement, geplant war das Centre Pompidou provisoire in den Räumen des Kulturzentrums El Cubo für zunächst fünf Jahre. Der Vertrag wurde 2019 um weitere fünf Jahre bis 2025 verlängert. In dieser Zeit werden in Málaga rund 90 Meisterwerke aus dem Bestand des Musée National d’Art Moderne präsentiert. Im Gegenzug erhält das Pariser Kulturzentrum von der Stadt Málaga jährlich zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro. Schon André Malraux hatte als Kulturminister unter Präsident Charles de Gaulle die Absicht, anstelle des unzureichenden und wenig besuchten Palais de Tokyo ein repräsentatives Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu errichten. Diese Intention wurde von de Gaulles Nachfolger Georges Pompidou geteilt. Dieser wollte damit unter anderem auch die Funktion von Paris als internationale Kunstmetropole gegenüber New York stärken. Eine zweite Wurzel des neuen Baus ergab sich aus der immer dringlicheren Notwendigkeit, die alte Pariser Nationalbibliothek zu entlasten, und eine große Präsenzbibliothek im Zentrum der Stadt zu schaffen. Nachdem am 11. Dezember 1969 die offizielle Entscheidung für den Bau eines neuen Museums moderner Kunst gefallen war, wurde entschieden, dieses mit der ebenfalls notwendigen Bibliothek baulich zu verbinden. Nachdem im Februar 1970 die Vereinigung der beiden Projekte beschlossen war, kam es zügig zur Auslobung des Architektenwettbewerbs, zur Entscheidung der Jury vom 15. Juli 1971 für das Projekt Piano/Rogers und in der Folge zum Bau. Dieser wurde am 31. Januar 1977 von Pompidous Nachfolger Valéry Giscard d’Estaing eröffnet. Als unumstrittener Bauplatz stand das nach dem Umzug des Großmarktes von Les Halles nach Rungis und La Villette nicht mehr als LKW-Parkplatz benötigte Areal des Plateaus von Beaubourg im 4. Pariser Arrondissement zur Verfügung. Das ehemalige Quartier Saint-Merri, ein seit 1906 als Îlot insalubre wegen mangelnder Hygiene offiziell zum Abriss bestimmtes Altstadtviertel, war schon in den 1930er Jahren beseitigt worden und zur innerstädtischen Brachfläche geworden. Von 1976 bis 1980 stiftete Alexander Iolas einen Teil seiner Sammlung moderner Kunst dem neuen Centre Pompidou. Von 2025 bis 2030 soll das Centre Pompidou zur Sanierung geschlossen werden. Das Tragwerk und Rohre für Gebäudetechnik und Erschließung wurden sichtbar an den Gebäudeaußenseiten angeordnet. Dabei sind das Tragwerk und die Belüftungsrohre weiß bemalt, die Beförderung rot, Elektrik gelb, Wasserrohre grün und die Rohre der Klimaanlage blau. Dadurch bleiben die großen Nutzflächen im Inneren weitgehend frei von Stützen und sind flexibel nutzbar. Während die Rohre der Gebäudetechnik weitgehend auf der Ostseite verlaufen, befindet sich auf der Westseite eine teilweise rote überdachte Rolltreppe, die diagonal über die komplette Fassade verläuft. Dieser neue Fassadentypus und seine Gestaltung waren zur Entstehungszeit umstritten. Viele Zeitgenossen fühlten sich an Fabriken erinnert und empfanden die Architektur als unpassend hinsichtlich Ort und Nutzung. Das Gebäude wird als erste bedeutende Loslösung vom architektonischen Diskurs zwischen Modernismus und Postmoderne verstanden. Vorgesehen waren im Wettbewerbsentwurf höhenverstellbare Stockwerke und ein großer Fassadenbildschirm als Schnittstelle zwischen Museum und Stadt. Aus Geldmangel verzichtete man darauf. Auf den Plätzen im Westen und Süden des Gebäudes treten oft Straßenkünstler auf. Im Süden befindet sich auch der von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely gestaltete Strawinski-Brunnen. Das Forum des Halles und das Hôtel de Ville befinden sich jeweils wenige Häuserblocks entfernt. Bereits 1978 wurde das Centre Pompidou für Dreharbeiten zum James-Bond-Film Moonraker – Streng geheim genutzt. Es sollte im Film das Drax-Forschungszentrum darstellen. Die Fußgängerröhre war Teil der Szene, in der James Bond zum ersten Mal auf Holly Goodhead trifft. Von 1987, dem 10-jährigen Jubiläum der Eröffnung, bis 1996 war am Centre Pompidou eine große Countdown-Uhr namens Le Génitron befestigt, die die Sekunden bis zum Jahr 2000 herunterzählte. Wegen der geplanten Inbetriebnahme einer vergleichbaren Uhr am Eiffelturm im April 1997 wurde die Uhr am Centre im August 1996 wieder demontiert. Ein Modell ist im Park Mini-Europa in Brüssel vorhanden. 48.8605555555562.3522222222222Koordinaten: 48° 51′ 38″ N, 2° 21′ 8″ O |
2024-12-04 05:52:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Unterhe%C3%9Fbach | Unterheßbach ist ein Gemeindeteil der Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach . Unterheßbach liegt in der Gemarkung Heßbach. Das Dorf liegt an der Fränkischen Rezat und an zwei namenlosen Bächen, die dort als rechte Zuflüsse in die Rezat münden. Im Westen liegt das Kellerfeld, etwa einen Kilometer westlich das Waldgebiet Hag. Rund einen Kilometer südwestlich liegt die Fichtenleiten. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 13 bei Oberheßbach bzw. nach Lehrberg . Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg. Der Ort wurde 1345 als „Nidern Hesspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet am Bach des Hesso. Mit dem Bach ist die Rezat gemeint, an der die Siedlung angelegt wurde, der Personenname Hesso verweist vermutlich auf den Gründer der Siedlung. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Unterheßbach 17 Mannschaften angegeben. Grundherren waren das Stiftsamt Ansbach , das Hochstift Eichstätt , das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim und die Kaplanei und Vogtei Lehrberg . Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hochstift Eichstätt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Unterheßbach mit Oberheßbach eine Realgemeinde. In Unterheßbach gab es 18 Anwesen. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Lehrberg. Grundherren waren das Hochstift Eichstätt , das Stiftsamt Ansbach und das Rittergut Rügland . Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude . Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Unterheßbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gräfenbuch und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Gräfenbuch zugeordnet. Am 13. September 1827 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Heßbach genehmigt, zu der Ober- und Unterheßbach gehörten. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden fünf Anwesen von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland. Im Zuge der Gebietsreform wurde Heßbach am 1. Januar 1972 nach Lehrberg eingemeindet. Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Margaretha gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König zuständig. Ballstadt | Berndorf | Birkach | Brünst | Buhlsbach | Dauersmühle | Fritzmühle | Gödersklingen | Gräfenbuch | Hürbel am Rangen | Kohlmühle | Kühndorf | Lehrberg | Oberheßbach | Obersulzbach | Pulvermühle | Röshof | Schmalach | Schmalenbach | Seemühle | Unterheßbach | Untersulzbach | Walkmühle | Wüstendorf | Zailach | Ziegelhütte Sonstige Wohnplätze: Buhlsmühle | Marienhöhe | Schmalenbacher Mühle |
2024-12-04 03:08:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rohfilm_(Film) | Rohfilm ist ein Experimentalfilm der deutschen Filmemacher Birgit und Wilhelm Hein aus dem Jahr 1968. Im Film wird das reale Bild zerstört: „Er beinhaltet direkte Filmcollage und manuelle Attacken auf das Zelluloid. Seine physische Präsenz ist überwältigend.“ Der Film wurde weltweit aufgeführt. |
2024-12-01 14:23:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ridala_(Saaremaa) | 58.45444423.030556Koordinaten: 58° 27′ N, 23° 2′ O Ridala ist ein Dorf auf der größten estnischen Insel Saaremaa. Es gehört zur Landgemeinde Saaremaa im Kreis Saare. Der Ort wurde erstmals im Jahre 1434 unter dem Namen Ruttel urkundlich erwähnt. Das Dorf hat heute 28 Einwohner . Es liegt 40 Kilometer nordöstlich der Inselhauptstadt Kuressaare. Bei Ridala haben Archäologen Anfang der 1960er Jahre Reste einer befestigten Siedlung nachgewiesen. Sie wurde wahrscheinlich im 8. oder 7. Jahrhundert vor Christus bei feindlichen Angriffen und einem Brand zerstört. Von drei Seiten war sie zur damaligen Zeit von Meer umgeben gewesen. Stadt : Kuressaare Großdorf : Aste | Kärla | Kihelkonna | Kudjape | Leisi | Nasva | Orissaare | Salme | Valjala Dorf : Aaviku | Abaja | Abruka | Abula | Allikalahe | Anepesa | Angla | Anijala | Anseküla | Ansi | Arandi | Ardla | Are | Ariste | Arju | Aru | Aruste | Aste | Asuka | Asuküla | Asva | Atla | Audla | Aula-Vintri | Austla | Easte | Eeriksaare | Eikla | Eiste | Endla | Ennu | Haamse | Haapsu | Haeska | Hakjala | Hämmelepa | Hänga | Hiievälja | Himmiste | Hindu | Hirmuste | Hübja | Iide | Iilaste | Ilpla | Imara | Imavere | Irase | Iruste | Jaani | Jämaja | Järise | Järve | Järveküla | Jauni | Jõe | Jõelepa | Jõempa | Jõgela | Jõiste | Jööri | Jootme | Jursi | Kaali | Kaali-Liiva | Kaarma | Kaarma-Jõe | Kaarma-Kirikuküla | Kaarma-Kungla | Kaarmise | Kaavi | Käesla | Kahtla | Kahutsi | Kailuka | Kaimri | Kaisa | Kaisvere | Käku | Kakuna | Kalju | Kallaste | Kallemäe | Kalli | Kalma | Kalmu | Kandla | Kangrusselja | Kanissaare | Käo | Kapra | Karala | Kärdu | Kareda | Kargi | Karida | Karja | Kärla-Kirikuküla | Kärla-Kulli | Kärneri | Karujärve | Karuste | Kasti | Kaubi | Kaugatoma | Kaunispe | Kavandi | Kehila | Kellamäe | Keskranna | Keskvere | Kihelkonna-Liiva | Kiirassaare | Kingli | Kipi | Kiratsi | Kirderanna | Kiritu | Kiruma | Kogula | Koidula | Koiduvälja | Koigi | Koigi-Väljaküla | Kõiguste | Koikla | Koimla | Kõinastu | Koki | Koksi | Kõljala | Kõnnu | Kõõru | Koovi | Kopli | Kõriska | Kõrkküla | Kõrkvere | Kõruse | Kõruse-Metsaküla | Kotlandi | Kotsma | Kübassaare | Küdema | Kugalepa | Kuiste | Kuke | Külma | Kungla | Kuninguste | Kuralase | Kuremetsa | Kurevere | Kuumi | Kuuse | Kuusiku | Kuusnõmme | Laadjala | Laadla | Läägi | Läätsa | Läbara | Laevaranna | Laheküla | Lahetaguse | Laimjala | Länga | Laoküla | Lassi | Lätiniidi | Laugu-Liiva | Laugu | Leedri | Leina | Leisi | Levala | Liigalaskma | Liiküla | Liiva | Liivanõmme | Liiva-Putla | Liivaranna | Lilbi | Lindmetsa | Linnaka | Linnuse | Lõmala | Loona | Lööne | Lõopõllu | Lõpi | Lõu | Lülle | Lümanda | Lümanda-Kulli | Lussu | Luulupe | Maanteeküla | Maasi | Mäebe | Mäeküla | Mägi-Kurdla | Maleva | Mändjala | Männiku | Masa | Mässa | Mätasselja | Mätja | Matsiranna | Meedla | Mehama | Meiuste | Merise | Metsaääre | Metsaküla | Metsalõuka | Metsapere | Metsara | Metsküla | Mõisaküla | Möldri | Mõnnuste | Mõntu | Moosi | Mui | Mujaste | Mullutu | Muraja | Muratsi | Murika | Mustjala | Mustla | Nässuma | Nava | Neeme | Neemi | Nenu | Nihatu | Ninase | Nõmjala | Nõmme | Nõmpa | Nurme | Odalätsi | Oessaare | Õeste | Õha | Ohessaare | Ohtja | Oitme | Oju | Ööriku | Orinõmme | Oti | Paaste | Paatsa | Paevere | Pahapilli | Pahavalla | Pähkla | Paiküla | Paimala | Paju-Kurdla | Pajumõisa | Pamma | Pammana | Panga | Parasmetsa | Parila | Pärni | Pärsama | Peederga | Pidula-Kuusiku | Pidula | Pihtla | Piila | Pöide | Pöide-Keskvere | Pöitse | Poka | Põlluküla | Põripõllu | Praakli | Püha | Püha-Kõnnu | Puka | Pulli | Purtsa | Räägi | Rahniku | Rahtla | Rahu | Rahuste | Räimaste | Randküla | Randvere | Rannaküla | Ratla | Raugu | Reeküla | Reina | Reo | Ridala | Riksu | Roobaka | Röösa | Rootsiküla | Ruhve | Sääre | Saareküla | Saaremetsa | Sagariste | Saia | Saikla | Sakla | Salavere | Salu | Sandla | Sauaru | Saue-Mustla | Saue-Putla | Sauvere | Selgase | Selja | Sepa | Sepise | Siiksaare | Sikassaare | Silla | Soela | Sõmera | Soodevahe | Sõrve-Hindu | Sundimetsa | Sutu | Suur-Pahila | Suur-Rahula | Suur-Randvere | Suure-Rootsi | Suurna | Taaliku | Täätsi | Tagamõisa | Tagaranna | Tagavere | Tahula | Talila | Tammese | Tammuna | Tareste | Taritu | Tehumardi | Tiirimetsa | Tiitsuotsa | Tirbi | Tohku | Tõlli | Tõlluste | Tõnija | Toomalõuka | Tõre | Torgu-Mõisaküla | Tõrise | Tornimäe | Tõru | Triigi | Tuiu | Tumala | Turja | Türju | Tutku | Uduvere | Ula | Ulje | Undimäe | Undva | Unguma | Unimäe | Upa | Üru | Üüdibe | Uuemõisa | Üüvere | Vahva | Vaigu | Vaigu-Rannaküla | Väike-Pahila | Väike-Rahula | Väike-Rootsi | Väike-Ula | Väike-Võhma | Vaivere | Väkra | Väljaküla | Valjala-Ariste | Valjala-Kogula | Valjala-Nurme | Väljamõisa | Välta | Vana-Lahetaguse | Vanakubja | Vanalõve | Vanamõisa | Vantri | Varkja | Varpe | Vatsküla | Vedruka | Veere | Veeremäe | Veeriku | Vendise | Vennati | Veske | Vestla | Viidu | Viidu-Mäebe | Viira | Viki | Vilidu | Vilsandi | Viltina | Vintri | Virita | Võhma | Võrsna |
2024-11-22 19:24:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe#Kriterien_der_Unterschutzstellung | Das Welterbe umfasst Denkmäler, Ensembles und Stätten sowie Naturgebilde, geologische und physiographische Erscheinungsformen und Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert, deren Erfassung, Schutz und Erhaltung durch die Vertragsstaaten nach der Welterbekonvention von der UNESCO unterstützt werden. Der Begriff Welterbe wird auch synonym für einzelne Welterbestätten verwendet, die dem UNESCO-Welterbe angehören. Nach den Durchführungsrichtlinien zur Welterbekonvention zählt das Kultur- und Naturerbe zu den unschätzbaren und unersetzlichen Gütern nicht nur jedes Volkes, sondern der ganzen Menschheit. Teile dieses Erbes können wegen ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften als von außergewöhnlichem universellem Wert und daher als des besonderen Schutzes gegen die ihnen immer stärker drohenden Gefahren würdig betrachtet werden. Die schutzwürdigen Güter werden in eine Liste eingetragen, die mit den Neuaufnahmen in das UNESCO-Kultur- und -Naturerbe 1978 eröffnet wurde. Über die Aufnahme in die Welterbeliste entscheidet das Welterbekomitee. Von denjenigen Kultur- und Naturdenkmälern, die auf der Welterbeliste geführt werden, hebt die UNESCO mit der Liste des gefährdeten Welterbes solche hervor, deren Bestand und Geltung durch ernste und spezifische Gefahren, wie Beschädigung, Zerstörung oder Verschwinden, bedroht sind. Die UNESCO mahnt für diese Stätten außerordentliche Schutzanstrengungen an. Die meisten dieser gefährdeten Stätten befinden sich in Kriegsgebieten oder Entwicklungsländern, aber nur wenige in hoch entwickelten Ländern. In Deutschland beschließt die Kultusministerkonferenz , welche Stätten bei der UNESCO zur Aufnahme in die Welterbeliste nominiert werden. Sie veröffentlichte 2017 eine Handreichung zur Umsetzung des UNESCO-Welterbeprogramms mit Empfehlungen und Merkblättern zu Bedeutung und Umgang mit bestehenden und potenziellen Welterbestätten. Das Welterbe ist Teil des UNESCO-Kultur- und -Naturerbes, zu dem auch noch Biosphärenreservate, globale Geoparks, Unterwasserkulturerbe, Weltdokumentenerbe und immaterielles Kulturerbe gehören. Mit dem Übereinkommen zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten wurden 1954 erstmals internationale Normen zur Erhaltung des Kulturerbes gesetzt. Grundlage für den Schutz der nicht nur durch Kriege, sondern auch durch eine Ausbreitung der Zivilisation bedrohten Kulturgüter und Naturstätten ist das in Paris verabschiedete Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt vom 16. November 1972, das 1975 in Kraft trat. In Deutschland wurde es 1977 durch Bundesgesetz ratifiziert. Die beigetretenen Staaten verpflichten sich, das auf ihrem Gebiet befindliche Welterbe selbst zu erfassen, zu schützen und zu erhalten. Gleichzeitig sichern sie sich internationale Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe zu, um diese Aufgaben zu erfüllen. Beigetreten sind, Stand März 2021, 194 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Zuletzt wurde die Konvention im Jahr 2016 vom Südsudan und von Osttimor sowie 2020 von Somalia ratifiziert. Der Begriff des „kulturellen Erbes“ geht auf Henri-Baptiste Grégoire zurück, den Bischof von Blois und französischen Revolutionär, und wurde in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954 kodifiziert: “Damage to cultural property, belonging to any people whatsoever, means damage to the cultural heritage of all mankind, since each people makes its contribution to the culture of the world.” „Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“ Den Anstoß zur Schaffung der Welterbekonvention gab der Aufruf der UNESCO vom 8. März 1960, die durch den Bau des Assuan-Staudammes vom Nil bedrohten Denkmale in Nubien für die Nachwelt zu retten. Die Tempel von Abu Simbel und Philae wurden abgetragen und 180 m landeinwärts an einer 64 m höher gelegenen Stelle wieder aufgebaut. Diese Kampagne kostete ca. 80 Millionen US-Dollar. Etwa die Hälfte der Gelder kam aus Spenden von 50 Ländern. Obwohl es sich bei Abu Simbel um eine fassadierte Rekonstruktion handelt, wurde der Denkmalwert dieses Bauwerks ausdrücklich betont. Weitere Sicherungsmaßnahmen erfolgten zum Beispiel bei den Lagunen von Venedig oder den archäologischen Ruinen in Mohenjo-Daro im heutigen Pakistan. Zusammen mit den internationalen Nichtregierungsorganisationen International Council on Monuments and Sites und International Union for Conservation of Nature initiierte die UNESCO im Folgenden die Ausarbeitung der Welterbekonvention. Daneben lebt hier auch die aus der Antike stammende Idee der Weltwunder weiter, die über viele Jahrhunderte eine ähnliche Funktion für den Tourismus erfüllte wie heute das UNESCO-Welterbe. Bei der Welterbekonferenz in Brasília im Jahr 2010 wurde festgestellt, dass auch ein „dunkler Nachthimmel für die Astronomie“ ein schützenswertes Objekt sei. Innerhalb der UNESCO wurde ein zwischenstaatliches Komitee für den Schutz des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlichem universellem Wert mit der Bezeichnung „Komitee für das Erbe der Welt“ errichtet. Seine 21 Mitglieder werden von der Generalversammlung der Vertragsstaaten für eine bestimmte Amtszeit gewählt. Das 1992 durch Bernd von Droste zu Hülshoff gegründete und von ihm bis 1999 geleitete Welterbezentrum ist das ständige Sekretariat des Welterbekomitees und organisatorisch in den Kultursektor des UNESCO-Sekretariats in Paris integriert. Es hat die Aufgabe, die vom Welterbekomitee getroffenen Beschlüsse umzusetzen, zu protokollieren, zu dokumentieren und zu publizieren. Es organisiert die Tagungen der Generalversammlung und des Komitees, nimmt die Nominierungsanträge für die Welterbeliste entgegen, koordiniert das Monitoring der Welterbestätten und organisiert die periodische Berichterstattung. Es betreut den Welterbefonds, koordiniert internationale Hilfsprojekte und unterstützt die Vertragsstaaten bei der Umsetzung der Ziele und Programme im Rahmen der Welterbekonvention. Drei internationale Fachgremien beraten das Welterbekomitee: Im Bereich des Kulturerbes sind dies der Internationale Rat für Denkmalpflege und das Internationale Studienzentrum für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut , im Bereich des Naturerbes die Internationale Union zur Erhaltung der Natur . Sie nehmen beratend an den Tagungen des Welterbekomitees teil. Städte, auf deren Gebiet sich ein Welterbe befindet, haben sich zur Organization of World Heritage Cities zusammengeschlossen, deren Hauptsitz sich in der kanadischen Stadt Québec befindet. Es ist vorrangig Sache jedes Vertragsstaats, die in seinem Hoheitsgebiet befindlichen potentiellen Kultur- und Naturerbestätten zu erfassen, zu bestimmen, zu schützen und durch finanzielle, künstlerische, wissenschaftliche und technische Maßnahmen zu erhalten. Zugleich haben die Vertragsstaaten anerkannt, dass dieses Erbe ein Welterbe darstellt, zu dessen Schutz die internationale Staatengemeinschaft als Gesamtheit zusammenarbeiten muss. Jeder Vertragsstaat kann beim Welterbekomitee internationale Unterstützung für in seinem Hoheitsgebiet befindliches Kultur- oder Naturerbe beantragen. Das Komitee entscheidet gemäß Artikel 11 Nr. 2 der Welterbekonvention über die Aufnahme neuer Welterbestätten in die „Liste des Erbes der Welt“ und prüft, ob die bereits gelisteten Stätten den Kriterien der Welterbekonvention noch entsprechen. Es unterstützt die 189 Unterzeichnerstaaten durch fachliche und materielle Hilfe. Unterstützung kann nach Art. 20, 22 der Welterbekonvention für die in die Liste aufgenommenen Güter in folgender Form gewährt werden: Finanzielle Unterstützungsbeiträge werden aus dem „Fonds für das Erbe der Welt“ gewährt, der sich aus Beiträgen der Vertragsstaaten sowie privaten Spenden oder Vermächtnissen und Sammlungen zugunsten des Fonds zusammensetzt. Circa 4 Millionen US-Dollar stehen so jährlich für Erhaltungs- und Soforthilfemaßnahmen der Stätten bereit. Über die Vergabe von Mitteln aus dem Welterbefonds entscheidet das Welterbekomitee. In der Regel wird jedoch nur ein Teil der Kosten für die erforderliche Arbeit durch den Fonds finanziert. Der Eigenanteil des unterstützten Staates muss einen wesentlichen Teil der für jedes Programm oder Vorhaben aufgewendeten Mittel betragen, es sei denn, seine Mittel erlauben dies nicht . Für jedes Jahr darf jeder Vertragsstaat zwei Vorschläge zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe einreichen. Diese Vorschläge müssen jedoch bereits mindestens zwei Jahre auf der Vorschlagsliste enthalten gewesen sein, die jedes Land bei der UNESCO hinterlegt und regelmäßig aktualisiert. Einmal im Jahr, normalerweise Anfang Juli, trifft sich das Welterbekomitee, um über die Aufnahmeanträge der Staaten zu entscheiden. Das Komitee kann Vorschläge zur Aufnahme von Stätten annehmen, ablehnen oder vertagen und weitere Informationen vom beantragenden Staat fordern. Die Welterbeliste der UNESCO wird fortlaufend publiziert. Bei seinen Sitzungen berät das Komitee auch über den Erhaltungszustand bereits aufgenommener Denkmäler. Zur fachlichen Beratung holt es Gutachten von ICOMOS, IUCN und ICCROM ein. Es prüft, ob ein in der Liste geführtes Denkmal bedroht oder derart gefährdet ist, dass es den Kriterien der Welterbekonvention nicht mehr entspricht und so auf die Liste des Welterbes in Gefahr gesetzt oder ganz aus der Liste gestrichen wird. Um eventuelle Veränderungen des Erhaltungszustandes festzustellen, werden die Stätten regelmäßig überprüft. Außerdem müssen die Unterzeichnerstaaten das Welterbekomitee über eventuelle Veränderungen bezüglich der Stätten informieren. Zudem wird ein Schutz- und Erhaltungsplan verlangt, der ausreicht, um die Erhaltung sicherzustellen. In den Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt sind die Kriterien enthalten, nach denen eine Stätte in die Liste aufgenommen werden kann. Grundlegend ist das Konzept des außergewöhnlichen universellen Wertes als zentraler Maßstab für die Eintragung einer Stätte. Der außergewöhnliche universelle Wert bezeichnet nach Nr. 49 der Richtlinien eine kulturelle und/oder natürliche Bedeutung, die so außergewöhnlich ist, dass sie die nationalen Grenzen durchdringt und sowohl für gegenwärtige als auch für künftige Generationen der gesamten Menschheit von Bedeutung ist. Bei der Entscheidung über die Aufnahme werden nach Nr. 77 ff. der Richtlinien insbesondere die übergreifenden Kriterien der Echtheit und der Unversehrtheit geprüft . Bis Anfang 2005 wurden Kriterien für Kultur- und Naturgüter getrennt geführt und waren getrennt durchnummeriert. Seitdem werden sie für jedes Objekt gemeinsam geprüft. So wird zwar weiterhin die Mehrheit der Welterbestätten nur als Kulturerbe oder nur als Naturerbe bezeichnet, aber mit Stand 2019 erfüllen bereits 39 Stätten Kriterien aus beiden Bereichen. Kriterien für Kulturerbe: Kriterien für Naturerbe: Zur Eintragung in die Welterbeliste werden die Grenzen des „Gutes“ eindeutig definiert, die sich an leicht erkennbaren Strukturen orientieren. Dieses Gebiet wird zum Schutz meist von einer Pufferzone umgeben. Im Jahr 2011 definierte die UNESCO den Begriff „Pufferzone“ im Glossar wesentlicher Begriffe ihres Handbuchs: Erstellung von Welterbe-Nominierungen folgendermaßen: „Pufferzonen sind klar abgegrenzte Gebiete um ein Welterbegut, welche zu Schutz, Erhalt, Management, Unversehrtheit, Echtheit und Nachhaltigkeit des außergewöhnlichen universellen Wertes des Gutes beitragen. Wenngleich Pufferzonen nicht als Teil des eingetragenen Gutes gelten, sollten deren Grenzen und relevante Managementpläne zu dem Zeitpunkt evaluiert, bestätigt und formal dokumentiert werden, wenn sie von einem Vertragsstaat vorgeschlagen werden. Wo Pufferzonen definiert sind, sollten sie als integraler Bestandteil der Verpflichtung des Vertragsstaates zu Schutz, Erhalt und Management des Welterbegutes gesehen werden. Die Funktionen der Pufferzone sollten die verschiedenen Arten und Ebenen von Schutz, Erhalt und Management widerspiegeln, die notwendig sind, um die Merkmale, welche den außergewöhnlichen universellen Wert ausmachen, zu schützen.“ Eine Pflicht zur Ausweisung von Pufferzonen bei der Bewerbung eines „Guts“ um die Zuerkennung des Welterbe-Status gibt es seit 1998. Im Fall der Welterbestätte Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin erfolgte die Aufforderung des UNESCO-Welterbekomitees an die Stadt Potsdam, nachträglich eine Pufferzone einzurichten, im Jahr 2007. Das anschließend praktizierte Verfahren der Pufferzonenausweisung wurde ab 2007 in Deutschland erstmals angewandt. Zur Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der Stadt Potsdam und der UNESCO kam es im Januar 2011. Von keinem Verfahrensbeteiligten wurden Sinn und Zweck eines Schutzes der Umgebung der Welterbestätte in Frage gestellt. Entsprechend den oben angeführten Kriterien werden Welterbestätten unterteilt in: Eine andere Unterteilung erfolgt nach der Anzahl geschützter Objekte oder Gebiete: Eine andere Unterteilung erfolgt nach der Anzahl der beteiligten Staaten: Die UNESCO führt eine Liste des Welterbes, auf der alle Welterbestätten verzeichnet sind. Mit Stand August 2024 umfasst diese Liste 1223 Stätten in 168 Ländern. Davon sind 952 als Weltkulturerbe und 231 als Weltnaturerbe gelistet, weitere 40 Stätten werden als gemischte Kultur- und Naturerbestätte geführt. 49 Welterbestätten sind grenzüberschreitend oder transnational, das heißt zwei oder mehr Staaten zugeordnet. Serielle Welterbestätten enthalten mehrere Einzelobjekte oder mehrere voneinander getrennte Gebiete, zum Beispiel Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale oder Historische Stätten von Baekje. Die UNESCO fügt akut gefährdete Welterbestätten ihrer Liste des gefährdeten Welterbes solche hervor, deren Bestand hinzu. Dabei ist es nachrangig, ob mit der Aufnahme den Verantwortlichen ein Signal gegeben werden soll, sich mehr um die Erhaltung der Güter zu bemühen, oder ob ein Staat um internationale Unterstützung bittet, weil er selbst mit den Schutzmaßnahmen überfordert ist. Ziel der Aufnahme in die Liste ist die Aufstellung von konkreten Maßnahmekatalogen zur Wiederherstellung desjenigen Wertes, der ursprünglich zur Aufnahme in die Welterbeliste geführt hat. Das betrifft auch das Verhindern von Plünderungen, Kunstraub und konfliktbedingten Zerstörungen und die Erstellung von aktuellen Inventarlisten in Museen, Archiven und Kulturstätten. Die UNESCO und ihre Partnerorganisationen wie Blue Shield im Verband mit ICOMOS sind dazu vor Ort tätig. Bei einer außerordentlichen Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees im Januar 2023 wurde die Liste um drei weitere Stätten ) erweitert. Damit stehen 56 Welterbestätten auf der Liste des gefährdeten Welterbes, darunter alle Welterbestätten in Afghanistan, Libyen und Syrien. Von der Liste des Welterbes endgültig gestrichen wurden bis 2021 drei Stätten: Die erste derartige Entscheidung betraf das Wildschutzgebiet der Arabischen Oryx in Oman. Es wurde 2007 ausgelistet, nachdem das Reservat um 90 % verkleinert worden war, um dort Öl zu fördern. Der Oryxbestand ging deswegen seit 1996 von 450 auf 65 Tiere zurück. Die zweite gestrichene Stätte ist die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal, die 2006 wegen der Planungen zum Bau der Waldschlößchenbrücke auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt worden war. Im Jahr 2009 wurde der Titel wegen des begonnenen Baus aberkannt. Als dritte gestrichene Stätte wurde die historische Hafenstadt von Liverpool im Vereinigten Königreich benannt. Sie wurde 2021 gestrichen wegen ihrer Gefährdung durch ein geplantes Neubauprojekt, welches den historischen Charakter der Docks zerstören würde. Für die gelisteten Stätten gibt es keine Schutzgarantie durch die Welterbekonvention, zumindest solange sich Unterzeichnerstaaten nicht entschieden haben, diese in nationales Recht zu transformieren. Die UNESCO besitzt keinerlei Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen . Nach Angaben einer im April 2016 veröffentlichten Studie im Auftrag des WWF ist jede zweite der Weltnaturerbestätten bedroht. Dies bedeutete einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu vorherigen Jahren. Ursache dafür sei vor allem, dass ihr Schutz wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werde. Besonders problematisch ist die Situation in Zentral- und Südafrika, Süd- und Ostasien, der Pazifikregion, in Lateinamerika und der Karibik. Nach einer Studie der IUCN von 2021 liegt das größte Gefährdungspotenzial für die Naturerbestätten nunmehr in der Klimaerwärmung, die zunehmenden Artenverlust verursacht. Besonders drastisch ist dies beim Great Barrier Reef vor Australien zu beobachten . Die Welterbestätte Laponia in schwedisch Lappland wurde in die Gefährdungsklasse „sehr starke Gefährdung“ einsortiert: Nach den Klimaveränderungen steht die Einwanderung invasiver nichtheimischer Arten an zweiter und der Naturtourismus an dritter Stelle. Weiters sind Kulturgüter und identitätsstiftende Stätten bei Kriegshandlungen gefährdet; in einigen Fällen werden sie sogar absichtlich zerstört, etwa im Rahmen asymmetrischer Kriegsführung oder aus Ablehnung ihrer Bedeutung. Die Verhinderung solcher Taten ist eines der Ziele von Blue Shield International. Dabei werden auch „No-Strike-Listen“ erstellt, um die Konfliktparteien zur Schonung der die Kulturgüter beherbergenden Orte anzuhalten. Bisher wurde trotzdem in den allermeisten Konfliktfällen eine für die UNESCO akzeptable Lösung herbeigeführt. Die entsprechende Kompromissbereitschaft der regional Zuständigen ist vor allem deshalb vorhanden, weil ihnen bewusst ist, dass der Titel „Welterbe“ neben seiner eigentlichen auch eine sekundäre Funktion hat, nämlich die der Tourismus-Förderung . Jedoch konnte beispielsweise die Vernichtung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch den UNESCO-Schutz ebenso wenig verhindert werden wie die 90%ige Verkleinerung des Wildschutzgebiets der Arabischen Oryx zugunsten der Erdgas- und Erdölförderung, worauf das Wildschutzgebiet 2007 von der Welterbeliste gestrichen wurde. Weltweit werden Welterbetage an unterschiedlichen Tagen von verschiedenen Organisationen veranstaltet. So begeht die Denkmalschutzorganisation ICOMOS seit 1982 den 18. April als International Day for Monuments and Sites. Der Welterbetag in Deutschland findet seit 2005 alljährlich am ersten Sonntag im Juni statt. Jeweils eine Welterbestätte richtet eine zentrale Feier aus. Die Schweiz hat den jährlichen Welterbetag auf den zweiten Junisonntag gelegt. Im Juni 2012 startete der Suchmaschinenkonzern Google gemeinsam mit der UNESCO, dem World Monuments Fund, Getty Images und Our Place das sogenannte World Wonders Project, bei dem Nutzer anhand von Google-Street-View-Aufnahmen 132 Weltkulturerbestätten in 18 Ländern virtuell besichtigen können. Angereichert wird das Angebot, das einen Dienst zum Erhalt des Weltkulturerbes leisten will, mit Hilfe von zusätzlichen Erklärungen, Bildern, 3D-Modellen und YouTube-Videos sowie herunterladbarem Unterrichtsmaterial. Durch den Titel seines Aufsatzes Die Kehrseite der Medaille: Der UNESCO-Welterbe-Titel bringt außer Prestige auch manchen Nachteil wies Christoph Brumann, Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle , auf Probleme hin, die ihm zufolge im Zusammenhang mit der Verleihung des Welterbestatus einhergehen können. Auch Jasper Chalcarft weist in seinem 2016 veröffentlichten Text „Decolonizing the Site“ auf Probleme der UNESCO und des Welterbes hin. Seine Kritik bezieht sich vor allem auf koloniale Strukturen und die Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung. Vor allem kritisierte Brumann den seiner Ansicht nach zu beobachtenden anhaltenden „Ethnozentrismus“ im Nominierungsverfahren und beim Ergebnis des Auswahlprozesses von Welterbestätten. In den ersten Jahren ab 1978 seien „Meisterwerke“ und „Artefakte der Eliten“ in Europa unter den ausgewählten Gütern stark überrepräsentiert gewesen. Das Auswahlverfahren fördert diesen Effekt, da es Länder mit hohen Ressourcen und der Fähigkeit, an lang dauernden Verfahren teilzuhaben, bevorzuge. Die Anerkennung als Welterbe kann Bedingungen schaffen, die zu einer Entfremdung der lokalen Gemeinschaften von ihrem Kulturerbe führen. Zu diesen Bedingungen können eine externe Verwaltung des Kulturerbes oder eine verstärkte Nutzung durch ausländische Touristen zählen. Auch die mögliche Ausbeutung von Ressourcen ist hierbei zu erwähnen. Auch der Ausschluss der lokalen Bevölkerung und deren Bedürfnisse ist ein zentraler Kritikpunkt. Diese werden oftmals aus Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, welche sie und ihre Umgebung betreffen. Während versucht wird, bestimmte Orte zu schützen, werden lokale kulturelle Interessen und Praktiken von der UNESCO ignoriert. Dies erzeugt den Eindruck, dass die Welterbestätten bedeutender sind als die Geschichte, Kultur und Lebensweisen der lokalen Bevölkerung. Chalcraft verdeutlicht dies am Beispiel von Felsmalerei in Tansania, wo die lokale Bevölkerung sowohl aus dem Gebiet ausgeschlossen wurde als auch von dem Wissen, was Archäologen dort spezifisch erforschen. Wikipedia: WikiProjekt UNESCO-Kultur- und -Naturerbe – Wikipedia-interne Fachredaktion zum Thema UNESCO-Kultur- und -Naturerbe UNESCO-Welterbe: Übersicht | Afrika | Amerika | Asien | Australien und Ozeanien | Europa | ohne Kontinent | transnational | gemischt | gefährdet | ehemalig | Länderstatistik Biosphärenreservate: Übersicht | Afrika | Amerika | Asien | Australien und Ozeanien | Europa | ohne Kontinent UNESCO Global Geoparks: Übersicht | Afrika | Amerika | Asien | Australien und Ozeanien | Europa | ohne Kontinent Immaterielles UNESCO-Kulturerbe: Repräsentative Liste | Liste des erhaltungsbedürftigen Kulturerbes | Register guter Praxisbeispiele Sonstiges: Kulturerbe unter Wasser | Weltdokumentenerbe | Liste des Weltdokumentenerbes | Neuaufnahmen | Portal | Projekt |
2024-12-03 21:51:30 | https://de.wikipedia.org/wiki/Schiebet%C3%BCr#Fahrzeuge | Eine Schiebetür, seltener auch Schubtür genannt, ist eine Tür, die durch horizontales Schieben geöffnet wird. Der Unterschied zu einer herkömmlichen Tür besteht darin, dass beim Öffnen keine Drehbewegung nötig ist. Daher brauchen Schiebetüren keinen Schwenkbereich. Eine Schiebetür besteht aus einem oder mehreren Türblättern, die oben bzw. unten geführt sind, und daher zur Seite öffnen, aber nicht aufschlagen. Eine Sonderform ist die Bypass-Tür; sie besteht aus zwei oder mehr Türblättern, die so gegeneinander verschoben werden können, dass sie sich wahlweise gegenseitig überdecken oder als Gruppe die Gesamtheit der Türöffnung bedecken. Bypass-Türen sind besonders im nordamerikanischen Raum verbreitet, wo sie vor allem für Wandschränke, gelegentlich aber auch als Zimmertüren verwendet werden. Als weitere Sonderform der Schiebetür ist die Falttür zu sehen. Es sind folgende Konstruktionsprinzipien möglich: Eine Schiebetür, die quer zur Schieberichtung Abweichungen haben kann, wird kurz vor der Endlage von einer V-förmigen Einlaufgabel geführt. Das Öffnen und Schließen kann manuell oder über Aktuatoren erfolgen. Für die Ver- und Entriegelung sorgen spezielle Sätze von Schiebetürbeschlägen, mit denen auch wärme- und winddichte Bauweise möglich ist. Siehe hierzu auch: Hebeschiebetür Die Europäische Norm EN 1527 Schlösser und Baubeschläge – Beschläge für Schiebetüren und Falttüren – Anforderungen und Prüfverfahren regelt grundlegende Kriterien, die an Schiebetüren im Bauwesen gestellt werden: Daneben vergibt sie Klassen für die Öffnungs- und Schließqualitäten: Schiebetüren haben gegenüber Drehflügeltüren den Vorteil, dass das Gewicht nicht einseitig an einer Angel angreift, sondern über- oder unterhalb aufgenommen werden kann. Daher sind Schiebetüren besonders für schwere Tore geeignet. Außerdem benötigen sie keinen Platz in Durchlassrichtung, dafür aber zur Seite. Darum können Schiebetüren auch in sehr kleinen Räumen verwendet werden, beispielsweise in Abstellkammern. Auch zur Abtrennung von Nischen oder begehbaren Kleiderschränken kommen Schiebetüren häufig zur Anwendung. Speziell im Bereich „barrierefreies Wohnen“ werden Schiebetüren häufig eingesetzt. Falttüren finden als Bauelement dort Verwendung, wo das Aufschlagen störend ist oder wo Öffnungsmaße über eine klassische Doppeltür hinausgehen, etwa als Raumtrenner wie das traditionelle Shōji der japanischen Architektur. Nachteilig wirken sich einerseits die wesentlich aufwändigeren Baubeschläge aus, insbesondere wenn es sich um dichte Außentüren, besonders aber Brand/Feuerschutztüren handelt, sowie die fast immer vorhandenen unteren Lauf- oder Führungsschienen, die, falls erhaben aufgeführt, störend wirken können, falls versenkt, aufgrund allfälliger Verschmutzung wartungsintensiv sind. Ein verbreitetes Problem bei Schiebetüren im Innenbereich ist die Abdichtung, sowohl gegen Luftzug als auch gegen Lärm. Im Gebäude unterscheidet man zwischen vor der Wand und in der Wand verlaufenden Schiebetüren: Im Möbelbau gehören Schiebetüren zum klassischen Repertoire, von einfachen Holz- oder Glasblättern in Nut, bis zu – den Haustüren entsprechenden – Rollsystemen bei Schrankwänden. Im Fahrzeugbau wird geschätzt, dass alle Schiebetüren keine explizite Schlagseite haben. Daher werden sie beispielsweise bei Kleinbussen und in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt – wo der türbedienende Fahrer meist keine direkte Sicht auf die Tür hat – weil die Gefahr des Einklemmens eines Fahrgastes vergleichsweise gering ist. Daneben finden in Fahrzeugen aber die technisch weniger aufwändigen Schwenkflügeltüren Verwendung. Pneumatisch betätigte Taschenschiebetüren wurden bereits 1927 im ET 165 der Berliner S-Bahn eingesetzt. Diese sind gegenüber der Außenwand zurückgesetzt und gleiten bei der Öffnung in eine Tasche neben der Türöffnung. Daneben gibt es Außenschiebetüren, vor allem bei Güterwagen, aber auch bei S- und U-Bahnen, beispielsweise bei der Baureihe 270 der Berliner S-Bahn. Die heute bei Reisezugwagen vorherrschende Bauart ist die Schwenkschiebetür, die im geschlossenen Zustand bündig mit der Außenwand abschließt. Bei der Öffnung bewegt sie sich zunächst nach außen und wird dann zur Seite verschoben. Schwenkschiebetüren können auch druckdicht ausgeführt sein; teilweise bewegen sie sich zur Verriegelung auch vertikal . Schwenkschiebetüren finden sich auch im Kraftfahrzeugbau, etwa beim VW-Bus. Schiebetüren lassen sich bereits in römischen Häusern des 1. Jh. n. Chr. nachweisen, wie Ausgrabungen im italienischen Pompeji ergeben haben. Siehe Literatur des Artikels Tür#Literatur |
