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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 174 | 1,615 | Gleichwol waren auch andere Goͤtter verhanden/ welche es mit dem Momo hielten/ vñ vermeinten/ daß das verbrechen der Menſchen wider den allerhoͤchſten Gott Iupiter vnendlich were/ vnd daß derwegen von rechts wegen die Straff gleichfals vnendtlich ſeyn ſolte: | Gleichwohl waren auch andere Götter vorhanden / welche es mit dem Momo hielten / und vermeinten / dass das Verbrechen der Menschen wider den allerhöchsten Gott Jupiter unendlich wäre / und dass derentwegen von Rechts wegen die Strafe gleichfalls unendlich sein sollte: | de | de | de | 1 | 4.9716 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 175 | 1,615 | Vns gedunckt (ſprachen ſie) daß man das gantze Menſchliche Geſchlecht zerſtoͤren vnnd gar vertilgen/ auch niemaln widerumb auffs new erſchaffen ſolle/ ſeytemal wir jhrer nicht beduͤrffen. | Uns gedunkt (sprachen sie) dass man das ganze menschliche Geschlecht zerstören und gar vertilgen / auch niemals wiederum aufs neu erschaffen solle / sintemal wir ihrer nicht bedürfen. | de | de | de | 1 | 5.6753 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 176 | 1,615 | Andere Goͤtter votirten vñ ſagten/ dz man die allermeiſte/ maͤchtigſte vñ boßhafftigſte Menſchen außreuten vnd verbrennen/ vnd hinwider andere from̃e erſchaffen ſolte. | Andere Götter votierten und sagten / dass man die allermeiste / mächtigste und boshafteste Menschen ausreuten und verbrennen / und hinwider andere fromme erschaffen sollte. | de | de | lb | 0.667 | 5.688 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 177 | 1,615 | Letztlichen gab auch Apollo ſein Stimm vnd ſprach: | Letztlich gab auch Apollo sein Stimme und sprach: | de | de | de | 1 | 6.7954 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 179 | 1,615 | Man wuͤrde dirs auch fuͤr ein vnuollkommenheit außrechnen/ wann du das jenig zerſtoͤrteſt/ was du erſchaffen haſt/ gleichſamb hetteſtu gejrꝛt vnd empfuͤndeſt ein Rew. | Man würde dir es auch für ein Unvollkommenheit ausrechnen / wann du das jenig zerstörtest / was du erschaffen hast / gleichsam hättest du geirrt und empfindest ein Reue. | de | de | de | 1 | 4.9355 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 180 | 1,615 | Vil weniger wil dir gebuͤhren vnd wol anſtehen/ daß du die Menſchen vertilgeſt/ vnd widerum̃ newe erſchaffeſt/ dann thuſtu es/ ſo muſtu jnen einen freyen willen/ oder keinen geben/ gibſtu jhnen einen/ ſo werden ſie eben alſo beſchaffen werden/ wie die vorigen geweſt: | Viel weniger will dir gebühren und wohl anstehen / dass du die Menschen vertilgest / und wiederum neue erschaffest / dann tust du es / so musst du ihnen einen freien Willen / oder keinen geben / gibst du ihnen einen / so werden sie eben also beschaffen werden / wie die vorigen gewesen: | de | de | de | 1 | 4.921 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 181 | 1,615 | Benimbſtu jhnen den freyen willen/ ſo werden ſie keine Menſchen ſein/ vñ wuͤrdeſtu ein ſo groſſe machinam deß Himmels/ der Erden/ der Sternen/ deß Mohns/ der Sonnen/ vnd die compoſition der Elementen/ vergeblich erſchaffen haben. | Benimmst ihnen den freien Willen / so werden sie keine Menschen sein / und würdest ein so große machinam des Himmels / der Erden / der Sternen / des Mohns / der Sonnen / und die Komposition der Elementen / vergeblich erschaffen haben. | de | de | de | 1 | 5.0961 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 182 | 1,615 | Dannenhero iſt ein notturfft/ daß kein andere newerung fuͤrgenommen/ ſonder nur ein heylſames remedium an die Hand genommen werde: Du/ O allerhoͤchſter Herꝛ/ haſt jhnen die Goͤttin Gluͤckſeligkeit gegeben/ auff dz ſie dieſelbe recht vnd wol brauchen/ vñ nit vndanckbar noch widerſetzig ſein ſolten/ weil aber ſie dieſelbe mißbraucht vnnd vngehoꝛſamb woꝛden/ ſo iſt billich/ daß ſie geſtrafft werden/ vnd daß du zu ſolchem end jhnen dieſelbe Goͤttin Gluͤckſeligkeit benem̃eſt/ vnd jhnen an ſtatt derſelben die Vngluͤckſeligkeit zuſchickeſt/ damit ſie alſo hinfuͤran jhre Armſeligkeit/ vnd hergegen dein Macht vnd Ernſt ſehen vnnd erkennen. | Dannenher ist ein Notdurft / dass kein andere Neuerung vorgenommen / sonder nur ein heilsames remedium an die Hand genommen werde: Du / O allerhöchster Herr / hast ihnen die Göttin Glückseligkeit gegeben / auf dass sie dieselbe recht und wohl brauchen / und nicht undankbar noch widersetzig sein sollten / weil aber sie dieselbe missbraucht und ungehorsam worden / so ist billig / dass sie gestraft werden / und dass du zu solchem Ende ihnen dieselbe Göttin Glückseligkeit benehmest / und ihnen an statt derselben die Unglückseligkeit zuschickest / damit sie also hinfüran ihre Armseligkeit / und hingegen dein Macht und Ernst sehen und erkennen. | de | de | de | 1 | 4.9556 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 183 | 1,615 | Darneben aber kanſtu nach allem deinem Goͤttlichen willen den wolverdienten Perſonen die Gluͤckſeligkeit vnd Wolfahrt beſcheren vnd mittheilen: | Daneben aber kannst du nach allem deinem Göttlichen Willen den wohlverdienten Personen die Glückseligkeit und Wohlfahrt bescheren und mitteilen: | de | de | de | 1 | 4.3198 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 184 | 1,615 | Aber doch ſtehets in deinem Gefallen vnnd willen/ was du dißfals thun woͤlleſt. | Aber doch steht es in deinem Gefallen und Willen / was du diesfalls tun willst. | de | de | de | 1 | 5.4514 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 185 | 1,615 | Diſes war nun das votum oder gutachten Apollinis, vñ ob wol Momus ſich ſtarck befliſſe/ mit ſeiner vergifften Zungen das verbrechẽ der Menſchen zu exaggerirẽ, ſo erkenten doch die andere Goͤtter ſeinen alten grollen/ neyd vnd feindſchafft wider das menſchliche Geſchlecht/ vnd lobten die meinung Apollinis; derwegen befahl Iupiter dem Mercurio die execution, derſelb verfuͤgte ſich alsbald hinab auff Erden zu den Menſchen/ fand bey jhnen die Goͤttin Gluͤckſeligkeit/ vnd ſahe/ daß ſie nichts anders thaten/ als eſſen/ trincken/ ſpilen/ tantzen vnnd froͤlich