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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 381 | 1,615 | Was geſtallt Guſman zu Toledo ſich ſtattlich gekleydet vnnd ſein Gelt verbuelt. | Was Gestalt Gusman zu Toledo sich stattlich gekleidet und sein Geld verbuelt. | de | de | de | 1 | 7.6196 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 382 | 1,615 | WAn ſagt/ daß/ ob man ſchon einen Affen in lauter Seiden vnnd Sammet kleidet/ er doch ein Aff ſeye vnnd verbleibe: | Wann sagt / dass / ob man schon einen Affen in lauter Seiden und Samt kleidet / er doch ein Affe sei und verbleibe: | de | de | de | 1 | 5.7545 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 383 | 1,615 | Es mag gleichwol einer einen ha bitũ oder Kleid anlegen/ aber doch wird er darumb nicht deſto beſſer oder anderſt/ weder er zuuor war. | Es mag gleichwohl einer einen ha bist oder Kleid anlegen / aber doch wird er darum nicht desto besser oder anders / weder er zuvor war. | de | de | de | 1 | 7.1219 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 384 | 1,615 | Eben diſes begegnete auch mir/ dann gar baldt werde ich werden ein Galan oder Juncker/ aber baldt hernacher werde ich widerumb ein Ganapan oder Betler. | Eben dieses begegnete auch mir / dann gar bald werde ich werden ein Galan oder Junker / aber bald hernach werde ich wiederum ein Ganapan oder Bettler. | de | de | de | 1 | 5.3204 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 385 | 1,615 | Das aller erſte/ welches ich am morgen fruͤh zu Toledo thate/ war/ daß ich das obuermelte erkauffte Kleyd etlicher maſſen verkehren vnnd veraͤndern ließ/ damit mans nicht kennen/ vnnd man mich villeicht an ſtatt deß vorigen Knabens anſehen vnd ergreiffen moͤchte. | Das allererste / welches ich am morgen früh zu Toledo tat / war / dass ich das obuermelte erkaufte Kleid etlicher Maßen verkehren und verändern ließ / damit man es nicht kennen / und man mich vielleicht anstatt des vorigen Knaben ansehen und ergreifen möchte. | de | de | de | 1 | 6.2334 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 386 | 1,615 | Jn diſem ſchoͤnen Kleyd ging ich zwen Taglang zu Toledo vmb/ vnnd fragte nach der Geſellſchafft der Soldaten/ aber keine waren verhanden/ ward derwegen gezwungen noch laͤnger daſelbſt zu verbleiben. | In diesem schönen Kleid ging ich zwei Taglang zu Toledo um / und fragte nach der Gesellschaft der Soldaten / aber keine waren vorhanden / wurde derentwegen gezwungen noch länger daselbst zu verbleiben. | de | de | de | 1 | 5.4721 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 387 | 1,615 | Einsmals an einem Sontag kam ich in die Kirch vnd hoͤꝛte Meß: folgendts ging ich hin vnnd wider in der Kirchen ſpatzieren/ vnd ſahe letztlichen in einer Capellen etliche ſehr ſchoͤne Frawen/ ſie vñ jederman ſahen mich an/ vñ verwunderten ſich vber meine naͤrꝛiſche ſitten vnd geberden/ dann ich ſtoltzierte vnnd prangte mit meinem Kleyd vnd Federn/ ſamb waͤre ich der Hanen Koͤnig. | Einsmals an einem Sonntag kam ich in die Kirche und hörte Messe: folgend ging ich hin und wieder in der Kirchen spazieren / und sah letztlichen in einer Kapellen etliche sehr schöne Frauen / sie und jedermann sahen mich an / und verwunderten sich über meine närrische Sitten und gebärden / dann ich stolzierte und prangte mit meinem Kleid und Federn / samt wäre ich der Hanen König. | de | de | de | 1 | 4.9992 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 388 | 1,615 | Jhrer eine warff jhr Aug auff mich/ oder/ daß ich recht ſage/ auff mein Gelt/ ich aber nam es nit gewar/ ſonder verwendete meine Augẽ auf ein andere/ welche neben jr ſtund: vnd als dieſelbe heimb ging/ folgte ich jhꝛ von weitem nach/ biß zu jhrem Loſement/ vnd im hinein gehen/ kehꝛte ſie ſich vmb/ zeigte mir ein ſehꝛ freundlichs Angeſicht/ vnnd gruͤſte mich gleichſam̃. | Ihrer eine warf ihr Auge auf mich / oder / dass ich recht sage / auf mein Geld / ich aber nahm es nicht gewahr / sonder verwendete meine Augen auf ein andere / welche neben ihr stand: und als dieselbe heim ging / folgte ich ihr von weitem nach / bis zu ihrem Losament / und im hineingehen / kehrte sie sich um / zeigte mir ein sehr freundliches Angesicht / und grüßte mich gleichsam. | de | de | de | 1 | 4.7134 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 389 | 1,615 | Da fing ich alsbald