2024-11-30 20:36:05 | https://de.wikipedia.org/wiki/Druid_Lake | Trinkwasserspeicher Der Druid Lake, ursprünglich Lake Chapman, ist ein kleiner Stausee in der Stadt Baltimore im Bundesstaat Maryland in den Vereinigten Staaten. Das 1871 fertiggestellte Sperrwerk gilt als erster Erdschüttdamm über 100 Fuß in den USA. Wie viele amerikanische Städte im späten 19. Jahrhundert war auch Baltimore so schnell gewachsen, dass die Wasserversorgung nicht mehr zuverlässig funktionierte. Zwei Trinkwasserspeicherseen außerhalb der Stadt halfen zwar die Kapazität zu vergrößern, verschmutzten aber durch das umliegenden Kulturland schnell bei starken Regenfälle. Die Stadtverwaltung beschloss deshalb für 300.000 US-Dollar den Bau eines Speichersees innerhalb der Stadt, in dem sich das Schlamm im verschmutzten Wasser absetzen konnte. Der See wurde im erst 1860 eröffneten Druid Hill Park angelegt, einem der ältesten öffentlichen Landschaftsparks in den USA. Dampfbagger bewegten 380.000 m³ Erdreich für den Bau des Damms, der aus einem wasserdichten Lehmkern mit beidseitigen Erdschüttungen besteht. Während des Baus des Damms wurde der See nach John Lee Chapman , dem damaligen Bürgermeister und Vorsteher der Wasserwerke benannt. Nachdem der Anhänger der National Union Party aus der Stadtregierung ausgeschieden war, beschlossen die Demokraten die heutige Bezeichnung Druid Lake für den See zu verwenden. Der Staudamm wurde 1971 von der American Society of Civil Engineers, der amerikanischen Vereinigung der Bauingenieure, als historisches Ingenieurbauwerk von nationaler Bedeutung ausgezeichnet. |
2024-11-23 14:15:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Tampon | Der französische Begriff Tampon bezeichnet in der deutschen Sprache einen länglich gepressten Watte- oder Mullbausch, der in der Medizin für Tamponaden Verwendung findet. Er dient zur Aufnahme von Flüssigkeiten , zur Stillung von Blutungen, zum Zuführen von Arzneistoffen oder auch als Polsterung. Der Begriff wird heute meistens für das Hygieneprodukt verwendet, das Frauen zum Auffangen des Menstruationsbluts nutzen. Der Tampon wird mit dem Finger oder einer Einführhilfe in den mittleren Teil der Scheide eingeführt, wo es kaum Empfindungsnerven gibt und die Muskulatur ihn an der richtigen Stelle hält. Dort schmiegt sich der Tampon bei Aufnahme von Feuchtigkeit den Scheidenwänden an, indem er sich gleichmäßig ausdehnt. Zur Entfernung ist in den Tampon ein Rückholbändchen eingearbeitet. Tampons werden entweder ohne oder mit Einführhilfe verkauft. Da das Menstruationsblut bereits im Körper aufgesaugt wird, gerät es nicht in Verbindung mit Sauerstoff. Auf diese Weise werden sowohl ein hoher Tragekomfort gewährleistet als auch unangenehme Gerüche vermieden. Die European Disposables and Nonwovens Association, ein Zusammenschluss von Vliesstoffherstellern, hat für Europa Richtlinien zur Klassifikation von Tampons nach ihrer Saugfähigkeit erstellt. Durch eine bestimmte Anzahl auf der Verpackungshülle aufgedruckter Tropfensymbole wird diese ausgewiesen; bei nur einem Tropfen sind die enthaltenen Tampons am wenigsten saugfähig, bei sechs am stärksten. Daneben klassifizieren die Tamponhersteller die Größe und Saugfähigkeit oft noch mit Bezeichnungen wie Mini, Normal oder Super, diese Skalen sind aber nicht standardisiert. Wie andere Hygieneartikel können Tampons Verstopfungen im Abwassersystem verursachen, da sie sich nicht zersetzen, daher sollten sie nicht über die Toilette entsorgt werden. Bei gefährdeten Toilettensystemen oder in öffentlichen Toiletten liegen daher meistens Beutel zur Entsorgung im Abfalleimer der Toilette bereit . Das Vergessen von Tampons in der Scheide kann in seltenen Fällen zu einem toxischen Schocksyndrom führen , das von Bakterientoxinen ausgelöst wird, meist von Staphylococcus aureus, auch von Streptokokken. TSS kann zu schweren Schädigungen führen . Obwohl das Risiko eines TSS gering ist, sollte der Tampon alle vier bis acht Stunden gewechselt werden. Mit Hilfe einer Syngina wird das Aufnahmevermögen/ Absorptionsvermögen/ die Saugstärke eines Tampons ermittelt, während Tampon-Tauchgeräte zum Prüfen der Entspiralisierung im Einsatz sind. Der Tampon wird aus einem etwa 250 mm langen und 50 mm breiten Viskose-Watte-Streifen plus umgelegten und zugeknoteten Rückholfaden produziert. Als Rohmaterial wird die Viskosewatte zugeführt, welche sich auf einer Rolle mit einem Außendurchmesser von etwa einem Meter befindet, sowie der Rückholfaden, der auf einer in der Textilindustrie üblichen Spule aufgewickelt ist. Beim Tampon der Marke „Tampona“ befindet sich noch am Ende, wo der Rückholfaden herausragt, ein hellblauer, schmaler Extra-Viskosewattestreifen, der das Aufnahmevermögen des Tampons in kritischen Situationen sichern soll. Das Rohmaterial dieses hellblauen Sicherheitsstreifens befindet sich ebenso auf einer in der Textilbranche ähnlichen Spule. Die große Bobine mit der 50 mm breiten Viskosewatte wird abgerollt und nach 250 mm wird ein Stück davon abgeschlagen/zerrupft. Es wird nicht geschnitten, da ein faseriges Ende sich nach dem Wickelvorgang besser an die Watterolle anschmiegt und somit einem Entspiralisieren des Tampons vorbeugt. Zudem entsteht keine harte Kante. Beim Tampona-Tampon wird vorab noch der hellblaue Sicherheitsstreifen an die richtige Stelle platziert und gleichzeitig mit abgeschlagen. Bei den modernen o.b.-Tampons wird noch ein etwa 40 mm breites und 50 mm langes Kunststoffvlies an einem Ende per Siegelschweißung angebracht. Dieses Kunststoffvlies bildet nach dem Wickelvorgang einen schmalen Mantel/breiten Gürtel um den o.b.-Tampon und soll aufgrund seiner seidigen Oberfläche im Vergleich zu der sehr faserigen Viskosewatte das spätere Einführen des Tampons in die Scheide erleichtern. Darüber hinaus verhindert dieses Kunststoffvlies ein Entspiralisieren des o.b.-Tampons. Im Anschluss daran wird der Rückholfaden um das etwa 250 mm lange und 50 mm breite Viskosewattestück gelegt, abgetrennt und die beiden losen Enden mittels eines „Vakuumknoters“ zugeknotet. Beim Tampona-Tampon liegt der Rückholfaden etwa im Verhältnis 2/3 zu 1/3 am hinteren Ende des 250 mm langen und 50 mm breiten Viskosewattestreifens. Beim o.b.-Tampon liegt er etwa in der Mitte. Der 250 mm lange Tampona-Viskosewattestreifen wird dann mittels einer Zwei-Zinken-Gabel aufgewickelt, so dass sich zum Schluss ein schneckenförmiges rundes Rohteil, die Watterolle, ergibt. Beim o.b.-Tampon greift die Gabel etwa in der Mitte des langen Streifens ein und wickelt so beide Enden gleichzeitig auf. Dieser Vorgang läuft schneller ab, als dies bei der Herstellung des Tampona-Tampons der Fall ist. Nach dem Wickelvorgang wird die Watterolle in das beheizte Presswerkzeug gesteckt und per hohem Druck in Kombination mit einer hohen Temperatur zum eigentlichen Tampon geformt. Das Presswerkzeug ist so gefertigt, dass die gewünschte Anzahl und Form der Tamponrillen genau hergestellt/ausgeprägt werden. Nach dem Presswerkzeug werden die geformten Tampons in eine Metallhülse übergeben. Diese befindet sich mit weiteren zahlreichen Hülsen am äußeren Umfang einer größeren Scheibe. Diese dreht sich mit jedem Takt weiter. Während der Stillstandszeit eines Taktvorganges wird der Rückholfaden aufgewickelt und an das Tamponende angelegt und der Tamponkopf geformt. Gleichzeitig halten die Hülsen die Tampons in Form, da der Formvorgang verhältnismäßig lange dauern muss . Danach ist der Tampon fertig und wird im Anschluss daran unmittelbar in Folie einzelverpackt. Das ist sehr wichtig, weil die Rückstellkräfte der gepressten Viskosewatte den noch warmen Tampon sonst wieder aufgehen lassen. Zudem sind einzelverpackte Tampons von der Verbraucherin hygienischer zu lagern und mitzunehmen. Danach werden die Tampons zur Faltschachtel-Verpackungsmaschine transportiert und in der gewünschten Anzahl verpackt. Anschließend geht es zum Kartonierer, um verkaufsfähige Gebinde herzustellen. Im ehemaligen Tampona-Werk in Dülken wurden die Tampons auf Maschinen des Schweizer Herstellers Ruggli mit rund 100 Takten pro Minute hergestellt. Die o.b.-Tampons werden im Werk Wuppertal von Johnson & Johnson auf eigenentwickelten Sondermaschinen mit sehr hohen Taktzahlen in sehr großen Stückzahlen hergestellt. Allein das o.b.-Werk in Wuppertal produziert jährlich über 2 Milliarden Tampons, die in über 45 Länder exportiert werden . Bei der Tamponproduktion muss unter anderem die Luftfeuchtigkeit exakt eingehalten werden, da die Viskosewatte zur optimalen Verarbeitung eine genaue Restfeuchtigkeit aufweisen muss. Entsprechende Hygrometer mit Aufzeichnungsfunktion zur Dokumentation befinden daher überall in den Produktionshallen. Ägyptische Inschriften lassen darauf schließen, dass bereits zu pharaonischer Zeit eine Art Tampon aus weichen Papyrusblättern benutzt wurde. Im 5. Jahrhundert v. Chr. erwähnt der griechische Arzt Hippokrates Tampons aus mit Stoff umwickelten Holzstückchen. Am 19. November 1931 beantragte der in Denver, Colorado praktizierende Arzt Earle Cleveland Haas Patentschutz für den von ihm entwickelten ersten Tampon mit Einführhilfe, den er „Tampax“ nannte. Tampax bestand aus gepresster Watte, durch die ein Bändchen verlief, welches das Entfernen des Tampons ermöglichte . Schon für diese ersten Tampons gab es einen Applikator. Am 16. Oktober 1933 kaufte die Ärztin Gertrude Tendrich aus Denver für 32.000 $ Patent und Markenrecht von Haas und gründete die Firma Tampax zur Massenproduktion von Tampons. Der Verkauf der Tampons lief zunächst schleppend an, da die zumeist männlichen Apotheker Scheu davor hatten, einen Hygieneartikel für den weiblichen Intimbereich zu führen. Beharrlich hielt sich auch die Vorstellung, man könne durch die Benutzung von Tampons das Hymen verletzen. Diese Befürchtung ist bis heute weit verbreitet, weswegen sie unter den FAQs auf den Websites der Tamponhersteller erscheint. Tampax ließ die prospektiven Kundinnen durch Geschlechtsgenossinnen ansprechen und betrieb eine große Werbekampagne, was die Verkaufszahlen schließlich erhöhte. In Deutschland stieß der deutsche Ingenieur Carl Hahn 1947 bei der Lektüre einer amerikanischen Illustrierten auf eine Anzeige für Tampons, die ihn zur Entwicklung eines Tampons für den deutschen Markt anregte. Den entscheidenden Teil des Herstellungsverfahrens ließen sich Hahn und sein Mitarbeiter, der Jurist Heinz Mittag, patentieren: Sie ließen hochelastische Watterollen mittels hohem Druck und Temperatur von einem speziellen Presswerkzeug auf Format pressen. Das Produkt für den deutschen Markt erhielt den Namen Ohne Binde, kurz „O. B.“. Während in den USA 88 % und in Großbritannien 60 % aller Frauen Tampons mit Einführhilfe verwenden, ist deren Anteil in Deutschland gering. Die Marke Tampax wurde von den Vereinigten Papierwerken des Fürther Unternehmers Gustav Schickedanz lizenziert und neben der Marke Tampona im Werk Dülken bis zu Beginn der 2000er Jahre produziert. Die Marke Tampax wurde mit einer Einführhilfe aus zwei Pappröhrchen unterschiedlichen Durchmessers vertrieben, die bei der Anwendung ineinander geschoben wurden. In der Anfangszeit wurden Tampons vor allem aus Baumwolle hergestellt. Mittlerweile wird vornehmlich Viskose verwendet, die durch spezielle Ausrüstung und Querschnitte saugfähiger gemacht werden kann. Die chemische Zusammensetzung der Viskosefasern, deren Grundbestandteil Zellulose ist, ähnelt der von Baumwolle, allerdings verhaken sich Viskosefasern nicht miteinander. Neben Tampons aus Viskose sind Biotampons erhältlich, das heißt, Tampons, die nur aus biologisch angebauter Baumwolle bestehen, sowie Softtampons aus Schaumstoffschwämmen. Seit 2002 sind auch sogenannte probiotische Tampons auf dem Markt, die in der Scheide Milchsäurebakterien abgeben sollen. |
2024-12-02 01:42:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Geostorm | Geostorm ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm von Dean Devlin aus dem Jahr 2017 mit Gerard Butler in der Hauptrolle. Der Film lief in Österreich und den Vereinigten Staaten am 20. Oktober 2017 in den Kinos an; in Deutschland startete er bereits einen Tag zuvor am 19. Oktober 2017. Als im Jahr 2019 die Naturkatastrophen zunehmen, beschließt die internationale Gemeinschaft unter der Führung der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China den Bau eines weltumspannenden Netzes aus Wetterkontroll-Satelliten, das den Spitznamen „Dutch Boy“ erhält. Jacob „Jake“ Lawson ist der leitende Konstrukteur von „Dutch Boy“, wird aber seines Postens enthoben, nachdem er das Satellitennetzwerk eigenmächtig in Betrieb genommen hat, um tausende Menschen vor Stürmen zu beschützen. Die Nachfolge übernimmt sein Bruder Max, der für den US-Außenminister Leonard Dekkom arbeitet. Dieser bestätigt die Entlassung seines Bruders. Drei Jahre später soll „Dutch Boy“ von den USA an die Kontrolle der internationalen Gemeinschaft übergeben werden. Nachdem die Bewohner eines Dorfes in Afghanistan durch einen scheinbar defekten Wetterkontroll-Satelliten erfroren sind, wird Max von US-Präsident Andrew Palma beauftragt, diese Vorkommnisse untersuchen zu lassen. Außenminister Dekkom schlägt dafür Jake vor. Nach seiner Absetzung ist Jakes Ehe in die Brüche gegangen, er hat sich in eine abgelegene Gegend in Florida zurückgezogen, wo ihn seine Tochter zwei Mal im Monat besucht. Jake will nichts mehr von „Dutch Boy“ wissen. Max kann Jake jedoch überzeugen, seiner alten Crew an Bord der Raumstation „International Climate Space Station“ , von der aus die Wettersatelliten gesteuert werden, zu helfen. Derweil findet Cheng Long, ein Mitarbeiter von Max in Hongkong, Hinweise darauf, was es mit dem Vorfall in Afghanistan auf sich hat. Cheng kontaktiert Max und erklärt ihm, dass er bei Gasleitungsexplosionen, die möglicherweise durch einen weiteren Satelliten ausgelöst wurden, in Hongkong beinahe ums Leben gekommen wäre und keinerlei Zugriff auf die Protokolle der Satelliten mehr habe. Ebenso warnt Cheng Max davor, dass es bei weiteren Systemfehlern zu von „Dutch Boy“ ausgelösten Wetterkatastrophen und in der Folge zu einer Kettenreaktion kommen könnte, die in einem Geostorm enden würden. Auf der ICSS wird der Satellit, der für die Ereignisse in Hongkong verantwortlich gemacht wird, zur Untersuchung an Bord navigiert. Der Techniker Mahmoud lädt Daten vom defekten Satelliten auf einen Datenträger. Wenig später stirbt er bei einem Unfall in einer Luftschleuse. Jake ist inzwischen mithilfe eines Spaceshuttles auf der ICSS angekommen. Zusammen mit Ute Fassbinder, der Kommandantin der Raumstation, und ihrem Team, versucht er, Kontakt zu den fehlerhaften Hongkong-Satelliten zu bekommen. Max hat von der Erde aus ebenfalls keinen Zugriff mehr auf die Satelliten. Er setzt sich mit seinem Bruder auf der ICSS in Verbindung und weist ihn an, von dort aus den Vorfall zu untersuchen. Es besteht der Verdacht, dass fremde Mächte sowohl hinter den Fehlfunktionen der Satelliten als auch hinter der Sperre der Zugangsberechtigungen zu den Wettersatelliten stehen könnten. Der defekte Hongkong-Satellit wird zerstört, als es zu einer Fehlfunktion am Verladekran kommt. Die Crew entdeckt daraufhin, dass sich bei dem Unfall des Technikers in der Luftschleuse ein Panel mit einem Datenträger außen an der Raumstation verfangen hat. Jake und Ute können den Datenträger in einem Außenbordeinsatz bergen. Jakes Raumanzug hat jedoch einen Defekt, und er kann nur mit Mühe gerettet werden. Jake verheimlicht vor der Crew, dass er es dennoch geschafft hat, den Datenträger in Sicherheit zu bringen, da er unter der Crew einen Verräter vermutet. Cheng, der brisante Informationen sammeln konnte, beschließt, nach Washington zu fliegen, um Max aufzusuchen. Kurz vor dem geplanten Treffen wird Cheng vor den Augen von Max und dessen Freundin Sarah, die für den Secret Service arbeitet, vor ein Auto gestoßen und überfahren. Als Max ihm zu Hilfe eilt, nennt ihm Cheng vor seinem Tod das Wort „Zeus“. Max erhält eine Botschaft von Jake, in der aber nur von Kindheitserinnerungen beim gemeinsamen Angeln die Rede ist. Diese gemeinsamen Erlebnisse haben jedoch in Wirklichkeit nie stattgefunden. Max bespricht das mit seiner Mitarbeiterin Dana, einer Technikexpertin, die ihm hilft, die Botschaft zu entschlüsseln. In dieser warnt Jake seinen Bruder, dass die Saboteure in den höchsten Kreisen der amerikanischen Regierung zu finden sein könnten. Gemeinsam beschließen Max und Dana, sich Daten über „Zeus“ aus dem Weißen Haus zu beschaffen. Max‘ Freundin Sarah soll ihnen dabei helfen. Jake und Ute haben an Bord der ICSS herausgefunden, dass der Techniker vorsätzlich getötet wurde. Das Verhalten der Satelliten ist auf keine Fehlfunktion zurückzuführen, sondern es ist ein Angriff auf die Städte der Erde und soll letztendlich den Geostorm auslösen. Schließlich finden sie im Spind des in der Luftschleuse getöteten Technikers ein Backup der Daten, zu denen sie keinen Zugang mehr haben. Dadurch finden sie heraus, dass ein Computervirus „Dutch Boy“ befallen hat. Max informiert Jake über das Projekt „Zeus“, das „Dutch Boy“ zu einer Waffe macht. Jake erklärt ihm, dass das gefundene Virus nur durch einen Neustart des Satellitencomputers gelöscht werden kann. Der Neustart des Systems erfordert allerdings die Freigabe durch einen „Kill Code“ des Präsidenten. Da Jake und Max selbst dem Präsidenten nicht trauen können, überredet Max seine Freundin Sarah, ihnen mit Hilfe ihrer Vollmachten im Rahmen des Secret Service bei der Beschaffung des Codes behilflich zu sein. Auf dem Parteitag der Demokratischen Partei in Orlando, bei dem auch Präsident Palma eine Rede hält, findet Max heraus, dass die Stadt das nächste Ziel einer Reihe von Superstürmen ist, die bereits zuvor Tokio und Rio de Janeiro verwüstet haben. Max klärt Außenminister Dekkom über die Bedrohung auf und bittet ihn um Hilfe, den „Kill Code“ zu beschaffen. Dekkom erklärt Max, dass der Präsident selbst der Code sei, weil allein die biometrischen Daten seiner Iris und seiner Fingerabdrücke das System abschalten können. Im Anschluss versucht Dekkom, Max zu erschießen, und es wird klar, dass Dekkom hinter den Vorkommnissen steckt. Max entkommt und informiert Sarah, die daraufhin ihre Position im Secret Service nutzt, um zusammen mit Max Präsident Palma zu entführen. Dieser wird dadurch aus dem Zentrum der Katastrophe in Orlando weggebracht. Auf ihrer Flucht vor Dekkoms Handlangern, die alle seine Widersacher töten sollen, erklärt Max dem Präsidenten, was vor sich geht. Schließlich können die Verfolger ausgeschaltet werden. Aber Dekkom stellt dem Präsidenten eine Falle. Sarah hat jedoch dessen Plan vorausgeahnt und seinen Standort getrackt. Schließlich kann sie Dekkom festnehmen. Bevor er der Polizei übergeben wird, offenbart er, dass er mit Hilfe von „Dutch Boy“ die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Auf der Raumstation leitet das Virus ein Selbstzerstörungsprogramm der Station ein. Jake findet den verantwortlichen Softwareentwickler Duncan, der dafür bezahlt wurde, das Virus in die Station einzuschleusen. Duncan versucht, Jake zu erschießen, trifft jedoch ein Fenster und wird in den Weltraum gesogen, während Jake den Raum rechtzeitig verlassen und verschließen kann. Die Raumstation wird schließlich evakuiert, nur Jake bleibt zurück, um das System neu zu starten. Max und Sarah bringen Präsident Palma in das Kennedy Space Center, wo er den „Kill Code“ freigibt, um den Shutdowm des Systems einleiten zu können. Dieser Shutdown und anschließender Neustart können jedoch die eingeleitete Selbstzerstörung der Raumstation nicht verhindern, und überall brechen Feuer aus. Jake sucht den Computerraum auf um den Neustart zu initiieren. Als er den Zugangscode an einer falschen Tür eingibt, kommt ihm Ute, die auch auf der Station zurückgeblieben ist, zu Hilfe. Zusammen starten sie das System neu und können die Satellitenkontrolle an die NASA übergeben, um so den Geostorm zu verhindern. Kurz bevor die Station endgültig zerstört wird, können sich beide in einen Ersatzsatelliten retten und von der Raumstation entfernen. Hernandez, der mexikanische Robotikexperte der ehemaligen Station dockt mit einem Shuttle an den Satelliten an und bringt Jake und Ute sicher zur Erde. Nach der Beinahe-Katastrophe gehen Jake und Max gemeinsam mit Jakes Tochter zum Angeln, einer Freizeitgestaltung, der sie früher nie nachgegangen waren. Doch die Idylle dauert nicht lange an. Sechs Monate später arbeitet Jake an einer neuen, verbesserten Raumstation, die unter der Führung einer internationalen Gemeinschaft in Betrieb genommen wird und der gesamten Menschheit dienen soll. Bei Geostorm handelt es sich um das Kinodebüt des Regisseurs Dean Devlin. Dieser hatte sich zuvor als Produzent und Drehbuchautor bereits einen Namen gemacht. So war er bereits an Filmen wie Stargate , Independence Day oder Godzilla maßgeblich beteiligt. Die Dreharbeiten zum Film fanden ab Oktober 2014 in New Orleans, Louisiana statt. Einige Szenen wurden dort vor Ort an der Michoud Assembly Facility, einer Montageeinrichtung der NASA, gedreht. Nach der Filmzeitschrift The Hollywood Reporter ergaben Testscreenings des Films im Dezember 2015, dass der Film noch nicht kinoreif war. So wurde das Budget um 15 Millionen US-Dollar erhöht und Nachdrehs durchgeführt. Zur Unterstützung wurden dabei Produzent Jerry Bruckheimer und Drehbuchautorin Laeta Kalogridis mit ins Boot geholt. Da Regisseur Devlin bei den Nachdrehs nicht mehr verfügbar war, fungierte kurzfristig der Brite Danny Cannon als Ersatz. Durch die Nachdrehs sollen komplett neue Charaktere zum Film hinzugefügt worden sein; andere wurden entfernt oder neu besetzt. So war ursprünglich die Kanadierin Katheryn Winnick für den Film gecastet worden, die nun jedoch durch eine andere Schauspielerin ersetzt wurde. Einige Tage vor dem Kinostart von Geostorm im Oktober 2017 veröffentlichte das Produktionsstudio The Asylum den als Mockbuster gedrehten Katastrophenfilm Geo-Disaster – Du kannst nicht entfliehen! Geostorm erhielt durchgängig sehr schlechte Kritiken. Bei Rotten Tomatoes sind lediglich 18 % der 97 ausgewerteten Kritiken positiv, während der Film bei Metacritic einen Metascore von 21 Prozent bei 22 Rezensionen erhielt. Filmstarts lobt zwar, dass Geostorm ein „optisch ansprechende Katastrophen-Thriller“ sei, bei dem aber „Spannung trotz höchster Dramatik“ nicht aufkomme und „ie im Laufe des Films immer hanebüchener und kruder werdenden Subplots in einem kuriosen Countdown“ endeten. Für Antje Wessels von Quotenmeter.de ist „dieser technisch ambivalente Katastrophenthriller reine Zeit- und Geldverschwendung“ und sie kritisiert die beiden Drehbuchautoren, welche „die Geschichte als todernstes Thrillerdrama“ inszenierten und sich der „Absurdität ihrer Prämisse nicht bewusst“ zu sein schienen. Auch finanziell lag Geostorm bei einem geschätzten Produktionsbudget von 120 Millionen US-Dollar hinter den Erwartungen zurück. So konnte der Film am Eröffnungswochenende in den Vereinigten Staaten nur 13,7 Millionen US-Dollar einspielen und steigerte die Einnahmen vier Wochen nach der Veröffentlichung lediglich auf 33 Millionen. Obwohl Geostorm vor allem in China ein finanzieller Erfolg war, lag das weltweite Einspielergebnis Anfang Januar 2018 bei etwa 221 Mio. US-Dollar. Nach Branchenangaben wären jedoch 300 bis 350 Mio. US-Dollar nötig, um die Gewinnschwelle zu überschreiten. |
2024-12-03 20:43:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/200er | Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender | Tagesartikel ◄ | 2. Jh. | 3. Jahrhundert | 4. Jh. | ► ◄ | 170er | 180er | 190er | 200er | 210er | 220er | 230er | ► 200 | 201 | 202 | 203 | 204 | 205 | 206 | 207 | 208 | 209 |
2024-12-03 19:19:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Katarische_Davis-Cup-Mannschaft | Die katarische Davis-Cup-Mannschaft ist die Tennisnationalmannschaft Katars, die das Land im Davis Cup vertritt. Katar nahm 1992 erstmals am Davis Cup teil. Bislang konnte die Mannschaft dreimal die Kontinentalgruppe II der Ozeanien-/Asienzone erreichen, verlor aber stets die Auftaktbegegnung. Erfolgreichster Spieler ist bisher Sultan Al-Alawi mit 51 Siegen bei insgesamt 64 Teilnahmen. Er ist damit auch Rekordspieler. Australien • Belgien • Deutschland • Frankreich • Großbritannien • Italien • Japan • Kanada • Kasachstan • Kroatien • Niederlande • Schweiz • Serbien • Spanien • Ungarn • Vereinigte Staaten Argentinien • Barbados • Brasilien • Chile • Dominikanische Republik • Ecuador • Kolumbien Belarus • Bosnien und Herzegowina • Israel • Österreich • Portugal • Russland • Schweden • Slowakei • Südafrika • Tschechien • Ukraine China • Indien • Neuseeland • Pakistan • Südkorea • Usbekistan Bolivien • El Salvador • Guatemala • Mexiko • Peru • Puerto Rico • Uruguay • Venezuela Ägypten • Dänemark • Estland • Finnland • Georgien • Irland • Litauen • Luxemburg • Marokko • Norwegen • Polen • Rumänien • Simbabwe • Slowenien • Tunesien • Türkei Hongkong • Indonesien • Iran • Libanon • Philippinen • Sri Lanka • Taiwan • Thailand Antigua und Barbuda • Bahamas • Bermuda • Costa Rica • Honduras • Jamaika • Kuba • Panama • Paraguay Albanien • Andorra • Armenien • Bulgarien • Griechenland • Island • Kosovo • Lettland • Liechtenstein • Malta • Moldau • Monaco • Montenegro • Nordmazedonien • San Marino • Zypern Algerien • Benin • Botswana • Kenia • Libyen • Madagaskar • Nigeria • Ruanda Jordanien • Kambodscha • Katar • Kuwait • Malaysia • Pacific Oceania • Saudi-Arabien • Syrien • Vietnam Bahrain • Bangladesch • Irak • Kirgisistan • Mongolei • Myanmar • Oman • Singapur • Tadschikistan • Turkmenistan • Vereinigte Arabische Emirate Amerikanische Jungferninseln • Angola • Aruba • Aserbaidschan • Äthiopien • British West Indies • Brunei • Burkina Faso • Dschibuti • Elfenbeinküste • Fidschi • Gabun • Ghana • Haiti • Hawaii • Jemen • Kamerun • Kongo • Lesotho • Mali • Mauritius • Mosambik • Namibia • Niederländische Antillen • Organisation Ostkaribischer Staaten • Sambia • Senegal • St. Lucia • Sudan • Togo • Trinidad und Tobago • Uganda |
2024-12-04 02:10:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Temperaturnullpunkt | Der absolute Nullpunkt ist die tiefstmögliche Temperatur, die nicht unterschritten werden kann. Er ist der Ursprung der thermodynamischen Temperaturskala und wird als 0 K festgelegt. Dies entspricht −273,15 °C. Die Existenz und der Wert des absoluten Nullpunkts können aus verschiedenen Zusammenhängen extrapoliert bzw. plausibilisiert werden. Das erste Gesetz von Gay-Lussac beschreibt den Zusammenhang zwischen der Temperatur und dem Volumen eines Gases – beim absoluten Nullpunkt wäre dieses Gasvolumen Null. Wenn man die thermische Energie, die sich auf die ungeordnete Bewegung der Teilchen in makroskopischer Materie bezieht, auf den niedrigsten möglichen Wert bringt, wo, anschaulich gesprochen, die Bewegung der Teilchen nicht mehr reduziert werden kann, ist man ebenfalls am absoluten Nullpunkt angelangt. Nach dem Nernst-Theorem oder äquivalent dazu dem dritten Hauptsatz der Thermodynamik ist der absolute Nullpunkt nicht erreichbar; jedoch können reale Temperaturen unbegrenzt nahe dem absoluten Nullpunkt realisiert werden. Mit Laserkühlung konnten Proben schon bis auf wenige Milliardstel Kelvin abgekühlt werden. Die Kelvin-Skala stellt eine Verhältnisskala dar. Andere Temperaturskalen beziehen sich auf einen willkürlich festgelegten Nullpunkt, wie die Celsius-Skala, deren Nullpunkt ursprünglich der Gefrierpunkt von Wasser war. Guillaume Amontons fand 1699 heraus, dass sich das Volumen einer Gasmenge linear mit ihrer Temperatur verändert. Da das Volumen eines Gases aber nicht negativ werden sollte, folgerte er, dass es einen absoluten Nullpunkt geben müsse, bei dem das Volumen der Gasmenge gleich null wäre. Durch Extrapolation seiner Messwerte schätzte er die Lage dieses Nullpunkts ab und kam auf einen Wert von −248 °C. William Thomson, 1. Baron Kelvin, entdeckte 1848, dass nicht die Volumenverkleinerung für diese Frage entscheidend ist, sondern der Energieverlust. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um Gase oder feste Stoffe handelt. Thomson schlug daraufhin vor, eine neue, absolute Temperaturskala zu definieren, zu der die Volumenänderung proportional ist. Diese neue Temperaturskala hat keine negativen Werte mehr, beginnt bei null und steigt so an, dass ein Temperaturunterschied von einem Kelvin jeweils einem Temperaturunterschied von einem Grad Celsius entspricht. Die Einheit für diese Temperaturskala wurde zunächst Grad A genannt, später zunächst Grad Kelvin und dann Kelvin . „Wenn man jetzt das Magnetfeld plötzlich entfernt, so tritt der thermomagnetische Abkühlungseffekt ein. Auf diese Weise wurde mit Kaliumchromalaun eine Temperatur von 0,05 K erzielt. Im Jahre 1935 ist man sogar bereits zu 0,005 K vorgedrungen. Um den erreichten Fortschritt richtig zu beurteilen, müßte man eigentlich die logarithmische Temperaturskala, wie sie von Lord Kelvin vorgeschlagen worden ist, anwenden. Danach würde eine Senkung von 100 K auf 10 K dieselbe Bedeutung zukommen, wie von 1 K auf 0,1 K.“ Die niedrigste im Universum jemals gemessene Temperatur wurde im Jahr 2018 im Bremer Fallturm der Universität Bremen erzeugt. Sie betrug für zwei Sekunden lediglich 38 Billionstel Grad Celsius über dem Absoluten Nullpunkt. Physikalische Systeme mit Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt weisen einige besondere Verhaltensweisen wie Suprafluidität und Bose-Einstein-Kondensation auf. Diese Temperaturgebiete der Tieftemperaturphysik können nur noch mit besonderen Methoden erreicht werden. Bei Normaldruck sind am Nullpunkt alle Elemente fest, abgesehen von Helium, das sich dort in einer flüssigen bzw. suprafluiden Phase befindet. Thermodynamische Aussagen über den Nullpunkt im Zusammenhang mit der Entropie macht das Theorem von Nernst. Perfekte Kristalle erreichen beim Nullpunkt für die Entropie S {\displaystyle S} einen konstanten Wert S = k B ln 1 = 0 {\displaystyle S=k_{\rm {B}}\ln 1=0} , da die Entropie gemäß der statistischen Definition als der mit der Boltzmannkonstanten k B {\displaystyle k_{\rm {B}}} multiplizierte Logarithmus der Anzahl der möglichen Mikrozustände definiert ist und es nur eine mögliche Realisierung des beobachteten Makrozustands gibt. Bei Gläsern gibt es mehrere gleichenergetische Realisierungen eines Zustands mit T = 0 K {\displaystyle T=0\,{\rm {K}}} , so dass die Entropie von null verschieden ist. In Systemen mit diskreten Energieniveaus nimmt die Besetzungswahrscheinlichkeit gemäß e − E / k B T {\textstyle \mathrm {e} ^{-E/k_{\mathrm {B} }T}} mit steigender Energie der Niveaus ab. Am absoluten Nullpunkt sind nur die niedrigstmöglichen Niveaus besetzt. Es ist aber experimentell gelungen, Zustände zu erzeugen, bei denen die höheren Energieniveaus stärker besetzt sind als die niedrigeren . Solchen Zuständen, die nicht im thermodynamischen Gleichgewicht sind, kann man formal eine negative Temperatur zuschreiben. |