ſein/ ſamb wuͤrde es ewigklich wehren. | Dieses war nun das votum oder gutachten Apollinis, und ob wohl Momus sich stark beflisse / mit seiner vergiften Zungen das Verbrechen der Menschen zu exaggerieren, so erkennten doch die andere Götter seinen alten grollen / Neid und Feindschaft wider das menschliche Geschlecht / und lobten die Meinung Apollinis; derentwegen befahl Jupiter dem Mercurio die Exekution, derselbe verfügte sich alsbald hinab auf Erden zu den Menschen / fand bei ihnen die Göttin Glückseligkeit / und sah / dass sie nichts anders taten / als essen / trinken / spielen / tanzen und fröhlich sein / samt würde es ewiglich wehren. | de | de | de | 1 | 5.1143 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 186 | 1,615 | Aber Mercurius ging heimblich zu der Goͤttin Gluͤckſeligkeit/ zeigte jhr den willen vnnd befehl der andern Goͤtter an/ vnd fuͤhꝛte ſie mit ſich hinweg: | Aber Mercurius ging heimlich zu der Göttin Glückseligkeit / zeigte ihr den Willen und Befehl der anderen Götter an / und führte sie mit sich hinweg: | de | de | de | 1 | 4.66 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 187 | 1,615 | Das verdroß die Menſchen/ woltens verhindern/ vnnd widerſetzten ſich dem Mercurio mit aller macht. | Das verdross die Menschen / wollten es verhindern / und widersetzten sich dem Mercurio mit aller Macht. | de | de | de | 1 | 4.9622 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 188 | 1,615 | Als Iupiter diſen vnwillen vnnd rauffhandel ſahe/ ſtig er vom Himmel herunder/ vñ in deme die Menſchen ſich an den Kleydern der Goͤttin Gluͤckſeligkeit ſteiff hielten/ zohe er ſie auß den Kleydern/ ließ die Vngluͤckſeligkeit an jhr ſtatt vnnd in jhren eygnen Kleydern/ vnd fuͤhrte ſie mit ſich gen Himmel: | Als Jupiter diesen Unwillen und Raufhandel sah / stieg er vom Himmel herunter / und in dem die Menschen sich an den Kleidern der Göttin Glückseligkeit steif hielten / zog er sie aus den Kleidern / ließ die Unglückseligkeit an ihr statt und in ihren eigenen Kleidern / und führte sie mit sich gen Himmel: | de | de | de | 1 | 4.462 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 189 | 1,615 | Dardurch wurden nun die Menſchen betrogen/ dañ ſie vermeinten/ daß ſie jhꝛ intent erhalten/ vñ jre Goͤttin Gluͤckſeligkeit behalten hatten/ aber das widerſpil befand ſich. | Dadurch wurden nun die Menschen betrogen / dann sie vermeinten / dass sie ihr Intent erhalten / und ihre Göttin Glückseligkeit behalten hatten / aber das Widerspiel befand sich. | de | de | de | 1 | 5.4551 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 190 | 1,615 | Eben diſer Jrꝛthumb der alten zeiten iſt auch gelangt auff diſe vnſere jetzige gegenwerlige zeiten/ dann es vermeinen die Menſchen/ daß die Gluͤckſeligkeit allhie auff Erden verbliben/ vnd daß ſie dieſelbe bey ſich haben/ aber ſie jrꝛen ſich/ dann ſie haben nur jhr bloſſes Kleyd/ vnnd euſſerliche Figur/ dann die Vngluͤckſeligkeit/ muͤhe vnnd arbeit ſteckt mitten drin. | Eben dieser Irrtum der alten Zeiten ist auch gelangt auf diese unsere jetzige gegenwärtige Zeiten / dann es vermeinen die Menschen / dass die Glückseligkeit allhier auf Erden verblieben / und dass sie dieselbe bei sich haben / aber sie irren sich / dann sie haben nur ihr bloßes Kleid / und äußerliche Figur / dann die Unglückseligkeit / Mühe und Arbeit steckt mitten drin. | de | de | de | 1 | 4.7437 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 191 | 1,615 | Wann man einen fragt/ wohin er gehen woͤlle? | Wann man einen fragt / wohin er gehen wolle? | de | de | de | 1 | 5.6087 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 192 | 1,615 | ſo gibt er mir zur antwort/ ich gehe in ein Hochzeit/ oder zu einer Gaſterey oder Frewdenſpiel: | so gibt er mir zur Antwort / ich gehe in ein Hochzeit / oder zu einer Gasterey oder Freudenspiel: | de | de | de | 1 | 5.898 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 193 | 1,615 | Nun wolan/ er gehet hin/ er jſſet/ trinckt/ ſingt/ ſpringt/ tantzt/ buelet vnnd hat einen guten muth/ wann aber er widerum̃ heimb gehet/ alsdann ſpricht er: | Nun wohlan / er geht hin / er isst / trinkt / singt / springt / tanzt / buelet und hat einen guten Mut / wann aber er wiederum heim geht / alsdann spricht er: | de | de | lb | 0.667 | 5.0546 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 194 | 1,615 | O/ wie bin ich ſo muͤd/ wie ſchwitze ich? | O / wie bin ich so müde / wie schwitze ich? | de | de | fy | 0.667 | 4.3694 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 195 | 1,615 | wie thut mir der Kopff ſo wehe? wie iſt mir der Magen ſo ſehr verſtellt? | wie tut mir der Kopf so wehe? wie ist mir der Magen so sehr verstellt? | de | de | de | 1 | 4.1996 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 196 | 1,615 | O wie hab ich mein Gelt ſo vbel an woꝛden? | O wie habe ich mein Geld so übel an worden? | de | de | de | 1 | 6.5121 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 197 | 1,615 | O wie hab ich mein Gelt ſo ſchaͤndtlich verſpielt? | O wie habe ich mein Geld so schändlich verspielt? | de | de | de | 1 | 4.2302 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 198 | 1,615 | O wie vbel iſts mir gangen mit diſer vnd jener ſchoͤnen Frawen? | O wie übel ist es mir gegangen mit dieser und jener schönen Frauen? | de | de | lb | 0.667 | 5.1462 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 199 | 1,615 | Alsdann/ alsdann bekennt man/ daß man nur das euſſerliche Kleyd der Gluͤckſeligkeit traͤgt/ vnd daß die maſcara vns habe betrogen: | Alsdann / alsdann bekennt man / dass man nur das äußerliche Kleid der Glückseligkeit trägt / und dass die Mascara uns habe betrogen: | de | de | de | 1 | 4.646 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 200 | 1,615 | Eben: diſes iſt auch mir in meiner zarten Jugendt begegnet/ dann als ich mich entſchloſſe in frembde Landen zu ziehen/ imaginirte vnd bildete ich mir ſelbſt allerhand Gluͤckſeligkeiten fuͤr: | Eben: dieses ist auch mir in meiner zarten Jugend begegnet / dann als ich mich entschloss in fremde Landen zu ziehen / imaginierte und bildete ich mir selbst