an in der Lieb zu brinnen/ vnnd wolte allgemach widerumb heimb in mein Loſement gehen/ aber ſahe/ daß ein Magd mir von weitem nachfolgte/ vnnd mir mit dem Kopff vnd Fingern winckte: derwegen wartete ich/ biß ſie zu mir kam/ vnd mir ein langes parlament herein machte/ mit vermelden/ daß ſie einer anſehenlichen Ehefrawen zugehoͤrte/ welche ein verlangen hette zu wiſſen/ wer vñ von wannen ich doch were/ dann ſie etwas ſonderbares mit mir hette zu tractiren: | Da fing ich alsbald an in der Liebe zu brennen / und wollte allgemach wiederum heim in mein Losament gehen / aber sah / dass ein Magd mir von weitem nachfolgte / und mir mit dem Kopf und Fingern winkte: derentwegen wartete ich / bis sie zu mir kam / und mir ein langes Parlament herein machte / mit vermelden / dass sie einer ansehenlichen Ehefrauen zugehörte / welche ein Verlangen hätte zu wissen / wer und von wannen ich doch wäre / dann sie etwas Sonderbares mit mir hätte zu traktieren: | de | de | de | 1 | 5.0976 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 390 | 1,615 | Das hielt ich nun fuͤr ein groſſe Ehr/ vnd hette mein Gluͤck nit vertauſcht gegen dem Gluͤck deß Alexandri Magni, dann es gedunckte mich/ daß alle vnnd jede ſchoͤne Frawen ſich vmb mich riſſen: | Das hielt ich nun für ein große Ehre / und hätte mein Glück nicht vertauscht gegen dem Glück des Alexandri Magni, dann es gedunkte mich / dass alle und jede schöne Frauen sich um mich rissen: | de | de | de | 1 | 5.5656 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 391 | 1,615 | Jn wehrender vnſer conuerſation vnnd vnderꝛedung kamen wir zu meiner Herberg/ dieſelbe ward durch die magd fleiſſig gemerckt/ ich aber nam vrlaub von jhr/ ging heimb vnnd verꝛichtete mein Mahlzeit: | In währender unser Konversation und Unterredung kamen wir zu meiner Herberge / dieselbe wurde durch die Magd fleißig gemerkt / ich aber nahm Urlaub von ihr / ging heim und verrichtete mein Mahlzeit: | de | de | de | 1 | 5.5059 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 392 | 1,615 | weil ich aber nit wuſte/ was diß fuͤr ein Fraw war/ ſo kummerte ich mich nit ſo ſehr vmb ſie/ als vmb die andere/ dann derſelben zu gefallen ging ich voꝛ jhrem Hauß auff vnd nider ſpatzieren/ vber ein kleine Zeit ließ ſie ſich ſehen/ redete mit mir auß dem fenſter/ vnd bate mich letztlichen/ daß ich mit jhr zu nacht eſſen wolte: deſſen frewete ich mich/ ſchickte meinen Diener alsbald hin/ vnnd ließ einen Kaupaun/ zwey Rebhuͤner/ ein Koͤnigel vnd ein flaſchen mit dem beſten Wein holen. | weil ich aber nicht wusste / was dies für ein Frau war / so kümmerte ich mich nicht so sehr um sie / als um die andere / dann derselben zu gefallen ging ich vor ihrem Haus auf und nieder spazieren / über ein kleine Zeit ließ sie sich sehen / redete mit mir aus dem Fenster / und bat mich letztlichen / dass ich mit ihr zu Nacht essen wollte: Dessen freute ich mich / schickte meinen Diener alsbald hin / und ließ einen Kaupaun / zwei Rebhühner / ein Königel und ein Flaschen mit dem besten Wein holen. | de | de | de | 1 | 4.4711 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 393 | 1,615 | Als nun wir vns niderſetzten vnnd eſſen wolten/ klopffte einer gar ſtarck an jrer Haußthuͤr/ da ſtellte ſie ſich/ als were ſie zum hoͤchſten erſchrocken/ vnd ſagte/ daß es jhr Bruder were/ der bißweilen voll vnd doll heimb kaͤme/ vnnd boͤſe haͤndel anrichtete/ derwegen bate ſie mich daß ich mich eylends in einen gꝛoſſen Waſſerkrug/ welcher herauſſen im Fletz ſtund/ verbergen wolte. | Als nun wir uns niedersetzten und essen wollten / klopfte einer gar stark an ihrer Haustür / da stellte sie sich / als wäre sie zum höchsten erschrocken / und sagte / dass es ihr Bruder wäre / der bisweilen voll und doll heim käme / und böse Händel anrichtete / derentwegen bat sie mich dass ich mich eilends in einen großen Wasserkrug / welcher heraußen im Fletts stand / verbergen wollte. | de | de | de | 1 | 5.0433 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 394 | 1,615 | Jch folgte jhrem Rath/ vnd verbarg mich darin: | Ich folgte ihrem Rat / und verbarg mich darin: | de | de | da | 0.667 | 4.7739 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 396 | 1,615 | Alsdann ging ich zornigklich von dannen widerumb in mein Herberg/ legte mich mit hungerigem vnd laͤrem Bauch ins Beth/ vnnd ſuchte den Schlaf zum