2024-12-02 07:01:05 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kilimandscharo#Gletscher | Gipfel des Kibo Der Kilimandscharo ist ein Bergmassiv im Nordosten Tansanias. Der höchste Berg des Massivs ist mit 5895 m Höhe der Kibo. Der Kibo ist der höchste Berg Afrikas und gehört damit zu den Seven Summits, den jeweils höchsten Bergen der sieben Kontinente. Im Jahr 1987 wurde die Landschaft von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Bereits seit 1973 gibt es den Kilimandscharo-Nationalpark. Die Eiskappe des Kilimandscharo ist stark und in zunehmendem Maße von der globalen Erwärmung betroffen: So hat sich zwischen 1912 und 2020 die Eisschicht bereits um 85 Prozent verringert und wird bis 2030 voraussichtlich vollends verschwunden sein. Rund 350 km südlich des Äquators befindet sich das Kilimandscharo-Massiv im Nordosten von Tansania, etwa 500 km nordwestlich der Stadt Daressalam und nahe der kenianischen Grenze . Die Mitte des Viktoriasees liegt knapp 560 km im Nordwesten. Während das 750 bis 1000 m hohe Gelände um das Kilimandscharo-Massiv in Richtung Osten nach dem 2463 m hohen Pare-Gebirge allmählich zum Indischen Ozean hin abfällt, geht es nach Westen und Norden in die Gebirgswelten und Hochländer von Tansania und Kenia über sowie nach Süden in die Massai-Steppe. Ungefähr 70 km südwestlich des Bergmassivs ragt der 4562 m hohe Mount Meru auf. Der höchste Gipfel des Massivs und damit höchster Punkt Afrikas ist mit 5895 m der Kibo. Vom Batian, dem im Mount-Kenya-Massiv befindlichen zweithöchsten Berg des Kontinents, ist der Kibo 325 km südlich entfernt. Bis zum Margherita Peak im Ruwenzori-Gebirge sind es 900 km nach Nordwesten. Das Massiv erstreckt sich über ein Gebiet von rund 80 km × 60 km. Das Kilimandscharo-Massiv ist vulkanischen Ursprungs. Es befindet sich auf der östlichen Grabenschulter des Ostafrikanischen Grabenbruchsystems. In Verbindung mit kontinentalen Grabenbrüchen besteht meist vulkanische Aktivität, was mit dem Aufstieg von Asthenosphärenmaterial und der dadurch einhergehenden Lithosphärenausdünnung zu begründen ist. Im Gegensatz zum Roten Meer und dem Golf von Aden, die von einem mittelozeanischen Rücken durchzogen werden, ist der Ostafrikanische Grabenbruch keine Plattengrenze. Allerdings stellt ein kontinentaler Grabenbruch das Anfangsstadium des Auseinanderbrechens kontinentaler Lithosphärenplatten dar. Dabei muss es nicht zwingend zum vollständigen Auseinanderbrechen und der damit verbundenen Bildung von mittelozeanischen Rücken kommen. Ein Beispiel für einen Grabenbruch, der nicht zum vollständigen Bruch zweier kontinentalen Lithosphärenplatten führte, ist die Oberrheinische Tiefebene. Am Kilimandscharo-Massiv, das etwa 2 bis 3 Millionen Jahre alt ist, fand die vermutlich größte Eruption vor rund 360.000 Jahren statt. Zuletzt soll der Kibo um 1700 ausgebrochen sein, seitdem verharrt die vulkanische Aktivität auf einem niedrigen Niveau , ist jedoch keineswegs erloschen. Unklar bleibt, wieso in den Eisschichten der Kilimandscharo-Gletscher keine nennenswerten Ascheablagerungen vergangener Ausbrüche gefunden wurden. Der Ausbruch von 1700 gilt als wissenschaftlich nicht erwiesen, sondern stammt aus mündlichen Überlieferungen der Chagga, die am Berg siedeln. Bergsteiger berichten aktuell immer wieder von starkem Schwefelverbindungsgeruch am Reusch-Krater. Der Schwefelverbindungsgeruch aus den nach wie vor aktiven Fumarolen des „Ash Pit“ kann je nach Windrichtung gelegentlich auch am Uhuru-Peak wahrgenommen werden. Neben Gletschern beherbergt das felsige Gebirge Firn- und Schneefelder, Frostschuttwüsten, zahlreiche Gebirgsbäche und eine üppige Vegetation, die in den tieferen Gebirgsregionen in den urwaldartigen Regenwald übergeht. Das Kilimandscharo-Massiv besteht im Wesentlichen aus drei erloschenen Vulkanen, deren höchster der Kibo ist. Der auf 5895 m liegende Gipfel des Kibo wird Uhuru Peak genannt. Das Gipfelplateau beinhaltet den 1,9 km × 2,4 km großen Kibo-Krater. In diesem liegt der Reusch-Krater , an dessen Kraterrand wiederum liegt ein kleiner Krater, der Inner Cone . 10 km östlich des Kibo und durch einen weiten, durchschnittlich etwa 4300 m hohen Sattel mit ihm verbunden, ragt der felsige, 5148 m hohe Mawenzi auf, der keinen Gletscher hat. Über einen circa 3700 m hohen Sattel ist 15 km westlich des Kibo der Shira erreichbar. Der Shira ist ein flacher Gipfel und ebenfalls ohne Gletscher. Obwohl sich das Kilimandscharo-Massiv in den tropisch-heißen Regionen der Erde befindet, ist es neben dem Ruwenzori-Gebirge und dem kaum noch vergletscherten Mount-Kenya-Massiv, die ebenfalls in Äquatorial-Ostafrika liegen, der dritte vergletscherte Hochgebirgszug des Kontinents. Die jüngere Vergletscherung am Kilimandscharo beschränkt sich auf den Kibo. Zwischen 1912 und 2009 schrumpfte die Eiskappe von 12 km² auf 1,85 km², was einem Verlust von 85 Prozent der Fläche entspricht. Hauptgrund für diesen Rückgang ist ein regional trockeneres Klima seit Ende des 19. Jahrhunderts. Am Gipfelplateau bildeten das Nördliche und das Südliche Eisfeld die größten Einheiten, das Östliche Eisfeld mit dem Rebmann-Gletscher und der Furtwängler-Gletscher waren bedeutend kleiner. Die Hanggletscher befanden sich vorrangig am Südhang des Kibo, zudem waren an der Westflanke noch Überbleibsel der einst mächtigen Vergletscherung zu sehen. Die von verschiedenen Medien oftmals zitierten Satelliten-Fotos aus den Jahren 1993 und 2000, die den Rückgang illustrieren sollten, sind bezüglich des Gletscherschwunds nur bedingt aussagekräftig. Das 1993er Foto zeigt die Situation unmittelbar nach einem Neuschneefall, während im 2000er Foto kaum Neuschnee zu erkennen ist. Der markante Unterschied zwischen den beiden Bildern basiert also auf der räumlichen Ausdehnung der saisonalen Schneedecke. Das typische Klima in der Region um das Kilimandscharo-Massiv folgt einem ausgeprägten Jahresgang des Niederschlags mit zwei Regenzeiten und zwei Trockenzeiten, wobei die kleine Trockenzeit in einzelnen Jahren ebenfalls niederschlagsreich sein kann. Die mittlere Monatstemperatur an der Basis des Berges erreicht ganzjährig mehr als 20 °C. Am Massiv selber ändert sich das Klima vor allem in vertikaler Richtung stark, was sich in der Abfolge verschiedener Vegetationszonen widerspiegelt. Die tiefer gelegenen Gebiete sind feucht, oftmals in Wolken gehüllt und von üppiger Regenwaldvegetation bedeckt. Mit der Höhe wird der Bewuchs immer karger, Temperatur und Niederschlag nehmen ab. Am Gipfelplateau des Kibo sind die beiden Regenzeiten zwar noch ausgeprägt, allerdings beträgt die jährliche Niederschlagsmenge nur mehr ein Zehntel jener im Regenwaldgürtel. Die Temperatur steigt selbst in den Nachmittagsstunden nur selten über den Gefrierpunkt. Dies gestaltet den Gipfelbereich zu einer trockenen, eisigen Umgebung. Am Kilimandscharo-Massiv entspringen zahlreiche Gebirgsbäche, die beispielsweise am vergletscherten Gipfel des Kibo entstehen und durch die dichten Wälder die Berghänge hinab rauschen. Sie streben vom Massiv in alle Himmelsrichtungen davon. Aus der Vereinigung von solchen teils reißenden Bächen und kleinen Flüssen entstehen später der Pangani und der Galana. Wegen der steil abfallenden Berghänge gibt es am Kilimandscharo-Massiv nur kleine Seen. Doch befindet sich an seinem Südostfuß der Chala-See und etwas weiter südlich liegt der Jipe-See . Beide Stillgewässer befinden sich auf der Grenze von Tansania und Kenia. Am Südwestfuß des Massivs, bereits im Arusha-Nationalpark, liegen die Momella-Seen. Unterhalb der Gletscher, Schneefelder und Frostschuttwüsten schließt sich teils üppig sprießendes Grasland an, das in Strauchland übergeht. Im Süden reicht die Baumgrenze bis auf maximal 3500 m Höhe, durchschnittlich liegt sie bei 2700 bis 3000 m über dem Meeresspiegel. Bedingt durch das feucht-heiße Klima hat sich nicht nur in den unteren Regionen der Gebirgswelt eine einzigartige Flora im feuchtheißen Urwald entwickelt, in dem ungezählte Pflanzenarten mit prachtvollem Wuchs gedeihen – sie werden zumeist größer als anderswo. Der Regenwald befindet sich zwischen 1400 und 3000 m Höhe, maximal reicht er bis 3300 m Höhe. In der Umgebung des Bergriesen gibt es Gras- und Baum-Savannen sowie Sümpfe. Zur Flora am Kilimandscharo-Massiv und in dessen Umgebung gehören unter anderem: Die Gebirgswelt des Kilimandscharo-Massivs und seine Umgebung birgt eine artenreiche Fauna. Beispiele für Säugetiere: Beispiele für Vögel: Das am Fuß des Berges lebende Volk der Chagga verehrte den Berg vor seiner Bekehrung zum Christentum jahrhundertelang. Nach der Missionierung wurden Altäre noch auf den Berg ausgerichtet. Einer lokalen Legende nach stellen Kibo und Mawensi versteinerte Ehefrauen des Gottes Ruwa dar. Die Geschichte erzählt, wie Mawensi wiederholt die Gastfreundschaft von Kibo missbraucht hatte, welche sie daraufhin verprügelte. Dies erkläre den gezackten Rand von Mawensis Gipfel und der häufig am Mawensigipfel stehende Nebel sei ein Versuch diese Schmach zu verdecken. Um 100 n. Chr. berichtete der griechische Astronom und Geograph Ptolemäus von einem hohen, mit Schnee bedeckten Berg mitten in Afrika. Etwa 1000 Jahre später folgte weitere Kunde von einem solchen Berg, diesmal durch chinesische Handelsreisende. Ein ausführlicher spanischer Bericht von 1519 wurde in Europa nicht ernst genommen und geriet wieder in Vergessenheit. Erst als am 11. Mai 1848 ein Europäer, der aus Gerlingen stammende deutsche Missionar, Geograph und Sprachforscher Johannes Rebmann, vor dem Kilimandscharo stand und von dem überwältigenden Anblick des Schneeberges nach Europa berichtete, trat der Berg in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Rebmann bezeichnete sich jedoch nicht als seinen Entdecker, da er schon vorher mehrfach sichere Kunde von dem Berg aus Erzählungen von Afrikanern hatte. Rebmann, der von 1846 bis 1875 ohne Unterbrechung in Ostafrika wirkte, weilte 1848/1849 dreimal am Fuß des Kilimandscharo. Während die englischen Geographen seinem Bericht von dem Schneeberg aufgrund der Nähe zum Äquator jahrzehntelang keinen Glauben schenkten, erhielt er von der Geographischen Gesellschaft in Paris eine Ehrenmedaille. Bei der Höhe, die er, ohne sie vermessen zu haben, mit etwa 3800 m angab, verschätzte Rebmann sich jedoch stark. Von ihm stammen die Bezeichnung des Gebirges und die Namen der meisten Gipfel, die ihm sein afrikanischer Begleiter benannte. Während der kolonialen Besetzung durch das Deutsche Reich in der Zeit von 1885 bis 1918 bildete dieses Bergmassiv das höchste Gebirge des Reiches. Der Erstbesteiger Hans Meyer taufte den Kibo als höchsten deutschen Berg in Kaiser-Wilhelm-Spitze um. Die seinerzeit errichteten Berghütten erhielten deutsche Namen wie Bismarck- oder Peters-Hütte. Die Sektion Hannover des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins plante Anfang des 20. Jahrhunderts den Bau einer Alpenvereinshütte zwischen dem Mawenzi und dem Kibo auf 4900 m Höhe. Das erforderliche Baumaterial war bereits zur Baustelle transportiert worden. Der Beginn des Ersten Weltkrieges verhinderte den Bau der am höchsten gelegenen Hütte des Alpenvereins. Erst im Rahmen der Unabhängigkeit wurde die Regierung der Republik Tanganjika darauf aufmerksam, dass die Bergspitze des Kibo weiterhin Kaiser-Wilhelm-Spitze hieß. 1964 wurde diese in Uhuru umbenannt, was auf Suaheli Freiheit bedeutet. Schon 1861 und 1862 hatte sich der deutsche Entdecker Karl Klaus von der Decken an eine Besteigung des Berges gewagt und erreichte nur eine Höhe von 4280 m. Die nächsten dokumentierten Besteigungsversuche wurden von dem Missionar Charles New am 14. und 26. August 1871 unternommen, der beim zweiten Anlauf am 28. August in Begleitung eines Dieners und eines Chagga-Führers die Schneegrenze erreichte, bevor er umkehren musste. 1872 wurde über die erfolglose Unternehmung in einer Publikation der Royal Geographical Society berichtet. Die Erstbesteiger waren der Leipziger Bergsteiger, Geograph und Forscher Hans Meyer und der österreichische Alpinist Ludwig Purtscheller, die den Gipfel nach zwei fehlgeschlagenen Erstbesteigungs-Versuchen von 1887 und 1888 am 6. Oktober 1889 erklommen . Meyer entnahm eine Gesteinsprobe aus schwarzem Lavafels von der Mittelspitze des Kibo und brachte sie per Schiff nach Deutschland, um sie Wilhelm II. als Symbol für die Inbesitznahme des Massivs durch Deutschland zu überreichen. Eine weitere behielt er im Privatbesitz. Der Kaiser ließ den Felsbrocken 1890 mit anderen Steinen zu einem Dekorationsstück verarbeiten, zuvor soll er ihn als einfachen Briefbeschwerer aufbewahrt haben. Es finden sich Quellen, die besagen, dass dieses Kunstwerk noch im Muschelsaal des Neuen Palais in Potsdam besichtigt werden kann. Allerdings scheint der Stein schon vor geraumer Zeit gestohlen und durch einen einfachen Lavabrocken ersetzt worden zu sein – ob das Original in der Zeit des Nationalsozialismus oder später in der DDR abhandenkam, ist unklar. 1980 erfolgte eine Untersuchung, bei der der Lavastein aus Biotitschiefer enttarnt wurde. Dieser Schiefer kommt nirgends auf dem Kilimandscharo vor. An der Stelle klebt nun dafür ein Lavagestein von der ersten Expedition aus Meyers Sammlung. Der zweite Stein befindet sich im Privatbesitz eines der Nachfahren Meyers. In den Ansiedlungen und Orten am und rund um das Kilimandscharo-Massiv leben die Chagga, die insbesondere von der Landwirtschaft, teils aber auch vom Tourismus leben. Städte in der Region sind: Die Wirtschaft am Kilimandscharo-Massiv ist nach wie vor von Landwirtschaft geprägt, sodass die einheimischen Chagga vom Ackerbau sowie von Plantagen- und Viehzucht leben. Angebaut werden unter anderen Bananen, Kaffee, Mais, Weizen und Sisal. Die Region um das Kilimandscharo-Massiv und den Kilimandscharo-Nationalpark erfreut sich bei Touristen und Naturfreunden großer Beliebtheit. Viele Touristen kommen auch zum Bergsteigen an den Kilimandscharo. Das wenig südlich des Massivs gelegene Moshi bietet eine Vielzahl von touristischen Einrichtungen. Südwestlich des Massivs und etwa 30 km westlich der Stadt befindet sich in Richtung der Nachbarstadt Arusha der Kilimanjaro International Airport, von dem Touristen in den Kilimandscharo- und Serengeti-Nationalpark gelangen können. Die Besteigung des Kibo beziehungsweise des Uhuru Peak bietet Bergsteigern und Wanderern geringfügige technische Schwierigkeiten, weshalb trotz der großen körperlichen Anstrengungen immer mehr Menschen einen Aufstieg versuchen. Waren es Mitte der 1990er Jahre noch etwa 15.000 im Jahr, war diese Zahl rund zehn Jahre später auf 25.000 angestiegen. Darunter sind viele, die zuvor nie einen Mehrtagesmarsch unternommen haben. Doch infolge der mit der großen Höhe verbundenen Abnahme des Sauerstoff-Partialdrucks kommt es häufig zur Höhenkrankheit, sodass aufgrund der physischen Anstrengungen nur etwa die Hälfte aller Gipfelaspiranten den höchsten Punkt erreicht. Am Gipfel ist der Sauerstoffpartialdruck halb so hoch wie auf Meereshöhe. Dazu kommen plötzliche Wetterumschwünge und deutliche Temperaturunterschiede zwischen dem Fuß des Berges, wo das Thermometer regelmäßig über 30 °C zeigt, und seinem Gipfel, wo die Temperatur unter −20 °C fallen kann. Durch den Windchill-Faktor kann die gefühlte Temperatur noch tiefer erscheinen. Für die Besteigung sollten wegen der Anpassung an das Höhenklima fünf bis sieben Tage eingeplant werden. Die fünf Tage, die auf den meisten Routen normalerweise für Auf- und Abstieg vorgesehen sind, bezeichnete der Höhenmediziner Oswald Oelz in der NZZ allerdings als „physiologisch versuchten Mord“. Wer sich vorher nicht ordentlich akklimatisiert, läuft Gefahr, ein Lungen- oder ein Hirnödem zu bekommen. „Am höchsten Berg Afrikas sterben nicht ohne Grund pro Jahr Dutzende Menschen“, erklärte Oelz. Die Besteigung ist gebührenpflichtig, zudem ist die Beauftragung eines Chagga-Führers sowie die Beschäftigung einheimischer Träger vorgeschrieben. Im Jahr 2008 betrug die Gebühr in Summe pro Person 650 US-Dollar und ist an den Gates am Eingang zum Nationalpark zu entrichten. Weitere 170 bis 250 US-Dollar kommen für den Führer und die Träger hinzu. Für die Trinkgelder hat die Nationalparkverwaltung unverbindliche Richtpreise bekannt gegeben. Auf jeden Touristen kommen, je nach Organisation, zwei bis fünf Träger, inkl. Guides und Koch . Während die fünf Routen Mweka, Umbwe, Lemosho, Shira und Rongai selten begangen werden, erfreuen sich die Marangu- sowie Machame-Route wesentlich größerer Nachfrage. Die laut Parkstatistik meistbegangene Marangu-Route , die im Südosten des Kilimandscharo-Massivs verläuft, bietet als einzige Route Übernachtung in Hütten statt in Zelten und weist ein Kontingent von maximal 70 Gästen pro Tag auf. Der Marangu-Pfad beginnt am Südhang des Massivs und führt anfangs in Richtung Norden über Marangu , das oft als Ausgangspunkt für Bergtouren angesteuert wird, und durch den tropischen Regenwald zur Bismarckhütte . Danach wird – oberhalb der Baumgrenze – durch das anfangs üppig sprießende Gras- und Strauchland in Richtung Nordwesten aufsteigend die Petershütte erreicht, die sich 5 km südlich des Mawenzi befindet. Von dort geht es in stets dünner werdender Luft auf den 4300 m hohen Sattel, weiter in Richtung Westen durch die Frostschuttwüste laufend zur 1932 errichteten Kibohütte an der Ostflanke des Kibo. Von dort wird nach 987 m und maximal 6 Stunden steil bergauf durch zahlreiche Serpentinen und durch eine Gerölllandschaft der nur wenige Kilometer entfernten Gilman’s Point auf dem Rand des Kibo-Kraters erreicht. Auf dem südlichen Kraterrand, weitere 214 m aufwärts, erreicht man den Uhuru Peak genannten Kibo-Gipfel. Nach insgesamt rund 34 km Marsch ist man auf dem Kraterrand des Kibo, von dem aus große Teile von Tansania und Kenia zu sehen sind – wenn das teils unberechenbare Wetter mitspielt. Zum Beispiel kann der Mount Meru gesehen werden, der oft über die Wolkendecke empor ragt und rund 70 km entfernt ist. Auf das Kilimandscharo-Massiv führen neben der Marangu-Route noch weitere Pfade, die zu den schwierigen Routen gehören. Unter anderen sind dies: Anfang Juli 2018 wurde die Amerikanerin Montannah Kenney aus Texas mit 7 Jahren zur jüngsten Besteigerin des Berges. Die älteste Frau, die den Uhuru Peak erreichte, war Angela Vorobeva im Alter von 86 Jahren und 267 Tagen. Der älteste Mann auf dem Berg war der Amerikaner Robert Wheeler, der 85 Jahre und 201 Tage alt war, als er am 2. Oktober 2014 den Gipfel bestieg. Unter anderem betreibt die Universität Bayreuth seit vielen Jahren eine wissenschaftliche Forschungsstation am Kilimandscharo-Massiv. Sie ist primär der Erforschung der Flora und der Niederschlagsverteilung im Regenwaldgürtel gewidmet. In den vergangenen Jahren wurde durch Glazialkerne einzigartiges Datenmaterial zur Klimageschichte der letzten Jahrtausende gesammelt. Die Universitäten Innsbruck und Massachusetts führen seit 2002 zusammen ein Klimaforschungsprojekt durch mit dem Ziel, die klimatologischen Gründe des Gletscherrückgangs zu verstehen. Die Vielzahl an wissenschaftlichen Studien legt nahe, dass das Schrumpfen der Kilimandscharo-Gletscher eine direkte Folge eines regional trockeneren Klimas seit dem späten 19. Jahrhundert ist. Ausbleibender Schneefall verringert den Zufluss zur Masse der Gletscher, zudem schützt heller, gut das Sonnenlicht reflektierender Neuschnee vor Sonnenstrahlung. Inwieweit und seit wann das regional trockene Klima durch die globale Erwärmung begünstigt wird, ist noch nicht vollkommen klar. Eine wahrscheinlich entscheidende Rolle spielt das seltenere Auftreten stark positiver Ereignisse des Indischer-Ozean-Dipols, dadurch verringert sich die Zufuhr feuchter Luftmassen nach Ostafrika. Während der Klimawandel über eine direkte Erhöhung der Lufttemperaturen am Kilimandscharo keinen großen Einfluss auf die Massenbilanz der Gletscher hat, gilt es als wahrscheinlich, dass er auf die Dynamik des Indischen Ozeans einwirkt und so die Niederschlagsmuster am Kilimandscharo ändert. |
2024-12-04 00:05:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydroharmin | fest Tetrahydroharmin ist ein Indolalkaloid, das zu den Stoffgruppen der β-Carboline und Harman-Alkaloide zählt. Es kommt in der Lianenart Banisteriopsis caapi und in den Samen der Steppenraute vor. Tetrahydroharmin ist schwacher Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, jedoch kein Monoaminooxidase-Hemmer. |
2024-11-23 20:57:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Asienspiele_2010 | Die 16. Asienspiele fanden vom 12. bis 27. November 2010 in Guangzhou statt. Die Volksrepublik China war damit nach 1990 zum zweiten Mal Gastgeber der Spiele. Es nahmen 9704 Sportler aus allen 45 Mitgliedsverbänden des Olympic Council of Asia teil. Es wurden 476 Wettbewerbe in 42 Sportarten ausgetragen. Legende zum nachfolgend dargestellten Wettkampfprogramm: Letzte Spalte: Gesamtanzahl der Entscheidungen in den einzelnen Sportarten Sommerspiele: Neu-Delhi 1951 | Manila 1954 | Tokio 1958 | Jakarta 1962 | Bangkok 1966 | Bangkok 1970 | Teheran 1974 | Bangkok 1978 | Neu-Delhi 1982 | Seoul 1986 | Peking 1990 | Hiroshima 1994 | Bangkok 1998 | Busan 2002 | Doha 2006 | Guangzhou 2010 | Incheon 2014 | Jakarta 2018 | Hangzhou 2022 | Aichi-Nagoya 2026 | Doha 2030 | Riad 2034 Winterspiele: Sapporo 1986 | Sapporo 1990 | Harbin 1996 | Gangwon 1999 | Aomori 2003 | Changchun 2007 | Astana/Almaty 2011 | Sapporo 2017 | Harbin 2025 | Trojena 2029 Hallenspiele: Bangkok 2005 | Macao 2007 | Hanoi 2009 | Bangkok 2009 | Incheon 2013 | Aşgabat 2017 Strandspiele: Bali 2008 | Maskat 2010 | Haiyang 2012 | Phuket 2014 | Da Nang 2016 | Sanya 2021 Badminton | Baseball | Basketball | Beachvolleyball | Billard | Bogenschießen | Bowling | Boxen | Cricket | Drachenboot | Fechten | Fußball | Gewichtheben | Go | Golf | Handball | Hockey | Inline-Speedskating | Judo | Kabaddi | Kanu | Karate | Leichtathletik | Moderner Fünfkampf | Radsport | Reiten | Rhythmische Sportgymnastik | Ringen | Rollkunstlauf | Rudern | Schach | Schießen | Schwimmen | Segeln | Sepak Takraw | 7er-Rugby | Softball | Soft Tennis | Squash | Synchronschwimmen | Taekwondo | Tanzen | Tennis | Tischtennis | Trampolinturnen | Triathlon | Turnen | Volleyball | Wasserball | Wasserspringen | Wushu | Xiangqi |
2024-12-01 12:31:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenfachwerk | Der Stahlskelettbau ist eine um 1884 entwickelte Baukonstruktion, bei der das Tragwerk eines Bauwerks im Skelettbau mit Stahlträgern errichtet wird. Daraufhin werden Decken und Wände in die stützende Stahlkonstruktion eingefügt, die dem gesamten Bau auch eine hohe Tragfähigkeit verleiht, die z. B. für Lager- und Fabrikgebäude erforderlich ist. Viele ältere Stahlskelettbauten haben durch diese stabile Bauweise auch die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs mit vergleichsweise geringen Beschädigungen überstanden. Die Stahlskelettbauweise definiert sich in der Regel dadurch, dass das Haupttragwerk, d. h. Stützen und Träger aus Stahlprofilen besteht, die mittels Nieten, Schrauben oder Schweißen verbunden werden. Daher ist ein schneller Baufortschritt möglich und wegen des Fehlens tragender Zwischenwände ist die Innenraumaufteilung sehr flexibel zu gestalten. Die Decken können sowohl als Betonfertigteil-, Halbfertigteil- oder Verbunddecke ausgeführt werden. Der erste Stahlskelettbau war die Ditherington Flax Mill von Charles Bage, die 1796–97 errichtet wurde. Der Skelettbau in Eisen oder Stahl wurde in seiner Entstehungszeit um 1900 auch als Eisenfachwerk bezeichnet. Im Bauwesen wurde anfangs Schmiedeeisen wie Holzfachwerk eingesetzt, während später der Skelettbau die konstruktiven Möglichkeiten des Materials ausschöpfte. Bis zu dieser Zeit wurden die letzten schmiedeeisernen Gitterträgerbrücken errichtet, die damals von Fachwerkkonstruktionen in Stahlbauweise abgelöst wurden. Die Stahlskelettbauweise wurde vor allem in den USA durch die ersten Hochhäuser sehr beliebt. Frühe Beispiele der Bauweise in Deutschland waren das Berliner Warenhaus am Weinberg , das Weinhaus Rheingold und das Vox-Haus , gefolgt vom Augsburger Glaspalast , Weinhaus Huth und Haus Vaterland , Lübecker Handelshof , Anzeiger-Hochhaus , Karl-Bröger-Haus , Haus Grenzwacht , I.G.-Farben-Haus , Shell-Haus und Columbushaus , die Kirchen Heilig-Kreuz und St. Josef in Frankfurt-Bornheim, die Zeche Zollverein in Essen und das zwischen 1935 und 1937 durch Paul Hofer und Karl Johann Fischer errichtete Gebäude 7 der ehemaligen Münchener Reichszeugmeisterei in der alten McGraw-Kaserne. |
2024-12-02 10:15:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Zelle | Michael Zelle ist ein deutscher Archäologe und Direktor des Lippischen Landesmuseums. Nach dem Abitur studierte Zelle Klassische Archäologie, Alte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Universität Münster, in London und der Universität Perugia. 1993 wurde er in Münster promoviert. Anschließend war er in Xanten, Köln und Krefeld tätig. 2009 war er für die Ausstellung „Mythos – 2000 Jahre Varusschlacht“ im lippischen Landesmuseum verantwortlich. 2011 trat er die Nachfolge von Rainer Springhorn als Direktor des Lippischen Landesmuseums an. |
2024-12-04 00:01:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hansheinrich_Meier-Peter | Hansheinrich Meier-Peter ist ein deutscher Schiffsbetriebstechniker und Hochschullehrer. Hansheinrich Meier-Peter studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Hannover. 1959 wurde er dort Mitglied des Corps Saxonia. 1974 wurde er von der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität Hannover zum Dr.-Ing. promoviert. 1978 wurde er Bereichsleiter der Maschinenbau AG Weser. 1982 erhielt er eine Professur an der Fachhochschule Flensburg und wurde zum Direktor des dortigen Instituts für Schiffsbetriebsforschung. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren Schiffsbetriebstechnik, Schiffsmaschinenbau und Schiffstechnik. Meier-Peter ist Mitverfasser des Handbuchs für Schiffsbetriebstechnik von Kurt Illies, das in zwei Auflagen erschien, und Mitherausgeber des Handbuchs für Schiffsbetriebstechnik. Betrieb, Überwachung, Instandhaltung., das in mehreren Auflagen in deutscher Sprache sowie in Englisch und Chinesisch erschien. Zudem verfasste er mehrere wissenschaftliche Beiträge und diverse Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften. |
2024-12-02 01:14:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrttemberg_(Schiff,_1909) | Die Württemberg ist ein ehemaliger Raddampfschlepper, der zu einem Schiffsmuseum in Magdeburg umgestaltet wurde. Gebaut wurde die Württemberg 1908/1909 in der Roßlauer Schiffswerft Gebrüder Sachsenberg. Das Schiff war auf der Elbe für die Neue Deutsch-Böhmische Elbschiffahrt AG Dresden im Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Württemberg bei einem Tieffliegerangriff bei Zehren beschädigt. Weitere Schäden erlitt das Schiff, als es in der Werft Dresden-Laubegast auf dem Vorschiff zum Ausbruch eines Feuers kam. Wieder instand gesetzt, erfolgte von 1946 bis zum 30. April 1974 ein Einsatz für die Deutsche Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale und ihrem Rechtsnachfolger, dem VEB Deutsche Binnenreederei der DDR. Im Dezember 1974 wurde die Württemberg bei Hochwasser auf die Elbwiesen vor die Stadthalle Magdeburg auf die Rotehorninsel geschleppt. Es folgte dann ein Umbau zum Museum. Auch ein Gaststättenbetrieb wurde aufgenommen. Nach dem Hochwasser 2002, bei dem der Innenbereich durch das Wasser beschädigt wurde, ist das Museumsschiff und die Gaststätte nach kompletten Innenumbau seit Oktober 2006 wieder geöffnet. 52.1173811.6387Koordinaten: 52° 7′ 2,6″ N, 11° 38′ 19,3″ O |
2024-12-04 03:43:45 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kreisstra%C3%9Fen_im_Landkreis_Erlangen-H%C3%B6chstadt#ERH_5 | Die Liste der Kreisstraßen im Landkreis Erlangen-Höchstadt ist eine Auflistung der Kreisstraßen im bayerischen Landkreis Erlangen-Höchstadt mit deren Verlauf. Nicht vorhandene bzw. nicht nachgewiesene Kreisstraßen werden in Kursivdruck gekennzeichnet, ebenso Straßen und Straßenabschnitte, die unabhängig vom Grund keine Kreisstraßen mehr sind. Der Straßenverlauf wird in der Regel von Nord nach Süd und von West nach Ost angegeben. OpenStreetMap: Landkreis Erlangen-Höchstadt – Landkreis Erlangen-Höchstadt im OpenStreetMap-Wiki Landkreise: Aichach-Friedberg | Altötting | Amberg-Sulzbach | Ansbach | Aschaffenburg | Augsburg | Bad Kissingen | Bad Tölz-Wolfratshausen | Bamberg | Bayreuth | Berchtesgadener Land | Cham | Coburg | Dachau | Deggendorf | Dillingen a.d.Donau | Dingolfing-Landau | Donau-Ries | Ebersberg | Eichstätt | Erding | Erlangen-Höchstadt | Forchheim | Freising | Freyung-Grafenau | Fürstenfeldbruck | Fürth | Garmisch-Partenkirchen | Günzburg | Haßberge | Hof | Kelheim | Kitzingen | Kronach | Kulmbach | Landsberg am Lech | Landshut | Lichtenfels | Lindau | Main-Spessart | Miesbach | Miltenberg | Mühldorf a.Inn | München | Neuburg-Schrobenhausen | Neumarkt i.d.OPf. | Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim | Neustadt a.d.Waldnaab | Neu-Ulm | Nürnberger Land | Oberallgäu | Ostallgäu | Passau | Pfaffenhofen a.d.Ilm | Regen | Regensburg | Rhön-Grabfeld | Rosenheim | Roth | Rottal-Inn | Schwandorf | Schweinfurt | Starnberg | Straubing-Bogen | Tirschenreuth | Traunstein | Unterallgäu | Weilheim-Schongau | Weißenburg-Gunzenhausen | Wunsiedel i.Fichtelgebirge | Würzburg Kreisfreie Städte: Amberg | Ansbach | Aschaffenburg | Augsburg | Bamberg | Bayreuth | Coburg | Erlangen | Fürth | Hof | Ingolstadt | Kaufbeuren | Kempten | Landshut | Memmingen | München | Nürnberg | Passau | Regensburg | Rosenheim | Schwabach | Schweinfurt | Straubing | Weiden i.d.Opf. | Würzburg |
2024-12-02 05:10:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Serbisches_Freiwilligen-Korps_(Zweiter_Weltkrieg) | Српски Добровољачки Корпус/Srpski dobrovoljački korpusSerbisches Freiwilligen-Korps Kosta Mušicki Das Serbische Freiwilligen-Korps , kurz SFK, war die überwiegend aus Freiwilligen aufgestellte faschistische Miliz der serbischen ZBOR-Partei in Serbien während des Zweiten Weltkrieges. Vor Dezember 1942 trug es den Namen „Serbisches Freiwilligen-Kommando“ . Ideologisch geführt von Dimitrije Ljotić bot sich das SFK als Militäreinheit der serbischen Kollaborationsregierung unter Milan Nedić den deutschen Besatzern zur Bekämpfung der aufständischen Tito-Partisanen und zur Vernichtung der Juden in Serbien an. Daher kollaborierte das SFK zusammen mit der Serbischen Staatswache und den „legalen“ Tschetniks des Kosta Pećanac offen mit der deutschen Besatzungsmacht in Serbien; die Tschetniks des Draža Mihailović hegten trotz situationsbedingter Zusammenarbeit eine offene Abneigung gegen das SFK. Die serbische Regierung zahlte den Sold für die Angehörigen des SFK und erstattete den deutschen Militärstellen die Kosten für Waffen, Munition, Uniformierung und die den deutschen Einheiten entsprechende Verpflegung. Am 27. November 1944 wurde das SFK in die Waffen-SS überführt und im März 1945 in „Serbisches SS-Korps“ umbenannt. Das SFK war die bei weitem loyalste und schlagkräftigste serbische Truppe unter deutschem Oberbefehl. Bei Kriegsende wurden viele SFK-Angehörige von den siegreichen jugoslawischen Tito-Partisanen hingerichtet. Funktionäre des SFK entfalteten im Exil in Deutschland eine rege Propagandatätigkeit. Nach der Besetzung Serbiens durch deutsche Truppen im April 1941 und der Installation einer Kollaborationsregierung unter Premierminister Milan Nedić begann im Juli 1941 in Serbien ein Bürgerkrieg, an dem bewaffnete Formationen des jugoslawischen Widerstandes gegen solche der Kollaboration kämpften. Bereits in den Anfangstagen der deutschen Besatzung gründete Ljotić das SFK, das zunächst unbewaffnet blieb. Am 14. September 1941 schlug der serbische Innenminister Mihailo Olćan, ein ZBOR-Mitglied, in einer Sitzung der serbischen Kollaborationsregierung vor, das SFK zu bewaffnen und im Kampf gegen die kommunistischen Partisanen einzusetzen. Olćans Büro diente als Rekrutierungsstelle und am folgenden Tag meldeten sich 234 ZBOR-Mitglieder als erste Freiwillige zur Einheit. In den Folgetagen stieg ihre Zahl auf über 600 Mann. Am Anfang bestand das SFK aus 12 Kompanien mit jeweils 120 bis 150 Soldaten. Die Uniform war grün und die Offiziere waren ähnlich gekleidet wie Offiziere der ehemaligen königlich jugoslawischen Armee oder sie trugen italienische Uniformen. Für die innere Führung der Truppe war der Journalist Ratko Parežanin und der Begründer der ZBOR-Bewegung Dimitrije Ljotić zuständig. Die geistlichen Belange wurden dem serbisch-orthodoxen Priester Aleksa Todorović anvertraut. Die Vereidigung der Rekruten wurde durch serbisch-orthodoxe Priester in einer kirchlichen Zeremonie besorgt. Die Eidesformel lautete: „Ich schwöre beim allmächtigen Gott, dass ich unter der Fahne des serbischen Freiwilligenkorps jederzeit und bei jeder Gelegenheit tapfer kämpfen und nie untreu werde, dass ich dem serbischen Volk und Vaterland mit der ganzen Seele ergeben und treu sein werde, und dass ich die Befehle aller mir Vorgesetzten befolgen und genau ausführen werde. So Gott mir helfe!“ Gemeinsam mit anderen Einheiten der serbischen Regierung und den Tschetniks des Kosta Pećanac wurde das SFK umgehend in den Kampf gegen die Partisanen geschickt. Am 17. September 1941 erlebte die Einheit im Dorf Dražanj nahe Grocka ihre „Feuertaufe“ im Kampf gegen Tito-Partisanen. Im gleichen Monat meldete der Chef der deutschen Militärverwaltung in Serbien Harald Turner seinen Vorgesetzten, dass das SFK außerordentliche Ergebnisse bei ihren Säuberungsaktionen erzielt hätte und man vollstes Vertrauen in das SFK haben könne. Am 6. Oktober 1941 wurde auf Ljotićs Betreiben das Kommando des SFK an den ehemaligen Offizier der königlich-jugoslawischen Armee Oberst Kosta Mušicki übergeben. Im gleichen Monat beteiligte sich das SFK am Massaker an Zivilisten in Kragujevac. Die 5. Abteilung des SFK unter Marisav Petrović verhaftete Zivilisten, übergab sie der Wehrmacht und bewachte sie bis zur Hinrichtung. Mitte 1943 regte der serbische Ministerpräsident Milan Nedić bei deutschen Dienststellen zunächst erfolglos die Verdoppelung des SFK von fünf auf zehn Bataillone und deren Unterstellung unter das serbische Innenministerium an. Nedićs Anregung wurde erst nach einem Treffen mit Hitler im September stattgegeben und zwei Monate später umgesetzt. Im November 1943 führte Nedić durch eine Gesetzesänderung dem SFK auch Wehrpflichtige zu. Ende Mai 1944 bewährte sich das SFK gemeinsam mit den Tschetniks des Draža Mihailović während des Unternehmen „Kammerjäger“ in Kämpfen gegen die 2. und 4. Division der Tito-Partisanen. Daraufhin wurde die vom Militärbefehlshaber Südost beantragte Aufstockung des SFK von 10.000 auf 14.000 durch Berlin genehmigt. Diese Sollstärke wurde jedoch nicht mehr erreicht. Im Juni 1944 gab die Zahl der Deserteure aus dem SFK Anlass zur Sorge. Am 21. August 1944 umfassten die fünf Regimenter des SFK eine Truppenstärke von 9.886 Offizieren und Soldaten. Das SFK hatte bis zu jenem Zeitpunkt durch Kampfhandlungen 700 Gefallene und 1.800 Verwundete. Im September 1944 begannen Tito-Partisanen gemeinsam mit der Roten Armee ihre Großoffensive in Serbien. Am 8. Oktober 1944 wurden die SFK-Einheiten unter dem Kommando von Major Ilija Mićašević und Major Vojislav Dimitrijević von diesen aus dem Gebiet um Belgrad verdrängt. Wenig später folgten die geschlagenen Einheiten von Jovan Dobrosavljević, Vasa Ogrizović und Major Marisav Petrović. Im Oktober 1944 wurde das SFK nach Istrien verlegt, wo es unter dem Befehl von SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik an Kampfhandlungen in der Operationszone Adriatisches Küstenland teilnahm. Am 27. November 1944 wurde das SFK in die Waffen-SS übernommen und im März 1945 in „Serbisches SS-Korps“ umbenannt. Obwohl die Niederlage bereits vorhersehbar war, beging das SFK noch Hitlers Geburtstag im April 1945 mit einem Festakt. Der Bericht darüber feierte Hitler als Missionar, Führer des antikommunistischen Kampfes in der Welt und halbgöttliches Wesen. Am 5. Mai 1945 ergaben sich bei Palmanova nahe Triest zwischen 2.400 und 2.800 Mann des SFK den Briten, die diese, wie auch spätere Gefangene an die Partisanen-Truppen übergaben. Die meisten von ihnen wurden von den Partisanen hingerichtet. General Mušicki wurde von den Alliierten nach Jugoslawien ausgeliefert. In einem Schauprozess wurde er wegen Kriegsverbrechen zusammen mit anderen Kollaborateuren zum Tode verurteilt und anschließend hingerichtet. Nach dem Zusammenbruch des serbischen Vasallenstaates unter der Kollaborationsregierung des Generals Milan Nedić wurden Funktionäre des ZBOR und Mitglieder des SFK durch mehrere Lager in Italien geschleust. Danach kam die ZBOR-Führung nach Deutschland und hielt sich von 1947 bis 1948 im Munsterlager und von 1948 bis 1949 im DP-Lager Lingen auf. Ende 1949 ließ sie sich in Schleißheim bei München nieder. Hier setzte sie die in Lingen begonnene, noch immer monatlich erscheinende Zeitung Iskra fort. Die Zeitung ging in 40 Länder der Welt. Diese royalistisch, serbisch-orthodox, nationalistisch bzw. faschistisch und konservativ orientierte Gruppe von Exilserben, verfügte wohl über das am reichsten fließende Publikationswesen sowie über ein global entfaltetes Presse- und Informationswesen. Inhaber, Herausgeber und Chefredakteur war Jakov Ljotić, genannt Jaša , der Bruder des Faschistenführers Dimitrije Ljotić. Der 79-jährige wurde am 8. Juli 1974 in seiner Münchener Wohnung mit seiner Krawatte erdrosselt. Er hatte angekündigt über Titos Gefängnisse schreiben zu wollen. Für seine Ermordung soll der jugoslawische Geheimdienst UDBA verantwortlich gewesen sein. Bereits am 17. April 1969 wurde der Iskra-Redakteur Ratko Obradović nahe seiner Wohnung in München-Hasenbergl auf offener Straße mit fünf Schüssen in Brust, Hals und Kopf mutmaßlich von der UDBA getötet. Obradović war ein ehemaliger Funktionär der faschistischen ZBOR-Partei und Offizier des SFK, der sich 1945 ins Exil geflüchtet hatte. Seit 2016 wird die Zeitung Iskra nicht mehr in der serbischen Diaspora, sondern in Novi Sad herausgegeben. In den auch online zugänglichen Publikationen der Iskra werden weiterhin die Taten und Personen des SFK verherrlicht. |
2024-12-02 02:34:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_Frosch | Spanischer Frosch Der Spanische Frosch gehört innerhalb der Ordnung der Froschlurche zur Familie der Echten Frösche und ebenso zur Gattung der Echten Frösche. Außerdem wird er nach Aussehen, Lebensweise und Verwandtschaftsbeziehungen zum Formenkomplex der Braunfrösche gerechnet. Die Art ist ausschließlich im Nordwesten der Iberischen Halbinsel anzutreffen. Der Spanische Frosch hat eine Körperlänge von 30 bis 70 mm, wobei die Männchen kleiner als die Weibchen bleiben und auch diese nur selten die Maximalgröße erreichen. Es handelt sich um einen kleinen und schlanken Braunfrosch mit kurzer, runder Schnauze und langen Beinen. Die Rückenfärbung ist variabel bräunlich, dunkeloliv oder grau mit schwarzen und hellen, unscharfen Flecken. Die Bauchseite ist weißlich mit dunklen Flecken, die Kehle dunkel marmoriert mit heller Mittellinie oder auch zeichnungslos weiß. Die Haut ist glatt mit deutlichen, weit auseinanderliegenden Drüsenleisten. Die Schwimmhäute zwischen den Füßen reichen fast bis an die Zehenspitzen. Der erste und der zweite Finger sind nahezu gleich lang. Die Männchen besitzen keine Schallblasen. Bei nach vorn gelegtem Hinterbein reicht das Fersengelenk über die Schnauzenspitze hinaus, wodurch die Art vom Grasfrosch unterscheidbar ist. Zu den sehr ähnlichen Arten gehören auch der Pyrenäenfrosch , der nur in einem sehr kleinen Gebiet der Pyrenäen an der spanisch-französischen Grenze vorkommt, sowie der Springfrosch . Das Verbreitungsgebiet des Spanischen Frosches beschränkt sich auf den Nordwesten der Iberischen Halbinsel und liegt auf spanischem und portugiesischem Staatsgebiet. Dabei kommt er in Höhen von 100 bis 2425 m vor. Isolierte Populationen finden sich im Baskenland, den spanischen Zentralgebirgen, in der Extremadura sowie in Marinha Grande und Serra de São Mamede in Portugal. Meistens sind die Habitate durch Jahresniederschläge von mehr als 1000 mm gekennzeichnet. Als Lebensraum bevorzugt der Frosch kühle Fließgewässer in offenen Bergwäldern. Er besiedelt aber auch die Uferregionen verschiedener Gewässertypen innerhalb von Zwergstrauchformationen und Weidelandschaften. Die Fortpflanzungszeit des Spanischen Frosches liegt in den Monaten November bis März, in höheren Lagen auch bis in den April, eventuell sogar bis in den Juli. In Zentralspanien wurden Laichaktivitäten im November und Dezember registriert. Der gallertige Laich wird in kleinen Ballen von 100 bis 450 Eiern nachts unter Steinen im Bachbett abgesetzt. Der Spanische Frosch wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als Art der „Vorwarnliste“ eingestuft, da ein deutlicher Rückgang von allerdings weniger als 30 % innerhalb der letzten zehn Jahre festgestellt wurde. Die Hauptgefährdung für diese Art geht vom Lebensraumverlust aus, der durch die zunehmende Veränderung der Habitate durch Landwirtschaft und Besiedlung erfolgt. Gesetzlicher Schutzstatus |