allerhand Glückseligkeiten für: | de | de | de | 1 | 4.6237 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 201 | 1,615 | Jch ſahe den April/ die ſchoͤnheit der Feldern/ vnd die breite vnnd ebne Straſſen/ vnnd vermeinte/ daß ich auff denſelbigen niemaln muͤd werden ſolte/ daß auch ich in den Herbergen vnd Wirtshaͤuſern vmb ſonſt eſſen vnd trincken wuͤrde: | Ich sah den April / die Schönheit der Feldern / und die breite und ebne Straßen / und vermeinte / dass ich auf denselbigen niemals müde werden sollte / dass auch ich in den Herbergen und Wirtshäusern um sonst essen und trinken würde: | de | de | de | 1 | 4.9218 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 202 | 1,615 | Vnnd im wenigſten wuſte ich was hinder den Wirthen ſteckte. | Und im wenigsten wusste ich was hinter den Wirten steckte. | de | de | de | 1 | 4.8485 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 203 | 1,615 | Deßgleichen ſaͤhe ich die Vnderſchidlichkeit vñ hochheit der dingẽ/ die voͤgel/ Thier/ Beꝛg/ Waͤld/ Staͤtt/ Maͤrckt vnnd Doͤrffer/ ſamb wuͤrde man mich aller orten auff den Haͤnden vmbtragen/ Nichts anders bildete ich mir fuͤr/ auß lauter Gluͤckſeligkeit vnd wolfarth/ vnd vermeinte/ daß ich aller orten mein Mutter antreffen wuͤrde/ die mich zaͤrtlen/ vnd ein Magd/ die mir meine Kleyder abziehen/ vnd mir dienen/ vnd alle Morgen mein Fruͤhſtuck bringen wurde. | Desgleichen sähe ich die Unterschiedlichkeit und Hochheit der dingen / die Vögel / Tier / Berg / Welt / Stät / merkt und Dörfer / samt würde man mich aller Orten auf den Händen umtragen / Nichts anders bildete ich mir für / aus lauter Glückseligkeit und Wohlfahrt / und vermeinte / dass ich aller Orten mein Mutter antreffen würde / die mich zärtle / und ein Magd / die mir meine Kleider abziehen / und mir dienen / und alle Morgen mein Frühstuck bringen wurde. | de | de | de | 1 | 5.1108 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 204 | 1,615 | Wer wolte vermeint haben/ daß die Welt ſo groß were? geſehen hatte ich die Mappen/ vnnd es gedunckte mich/ daß die gantze Welt alſo beyſammen were: | Wer wollte vermeint haben / dass die Welt so groß wäre? gesehen hatte ich die Mappen / und es gedunkte mich / dass die ganze Welt also beisammen wäre: | de | de | de | 1 | 5.0546 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 205 | 1,615 | Wer wolte vermeint haben/ daß mir die notturfft maͤngeln wuͤrde ? Keins wegs gedachte ich/ daß der Menſch ſo vilen muͤheſeligkeiten vnderworffen were. | Wer wollte vermeint haben / dass mir die Notdurft Mängeln würde? Keins Wegs gedachte ich / dass der Mensch so vielen Mühseligkeiten unterworfen wäre. | de | de | de | 1 | 4.9041 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 206 | 1,615 | Jch handelte wie ein einfaͤltiger junger Bub/ O wie vil ding nam ich mir fuͤr/ als ich auß der vorbemelten Herberg gehen/ vnnd meinen Mantel dahinden laſſen muſte: | Ich handelte wie ein einfältiger junger Bub / O wie viel Ding nahm ich mir für / als ich aus der vorbemehlten Herberge gehen / und meinen Mantel dahinten lassen musste: | de | de | de | 1 | 5.295 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 207 | 1,615 | O wie gern hette ich auß den Egyptiſchen Fleiſchhaͤfen geſſen? | O wie gern hätte ich aus den ägyptischen Fleischhäfen gegessen? | de | de | de | 1 | 6.2294 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 208 | 1,615 | Aber leyder/ die gute Taͤg erkennt man erſt/ wann ſie hin vnd verlohꝛen ſeind. | Aber leider / die gute Tage erkennt man erst / wann sie hin und verloren sind. | de | de | de | 1 | 6.0449 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 209 | 1,615 | Jch vnnd mein Mitgeſell gingen trawrig auß der Herberg/ vnd waren trawrig auffm weeg/ Er lachte vñ ſchertzte nimmer: | Ich und mein Mitgesell gingen traurig aus der Herberge / und waren traurig aufm Weg / Er lachte und scherzte nimmer: | de | de | lb | 0.667 | 5.2598 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 210 | 1,615 | Die zwen Prieſter/ welche mit vns gingen/ recitirten jhꝛe horas, vnnd ich betrachtete mein Vngluͤck/ vnuerſehens aber ſahen wir vier reitende Schoͤrgen zu vns kom̃en/ in meinung/ einen jungen Buben/ der ſeinem Herꝛn vil Kleynoder geſtohlen/ nach zu eylen/ vnd als ſie mich ſahen/ vermeintẽ ſie daß ſie den rechten Geſellen ertapt hatten/ griffen mich derwegen an/ banden mir meine Haͤnd/ vnd wolten mich hinweg fuͤhren/ dermaſſen groß iſt die vnbeſcheidenheit/ gꝛobheit vnd Tyranney der Schoͤrgen vnd Gerichtsdiener: Letztlichen aber erjnnerten ſie ſich/ daß der Bub/ welchen ſie ſuchten/ keinen Daumẽ an der lincken Hand hatte/ vnd weil derwegen ſie an mir kein ſolches Zeichen/ ſonder ſahen/ daß ich gantze vnbeſchaͤdigte Haͤnd hatte/ ſo lieſſen ſie mich widerumb frey vnd ledig/ vnd ich kam wider zu meiner Geſellſchafft dem Eſeltreiber vnd den zwen Prieſtern. | Die zwei Priester / welche mit uns gingen / rezitierten ihre horas, und ich betrachtete mein Unglück / unversehens aber sahen wir vier reitende Schören zu uns kommen / in Meinung / einen jungen Buben / der seinem Herrn viel Kleinod gestohlen / nachzueilen / und als sie mich sahen / vermeinten sie dass sie den rechten Gesellen ertappt hatten / griffen mich derentwegen an / banden mir meine Hände / und wollten mich hinwegführen / dermaßen groß ist die Unbescheidenheit / Grobheit und Tyrannei der Schören und Gerichtsdiener: Letztlich aber erinnerten sie sich / dass der Bub / welchen sie suchten / keinen Daumen an der linken Hand hatte / und weil derentwegen sie an mir kein solches Zeichen / sonder sahen / dass ich ganze unbeschädigte Hände hatte / so ließen sie mich wiederum frei und ledig / und ich kam wieder zu meiner Gesellschaft dem Eseltreiber und den zwei Priestern. | de | de | de | 1 | 4.3967 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 211 | 1,615 | Capvt V. | Capvt V. | en | en | no | 0 | 9.0409 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 212 | 1,615 | Guſman wirdt durch einen from̃en Prieſter heylſamblich vnderwiſen. | Gusman wird durch einen frommen Priester heylsamblich unterwiesen. | de | de | de | 1 | 6.0362 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 213 | 1,615 | DER ein Prieſter ſchawte mich eygentlich an/ hatte ein mitleyden mit meiner zarten Jugendt/ vnd ſpꝛach: | Der ein Priester schaffte mich eigentlich an / hatte ein mitleiden mit meiner zarten Jugend / und sprach: | de | de | de | 1 | 6.0727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 214 | 1,615 | Mein Kind/ ich ſihe vnd erkeñe die gꝛoſſe gefahꝛ vnd vnheyl/ welches dir beuoꝛ ſtehet/ dañ du biſt je noch ein junges Buͤbel/ Vatter vnd Herꝛnloß. | Mein Kind / ich siehe und erkenne die große Gefahr und Unheil / welches dir bevor steht / dann du bist je noch ein junges Bübchen / Vater und Herrenlos. | de | de | de | 1 | 5.4694 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 215 | 1,615 | Damit derwegen du dich aller orten deſto beſſer huͤten vnd fuͤrſehen moͤgeſt/ ſo merck auff mein Wort/ vnnd folge meinem Rath. | Damit derentwegen du dich aller Orten desto besser hüten und vorsehen mögest / so merke auf mein Wort / und folge meinem Rat. | de | de | de | 1 | 5.0681 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 216 | 1,615 | Vor allen dingen ſey Gottsfuͤrchtig/ dann wirſtu dich in der Gottsforcht nit ſtaͤt vnd feſt halten/ ſo wird dirs vbel gehen/ allhie zeitlich vnd dort ewigklich. | Vor allen Dingen sei Gottesfürchtig / dann wirst du dich in der Gottsfurcht nicht stet und festhalten / so wird dir es übel gehen / allhier zeitlich und dort ewiglich. | de | de | de | 1 | 4.9959 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 218 | 1,615 | Dreyerley guͤter hat der Menſch von GOtt empfangen/ nemblich die Guͤter deß Gemuͤts/ die Guͤter deß Leibs/ vnd die Guͤter deß Gluͤcks/ alle dieſelbige verliereſtu durch begehung einer ſuͤnd/ vnd macheſt dich ſelbſt zu einen Sclauen deß Teuffels. | Dreierlei Güter hat der Mensch von Gott empfangen / nämlich die Güter des Gemüts / die Güter des Leibs / und die Güter des Glücks / alle dieselbige verlierest durch Begehung einer Sünde / und machest dich selbst zu einen Sklaven des Teufels. | de | de | de | 1 | 4.2568 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 219 | 1,615 | Drittens huͤte dich vor boͤſer geſellſchafft/ wie voꝛm hoͤlliſchen Fewꝛ/ dañ wer das Bech beruͤhret/ der wirdt daruon beſudelt/ ſonder ſchlage dich allzeit zu den Frommen/ vnd hab gemeinſchafft mit den Freunden Gottes/ dañ mit den Heiligen wirſtu heilig/ vnnd mit den vnſchuldigen vnſchuldig ſein/ vnd durch jhre heylſame Lehꝛ vnd warnungen/ wirſtu abgehalten werden von deinem boͤſen vorhaben/ vnd durch jhꝛ Exempel/ wirſtu ermahnt zum guten. | Drittens hüte dich vor böser Gesellschaft / wie vorm höllischen Feuer / dann wer das Bech berühret / der wird davon besudelt / sonder schlage dich allzeit zu den Frommen / und habe Gemeinschaft mit den Freunden Gottes / dann mit den Heiligen wirst du heilig / und mit den unschuldigen unschuldig sein / und durch ihre heilsame Lehre und Warnungen / wirst du abgehalten werden von deinem bösen vorhaben / und durch ihr Exempel / wirst du ermahnt zum guten. | de | de | de | 1 | 4.5981 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 220 | 1,615 | Viertens rathe ich dir/ daß du dich enthalteſt der gemeinſchaft der vnkeuſchen Weiber/ dann nur einem einigen iſts mit jhnen wol ergangen/ vñ derſelb ward gehenckt. | Viertens rate ich dir / dass du dich enthaltest der Gemeinschaft der unkeuschen Weiber / dann nur einem einigen ist es mit ihnen wohl ergangen / und derselbe wurde gehängt. | de | de | de | 1 | 4.7441 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 221 | 1,615 | Beſchließlichen/ gedencke offtermals an den Todt/ vnd daß du/ ob ſchon du noch jung biſt/ doch entweder bald oder ehender/ denn du vermeinſt/ ſterben werdeſt: Betrachte den Spruch Salomonis: | Beschließlichen / gedenke öftermals an den Tod / und dass du / ob schon du noch jung bist / doch entweder bald oder eher / denn du vermeinst / sterben werdest: Betrachte den Spruch Salomonis: | de | de | de | 1 | 5.4933 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 222 | 1,615 | Lætare iuuenis in adoleſcentia tua, & in bono ſit cor tuum, in diebus iuuentutis tuæ: | Laetare iuuenis in adolescentia tua, & in bono sit cor tuum, in diebus iuuentutis tuae: | no | la | la | 0 | 5.7 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 223 | 1,615 | & ambula in viis cordis tui, & in intuitu oculorum tuorum: | & ambula in viis cordis tui, & in intuitu oculorum tuorum: | la | la | la | 0 | 7.0685 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 224 | 1,615 | & ſcito quia pro his omnibus adducet te Deus in iudicium: | & scito quia pro his omnibus adducet te Deus in iudicium: | en | la | la | 0 | 6.2962 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 225 | 1,615 | Als wolte er ſagen: | Als wollte er sagen: | de | de | de | 1 | 3.3964 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 226 | 1,615 | Ob ſchon du noch jung biſt/ ſo ergib dich doch nicht den Laſtern/ Eytelkeiten vnd Leibs wolluͤſten/ dann GOtt wirdt dich vor Gericht ſtellen/ ſtrenge Rechenſchafft von dir fordern/ vnnd dich ſtraffen nach deinen Verdienſten: | Ob schon du noch jung bist / so ergib dich doch nicht den Lastern / Eitelkeiten und Leibs Wollüsten / dann Gott wird dich vor Gericht stellen / strenge Rechenschaft von dir fordern / und dich strafen nach deinen Verdiensten: | de | de | de | 1 | 4.9629 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 227 | 1,615 | Vmb wie vil mehr auch du dich in den wolluͤſten erhoͤcht vnnd erluſtigt haſt/ vmb ſo vil deſto mehꝛer vnd groͤſſere Marter vnd Qual wirdt dir angethan werden. | Um wie viel mehr auch du dich in den Wollüsten erhöcht und erlustigt hast / um so viel desto Mehrer und größere Marter und Qual wird dir angetan werden. | de | de | lb | 0.667 | 5.5372 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 228 | 1,615 | Diſes waren die Wort deß from̃en Prieſters/ vnnd wolte GOtt/ ich hette ſie zu Hertzen gefuͤhꝛt/ vnnd behalten/ aber ich war noch vil zu jung vnd wild/ ſie zu faſſen. | Dieses waren die Wort des frommen Priesters / und wollte Gott / ich