Troſt meines empfangenen Leydts. | Alsdann ging ich zornig von dannen wiederum in mein Herberge / legte mich mit hungrigem und leerem Bauch ins Bett / und suchte den Schlaf zum Trost meines empfangenen Leids. | de | de | de | 1 | 4.4646 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 397 | 1,615 | Bald hernacher klopffte man an meiner Kam̃erthuͤr/ vnd es war eben die vorbemeldte Magd/ welche miꝛ deß tags zuuoꝛ nachgefolgt war/ vnd ſie kam ſampt jrer Frawen. | Bald hernach klopfte man an meiner Kammertür / und es war eben die vorbemehlte Magd / welche mir des tags zuvor nachgefolgt war / und sie kam samt ihrer Frauen. | de | de | de | 1 | 4.7848 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 398 | 1,615 | Dieſelbe ſetzte ſich alsbald in einen Seſſel/ zum Haupt meines Beths/ die Magd aber ſetzte ſich auff die Erden nah bey der Thuͤr. | Dieselbe setzte sich alsbald in einen Sessel / zum Haupt meines Betts / die Magd aber setzte sich auf die Erden nah bei der Tür. | de | de | de | 1 | 5.0706 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 399 | 1,615 | Die Fraw fing an mich zu fragen/ wer ich waͤre/ was ich allda zu Toledo zu ſchaffen hette/ vnnd wie lang ich daſelbſt gedaͤchte zu verbleiben. | Die Frau fing an mich zu fragen / wer ich wäre / was ich allda zu Toledo zu schaffen hätte / und wie lang ich daselbst gedächte zu verbleiben. | de | de | de | 1 | 4.9476 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 400 | 1,615 | Weil ich aber ein lauter Lugner war/ ſo ſagte ich jhr die Warheit nicht: | Weil ich aber ein lauter Lügner war / so sagte ich ihr die Wahrheit nicht: | de | de | de | 1 | 5.0691 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 401 | 1,615 | Jn wehrender vnſer conuerſation vnd vnderꝛedung/ zohe ſie mit allẽ fleiß etliche koͤſtliche Kleinoder herfuͤr/ zeigte mirs vñ fragte mich/ ob ich mich auff dergleichen ding verſtuͤnde? ſo gar gab ſie mir die Wahl eins daruon zu nemmen/ vnnd von jhrentwegen zu behalten: aber ich ſchlug jhꝛs ab/ vnd bedanckte mich deß guten willens. | In währender unser Konversation und Unterredung / zog sie mit allen Fleiß etliche köstliche Kleinod herfür / zeigte mir es und fragte mich / ob ich mich auf dergleichen Ding verstünde? so gar gab sie mir die Wahl eins davon zu nehmen / und von ihretwegen zu behalten: aber ich schlug ihrs ab / und bedankte mich des guten Willens. | de | de | de | 1 | 4.9727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 402 | 1,615 | Bald drauff ſtellte ſie ſich/ als mengelte jhꝛ ein Kleinot/ vnd zwar das allerliebſte/ welches ſie von jhrem Haußwirth vberkommen gehabt/ derwegen ſtundt ſie geſchwindt auff/ ſamb waͤre jhr vil dran gelegen/ vnnd daß ſie zu Hauß gehen vnd ſehen wolte/ obs villeicht daſelbſt verbliben waͤre/ damit ſie es bey zeiten ſuchen/ vnd widerum̃ zu wegen bꝛingen moͤchte. | Bald drauf stellte sie sich / als mangelte ihr ein Kleinod / und zwar das allerliebste / welches sie von ihrem Hauswirt überkommen gehabt / derentwegen stand sie geschwind auf / samt wäre ihr viel dran gelegen / und dass sie zu Haus gehen und sehen wollte / obs vielleicht daselbst verblieben wäre / damit sie es beizeiten suchen / und wiederum zu wegen bringen möchte. | de | de | de | 1 | 4.8566 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 403 | 1,615 | Ob auch ich ſchon jhr verhieß/ daß ich jhr ein anders ſchenckẽ wolte/ ſo wolte ſie ſich doch lenger nit laſſen auffhalten/ ſonder ging hinweg/ mit vertroͤſtung/ daß ſie mich zu einer andern zeit heim̃ſuchẽ/ mich auch durch die Magd wiſſen laſſen wolte/ ob ſie das Kleinod gefunden. | Ob auch ich schon ihr verhieß / dass ich ihr ein anders Schenken wollte / so wollte sie sich doch länger nicht lassen aufhalten / sonder ging hinweg / mit Vertröstung / dass sie mich zu einer anderen Zeit heimsuchen / mich auch durch die Magd wissen lassen wollte / ob sie das Kleinod gefunden. | de | de | de | 1 | 4.6898 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 404 | 1,615 | Jch ward trawrig/ daß ſie diſer geſtallt von mir ging/ dann ſie war vber alle maſſen ſchoͤn vnd holdſelig. | Ich wurde traurig / dass sie dieser Gestalt von mir ging / dann sie war über alle Maßen schön und holdselig. | de | de | lb | 0.667 | 4.7535 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 405 | 1,615 | Vber ein kleine zeit hernacher kam die