2024-12-02 08:50:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Reuben_Ellwood | Reuben Ellwood war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1883 und 1885 vertrat er den Bundesstaat Illinois im US-Repräsentantenhaus. Reuben Ellwood besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat sowie das Cherry Valley Seminary. Zwischenzeitlich war er in Illinois in der Landwirtschaft und als Arbeiter tätig, ehe er in den Staat New York zurückkehrte. Dort arbeitete er zunächst in einer Sägemühle. Später stellte er Strohbesen her. Zeitweise beschäftigte er in seinem Betrieb bis zu 150 Arbeiter. Gleichzeitig schlug er eine politische Laufbahn ein. Im Jahr 1851 war er Abgeordneter in der New York State Assembly. Er wurde Mitglied der 1854 gegründeten Republikanischen Partei und war im Juni 1856 Delegierter zur Republican National Convention in Philadelphia, auf der John C. Frémont als erster Präsidentschaftskandidat der Partei nominiert wurde. Seit 1857 lebte er in Sycamore, wo er einen Eisenwarenladen und eine Apotheke betrieb. Später stellte er landwirtschaftliche Geräte her. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1882 wurde Ellwood im fünften Wahlbezirk von Illinois in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 4. März 1883 die Nachfolge von Robert R. Hitt antrat. Nach einer Wiederwahl konnte er bis zu seinem Tod am 1. Juli 1885 im Kongress verbleiben. Nach einer Sonderwahl fiel sein Abgeordnetenmandat an Albert J. Hopkins. Delegierte aus dem Illinois-Territorium Bond | Stephenson | Pope Abgeordnete aus dem Bundesstaat Illinois 1. Distrikt: McLean | D. Cook | Duncan | Slade | J. Reynolds | Snyder | J. Reynolds | R. Smith | Bissell | Washburne | I. Arnold | Wentworth | Judd | Farwell | J. Rice | Caulfield | W. Aldrich | Dunham | Taylor | J.F. Aldrich | Mann | Emerich | Madden | De Priest | Mitchell | Dawson | Metcalfe | Stewart | Washington | C. Hayes | Rush | Jo. Jackson • 2. Distrikt: Casey | McClernand | W. Allen | Wentworth | Woodworth | Farnsworth | I. Arnold | Farnsworth | J.D. Ward | Harrison | G. Davis | Finerty | Lawler | McGann | Lorimer | Feely | Mann | M. Hull | Moynihan | McKeough | Rowan | Vail | O’Hara | Vail | O’Hara | Mikva | M. Murphy | Savage | M. Reynolds | Je. Jackson | R. Kelly • 3. Distrikt: Duncan | May | Stuart | Ficklin | T. Young | Ficklin | Norton | Lovejoy | Washburne | Burchard | Farwell | Le Moyne | Brentano | Barber | Farwell | G. Davis | J.H. Ward | W. Mason | Durborow | McGann | Belknap | G. Foster | Wilson | G. Gorman | Wilson | Sproul | E. Kelly | Busbey | E. Kelly | Busbey | Linehan | Busbey | Murray | Byrne | W. Murphy | M. Murphy | Hanrahan | Russo | B. Lipinski | D. Lipinski | Newman | Ramirez • 4. Distrikt: Wentworth | Molony | Knox | Kellogg | C. Harris | Harding | Hawley | Hurlbut | Lathrop | Sherwin | Adams | Newberry | Goldzier | Woodman | Mills | Cusack | McAndrews | G. Foster | Wharton | McDermott | C. Martin | J. Rainey | Doyle | Beam | Gorski | J.V. Buckley | McVey | Derwinski | G. O’Brien | J. Davis | Sangmeister | Gutiérrez | García 5. Distrikt: S. Douglas | Richardson | J.C. Davis | Morris | Richardson | Lovejoy | Ingersoll | Stevens | Burchard | Hawk | Hitt | Ellwood | Hopkins | White | Noonan | Mahoney | McAndrews | Michalek | Sabath | Gorski | Kluczynski | Fary | B. Lipinski | Rostenkowski | Flanagan | Blagojevich | Emanuel | Quigley • 6. Distrikt: Hoge | Turner | E. Baker | T. Campbell | R. Yates | T. Harris | Hodges | McClernand | A. Knapp | Norton | B. Cook | H. Snapp | Hawley | Henderson | Hitt | Cooke | Boutell | Lorimer | Moxley | Stack | McAndrews | J. Gorman | J.R. Buckley | J. Gorman | J. Igoe | T. O’Brien | Maciejewski | T. O’Brien | Ronan | G. Collins | Collier | Hyde | Roskam | Casten • 7. Distrikt: Hardin | E. Baker | Henry | Lincoln | T. Harris | R. Yates | J.C. Allen I | A. Shaw | Robinson | Eden | Bromwell | J. Moore | Corwin | A. Campbell | P. Hayes | Cullen | Henderson | Foss | Knopf | Lundin | Buchanan | Juul | Michaelson | Schuetz | Link | Owens | Sabath | Bowler | Libonati | Annunzio | C. Collins | D. Davis • 8. Distrikt: Bissell | J. Morrison | R. Smith | Fouke | Stuart | Cullom | Robinson | Fort | Payson | Cullen | Plumb | C. Hill | Steward | Childs | Hopkins | Mahoney | McGavin | Gallagher | Kunz | Granata | Kunz | Kocialkowski | Gordon | Rostenkowski | P. Crane | Bean | Walsh | Duckworth | Krishnamoorthi 9. Distrikt: W. Allen | Marshall | Logan | W.J. Allen | Ross | McNeely | Barrere | Whiting | Boyd | Lewis | Payson | Snow | H. Wheeler | Hitt | Boutell | Evans I | Britten | McAndrews | Dewey | Resa | Twyman | S. Yates | Finnegan | S. Yates | Schakowsky • 10. Distrikt: A. Knapp | Thornton | Burr | E. Rice | Ray | Bagby | Marsh | Worthington | Post | Prince | Foss | Thomson | Foss | Chindblom | J. Simpson | R. Church | Paddock | R. Church | R. Hoffman | Collier | S. Young | Mikva | Porter | Kirk | Dold | Schneider | Dold | Schneider • 11. Distrikt: Robinson | Marshall | R. Knapp | Wike | R. Knapp | Singleton | Neece | Gest | Cable | Marsh | Reeves | H.M. Snapp | Copley | F. Reid | Reed | Chesney | Sheehan | Pucinski | Annunzio | Sangmeister | Weller | Halvorson | Kinzinger | B. Foster • 12. Distrikt: W. Morrison | J. Baker | Hay | Robinson | W.M. Springer | Riggs | G. Anderson | Wike | McDannold | Cannon | Fuller | Hinebaugh | Fuller | Buckbee | N. Mason | Jonas | Boyle | Finnegan | McClory | P. Crane | Costello | Enyart | Bost • 13. Distrikt: W.J. Allen | Kuykendall | Raum | Crebs | McNulta | Stevenson | Tipton | Stevenson | D. Smith | W.M. Springer | Warner | Hitt | Lowden | McKenzie | W. Johnson | L. Allen | R. Church | M. Church | Rumsfeld | P. Crane | McClory | Erlenborn | Fawell | Biggert | R. Davis | Budzinski 14. Distrikt: J.C. Allen I | Moulton | Logan | Beveridge | Cannon | Rowell | Scott | B. Funk | Graff | Marsh | McKinney | Tavenner | W. Graham | J.C. Allen II | Thompson | A. Johnson | Reed | Keeney | E. Hoffman | Erlenborn | Corcoran | Grotberg | Hastert | B. Foster | Hultgren | Underwood • 15. Distrikt: Eden | Forsythe | Moulton | Cannon | Busey | Cannon | Marsh | Mickey | Prince | Hoxworth | King | B. Chiperfield | Adair | Boyer | R. Chiperfield | N. Mason | C. Reid | Carlson | Arends | T. Hall | Corcoran | Madigan | Ewing | T. Johnson | Shimkus | M. Miller • 16. Distrikt: J.S. Martin | Sparks | A. Shaw | Landes | Fithian | Downing | Rinaker | Hinrichsen | W. Williams | Selby | Graff | Stone | Ireland | W. Hull | Dirksen | L. Allen | J. Anderson | L. Martin | Cox | Manzullo | Kinzinger | D. LaHood • 17. Distrikt: W. Morrison | Moulton | Eden | Lane | Connolly | Caldwell | Sterling | Fitzhenry | Sterling | F. Smith | F. Funk | H. Hall | Gillespie | Arends | G. O’Brien | Evans II | Hare | Schilling | Bustos | Sorensen • 18. Distrikt: Clements | Hartzell | Thomas | W. Morrison | J. Baker | Forman | Remann | Hadley | Jett | Cannon | O’Hair | Cannon | Holaday | Meeks | Sumner | Jenison | Velde | Michel | R. LaHood | Schock | D. LaHood 19. Distrikt: Marshall | W. Anderson | Townshend | J. Williams | Wood | Hunter | Crowley | Warner | McKinley | Borchers | McKinley | A. Moore | Adkins | Dobbins | Rigney | Wheat | McMillen | R. Chiperfield | McLoskey | Schisler | Railsback | D. Crane | Bruce | Poshard | Phelps | Shimkus • 20. Distrikt: Thomas | G. Smith | Burrell | J. Campbell | J. Williams | H. Rainey | G. Shaw | H. Rainey | Lucas | Barnes | S. Simpson | E. Simpson | Findley | Durbin | Shimkus • 21. Distrikt: Black | E. Murphy | J. Baker | Rodenberg | Kern | Caldwell | Rives | Caldwell | J. Graham | L. Wheeler | Major | L. Wheeler | Major | Ramey | Major | H. Mason | Fries | Howell | Mack | Gray | Madigan | Price | Costello • 22. Distrikt: Hunter | G. Smith | Rodenberg | Baltz | Rodenberg | E. Miller | Irwin | Karch | Schaefer | C. Johnson | Price | McMillen | W.L. Springer | Shipley | D. Crane | Simon | Gray | Poshard • 23. Distrikt: Crowley | Dickson | M. Foster | Brooks | W. Arnold | L. Arnold | Vursell | Jenison | Vursell | Shipley | Price • 24. Distrikt: J. Williams | Chapman | Fowler | T. Williams | Parsons | Heidinger | Clippinger | Vursell | Price | Gray | Simon • 25. Distrikt: G. Smith | Thistlewood | R. Hill | Denison | Keller | Bishop | Price | Bishop | Gray • 26. Distrikt: Stringer | B. Chiperfield | McCormick | R. Yates Jr. | Brennan | Champion | J.C. Martin | Day | E. Douglas | Stratton | Bishop • 27. Distrikt: W. Williams | W. Mason | Huck | Rathbone | McCormick-Simms | Dieterich | Nesbit | M. Igoe | Long | T. Smith | Stratton |
2024-12-04 00:46:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Ian_Griffith | Thomas Ian Griffith ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor. Griffith ist der Sohn des College-Professors Thomas Joseph Griffith und der Tanzlehrerin Mary Ann Griffith, geborene O’Neil. Er wurde von Delia Rigal an der Metropolitan Opera als Opernsänger ausgebildet. Er studierte Englische Literatur und Musik am College of the Holy Cross in Worcester, Massachusetts. Während dieser Zeit wurde er in der Broadway-Show The Best Little Whorehouse in Texas gecastet. Er arbeitete weiterhin am Broadway und im regionalen Theater, bis er nach Los Angeles zog. Seit dem 16. November 1991 ist er mit der Schauspielerin Mary Page Keller verheiratet. Die beiden sind Eltern zweier Söhne. Er debütierte 1984 als Schauspieler in der Fernsehserie Another World. Bis 1987 verkörperte er dort die Rolle des Catlin Ewing in insgesamt 52 Episoden. 1988 folgten zwei Episoden in der Fernsehserie In der Hitze der Nacht. Im selben Jahr folgte eine Nebenrolle im Spielfilm A Place to Hide. 1989 übernahm er die Rolle des Antagonisten Terry Silver in Karate Kid III – Die letzte Entscheidung. Er ist Träger des schwarzen Gürtels in der Kampfkunst Kempō Karate und betreibt seit seiner Kindheit Taekwondo. Diese Kenntnisse waren für die Verkörperung des Terry Silver vorteilhaft. Im selben Jahr folgten zwei Episoden in der Fernsehserie Kampf gegen die Mafia. 1990 mimte er die historische Darstellung von Rock Hudson im gleichnamigen Fernsehfilm, 1992 übernahm er die Hauptrolle des Jack Blaylock im Actionfilm Teuflische Intrigen, für dessen Produktion und Drehbuch er außerdem verantwortlich war. In den 1990er Jahren folgten weitere Filmproduktionen, wo er größere Nebenrollen oder Hauptrollen verkörpern durfte wie 1994 in Death Connection. 2001 übernahm er die titelgebende Hauptrolle des Chris Quartermain im Abenteuerfilm Quatermain – Der Schatz der Könige an der Seite von Anja Kling. Im Folgejahr übernahm er die Nebenrolle des Agenten Jim McGrath im Kinofilm xXx – Triple X, wo er im Vorspann während eines Rammstein-Konzerts, die Band spielt Feuer frei!, erschossen wird. 2004 verkörperte er die Rolle des Larry Sawyer in der Fernsehserie One Tree Hill. Nach gut zehn Jahren Pause vom Filmschauspiel und 32 Jahre nach Karate Kid III, übernahm er ab 2021 in der Netflix-Serie Cobra Kai erneut die Rolle des Terry Silver. |
2024-11-24 11:27:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mare_Australe | Mare Australe ist ein Mondmeer, das sich am südöstlichen Rand der erdabgewandten Seite des Erdmondes befindet. Die Oberfläche ist dunkelfarbig, da das Meer von vulkanischem Basalt bedeckt ist. |
2024-12-01 21:22:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Anglican_Church_of_Papua_New_Guinea | Die Anglican Church of Papua New Guinea ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft und beschränkt sich auf die östliche Hälfte der Insel Neuguinea. Sie zählt hier 166.046 Gläubige, was einen Anteil von 3,2 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die Kirche, an deren Spitze als Primas der Erzbischof von Papua-Neuguinea steht, gliedert sich in 5 Diözesen und zählte Anfang 2002 118 Gemeinden mit 173 Priestern. Die Anglican Church of Papua New Guinea kennt keine Frauenordination. Die „Instrumente der Einheit“ Erzbischof von Canterbury | Lambeth-Konferenz | Anglican Consultative Council | Primates’ Meeting Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft Alexandria | Aotearoa, Neuseeland und Polynesien | Australien | Bangladesch | Bermuda | Brasilien | Burundi | Chile | England | Falklandinseln | Hong Kong | Indischer Ozean | Irland | Japan | Jerusalem und Naher Osten | Kanada | Kenia | Kongo | Korea | Melanesien | Mexiko | Mosambik und Angola | Myanmar | Nigeria | Nordindien | Pakistan | Papua-Neuguinea | Philippinen | Portugal | Ruanda | Schottland | Spanien | Sri Lanka | Sudan | Südliches Afrika | Südamerika | Südindien | Südostasien | Südsudan | Tansania | Uganda | Westindische Inseln | Westafrika | Vereinigte Staaten | Wales | Zentralafrika | Zentralamerika Kirchen in voller Kirchengemeinschaft Unabhängige Philippinische Kirche | Mar-Thoma-Kirche | Altkatholische Kirchen der Utrechter Union |
2024-12-04 02:18:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/C-H-Aktivierung | Die C-H-Aktivierung kann definiert werden als Reaktion, die eine Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung spaltet. Der Begriff wird meist für Reaktionen verwendet, die über organometallische Komplexe unter Koordination des Kohlenwasserstoffs an ein Metall stattfinden, zum Beispiel als Alkan- oder Arenkomplex. Sowohl theoretische Überlegungen als auch experimentelle Untersuchungen zeigen, dass C-H-Bindungen unter Koordination an ein Metall gespalten werden können. Die Entwicklung neuer Katalysatoren zur C-H-Aktivierung steht dabei im Vordergrund der Forschung, da es gelingen könnte, einfache Alkane gezielt in wertvolle funktionalisierte Zwischenprodukte umzuwandeln und zudem aber auch bereits komplexe Moleküle effizient strukturell zu edieren. Dabei wird in neuerer Zeit auch die Organokatalyse verwendet, die ohne den Einsatz von Metallen und somit unter Umständen kostengünstiger eingesetzt werden kann. Die erste C-H-Aktivierung wird Otto Dimroth zugeschrieben, der 1902 die Reaktion von Benzol mit Quecksilber-acetat beschrieb. Die erste echte C-H-Aktivierung wurde von Joseph Chatt im Jahr 1965 beschrieben, eine Insertion eines Rutheniumkomplexes in die C-H-Bindung von Naphthalen. Im Jahr 1966 beschrieb Alexander Schilow, dass Natriumtetrachloroplatinat den Isotopenaustausch zwischen Methan und schwerem Wasser induziert. Als Reaktionsweg wurde die Bindung des Methans an den Pt-Komplex vorgeschlagen. 1972 gelang es Schilows Gruppe, in einer ähnlichen Reaktion Methanol und Methylchlorid herzustellen. Das sogenannte Schilow-System ist das einzige bis heutige bekannte System, das Alkane unter milden Bedingungen funktionalisieren kann. Ein wichtiger Aspekt zur Verbesserung von chemischen Reaktionen ist das Verständnis des zu Grunde liegenden Reaktionsmechanismus. Um diese Frage für C-H-Aktivierung zu beantworten, können zeitaufgelöste spektroskopische Techniken verwendet werden, welche in der Lage sind die Dynamik chemischen Reaktionen zu verfolgen. Diese Techniken erfordern einen Auslöser zur Initiierung des Prozesses. In den meisten Fällen wird dies durch die Bestrahlung der Probe mit einem ultrakurzen Lichtpuls erreicht. Solche photoinitierten Reaktionen von Übergangsmetallkomplexen mit Alkanen dienen als geeignete Modellsysteme für das Verständnis der Spaltung der starken C-H-Bindung. In diesen Systemen wird die Probe mit UV-Licht bestrahlt, welches ein gebundenes Elektron des Metallzentrums in ein anti-bindendes Orbital eines Liganden anregt . Die Besetzung des anti-bindenen Orbitals führt dann zur Dissoziation des Liganden. Dadurch wird ein sehr reaktives 16-Elektronen Intermediat mit einem unbesetzten Koordinationsplatz gebildet. Diese Spezies ist in der Lage ein Alkan zu binden, durch die Bildung eines σ-Komplexes mit einer C-H Bindung. In einem dritten Schritt insertiert das Metallatom in die C-H Bindung und spaltet diese. Die Intermediate und deren Kinetik lässt sich mit verschiedenen zeitaufgelösten spektroskopischen Methoden untersuchen . Zeitaufgelöste Infrarotspektroskopie ist eine relativ einfache und bewerte Methode um diese Intermediate zu identifizieren. Jedoch ist diese Methode auf Komplexe mit infrarotaktiven Liganden limitiert. Darüber hinaus ist die korrekte Zuordnung von Intermediaten auf kurzen Zeitskalen schwierig, da in dieser Zeitraum von Vibrationskühlung dominiert ist. Um die unterschiedliche Reaktivität von verschiedenen Übergangsmetallkomplexen zu verstehen, muss die elektronische Struktur dieser untersucht werden. Hierzu eignen sich Methoden wie Röntgen-Absorptions-Spektroskopie oder Resonante-Inelastische-Röntgen-Streuung. Diese Methoden wurden erfolgreich benutzt um die verschiedenen Schritte der C-H-Aktivierung auf Orbitalebene zu verfolgen und erlauben einen detaillierten Einblick in den C-H Bindungsbruch verantwortlichen Wechselwirkungen. Für die selektive Aktivierung einer bestimmten C-H-Bindung werden verschiedene Konzepte angewandt: Dirigierende Gruppen koordinieren an das Metall und bringen dieses so in die Nähe der entsprechenden C-H-Bindung. Heteroaromaten besitzen eine inhärente Reaktivität der verschiedenen C-H-Bindungen . Weiterhin können Heteroatome die Acidität benachbarter C-H-Bindungen erhöhen. Bei der Funktionalisierung unterscheidet man zwischen C-H-Oxidationen, bei denen eine C-H-Bindung in eine C-Heteroatom-Bindung überführt wird, und Kupplungsreaktionen. Bei letzteren werden Produkte analog zu Kreuzkupplungen erhalten. Allerdings kann hier das präfunktionalisierte metallorganische Substrat durch die unfunktionalisierte Verbindung ersetzt werden. An Stelle des Transmetallierungsschritts findet hier entsprechend die C-H-Aktivierung statt. In der dehydrierenden Kupplung kann durch Zugabe eines Oxidationsmittels zusätzlich der halogenierte Kupplungsparter unfunktionalisiert sein. Die Katalysatoren basieren typischerweise auf Übergangsmetallkomplexen. Wie auch in Kreuzkupplungen ist Palladium das am häufigsten angewandte Metall. Rhodium oder Ruthenium können ebenfalls oft eingesetzt werden. |
2024-12-03 19:07:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Meade-Waldo | Edmund Gustavus Bloomfield Meade-Waldo war ein englischer Ornithologe und Naturschützer. Meade-Waldo war der einzige Sohn von Edmund Waldo Maede-Waldo. Er lebte in Stonewall Park und Hever Castle in Kent und war Fellow of the Zoological Society of London. 1883 wurde er Mitglied der British Ornithologists’ Union und ab 1923 deren Vizepräsident. Meade-Waldo studierte am Eton College und am Magdalene College der Universität Cambridge. In seinem Zimmer in Eton unterhielt er eine Menagerie mit wilden Tieren. 1880 heiratete er Ada Coralie, eine Tochter des Lord Justice Bagallay. Das Paar lebte eine Zeit lang bei Rope Hill im New Forest. Meade-Waldo verband eine lebenslange Freundschaft mit dem Politiker und Naturforscher William Herbert St Quintin , der in seinem Heimatort Scampton mehrere Volieren errichten ließ und dort seltene Vogelarten hielt. Meade-Waldo und St. Quintin waren leidenschaftliche Falkner und Meade-Waldo verzeichnete in seinen Tagebüchern viele bekannte Falken und ihre Jagdfähigkeiten. Er sammelte Vögel im Atlas in Marokko und in Spanien. Ferner begleitete er James Lindsay, 26. Earl of Crawford an Bord der Yacht Valhalla auf eine Reise nach Madagaskar und die Komoren. Auf den Kanarischen Inseln sammelte er als erster den Kanaren-Austernfischer . Als David Armitage Bannerman diesen Vogel im Jahre 1913 wissenschaftlich beschrieb, benannte er ihn zu Ehren von Meade-Waldo. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte Meade-Waldo eine wichtige Rolle bei der Erhaltung des Rotmilans in Wales. Meade-Waldo schrieb mehrere Artikel für The Ibis, für das Avicultaral Magazine und für das Bulletin of the British Ornithologists’ Club. |
2024-12-02 02:50:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Minerva_Foods | Minerva Foods ist ein brasilianisches Unternehmen mit Sitz in Barretos, São Paulo, das in der Lebensmittelindustrie tätig ist. Minerva Foods ist einer der Marktführer in Südamerika bei der Herstellung und Vermarktung von frischem Fleisch . Das Unternehmen verfügt über 25 Rinderschlachtbetriebe, davon 10 in Brasilien, 5 in Paraguay, 5 in Argentinien, 3 in Uruguay und 2 in Kolumbien mit einer Gesamtschlachtkapazität von 26.180 Rindern pro Tag. Das Unternehmen exportiert in mehr als 100 Länder auf fünf Kontinenten Das Unternehmen ist neben der Verarbeitung von Fleisch im Verkauf von frischem Fleisch, Leder, Nebenprodukten und im Export von lebendem Vieh tätig. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. Die Aktien sind seit 2007 an der B³ – Brasil Bolsa Balcão notiert. 1924 gründete Antonio de Pádua Diniz die „Charqueada Minerva“ in Barretos. Der Gründer starb im folgenden Jahr und 1926 wurde das Unternehmen mit finanziellen Problemen zur öffentlichen Versteigerung angeboten. Es wurde von Antonio Manço Bernardes in Zusammenarbeit mit Américo Grilli erworben. Nach einer Reform, die die Schlachtkapazität auf 300 Stück pro Tag erhöhte, wurde das Unternehmen 1949 „Slaughterhouse Industrial Minerva“ genannt. Im Jahre 1957 begann die Familie Vilela de Queiroz mit der Viehzucht und der Erbringung von Logistikdienstleistungen für den Transport von Rindern von landwirtschaftlichen Betrieben zu Schlachthöfen. 1971 wurde das Unternehmen in „Frigorífico Minerva“ umbenannt. In den 1980er Jahren geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten und ging in Konkurs. 1992 wurde nach der Insolvenz die Firma Frigorífico Minerva von der Familie Vilela de Queiroz übernommen. Diese gründete das Unternehmen Indústria e Comércio de Carnes Minerva Ltda. Minerva begann 1999 mit dem Erwerb einer Schlacht- und Verarbeitungsanlage in José Bonifécio. Im gleichen Jahr erwarb das Unternehmen eine Verarbeitungs- und Schlachtanlage in José Bonifácio. Im Jahr 2001 wurde eine weitere Schlacht- und Verarbeitungsanlage in Cajamar angemietet. Diese wurde jedoch 2009 geschlossen. Im Jahr 2004 baute das Unternehmen in Palmeiras de Goiás eine neue und moderne Schlacht- und Verarbeitungsanlage. 2006 mietete Minerva eine Schlacht- und Verarbeitungsanlage in Batayporã. 2007 wurde in Barretos im Rahmen eines Joint Venture mit der irischen Firma Dawn Farms mit dem Bau einer Industrieanlage zur Herstellung von gekochtem und gefrorenem Fleisch begonnen. Im selben Jahr begann der Bau einer neuen Einheit in Rolim de Moura und der Erwerb von Industrieanlagen in Araguaína und Redenção. 2008 kaufte Minerva Foods die Fleischverpackungsfirma Lord Meat in Goianésia. 2009 wurde eine Tiefkühlanlage in Barretos als erste Produktionseinheit von Minerva Dawn Farms eingeweiht. Minerva S.A. hält 100 % der Minerva Dawn Farms-Aktien. 2010 wurde ein Werk in Campina Verde erworben, 2011 folgte der Erwerb einer Einheit in Uruguay mit einer Schlachtkapazität von 1400 Rindern/Tag. 2017 Erwerb von JBS Mercosur mit Betriebsstätten in Paraguay, Uruguay und Argentinien vom amerikanischen Unternehmen JBS, dadurch Erhöhung der Schlachtkapazität um 52 %. Minerva Foods unterzeichnete 2019 ein Memorandum zur Gründung eines Joint Ventures in China und ist damit das erste brasilianische Unternehmen, das im Rindfleischvertrieb dieses Landes tätig ist. Aktuell: Ambev | Azul Linhas Aéreas | B3 Brasil Bolsa Balcão | Banco do Brasil | Banco Bradesco | BB Seguridade | Minerva Foods | BTG Pactual | Bradespar | Petrobras Distribuidora | BRF | Braskem | BRMalls | B2W Digital | CCR Rodoviárias | Cielo S.A. | CEMIG | Cogna Educação | CPFL Energia | Carrefour | Cosan | Companhia Siderúrgica Nacional | CVC Brasil | Cyrela Brazil Realty | EcoRodovias | Engie Brasil | Eletrobrás | Embraer | Energias do Brasil | Energisa | Equatorial Energia | Fleury | Gerdau S.A. | Intermédica | Gerdau Metalúrgica | Gol Linhas Aéreas | Hapvida | Cia. Hering | Hypera Pharma | Iguatema | IRB Brasil RE | Itaúsa | Itaú Unibanco | JBS S. A. | Klabin | Lojas Americanas | Lojas Renner | Magazine Luiza | Marfrig | MRV Engenharia | Multiplan | Natura Cosméticos | GPA | Petrobras | Qualicorp | RaiaDrogasil | Rumo Logística | Localiza | Santander Brasil | Sabesp | SulAmérica | Suzano Papel e Celulose | Taesa | TIM Brasil | TOTVS | Ultrapar | Usiminas | Vale | Telefônica Brasil | Via Varejo | WEG | Yduqs Ehemalige: Copel | Estácio S.A. | Fibria | GPA | PDG S.A. | Smiles |
2024-12-01 21:31:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_die_Entwicklung_der_Peripherie,_des_Negev_und_Galil%C3%A4as | Das israelische Ministerium für die Entwicklung der Peripherie, des Negevs und Galiläas ist ein israelisches Ministerium, das im Januar 2005 gebildet wurde. Das frühere bereits einmal vorhandene Entwicklungsministerium mit einem nationalen Zuständigkeitsbereich, das von 1953 bis 1974 bestand, wurde damals dem Zuständigkeitsbereich des heutigen Ministerium für Energie- und Wasserversorgung zugeschlagen. Amt des Ministerpräsidenten | Alija und Integration | Auswärtige Angelegenheiten | Bau- und Wohnungswesen | Bildung | Diaspora | Dienstleistungen zur Religionsausübung | Energie | Entwicklung der Peripherie, des Negev und Galiläas | Finanzen | Gesundheit | Innere Angelegenheiten | Jerusalemer Angelegenheiten | Justiz | Kommunikation | Kultur und Sport | Landwirtschaft und ländliche Entwicklung | Nachrichten- und Geheimdienste | Öffentliche Sicherheit | Regionale Entwicklung | Strategische Angelegenheiten | Tourismus | Umweltschutz | Verkehr und Straßensicherheit | Verteidigung | Wirtschaft und Industrie | Wissenschaft und Technologie | Wohlfahrt und Soziale Dienste |
2024-12-03 14:19:45 | https://de.wikipedia.org/wiki/Schachtturbine | Eine Spiralturbine, auch geschlossene Turbine, ist eine Wasserturbine, die mit einer Einlaufspirale versehen ist. Der Gegensatz dazu ist die Schachtturbine, auch offene Turbine oder Kammerturbine genannt, bei der das Wasser vor dem Eintritt in den Leitschaufelkranz nicht besonders geführt wird. Spiralturbinen sind heute die übliche Bauform für Francis- und Kaplan-Turbinen. Sie haben gegenüber Schachtturbinen einen besseren Wirkungsgrad. Schachtturbinen sind heute meist nur noch bei historischen Kraftwerken und Kleinwasserkraftwerken mit geringen Fallhöhen anzutreffen. Die 1849 entwickelte Francis-Turbine wurde am Anfang als Schachtturbine ausgeführt. Diese einfache Konstruktion ließ sich aber nur für Fallhöhen bis 5 Meter verwenden. In Deutschland fügte Georg A. Pfarr der Francis-Turbine die Einlaufspirale hinzu, sodass auch größere Fallhöhen genutzt werden konnten. Die Einlaufspirale sorgt dafür, dass das Wasser schon vor dem Auftreten auf den Leitschaufelkranz einen zusätzlichen Drall erhält und auf dem ganzen Umfang der Turbine mit gleicher Geschwindigkeit auf den Leitschaufelkranz auftritt. Die Einlaufspirale hat die Form einer eingängigen Schnecke, deren Durchmesser sich gegen innen verkleinert. Dies sorgt dafür, dass am ganzen Umfang der Turbine der gleiche Druck und die gleiche Geschwindigkeit gehalten werden kann, obschon der Volumenstrom, durch das in die Turbine strömende Wasser, vom Eintrittsstutzen der Einlaufspirale bis zu deren Ende immer kleiner wird. Das Wasser tritt durch einen Spalt an der Innenseite der Schnecke in den Leitschaufelkranz ein. Einlaufspiralen für große Fallhöhen sind als Stahlguss- oder Schweißkonstruktionen ausgeführt. Bei niedrigen Fallhöhen, besonders bei Kaplan-Turbinen, ist die Einlaufspirale meist aus Beton. Aus konstruktiven Gründen schließt die Lippe des Spaltes an der Innenseite der Einlaufspirale an ein Traversenring an, der aus zwei Traversenringdecks besteht, die mit Traversen verbunden sind. Diese Traversen sind als feststehende Leitschaufeln vor dem Leitschaufelkranz ausgebildet. Große Spiralgehäuse müssen in mehreren Teilen hergestellt werden, die handhabbar und transportierbar sind. Sie werden erst auf der Baustelle zusammengesetzt. Bei Schachtturbinen ist die Turbine in einer einfachen rechteckigen Turbinenkammer untergebracht. Das Wasser läuft ohne zusätzliche Führung direkt in den Leitschaufelkranz ein. Das Gestänge zum Verstellen der Leitschaufeln liegt offen im Oberwasser. Verwirbelungen des Oberwassers in den Ecken der Turbinenkammer und ungleichmäßige Anströmung des Turbinenumfangs führen zu Wirkungsgradverlusten. |
2024-12-03 19:42:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Gro%C3%9Fru%C3%9Fbach | Die Pfarrkirche Großrußbach steht im Ort Großrußbach in der Marktgemeinde Großrußbach in Niederösterreich. Die römisch-katholische Pfarrkirche hl. Valentin gehört zum Dekanat Korneuburg im Vikariat Unter dem Manhartsberg in der Erzdiözese Wien. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Eine Pfarre wurde für die Mitte des 11. Jahrhunderts angenommen. Urkundlich wurde 1135 die Pfarre als Eigenpfarre der Babenberger genannt. 1623 und 1947 waren Brände. Die Kirche – von einem Friedhof umgeben – steht am südöstlichen Ortsrand an höchster Stelle über dem Marktort. Mit einer baulichen Subkonstruktion als barocke Portalanlage wurde ein ansteigendes Gelände ausgeglichen. Die ehemalige Wehrkirche ist eine spätgotische Staffelkirche mit einem Südturm. Das Kirchenäußere zeigt sich mit unverputztem Bruchsteinmauerwerk als dreijochiges Langhaus aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts unter einem Satteldach mit abgetreppten und in der Mitte und an den Ecken gegliederten und übergiebelten Strebepfeilern. Das profilierte Spitzbogenportal hat eine erneuerte Schulterbogenöffnung. Darüber ist ein vierbahniges Maßwerkfenster, vier kleeblattbogig geschlossene Spitzbogenfenster und ein Rundbogenfensterlein im Scheitel. Die Fenster der Seitenschiffe sind zweibahnige Maßwerkfenster. In der Langhausnordwand ist ein vermauertes Spitzbogenportal. In der Langhaussüdwand ist ein Rechteckportal. Der Chor mit polygonalem Schluss aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts steht in Langhaushöhe zwischen dem südlichen Turm und dem nördlichen Sakristeianbau. Das Chorpolygon zeigt sich mit zweifach abgetreppten mit Spitzgiebelchen versehenen Strebepfeilern und zweibahnigen Maßwerkfenstern mit dreibahnigem Scheitel. Der südliche Turm hat Schlitzfenster und oben originale Spitzbogenmaßwerkfenster. Der Turmaufsatz mit einem Zwiebelhelm wurde 1948 erneuert und trägt die Renovierungsinschriften 1897 und 1954. Der nördliche kapellenartige Sakristeianbau hat Eckverstärkungspfeiler und im Osten ein dreibahniges Maßwerkfenster. Das Kircheninnere zeigt sich als dreischiffige dreijochige Staffelkirche aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts mit einem wesentlich höheren Mittelschiff. Nach dem Brand wurde 1947 anstelle der frühbarocken Wölbung ein Netzgratgewölbe eingebaut, welches auf mächtigen Polygonwandvorlagen und Wappenkonsolen ruht. Die Polygonalpfeiler sind durch Vorlagen kreuzförmig ausgebildet. Die beiden östlichen Joche sind durch weite gekehlte Spitzbogenarkaden zu den Seitenschiffen geöffnet. Im Westjoch ist eine kreuzgratunterwölbte Orgelempore über gedrückten, profilierten Spitzbogenarkaden. Die spätbarocke Brüstung der Empore hat eine Gliederung in Felder und Pilaster. Der Triumphbogen zum Mittelschiff ist spitzbogig und gekehlt. Die schmäleren Seitenschiffe haben längsoblonge Joche und Kreuzgratgewölbe mit reliefierten Schlusssteinen in polygonale Vorlagen übergehend. Im Südschiff an der Westwand ist eine polygonale Wendeltreppe zur Empore mit Rundbogenfenstern. Der Chor aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts in Mittelschiffbreite hat zwei kurze Joche und einen 7/12-Schluss und ein Kreuzrippengewölbe mit runden Schlusssteinen in kurze Absenklinge auf Trichterkonsolen übergehend. Beidseitig im Chor sind abgefaste Rechteckportal zur Sakristei und zum Turmerdgeschoss mit einem Kreuzrippengewölbe. Die Sakristei als ehemalige Kapelle hat ein zweijochiges Kreuzrippengewölbe mit Schlusssteinen auf polygonaler Vorlage und an kugelförmiger Konsole anlaufend. Das Gewölbe in der Sakristei zeigt eine spätgotische Rankenmalerei. Die Glasmalerei der Fenster zeigen Herz Jesu, Maria von Lourdes, Geburt Christi, Heilige Familie, Leopold, Josef, Taufe Christi aus 1902 bis 1908. Die Kirche hat eine neugotische Ausstattung aus 1908. Der Hochaltar als dreiachsiger Aufbau mit Spitzbogenarkaden hat Blendnischen mit den eingestellten Heiligenfiguren Valentin, Leopold und Florian. In den Gesprengtabernakeln sind die Figuren Josef, Katharina und Barbara. Das Relief an der Mensa zeigt das Letzte Abendmahl. Die Seitenaltäre im vereinfachten Schema des Hochaltares tragen links die Figuren Maria, Josef, Anna und rechts Herz Jesu, Sebastian, Johannes Nepomuk. Der Kanzelkorb zeigt Evangelistenreliefs. Ein spätgotischer polygonaler Taufstein aus Rotmarmor hat einen neugotischen Aufsatz. Das Orgelgehäuse von Johann Hencke ist ein zweiteilig gestaffeltes Prospekt mit den Aufsatzfiguren Cäcilia und David und hat ein gleichzeitiges Brüstungspositiv. Das Orgelwerk ist von Philipp Eppel . 48.4754316.42203Koordinaten: 48° 28′ 31,5″ N, 16° 25′ 19,3″ O |