hätte sie zu Herzen geführt / und behalten / aber ich war noch viel zu jung und wild / sie zu fassen. | de | de | de | 1 | 4.7511 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 229 | 1,615 | Capvt VI. | Capvt VI. | en | en | bg-Latn | 0 | 9.5503 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 230 | 1,615 | Guſman dienet einem Wirth auffm Gey. | Gusman dient einem Wirt aufm Gei. | de | de | de | 1 | 8.2018 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 231 | 1,615 | MJt obbemelter meiner Geſellſchafft raiſte ich zwoͤlff meil wegs/ vnd weil mein Beutel allbereit laͤr/ vnd mein Leib vnd Glieder muͤd vnnd math woꝛden/ ſo ging es mir eben wie einem krancken oder kretzigen Hund/ welcher von allen Hunden angebellt wird/ vnd der jhnen allen die Zaͤhne zeigt/ aber doch niemande beiſſet: | Mit bemehlter meiner Gesellschaft reiste ich zwölf Meilen Wegs / und weil mein Beutel allbereits leer / und mein Leib und Glieder müde und matt worden / so ging es mir eben wie einem kranken oder krätzigen Hund / welcher von allen Hunden angebellt wird / und der ihnen allen die Zähne zeigt / aber doch niemand beißet: | de | de | de | 1 | 4.874 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 232 | 1,615 | Dañ die muͤheſeligkeiten vmbgaben mich/ jederman ſtach auff mich/ vnnd ſpottete meiner/ ſeytemal ich kein Gelt hatte/ damals erkeñte ich/ was ein haͤller ſeye/ vnd was geſtalt der jenig/ der jhne nit gewiñet/ ſeiner nit achtet/ wie auch ſeinen werth nit weiſt/ ſo lang jhm nichts mangelt: | Dann die Mühseligkeiten umgaben mich / jedermann stach auf mich / und spottete meiner / sintemal ich kein Geld hatte / damals erkannte ich / was ein Heller sei / und was Gestalt der jenig / der ihn nicht gewinnet / seiner nicht achtet / wie auch seinen wert nicht weist / so lang ihm nichts mangelt: | de | de | de | 1 | 5.0677 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 233 | 1,615 | Diſes war nun das erſte mal/ dz ich der laidigen Armut vnder Augen ſahe: damals erkente ich jre Ziffer/ aber hernacher betrachtete ich jre effecten vnnd wirckungen/ was nemblich ſie fuͤr ſchaͤndliche ding begehe/ wz ſie fuͤr boͤſe einbildungẽ veꝛuꝛſache/ wz ſie fuͤꝛ vnehꝛ vñ boͤſe ſtuck ſollicitire, vnd was ſie fuͤr vnmuͤgliche ding ſich vnderfahe. | Dieses war nun das erste Mal / das ich der leidigen Armut unter Augen sah: damals erkennte ich ihre Ziffer / aber hernach betrachtete ich ihre Effekten und Wirkungen / was nämlich sie für schändliche Ding begehe / was sie für böse Einbildungen verursache / was sie für Unehre und böse Stück sollizitiere, und was sie für unmögliche Ding sich vnderfahe. | de | de | de | 1 | 5.068 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 234 | 1,615 | Damals ſahe vnd befand ich/ wz maſſẽ vnſere mutter die natur ſich mit gar wenigẽ laͤſt benuͤgen/ vñ ob ſie ſchon meniglichẽ vil gibt/ doch niemand zu friden iſt/ ſonder ſein noth vñ armut beklaget. | Damals sah und befand ich / was Maßen unsere Mutter die Natur sich mit gar wenigen lässt begnügen / und ob sie schon menniglichen viel gibt / doch niemand zu Frieden ist / sonder sein Not und Armut beklagt. | de | de | de | 1 | 6.1757 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 235 | 1,615 | Jch ſahe klaͤrlich was geſtalt das widerwertige Gluͤck die Menſchen fuͤrſichtig machet: | Ich sah klärlich was Gestalt das widerwärtige Glück die Menschen vorsichtig macht: | de | de | de | 1 | 7.0986 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 236 | 1,615 | Damals gedunckte mich/ daß ich ein newes Liecht ſahe/ dann wie in einem klaren Spiegel repræſentirte ſich mir das vergangne/ das gegenwertige/ vnd dz zukuͤnfftige: | Damals gedunkte mich / dass ich ein neues Licht sah / dann wie in einem klaren Spiegel repräsentierte sich mir das vergangene / das gegenwärtige / und das zukünftige: | de | de | de | 1 | 5.243 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 237 | 1,615 | Biß dato war ich gleichſamb nur ein junges Fuͤllel/ einer Witfrawen Sohn vñ ein verwent es vbel/ vnderwiſenes Kindt geweſt/ das Alter/ der verſtand vnd die erfahrenheit gingen mir ab/ vnd das aller aͤrgiſte war/ daß ich keinen einigen Menſchen hatte/ der mir etwan einen guten Rath hette gegeben/ derwegen wuſte ich je nit/ was ich thun ſolte/ Nicht gern wolte ich weiter fort reiſen/ dann ich hatte kein zehrung: Widerumb zu ruck zu gehen/ ſchaͤmte ich mich/ O wie vil Menſchen hab ich verderbẽ ſehen wegen deß bloſſen ſchemens/ O wie vil feine Jungfrawẽ habẽ vnderlaſſen Jungfrawen zu ſein/ O wie vil außgelihenes Gelt wirt verlorẽ/ keiner andern vꝛſachen halben/ als weil man ſich ſchemet/ es widerumb vom Freund abzufordern. | Bis dato war ich gleichsam nur ein junges Füllel / einer Witfrauen Sohn und ein verwend es übel / unterwiesenes Kind gewesen / das Alter / der verstand und die Erfahrenheit gingen mir ab / und das aller ärgiste war / dass ich keinen einigen Menschen hatte / der mir etwan einen guten Rat hätte gegeben / derentwegen wusste ich je nicht / was ich tun sollte / Nicht gern wollte ich weiter fort reisen / dann ich hatte kein Zehrung: wiederum zu Ruck zu gehen / schämte ich mich / O wie viel Menschen habe ich verderben sehen wegen des bloßen Schämens / O wie viel feine Jungfrauen haben unterlassen Jungfrauen zu sein / O wie viel ausgeliehenes Geld wird verloren / keiner anderen Ursachen halben / als weil man sich schämet / es wiederum vom Freund abzufordern. | de | de | de | 1 | 5.1115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 238 | 1,615 | Die verecundia oder geſchaͤmigkeit iſt beſchaffen wie ein geſtricktes Netz/ welches/ wann ein einiger Faden bricht/ alsdann alles auffgeloͤſt wirdt: | Die verecundia oder Geschämigkeit ist beschaffen wie ein gestricktes Netz / welches / wann ein einiger Faden bricht / alsdann alles aufgelöst wird: | de | de | de | 1 | 6.0844 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 240 | 1,615 | Der Koͤnig war auch noch jung/ vñ hatte erſt newlich geheurat: | Der König war auch noch jung / und hatte erst neulich geheiratet: | de | de | lb | 0.667 | 5.4161 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 