Magd wider/ vnnd ſagte mir/ daß jhr Fraw vermeinte/ daß ſie das Kleinod gewißlich bey mir verlohren/ wir alleſampt durchſuchten mein Loſement mit allem fleiß/ fanden aber nichts dergleichen/ derwegen bate mich die Magd/ daß ich doch jhrer Frawen ein anders Kleynod kauffen wolte: | Über ein kleine Zeit hernach kam die Magd wieder / und sagte mir / dass ihr Frau vermeinte / dass sie das Kleinod gewisslich bei mir verloren / wir allesamt durchsuchten mein Losament mit allem Fleiß / fanden aber nichts dergleichen / derentwegen bat mich die Magd / dass ich doch ihrer Frauen ein anderes Kleinod kaufen wollte: | de | de | de | 1 | 5.1942 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 406 | 1,615 | Jch ließ mich vberꝛeden/ ging mit jhr zu einem Jubilirer/ kauffte ein ſchoͤnes Kleynod vmb 20. Ducaten/ ſtellte jhrs zu/ vnnd bate ſie/ daß ſie es jhrer Frawen fleiſſig vberantworten wolte. | Ich ließ mich überreden / ging mit ihr zu einem Jubilierer / kaufte ein schönes Kleinod um 20. Dukaten / stellte ihrs zu / und bat sie / dass sie es ihrer Frauen fleißig überantworten wollte. | de | de | de | 1 | 4.861 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 407 | 1,615 | Das verhieß ſie mir gleichwol trewlich/ aber ſeythero ſahe ich weder ſie noch jhre Fraw. | Das verhieß sie mir gleichwohl treulich / aber seither sah ich weder sie noch ihre Frau. | de | de | de | 1 | 5.3866 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 408 | 1,615 | Diſer betrug hette mich billich ſollen witzig machen/ aber es halff nichts/ dann als ich in der Melancoley hinauß ſpatzieren gehen wolte/ erſahe mich die andere Fraw/ von dern obẽ meldung beſchehen/ winckte mir auß dem fenſter/ vñ gab mir zu verſtehen/ dz ich mich in vnſer L. Frawen Kirch verfuͤgen/ vnd jhꝛer daſelbſt erwarten ſolte: | Dieser Betrug hätte mich billig sollen witzig machen / aber es half nichts / dann als ich in der Melancholie hinaus spazieren gehen wollte / ersah mich die andere Frau / von deren oben Meldung geschehen / winkte mir aus dem Fenster / und gab mir zu verstehen / dass ich mich in unser L. Frauen Kirche verfügen / und ihrer daselbst erwarten sollte: | de | de | de | 1 | 5.0541 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 409 | 1,615 | Deſſen frewete ich mich zum hoͤchſten/ ging vor an/ vnd ſie folgte mir auff dem Fuß nach: | Dessen freute ich mich zum höchsten / ging vor an / und sie folgte mir auf dem Fuß nach: | de | de | de | 1 | 5.2971 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 410 | 1,615 | Kehrte aber zuuor in eines Kauffmans Laden ein/ entſchuldigte ſich gegen mir wegen deſſen/ daß ſie mir die voꝛige Nacht kein beſſere Geſellſchafft hatte geleiſt. | Kehrte aber zuvor in eines Kaufmanns Laden ein / entschuldigte sich gegen mir wegen dessen / dass sie mir die vorige Nacht kein bessere Gesellschaft hatte Geleiste. | de | de | de | 1 | 6.1435 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 411 | 1,615 | Jch glaubte jhren verlognen vnnd falſchen worten/ dann ſie ſchwur vnd verhieß mir/ daß ſie es in der zukuͤnfftigen Nacht alles wider herein bringen wolte. | Ich glaubte ihren verlogenen und falschen Worten / dann sie schwor und verhieß mir / dass sie es in der zukünftigen Nacht alles wieder hereinbringen wollte. | de | de | de | 1 | 4.7881 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 412 | 1,615 | Darneben kauffte ſie etliche ſachen/ ſo vngefaͤhꝛlich biß in 30. Ducaten anlieffen: | Daneben kaufte sie etliche Sachen / so ungefährlich bis in 30. Dukaten anliefen: | de | de | de | 1 | 6.8555 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 413 | 1,615 | Als aber ſie außzahlen ſolte/ fragte ſie den Kauffman/ wie lang er jhr borgen wolte? | Als aber sie auszahlen sollte / fragte sie den Kaufmann / wie lang er ihr borgen wollte? | de | de | de | 1 | 5.1086 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 414 | 1,615 | Der Kauffman antwortet/ daß er jhr nit koͤndte borgen/ fonder bar Gelt haben muͤſte. | Der Kaufmann antwortet / dass er ihr nicht könnte borgen / sonder bar Geld haben müsste. | de | de | de | 1 | 6.4324 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 415 | 1,615 | Da ſprach ich zu jhm: Diſe Fraw ſpottet nur/ dann ſie hat Gelts gnug/ ich hab jren Bentel/ vnd bin jr Rentmeiſter: folgends griffe ich in meinen Sack/ zohe ein Hand voll