2024-12-01 22:50:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnbr%C3%BCcke_Wesel | Die historische Eisenbahnbrücke Wesel an der Bahnstrecke Haltern–Venlo wurde in den Jahren 1872 bis 1874 von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft als Teil der Hamburg-Venloer Bahn erbaut und war zeit ihres Bestehens die nördlichste Rheinbrücke in Deutschland. Ab 1917 existierte in der Nähe der Eisenbahnbrücke eine zusätzliche Straßenbrücke, bis beide Brücken gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurden. Nur die Straßenbrücke wurde daraufhin wiedererrichtet. Anlass für die Überbrückung des unteren Niederrheins in Wesel war der Bau der Hamburg-Venloer Bahn von Hamburg über Bremen, Münster und Haltern nach Venlo. Die ursprünglich von einem ausländischen Konsortium geplante Linienführung durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet mit einer Rheinbrücke bei Duisburg verhinderte der preußische Staat, welcher eine Streckenführung über die damalige preußische Festung Wesel forderte und der CME die erforderliche Konzession für die gesamte Strecke bis Hamburg erteilte. Dadurch konnten die in der Festung Wesel stationierten Soldaten die Brücke im Kriegsfall gegen einen Rheinübergang verteidigen bzw. sie als Basis für den Aufmarsch nach Westen nutzen. Schon in der Planung wurde dafür ein Teil des Oberbaues mit Bohlen vorgesehen, sodass die Brücke auch von anderen Fahrzeugen befahren werden konnte. Auf beiden Seiten waren der eigentlichen Strombrücke aus hart gebrannten Ziegelsteinen gemauerte Vorlandbrücken vorgelagert, linksrheinisch 65 mit insgesamt 770 Metern Länge, rechtsrheinisch 32 ebenfalls gemauerte und 6 Stahlbrücken mit zusammen 766 Metern. Dazwischen wurde der Rhein bei Kilometer 815 mit einer Strombrücke, bestehend aus vier stählernen Einzelteilen von je 104 Metern Länge überspannt. Zur Bauzeit war damit das Bauwerk mit seinen 1950 Metern die längste errichtete Rheinbrücke. Die Ziegelsteine wurden während des Baus an Ort und Stelle aus dem bei den Ausschachtungen der Pfeiler gewonnenen Lehm gebrannt. Die außergewöhnliche Dimension des Bauwerks war nicht nur der häufigen Hochwassergefahr wegen gewählt worden, sondern auch deshalb, weil das Militär keinen Bahndamm duldete und freie Sicht für die Festung haben wollte. Am Beginn und Ende der Strombrücke erhielt die Brücke, wie damals bei Rheinbrücken üblich, sogenannte Tambourwerke zur Verteidigung. Auch im Vorland wurden weitere Befestigungsanlagen errichtet. Linksrheinisch entstand hinter dem Deich neben den Gleisen auf Kosten der Cöln-Mindener Eisenbahn das Fort I. Es ist noch vollständig erhalten und befindet sich in Privatbesitz. Rechtsrheinisch lagen an den Weseler Bahnlinien weitere Forts, die die Festung Wesel schützen sollten. Von diesen Festungswerken sind keine Spuren erhalten. Die Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft stellte die Pläne der noch im Bau befindlichen Rheinbrücke und der Elbbrücken in Hamburg auf der Weltausstellung 1873 in Wien aus und erhielt dafür ein Ehrendiplom der Section III . Beiderseits des Rheins errichtete man im Ersten Weltkrieg zur Verteidigung des Brückenkopfes Wesel Betonbunker. Sie wurden 1921 auf Anordnung der Alliierten gesprengt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war die Brücke die letzte Rückzugslinie der zurückweichenden Wehrmacht während der Eroberung des linken Niederrheins durch englische, kanadische und amerikanische Truppen . Am Morgen des 10. März 1945 sprengten deutsche Pioniere auf Befehl von General Alfred Schlemm die Weseler Eisenbahnbrücke – drei Tage nach Eroberung der Ludendorff-Brücke bei Remagen durch US-Truppen. Die Brücke wurde nach dem Krieg nicht wiederaufgebaut; sie war zuletzt nur noch von zwei Nebenbahnen befahren worden. Erst 1968 wurden die Reste der beiden Strompfeiler, die die Rheinschifffahrt behinderten, beseitigt. Die Brücke ist ein Teil der Route der Industriekultur. Am 1. März 1874 wurde die Teilstrecke Wesel – Haltern der Paris-Hamburger Bahn eröffnet; zu Silvester 1874 fuhr ohne größere Feierlichkeiten der erste Zug über die neue Brücke. Vom 1. Juli 1878 an wurde sie auch von der Boxteler Bahn mitbenutzt, die in Büderich in die Venloer Strecke mündete. Die Hoffnungen der Erbauer in die Nutzung der Bahnstrecke Haltern–Venlo erfüllten sich aber nicht und es blieb bei einem nebenbahnähnlichen Betrieb. Nur die internationalen Schnellzüge der Boxteler Bahn frequentierten die Brücke bis zum Ersten Weltkrieg stark. Wegen der hohen Baukosten und der geringen Streckennutzung berechnete die Cöln-Mindener Eisenbahn und nach deren Verstaatlichung auch die Preußische Staatseisenbahn für jeden Fahrschein der Brückennutzer einen Aufschlag in Höhe von 11,25 Kilometern. 1926 und 1927 wurde die Brücke auf den alten Strompfeilern erneuert und dabei den gestiegenen Zuggewichten angepasst. Besucherzentrum und Ankerpunkte : | Zechenpark Friedrich Heinrich | Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | St.-Antony-Hütte | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm Themenrouten : 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | 27. Eisen & Stahl | 28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen | 29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers | 30. Gelsenkirchen | 31. Route Industriekultur und Bauhaus | per Rad Maximilianpark | Schulweg-Steg | Schleuse Werries | Lippeschleuse Heessen | Kurpark Hamm | Wasserübergabe Hamm | Schleuse Hamm | Klostermühle Pohl | Wassertürme am Hellweg | Bahnhof Hamm | Stadthafen Hamm | Zeche Sachsen heute Öko-Zentrum NRW | Siedlung Vogelsang | Zeche Radbod | Gedenkstätte Zeche Radbod | Gersteinwerk | Bergwerk Ost, Schächte Heinrich Robert | Kissinger Höhe | Bergwerk Ost, Schacht Lerche | D-Zug-Siedlung Rünthe | Kulturzentrum Schacht III | Marina Rünthe | Zeche Werne | Altes Amtshaus heute Karl-Pollender-Stadtmuseum Werne | Bergwerk Monopol, Schacht Grimberg 1/2 | Halde Großes Holz | Zeche Haus Aden | Seepark Lünen | Kantine „Westfalia“ | Preußenhafen | Siedlung Ziethenstraße | Siedlung „Am Kanal“ | Victoria-Siedlung | Ziegelei Siegeroth | Schloss Cappenberg | Kraftwerk Lünen | Zeche Minister Achenbach, Schacht 4 mit dem LÜNTEC-Tower | Bergarbeiter-Wohnmuseum | Zeche Waltrop | Heimatmuseum Waltrop im Riphaushof | Altes Schiffshebewerk Henrichenburg im Schleusenpark Waltrop | Siedlung Beisenkamp | Hermann-Grochtmann-Museum | Kanalkreuz Datteln | Fernsteuerzentrale Wasserversorgung Datteln | Schleusengruppe Datteln-Natrop | Kanalbrücke Alte Fahrt | „Schiefe Brücke“ in Olfen | Kanalbrücke über die Stever | Ehemalige Lippeschleuse Vogelsang | Wasserwerk Haltern der Gelsenwasser AG | Quarzsand- und Mahlwerk Haltern-Sythen | Bergwerk Auguste Victoria Schacht 8 | Bergwerk Auguste Victoria Schacht 1/2 | Bergwerk Auguste Victoria Schacht 3/7 | Chemiepark Marl | Bereitschaftssiedlung der Chemischen Werke Hüls | Siedlung Brassert | Zeche Auguste Victoria, Schacht 4/5 | Flugplatz Loemühle | Ruhrgas Dorsten | Bergwerk Fürst Leopold | Siedlung Fürst Leopold | Schleusengruppe Dorsten | Bahnhof Dorsten | Gahlenscher Kohlenweg | Wasserwerk Dorsten-Holsterhausen | Tüshaus-Mühle | Menting Lehmbau | Dachziegelwerke Nelskamp | Lippe-Treidlerdorf Krudenburg | Flugplatz Schwarze Heide | Schleusengruppe Friedrichsfeld | Ehemaliger Lippehafen Wesel | Altes Wasserwerk Wesel | Wasserturm Wesel | Rheinbrücke Wesel | Städtischer Rheinhafen Wesel | Preußen-Museum Wesel Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Bahnhof Dahlhausen | Bahnhof Hattingen | Ruhrtalbahn | Henrichshütte | Bahntrasse Hattingen – Schee – Silschede mit dem Bahnhof Sprockhövel | Bahnhof Ennepetal | Kruiner Tunnel | Kleinbahntrasse Haspe – Voerde – Breckerfeld | Harkort’sche Kohlenbahn | Viadukt der Rheinischen Eisenbahngesellschaft | Goldberg-Tunnel | Hauptbahnhof Hagen | Ruhr-Sieg-Strecke | Ruhrviadukt Herdecke | Eisenbahnausbesserungswerk Schwerte und Kreinberg-Siedlung | Obere Ruhrtalbahn und Bahnhof Langschede | Bahnhof Hamm | Bahnhof Kamen | Seseke-Brücke | Depot Immermannstraße | Nahverkehrsmuseum Dortmund | Weichenbauhalle Maschinenfabrik Deutschland | Hauptbahnhof Dortmund | Dortmunder Eisenbahnbrücken-Ensemble | Dortmund Betriebsbahnhof | Wasserturm Dortmund Südbahnhof | Zeche Zollern II/IV | Hauptbahnhof Recklinghausen | Bahnhof Herne | Hauptbahnhof Wanne-Eickel | Heimatmuseum Unser Fritz | Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck | Hauptbahnhof Gelsenkirchen | Bahnhof Dorsten | RBH Logistics | Werksbahn Bochumer Verein und Erzbahn | Bochumer Verein | Bahnhof Bochum Nord und Stahlbrücken der Rheinischen Bahn | Hauptbahnhof Bochum | BOGESTRA-Hauptverwaltung | Bahnhof Langendreer | Straßenbahnbetriebshof Witten und Gartenstadt Crengeldanz | Weichenwerk Witten | Hauptbahnhof Witten | Ruhrviadukt Witten | Deutsches Gruben- und Feldbahnmuseum | Bahnanlagen der Zeche Nachtigall und des Muttentals | Bahnhof Zollverein | Rheinische Bahn in Essen | Lokomotivfabrik und Werksbahn Krupp | Hauptbahnhof Essen | Eisenbahn-Direktionsgebäude Essen | Villa Hügel und Bahnhof Essen-Hügel | Ruhrbrücke Steele | Bahnhof Kupferdreh und Museumsbahn Hespertalbahn | „Hundebrücke“ und „Deilthaler Eisenbahn“ | Eisenbahnbrücke Kettwig | Stadt-Viadukt und Ruhrbrücke Mülheim | Ringlokschuppen und Camera Obscura | Eisenbahnausbesserungswerk Speldorf mit der Alten Dreherei | Straßenbahndepot Speldorf | Brückenlandschaft Ruhraue | Rangierbahnhof, Eisenbahnausbesserungswerk Wedau und Eisenbahnsiedlung Wedau | Wasserturm Rheinhausen-Friemersheim und Eisenbahnsiedlung Rheinhausen-Friemersheim | Duisburg-Hochfelder Eisenbahnbrücke | Hebeturm „Homberg-Ruhrorter Rheintrajektanstalt“ | Duisburg Hauptbahnhof | Grüner Pfad | HOAG-Trasse | Werksbahn Thyssen | Haus Knipp-Eisenbahnbrücke | Rheinbrücke Wesel | Oberhausen Hauptbahnhof | LVR-Industriemuseum Oberhausen 51.6530472222226.5910722222222Koordinaten: 51° 39′ 11″ N, 6° 35′ 27,9″ O |
2024-12-02 05:59:41 | https://de.wikipedia.org/wiki/DJ_Rafik | DJ Rafik, oft auch nur Rafik, ist ein deutscher Turntablist, DJ und Musikproduzent. Gemessen an der Anzahl gewonnener Weltmeistertitel ist er der bisher erfolgreichste Battle-DJ. Rafik wurde als Kind von Berufsmusikern, eines Geigers und Konzertmeisters der Düsseldorfer Symphoniker sowie einer Cellistin, schnell an den Umgang mit Instrumenten gewöhnt. Nachdem er zunächst das Spiel klassischer Instrumente wie Klavier, Cello und Schlagzeug gelernt hatte, wandte er sich bereits mit 13 Jahren den Plattenspielern zu. Schon ein Jahr später hatte er im Düsseldorfer Unique Club seinen ersten Auftritt . Durch eine Show des Berliner Discjockeys DJ Hype wurde Rafik auf das Turntablism aufmerksam und wandte sich schließlich dieser speziellen Art des DJing zu. Durch seine Teilnahme an DJ-Battles lernte Rafik die DJs Kid Fresh und Rasgunyado kennen und trat deren Crew Lordz of Fitness bei. Mit seinen Teammitgliedern gewann Rafik 2003 und 2004 den Weltmeistertitel in der Team-Kategorie der International Turntablist Federation . 2004 belegten die Lordz den dritten Platz bei den renommierten DMC World DJ Championships. Seinen ersten großen internationalen Erfolg als Solokünstler feierte Rafik, als er im Jahr 2002 das Battle Hit the Decks in Belgien gewann. Im darauffolgenden Jahr wurde er Vize-Weltmeister in der ITF Advancement Category. Im Jahr 2004 gewann Rafik als erster DJ drei der vier möglichen Titel bei den ITF World Finals: Neben dem Weltmeistertitel in der Team-Kategorie gewann er in den Kategorien Scratching und Advancement. Sein erfolgreiches Jahr krönte Rafik mit dem zweiten Platz in der Showcase-Kategorie bei den DMC World Finals, wo er nur äußerst knapp dem US-DJ I.Emerge unterlag. 2005 trat Rafik als Titelverteidiger bei den ITF World Finals in der Scratching-Kategorie an und gewann erneut. Ein Jahr später wurde Rafik Dritter bei den DMC World Finals. Sein Set für die DMC World Finals 2007 produzierte Rafik zusammen mit dem französischen Produzenten Le Jad. Mit diesem Set gelang es ihm – im dritten Anlauf nach 2004 und 2006 – die DMC World DJ Championships zu gewinnen. Nach DJ David, der 1990 und 1991 die DMC World Finals gewann, und DJ Pro Zeiko, der 2005 die Nebenkategorie DMC Battle for World Supremacy für sich entschied, ist Rafik erst der dritte deutsche Turntablist, der bei den DMC World Finals triumphieren konnte. Mit insgesamt sechs gewonnenen Weltmeistertiteln hält Rafik zudem den aktuellen Rekord und gilt daher als weltweit erfolgreichster Battle-DJ. Neben seiner Tätigkeit als Battle-DJ verfolgt Rafik diverse eigene Projekte. So gründete er zusammen mit dem vielfachen Weltmeister DJ Tigerstyle aus Großbritannien und DJ Pfel, einem Mitglied der französischen Crew C2C das Project Eurostars. Zudem fand sich Rafik mit Jazz-Musikern zusammen – es entstand die Band Cosmic Delivery, die sich als interdisziplinäre Musikgruppe versteht. Des Weiteren arbeitete Rafik zusammen mit DJ QBert an dessen Scratch-DVD Scratchlopedia Breaktannica, einem virtuellen Lexikon, in dem sämtliche bisher bekannte Scratchtechniken verzeichnet sind. Rafik gilt als Erfinder des autobahn, einer komplexen Scratchtechnik, die sich in kürzester Zeit zu einer Art Kultscratch entwickelt hat. Rafik ist außerdem als Produzent und Remixer tätig. Zu seinen Projekten zählen das Battle-Tool Workout Essentials Vol. 2: Sucker Punchin sowie ein Remix für ein auf DVD erschienenes Remix-Kompendium des Mangas Neon Genesis Evangelion. Im Mai 2014 erschien seine Debüt-EP „Wait“ auf dem Düsseldorfer Label Ching Zeng mit den 3 Titeln „Can’t wait“, „Baby“ und „Hide“. Zusammenarbeiten mit internationalen Künstlern wie DJ QBert, The Roots, J Dilla, Laidback Luke, Crookers, DJ Craze, DJ Premier, D-Styles, Pendulum und vielen mehr im Rahmen seiner Tätigkeit als Club-, Festival- und Support-DJ führten Rafik unter anderem nach Australien, China, Großbritannien, Japan und in nahezu alle osteuropäischen Länder. DJ Rafik hält acht nationale-, zwei europäische- und sechs Weltmeistertitel. An dieser Stelle werden der Übersichtlichkeit halber lediglich die internationalen Titel und Platzierungen der DMC und ITF aufgeführt. Auf die Frage nach Ursprung und Bedeutung seines Künstlernamens antwortete Rafik in einem Interview: …the truth will never be revealed. Hiphop.de Awards |
2024-11-24 00:34:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nachteilsausgleich#Einzelne_Hilfen | Unter Nachteilsausgleich versteht man im deutschen Sozialrecht „Hilfen für behinderte Menschen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile oder Mehraufwendungen“ . Bis zum Inkrafttreten des SGB IX in der Fassung des Bundesteilhabegesetzes am 1. Dezember 2018 war der Nachteilsausgleich in § 126 SGB IX geregelt. Der Nachteilsausgleich erstreckt sich im Schwerbehindertenrecht über die Rechte nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch hinaus auch auf das Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Er wird abhängig von bestimmten Merkzeichen sowie dem Grad der Behinderung gewährt. Der Schwerbehindertenausweis dient dem Nachweis für die Inanspruchnahme von Leistungen und sonstigen Hilfen, die schwerbehinderten Menschen zustehen . Zur inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen wurden aufgrund von Empfehlungen der Kultusministerkonferenz in allen Bundesländern Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs als Grundlage der individuellen Förderung entwickelt. Sonder- und Förderschulen wurden in vielen Ländern zu Förderzentren als Bildungs-, Beratungs- oder Kompetenzzentren ausgebaut. Ziel ist es, Schülern mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung sowie mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung die Abschlüsse der Bildungsgänge an allgemeinbildenden Schulen zu ermöglichen. Ein Nachteilsausgleich soll im Sinne einer Kompensation des mit einer Behinderung und/oder einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung verbundenen Nachteils dienen. Art und Umfang von Nachteilsausgleichen sind so auszurichten, dass die in der Behinderung begründete Benachteiligung ausgeglichen und dem Grundsatz der Kompensation behinderungsbedingter Nachteile möglichst vollständig entsprochen wird. Nachteilsausgleiche werden auf Antrag sowohl im Unterricht als auch bei Klassenarbeiten und den zentralen Abschlussprüfungen gewährt, beispielsweise durch Es geht nicht um eine Bevorzugung durch geringere Leistungsanforderungen, sondern im Hinblick auf das Gebot der Chancengleichheit um eine andere, aber gleichwertige Gestaltung der Leistungsanforderungen. Die Ausgleichsmaßnahme muss deshalb im Einzelfall nach Art und Umfang so bemessen sein, dass der Nachteil nicht „überkompensiert“ wird. Haben Prüflinge faktisch schlechtere Erfolgschancen, weil sie bestimmte Anforderungen aufgrund ihrer Behinderung gar nicht oder nur eingeschränkt erfüllen können, ist es von dem Fördergebot des Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG gedeckt, diesen Prüflingen Notenschutz zu gewähren. Ihre Prüfungsleistungen können abweichend vom allgemeinen Maßstab nach einem besonderen Maßstab bewertet werden, der behindertenbedingte Leistungsdefizite ganz oder teilweise ausblendet. Auch können Prüfungsleistungen, in denen sich die Behinderung nachteilig auswirken kann, mit einem geringeren Gewicht in die Notengebung einfließen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gesetzliche Regelung in den Landesschulgesetzen. Es ist auch nicht zu beanstanden, wenn Art und Umfang des Notenschutzes – im Gegensatz zum bloßen Nachteilsausgleich – im Zeugnis vermerkt werden, um klarzustellen, inwieweit die Noten des Zeugnisinhabers nicht nach den allgemeinen Bewertungskriterien zustande gekommen sind. Die Rechtsgrundlagen für einen schulischen Nachteilsausgleich sind das spezielle Benachteiligungsverbot in Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG, die Landesschulgesetze und die Ausbildungsordnungen der allgemeinbildenden Schulen. Die Entscheidung liegt in der Sekundarstufe I bei der Schulleitung. Für die Gewährung des Nachteilsausgleichs im Abitur ist in Nordrhein-Westfalen die Bezirksregierung als obere Schulaufsichtsbehörde zuständig. Bezüglich der Prüfungsbehinderung ist zwischen akuten – gegebenenfalls zum Rücktritt von der Prüfung berechtigenden – Erkrankungen, die vorübergehen und somit den Urzustand der vorhandenen Befähigung des Prüflings nicht in Frage stellen, und den sogenannten Dauerleiden zu unterscheiden. Dauerleiden schränken die Leistungsfähigkeit trotz ärztlicher Hilfe bzw. des Einsatzes medizinisch-technischer Hilfsmittel dauerhaft ein und bestehen prognostisch nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft oder doch auf unbestimmte Zeit ohne sichere Heilungschance. Erfasst werden auch Erkrankungen, die schubweise auftreten und in deren Verlauf es zu Phasen höherer und niedrigerer Leistungsfähigkeit kommt. Berücksichtigt werden insbesondere Behinderungen, die nicht die aktuell geprüften Befähigungen betreffen, sondern nur den Nachweis der vorhandenen Befähigung erschweren, und die in der Prüfung sowie – und das ist das Entscheidende – in dem angestrebten Beruf durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ausgeglichen werden können. Im Studienzulassungsverfahren können im Wege des sog. Nachteilsausgleichs eine rechnerische Verbesserung der im Abitur erreichten Durchschnittsnote oder der Wartezeit gewährt werden. |
2024-12-01 13:17:44 | https://de.wikipedia.org/wiki/Foutaises | Foutaises ist ein französischer Kurzfilm des Regisseurs Jean-Pierre Jeunet aus dem Jahr 1989. Der Film handelt von einem Mann, der von den Dingen berichtet, die er mag bzw. nicht mag . Diese Idee hat Jeunet auch in seinem Film Die fabelhafte Welt der Amélie verarbeitet. |
2024-11-22 15:38:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Haemophilus#Haemophilus_influenzae | Kolonien von Haemophilus influenzae in einem Blutagar Haemophilus ist eine Gattung stäbchenförmiger gramnegativer Bakterien aus der Familie der Pasteurellaceae. Die 16 Arten dieser Bakterien sind unbewegliche Stäbchen, die mitunter in den Schleimhäuten von Menschen und Tieren leben und Erkrankungen auslösen können. Beinahe alle Haemophilus-Arten sind in der Lage, ohne Sauerstoff zu überleben ; allerdings sind sie meistens eher aerob. Der Name der Gruppe kommt von ihrer besonderen Vorliebe für Nährböden mit Blut- oder Hämoglobinzusätzen, auf denen sie in Kultur gehalten werden können. Das auch als Pfeiffer-Influenzabakterium, früher auch Influenzabazillus bzw. Bacillus influenzae, bekannte Bakterium wurde 1892 erstmals durch den Bakteriologen Pfeiffer nachgewiesen, für den Erreger der „Influenza“ gehalten und stellt den bekanntesten Vertreter der Haemophilus-Arten dar. Seine Popularität wurde besonders dadurch erhöht, dass es 1995 als erstes Lebewesen vollständig sequenziert wurde und somit einen Meilenstein der Genomforschung darstellt. Das kokkoide Stäbchenbakterium wird aufgrund verschiedener Merkmale in acht Biotypen differenziert . Es gibt Haemophilus influenzae-Stämme, die eine Kapsel bilden. Je nach Zusammensetzung der Kapsel werden diese Stämme in die Serotypen a bis f eingeteilt. Bekapselt ist H. influenzae obligat pathogen, der Typ b führt dabei am häufigsten zu invasiven Infektionen. Durch die Kapsel wird eine Resistenz gegenüber Phagozytose vermittelt, wodurch dies der wichtigste Virulenzfaktor darstellt. Daneben werden IgA-Proteasen gebildet, was die lokale Immunantwort gegen H. influenzae mindert. Davon abzugrenzen ist die unbekapselte Bakterien-Variante, die einen Teil der Normalflora des Menschen darstellt. Sie macht bei Kindern etwa 1,8 %, bei Erwachsene 0,15 % der Gesamtflora aus. Die unbekapselte Variante ist nur unter bestimmten Umständen, z. B. bei Epithelvorschädigung durch Giftstoffe wie Nikotin, pathogen. Eine chronische Infektion der Bronchialschleimhaut kann so etwas zum „Raucherhusten“ beitragen. Da H. influenzae DNA aus der Umgebung aufnehmen kann , können sowohl bekapselte Stämme ihre Kapsel verlieren als auch vice versa unbekapselte Stämme eine Kapsel bilden . H. influenzae lebt ausschließlich in den Schleimhäuten des Menschen, als Bestandteil der Mundflora vor allem in denen des oberen Atmungssystems und kann dort und in den unteren Atemwegen entzündliche Erkrankungen verursachen. Übertragen wird das Bakterium vor allem als Tröpfcheninfektion durch Kranke oder gesunde Keimträger, außerhalb der Schleimhäute ist es nur kurz lebensfähig. Aufgrund seiner Präsenz besonders bei Grippeerkrankungen hielt man es früher für den Erreger der Grippe, bis man das Grippevirus als tatsächlichen Verursacher identifizieren konnte. H. influenzae wird daher bei der Grippe als Erreger sekundärer Symptome angesehen, der von der Schwächung des Menschen durch die Viren profitiert. Vor allem bei Kleinkindern ist dieses Bakterium auch Erreger von Hirnhautentzündungen und weiteren entzündlichen Erkrankungen. Als Prophylaxe wird eine Schutzimpfung gegen eine Haemophilus influenzae b-Infektion die HIB-Impfung empfohlen. Im Jahr 2000, vor der großflächigen Etablierung der HIB-Impfung im frühkindlichen Alter in den WHO-Mitgliedsstaaten, starben jährlich geschätzt 371.000 Kinder unter 5 Jahren an dieser impfpräventablen Infektion. Die Zahl der Todesopfer in Ländern, in denen die HIB-Impfung heute standardmäßig durchgeführt wird ist um bis zu 90 % gesunken. Der Nachweis erfolgt aus Sputum, Blut und Liquor per kultureller Anzucht. Idealerweise erfolgt diese auf Kochblutagar. Der Nährboden wird auch mit Bacitracin versetzt, um das Wachstum anderer Bakterien zu verhindern. Alternativ schafft die oft zusätzlich verwendete „Amme“ Staphylococcus aureus bei Verwendung von Blutagar durch starke NAD+- und Hämin-Produktion ideale Wachstumsbedingungen . Nach 1- bis 2-tägiger Inkubation bei 37 °C lassen sich glatte, leicht durchsichtige Kolonien feststellen. Die Spezialdiagnose erfolgt dann biochemisch oder via MALDI-TOF, die Kapseltypisierung durch Objektträgeragglutination und via PCR. In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis von Haemophilus influenzae namentlich meldepflichtig nach § 7 des Infektionsschutzgesetzes, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. In der Schweiz ist der positive laboranalytische Befund zu Haemophilus influenzae meldepflichtig und zwar nach dem Epidemiengesetz in Verbindung mit der Epidemienverordnung und Anhang 3 der Verordnung des EDI über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen. Haemophilus ducreyi ist als Streptobacillus des Weichen Schankers bekannt und ist der Erreger dieser – im Gegensatz zu Österreich – in Deutschland nicht meldepflichtigen Geschlechtskrankheit. Die Krankheit und damit auch ihr Erreger kommen vor allem in den tropischen Regionen in Afrika, Südostasien und Lateinamerika vor. Sichtbare Symptome sind rundliche Geschwüre an den Schamlippen und im Scheidenvorhof der Frau bzw. an der Eichel und am Penisschaft des Mannes. Seit 2003 ist auch das Genom dieses Bakteriums bekannt. Haemophilus aegyptius, auch als Koch-Weeks-Bacillus bezeichnet, ist morphologisch nicht von H. influenzae zu unterscheiden. Er ist vor allem in Nordafrika und anderen tropischen und subtropischen Kontinenten verbreitet und ist der Erreger der als purulente Konjunktivitis bekannten Augenbindehautentzündung. Haemophilus parainfluenzae tritt nur sehr selten als Krankheitserreger einer Form der Endokarditis auf. Hierbei handelt es sich um eine alte Bezeichnung der jetzt als Gardnerella vaginalis benannten Bakterien, die ziemlich häufig bei unspezifischen Entzündungen der Vagina und der Gebärmutter auftreten. Das Bakterium ist allerdings wahrscheinlich nicht immer pathogen, da es auch bei gesunden Frauen häufig festgestellt wird. Anders als die anderen Vertreter der Gattung ist Haemophilus haemolyticus in der Lage, das Hämoglobin des Blutes zu spalten und zu nutzen. Eine Rolle als Krankheitserreger ist für diese Art jedoch nicht bekannt. Erreger der Glässerschen Krankheit der Schweine. Fieberhafte Polyserositiden und Polyarthritiden dominieren das Krankheitsbild. Der Erreger wird aber auch auf den Schleimhäuten nicht erkrankter Tiere nachgewiesen. Zu ausgeprägten Krankheitsbildern kommt es meist unter Stresseinfluss. Der kulturelle Erregernachweis gelingt besonders gut aus dem Liquor cerebrospinalis unter Berücksichtigung artspezifischer Wachstumsansprüche. Erreger des ansteckenden Hühnerschnupfen . Auffälligstes klinisches Symptom ist der „Eulenkopf“, der auf Sekretstau in den Nasennebenhöhlen zurückzuführen ist. In der mikrobiologischen Ära vor der flächendeckenden Verbreitung von PCR und Massenspektrometrie, ist es häufiger zu Fehlinterpretationen von Untersuchungsergebnissen gekommen. H. haemolyticus ist in dieser Zeit beispielsweise als nicht weiter typisierbarer H. influenzae fehlbestimmt worden. Einerseits weil Untersuchungsergebnisse H. influenzae nicht ausschlossen, andererseits weil beide Erreger den gleichen Lebensraum besiedeln. Auch H. haemolyticus kann invasive Erkrankungen, ähnlich denen von H. influenzae auslösen. Nachweise sind jedoch seltener. Haemophilus somnus galt taxonomisch für die Einteilung in die Gattung Haemophilus als fragwürdig. Nach Bergey’s Manual gehört er zu den species incertae sedis. Die Unabhängigkeit sowohl vom X- als auch vom V-Faktor widerspricht allerdings der Einordnung in die Gattung Haemophilus. Die als Haemophilus agni und Histophilus ovis beschriebenen Bakterien wurden deshalb mit H. somnus in der neuen Art Histophilus somni zusammengefasst. Er ist der Erreger der ISTME des Rindes. Symptome sind fieberhafte Allgemeinerkrankungen mit zentralnervösen Erscheinungen. Des Weiteren kann der Erreger an Endometriden, Mastitiden, Aborten und der Geburt lebensschwacher Kälber beteiligt sein. Therapie der Wahl sind die Antibiotika Amoxicillin oder Moxifloxacin. Weitere gegen Haemophilus einsetzbare Antibiotika sind Ampicillin, Cefuroxim, Cefotiam, Cefpodoxim-Proxetil, Cefotaxim, Doxycyclin, Ceftriaxon, Meropenem , Ciprofloxacin und Levofloxacin. Bei schweren Infektionen eignen sich vor allem Ceftriaxon, Cefotaxim, Chinolone, Ertapenem, Imipenem, Levofloxacin und Meropenem. Gegen Cephalosporine der 1. Generation ist Hämophilus primär resistent. |
2024-12-04 01:34:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nikki_und_Mary_%E2%80%93_Die_5-Minuten-Ehe | Nikki und Mary – Die Fünf-Minuten-Ehe ist eine US-amerikanische Fernseh-Komödie aus dem Jahr 1986. Der Kinderfilm basiert lose auf Erich Kästners Roman Das doppelte Lottchen. Es handelt sich um eine Fortsetzung des Films Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt aus dem Jahr 1961. Sharon Ferris ist eine geschiedene alleinerziehende Mutter, wohnt mit ihrer Tochter Nikki in Tampa, Florida und steht kurz davor nach New York City zu ziehen. Während des Sommers lernt Nikki Mary Grand kennen, mit der sie sich anfreundet. Marys Vater ist schon seit vielen Jahren Wittwer. Nikki und Mary beschließen ihre Eltern zu verkuppeln, damit Nikki nicht nach New York ziehen muss. Anfangs schicken sie Sharon Blumen und Briefe im Namen von Bill. Das erzielt leider nicht die gewünschte Wirkung und deswegen weihen sie Sharons Zwillingsschwester Susan in ihren Plan ein. Susan ist mit Brian Carey, einem Piloten, verheiratet und lebt in Kalifornien. Sie erklärt sich bereit den Mädchen zu helfen und fliegt nach Tampa, wo sie sich als Sharon verkleiden will, um dem Glück ihrer Schwester auf die Sprünge zu helfen. Eines Abends trifft sie „versehentlich“ in einer Bar auf Bill, wo sie sich zusammen ein Baseball-Spiel anschauen. Unglücklicherweise hasst die echte Sharon Baseball. Als sie Bill am nächsten Tag auf der Arbeit trifft und er von dem schönen Abend mit ihr erzählt, erkennt Sharon den Plan der Mädchen und ersinnt ihrerseits einen. Während Susan – wieder als Sharon verkleidet – eine Verabredung mit Bill hat, besucht Sharon mit Susans Ehemann Brian dasselbe Restaurant und trägt eine Perücke, damit sie von Susan nicht erkannt wird. Susan glaubt daher, dass ihr Ehemann ein Date mit einer anderen Frau hat und wird während ihrer Verabredung mit Bill immer ungeschickter und eifersüchtiger, so dass sie aufspringt und Bill sagt, dass am anderen Tisch ihr Ehemann sitzt. Als Susan zu diesem Tisch stürmt, erkennt sie ihre Schwester und fängt an zu lachen. Nachdem die Situation aufgeklärt ist, teilt die echte Sharon Bill mit, dass sie keine romantischen Gefühle für ihn hegt und sie lediglich Freunde bleiben sollten. Die Abschiedsfeier für Sharon und Nikki soll auf dem Schiff von Sharons Chef stattfinden, zu der auch Bill und seine Tochter eingeladen sind. Bill und Sharon treffen sich bereits in der Kabine und Nikki und Mary geben vor, noch etwas aus dem Auto holen zu wollen. Allerdings machen sie das Schiff los und stoßen es von der Pier ab. Während sich Sharon und Bill angenehm unterhalten, erscheinen nach und nach die Gäste der Feier, die dem abtreibenden Schiff nur noch hinterher sehen können. Sharon und Bill wundern sich derweil, wo die anderen Gäste bleiben und schauen an Deck nach, wo auch sie nun feststellen, dass sich das Schiff immer weiter von der Anlegestelle entfernt. Bill küsst Sharon und die Szene schwenkt über zur Hochzeit von Sharon und Bill. „Sehr frei in Anlehnung an Erich Kästners Erzählung vom Doppelten Lottchen bemühen sich zwei zehnjährige Mädchen darum, ihre jeweils partnerlosen Elternteile füreinander zu interessieren, damit ihre Freundschaft erhalten bleibt. Ein weniger von der Handlung als von der Stimmigkeit der Gefühle her plausibler und amüsanter, leicht märchenhafter Kinderfilm, der auch Erwachsenen Spaß machen kann.“ Im US-amerikanischen Fernsehen wurde der Film zum ersten Mal am 26. Juli 1986 ausgestrahlt. In Deutschland erschien der Film am 16. März 1987 auf VHS. Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt • Nikki und Mary – Die 5-Minuten-Ehe • Ein Zwilling kommt selten allein • Flitterwochen auf Hawaii • Ein Zwilling kommt selten allein |
2024-11-24 19:14:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Neal_Stephenson | Neal Town Stephenson ist ein in Seattle lebender Schriftsteller. In seinen Science-Fiction-Romanen spiegeln sich seine Experimente mit neuen Medien wie virtueller Realität und dem World Wide Web wider. Er gilt deshalb als einer der Hauptvertreter des Cyberpunk. In seinem Werk Snow Crash prägte er den Begriff des Metaversums. Neal Stephenson stammt aus einer Familie von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. Seine Mutter arbeitete als Biochemikerin in einem Labor, sein Vater lehrte Elektrotechnik, die Großväter waren Professoren für Physik und Biochemie. 1960 zog die Familie mit ihm nach Champaign, Illinois, wo er bis 1966 aufwuchs. Danach lebte er in Ames, Iowa, und schloss dort 1977 die High School ab. Er studierte zuerst Physik, dann bis 1981 Geografie an der Boston University. Er war zeitweise als Berater für das von Jeff Bezos gegründete private Raumfahrtunternehmen Blue Origin tätig und ist Mitbegründer der Softwarefirma Subutai Corporation. Von Dezember 2014 bis Juni 2020 war er Chief Futurist des US-amerikanischen Unternehmens Magic Leap. Oft mischen sich in Stephensons Büchern historische Elemente mit futuristischen Technikfantasien; so porträtiert er beispielsweise in The Diamond Age eine Gesellschaft, die sich hochentwickelter Nanotechnologie bedient, aber gesellschaftlich einem viktorianisch-puritanischen Rollenmodell huldigt. Seit Ende der 1990er Jahre widmet sich Stephenson historischen Stoffen, jedoch mit der Sensibilität eines Science-Fiction-Autors. Wie viele Autoren hält Stephenson wenig von strengen Genre-Abgrenzungen. Vordergründig sind Cryptonomicon und der Barock-Zyklus dem Genre des historischen Romans zuzuordnen, beide Werke sind jedoch gesättigt mit typischen SF-Motiven. Sein Roman Snow Crash spielt in einem Amerika, das in unzählige Mininationen zersplittert ist, die als Franchiseunternehmen großer Konzerne betrieben werden, und das bis hin zu Polizei und Strafvollzug vollständig privatisiert wurde. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein fortgeschrittenes System der virtuellen Realität, das mit einer florierenden Hacker-Kultur einhergeht. Weitere Bezüge bestehen zu der sumerischen Mythologie mit ihrem Gott Enki. 1995/1996 ging Stephenson im Auftrag des Magazins Wired auf Weltreise und erkundete als Hacker tourist die technischen, wirtschaftlichen und historischen Seiten der Verlegung von Seekabeln, anhand des Projektes Fiber-Optic Link Around the Globe. Sein Essay erschien im Dezember 1996 unter dem Titel Mother Earth – Mother Board. Einige der auf der Reise gemachten Erfahrungen brachte er in sein nächstes Buch ein. Sein Cryptonomicon befasst sich in zwei Zeitsträngen mit dem Thema Kryptographie. Er verwebt hier die Lebensgeschichte von Lawrence Pritchard Waterhouse, einem fiktiven, an der Entschlüsselung der „Enigma“ beteiligten Mathematiker während des Zweiten Weltkriegs mit der Geschichte seines Enkels Randy Waterhouse, der in Südostasien einen Datenhafen errichten will. Eine zentrale Rolle im Roman spielen die Riemannsche ζ-Funktion sowie der von Bruce Schneier entworfene Verschlüsselungsalgorithmus Solitaire. Die acht Romane des Barock-Zyklus wurden in den drei Bänden Quicksilver, Confusion und Principia veröffentlicht und spielen Mitte des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie erzählen in mehreren Handlungssträngen die Geschichten des Mitglieds der Royal Society Daniel Waterhouse, der mehr durch Zufall in den Adelsstand aufsteigenden Ränkeschmiedin Eliza und des Vagabunden Jack Shaftoe und bieten eine umfangreiche Vorgeschichte der Familien, die auch in Cryptonomicon auftreten. Die Epoche von 1655 bis 1714 wird von Stephenson mit vielschichtig und detailliert recherchiertem Hintergrundwissen mit ihren religiösen, politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und technischen Umwälzungen auf insgesamt über 3000 Seiten in mehreren parallelen, miteinander verwobenen Handlungssträngen dargestellt. Insbesondere die Darstellung der Entstehung des modernen Finanzsystems sind mehr als nur ein Romanhintergrund und erläutern noch immer aktuelle Mechanismen und Zusammenhänge. Stephensons im Internet veröffentlichtes In the Beginning… Was the Command Line ist im Gegensatz zu seinen anderen Werken kein Roman, sondern ein Essay über freie Software. Insbesondere werden die Betriebssysteme Mac OS, Linux, Windows und BeOS metaphorisch dargestellt. Neal Stephensons Roman Anathem ist von den Ideen der Long Now Foundation beeinflusst. Reamde ist ein Action-Roman, der ähnlich wie Cory Doctorows Roman For the Win vor dem Hintergrund eines fiktiven MMORPGs spielt. In Reamde dienen Computerspiele und -equipment allerdings lediglich als loser Rahmen für eine von detailreich beschriebenen Actionszenen geprägten Handlung. Der Text enthält anders als seine Romane wie Snow Crash oder Diamond Age kaum visionäre bzw. Science-Fiction-Elemente. Seveneves beschreibt das Überleben der Menschheit, nachdem der Mond zerbrochen ist und in Stücken auf die Erde stürzt und so die Erdoberfläche für Jahrtausende unbewohnbar macht. Ein Teil der Menschheit flüchtet in Weltraumstationen, ein Teil lebt unter der Erde und ein Teil passt sich an ein Leben unter Wasser an. Der Großteil des Romans befasst sich mit der fast vollständigen auslöschung der Weltraumflüchtlinge. Der zweite Teil spielt Jahrtausende später und beschreibt die Anfänge der Rückkehr der Weltraumbewohner auf die Erde und ihren Kontakt mit den anderen Menschengruppen. Alle drei Gruppen haben sich gesellschaftlich und/oder biologisch stark auseinanderentwickelt. Gemeinsam mit Erik Bear, Greg Bear, Joseph Brassey, Nicole Galland, Cooper Moo und Mark Teppo Gemeinsam mit Austin Grossman und Sean Stewart |
2024-12-04 07:42:42 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gerlosbach | Der Gerlosbach, selten auch Gerloser Ache, ist ein 33,5 km langer rechter Zufluss des Ziller in den österreichischen Bundesländern Salzburg und Tirol. Der Gerlosbach entspringt dem Wildgerloskees unterhalb der Reichenspitze in den Zillertaler Alpen im Gemeindegebiet von Krimml. Er fließt zunächst in Richtung Norden durch das Wildgerlostal und nimmt nach wenigen Kilometern von rechts den Zufluss vom Unteren Gerlossee auf. Nach rund zwölf Kilometern füllt er den Speicher Durlaßboden, durch den die Landesgrenze zwischen Salzburg und Tirol verläuft. Das Tal macht hier einen Knick und verläuft weiter als Gerlostal Richtung Westen. Der Gerlosbach fließt durch Gerlos, nimmt davor die Schönach und danach den Wimmerbach jeweils von links auf und fließt anschließend durch den Stausee Gmünd. Unterhalb verläuft er in einer engen Schlucht, bis er bei Zell am Ziller den Talboden des Zillertals erreicht, wo er am östlichen Talrand Richtung Norden fließt. Hier wird das abgearbeitete Wasser aus dem Kraftwerk Gerlos eingeleitet, kurz bevor der Bach bei Rohr in den Ziller mündet. Das natürliche Einzugsgebiet des Gerlosbachs umfasst rund 200 km². Durch Zuleitungen von Bächen aus dem Einzugsgebiet der Salzach in den Speicher Durlaßboden wird es um 30,7 km² vergrößert, durch Ableitungen von Schönach und Wimmerbach in den Speicher Zillergründl wird es um 10 km² verringert, sodass das wirksame Einzugsgebiet rund 220 km² beträgt. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von 566 m ü. A. bis 3303 m ü. A. . Rund 5 km² des Einzugsgebietes sind vergletschert . Der Oberlauf im Wildgerlostal liegt im Nationalpark Hohe Tauern und ist weitgehend naturbelassen. Im Ortsgebiet von Gerlos bis zum Speicher Gmünd sind die Ufer des Baches durchgehend verbaut, ansonsten punktuell. Der Gerlosbach weist durchgehend Gewässergüteklasse I-II auf. In Wien ist seit 1953 der Gerlosplatz nach dem Gerlosbach benannt. |