241 | 1,615 | Es gedunckte mich/ daß man ſich vmb mein feine vnnd ſchoͤne Perſon ſehr reiſſen/ vnd ein jeglicher mich gern haben vnd annemmen wuͤrde. | Es gedunkte mich / dass man sich um mein feine und schöne Person sehr reißen / und ein jeglicher mich gernhaben und annehmen würde. | de | de | de | 1 | 6.059 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 242 | 1,615 | O wie vil vnnd ſeltzame ding begegnen den einfaͤltigen jungen Leuten/ O wie weit ſeind die gedancken von den wercken: | O wie viel und seltsame Ding begegnen den einfältigen jungen Leuten / O wie weit sind die Gedanken von den Werken: | de | de | de | 1 | 5.7361 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 243 | 1,615 | O wie leichtlich nimbt jhm der Menſch etwas fuͤr/ aber ſehr ſchwerlich richtet ers zu Werck: | O wie leichtlich nimmt ihm der Mensch etwas für / aber sehr schwerlich richtet er es zu Werk: | de | de | de | 1 | 5.8687 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 244 | 1,615 | Damals bawete ich Schloͤſſer im Sandt/ ich machte mir fantaſtiſche chymeras, vil ding nam ich mir fuͤr/ aber es ging alles zu ruck/ vnd gewann den Krebsgang: | Damals baute ich Schlösser im Sandte / ich machte mir fantastische chymeras, viel Ding nahm ich mir für / aber es ging alles zu Ruck / und gewann den Krebsgang: | de | de | de | 1 | 6.1963 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 245 | 1,615 | Alle meine imaginationes, einbildungen vñ fuͤrſatz waꝛen eytel/ vergeblich vnd ein betrug/ dañ ich bawte auff den Sandt/ vnd nicht auff die Gottsfoꝛcht/ ich wuſte nit/ was Gottsforcht war/ vnd meine Eltern hatten mich nit drin vnderwiſen/ noch darzu erzogen/ derwegen bettete ich weder deß Morgens noch deß Abends/ vnd hoͤrte niemaln Meß: | Alle meine imaginationes, Einbildungen und Vorsatz waren eitel / vergeblich und ein betrug / dann ich baute auf den Sandte / und nicht auf die Gottsfurcht / ich wusste nicht / was Gottsfurcht war / und meine Eltern hatten mich nicht drin unterwiesen / noch dazu erzogen / derentwegen betete ich weder des Morgens noch des Abends / und hörte niemals Messe: | de | de | de | 1 | 4.8216 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 246 | 1,615 | Weil dann das Fundament aller meiner Anſchlaͤg vnnd vorhaben boͤß war/ ſo iſt kein wunder/ daß jhre effecten vnnd wirckungen laͤr außgingen. | Weil dann das Fundament aller meiner Anschläge und vorhaben böse war / so ist kein Wunder / dass ihre Effekten und Wirkungen leer ausgingen. | de | de | de | 1 | 5.5057 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 247 | 1,615 | O wie gluͤckſelig ſeind die Kindeꝛ/ denen Gott jhre Eltern ſo lang leben laͤſt/ von denen ſie Gottsfoͤꝛchtiglich erzogen werden/ vnnd ſo weit kommen/ daß ſie jhre Nahrung ſelbſt gewinnen koͤnnen/ vnd nit gezwungen werden/ den frem̃den in die haͤnd zu ſehen/ vnd hin vnd wider elendiglich vmbzuſtoͤꝛtzen. | O wie glückselig sind die Kinder / denen Gott ihre Eltern so lang leben lässt / von denen sie Gottesfürchtig erzogen werden / und so weit kommen / dass sie ihre Nahrung selbst gewinnen können / und nicht gezwungen werden / den fremden in die Hände zu sehen / und hin und wieder elendiglich umzustürzen. | de | de | de | 1 | 3.9936 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 248 | 1,615 | Jnmaſſen mir widerfahren/ dañ als ich meinen weg foꝛt reiſẽ wolte/ ſahe ich zwen Fuhrleut voꝛan fahren/ denen eylte ich nach/ biß ich ſie ertapte/ vñ ſampt jhnen in die Herberg kam: | In Maßen mir widerfahren / dann als ich meinen weg fort reisen wollte / sah ich zwei Fuhrleut voranfahren / denen eilte ich nach / bis ich sie ertappte / und samt ihnen in die Herberge kam: | de | de | de | 1 | 4.7501 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 249 | 1,615 | Daſelbſt demuͤtigte ich mich/ halff jhnen jre Roß abſpannen/ in den Stall fuͤhren vnd fuͤtern in hoffnung/ ſie wuͤrden mir etwann ein ſtuck Brot geben/ aber ſie waren vil zu geitzig vnnd vnbarmhertzig/ vnd gaben mir nichts/ vnangeſehen ich mich/ als ſie am Tiſch ſaſſen/ gerad gegen jhnen vber auff einen block niderſetzte vnd jhnen ſuͤndlich zuſchawte: biß letztlichen ein Barfuſſer kam/ vnd ſich niderſetzte/ Brot vnd Speck auß ſeinem Sack herfuͤr zohe/ vnnd ſein Mahlzeit verrichtete. | Daselbst demütigte ich mich / half ihnen ihre Ross abspannen / in den Stall führen und füttern in Hoffnung / sie würden mir etwan ein Stück Brot geben / aber sie waren viel zu geizig und unbarmherzig / und gaben mir nichts / unangesehen ich mich / als sie am Tisch saßen / gerade gegen ihnen über auf einen block niedersetzte und ihnen sündlich zuschaute: bis letztlichen ein Barfusser kam / und sich niedersetzte / Brot und Speck aus seinem Sack herfür zog / und sein Mahlzeit verrichtete. | de | de | de | 1 | 5.1986 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 250 | 1,615 | Vnd weil ich jhne auß lauter ſcham oder verzagtheit nit bitten doꝛffte mit Woꝛten/ ſo bate ich jhne mit den Augen/ deß er mir doch vmb Gottes willen ein biſſel Brots mittheilen wolte: | Und weil ich ihn aus lauter Scham oder Verzagtheit nicht bitten durfte mit Worten / so bat ich ihn mit den Augen / des er mir doch um Gottes willen ein bissel Brots mitteilen wollte: | de | de | de | 1 | 5.3971 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 251 | 1,615 | Der fromm Muͤnch verſtundt mich geſchwindt/ vnnd theilte mir trewlich mit/ alles was er hatte: | Der fromm Münch verstand mich geschwind / und teilte mir treulich mit / alles was er hatte: | de | en | de | 0.667 | 5.1906 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 252 | 1,615 | Dardurch ward ich dermaſſen geſterckt/ daß ich meinen weg foꝛt paſſieren konte/ vnd als ich deß Abends in die Herberg kam/ begerte der Wirth zwen Kreutzer fuͤr die Nachtherberg/ aber weil ich nichts hatte zu zahlen/ ſo fragte er mich von wañen ich were/ vnd ob ich nicht luſt hette jhm zu dienen? | Dadurch wurde ich dermaßen gestärkt / dass ich meinen weg fort passieren konnte / und als ich des Abends in die Herberge kam / begehrte der Wirt zwei Kreuzer für die Nachtherberge / aber