Ducaten herauß/ bezahlte den Kauffman vnd loͤſte die Fraw auß der ſchuldt/ ſie ging heimb/ vnd ſagte/ daß ſie meiner vmb acht Vhren zu Abends gewiß: vnnd vnfehlbarlich wolte erwarten. | Da sprach ich zu ihm: Diese Frau spottet nur / dann sie hat Geld genug / ich habe ihren Betel / und bin ihr Rentmeister: folgendes griffe ich in meinen Sack / zog ein Hand voll Dukaten heraus / bezahlte den Kaufmann und löste die Frau aus der Schuld / sie ging heim / und sagte / dass sie meiner um acht Uhren zu Abends gewiss: und unfehlbar wollte erwarten. | de | de | de | 1 | 5.5963 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 416 | 1,615 | Jch kam/ klopffte an jhrer Haußthuͤr/ wartete biß in die zwoͤlffte Stund/ vnnd ſahe/ daß es aber mals ein lauter Betrug vnd falſchheit war/ dann der jenig/ welchen ſie fuͤr jhꝛen Bruder außgab/ war jhr Galan, vnnd ſteckte jmmerdar bey jhr: | Ich kam / klopfte an ihrer Haustür / wartete bis in die zwölfte Stunde / und sah / dass es aber Mals ein lauter Betrug und Falschheit war / dann der jenig / welchen sie für ihren Bruder ausgab / war ihr Galan, und steckte immerdar bei ihr: | de | de | de | 1 | 4.8955 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 417 | 1,615 | Wie derwegen ich wider hinweg gehen wolte/ ſahe ich turbam multam vnd vil Schoͤrgen vnd Gerichtsdiener/ welche in diſes Hauß filen/ alle Winckel durchſuchten/ vnnd letztlichen einen zarten Schreiber inn einem groſſen Waſſerkrug/ deßgleichen noch einen andern in einer Truhen fanden/ vnd gefaͤngklich hinweg fuͤhrten: | Wie derentwegen ich wieder hinweggehen wollte / sah ich turbam multam und viel Schören und Gerichtsdiener / welche in dieses Haus vielen / alle Winkel durchsuchten / und letztlichen einen zarten Schreiber in einem großen Wasserkrug / desgleichen noch einen anderen in einer Truhen fanden / und gefänglich hinwegführten: | de | de | de | 1 | 5.7836 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 418 | 1,615 | Da danckte ich Gott/ daß ich nit auch in diß Hauß kommen war/ dañ es mir gewißlich eben ſo vbel als diſen Schreibern ergangen waͤre. | Da dankte ich Gott / dass ich nicht auch in dies Haus kommen war / dann es mir gewisslich eben so übel als diesen Schreibern ergangen wäre. | de | de | de | 1 | 5.1966 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 419 | 1,615 | Capvt XIII. | Capvt XIII. | en | en | sr | 0 | 10.0469 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 420 | 1,615 | Guſman kompt gen Almagro zu einem Hauptman/ vnd wirdt ein Soldat. | Gusman kommt gen Almagro zu einem Hauptmann / und wird ein Soldat. | de | de | de | 1 | 5.5383 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 422 | 1,615 | die gaben jm zur antwoꝛt/ dz ich Dõ Iohan de Guzman hiefſe/ vñ ein anſehenlicher vom Adl were/ derwegen hielt mich der Wirth in hohen ehꝛen. | die gaben ihm zur Antwort / dass ich Do Johan de Guzman hieße / und ein ansehenlicher vom Adel wäre / derentwegen hielt mich der Wirt in hohen ehren. | de | de | de | 1 | 6.2118 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 423 | 1,615 | Vñ weil ich vernom̃en/ dz daſelbſt ein Haupt man verhanden/ der ein Regiment Knechte warb/ ſo verfuͤgte ich mich zu jhm/ vnd erbotte mich jhm zu dienen. | Und weil ich vernommen / dass daselbst ein Haupt man vorhanden / der ein Regiment Knechte warb / so verfügte ich mich zu ihm / und erbot mich ihm zu dienen. | de | de | de | 1 | 5.3889 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 424 | 1,615 | Jch war ſchoͤn gekleidt/ vnnd hatte noch 300. Kronen bey mir/ (dann das vbrige war allbereit theils mit Kleidern/ vnnd theils mit den obberuͤrtẽ ſchoͤnen Frawen aufgangen) derwegen nam mich der Hauptman als bald an/ vnnd erzeigte mir allen guten willen/ ſo gar ſetzte er mich an ſeinen Tiſch ſampt andern vom Adel vnd Befelchshabern. | Ich war schön gekleidet / und hatte noch 300. Kronen bei mir / (dann das Übrige war allbereits teils mit Kleidern / und teils mit den obberührten schönen Frauen aufgegangen) derentwegen nahm mich der Hauptmann als bald an / und erzeigte mir allen guten Willen / so gar setzte er mich an seinen Tisch samt anderen vom Adel und Befehlshabern. | de | de | de | 1 | 5.4197 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 425 | 1,615 | Weil auch er ein Gelt bey mir ſchmeckte/ ſo ſpielte er mit mir anfangs nur vmb ein