2024-11-24 05:34:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bornkamm | Heinrich Bornkamm war ein deutscher evangelischer Theologe mit dem Schwerpunkt in der Lutherforschung. Er lehrte Kirchengeschichte als Professor an den Universitäten Gießen, Leipzig und Heidelberg. Er war ein Bruder des Neutestamentlers Günther Bornkamm. Bornkamm studierte Theologie in Jena, Tübingen und Berlin. Er wurde 1924 in Berlin promoviert und habilitierte sich 1925 in Tübingen für das Fach Kirchengeschichte. 1927 wurde er als ordentlicher Professor für Kirchengeschichte an die Universität Gießen berufen. 1932 wurde er vom letzten freien Gesamtsenat zum Rektor der Universität Gießen für das Jahr Oktober 1933 bis Oktober 1934 gewählt. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er 1933 auf Vorschlag der hessischen Regierung vom Reichsstatthalter zum Rektor ernannt. Gleichzeitig war Bornkamm Obmann der Hochschullehrer im NS-Lehrerbund. Bornkamm trat der völkisch orientierten, antisemitischen Glaubensbewegung der Deutschen Christen bei, die er aber nach der berüchtigten Sportpalastkundgebung der DC am 13. November 1933 bald wieder verließ. Unter dem Eindruck einer Fakultätsprüfung in Gießen, bei der er den Vorsitz geführt hatte, schrieb der deutsch-christliche Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich im Februar 1934 an August Jäger, Staatskommissar und Leiter der Kirchenabteilung im preußischen Kirchenministerium, sowie Rechtswalter des Reichsbischofs Ludwig Müller: „Unter den Professoren befindet sich Bornkamm, den man schon längst kaltstellen müßte, da er uns die ganze theologische Jugend verdirbt.“ Im Frühjahr 1934 trat Bornkamm der SA-Reserve bei, aus der er im Dezember 1934 wieder austrat. 1935 wurde er an die Universität Leipzig versetzt und wirkte hier als Ordinarius. In den Jahren seiner Leipziger Tätigkeit geriet er in schwere Auseinandersetzungen mit dem sächsischen Reichsstatthalter und NS-Gauleiter Martin Mutschmann wegen der Schließung der theologischen Fakultät zu Beginn des Herbstsemesters 1939. Trotzdem bezeichnete Bornkamm noch 1939 Adolf Hitler als ein „Geschenk an unser Geschlecht“ und sprach von der „staatsmännischen Größe des Führers“. Es ist jedoch zu beachten, dass Bornkamm sich deutlich von deutsch-christlichen Gedanken und kirchenpolitischen Maßnahmen abhob. Von 1935 bis 1963 war Bornkamm Präsident des Evangelischen Bundes. Aus einem Briefwechsel zwischen Martin Bormann und dem Auswärtigen Amt von 1942 geht hervor, dass der Evangelische Bund inzwischen als höchst unzuverlässig galt, weil er die nationalsozialistische Geisteshaltung bekämpfen würde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lag Leipzig in der Sowjetischen Besatzungszone . Die Universität entließ Bornkamm und dieser verließ die SBZ. Von 1948 bis 1969 lehrte er als Professor für Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg. In der DDR setzte 1953 das Ministerium für Volksbildung Bornkamms Schrift Vom christlichen zum nationalen Sozialismus auf die Liste der auszusondernden Literatur. Von 1958 bis 1960 war Bornkamm Vorsitzender der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Als führendem Lutherforscher, der Kirchengeschichte als Universalgeschichte verstand, wurde ihm von den theologischen Fakultäten Berlin, Debrecen/Ungarn, Uppsala/Schweden und Montpellier/Frankreich die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Außerdem erhielt er 1973 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Heinrich Bornkamm wurde auf dem Heidelberger Bergfriedhof beigesetzt. Ein Sohn Bornkamms wurde Pfarrer in Emmendingen und Lahr, eine Enkelin Pfarrerin in Ettlingen. Arthur Benno Schmidt | Adolf Hansen | Gustav Krüger | Reinhard Brauns | Adolf Vossius | Otto Behaghel | Eugen Bostroem | Gerhard Alexander Leist | Christian Bartholomae | Hans Strahl | Johannes Biermann | Walter König | Samuel Eck | Alfred Körte | Robert Sommer | Wilhelm Sievers | Albrecht Schian | Paul Gisevius | Hans Stahl | Karl Kalbfleisch | Carl Otto von Eicken | Otto Gustav Roloff | Otto Eger | Richard Laqueur | Gustav Krüger | Karl Bürker | Wilhelm Zwick | Leo Rosenberg | Rudolf Herzog | Alfred Brüggemann | Otto Eger | Karl Vanselow | Adolf Jess | Heinrich Bornkamm | Gerhard Pfahler | Gustav Baader | Adolf Seiser | Heinrich Wilhelm Kranz | Alfred Brüggemann | Karl Bechert | Paul Czermak | Max Rolfes | Eduard von Boguslawski | Valentin Horn | Heinz Hungerland | Wulf Emmo Ankel | Hans Kuron | August Schummer | Gerhard Eigler | Rudolf Mosebach | Hans Glathe | Walter Boguth | Richard Kepp | Clemens Heselhaus | Richard Weyl | Herbert Kötter | Paul Meimberg | Karl Alewell | Heinz Bauer | Stefan Hormuth | Joybrato Mukherjee | Katharina Lorenz |
2024-12-03 16:06:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_Franken_(Politiker) | Björn Franken ist ein deutscher Politiker der Christlich Demokratischen Union Deutschlands . Seit dem 1. Juni 2017 ist er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Björn Franken wurde 1979 als Sohn eines Landwirtes in Siegburg geboren und wuchs in Ruppichteroth auf. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Von 1985 bis 1989 besuchte er die Grundschule Schönenberg und danach die Hauptschule Ruppichteroth. 1995 wechselte er auf die Höhere Handelsschule Siegburg und erlangte dort 1997 die Fachhochschulreife. Anschließend machte er eine zweijährige Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation bei der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag in Bonn und an der Berufsschule Bonn-Duisdorf. Von 1999 bis 2000 war er Wehrdienstleistender. 2001 begann er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt auf B2B-Marketing und Personalmanagement an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin und absolvierte 2005 ein Auslandssemester in Indonesien. Nach seinem Studium arbeitete er in der Personalabteilung eines Telekommunikationsunternehmens in Bonn sowie von 2008 bis zum Einzug in den Landtag 2017 in leitender Funktion bei einer Tochterfirma eines Handelskonzerns in Köln. Neben Ämtern innerhalb der Partei engagiert sich Franken in der Mitgliederversammlung der Metropolregion Rheinland e.V., als Mitglied in der Kommission Regionale 2025 des Regionalrats des Regierungsbezirks Köln sowie als stellvertretendes Mitglied der Gesellschafterversammlung der BusinessCampus Rhein-Sieg GmbH. Seit März 2019 ist er zudem als Nachfolger von Andrea Milz Vorsitzender des Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Björn Franken war von 2000 bis 2008 Vorsitzender der Jungen Union Ruppichteroth. Seit 2001 ist er Mitglied der CDU, seit 2011 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Ruppichteroth sowie seit 2021 stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Rhein-Sieg. Von 2004 bis 2020 war er Mitglied im Gemeinderat in Ruppichteroth, 2014 und 2020 wurde er jeweils direkt in den Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises gewählt. Zur Landtagswahl am 14. Mai 2017 kandidierte Franken als Direktkandidat im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis I und gewann diesen deutlich mit 43,9 % der Stimmen. Im Landtag war er in der 17. Wahlperiode Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Landesplanung, im Integrationsausschuss und im Ausschuss für Digitalisierung und Innovation. Zudem war er Schriftführer und Ehrenamtsbeauftragter der CDU-Landtagsfraktion. Bei der Landtagswahl 2022 konnte er seinen Wahlkreis, der neu zugeschnitten worden war, mit 41,3 % verteidigen. In der 18. Wahlperiode ist er Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, im Wissenschaftsausschuss sowie im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung. Franken ist zudem digitalpolitischer Sprecher sowie Beauftragter für Industrie und mittelständisch produzierende Unternehmen der CDU-Landtagsfraktion. |
2024-12-02 05:07:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Weber_(Kunsthistorikerin) | Annette Weber ist eine deutsche Kunsthistorikerin. Annette Weber, Tochter des Archäologen Hans Weber, studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Alte Geschichte und Judaistik in Freiburg im Breisgau, München und Paris und wurde 1984 bei Erik Forssman in Freiburg promoviert. Von 1986 an war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums Frankfurt und kuratierte unter anderem die Ausstellungen „Expressionismus und Exil“ , „Die Rothschilds – eine europäische Familie“ , „Moritz Daniel Oppenheim“ und „Chagall und Deutschland“ Von 2004 bis zu ihrem Ruhestand 2023 war sie Professorin für jüdische Kunst und Kultur an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Weber ist dort auch Redakteurin der Zeitschrift Trumah. |
2024-12-02 06:53:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Weitenung | Die früher selbständige Gemeinde Weitenung ist seit 1973 ein Stadtteil von Bühl. Im Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft wurde Weitenung 1975 mit Silber und 1977 mit Gold ausgezeichnet. Der Ort nennt sich Blumendorf Weitenung. Ortsteile sind Witstung, Elzhofen, Mühle-Neustadt und Ottenhofen. Der Ort war wie Leiberstung und Halberstung eine Insel im Sumpfgebiet zwischen der Rench und der Oos und war seit dem Jahre 60 nach Christus bewohnt. Die erstmalige Erwähnung erfolgte in einer Urkunde vom 22. Mai 884 n. Chr. von Karls des Dicken als Widendunc. Weitenung gehörte bis 1788 zum Oberamt Yberg und seit dem 18. Jahrhundert zum Bezirksamt Bühl. Am 1. Januar 1973 wurde Weitenung in die Stadt Bühl eingemeindet. Der Ortschaftsrat besteht aus zehn ehrenamtlich tätigen Personen. Der ehrenamtliche Ortsvorsteher heißt Daniel Fritz. Die Blasonierung des Wappens lautet: In Schwarz ein abnehmender gebildeter silberner Halbmond. Seit dem 20. Oktober 1972 besteht eine Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Mattsee. Die katholische Kirche Heilig Blut wurde 1923–1925 erbaut. Grundsteinlegung war am 14. Oktober 1923. Das Glockengeläut kam 1925 und die neue Kirchenuhr 1928 dazu. In Weitenung gibt es etwa 20 Vereine in kulturellen, sportlichen und karnevalistischen Bereichen. Karnevalistische Vereine sind unter anderem: Narrengesellschaft „Mondglunkerle Widdenung“, Brüggehexen, Widdenunger Hexen, Widdenunger Sondbachdeifel, Mondhexen und viele andere. Kulturelle Vereine: Förderverein Heimatmuseum Weitenung, Kulturkreis Weitenung e.V., Obst- und Gartenbauverein, MGV "Frohsinn" Weitenung mit gemischten Chor "Voices of Joy" Sportliche Vereine: Schachclub Weitenung, Sportverein Weitenung, Tischtennisabteilung Weitenung, Angelsportverein Weitenung und andere. Öffentliche Einrichtungen sind die Rheintalhalle aus dem Jahre 1972, eine Grundschule, zwei Kindergärten, ein Sportplatz und mehrere Spielplätze. Der örtliche Heimatverein unterhält ein Heimatmuseum. Weitenung hat einen Baggersee mit einem Kieswerk, der unter anderem vom Angelsportverein Weitenung genutzt wird. Derzeit wird das ehemalige Jugendzentrum in ein Mehr-Generationen-Haus umgebaut und saniert. Es gibt Arzt und Apotheke, Bäcker und Demeter/Bioladen, außerdem zwei Gaststätten. Das bis zum April 2017 schönste Gasthaus wurde leider geschlossen und die Weitenunger-Gemeinde trauert seit dem um das geliebte „Rössel“. Russland-Deutsche beteiligen sich unter anderem auch in karnevalistischen Bereichen. Bis 1993 beteiligten sich auch sehr stark Kanadier in die Dorfgemeinschaft; über den Deutsch-Kanadischen Club. Naheliegende Städte sind Karlsruhe , Freiburg , Rastatt und Baden-Baden mit ca. 13 km, außerdem besteht von Greffern aus eine Verbindung mit der Fähre Drusus nach Drusenheim in Frankreich. Weitenung liegt in der Nähe der Bundesstraße 3 und direkt an der Bundesautobahn 5. Altschweier | Balzhofen | Bühl | Eisental | Kappelwindeck | Moos | Neusatz | Oberbruch | Oberweier | Vimbuch | Weitenung |
2024-12-04 06:17:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/St._Andreas_(D%C3%A4hre) | Die evangelische St.-Andreas-Kirche ist eine im Kern romanische, mehrfach überarbeitete Saalkirche in Dähre im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Osterwohle-Dähre im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland . Die ehemalige Propsteikirche wurde bei der Gründung des Stifts Diesdorf im Jahr 1161 als „matrix ecclesiae“ genannt. Die langgestreckte Saalkirche mit komplizierter Baugeschichte besteht aus dem Schiff aus unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk mit zwei Reihen von Fenstern, deren obere mit Rundbogen möglicherweise dem Ursprungsbauwerk angehören. Das Schiff und der Rundturm gehören nach dem Turmunterbau der Marienkirche wahrscheinlich zu den ältesten Kirchenbauteilen der westlichen Altmark. Alle übrigen Bauteile wurden aus Backstein, teils unter Verwendung von Feldsteinen erbaut. Die Südvorhalle entstand vor der Mitte des 15. Jh., das Portal und die Giebel wurden rekonstruiert. Ein nachträglich angebauter, leicht eingezogener, querrechteckiger Westturm wurde nach Einsturz im Jahr 1939 abgerissen. Der freistehende Glockenträger nördlich der Kirche stammt aus den 1950er Jahren. Von den Ostteilen ist nur der polygonal schließende Chor auf mittelalterlichen Grundmauern erbaut, stammt aber im Wesentlichen wie auch das Querhaus aus dem Jahr 1903. Beim damaligen Umbau nach einem Entwurf von Hugo Prejawa wurde auch das Innere völlig umgestaltet. Als Raumabschluss wurde eine komplizierte hölzerne Hängewerkskonstruktion mit überhöhtem Mittelteil eingebaut und ornamental bemalt; der Chor ist mit einem massiven Rippengewölbe geschlossen. Schiff und Querarme sind mit umlaufender hölzerner Empore eingefasst und zeigen ein einheitliches Gestühl. Die Chorfenster sind mit Glasmalereien versehen, die von Hubert Henning aus Hannover signiert sind, im Mittelfenster ist der lehrende Christus mit dem Datum 1904 dargestellt, in den seitlichen Fenstern Evangelisten und Szenen aus dem Neuen Testament mit der Jahreszahl 1916. Hauptstück der Ausstattung ist ein kleines Schnitzaltarretabel aus der Zeit um 1500, das 1989 restauriert wurde; im Schrein ist eine vielfigurige Kreuzigung dargestellt, in den Flügeln zeigen Reliefs die Geburt Christi und das Schweißtuch der heiligen Veronika, rechts sind die Marienkrönung und die Beweinung Christi dargestellt; auf den Flügelaußenseiten sind, stilistisch etwas jünger, zwei weibliche und zwei männliche Heilige dargestellt. Die hölzerne Emporenkanzel wurde in den Jahren 1903/1904 nach Anregung und unter Verwendung von Teilen der Vorgängerkanzel aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts geschaffen. Zwei spätgotische Dreisitze zeigen an den Wangen geschnitztes Maßwerk. Eine überlebensgroße Schnitzfigur des heiligen Andreas aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde angeblich 1471 gestiftet. Die Orgel mit neuromanischem Prospekt ist ein Werk von Emil Hammer Orgelbau in Kooperation mit Erdmann & Märtens aus dem Jahr 1904. Ihre 14 Register verteilen sich auf zwei Manuale und Pedal. Eine Überholung erfolgte durch Jörg Dutschke. Eine große Glocke stammt aus dem Jahr 1495 und trägt eine Minuskelumschrift. Die kleine Glocke wurde vermutlich nach 1551 gegossen. 52.80049710.90637Koordinaten: 52° 48′ 1,8″ N, 10° 54′ 22,9″ O |
2024-12-02 08:45:42 | https://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_C._Ellis | Edgar Clarence Ellis war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1905 und 1931 vertrat er viermal den Bundesstaat Missouri im US-Repräsentantenhaus. Edgar Ellis besuchte das Olivet College und studierte danach am Carleton College in Northfield . Anschließend unterrichtete er an diesem College in den Jahren 1881 und 1882 Latein. Zwischen 1882 und 1885 war Ellis Schulrat in Fergus Falls. Nach einem gleichzeitigen Jurastudium und seiner 1885 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in Beloit in diesem Beruf zu arbeiten. Im Jahr 1888 verlegte er seinen Wohnsitz und seine Kanzlei nach Kansas City in Missouri. Politisch war Ellis Mitglied der Republikanischen Partei. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1904 wurde er erstmals im fünften Wahlbezirk von Missouri in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 4. März 1905 die Nachfolge von William S. Cowherd antrat. Nach einer Wiederwahl konnte er bis zum 3. März 1909 zunächst zwei Legislaturperioden im Kongress absolvieren. Im Jahr 1908 unterlag er dem Demokraten William Patterson Borland. In den folgenden Jahren praktizierte Ellis wieder als Anwalt. Zwischen 1911 und 1912 gehörte er der Missouri Waterway Commission an, die sich mit den Wasserstraßen befasste. Im Jahr 1920 wurde Ellis erneut in den Kongress gewählt, wo er am 4. März 1921 William Thomas Bland ablöste. Da er bereits zwei Jahre später gegen Henry L. Jost verlor, konnte er dieses Mal bis zum 3. März 1923 nur eine Legislaturperiode im US-Repräsentantenhaus verbringen. Zwei Jahre später, 1924, schaffte er den erneuten Einzug in den Kongress, wo er am 4. März 1925 Jost wieder ablöste. Bis zum 3. März 1927 absolvierte er dort eine weitere Amtszeit. Bei den Wahlen des Jahres 1926 unterlag er George H. Combs. Weitere zwei Jahre später wurde Ellis ein letztes Mal in den Kongress gewählt. Dort trat er am 4. März 1929 die Nachfolge von Combs an. Da er im Jahr 1930 wiederum nicht bestätigt wurde und gegen den Demokraten Joe Shannon verlor, musste er am 4. März 1931 endgültig aus dem US-Repräsentantenhaus ausscheiden. In den Zeiten, während denen er nicht im Kongress saß, war er jeweils als Anwalt tätig. Im Jahr 1931 zog Ellis sich sowohl aus der Politik als auch aus seiner juristischen Praxis in den Ruhestand zurück. Er starb am 15. März 1947 in Saint Petersburg. Delegierte aus dem Missouri-Territorium Hempstead | Easton | J. Scott Abgeordnete aus dem Bundesstaat Missouri 1. Distrikt: J. Scott | Bates | Pettis | Ashley | J. Miller | Bowlin | Darby | T. Benton | Kennett | F. Blair | Barret | F. Blair | Barret | F. Blair | Knox | Hogan | Pile | Wells | Stanard | Kehr | Ittner | Clardy | Hatch | C.N. Clark | Lloyd | Romjue | Millspaugh | Romjue | S. Arnold | Magee | Karsten | B. Clay | W. Clay | Bush • 2. Distrikt: Bull | Harrison | Jameson | Edwards | Jameson | S. Price | McDaniel | Jameson | Bay | Porter | Lamb | Porter | T. Anderson | Rollins | Blow | Newcomb | Finkelnburg | Wells | N. Cole | Wells | Allen | McLean | A. Alexander | Hale | Mansur | U. Hall | Bodine | Rucker | Lozier | Nelson | Schwabe | Moulder | Curtis | Symington | Young | Buechner | Horn | Talent | Akin | Wagner • 3. Distrikt: Relfe | Green | J.G. Miller | Lindley | J.B. Clark | W.A. Hall | J. Noell | J.G. Scott | T. Noell | McCormick | W.H. Stone | Metcalfe | Frost | Sessinghaus | Dockery | Dougherty | Klepper | J. Alexander | Milligan | Lawrence | Milligan | Duncan | W. Cole | Welch | L. Sullivan | Gephardt | R. Carnahan | Luetkemeyer 4. Distrikt: Bower | Sims | W.P. Hall | Oliver | Craig | Norton | Boyd | Kelso | Gravely | Boyd | Havens | Hatcher | Davis | J. Burnes | Booher | Wilson | D. Burnes | Crowther | C. Cochran | Fulkerson | Booher | Faust | Hopkins | Milligan | Bell | Irving | Hillelson | Christopher | Randall | Skelton | Hartzler | Alford • 5. Distrikt: Hughes | Phelps | J.G. Miller | Akers | Woodson | Reid | Price | McClurg | Stover | Burdett | R. Bland | A. Graves | Warner | Tarsney | Van Horn | Cowherd | Ellis | Borland | W. Bland | Ellis | Jost | Ellis | Combs | Ellis | Shannon | Slaughter | Reeves | Bolling | Wheat | McCarthy | Cleaver • 6. Distrikt: Phelps | A.A. King | Van Horn | Comingo | Havens | Morgan | Waddill | Hazeltine | Cosgrove | Heard | De Armond | Dickinson | Atkeson | Dickinson | Halsey | Dickinson | R. Wood | P. Bennett | M. Bennett | Christopher | Armstrong | W. Cole | Hull | Litton | Coleman | Danner | S. Graves 7. Distrikt: Caruthers | J. Noell | Loan | Asper | Parker | Crittenden | Philips | Crittenden | Lay | Philips | Rice | Buckner | Hutton | Norton | Heard | Tracey | Cooney | Hamlin | Welborn | Hamlin | Major | Patterson | Major | Palmer | Major | Johnson | Dickinson | Short | Brown | D. Hall | Taylor | Hancock | Blunt | Long | E. Burlison • 8. Distrikt: W.A. Hall | Benjamin | J. Blair | Comingo | Franklin | Sawyer | Van Horn | O’Neill | F. Niedringhaus | O’Neill | R. Bland | Hubbard | R. Bland | Shackleford | Nelson | Roach | Nelson | Williams | Elmer | A. Carnahan | Banta | A. Carnahan | Ichord | W. Bailey | B. Emerson | J. Emerson | J. Smith • 9. Distrikt: Rollins | G. Anderson | D. Dyer | A. King | Parker | Rea | Ford | Broadhead | Glover II | Frank | Cobb | C. Clark | Treloar | C. Clark | Hukriede | Cannon | Hungate | Volkmer | Hulshof | Luetkemeyer • 10. Distrikt: Hyde | De Bolt | Pollard | Rothwell | Burrows | Clardy | Kinsey | Byrns | Bartholdt | Meeker | Essen | Newton | H. Niedringhaus | Lee | Zimmerman | Jones | B. Burlison | B. Emerson 11. Distrikt: J.B. Clark Jr. | R. Bland | Joy | O’Neill | Joy | Hunt | Caulfield | P. Gill | Catlin | P. Gill | Igoe | Hawes | J. Cochran | Ruffin | Hennings | J. Sullivan | L. Miller | J. Sullivan | Bakewell | J. Sullivan | Bakewell | Moulder • 12. Distrikt: Glover I | Hatch | Morgan | W.J. Stone | De Armond | Cobb | Pearce | Butler | Wagoner | Butler | E. Wood | Coudrey | L. Dyer | M. Gill | L. Dyer | Claiborne | C. Anderson | Ploeser | Karst | Curtis • 13. Distrikt: Buckner | Fyan | Wade | Fyan | Raney | Robb | Rhodes | M. Smith | Elvins | Hensley | Rhodes | Wolff | Kiefner | Williams | Kiefner | Williams | J. Cochran | Karsten • 14. Distrikt: Davis | Dawson | Walker | Whitelaw | M. Arnold | Mozley | Vandiver | Tyndall | Russell | Crow | Russell | Hays | Fulbright | R. Bailey | Fulbright | Short | Fulbright • 15. Distrikt: Morgan | Burton | M. Benton | Shartel | Hackney | Morgan | Daugherty | Decker | McPherson | Manlove • 16. Distrikt: Lamar | Murphy | Lamar | Murphy | Rubey | Shelton | Rubey | Johnston | Barton |
2024-12-02 10:03:18 | https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Wiesenthal | Helmut Wiesenthal ist ein deutscher Soziologe und Politikwissenschaftler. Wiesenthal wurde 1938 in Meuselwitz geboren und lebte bis 1954 in Erfurt. Nach dem Abitur am Staatlichen Aufbaugymnasium in Unna 1959 studierte er drei Semester Wirtschaftswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Es folgten verschiedene Tätigkeiten in der Metallindustrie, zuletzt als Geschäftsführer eines Kleinbetriebs in Castrop-Rauxel. Von 1974 bis 1979 belegte er ein Studium der Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Bielefeld und legte ein Soziologiediplom 1979 ab. Zwischen 1980 und 1983 sowie zwischen 1986 und 1988 war Wiesenthal wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Dort promovierte er 1987 zum Dr. rer. soc. Sein Doktorvater war Claus Offe. Er war Mitglied des Bundesvorstands der Partei DIE GRÜNEN von 1986 bis 1987. 1992 erfolgte die Habilitation in politischer Wissenschaft an der Universität Hamburg. Von 1994 bis 2003 war er Professor für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin. Wiesenthal arbeitete als Sozialforscher in Forschungsprojekten des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung , des SoTech-Programms beim NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, der Arbeitsgemeinschaft für Sozialforschung e.V., Bielefeld und Bremen, sowie als Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Köln, und des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen. Im Auftrag der Max-Planck-Gesellschaft leitete er die Forschungsgruppe Transformationsprozesse in den neuen Bundesländern an der Humboldt-Universität in Berlin , die den institutionellen Wandel in Ostdeutschland und den ex-sozialistischen Ländern analysierte. 1994 wurde Wiesenthal auf die Professur Systeme gesellschaftlicher Interessenvermittlung am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin berufen. Er befindet sich seit 2003 im Ruhestand. Wiesenthal ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und gehörte bis 2021 der Grünen Akademie in der Heinrich-Böll-Stiftung an. Zu Wiesenthals Forschungsschwerpunkten gehören kollektive Akteure, soziale Aspekte der Arbeit und der Arbeitsgesellschaft, Institutionen der Interessenvermittlung, Institutionenreformen, politische Steuerung volkswirtschaftlicher und sozialer Transformationsprozesse, Globalisierung und Zukunftsoptionen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Zu Wiesenthals Arbeiten siehe Jürgen Beyer und Petra Stykow: Steuerung gesellschaftlichen Wandels: Utopie oder Möglichkeit? In dies. : Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung. Reformfähigkeit und die Möglichkeit rationaler Politik. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften sowie Günther Ortmann: Restitution der Rationalität. Helmut Wiesenthals raffinierter Rationalismus, Soziologische Revue 2019; 42: 559–571. |
2024-12-04 07:31:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefwasserreede | 54.0770833333337.4550Koordinaten: 54° 4′ 37,5″ N, 7° 27′ 18″ O Als Tiefwasserreede wird ein Seegebiet in der Deutschen Bucht bezeichnet, das als Reede für Frachtschiffe dient. Sie wird von Deutschland als Teil des Küstenmeeres beansprucht. Die Tiefwasserreede befindet sich rund 30 Kilometer westlich von Helgoland. Von 1969 bis 1983 lag dort54.0833333333337.4333333333333 das Feuerschiff Amrumbank. Die Tiefwasserreede liegt bereits außerhalb der 12-Meilen-Zone . Gemäß dem 1982 von den Vereinten Nationen beschlossenen Seerechtsübereinkommen, Art. 12, können Reeden, die außerhalb des Küstenmeeres liegen würden, in das Küstenmeer einbezogen werden. Die Tiefwasserreede liegt innerhalb des sogenannten „Entenschnabels“ und damit in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone. Am 12. Oktober 1983 beschloss die Bundesregierung eine sogenannte „Boxenlösung“ mit einer Ausweitung der deutschen Hoheitsgebiete in einem Teilbereich der Nordsee von zuvor 3 auf bis zu 16 Seemeilen bis hin zur Tiefwasserreede, um eine bessere Verkehrssicherheit der Schifffahrt und Strafverfolgung bei Umweltschäden zu ermöglichen. Dies traf sowohl auf Einspruch des US-Außenministeriums als auch auf Bedenken des bundesdeutschen Verteidigungsministeriums, das analoge Gebietsansprüche der DDR in der Ostsee befürchtete. Am 19. Oktober 1994 proklamierte die Bundesregierung im Rahmen einer Ausweitung des deutschen Küstenmeeres u. a. den Einbezug einer Exklave um die Tiefwasserreede. Dieses Gebiet ist durch vier Punkte abgegrenzt: Das durch diese Punkte abgegrenzte Meeresgebiet erstreckt sich über eine Länge von 14,4 km in nord-südlicher Richtung, und hat eine Breite von 2,6 km im Norden bis 9,5 km im Süden, sowie eine Fläche von 83 km². Der Abstand des am weitesten entfernten Punktes der Tiefwasserreede zum nächstgelegenen Basispunkt beträgt ca. 16,3 Seemeilen. Die Tiefwasserreede ist ein Küstenmeer, das dem Land Niedersachsen zugeordnet ist. |
2024-12-01 21:27:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/A907_road | Länder: Fife, Clackmannanshire, Stirling, Schottland Die A907 road ist eine A-Straße in den schottischen Council Areas Fife, Clackmannanshire und Stirling. Die A907 bildet die Verlängerung der aus Stonehaven kommenden A92. Sie beginnt an einem Kreisverkehr über der M90 zwischen den Ortschaften Crossgate und Halbeath, in den die A92 von Osten kommend einmündet. Sie führt in westlicher Richtung durch Halbeath und bildet eine der Hauptverkehrsstraßen Dunfermlines. Im Stadtzentrum wird sie für wenige hundert Meter zusammen mit der A823 geführt. Am Westrand von Dunfermline zweigt die A994 ab. Diese stellt eine Verbindung zur A985 her, welche die Ortschaften an der Nordküste des Firth of Forth an das Fernstraßennetz anbindet. Drei Kilometer westlich von Dunfermline erreicht die A907 die Ortschaften Oakley und Comrie. Sie tangiert den Weiler Blairhall und führt durch den dünnbesiedelten Westen Fifes. Nach insgesamt 21 km kreuzt die A907 die A977 , welche auf diesem Abschnitt die Grenze zwischen Fife und Clackmannanshire markiert. Die A907 führt nach Nordwesten, tangiert Clackmannan, wo sie den Black Devon quert, und erreicht Alloa. Dort bildet sie eine der Hauptverkehrsstraßen und nimmt die aus Tillicoultry kommende A908 auf. Nordwestlich tangiert sie Tullibody und erreicht mit der Querung des Devon die Council Area Stirling. Die A907 kreuzt die A91 und endet schließlich in Causewayhead, einem Vorort von Stirling, nahe dem Wallace Monument. Sie mündet nach einer Gesamtstrecke von 36,1 km in die A9 ein. Ehemals querte die A907 den Devon über die aus dem 16. Jahrhundert stammende Tullibody Old Bridge. 1920 wurde sie jedoch durch einen nahegelegenen Brückenneubau ersetzt. Doch auch diese Brücke wurde zwischenzeitlich durch eine moderne Brücke ersetzt. Wegen ihrer hohen bauhistorischen Bedeutung ist die Tullibody Old Bridge als Denkmal der höchsten schottischen Denkmalkategorie A sowie als Scheduled Monument klassifiziert. |
2024-11-23 15:19:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Hill_(Historiker) | John Edward Christopher Hill war ein britischer marxistischer Historiker. Von 1965 bis 1978 war Hill Master an dem Balliol College in Oxford. Auch vor und nach seiner Tätigkeit als Master war er Historiker an der University of Oxford. Hill wurde 1911 als Sohn von Methodisten in einer Anwaltsfamilie aus der Mittelklasse in York geboren. Dort besuchte er auch die altsprachliche St Peter’s School. Aus dieser heraus wurde der Hochbegabte im Alter von 16 Jahren von Vivian Galbraith an das Balliol College geholt. In Oxford geriet Hill erstmals mit marxistischem Gedankengut in Kontakt und übernahm diese politische Sichtweise, wozu auch ein Besuch in Deutschland 1931 beitrug, wo er die Nazis erlebte. 1935 trat Hill der Communist Party of Great Britain bei und verbrachte ein Jahr in der Sowjetunion. Nachdem er 1936 von dort nach Großbritannien zurückgekehrt war, begann Hill seine akademische Karriere als Hilfsdozent, zwei Jahre später wurde er Tutor für moderne Geschichte. 1940 diente er in der Army, hatte aber während des Zweiten Weltkriegs keinen Fronteinsatz, sondern wurde als Lieutenant und Major in Oxford und am Foreign and Commonwealth Office eingesetzt. 1957, ein Jahr nach der Niederschlagung des Ungarn-Aufstand, verließ er die Communist Party of Great Britain. Nach dem Krieg fing Hill an, eine Vielzahl an Büchern zu publizieren. Seine akademische Karriere erreichte in den Jahren 1965 bis 1978 ihren Höhepunkt, als Hill Master des – zu der University of Oxford gehörenden – Balliol Colleges war. Sein Werk betraf meist das 17th-century England: Puritanism and Revolution , Intellectual Origins of the English Revolution , The Century of Revolution , Antichrist in 17th-century England , The World Turned Upside Down . Dabei deutete er den Bürgerkrieg wie R. H. Tawney in sozioökonomischer Sicht als Aufstieg der teils bürgerlichen Gentry gegen den hochfeudalen Court des Königs. Er war Mitglied u. a. der British Academy , der American Academy of Arts and Sciences und seit dem 4. November 1989 der Akademie der Wissenschaften der DDR. |
2024-12-02 10:30:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/Natalie_Czech | Natalie Czech ist eine deutsche Künstlerin und Professorin an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig. Natalie Czech studierte von 2000 bis 2005 Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff. Seit 2020 ist sie Professorin für Fotografie am Institut Freie Kunst der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Czechs Arbeiten bewegen sich zwischen konkreter Poesie und konzeptueller Fotografie. Als Grundlage dienen Natalie Czech Texte verschiedener Medien wie Zeitungen, Bildbände oder E-Books. Sie markiert in bestehenden Texten einzelne Wörter und Bilder und setzt sie so in einen neuen Dialog zueinander. In einer anderen Serie zeigt sie Posie in der Abbildung der auf Zigarettenstummeln sichtbaren Markennamen. Einzelausstellungen fanden unter anderem im Musée d’Art Moderne et Contemporain, Genf, Kunstverein Heilbronn, KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin, Palais de Tokyo, Paris, Kunstverein in Hamburg oder Ludlow 38, New York statt. Ihre Arbeiten befinden sich in Sammlungen der Pinakothek der Moderne, München; dem Fotomuseum Winterthur, dem Museum of Modern Art, New York oder der Sammlung der Bundesrepublik Deutschland. |
2024-11-22 15:55:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_%C3%84rzteblatt | Das Deutsche Ärzteblatt, gegründet 1872, ist ein offizielles Organ der Ärzteschaft und wird herausgegeben von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Es erscheint im Deutschen Ärzteverlag GmbH in Köln und ist dessen auflagenstärkste Publikation. Die Redaktion gestaltet das Periodikum in Berlin. Das Deutsche Ärzteblatt ist mit Abstand die auflagenstärkste Medizinzeitschrift Deutschlands mit 2023 etwa 394.000 gedruckten Exemplaren in unterschiedlichen Ausgaben, ab 2024 herausgegeben alle 2 Wochen bzw. 12 Mal jährlich. Die hohe Auflage beruht auch darauf, dass die meisten etwa 550.000 berufstätigen und nicht berufstätigen Ärzte, die den Landesärztekammern gemeldet sind, die Druckausgaben unaufgefordert und unentgeltlich zugesandt bekommen, lediglich auf Antrag wird die Zusendung an Hausgemeinschaften von Ärzten auf weniger Exemplare vermindert. Neben fachlichen Übersichtsartikeln, Originalarbeiten, standespolitischen, gesundheitspolitischen und berufsrechtlichen Informationen enthält das Deutsche Ärzteblatt auch Anzeigen beispielsweise von Anbietern ärztlicher Veranstaltungen und medizinischer Produkte und Stellenzeigen. In der online-Ausgabe kann auf die Rubriken Meine Themen, Fortbildung , Blogs, Personalien, Themen, Ärztestellen, Politik und Medizin vereinfacht zugegriffen werden. Alle wissenschaftlichen Beiträge des Deutschen Ärzteblattes sind über die englische Ausgabe Deutsches Ärzteblatt International in MEDLINE, Pubmed Central, EMBASE und Science Citation Index gelistet. Darüber hinaus sind sie in folgenden Datenbanken indexiert: PsycINFO, Scopus, CINAHL, DOAJ, EMNursing, GEOBASE, HINARI, Index Copernicus, CareLit und Compendex. Alle Beiträge des Deutschen Ärzteblattes sind zudem in der Datenbank des DIMDI aufgeführt. Das Deutsche Ärzteblatt erscheint als Druckausgabe in mehreren für die jeweilige Berufsgruppen unterschiedlichen Ausgaben in unterschiedlichen Druck-Auflagen: ab 2024 alle 2 Wochen die Ausgabe A 155.000, die Ausgabe API 64.500, die Ausgabe B 193.000. Hinzu kommt mit nur 12 Heften jährlich die Ausgabe PP in Druck-Auflage 34.100.Außerdem gibt es vom Deutschen Ärzteblatt zwei Internet-Präsenzen: in deutscher Sprache auf der Website aerzteblatt.de und seit 2008 in englischer Sprache vor allem mit den wissenschaftlichen Artikeln auf der Website Deutsches Ärzteblatt International. Das Deutsche Ärzteblatt finanziert sich nach eigenen Angaben nicht durch die Kammerbeiträge der Ärzte. Stattdessen werden Einnahmen erzielt aus Anzeigen, Kongressen, Berufsbörsen und vereinzelten Abonnements etwa von Institutionen. Bei der Nutzung der online-Version werden weitere Einnahmen erzielt, indem verschiedene personen- und verhaltensbezogene Daten erfasst und gegen Entgelt an Dritte im In- und Ausland auch außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union weitergeleitet werden, beispielsweise über besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten, sowie weitere Meta-, Kommunikations- und Verfahrensdaten wie IP-Adressen, Zeitangaben und Identifikationsnummern. Auf diese Weise trägt das Deutsche Ärzteblatt maßgeblich zu den Einnahmen des Deutschen Ärzte-Verlags bei, sodass dessen Eigenkapitalverzinsung beispielsweise in einigen Jahren vor 2012 mehr als 50 Prozent betrug. Das Ärzteblatt hieß bis 1930 Ärztliches Vereinsblatt. Es startete am 2. September 1872 mit einer Auflage von 750 Exemplaren. Sechs Jahre später waren es bereits 6000 Abonnenten, was etwa der Hälfte der deutschen Ärzteschaft entsprach. Ab 1893 war die Erscheinungsweise zweiwöchentlich, ab 1907 wöchentlich. 1916 übernahm Siegmund Vollmann die Schriftleitung der Zeitung. Er gilt als zentrale Figur, die das Blatt im Blätterwald des Deutschen Reichs fest verankerte und nach vielen Verlagswechseln beim Deutschen Ärztevereinsbund herausgeben ließ, also quasi im Eigenverlag. Vollmann legte sich in einem Artikel 1930 mit progressiven Ärzten an, die in der Dresdner Hygieneausstellung den Zusammenhang zwischen Tuberkulose und Armut anprangerten. Er hielt das für „überflüssige Klassenverbitterung“. 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Vollmann als Jude die Redaktion verlassen. Die Reichsärztekammer führte das Deutsche Ärzteblatt mit den Ärztlichen Mitteilungen des Hartmannbundes zusammen und brachte es damit auf NS-Linie. |
2024-12-04 06:42:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Naturdenkmale_in_Merkelbach | Die Liste der Naturdenkmale in Merkelbach nennt die im Gemeindegebiet von Merkelbach ausgewiesenen Naturdenkmale . Ailertchen | Alpenrod | Alsbach | Arnshöfen | Astert | Atzelgift | Bad Marienberg | Bannberscheid | Bellingen | Berod bei Wallmerod | Berzhahn | Bilkheim | Boden | Bölsberg | Borod | Brandscheid | Breitenau | Bretthausen | Caan | Daubach | Deesen | Dernbach | Dreifelden | Dreikirchen | Dreisbach | Ebernhahn | Eitelborn | Elbingen | Ellenhausen | Elsoff | Enspel | Ettinghausen | Ewighausen | Fehl-Ritzhausen | Freilingen | Freirachdorf | Gackenbach | Gehlert | Gemünden | Giesenhausen | Girkenroth | Girod | Goddert | Görgeshausen | Großholbach | Großseifen | Guckheim | Hachenburg | Hahn am See | Hahn bei Marienberg | Halbs | Hardt | Hartenfels | Härtlingen | Hattert | Heilberscheid | Heiligenroth | Heimborn | Helferskirchen | Hellenhahn-Schellenberg | Hergenroth | Herschbach | Herschbach | Heuzert | Hilgert | Hillscheid | Höchstenbach | Hof | Höhn | Höhr-Grenzhausen | Holler | Homberg | Horbach | Hübingen | Hüblingen | Hundsangen | Hundsdorf | Irmtraut | Kaden | Kadenbach | Kirburg | Kölbingen | Kroppach | Krümmel | Kuhnhöfen | Kundert | Langenbach bei Kirburg | Langenhahn | Lautzenbrücken | Leuterod | Liebenscheid | Limbach | Linden | Lochum | Luckenbach | Mähren | Marienrachdorf | Maroth | Marzhausen | Maxsain | Merkelbach | Meudt | Mogendorf | Molsberg | Montabaur | Mörlen | Mörsbach | Moschheim | Mudenbach | Mündersbach | Müschenbach | Nauort | Nentershausen | Neuhäusel | Neunkhausen | Neunkirchen | Neustadt/Westerwald | Niederahr | Niederelbert | Niedererbach | Niederroßbach | Niedersayn | Nister | Nister-Möhrendorf | Nisterau | Nistertal | Nomborn | Nordhofen | Norken | Oberahr | Oberelbert | Obererbach | Oberhaid | Oberrod | Oberroßbach | Ötzingen | Pottum | Quirnbach | Ransbach-Baumbach | Rehe | Rennerod | Roßbach | Rotenhain | Rothenbach | Rückeroth | Ruppach-Goldhausen | Salz | Salzburg | Schenkelberg | Seck | Selters | Sessenbach | Sessenhausen | Siershahn | Simmern | Stahlhofen | Stahlhofen am Wiesensee | Staudt | Stein-Neukirch | Stein-Wingert | Steinebach an der Wied | Steinefrenz | Steinen | Stockhausen-Illfurth | Stockum-Püschen | Streithausen | Unnau | Untershausen | Vielbach | Wahlrod | Waigandshain | Waldmühlen | Wallmerod | Weidenhahn | Welkenbach | Welschneudorf | Weltersburg | Weroth | Westerburg | Westernohe | Wied | Willingen | Willmenrod | Winkelbach | Winnen | Wirges | Wirscheid | Wittgert | Wölferlingen | Zehnhausen bei Rennerod | Zehnhausen bei Wallmerod |