weil ich nichts hatte zu zahlen / so fragte er mich von wannen ich wäre / und ob ich nicht Lust hätte ihm zu dienen? | de | de | de | 1 | 4.2124 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 253 | 1,615 | Jch gab jhm zur antwoꝛt: | Ich gab ihm zur Antwort: | de | de | de | 1 | 4.0122 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 254 | 1,615 | Ja/ gar gern: Jch blib ein zeitlang bey jhm vnnd lehrnete/ wie man den Habern mit warmem waſſer netzen ſolle/ damit er auffgeſchwuͤlle/ Jtem wie man jhne faͤlſchlich meſſen/ mit doppelter Kreiden anſchreiben/ den Wein buttern/ vnnd die Gaͤſt ſchinden vñ vbernemmen ſolte: | Ja / gar gern: Ich blieb ein Zeitlang bei ihm und lernte / wie man den Habern mit warmem Wasser netzen solle / damit er auffgeschwülle / Item wie man ihn fälschlich messen / mit doppelter Kreiden anschreiben / den Wein buttern / und die Gäste schinden und übernehmen sollte: | de | de | de | 1 | 5.5678 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 255 | 1,615 | Deßgleichen erfuhꝛ ich/ dz die Wein ſchwim̃en koͤñen/ dañ ſonſten ertruncken ſie/ weil die Wirth ſo vil Waſſer zu gieſſen. | Desgleichen erfuhr ich / das die Wein schwimmen können / dann sonsten ertrunken sie / weil die Wirt so viel Wasser zu gießen. | de | de | de | 1 | 5.8928 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 256 | 1,615 | Jhꝛer vil vnd zwar die verſtaͤndigſten/ bezahlten ohne Widerꝛed alles wz wirfoꝛderten/ ſamb waͤre es ein Gebott der Obrigkeit/ dann die wort der Wirthen ſeind gleichſam̃ ſententiæ diffinitiuæ, darwider hilfft kein ſuppliciren noch repliciren, Sonder es heiſt: | Ihrer viel und zwar die verständigsten / bezahlten ohne Widerrede alles was wir forderten / samt wäre es ein Gebot der Obrigkeit / dann die Wort der Wirten sind gleichsam sententiae diffinitiuae, dawider hilft kein supplizieren noch replizieren, Sonder es heißt: | de | de | de | 1 | 6.1435 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 257 | 1,615 | Thu den Beutel auff/ vnnd zahle. | Tue den Beutel auf / und zahle. | de | de | de | 1 | 5.8162 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 258 | 1,615 | Etliche andere verwaigerten ſichs/ aber es halff nichts/ dann die Schoͤꝛgen ſeind geſchwind verhanden/ vnnd machen jhnen ein boͤſes ſpiel: | Etliche andere verweigerten sich es / aber es half nichts / dann die Schören sind geschwind vorhanden / und machen ihnen ein böses Spiel: | de | de | de | 1 | 5.1958 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 259 | 1,615 | O was fuͤr Tyranneyen/ Buͤbereyen/ vnuerſchambtheiten/ Diebereyẽ/ Schindereyen vnnd Boßheiten gehen in den Wirtshaͤuſern fuͤr/ man foͤꝛchtet weder Gott noch die iuſtici wegen der ſo groſſen ſchindereyen der Wirthen/ werden entweder bißweilen die Straſſen gar vmbgangen/ oder die Kauffmanſchafft gar eingeſtelt/ dann ſie ſeind ſchier nichts anders/ als offentliche Dieb vnd Rauber: | O was für Tyranneien / Bübereien / Unverschämtheiten / Diebereien / Schindereien und Bosheiten gehen in den Wirtshäusern für / man fürchtet weder Gott noch die iustici wegen der so großen Schindereien der Wirten / werden entweder bisweilen die Straßen gar umgangen / oder die Kaufmannschaft gar eingestellt / dann sie sind schier nichts anders / als öffentliche Dieb und Räuber: | de | de | de | 1 | 5.0317 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 260 | 1,615 | Jch ſelbſt habs mit meinen Augen geſehen/ habs erfahꝛen vnnd darzu geholffen: | Ich selbst habe es mit meinen Augen gesehen / habe es erfahren und dazu geholfen: | de | de | de | 1 | 5.0704 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 261 | 1,615 | Nichts weꝛe ſchier nothwendiger/ als eben ein gute reformation der Wegen/ Prucken vnd ſonderlich der Wirtshaͤuſer. | Nichts were schier notwendiger / als eben ein gute Reformation der Wegen / Brücken und sonderlich der Wirtshäuser. | de | de | de | 1 | 7.269 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 262 | 1,615 | Capvt VIII. | Capvt VIII. | en | en | sr | 0 | 10.0601 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 263 | 1,615 | Guſman kombt gen Madril/ vnd wirdt ein Picaro, oder ein Schwarack. | Gusman kommt gen Madrid / und wird ein Picaro, oder ein Schwarack. | de | de | de | 1 | 6.9423 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 264 | 1,615 | DAs vnruͤhige vnd gottloſe Leben der Wirthſchafft gefiel mir je lenger je weniger/ dann es kamen bißweiln junge Knaben zu vns zur Herberg/ dern etliche hatten Gelt/ etliche hatten keins/ etliche bettelten vnd zohen alle foꝛt. | Das unruhige und gottlose Leben der Wirtschaft gefiel mir je länger je weniger / dann es kamen bisweilen junge Knaben zu uns zur Herberge / deren etliche hatten Geld / etliche hatten keins / etliche bettelten und zogen alle fort. | de | de | de | 1 | 5.3425 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 265 | 1,615 | Da gedachte ich bey mir ſelbſt: Guſman/ was macheſtu? warumb biſtu ſo gar verzagt? warumb verligſtu dich allhie bey diſem ſchinderiſchen Wirth? warumb zeuchſtu nit auch weiter? warumb trachteſtu nit auch nach anderm vnd mehrerm: | Da gedachte ich bei mir selbst: Gusman / was machest? warum bist du so gar verzagt? warum verliegst dich allhier bei diesem Schinderischen Wirt? warum ziehst du nicht auch weiter? warum trachtest nicht auch nach anderem und mehrerem: | de | lb | de | 0.667 | 4.9032 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 266 | 1,615 | Letztlichen zeigte ich dem Wirth vnnd ſeiner Arbeit die Feygen/ zohe von jhm/ vnnd als ich mein bey jhm erobertes Gelt verzehꝛt hatte/ fing ich an zu betteln/ weil aber eben damals der liebſelig Getraidt vbel gerathen/ vnnd aller Orten ein groſſe Thewrung verhanden war/ ſo gab man deſto weniger Almuſen. | Letztlich zeigte ich dem Wirt und seiner Arbeit die Feigen / zog von ihm / und als ich mein bei ihm erobertes Geld verzehrt hatte / fing ich an zu betteln / weil aber eben damals der liebselig Getreide übel geraten / und aller Orten ein große Teuerung vorhanden war / so gab man desto weniger Almosen. | de | de | de | 1 | 5.2661 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 