Pfenning/ folgends vmb Groſchen/ vnd letztlichen vmb Kronen. | Weil auch er ein Geld bei mir schmeckte / so spielte er mit mir anfangs nur um ein Pfennig / folgendes um Groschen / und letztlichen um Kronen. | de | de | de | 1 | 5.5887 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 426 | 1,615 | Dardurch ward mein Beutel je lenger je geringer/ vnd letztlichen gar laͤr. | Dadurch wurde mein Beutel je länger je geringer / und letztlichen gar leer. | de | de | fy | 0.667 | 6.7447 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 427 | 1,615 | Nun kams zu der Muſterung/ vnd als ich gleichfals durchgehen wolte/ ſahe der Commiſſarius mich eigentlich an/ vnd wolte mich wegen meiner groſſen Jugendt/ nit paſſieren laſſen: | Nun Kamms zu der Musterung / und als ich gleichfalls durchgehen wollte / sah der Kommissarius mich eigentlich an / und wollte mich wegen meiner großen Jugend / nicht passieren lassen: | de | de | de | 1 | 5.6923 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 428 | 1,615 | das empfand ich nun billich vnd ſprach zu jhm: Herꝛ/ das Alter iſt gering/ aber das Gemuͤt iſt groß: | das empfand ich nun billig und sprach zu ihm: Herr / das Alter ist gering / aber das Gemüt ist groß: | de | de | de | 1 | 4.9228 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 429 | 1,615 | Mein Arm̃ kan dz ſchwerdt fuͤhꝛen: | Mein Arm kann das Schwert führen: | nl | de | de | 0.667 | 6.0136 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 430 | 1,615 | Er antwortet vnnd ſprach: | Er antwortet und sprach: | de | de | de | 1 | 5.6096 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 431 | 1,615 | ich glaub/ daß wahr ſeye/ was du ſagſt/ aber mein commiſſion bringts nit mit/ daß ich dergleichen ſo gar junge Leuth in der Muſterung paſſiren laſſen ſolle. | ich glaube / dass wahr sei / was du sagst / aber mein Kommission bringt es nicht mit / dass ich dergleichen so gar junge Leute in der Musterung passieren lassen solle. | de | de | de | 1 | 5.3482 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 432 | 1,615 | Weil ich dann ſahe/ daß es andeꝛſt nicht ſein kondte/ ſo muſte ich gedult haben. | Weil ich dann sah / dass es anders nicht sein konnte / so musste ich Geduld haben. | de | de | de | 1 | 4.3001 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 433 | 1,615 | Mein Hauptmann war gleichfalls mit dem Commiſſario deßwegen ſehr vbel zu friden/ aber doch troͤſtete er mich mit deme/ daß er mich in Jtalia zu einem Fenderich machen wolte/ woferꝛn ichs erwarten/ vnd ſo lang bey jm bleiben wuͤrde. | Mein Hauptmann war gleichfalls mit dem Commissario deswegen sehr übel zu Frieden / aber doch tröstete er mich mit dem / dass er mich in Italien zu einem Fenderich machen wollte / wofern ich es erwarten / und so lang bei ihm bleiben würde. | de | de | de | 1 | 5.0802 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 434 | 1,615 | Jch ließ mich vberꝛeden vñ blib bey jhm/ ſo lang biß die Galeren kamen/ vnd das Kriegsvolck in Jtalien fuͤhꝛen ſolten: Jnmittelſt aber thate mein Hauptman nichts anders/ als dominiren/ freſſen/ ſauffen vnnd ſpielen/ deßgleichen verthate ich alles mein zu Toledo geſtohlenes Gelt/ vnd hatte je nichts mehr zu verzehꝛen/ da gedachte ich an den jenigen/ welcher geſagt hat: diues eram iam dudum, fecerunt me tria nudum, Alea, Vina, Venus, tribus his ſum factus egenus. | Ich ließ mich überreden und blieb bei ihm / so lang bis die Galeeren kamen / und das Kriegsvolk in Italien führen sollten: Inmittelst aber tat mein Hauptmann nichts anders / als dominieren / fressen / saufen und spielen / desgleichen vertat ich alles mein zu Toledo gestohlenes Geld / und hatte je nichts mehr zu verzehren / da gedachte ich an denjenigen / welcher gesagt hat: diues eram iam dudum, fecerunt me tria nudum, Alea, Vina, Venus, tribus his sum factus egenus. | de | de | de | 1 | 5.2333 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 435 | 1,615 | Derwegen ward ich nit allein wegen meiner Jugendt veracht/ ſonder auch wegen meiner Armut verwoꝛffen: | Derentwegen wurde ich nicht allein wegen meiner Jugend verachte / sonder auch wegen meiner Armut verworfen: | de | de | de | 1 | 5.6093 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 436 | 1,615 | Dann pauper & vacuus cogitur ire forâs: | Dann pauper & vacuus cogitur ihre foras: | en | la | la | 0 | 