2024-12-01 13:08:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Badel | Pierre Badel war ein französischer Regisseur. Pierre Badel ist Absolvent des Institut des hautes études cinématographiques . 1950 wurde er Assistent von Stellio Lorenzi und Claude Barma und begann direkt bei der Rundfunkanstalt ORTF. Er wurde 1954 Regisseur und widmete sich verschiedenen und vielfältigen Produktionen, unter anderem Spielfilmen und Dokumentarfilmen. 1962 erschien von ihm L’ile mysterieuse, eine Verfilmung von Jules Vernes Literaturvorlage Die geheimnisvolle Insel. Einer seiner ersten TV-Spielfilme war 1956 Jupiter mit Michel Piccoli. 1961 drehte er L'amour des trois oranges mit Guy Tréjan, Dany Saval, Michel Galabru und Bernard Fresson. In Noix de coco inszenierte er erstmals seine Frau Rosy Varte, die er 1960 kennengelernt hatte. In La mégère apprivoisée spielte Rosy Varte dann unter seiner Regie die Titelrolle. Varte spielte bei ihm auch in Les fiancés de Loche , Marie Dorval , Wassa Gelesnova . Badel engagierte weitere Filmstars für seine Fernsehfilme: Marie Dubois als Marie Curie – Une certaine jeune fille , Michel Serrault als Der Bürger als Edelmann , Claude Jade als Shéhérazade , Maria Casarès in L'île des chèvres , Bernadette Lafont in La porte du large , Jacques Weber in Les rebelles und Jean-Paul Belmondo als Kean . Sein letzter Film ist 1998 Bonnes vacances mit Rosy Varte. Anfang der 1990er-Jahre wurde er Programmdirektor bei FR3. |
2024-12-04 07:38:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Geolino#„Geolino_Mini“_(früher_„Geo_Mini“)_(ab_5_Jahren) | Geolino ist ein Kindermagazin von Geo, von Gruner + Jahr, das seit 2022 zu RTL gehört und 1996 gegründet wurde. Es setzt sich vor allem für Umwelt und Menschenrechte ein, schreibt jedoch nicht nur über diese Themen. Das Magazin wurde mit der Rudolf-Diesel-Medaille ausgezeichnet. Anlässlich des 50. Geburtstag von UNICEF plante Gruner & Jahr die Herausgabe eines Sonderheftes zum Thema Kinder. Schließlich entschied man sich in der Geo-Redaktion, das Heft auch für Kinder zu schreiben. So erschien am 11. November 1996 das 138 Seiten starke Geo für Kinder. Nach der Veröffentlichung erhielt die Geo-Redaktion so viele Briefe der Lesenden dieses Sonderheftes mit dem Wunsch, Geolino weiterzuführen, dass Ende des Jahres 1997 ein weiteres Heft mit der Einleitung „So, und nun geht’s richtig los!“ erschien. Geolino hatte zum damaligen Zeitpunkt 14.300 Abonnenten. 1998 folgten vier Ausgaben mit 90 Seiten und eine Ausgabe mit über 100 Seiten sowie eine Weihnachtsausgabe. Im Jahr 1999 folgten sechs Ausgaben in ähnlicher Seitenstärke. Auch 2000 erschien Geolino alle zwei Monate Hefte, ab 2001 monatlich mit jeweils mindestens 76 Seiten. Die Zeitschrift zählte nun bereits 170.000 Abonnenten. Bis 2001 waren die Titelbilder der Hefte gemalt, doch als das Geolino-Team für den Hauptartikel, dessen Thema „Der Hai“ war, ein Foto mit einem Hai, der aussah, als würde er grinsen, fand, und das Bild, weil es lustiger war, genommen wurde, kam durch eine Leserumfrage heraus: Nur 60 der 500 Befragten sagten, dass die Zeichnungen besser seien – Ab dann wurden als Titelbilder Fotos gewählt und Geolino gewann 20.000 Leser dazu. Im November 2001 wurde Geolino kritisiert, weil sie Zeichnungen von UNICEF veröffentlichten, die mit „Das Leben ist schön, wenn man nicht so genau hinsieht“ betitelt waren. Wenn man genau hinschaute, sah man Kinder, die geschlagen wurden, stahlen und andere ähnlich verstörende Szenen. Geolino und UNICEF wollten auf die schlimme Situation von manchen Kindern der Welt hinweisen, viele beschwerten sich, dass sich ihre Kinder sehr erschreckt hatten. Nachdem der Comic Lino, Matz und Mikke, den es von 1999 an gab und in dem Lino , Matz und Mikke durch die Zeit reisten, mehrfach ausgesetzt worden war, wurde er im November 2006, einem Jubiläumsheft, durch Lotta Überall, einer Geschichte von Lotta Überall, einem Mädchen aus Neustadt, die ihre Verwandten sucht, endgültig ersetzt. In der Zwischenzeit wurde die Seitenanzahl der Geolino-Hefte kurz verlängert und dann auf 74 Seiten berschränkt. 2006 bekam Geolino außerdem eine neue Chefredakteurin: statt früher Peter-Matthias Gaede wurde Kirsten Bertrand Chefredakteurin; 2007 wurde es für zwölf Jahre Martin Verg. Nach ihm wurde Dr. Gerd Brüne, dann Bernd Hellermann Chefredakteur. Seit 2018 gibt es die Hefte 13 Mal im Jahr. 2019 gab es das erste Geolino-Live-Konzert, im Jahr 2020 wurde der Geolino-Podcast eingeführt. 2021 feierte Geolino sein 25-jähriges Bestehen. Rubriken wurden umgetauscht, entfernt oder hinzugefügt. Im Januar 2022 wurde ein Witz in jedem Heft eingeführt, Geolino kommentierte, dass die Leserinnen und Leser sie „weichgekocht“ hätten. Seit Jahren wünschten sie sich eine Witze-Seite. Am 11. Januar wurde bekannt, dass Gruner und Jahr, in dem Geolino immer erschien, von RTL Deutschland gekauft wurde. Am 6. August 2021 wurde der Plan des Kaufes bekannt, für das RTL 230 Millionen Euro zahlte und am 11. Januar war die Übernahme abgeschlossen. Das erste Logo von Geolino wurde im Januar 2003 verändert. Im September 2004, Juli 2016 und im April 2021 gab es weitere Änderungen. Vor allem früher fand man nicht immer jede einzelne Rubrik in jedem einzelnen Heft. In der nachfolgenden Tabelle sind nur die Rubriken aufgeführt, die über einen längeren Zeitraum in den Heften auftauchten und auch gleich hießen. Außerdem gibt es einen immer Einleitungstext, Leserbriefe und eine Vorschau in Geolino. Von Juni 2007 bis März 2015 erschienen vertonte Geolino extra Hefte in Hörbuchform. Begleitet von Sprechern wie Martin Baltscheit, Tanja Gerke u. a. führte Wigald Boning durch die Hörbücher. Es wurden Hörbücher von Der wilde Westen und Das alte Rom bis Magische Welten, Das Universum und Raubtiere herausgegeben. Insgesamt erschienen 30 CDs. Jährlich findet seit 2019 ein Geolino-Live-Konzert statt, unterstützt von Unicef und der deutschen Bahn. 25.08.2019: Das Konzert fand auf der Parkbühne Wuhlheide mit 14.200 Zuschauenden statt. Unter anderem traten Die Lochis, Lea, Volker Rosin, Bürger Lars Dietrich, 3Berlin und Hanna Batka unter dem Motto „30 Jahre Kinderrechte“ auf. 1.03.2020 : Das Geolino-Live-@-Home-Konzert fand wegen der Corona-Pandemie statt. Es sollte ein Trost für das nicht stattfindende Konzert am 30. August 2020 sein und konnte online gestreamt werden. Mit dabei waren HerrH und 3Berlin. Moderiert wurde das Konzert von Tobias Krell, besser bekannt als Checker Tobi. 30.08.2020 : Wegen der Corona-Pandemie wurde dieses Konzert für die Parkbühne abgesagt. Gekaufte Tickets konnten storniert werden oder für das letztendlich auch nicht stattfindende Geolino Live 2021 auf der Parkbühne benutzt werden. 30.08.2020 : Dieses Geolino-Live-@-Home-Konzert fand wegen der Corona-Pandemie statt. Auch das sollte ein Trost für das abgesagte Freilicht-Konzert sein. Mit dabei waren Glasperlenspiel, Volker Rosin und YouNotUs. Auch dieses @-Home-Konzert konnte online gestreamt werden und wurde anmoderiert von Tobias Krell. 6.12.2020 : Dieses Geolino-Live-@-Home-Konzert fand wegen der Corona-Pandemie statt. Auch dieses Konzert sollte ein Trost für das abgesagte Freilicht-Konzert sein und konnte online gestreamt werden. Mit dabei waren Tom Gregory, Saskia Süß, Michael Schulte und Dikka. Tobias Krell hat auch dieses Konzert moderiert. 29.08.2021 : Dieses Konzert wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 26. September verschoben. Mit dabei sollten unter anderem Deine Freunde, Glasperlenspiel, Donikkl und herrH sein. Auch diesmal konnten gekaufte Karten storniert werden oder für das nächste Geolino Live 2022 auf der Parkbühne benutzt werden. 21.09.2021 : Alle Geolino-live-on-tour-Konzert fand wegen der Corona-Pandemie nur für eine kleine Gruppe statt . Dieses war das erste von drei Geolino-live-on-tour-Veranstaltungen. Geolino live on tour wurde veranstaltet, um auch in diesem Jahr Kinderrechte zu feiern. Man konnte sich online für dieses Konzert bewerben. Das Wohnzimmerkonzert wurde von Michael Schulte in Berlin gegeben und Ausschnitte davon sind online. 26.09.2021 : Dieses Konzert wurde wegen der Corona-Pandemie auch abgesagt. Mit dabei sollten wie im vorigen Monat unter anderem Deine Freunde, Glasperlenspiel, Donikkl und herrH sein. Auch diesmal konnten gekaufte Karten storniert werden oder für das nächste Geolino Live 2022 auf der Parkbühne benutzt werden. 4.11.2021 : Alle Geolino-live-on-tour-Konzerte fanden wegen der Corona-Pandemie nur für eine kleine Gruppe statt . Dieses war das zweite von drei Geolino-live-on-tour-Veranstaltungen. Geolino live on tour wurde veranstaltet, um auch in diesem Jahr Kinderrechte zu feiern. Man konnte sich online für dieses Konzert bewerben. Das Konzert in einem Hausboot wurde von Dikka in Hamburg gegeben und Ausschnitte davon sind online. 6.12.2021 : Alle Geolino-live-on-tour-Konzerte fanden wegen der Corona-Pandemie nur für eine kleine Gruppe statt . Dieses war das Finale der drei Geolino-live-on-tour-Veranstaltungen. Geolino live on tour wurde veranstaltet, um auch in diesem Jahr Kinderrechte zu feiern. Man konnte sich online für dieses Konzert bewerben. Das Konzert in dem RTL Audio Center Berlin wurde von Lea, Luna und Dikka in Berlin gegeben und Ausschnitte davon sind online. Am Anfang der Coronapandemie erschien der erste Podcast von Geolino. Damals hieß er noch Geolino Spezial: Gemeinsam gegen Corona, von der Idee bis zur ersten Folge vergingen nur zwei Tage. Damals wurde jeden Tag eine neue Folge veröffentlicht mit einem Thema und den Rubriken Nachricht des Tages und Witz des Tages. Nach der Sommerpause 2020 wurde das Konzept umgeändert: Es gibt seitdem fast immer vier Folgen zu einem Thema wie zum Beispiel Säugetiere oder Eiszeit. Außerdem gibt es den Podcast seitdem nur noch mittwochs und ohne die Rubrik Nachricht des Tages. Moderiert wird der Podcast von Ivy Haase. Der frühere Sprecher der Infotexte war Jens Mayer. Alle Folgen können unter anderem auf Website von geolino.de nachgehört werden. Basierend auf dem Kindermagazin gab es vom 19. März 2022 an mit Geolino TV eine von Super RTL Wissens- und Abenteuersendung. Maria Meinert und Moritz Bäckerling präsentierten das TV-Format mit Younes Zarou und vermittelten laut Super RTL Themen aus den Bereichen Umwelt, Nachhaltigkeit, Natur, Tiere, Wissenschaft und Technik. Darüber hinaus gab es auch Beiträge, in denen Kinder ihre außergewöhnlichen Hobbys und besonderen Interessen vorstellen konnten. Das Kindermagazin wurde samstags und sonntags auf Super RTL ausgestrahlt. Es gab 20 Folgen. Die folgenden Ableger gab oder gibt es: jetzt: ca. 80 Seiten jetzt: 2-monatlich Begründung: Kinder wurden in außergewöhnlicher Weise „In GEOlino Extra tauchen die Leserinnen und Leser in jeder Ausgabe in ein einziges Thema ein. Auf 90 Seiten reihen sich spannende Reportagen an beeindruckende Bildstrecken, Interviews, Rätsel und Bastelanleitungen.“ „GEOlino Mini ist der Einstieg in die Welt des guten Journalismus für Kinder. Mit einer großen Bandbreite an Themen – vom Tierporträt bis zum Basteltipp – richtet sich das Mitmach-Magazin an neugierige Kinder von 5 bis 8 Jahren, die ihre ersten Schritte als Leserinnen und Leser machen.“ „Der Name ist Programm: GEOlino Zeitreise nimmt junge Leser zwischen 9 und 13 Jahren mit in vergangene Epochen. Klar und verständlich erzählt jede Ausgabe Geschichte in spannenden Geschichten – von den alten Ägyptern bis zum Fall der Berliner Mauer.“ „Frische Ware aus der GEOlino-Redaktion! Das Kinder-Kochmagazin richtet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren, die Spaß haben am Schnippeln, Rühren, Kneten, Backen, Braten, Kochen.“ „Der Name ist Programm! In der Reihe GEOlino Machbuch erscheinen in lockerer Folge Hefte, bei denen es ums Machen geht: Rezepte und Geschenketipps zu Weihnachten, im Herbst verrückte Halloween-Tipps und knifflige Rätsel, um die Hirnzellen frisch zu halten.“ ab dann: 66 Seiten „Jetzt neu: Die Ferienausgabe von GEOlino!“ „Mein erstes GEOlino ist der Einstieg in die Welt des guten Journalismus für Kinder ab drei Jahren – Ein Magazin zum Vorlesen, Erklären, Anregen und Mitspielen.“ |
2024-11-22 23:37:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Facta_et_dicta_memorabilia | Die Factorum ac dictorum memorabilium libri IX von Valerius Maximus , kurz „Denkwürdigkeiten“, sind eine Sammlung von etwa tausend kurzen Geschichten, so genannten „Perioden“, geschrieben etwa 30 oder 31 n. Chr. unter der Herrschaft des Kaisers Tiberius. Es handelt sich hauptsächlich um Anekdoten, die das Leben der Römer in der frühen Republik illustrieren; es finden sich aber auch einige „ausländische“, vornehmlich aus dem griechischen Raum stammende Perioden. Valerius stilisiert seine Anekdoten zu so genannten Exempla, Beispielgeschichten, d. h. Episoden mit Vorbildcharakter für seine Zeitgenossen. Einige Geschichten befassen sich mit ähnlichen Themen, wie sie auch im Alten und Neuem Testament behandelt werden. Nicht zuletzt deswegen hatte das Werk eine lange Wirkungsgeschichte von über 1700 Jahren und erfreute sich noch zu Beginn der Aufklärung großer Beliebtheit. Man las sein Werk, um zu persönlichen Fragen historische Vorbilder zu konsultieren. Auch öffentliche Redner bedienten sich aus diesem Fundus. Valerius arbeitete schätzungsweise über zehn Jahre an seinem Werk. Seine Quellen waren unter anderem Cicero, Livius, Sallust, Pompeius Trogus, Marcus Terentius Varro und andere Historiker. Jedes der neun Bücher ist in mehrere Kapitel unterteilt. Die Kapitel sind nach Themen untergliedert. Valerius’ Werk gehört zu den frühesten Werken der lateinischen Literatur, die sich eines hierarchischen Gliederungssystems bedienen. In den insgesamt 91 Kapiteln werden große Bereiche des damaligen römischen Lebens abgedeckt. Valerius behandelt in seinem Buch zum Beispiel die Bedeutung von Omen und Auspizien in der altrömischen Religion, aber auch Tugenden wie Bescheidenheit, Freigiebigkeit, Milde, Mitleid oder Dankbarkeit sowie gesellschaftliche und sittliche Themen wie die richtige Erziehung, die Rolle der Frau und die Homosexualität. In seinen Büchern lassen sich auch zahlreiche Anspielungen auf tagespolitische Vorgänge finden. |
2024-12-03 21:25:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Corneliuskirche | Corneliuskirchen sind Kirchengebäude, die in der Regel das Patrozinium des heiligen Cornelius tragen. Bekannte Corneliuskirchen sind unter anderem: Deutschland Frankreich |
2024-12-02 03:52:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/Thailand-Burma-Eisenbahn | Die Thailand-Burma-Eisenbahn oder Bahnstrecke Ban Pong–Thanbuyzayat , umgangssprachlich „Eisenbahn des Todes“ (englisch: Death Railway, thailändisch ทางรถไฟสายมรณะ, Thang Rotfai Sai Marana), verband in den Jahren 1943 bis 1945 für 17 Monate die Eisenbahnnetze des thailändischen Royal Railway Department und des Burma Railways Board. Im Zweiten Weltkrieg ließ die Kaiserlich Japanische Armee die Strecke von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen bauen, deren unmenschliche Behandlung ein Kriegsverbrechen darstellt. Weithin bekannt wurde die Strecke durch die Filme Die Brücke am Kwai, Gefangen in der Hölle und Die Liebe seines Lebens. Die Bahnstrecke verlief auf einer Länge von 415 Kilometern von Khok Mo in Thailand nach Thanbyuzayat im heutigen Myanmar. An beiden Enden stellte sie die Verbindung zum dortigen Eisenbahnnetz her. Von der Gesamtstrecke liegen 110 Kilometer in Myanmar, 305 Kilometer in Thailand. Heute werden davon noch 131 Kilometer von der Thailändischen Staatsbahn betrieben, der Rest wurde aufgegeben, die Gleise größtenteils abgebaut. Das japanische Militär kilometrierte die Strecke von Nong Pladuk Junction an der Südbahn. Nach Übernahme durch die thailändische Staatsbahn wurde der von ihr betriebene östliche Rest der Strecke – wie für alle ihre Strecken üblich – von Bangkok, in diesem Fall vom Bahnhof Thonburi, aus kilometriert. Pläne der britischen Kolonialverwaltung in Indien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eine Eisenbahn von Burma nach China aus topografischen Gründen über siamesisches Gebiet zu führen, wehrte die siamesische Regierung ab, weil das den Briten einen besseren Zugriff auf den Norden Thailands ermöglicht hätte als der Regierung in Bangkok selbst. Die im Aufbau befindlichen Streckennetze in Thailand und Burma zu verbinden, war Ende des 19. Jahrhunderts naheliegend. 1903 untersuchten Ingenieure den Bau einer Verbindung zwischen der unter deutscher Leitung seit 1898 normalspurig errichteten thailändischen Nordbahn, die von Bangkok nach Chiang Mai vorangetrieben wurde, und Burma. Dabei wurde das Tal des Mae Nam Mae Klong und die Überwindung der Bergkette am Drei-Pagoden-Pass als die technisch günstigste Lösung ermittelt. Das Projekt wurde jedoch nach diesen Vorarbeiten beendet, da Kosten und Nutzen kein vernünftiges Verhältnis ergaben. Ab 1910 nahmen britische Ingenieure erneut die Idee auf, Siam und Burma zu verbinden, diesmal mit einer meterspurigen Strecke und mit einer Anbindung an die von Anfang an in Meterspur errichtete Südbahn, die von Bangkok-Thonburi in Richtung British Malaya vorangetrieben wurde. Innerhalb von zwei Jahren wurden relativ detaillierte Pläne ausgearbeitet, die jedoch ebenfalls fallengelassen wurden. Auch sie stellten fest, dass die Kosten-Nutzen-Relation den Bau nicht rechtfertigte. So lagen um 1930 zwei Studien für eine entsprechende Eisenbahnstrecke vor. Sie waren einem größeren Kreis bekannt, in Tokio waren sie Gegenstand des Lehrstoffes an den eisenbahntechnisch ausgerichteten Fakultäten der Hochschulen. Nachdem das Kaiserreich Japan im Zweiten Weltkrieg 1941/1942 Malaysia, Singapur, Thailand und Burma erobert hatte, wurde Burma unter einer von Japan kontrollierten Regierung „unabhängig“; die thailändische Regierung arrangierte sich mit den Besatzern und trat auf japanischer Seite in den Krieg ein. Die japanische Generalität strebte eine Verbindung der Eisenbahnen Burmas und Thailands an, um den langen und damit riskanten Transport über See um die Malaiische Halbinsel, durch die Straße von Malakka und um Singapur herum zu vermeiden. Sie wollte damit strategisch den Angriff auf Britisch-Indien vorbereiten. Seit Februar 1942 wurde die Trasse vermessen, seit März Vorbereitungen zum Bau getroffen. Im Juni 1942 wurde der Bau angeordnet, am 5. Juli 1942 der Null-Kilometerstein in Nong Pladuk gesetzt. Der Streckenbau sollte im Wesentlichen durch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter erfolgen. Den Japanern war mit ihren Eroberungen Indonesiens, Indochinas, Malaysias und Singapurs Gleismaterial und Schwellen sowie zahlreiche Eisenbahnfahrzeuge der eroberten Gebiete in die Hände gefallen, was die materielle Voraussetzung für den Bau der 415 Kilometer langen Strecke war. Allein in Malaysia bauten die Japaner 320 Kilometer der Oststrecke zwischen Kuala Krai, Kelantan und Mantakab, Pahang ab, sowie einige Nebenbahnen, insgesamt 444 Kilometer, und 92 Kilometer weiterer Gleisanlagen. Darüber hinaus wurde auch Material aus Japan selbst herbeigeschafft. Damit wurde neben der Burma–Thailand-Eisenbahn auch noch die Bahnstrecke Chumphon–Khao Fachi errichtet. Weiter waren den Japanern bei der Eroberung der malaiischen Halbinsel und dem Kampf um Singapur etwa 85.000 Kriegsgefangene in die Hände gefallen, die als Arbeitskräfte an der Strecke eingesetzt werden sollten. Die Angaben dazu, wie viele tatsächlich zum Einsatz kamen, weichen stark voneinander ab. Es werden 50.000 bis 70.000 alliierte Kriegsgefangene genannt. Weitere rund 200.000 asiatische Zwangsarbeiter wurden eingesetzt. Dazu begannen die Japaner Einheimische sowie Männer aus den von ihnen besetzten Territorien für den Bau der Bahnstrecke anzuwerben. Sie wurden dazu größtenteils mit falschen Versprechungen auf die Baustellen geholt. Die zuvor ausgehandelte Bezahlung wurde konsequent verweigert. Hunderttausende Zivilisten wurden so in Zwangsarbeit gebracht. An der Strecke baute auch eine geringe Zahl japanischer Soldaten mit, die in Kriegseinsätzen gemäß dem Bushidō ihre „Ehre verloren“ hatten. Die Strecke wurde unabhängig von der thailändischen Eisenbahn vom japanischen Militär errichtet und betrieben. Zum Verlauf der Strecke bis Kanchanaburi gab es Absprachen mit der thailändischen Regierung, westlich davon bauten die Japaner die Strecke völlig selbständig. Allerdings wurden die technischen Parameter der thailändischen Eisenbahn zugrunde gelegt und die Strecke auch an die Südbahn angeschlossen, um den unproblematischen Übergang von Eisenbahnfahrzeugen auf die Strecke zu ermöglichen. So wurde für die eingleisige Strecke die in Thailand seit 1929 und in den Nachbarstaaten von Anfang an auf allen Hauptstrecken übliche Meterspur zugrunde gelegt. Von der Südbahn der Thailändischen Staatsbahn bei Khok Mo abzweigend verläuft die Strecke zunächst etwa 55 km durch die thailändische Tiefebene bis Tha Makham , in Höhe des Ostufers des Mae Nam Mae Klong , bis zum Mae Nam Kwae Noi. Dort überquert sie den Mae Klong mit der berühmt gewordenen Brücke über den Kwai und begleitet ihn an seinem Ostufer bis zu den Bergen des Ta-Now-Sri-Gebirges. Dieses wurde, wie 1903 bereits vorgeschlagen, am Pass der drei Pagoden überwunden. Ab dort wand sich die Strecke an den Berghängen bis nach Thanbyuzayat hinab, wo Anschluss an die Südstrecke der burmesischen Eisenbahn bestand. Für den Bau der Strecke wurden 688 Brücken errichtet, meist als Trestle-Brücken. 63 davon waren länger als 50 Meter. Sieben Brücken wurden in einer zweiten Phase als Stahlbrücken auf burmesischer Seite errichtet sowie die zweite der beiden Brücken über den Kwae Noi. Letztere wird heute noch befahren. Die bekanntesten sind neben letzterer noch die Apalon-Brücke in Myanmar, die so bezeichnete „Kartenhaus“-Brücke und der ebenfalls ganz aus Holz errichtete Abschnitt entlang des Kwae Noi bei Wang Pho, der heute noch befahren wird und eine touristische Attraktion darstellt. Bereits seit Anfang 1942 trafen örtliche Kommandanten der japanischen Armee erste bauvorbereitende Maßnahmen. Im Juni 1942 fiel dann der Beschluss, die Strecke zu bauen. Die offizielle Bezeichnung des Projekts war Thailand–Burma Connecting Railway . Baubeginn war im September 1942. Dabei wurde die Strecke von beiden Seiten vorangetrieben. Auf thailändischer Seite war das 9. Eisenbahnregiment verantwortlich, auf der burmesischen Seite das 5. Eisenbahnregiment in einer Gesamtstärke von rund 10.000 Mann. Ursprüngliches Ziel war, die Strecke Ende 1943 betriebsfertig zu erstellen. Nach der Eroberung der malaiischen Halbinsel und der Schlacht um Singapur hatten die Japaner etwa 85.000 Kriegsgefangene gemacht, die nun auch zum Eisenbahnbau, unter anderem an der Thailand–Burma-Eisenbahn, eingesetzt werden sollten. Dies geschah unter menschenverachtenden Bedingungen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen seitens der Kaiserlich Japanischen Armee war Ausfluss einer Militärkultur, die jegliche Form von Gefangennahme als Schande ansah. Deshalb sah sie sich auch nicht an die Haager Landkriegsordnung oder die Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen gebunden. Nach den Maßstäben dieser Abkommen handelte und handelt es sich um Kriegsverbrechen. Die ersten Kriegsgefangenen, die in Thanbyuzayat eintrafen, waren 3000 Australier, die vorher schon am Bau von Flugfeldern in Burma beteiligt waren. Diese so genannte „A-Force“ wurde auf dem Schiffsweg nach Mawlamyaing gebracht und dann landeinwärts zum Bauplatz auf burmesischer Seite, den sie Mitte Mai 1942 erreichte. Dort errichteten die Australier ihre Hütten und eine kleine Krankenstation. Die letzten Gefangenen, die mit dem Schiff transportiert wurden, erreichten ihr Ziel im Januar 1943. Insgesamt verließen mit diesen sogenannten Höllenschiffen 10.951 alliierte und asiatische Gefangene Häfen in japanisch eroberten Gebieten, um nach Mawlamyaing gebracht zu werden. Auf den Überfahrten starben etliche Männer, die für einen solchen Transport zu schwach waren. Die Bedingungen auf den Schiffen förderten die Ausbreitung von Krankheiten. Immer wieder wurden die Schiffe auch zum Ziel alliierter Bomber- und U-Boot-Attacken, bei denen einige sanken, Besatzungen und Gefangene ums Leben kamen. Auf dem Bauplatz auf thailändischer Seite trafen die ersten Gefangenen Mitte Juni ein. 3000 Briten fuhren in fünf Zügen zu je 600 Mann in Viehwagen gepfercht von Singapur aus über die malaiische Halbinsel bis Nong Pladuk Junction. Ihre Aufgabe war die Errichtung der drei dortigen Basislager für die nachfolgenden Gefangenen. Die Lager bestanden überwiegend aus schlechten und im Monsunregen auch rasch verwitternden Zelten. Bis Mai 1943 wurden auf dem Schienenweg 55.720 Gefangene nach Thailand gebracht. Als den Japanern Mitte 1943 die medizinische Situation in den Camps außer Kontrolle geriet, suchten sie im Lager Singapur 375 medizinische Kräfte zusammen und transportierten auch sie per Bahn nach Thailand. Von dort wurden sie auf die Lager verteilt. Insgesamt waren etwa 15.000 Japaner beim Bahnbau involviert. Von ihnen kamen etwa 1000 ums Leben. Der Tagesablauf für die Gefangenen war strikt an die allgemeine Tageshelligkeit gebunden: Wecken mit Sonnenaufgang , anschließend ein karges Reisfrühstück, anschließender Abmarsch. Nach frühestens zwei Arbeitsstunden erlaubten die Japaner eine zehnminütige Teepause. Mittags brachten die Versorgungseinheiten wieder Reisrationen zu den Gefangenen. Die Arbeitszeit war in der Regel mit der Dunkelheit gegen 18:30 Uhr beendet und der Rückmarsch wurde angetreten. Wurden allerdings Bauabschnitte nicht schnell genug fertig gestellt, mussten die Gefangenen auch bis in die Nacht oder die Nacht hindurch arbeiten, dies insbesondere während der Speedo-Phase des Projektes, am Hellfire Pass und an einigen weiteren Stellen. Die Arbeitsbedingungen waren unmenschlich. Zu den Drangsalierungen durch die Japaner kam das heiße und feuchte Dschungelklima. Gerade während der Monsunzeit lag ein schwerer Nebel in den Tälern, und die Arbeit musste auch im niederprasselnden Regen erledigt werden. Der Hauptanteil der Arbeit wurde mit bloßen Händen ausgeführt, da Werkzeuge oft fehlten. Die gefährlichsten und tödlichsten Baustellen waren die Brücken über die Flüsse. Der überwiegende Teil waren Holzkonstruktionen. Erst gegen Ende der Bauphase kamen einige Stahlbrücken aus Japan und ersetzten an einigen Stellen die Holzkonstruktionen. Auch die Felssprengungen an den Flussufern wurden immer wieder durch Unfälle, oftmals mit tödlichem Ausgang, überschattet. Aussagen von ehemaligen Gefangenen gehen sogar soweit, den Japanern absichtlich herbeigeführte Unfälle zu unterstellen. Im April 1943 begann der Durchbruch am sogenannten Hellfire Pass . Nur mit Hammer und Meißel wurde ein 25 Meter breiter und 75 Meter langer Bergeinschnitt geschlagen. Ihm folgte ein weiterer, der 8 Meter breit und sogar 450 Meter lang war. Da die Arbeiten auch nachts im Schein von Karbid- und Diesellampen ausgeführt wurden, erhielt er den Namen Hellfire. Wegen der Luftüberlegenheit der Alliierten wurde der Seeweg um die Malaiische Halbinsel für die Japaner immer risikoreicher, so dass eine sichere Landverbindung immer wichtiger wurde. Deshalb wurde im März 1943 der Termin für die Fertigstellung der Strecke auf den August 1943 vorverlegt und der Arbeitsdruck auf die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter entsprechend erhöht. In dieser Phase höchsten Drucks und größter Rücksichtslosigkeit stieg die Zahl der Todesfälle unter den Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern dramatisch an. Ein großes Problem stellten die alliierten Bomberangriffe auf die Camps und Baustellen dar. Die Alliierten vermuteten dort nur einheimische und japanische Bauarbeiter und wollten mit den Angriffen die Fertigstellung der Bahnstrecke verhindern. Als die Gefangenen versuchten, mit großen weißen Dreiecken auf blauem Grund die Flugzeuge von ihrer Anwesenheit zu unterrichten, wurden sie von den Japanern massiv daran gehindert. Beim Bau der Eisenbahnstrecke starben 6540 Briten, 2830 Niederländer, 2710 Australier, 131 Amerikaner und 413 Kriegsgefangene anderer Nationalität. Auch deportierte koreanische, japanische und andere Zwangsarbeiter aus dem asiatischen Raum waren unter den Toten. Insgesamt starben nach unterschiedlichen Schätzungen 40.000 bis 90.000 Menschen beim Bau der Strecke. Die Behandlung der Kriegsgefangenen widersprach eklatant der Haager Landkriegsordnung und der Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen. Nach den Maßstäben dieser Abkommen handelte es sich um Kriegsverbrechen. Die „Death Railway“ war dabei nur eines der vielen Kriegsverbrechen, die Japan von Beginn der Annexion der Mandschurei 1931 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 beging. Sie stellt dabei eines der großen Verbrechen neben dem Massaker von Nanking dar. Anfang 1943 war die Strecke bereits bis Kanchanaburi in Betrieb. Am 17. Oktober 1943 trafen die beiden Baustellen von burmesischer und thailändischer Seite bei Konkuita in Thailand aufeinander, am 23. Oktober wurden die Bauarbeiten beendet und am 25. Oktober der Betrieb aufgenommen. Wegen alliierter Bombenangriffe mussten jedoch ständig kleinere Teilstücke, insbesondere beschädigte Brücken, repariert werden. Die Fertigstellung der Strecke in nur 13 Monaten hatte allerdings auch zur Folge, dass vieles nur provisorisch hergerichtet war. Ein Signalsystem entlang der Strecke war nicht eingerichtet worden, Hochbauten waren – mit Ausnahme hastig errichteter Lagerhäuser an den Endpunkten der Strecke – ebenfalls nicht vorhanden. Die eingleisige Strecke hatte zahlreiche Kreuzungsbahnhöfe und Abstellgleise, auf denen Eisenbahnfahrzeuge getarnt abgestellt werden konnten, um vor Luftangriffen geschützt zu sein. Als Lokomotiven wurden ausschließlich die Class J 56 der Japanischen Staatsbahn in einer Meterspurvariante eingesetzt. Darüber hinaus wurden eine große Zahl von Lastkraftwagen mit Eisenbahn-Radsätzen versehen. Ein solcher konvertierter Lastwagen konnte bis zu vier Güterwagen ziehen. Einige dieser Fahrzeuge wurden zur Tarnung mit einem Spitzdach verkleidet, was ihnen die Optik einer einheimischen Hütte verlieh. Das führte zur Bezeichnung „flying kampong“, fliegendes Dorf . Gefahren wurde in der Regel nachts, um alliierten Luftangriffen zu entgehen. Tagsüber wurden die Züge abgestellt und getarnt. Obwohl es wegen der Oberbaumängel zahlreiche Langsamfahrstellen mit 5 km/h gab, kam es immer wieder zu Entgleisungen. Die angestrebten Ziele des Baus wurden nur teilweise erreicht: Die angestrebte tägliche Transportkapazität von 3000 Tonnen wurde verfehlt. 1000 Tonnen pro Tag erwiesen sich als realistisch. Insgesamt war die Strecke über ihre gesamte Länge nur 17 Monate in Betrieb. Die Alliierten beschädigten oder zerstörten ab 1944 durch intensivere Einsätze immer wieder Brücken der Strecke. Brücken waren aufwändiger zu reparieren als Gleise oder Bahndämme und bildeten daher das bevorzugte Ziel von Angriffen. Bei solchen Angriffen wurden auch die hölzerne Kwai-Brücke und die 200 Meter flussaufwärts gelegene Stahlbrücke immer wieder beschädigt und anschließend repariert. Als die Mittel, die Stahlbrücke zu reparieren, ausgingen, wurde nur noch die Holzbrücke ausgebessert. Die Stahlbrücke, von der drei Spannen zerstört waren, wurde nach dem Krieg 1946 von einer japanischen Firma wieder aufgebaut. Als die Schäden durch die Luftangriffe zu umfangreich wurden, musste im Juni 1945 der Betrieb auf der Strecke endgültig eingestellt werden. Am 15. August bzw. 2. September 1945 kapitulierte Japan. Mit der japanischen Kapitulation betrachtete Großbritannien die Bahnstrecke als Kriegsbeute und sein Eigentum. Sie wurde jedoch zunächst von dem niederländischen Oberstleutnant Karel Adrianus Warmenhoven verwaltet, der kurz zuvor aus dem Kriegsgefangenenlager Changi befreit worden war. Er hat einen Bericht darüber hinterlassen, wie er 1945 die Bahnstrecke vorfand. Die Briten entfernten im Mai 1946 einen 3,9 Kilometer langen Streckenteil am Drei-Pagoden-Pass, angeblich, um Schmuggel zu unterbinden. Nach Kriegsende wurden ebenfalls aufgrund einer Vereinbarung zwischen Burma und Thailand jeweils 100 Kilometer ab der Grenze die Gleise entfernt und die Strecke von vornherein nicht wieder in Betrieb genommen. Die Strecke in Burma verlor dadurch jegliche Bedeutung, die Beseitigung von Kriegsschäden im dortigen Netz hatte Vorrang. Auf thailändischer Seite wurde die Strecke unregelmäßig bis Prangkasi befahren. Dies nutzten viele Thailänder dazu, sich entlang der Bahn in bisher nur sehr dünn besiedeltem Gelände anzusiedeln. Damit gewann die Strecke als Infrastruktur für eine Binnenkolonisation Bedeutung. Um die Verfügung über die Strecke zu erhalten, kaufte die thailändische Regierung den im Land gelegenen Abschnitt im Oktober 1946 für 1.250.000 £ von der britischen Regierung. Der Kaufpreis wurde in sechs halbjährlichen Raten zwischen Januar 1947 und Januar 1949 gezahlt. Der Großteil des Geldes wurde für Ausgleichszahlungen an die ehemaligen Eigentümer der entwendeten Schienenfahrzeuge, Schienen und sonstigen Baumaterialien in Burma, Malaysia, Java und anderen umliegenden Staaten verwendet. Zum 17. Oktober 1946 wurde die Strecke an Thailand übergeben. Bei einer Inspektionsfahrt über den Zustand der gekauften Strecke verlor am 31. Januar 1947 u. a. der damalige thailändische Verkehrsminister Momluang Kri Detchatiwong sein Leben, als das von ihm benutzte Fahrzeug bei Konkoita abstürzte: Eine Brücke war zuvor eingestürzt. Dieser schlechte Zustand der Strecke war dann Anlass, auf thailändischer Seite das Gleis von Nam-Tok bis zum Pass der drei Pagoden endgültig abzubauen. Auf burmesischer Seite geschah das vom Pass bis nach Thanbyuzayat. Das Material wurde in beiden Ländern benötigt, um Kriegsschäden an anderer Eisenbahninfrastruktur reparieren zu können. Abgebaut wurde bereits 1946 die zweite, hölzerne Brücke über den Mae Klong. Die Strecke von Khok Mo bis Nam Tok wurde nach Sanierung in Etappen erneut in Betrieb genommen: Am 24. Juni 1949 der Abschnitt Khok Mo–Kanchanaburi, am 1. April 1952 Kanchanaburi–Wang Pho und 1. Juli 1958 der Abschnitt von Wang Pho bis Nam Tok, insgesamt 130 Kilometer. Sie ist heute auch ein touristisches Ziel. Im Jahr 2003 wurde die Strecke um 1,4 Kilometer von Nam Tok bis zur heutigen Endstation Nam Tok Sai Yok Noi verlängert, weil von hier ein besserer Zugang zu den bekannten Wasserfällen besteht. Ein etwa 40 Kilometer langer Abschnitt des thailändischen Teils der aufgegebenen Strecke wurde ab 1985 durch den Vajiralongkorn-Stausee geflutet. Einige aufgelassene Abschnitte sind als Wanderweg ausgebaut. Alle anderen Streckenabschnitte sind inzwischen überwuchert, jedoch zu großen Teilen vor Ort noch erkennbar. Über die gesamte Streckenlänge verkehren täglich zwei Zugpaare. Ein drittes verkehrt zwischen Nong Pladuk Junction und Nam Tok. Alle führen ausschließlich die 3. Klasse. In Bangkok nutzen sie den Bahnhof Thonburi. Das Zugpaar 257/258 führt einen 3.-Klasse-Wagen, der ausschließlich für Touristen reserviert ist, dessen Nutzung statt 100 Baht dann 300 Baht für die einfache Fahrt kostet, in dem dafür zusätzlicher Service angeboten wird. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen verkehrt ein zusätzlicher Dieseltriebwagen, der im Bahnhof Bangkok Hua Lamphong startet. Er führt die 3. Klasse, vielleicht auch die 2. Klasse. Darüber hinaus fährt der Luxuszug Eastern and Oriental Express auf der Strecke drei Mal im Monat bis zum Bahnhof Saphan Kwae Yai. Es gibt Bestrebungen, im Zuge der Trans-Asian Railway sowie die Schnellfahrstrecke Kunming–Singapur die Gesamtstrecke wieder aufzubauen, um die Länder Südostasiens besser zu vernetzen und an das internationale Schienennetz anzuschließen. Diese Überlegungen sind aber noch nicht in konkrete Planungen umgesetzt. Mehrere Gedenkstätten, die an den Bau der Death Railway und an diejenigen erinnern, die während des Baus ums Leben kamen, wurden sowohl in Thailand als auch in Myanmar errichtet. Drei Friedhöfe wurden von der Commonwealth War Graves Commission angelegt, zwei in Thailand , einer in Myanmar . Auf vielen Gräbern stehen keine Namen, da die Japaner oft die Leichen in die Flüsse warfen oder am Rand der Trasse zurückließen, wo sie später gefunden wurden. Soweit Gräber oder Grabstätten entlang der Strecke gefunden wurden, wurden die Toten soweit möglich exhumiert und auf einen dieser Friedhöfe umgebettet. Dieser Friedhof wurde auf dem Gelände des „Kanburi Basis Camp“ errichtet . Es ist der größte Kriegsfriedhof der Alliierten. Hier sind 6991 alliierte Kriegsgefangene begraben , von denen bisher 4946 identifiziert sind: 3577 Briten, 1362 Australier, 1896 Niederländer, 104 Malayen, zwei Neuseeländer, ein Kanadier und ein Burmese sowie 35 unbekannter Herkunft. Gedacht wird auch 11 Soldaten der indischen Armee. Colin St Clair Oakes gestaltete den Friedhof. Am ANZAC Day jedes Jahres findet hier die zentrale Gedenkveranstaltung statt. Wenige Kilometer von Kanchanaburi entfernt, wurde dieser bereits 1943 während des Baus der Death Railway angelegte Friedhof neu gestaltet. Hier finden sich Gräber und Gedenkstätten für 1384 Briten, 314 Niederländer, 37 Malayen und 6 Inder, von denen 1377 identifiziert sind. Der Gestalter auch dieses Friedhofs war Colin St Clair Oakes. Auf diesem Friedhof sind 1588 Briten, 1348 Australier, 622 Niederländer, 79 Malayen, 15 Inder, 3 Neuseeländer, 1 Kanadier, 1 Burmese sowie 114 Menschen unbekannter Herkunft begraben, von denen 2995 identifiziert sind. In der Nähe der Kwai-Brücke, auf deren Ostseite, liegt das JEATH-Kriegsmuseum. JEATH besteht aus den Anfangsbuchstaben der am Krieg beteiligten Ländernamen: Japan, England, America, Australia, Thailand und Holland. In dem wie die damaligen Gefangenencamps aus Bambusrohr gebauten Museum sind Bilder aus den Kriegstagen und Fundstücke vom Bau der Trasse ausgestellt. Auch Teile der Bomben, mit denen die Brücken zerstört wurden, wurden hierher verbracht. Das Dokumentationszentrum liegt in der Nähe des „Kanchanaburi War Cemetery“. Das Zentrum und die ihm angeschlossene Stiftung dokumentieren umfassend den Bau der Bahn durch zahlreiche persönliche Dokumente u. a. auch Tonaufnahmen von Überlebenden, die für die Nachwelt bewahrt werden. Dieses Museum wurde von Australiern gebaut und Ende April 1998 vom damaligen australischen Premierminister, Bob Hawke, eröffnet. Es bietet einen Rundgang durch den Geländeeinschnitt am Hellfire-Pass und stellt Fundstücke vom Bahnbau, wie z. B. Werkzeuge, aus. |