267 | 1,615 | Weil dann das bitten vnnd begeren mir wenig halff/ ſo ward ich gleichſamb gezwungen/ mein Kleyd anzugreiffen/ vnd meiſten theils zu verkauffen/ dañ es heiſt: vt vitam redimas, Schuch/ Bruch & omnia vendas. | Weil dann das bitten und Begehren mir wenig half / so wurde ich gleichsam gezwungen / mein Kleid anzugreifen / und meisten teils zu verkaufen / dann es heißt: ut vitam redimas, Schuh / Bruch & omnia vendas. | de | de | de | 1 | 6.2417 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 268 | 1,615 | Dannenhero als ich gen Madril kam/ befandt ich mich nur in einem bloſſen Hemmet/ vnd ſo gar war daſſelb allerding zerꝛiſſen vnd vnflaͤtig/ vnd ob derwegen ſchon ich gern etwan einẽ Herꝛn gedient hette/ ſo wolte mir doch niemand trawen/ dann man hielt mich fuͤꝛ einẽ Picaro oder Schwaracken/ der kein nutz were. | Dannenher als ich gen Madrid kam / befand ich mich nur in einem bloßen Hemd / und so gar war dasselbe allerdings zerrissen und unflätig / und ob derentwegen schon ich gern etwan einen Herrn gedient hätte / so wollte mir doch niemand trauen / dann man hielt mich für einen Picaro oder Schwaracken / der kein Nutz wäre. | de | de | de | 1 | 5.72 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 269 | 1,615 | Das verurſachte mich/ daß ich mich in die loͤbliche Picariſchzunfft oder geſellſchafft begab/ dañ die ſcham hatte ich allbereit auffm weg verlohꝛen/ dann weil ich zu Fuß gehen muſte/ ſo war ſie mir vil zu ſchwer zu tragen/ derwegen ließ ich ſie fahren/ vñ bekleidete mich mit der vnuerſcham̃theit/ dann vnmuͤglich iſts/ daß der hunger vñ die ſcham gute fꝛeunde vnd beyſammen ſeyen: | Das verursachte mich / dass ich mich in die löbliche Picarischzunfft oder Gesellschaft begab / dann die Scham hatte ich allbereits aufm weg verloren / dann weil ich zu Fuß gehen musste / so war sie mir viel zu schwer zu tragen / derentwegen ließ ich sie fahren / und bekleidete mich mit der Unverschämtheit / dann unmöglich ist es / dass der Hunger und die Scham gute freunde und beisammen seien: | de | de | de | 1 | 4.9818 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 270 | 1,615 | Diſer vꝛſachen halben ſchlug vñ verfuͤgte ich mich zu etlichen andern jungen Knabatzen meines gleichen/ halff jnen arbeiten/ folgte jhnen in allen dingen/ thate wie ſie/ ging auch mit jhnen hin vnd wider betteln/ vnd ſamblete vil Realn. | Dieser Ursachen halben schlug und verfügte ich mich zu etlichen anderen jungen Knabatzen meines gleichen / half ihnen arbeiten / folgte ihnen in allen Dingen / tat wie sie / ging auch mit ihnen hin und wieder betteln / und sammelte viel Realen. | de | de | de | 1 | 5.9884 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 271 | 1,615 | Darneben vnderwiſen ſie mich in allerhand Karten: vnnd Wuͤrffelſpieln dermaſſen/ daß ichs ſchier den Eltiſten beuoꝛ thate. | Daneben unterwiesen sie mich in allerhand Karten: und Würfelspielen dermaßen / dass ich es schier den Ältesten bevor tat. | de | de | de | 1 | 6.3607 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 272 | 1,615 | Diſes Picariſche oder ſchwarackiſche Leben gefiel mir ſo gar wol/ daß ichs keins wegs gegen dem vorigen vertauſcht hette: | Dieses Picarische oder schwarackische Leben gefiel mir so gar wohl / dass ich es keins Wegs gegen dem vorigen vertauscht hätte: | de | de | de | 1 | 7.0778 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 273 | 1,615 | Jmmerdar ſpeculirte vñ ſubtiliſirte ich in meinem verſtand je laͤnger je mehꝛ/ vñ ſahe/ was geſtalt man mit einem ſchlechten anfang vil guts zuſam̃en bꝛingen/ vnd ohne begeren/ reich werdẽ konte/ dañ fuͤrwar/ wer erſt andern Leuten in die Haͤnd ſehen muß/ der jſſet das Brot deß Schmertzens vnd Bluts/ vnangeſehen jhms ſo gar ſein leiblicher Vatter gebe. | Immerdar spekulierte und subtilisierte ich in meinem verstand je länger je mehr / und sah / was Gestalt man mit einem schlechten Anfang viel Gutes zusammen bringen / und ohne Begehren / reich werden konnte / dann fürwahr / wer erst anderen Leuten in die Hände sehen muss / der isst das Brot des Schmerzens und Bluts / unangesehen ihms so gar sein leiblicher Vater gebe. | de | de | de | 1 | 5.4252 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 275 | 1,615 | Vnnd ob ſchon/ omne principium graue, der anfang aller guten dingen ſchwer iſt/ ſo wirds doch alles leichter/ wann man nur beſtendiglich beharꝛet: | Und ob schon / omne principium graue, der Anfang aller guten Dingen schwer ist / so wird es doch alles leichter / wann man nur beständig beharret: | de | de | de | 1 | 5.6851 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 276 | 1,615 | Jch gewehnte vnd ſchickte mich allgemach dermaſſen in diſes Picariſche Leben/ daß es mir außbuͤndig wol ſchmeckte/ dañ zu meiner vnd’haltung bedoꝛffte ich weder eins fingerhuts/ noch einer Nadel/ noch einer Zangen/ noch eines Hammers/ noch einer Axt/ ſonder ich brauchte nur ein bloſſe Putte/ Kraͤxen oder Korb/ vnd war aller ſorgen frey. | Ich gewähnte und schickte mich allgemach dermaßen in dieses Picarische Leben / dass es mir ausbündig wohl schmeckte / dann zu meiner und Haltung bedurfte ich weder eins Fingerhuts / noch einer Nadel / noch einer Zangen / noch eines Hammers / noch einer Axt / sonder ich brauchte nur ein bloße Putte / Kraxen oder Korb / und war aller sorgen frei. | de | de | de | 1 | 5.1929 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 277 | 1,615 | Offt gedachte ich an das Leben meines Vatters/ was geſtallt nemblich derſelb ſampt dem Zolner Matthæo am Zoll oder auff der Wechßelbanck/ wie ein Cederbaum/ mitten vnder den Doͤꝛneꝛn/ geſeſſen/ vnd meniglichen mit ſeinen wucheriſchen haͤndeln vil muͤh vñ arbeit gemacht/ vnd verurſacht hatte. | Oft gedachte ich an das Leben meines Vaters / was Gestalt nämlich derselbe samt dem Zolner Matthaeo am Zoll oder auf der Wechselbank / wie ein Kederbaum / mitten unter den Dornen / gesessen / und menniglichen mit seinen wucherischen Händeln viel Mühe und Arbeit gemacht / und verursacht hatte. | de | de | de | 1 | 5.7982 |
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