7.0524 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 437 | 1,615 | Der freye Tiſch/ welchen ich bey meinem Hauptmann gehabt/ ward mir hinfuͤran abgeſchafft/ meine beſte Freund vnd Tautzbruͤder verlieſſen mich/ vñ ſahen mich vber die Achſſeln an/ niemandt wolte ſchier mehꝛ mit mir reden noch vmbgehen/ ſond’ ich war bey meniglichẽ ſchabab/ keiner andern vꝛſachen halben/ als weil man kein Gelt mehr bey mir wuſte: | Der freie Tisch / welchen ich bei meinem Hauptmann gehabt / wurde mir hinfüran abgeschafft / meine beste Freund und Tautzbrüder verließen mich / und sahen mich über die Achseln an / niemand wollte schier mehr mit mir reden noch umgehen / Sonde ich war bei menniglichen schabab / keiner anderen Ursachen halben / als weil man kein Geld mehr bei mir wusste: | de | de | de | 1 | 5.9945 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 438 | 1,615 | Das war nun mein rechter vnd woluerdienter Lohn. | Das war nun mein rechter und wohlverdienter Lohn. | de | de | de | 1 | 4.1548 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 439 | 1,615 | An ſtatt nun/ daß ich zuuor meinem Hauptmann fuͤr einen Juncker gedient/ mit jhm geſſen/ geſpielt vnnd burſtert hatte/ vnnd man mich nur Don Iohan de Guzman genennt/ nennete er mich hinfuͤran nur Guſmaͤndl/ hielt mich fuͤr ſeinen Buben/ vnnd brauchte mich bißweilen fuͤr einen Kupler/ ja was mehꝛ iſt/ als wir in Jtalien kamen/ ſprach er zu mir: Du Bub/ nunmehr hab ich dich deinem begeren nach/ in Jtalia gebracht/ ich brauche dich ferner nit/ derwegen magſtu dir ein andere gelegenheit ſuchen: | Anstatt nun / dass ich zuvor meinem Hauptmann für einen Junker gedient / mit ihm gegessen / gespielt und bürstet hatte / und man mich nur Don Johan de Guzman genannt / nannte er mich hinfüran nur Gusmändl / hielt mich für seinen Buben / und brauchte mich bisweilen für einen Kuppler / ja was mehr ist / als wir in Italien kamen / sprach er zu mir: Du Bub / nunmehr habe ich dich deinem Begehren nach / in Italien gebracht / ich brauche dich ferner nicht / derentwegen magst du dir ein andere Gelegenheit suchen: | de | de | de | 1 | 5.1839 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 440 | 1,615 | Diſer geſtallt ward ich abdanckt/ vnd erfuhr mit meinem Schaden/ wie wenig man ſich auff Weiber vnnd Herꝛn habe zu verlaſſen. | Dieser Gestalt wurde ich abdankt / und erfuhr mit meinem Schaden / wie wenig man sich auf Weiber und Herrn habe zu verlassen. | de | de | de | 1 | 5.3997 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 441 | 1,615 | Capvt XIV. | Capvt XIV. | en | en | sq | 0 | 10.3933 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 442 | 1,615 | Guſman kompt gen Genua/ fragt ſeiner Freundtſchafft nach/ wirdt aber vbel von jhnen tractirt. | Gusman kommt gen Genua / fragt seiner Freundschaft nach / wird aber übel von ihnen traktiert. | de | de | de | 1 | 6.1479 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 443 | 1,615 | NJchts iſt auff Erden veraͤchtlicher vñ verhaßter/ als eben die armut/ dann ſie iſt der Welt Kchꝛkoth: | Nichts ist auf Erden verächtlicher und verhasster / als eben die Armut / dann sie ist der Welt Kchrkoth: | de | de | de | 1 | 5.7741 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 444 | 1,615 | Wie das vnnutze/ ſtinckende vnd verfaulte Fleiſch verworfen/ vnnd den Hunden fuͤrgeworffen wirdt/ alſo wirdt ein Armer/ ob er ſchon noch ſo verſtaͤndig iſt/ verworffen vnnd von mennigklichen veracht: fuͤr vil ſchaͤdlicher wirde die Armut gehalten/ denn der Todt ſelbſt/ dann das Gelt viuificiret vnnd waͤrmet das Blut/ wer es derwegen nit hat/ der iſt gleichſam ein todter Leib/ der vnder den Lebendigen vmbgehet. | Wie das unnütze / stinkende und verfaulte Fleisch verworfen / und den Hunden vorgeworfen wird / also wird ein Armer / ob er schon noch so verständig ist / verworfen und von menniglichen verachte: für viel schädlicher würde die Armut gehalten / denn der Tod selbst / dann das Geld viuificiret und wärmet das Blut / wer es derentwegen nicht hat / der ist gleichsam ein toter Leib / der unter den Lebendigen umgehet. | de | de | de | 1 | 4.86 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 445 | 1,615 | Aber ein reicher iſt allzeit vnd aller orten willkomb/ lieb vnd angenemb/ vnangeſehen er ein vngeſchickter grober Eſel/ vnnd ein Narꝛ in der Haut iſt: | Aber ein reicher