2024-12-01 21:50:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Great_White | Great White ist eine US-amerikanische Hard-Rock-Band aus Südkalifornien. Sie hatte ihre erfolgreichste Phase Mitte bis Ende der 1980er-Jahre. 2001 löste sie sich auf, trat aber unter dem Namen Jack Russell's Great White weiterhin auf und geriet im Jahr 2003 in die Schlagzeilen, als aufgrund einer Feuertragödie bei einem ihrer Konzerte in Rhode Island hundert Menschen starben. Seit 2006 firmiert die Gruppe wieder unter dem ursprünglichen Namen Great White. Sänger und Mitgründer Jack Russell verließ 2011 die Band und gründete Jack Russell's Great White als neues Projekt. Great White entstand im Jahr 1982 in Huntington Beach aus den Überresten der L.A.-Club-Band Dante Fox in der Besetzung Jack Russell , Mark Kendall , Lorne Black und Gary Holland . Sie unterschrieben bei EMI ihren ersten Plattenvertrag. Das von Michael Wagener produzierte Debütalbum erschien 1984. Die Verkäufe waren relativ schwach, weswegen EMI das Interesse an der Band verlor. Richtig in Schwung kam die Karriere der Band erst 1986 mit dem selbstfinanzierten Album Shot in the Dark, worauf Great White von Capitol Records, einer Tochterfirma der EMI, unter Vertrag genommen wurde. Zur Band gehörten zu diesem Zeitpunkt der Sänger Jack Russell, der Gitarrist Mark Kendall, der Schlagzeuger Audie Desbrow und der Bassist Lorne Black. Die Platte kam bis in Top 100 der US-Albumcharts. Das darauffolgende Album Once Bitten erschien 1987 in zwei verschiedenen Auflagen in den USA und Europa. In Europa enthielt das Album auch Songs des damals hier nicht erhältlichen Shot in the Dark. Supporttourneen für Night Ranger und Twisted Sister steigerten den Bekanntheitsgrad der Band. Die beiden Singles Rock Me und Save Your Love trugen ebenfalls dazu bei, dass das nächste Album …Twice Shy der Band 1989 zum Durchbruch verhalf. Die Platte erreichte Doppelplatinstatus in den USA. Für den Song Once Bitten Twice Shy wurde die Band für einen Grammy nominiert. Das Nachfolgealbum Hooked verkaufte sich ebenfalls gut, bevor es – nicht zuletzt auch aufgrund der einsetzenden Grunge-Bewegung – mit der Popularität der Band abwärtsging. Bereits ab 1992 sank der Stern der Band. Das Album Psycho City konnte den Erfolg der Vorgänger nicht halten und die Band verlor daraufhin ihren Plattenvertrag bei Capitol Records. Die nächste Platte Sail Away erschien 1994 bei Zoo Entertainment und floppte ebenso wie die beiden nächsten Studioalben Let It Rock aus dem Jahr 1996 und You Can’t Get There from Here von 1999. Zwischenzeitlich trat Great White immer öfter als Coverband in Aktion. 1998 veröffentlichte sie mit Great Zeppelin ein Led-Zeppelin-Tributealbum und 2002 ein weiteres Coveralbum namens The Final Cuts. Darüber hinaus kam im Jahr 2000 mit Latest and Greatest auch noch eine Platte auf den Markt, auf der sich die Band selbst coverte und einige ihrer alten Songs neu einspielte. Auflösungsgerüchte und Besetzungswechsel taten ihr Übriges, um am Image der Band zu kratzen. Trotzdem tourte die Band in regelmäßigen Abständen durch die Lande. 2000 feuerte man Sean Mc Nabb und Audie Desbrow. Desbrow beschwerte sich, dass er nicht bezahlt wurde. Im November 2001 wurde die Auflösung der Band bekannt gegeben und am 31. Dezember 2001 spielte die Band ihr Abschiedskonzert. Das daraufhin veröffentlichte Live-Album Thank You...Goodnight! dokumentierte das Abschiedskonzert. Russell ging ab 2002 auf Tournee mit seiner Solo-Band, bei der teilweise auch Kendall bei einigen Konzerten mitspielte und er erlaubte Russell dafür die Bezeichnung Jack Russell’s Great White – featuring Jack Russell & Mark Kendall zu benutzen. Die so angekündigten Konzerte enthielten größtenteils Lieder von Great White, aber auch teilweise Lieder aus den Solo-Alben von Russell. Der Tiefpunkt ihrer Karriere war zweifellos der 20. Februar 2003, als bei einem Konzert im Club The Station in West Warwick, Rhode Island, ein Feuer ausbrach. Die eingesetzte Pyrotechnik setzte die mit Polyurethaneschaum verkleidete Decke des Clubs in Flammen und löste einen Brand aus, der sich rasend schnell ausbreitete. Durch das Feuer, durch Rauchvergiftungen und eine Massenpanik starben 100 Menschen, darunter der Bandgitarrist Ty Longley. Bei der darauffolgenden Gerichtsverhandlung war die Band ebenfalls angeklagt, wurde aber in allen Punkten freigesprochen. Der Manager der Band, dem man die Verantwortung für die Lichtshow anlastete, wurde zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt, aber nach vier Jahren entlassen. Great White rief nach dem Unglück den The Station Family Fund ins Leben und sammelte durch Veröffentlichungen und Konzerte Geld für die Hinterbliebenen der Opfer. Im Dezember 2006 gab die Band in der Besetzung Jack Russell , Mark Kendall , Michael Lardie , Sean McNabb und Audie Desbrow das Comeback bekannt. Zum 25-jährigen Bandjubiläum tourte man im Folgejahr zunächst durch Nordamerika. Das neue Studioalbum Back to the Rhythm wurde in den USA am 17. Juli und in Europa am 31. August 2007 veröffentlicht. 2009 erschien dann das Album Rising. 2010 wurde Terry Ilous der neue Sänger der Band, der zunächst als temporärer Ersatz für Russell geplant war, da dieser gerade unter Alkoholproblemen litt. 2012 erschien mit dem neuen Sänger das Album Elation. 2018 wurde Mitch Malloy der neue Sänger der Band. Im Jahr 2022 trennte sich die Band von Malloy und engagierte Andrew Freeman, von der Band Last in Line, als neuen Sänger. Am 19. Oktober 2022 wurde bekannt gegeben, dass Brett Carlisle aufgrund von Freemans Engagement bei Last in Line der neue Sänger der Band ist. Nachdem sich Jack Russell von einigen gesundheitlichen Problemen wieder erholt hatte, gründete er im Dezember 2011 eine komplett neu zusammengestellte Band mit dem Namen Jack Russell’s Great White. Die Besetzung der Band im Jahr 2017 bestand aus: Im Dezember 2014 veröffentlichte die Band das Lied Hard Habit als MP3-Download. Im Januar 2017 wurde das Album He Saw It Coming veröffentlicht. Im August 2024 starb Russell an den Folgen neurodegenerativer Erkrankungen. |
2024-12-03 16:59:42 | https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A9d%C3%A9ric_Volle | Frédéric Volle ist ein ehemaliger französischer Handballspieler und Weltmeister des Jahres 1995. Frédéric Volle spielte in seiner Karriere unter anderem für USAM Nîmes, OM Vitrolles, die SG Wallau/Massenheim und Montpellier AHB, sein größter Erfolg auf Vereinsebene war der Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1993 mit OM Vitrolles. Die letzten Jahre seine Profikarriere verbrachte er in Japan. Von 1987 bis 1996 spielte er in der Nationalmannschaft, in der in 241 Einsätzen 1016 Tore warf. Volle spielte als Regisseur im mittleren Rückraum, wo er neben seiner eigenen Torgefährlichkeit auch die Auswahl der Spielzüge für seine Nebenleute einbrachte. Volle gewann mit der Nationalmannschaft drei internationale Medaillen: Bronze bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, Silber bei der Weltmeisterschaft 1993 und Gold bei der Weltmeisterschaft 1995, es waren dies die ersten drei internationalen Medaillen für den französischen Handball überhaupt. Nach dem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 1996 trat er aus der Nationalmannschaft zurück und wechselte nach Deutschland zur SG Wallau/Massenheim. Volle lebt mittlerweile in Kanada, der Heimat seiner Frau. |
2024-12-04 05:55:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rabbinerhaus_(Ichenhausen) | Das Rabbinerhaus in Ichenhausen, einer Stadt im Landkreis Günzburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, wurde um 1900 errichtet. Das ehemalige Haus des Rabbiners, gegenüber der Synagoge, an der Von-Stain-Straße 8 ist ein geschütztes Baudenkmal. Der Bau mit geschweiftem Zwerchgiebel und Eckquaderung wurde im Stil des Neubarock errichtet. 48.3703610.30653Koordinaten: 48° 22′ 13,3″ N, 10° 18′ 23,5″ O |
2024-12-02 05:01:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Limanowa | Limanowa ist eine Stadt im Powiat Limanowski in der Wojewodschaft Kleinpolen, Polen. Sie ist Sitz des Powiat Limanowski und der gleichnamigen Landgemeinde, der die Stadt nicht angehört. Sie liegt 23 km nordwestlich von Nowy Sącz im Ostteil der Inselbeskiden . Die Bäche Starowiejski, Jabłoniecki und Mordarka bilden im Stadtgebiet den Fluss Sowlina. Durch die Stadt verlaufen die Droga krajowa 28 Zator–Nowy Sącz–Sanok–Przemyśl. Die Stadt hat eine Flächenausdehnung von 18,7 km². Davon werden 60 % des Stadtgebietes landwirtschaftlich genutzt, 16 % sind mit Wald bedeckt. Sie gliedert sich in die Stadtteile Zentrum, Łososina Górna, Sowliny. Die erste Erwähnung des Orts ist aus dem Jahr 1489 unter dem Namen „Ilmanowa“. Die ältere Literatur behauptete, dass der Gründer ein gewisser Wilman war, der früher um das Jahr 1345 die Stadt Mszana Dolna bzw. Kinsbark anlegte. Der besitzanzeigende Ortsname war vom deutschen Personennamen Ilman abgeleitet. In der Zeit der ersten Erwähnung gab es zwei Dörfer: Ilmanowa nowa und Starawies bzw. Ilmanowa antiqua . 1552 wurde ein Vogt namens Macej von Ilmanowa arwähnt, aber das Stadtrecht erhielt Wilmanow 1565 nach Magdeburger Recht, während das alte Limanowa nur als Stara Wieś bis heute benannt wurde. Die Stadt, deren Name ab dem späten 16. Jahrhundert nach der Metathese Il- > Li- zur heutigen Limanowa wurde, wurde mehrfach durch Feuer und Kriegshandlungen zerstört. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestand eine Pfarrschule in Limanowa. Aus dem Jahr 1640 stammt die erste Erwähnung der Anwesenheit der Juden in Limanowa. Nach der Ersten Teilung Polens kam Limanowa zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs . Limanowo wurde Sitz der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft. 1885 wurde die Stadt an die Eisenbahnstrecke von Chabówka nach Nowy Sącz angeschlossen, die als Teil der Galizischen Transversalbahn gebaut wurde. Zu dieser Zeit wurde Limanowa manchmal als das westlichste echte Schtetl in den Beskiden beschrieben, weil die jüdische Bevölkerung fast eine Hälfte der Stadtbewohner ausmachte. Im Jahr 1900 hatte Limanowa eine Fläche von 199 Hektar, mit 228 Häusern und 1806 Einwohnern, davon waren 1790 polnischsprachig, außer 1024 Römisch-Katholiken gab es 778 Juden. Während des Ersten Weltkriegs fand hier 1914 die Schlacht bei Limanowa–Lapanow statt. Die von 1911 bis 1918 errichtete, der Vorsehung geweihte Basilika der Schmerzensmutter in Limanowa gilt als die „allerpolnischste unter den polnischen Kirchen“. In den Jahren 1919 bis 1939 wurden die Elektrifizierung und die kommunale Wasserversorgung errichtet. Nach dem Krieg wurden die Stadtgrenzen durch Eingliederung umliegender Dörfer erweitert. 1970 wurde ein Heimatmuseum „Muzeum Regionalnego Ziemi Limanowskiej“ eingerichtet und das „Haus der Kultur“ errichtet. 1975 wurde Limanowa zur Stadtgemeinde. Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Nowy Sącz. Die Landgemeinde Limanowa hat eine Fläche von 152,39 km², auf der 25.797 Menschen leben . Zu ihr gehören 23 Ortsteile mit einem Schulzenamt. Stadtgemeinden Limanowa | Mszana Dolna Landgemeinden Dobra | Jodłownik | Kamienica | Laskowa | Limanowa | Łukowica | Mszana Dolna | Niedźwiedź | Słopnice | Tymbark |
2024-12-03 21:21:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Zieger | Paul Zieger war ein deutscher Ohrenarzt, Sanitäts- und Stadtrat. Paul Zieger war der jüngste Sohn des Kontrolleurs beim Zoll- und Steuer-Wirtschaftsdepot Hermann Zieger und der Julie Marie geb. Geudtner aus Freiberg. Paul Zieger besuchte bis Michaelis 1862 die 2. Bürgerschule des Fletcherschen Seminars und im Anschluss bis Ostern 1871 das Kreuzgymnasium in Dresden. Nach dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger studierte er an der Universität Leipzig 5 Jahre Humanmedizin. Er erhielt seine Approbation am 23. März 1876 „für das Gebiet des deutschen Reichs“ und ließ sich im Jahre 1876 als einer der ersten Ohrenärzte Sachsens in der Stadt Döbeln nieder, deren Bürger er seit dem 17. Juli 1879 war. Er heiratete 1876 Maria Therese Thomas aus Leipzig. Sein Sohn, der promovierte Jurist Walther Zieger , war später als OLG-Senatspräsident und Ministerialdirektor in Dresden tätig sowie Mitglied der Akademie für Deutsches Recht; zudem war er Mitgründer und zeitweise Vorsitzender des Weinbauvereins Döbeln. Aus seiner Verbindung mit Marka ging der Jurist Gottfried Zieger hervor. Jahrelang untersuchte er im ganzen amtshauptmannschaftlichen Bezirk Döbeln sämtliche Schulkinder unentgeltlich auf Ohrenkrankheiten. 1892 wurde er Stadtverordneter. 1894 wurde er in den Stadtrat gewählt, außerdem war er Vorsitzender des Theaterausschusses. 1895 schenkte er der Stadt Freiberg einen Betrag zur Unterstützung „bedürftiger und gemüthreicher“ Schüler der Petrischule. 1899 gründete er eine Stiftung für Bücherprämien an Schüler und Schülerinnen für die Bewohner des Hamann-Stiftes . 1902 war er Mitglied im „Ehrenrath und Prüfungsausschuss der Inval.-Vers. Casse u. Wittwen- u. Waisen-Casse“. Am 25. Mai 1911 wurde er von Sr. Majestät dem König Friedrich August III. zum Sanitätsrat ernannt. Er starb am 22. Januar 1921 in seiner Wohnung. Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 473/24/92 aus dem Jahre 1992 wurde Paul Zieger Ehrenbürger der Stadt Döbeln. Bereits im April 1921 wurde die von der Straße des Friedens abgehende Wiesenstraße ihm zu Ehren in Dr. Zieger-Straße umbenannt. |
2024-12-01 20:50:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/UCI-Stra%C3%9Fen-Weltmeisterschaften_der_Junioren_2010 | Die Straßenradsport-Weltmeisterschaften der Junioren 2010 wurden vom 5. bis 8. August in Offida, Italien ausgetragen. Nachdem bei den Junioren in den Jahren zuvor Bahn- und Straßenwettbewerbe gemeinsam als UCI-Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, fanden diese 2010 getrennt statt. Ab dem nächsten Jahr wurden die Straßen-Weltmeisterschaften der Junioren, wie schon von 1997 bis 2004, wieder als Teil der Straßenradsport-Weltmeisterschaften ausgetragen. Termin: 8. August 2010 um 14:00 Uhr Länge: 128 km Von 158 gemeldeten Fahrern erreichten 100 das Ziel, 56 gaben vorzeitig auf und zwei traten nicht an. Termin: 6. August 2010 um 14:00 Uhr Länge: 28,5 km Insgesamt nahmen 56 Fahrer an dem Rennen teil, von denen einer vorzeitig aufgab. Termin: 8. August 2010 um 10:00 Uhr Länge: 80 km Von den 57 gestarteten Fahrerinnen erreichten 45 das Ziel. Termin: 6. August 2010 um 11:00 Uhr Länge: 15,1 km Es waren 31 Fahrerinnen gemeldet, von denen eine nicht antrat. Die restlichen 30 Fahrerinnen erreichten das Ziel. Orbe/Le Chalet-à-Gobet 1975 | Lüttich 1976 | Wien 1977 | Washington 1978 | Buenos Aires 1979 | Mexiko-Stadt 1980 | Grimma 1981 | Marsciano/Deruta 1982 | Wanganui 1983 | Beuvron 1984 | Stuttgart 1985 | Casablanca 1986 | Bergamo 1987 | Odense/Vissenbjerg 1988 | Krylatskoje 1989 | Middlesbrough 1990 | Colorado Springs 1991 | Olympia 1992 | Perth 1993 | Quito 1994 | Forlì 1995 | Novo Mesto 1996 Salzburg 2005 | Gent 2006 | Aguascalientes 2007 | Kapstadt 2008 | Moskau 2009 | Offida 2010 In nicht aufgeführten Jahren seit 1997 wurden die Junioren-Titelkämpfe innerhalb der Straßenradsport-Weltmeisterschaften ausgetragen. |
2024-12-03 16:05:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Ladungstr%C3%A4ger_(Sd.Kfz._304)_%27%27Springer%27%27 | Springer im Panzermuseum Bovington Der Mittlere Ladungsträger „Springer“ war ein selbstzerstörender Sprengpanzer der im Zweiten Weltkrieg ab 1944 für die deutsche Wehrmacht gebaut wurde. Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte das Heereswaffenamt mit speziellen Fahrzeugen für die Pioniertruppe beschäftigt. Diese sollten zum einen gegen gegnerische Minenfelder und zum anderen gegen Bunker und schwere feindliche Panzerfahrzeuge eingesetzt werden. Aus diesen Projekten gingen die Minenräum-Wagen Borgward B I und Borgward B II, die leichten Ladungsträger „Goliath“ und der schwere Ladungsträger Borgward B IV hervor. Im Jahr 1944 hatte man bereits einige Erfahrungen mit diesen ferngelenkten Fahrzeugen gesammelt und entschied angesichts der Einsatzergebnisse ein neues Fahrzeug zu entwickeln. Man hatte sich entschieden für den neuen Ladungsträger aus Rationalisierungsgründen möglichst viele Bauteile aus der Fertigung des NSU-Kettenkrads zu übernehmen. Beim neuen leicht gepanzerten Fahrzeug sollte ein Fahrer das Fahrzeug in seinen Einsatzraum fahren und dann das Fahrzeug den restlichen Weg ins Ziel ferngesteuert werden. Bereits für den ersten Prototyp wurde das Fahrwerk eine Laufrolle länger als das Kettenkrad. Die Sprengladung war in acht Kammern im Fahrzeug verteilt und der Motor saß in der Mitte mit einem Auspuff auf der rechten Fahrzeugseite. Der hoch im Fahrzeug sitzende Fahrer wurde durch eine aufstellbare Frontpanzerplatte und zwei entsprechende seitlichen Platten leicht geschützt. Die Erprobungsfahrten zeigten einige Probleme mit der Geländegängigkeit. Deshalb wurde der Entwurf weiter überarbeitet und der 2. Prototyp erhielt eine weitere Laufrolle. Außerdem wurde die Wanne nach hinten hin vergrößert um die Kühlung des Motors zu verbessern. Der Fahrersitzplatz wurde leicht nach vorne verlegt und erhielt auch auf der Rückseite einen besseren Schutz. Die Produktion begann mit einer 0-Serie, bei der die Oberseite und obere Seitenfläche des Kettenlaufwerks durch zusätzliche 3 mm starke Panzerbleche geschützt wurden. Die Abdeckung des Motorraums wurde leicht erhöht um die Luftzufuhr zu verbessern. Bis zum 15. September wurden 16 Versuchsfahrzeuge für die Erprobung fertiggestellt. Bekannt ist, dass im Oktober 1944 die ersten 9 Fahrzeuge der Serienproduktion fertiggestellt wurden. Im November folgten weitere 16 Ladungsträger und im Dezember 1944 wiederum 10 Fahrzeuge. Für Januar 1945 sind 9 Fahrzeuge und für Februar nochmal 6 Fahrzeuge. Hierdurch kommt man in Summe auf 50 in Serie gefertigte Ladungsträger „Springer“. Um die höhere Zuladung bestehend aus Sprengladung und Panzerwanne trotz der fehlenden Vordergabel zu tragen, wurde das Schachtellaufwerk im Vergleich zum Kettenkrad um zwei Laufrollen verlängert. Der Mittlere Ladungsträger besaß damit drei äußere und drei innere Laufrollen. Als Antrieb diente der schon im Kettenkrad bewährte 1,5-l-Opel-Olympia-Motor mit 38 PS. Die Höchstgeschwindigkeit des Ladungsträgers lag mit diesem Motor bei 42 km/h. Die gepanzerte Wanne war vorne 10 mm und seitlich 5 mm stark. Im Einsatz wurde das Fahrzeug mittels eines Kurzwellen Empfänger KE 6 mit UKE 6 gesteuert. Der Springer war ein Sprengpanzer, dessen Aufgabe es war, eine Sprengladung von 330 Kilogramm unter Panzerschutz an ein feindliches Ziel zu transportieren und sie dort zur Detonation zu bringen. Dazu wurde der Springer von einem hinten sitzenden Fahrer bis in die Nähe des Ziels gefahren. Die restliche Fahrt und die Auslösung der Sprengladung erfolgten dann per Kabel- oder Funkfernsteuerung. Wie bei allen derartigen Konstruktionen stand der hohe Aufwand in keinem rechten Verhältnis zum möglichen militärischen Nutzen, da jeder Einsatz zum Totalverlust des Springer führte. |
2024-12-04 07:35:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pseudochromis_fridmani | Fridmans Zwergbarsch Fridmans Zwergbarsch , auch König-Salomon-Zwergbarsch oder König-Salomon-Fischchen genannt, ist ein kleiner Meeresfisch, der an den Küsten des Roten Meeres in Tiefen von einem bis 60 Metern vorkommt. Der Fisch wird sechs Zentimeter lang. Das Männchen wird etwas größer als das Weibchen. Die Grundfärbung ist leuchtend purpur-violett. Vom gleich gefärbten, im zentralen Westpazifik lebenden Porphyr-Zwergbarsch unterscheidet ihn ein dunkler Längsstrich, der sich von der Schnauze durch das Auge bis zum Ende des Kiemendeckels erstreckt und die verlängerten Flossenstrahlen im unteren Schwanzflossenbereich, die dort eine kleine Spitze bilden, die beim Männchen länger ist. Fridmans Zwergbarsch lebt sehr versteckt an senkrechten Felsen, unter Überhängen und in Korallenriffen in Tiefen von einem bis 60 Metern und ernährt sich vor allem von bodenbewohnenden und pelagischen Kleinkrebsen . Er ist häufig, wenig scheu und lebt oft in hoher Siedlungsdichte von sechs Exemplaren pro m² in Kleinrevieren und kleinen Höhlen und Spalten als Unterschlupf. Fridmans Zwergbarsch ist ein Höhlenlaicher. Männchen bilden Harems aus mehreren Weibchen. Die Eier werden vom Männchen bewacht. Wie alle daraufhin untersuchten Zwergbarsche ist Fridmans Zwergbarsch ein protogyner Zwitter, das heißt nach Eintritt der Geschlechtsreife sind die Fische zunächst weiblich um im weiteren Verlauf ihres Lebens zu Männchen zu werden. |
2024-11-24 06:08:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechtsverwirkung | Unter Grundrechtsverwirkung versteht man in Deutschland den Verlust einzelner Grundrechte in einem bestimmten Verfahren gemäß Art. 18 Grundgesetz . In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht noch nie die Grundrechtsverwirkung ausgesprochen, obwohl solche Anträge gestellt wurden. Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit , die Lehrfreiheit , die Versammlungsfreiheit , die Vereinigungsfreiheit , das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis , das Eigentum oder das Asylrecht zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen. Die Grundrechtsverwirkung ist ein Teil des Konzepts der wehrhaften Demokratie im Grundgesetz. Sie ist als Reaktion auf die Erfahrungen in der Weimarer Republik zu sehen, dass die Grundrechte dort missbraucht wurden, um die freiheitliche demokratische Grundordnung zu untergraben. Nur die in Art. 18 GG abschließend genannten Grundrechte können verwirkt werden. Aus dem Wortlaut der Vorschrift ergibt sich daher, dass das allgemeine Menschenrecht nach Art. 1 GG, die Würde des Menschen, weiter unantastbar bleibt. Auch die Religionsfreiheit nach Art. 4 GG ist ausgenommen, was ihren hohen Stellenwert im Verfassungsgefüge verdeutlicht. Die Grundrechtsverwirkung kann zeitlich beschränkt und nach § 40 BVerfGG auch wieder aufgehoben werden. Das Tatbestandsmerkmal des „Kampfes“ setzt ein aggressives, zielgerechtetes Handeln gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung voraus. Da der Artikel Art. 18 vorrangig Grundrechte von kommunikativer Natur einschränkt, geht man davon aus, dass physische Gewalt nicht erforderlich sein muss. „Missbrauch“ selbst ist kein eigenständiges Tatbestandsmerkmal; ein Missbrauch lässt sich stets bejahen, wenn die Grundrechte im Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gebraucht werden. Da das Bundesverfassungsgericht die Grundrechtsverwirkung aussprechen muss, kommt es zu sehr langen Verfahrensdauern. Zudem stellt das Gericht strenge Anforderungen. Da Art. 18 GG der Abwehr von Gefahren für die freiheitliche demokratische Grundordnung diene, bedürfe es einer Prognose, nach der vom Antragsgegner weiterhin eine Gefahr für die verfassungsmäßige Ordnung ausgehe. Diese Gefahr war in den bisherigen Fällen nicht bewiesen oder wegen der bis zur Entscheidung bereits ergangenen strafrechtlichen Sanktionen gar nicht mehr vorhanden. Dies hat dazu geführt, dass dieses Instrument der sogenannten wehrhaften Demokratie in der Praxis bedeutungslos blieb. Das Grundrechtsverwirkungsverfahren nimmt unter den übrigen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht einen geringen Stellenwert ein. Die Verfahrensvorschriften sind in § 36 bis § 42 BVerfGG festgelegt. Ein Antrag für eine Grundrechtsverwirkung kann nur vom Deutschen Bundestag, der Bundesregierung oder einer Landesregierung gestellt werden . Zunächst wird in einem Vorverfahren geprüft, ob der Antrag zulässig und hinreichend begründet ist. Danach ergeht der Beschluss, ob eine mündliche Verhandlung durchzuführen ist. Das Bundesverfassungsgericht ist befugt, Ermittlungen einzuleiten und auch Zwangsmaßnahmen wie Hausdurchsuchungen oder Beschlagnahmen anzuordnen. Das Grundrechtsverwirkungsverfahren kann sich gegen jeden Grundrechtsträger richten. Bei juristischen Personen dürften in vielen Fällen aber das Vereinsverbot oder Parteiverbot als Spezialregelung Vorrang haben. Zu der Einleitung eines Verfahrens gegen einen Abgeordneten bedarf es der Genehmigung des Deutschen Bundestages . Diese Bestimmung belegt nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts, dass ein Verfahren zur Grundrechtsverwirkung auch gegen Abgeordnete möglich ist. Das Bundesverfassungsgericht untersucht in einer mündlichen Verhandlung, ob eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorgelegen hat bzw. in Zukunft fortbestehen wird. Entsprechen die Tatsachen dem Antrag, so stellt das Gericht fest, welche Grundrechte verwirkt wurden. Die Verwirkung der Grundrechte erfolgt mit dem Zeitpunkt der Entscheidung. Nach vorherrschender Meinung bedeutet dies nicht ein Verlust des Grundrechtes, sondern ein Verbot, sich bei staatlichen Maßnahmen darauf zu berufen. Handelt die Person, deren Grundrechtsverwirkung festgestellt wurde, der Entscheidung zuwider, wird sie mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft . Unter Rechtsexperten wird vereinzelt Kritik an der gesetzlichen Möglichkeit der Grundrechtsverwirkung geäußert. So argumentiert der Jurist und Publizist Sebastian Cobler, Artikel 18 GG liege der eigentümliche Gedanke der Verfassungsstörung durch legalen Gebrauch der Freiheit zugrunde: Grundrechte würden zu Waffen im „Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“. Mithilfe einer Verwirkungsklausel ließe sich der „an sich“ legale Gebrauch der Freiheit in einen funktionswidrigen Missbrauch uminterpretieren: Was zunächst legal sei, werde unter Berufung auf den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Nachhinein für illegitim erklärt. Claus Leggewie und Horst Meier stellten die These auf, dem herkömmlichen Verständnis des demokratischen Verfassungsstaates sei solch ein Verwirkungsdenken fremd; die Verfassung der USA zum Beispiel kenne keine dem Grundgesetz entsprechende Klausel. Politische Betätigung, die den Schutz der Grundrechte genießt, sei legal und bleibe das normalerweise auch – selbst wenn Extremisten und Radikale, welcher Couleur auch immer, als Grundrechtssubjekte handeln. Art. 18 GG statuiere dagegen eine Verfassungstreuepflicht für jedermann. Damit bekämen Staatsorgane die Macht in die Hand, zwischen dem „richtigen“, verantwortungsbewussten, staatstragenden Gebrauch der Grundrechte und ihrem „falschen“, unverantwortlichen, staatsgefährdenden Missbrauch zu unterscheiden. Aus Sicht der Bürgerrechte sei es daher als positiv zu bewerten, dass das Verfassungsgericht bislang noch keine einzige Grundrechteverwirkung ausgesprochen hat. Stand 2022 wurden vier Verfahren beim Bundesverfassungsgericht angestrengt. Die Anträge wurden sämtlich zurückgewiesen. Antragsgegner waren jeweils Deutsche, die in besonderer Weise nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet hatten: |
2024-12-03 20:23:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/Villing | Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata Villing ist eine französische Gemeinde mit 510 Einwohnern im Département Moselle in der Region Grand Est . Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und zum Kanton Bouzonville. Die Gemeinde liegt sieben Kilometer östlich der Kleinstadt Bouzonville an der Grenze zum Saarland. Die nächsten Orte auf deutscher Seite sind Ittersdorf und Felsberg. Zur Gemeinde Villing gehören die Wohnplätze Trois maisons und Bedem. Das Dorf lag früher im Herzogtum Lothringen des Heiligen Römischen Reichs und gehörte nach dem Zweiten Pariser Frieden 1815 bis zu der Grenzkonvention zwischen Preußen und Frankreich 1829 zu Preußen. Das Gemeindewappen zeigt die Symbole dreier Herrschaften, die sich die Güter in Villing teilten: der Zickzackbalken der Familie Siersberg und die Krummstäbe, die für die beiden Klöster Wadgassen und Bouzonville stehen. Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet von Frankreich an Deutschland, und das Dorf wurde dem Kreis Bolchen im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet von der deutschen Wehrmacht besetzt, und das Dorf stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung. Villing wurde 1974 nach Merten eingemeindet, 1981 wurde die Gemeinde wiederhergestellt. Adaincourt | Adelange | Alsting | Altrippe | Altviller | Alzing | Anzeling | Arraincourt | Arriance | Bambiderstroff | Bannay | Baronville | Barst | Behren-lès-Forbach | Béning-lès-Saint-Avold | Bérig-Vintrange | Berviller-en-Moselle | Bettange | Betting | Bibiche | Biding | Bionville-sur-Nied | Bisten-en-Lorraine | Bistroff | Boucheporn | Boulay-Moselle | Bousbach | Boustroff | Bouzonville | Brettnach | Brouck | Brulange | Cappel | Carling | Château-Rouge | Chémery-les-Deux | Cocheren | Colmen | Condé-Northen | Coume | Créhange | Creutzwald | Dalem | Dalstein | Denting | Destry | Diebling | Diesen | Diffembach-lès-Hellimer | Ébersviller | Éblange | Eincheville | Elvange | Erstroff | Etzling | Falck | Farébersviller | Farschviller | Faulquemont | Filstroff | Flétrange | Folkling | Folschviller | Forbach | Fouligny | Freistroff | Frémestroff | Freybouse | Freyming-Merlebach | Gomelange | Gréning | Grostenquin | Guenviller | Guerstling | Guerting | Guessling-Hémering | Guinglange | Guinkirchen | Hallering | Ham-sous-Varsberg | Han-sur-Nied | Hargarten-aux-Mines | Harprich | Haute-Vigneulles | Heining-lès-Bouzonville | Hellimer | Helstroff | Hémilly | Henriville | Herny | Hestroff | Hinckange | Holacourt | Holling | Hombourg-Haut | Hoste | Kerbach | Lachambre | Landroff | Laning | Laudrefang | Lelling | Leyviller | L’Hôpital | Lixing-lès-Saint-Avold | Longeville-lès-Saint-Avold | Macheren | Mainvillers | Many | Marange-Zondrange | Maxstadt | Mégange | Menskirch | Merten | Metzing | Momerstroff | Morhange | Morsbach | Narbéfontaine | Neunkirchen-lès-Bouzonville | Niedervisse | Nousseviller-Saint-Nabor | Oberdorff | Obervisse | Œting | Ottonville | Petite-Rosselle | Petit-Tenquin | Piblange | Pontpierre | Porcelette | Racrange | Rémelfang | Rémering | Rosbruck | Roupeldange | Saint-Avold | Saint-François-Lacroix | Schœneck | Schwerdorff | Seingbouse | Spicheren | Stiring-Wendel | Suisse | Tenteling | Téterchen | Teting-sur-Nied | Théding | Thicourt | Thonville | Tritteling-Redlach | Tromborn | Vahl-Ebersing | Vahl-lès-Faulquemont | Vallerange | Valmont | Valmunster | Varize-Vaudoncourt | Varsberg | Vatimont | Vaudreching | Velving | Viller | Villing | Vittoncourt | Vœlfling-lès-Bouzonville | Voimhaut | Volmerange-lès-Boulay | Zimming |
2024-12-02 07:54:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Matthew_Griswold_(Politiker,_1714) | Matthew Griswold war ein US-amerikanischer Politiker und Gouverneur des Staates Connecticut zwischen 1784 und 1786. Ferner war er Vizegouverneur und hatte das Amt des Chief Justice beim Kammergericht während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung . Er war Mitglied der Föderalistischen Partei. Matthew Griswold war der älteste Sohn von John Griswold, Politiker und Gutsbesitzer, und Hannah Griswold. Er war bereits die vierte Generation seiner Familie, die in Connecticut lebte. Seine Familie ist 1639 aus England nach Amerika eingewandert. Sie zählten zu den reichsten und angesehensten Familien in Lyme. Einige Griswolds bekleideten über Generationen öffentliche Ämter in Connecticut. Griswold studierte Jura, während er Mitte zwanzig war, und eröffnete dann 1742 eine eigene Anwaltspraxis in Lyme. Er heiratete Gouverneur Roger Wolcotts Tochter Ursula am 10. November 1743. Das Paar hatte sieben gemeinsame Kinder. Ihr Sohn Roger Griswold wurde später auch Gouverneur von Connecticut. Griswold wurde 1748 in die Connecticut General Assembly gewählt, wo er dann auch zwischen 1751 und 1759 tätig war. Danach wurde er in das Council of Assistants gewählt und war dort von 1759 bis 1769 tätig. Griswold und acht andere Council-Mitglieder wurden entschiedene Gegner gegen den Stamp Act of 1765, als Gouverneur Thomas Fitch gezwungen wurde, einen Eid zu schwören, um diesen zu unterstützen. Daraufhin wurde Griswold ein Mitglied der Söhne der Freiheit , die öffentlich gegen den Stamp Act protestierten. Zwischen 1769 und 1784 wurde er jedes nachfolgende Jahr zum Vizegouverneur von Connecticut gewählt. In dieser Stellung war er auch als Chief Justice beim Superior Court tätig. Während dieser Zeit beschäftigte er sich mit dem Bildungswesen und war Mitglied eines Komitees zur Verbesserung des Lehrbetriebs an dem Yale College. Yale verlieh ihm daraufhin 1779 einen Doctor of Laws. Griswold war ein überzeugter Befürworter der kolonialen Sache während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Er diente in vielen Ausschüssen, die die Truppenbewegungen, militärische Ausstattung, Verpflegung und Verteidigung überwachten. Er konzentrierte sich insbesondere auf die Verteidigung amerikanischer Schiffe und Connecticuts Küstenlinie. Nach dem Ende des Kriegs wurde Griswold 1784 durch die General Assembly zum Gouverneur von Connecticut gewählt. Bei der zuvor stattgefundenen regulären Wahl verfehlte er nämlich die Stimmenmehrheit. Er wurde 1785 wiedergewählt, verlor dann aber 1786 gegen Samuel Huntington. 1788 wurde er dann als Delegierter von Lyme Präsident von Connecticuts Konvent, der die neuen Verfassung der Vereinigten Staaten ratifizierte. Als Ursula Griswold im späteren 1788 verstarb, zog sich Matthew Griswold aus dem öffentlichen Leben zurück. Von da an fuhr er fort, seinen Familienbesitz, Black Hall, bis zu seinem Tod am 28. April 1799 zu managen. Sein Schwager war Rev. Jonathan Parsons, Vater von General Samuel Holden Parsons. Seine Schwester Sarah Griswold war die Mutter von James Hillhouse. J. Trumbull Sr. | M. Griswold | Huntington | Wolcott | J. Trumbull Jr. | Treadwell | R. Griswold | Smith | Wolcott Jr. | Tomlinson | Peters | Edwards | Foot | Edwards | Ellsworth | Cleveland | R.S. Baldwin | Toucey | Bissell | Joseph Trumbull | Seymour | Pond | Dutton | Minor | Holley | Buckingham | Hawley | English | Jewell | English | Jewell | Ingersoll | Hubbard | Andrews | Bigelow | Waller | Harrison | P. Lounsbury | Bulkeley | Morris | Coffin | Cooke | G. Lounsbury | McLean | Chamberlain | Roberts | Woodruff | Lilley | Weeks | S. Baldwin | Holcomb | Lake | Templeton | Bingham | J. H. Trumbull | Cross | R.E. Baldwin | Hurley | R.E. Baldwin | Snow | McConaughy | Shannon | Bowles | Lodge | Ribicoff | Dempsey | Meskill | Grasso | O’Neill | Weicker | Rowland | Rell | Malloy | Lamont M. Griswold | Huntington | Wolcott | J. Trumbull | Treadwell | R. Griswold | Smith | Goodrich | Ingersoll | Plant | Peters | Betts | Stoddard | Betts | Stoddard | Hawley | Holabird | Booth | Billings | McCurdy | Backus | Pond | Kendrick | Pond | Holley | Field | Day | Burnham | Catlin | Douglas | Averill | Winchester | Hyde | Wayland | Hotchkiss | Tyler | Sill | Loomis | Gallup | Bulkeley | Sumner | Cooke | Howard | Merwin | Cady | Cooke | Dewell | Mills | Keeler | Roberts | Woodruff | Lake | Weeks | Blakeslee | Tingier | Wilson | Templeton | Bingham | J.H. Trumbull | Brainard | Rogers | Spencer | Wilcox | Hayes | McConaughy | Shepard | Hadden | Snow | Shannon | Parsons | Carroll | Allen | Jewett | Dempsey | Armentano | Tedesco | Doocy | Frassinelli | Hull | Cashman | Killian | O’Neill | Fauliso | Groark | Rell | Sullivan | Fedele | Wyman | Bysiewicz |
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