ist allzeit und aller Orten willkommen / lieb und angenehm / unangesehen er ein ungeschickter grober Esel / und ein Narr in der Haut ist: | de | de | de | 1 | 5.39 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 446 | 1,615 | Ein alter gebrauch vnnd gewonheit iſts/ daß mans nur mit der proſperitet vnnd Gluͤckſeligkeit helt/ wo aber bey jemande Armut vnd Vngluͤckſeligkeit verſpuͤrt wirdt/ da wirdt der Sohn verlaſſen vom Vatter/ der Vatter vom Sohn/ der Bruder vom Bruder/ der Freund vom Freund/ Ja ſo gar iſt ein Armer jhm ſelbſt feindt/ vnnd hat einen verdruß vnnd abſcheu an ſeiner eygnen Perſon. | Ein alter Gebrauch und Gewohnheit ist es / dass man es nur mit der Prosperität und Glückseligkeit hält / wo aber bei jemand Armut und Unglückseligkeit verspürt wird / da wird der Sohn verlassen vom Vater / der Vater vom Sohn / der Bruder vom Bruder / der Freund vom Freund / Ja so gar ist ein Armer ihm selbst Feind / und hat einen Verdruss und Abscheu an seiner eigenen Person. | de | de | de | 1 | 4.0861 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 447 | 1,615 | Diſes alles lehrt mich die zeit/ veꝛmittelſt deꝛ diſciplin, diſcurſen, vnd ſie caſtigirte vnnd ſtraffte mich mit vnendtlichen muͤheſeligkeiten. | Dieses alles lehrt mich die Zeit / vermittelst der Disziplin, Diskursen, und sie kastigierte und strafte mich mit unendlichen Mühseligkeiten. | de | de | de | 1 | 4.8453 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 448 | 1,615 | Dañ nach dem mein Hauptman mir den Sack gegeben/ verfuͤgte ich mich gen Genua/ in hoffnung meine Blutsfreunde allda anzutreffen/ vnd groß bey jhnen zu werden/ vnangeſehen auch ich aller zerlumpt vnd zerhadert war/ nit deſto weniger vnderſtundt ich mich/ einer von den alten vnd edlen Gothen zu ſein/ vnd mich zu beruͤhmen/ daß ich den edlen patritijs vnnd Geſchlechtern daſelbſt befreundt waͤre/ derwegen fing ich an/ mich fuͤr den jenigen außzugeben/ der ich war: vnd als ich derwegen dẽ namen meines lieben Vatters nachfragte/ fing jederman an zu lachen/ vnd mich außzuſpoͤtteln/ vnnd ſagten: Du zerrißner Schelm/ biſtu ein Genueſer? einem Huren Sohn ſiheſtu vil gleicher: | Dann nach dem mein Hauptmann mir den Sack gegeben / verfügte ich mich gen Genua / in Hoffnung meine Blutsfreunde allda anzutreffen / und groß bei ihnen zu werden / unangesehen auch ich aller zerlumpt und hadert war / nicht desto weniger Unterstunt ich mich / einer von den alten und edlen Goten zu sein / und mich zu berühmen / dass ich den edlen patritijs und Geschlechtern daselbst befreundet wäre / derentwegen fing ich an / mich für denjenigen auszugeben / der ich war: und als ich derentwegen den Namen meines lieben Vaters nachfragte / fing jedermann an zu lachen / und mich auszuspötten / und sagten: Du zerrissener Schelm / bist du ein Genuesen? einem Huren Sohn siehst viel gleicher: | de | de | de | 1 | 5.0537 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 449 | 1,615 | Vnnd gleichſamb waͤre mein Vatter vor 200. Jahren geſtorben/ fandt ich keinen einigen Menſchen/ der jhm verwandt waͤre. | Und gleichsam wäre mein Vater vor 200. Jahren gestorben / fand ich keinen einigen Menschen / der ihm verwandt wäre. | de | de | de | 1 | 5.8668 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 450 | 1,615 | Letztlichen begegnete mir ein gar alter Mañ/ der hatte einen ſchneeweiſſen langẽ bart/ ein ſehꝛ anſehẽliche geſtalt/ aber ein ſchlangiſches vergifftes vnd falſches hertz/ der ſprach zu mir: | Letztlich begegnete mir ein gar alter Mann / der hatte einen schneeweißen langen Bart / ein sehr ansehenliche Gestalt / aber ein schlangisches vergiftetes und falsches Herz / der sprach zu mir: | de | de | de | 1 | 5.1067 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 451 | 1,615 | Mein Sohn/ ich hab wol etwas von deinem Vatter vnd Freunden gehoͤrt/ daß ſie nemblich die aller edleſten in diſer Statt geweſt/ vñ wofern du allbereit zu nacht geſſen haſt/ ſo gehe mit mir heimb vnd ſchlafe in meinem Hauſe/ Moꝛgen woͤllen wir ferner von der ſachen reden. | Mein Sohn / ich habe wohl etwas von deinem Vater und Freunden gehört / dass sie nämlich die aller edelsten in dieser Stadt gewesen / und sofern du allbereits zu Nacht gegessen hast / so gehe mit mir heim und schlafe in meinem Hause / Morgen wollen wir ferner von der Sachen reden. | de | de | de | 1 | 4.7927 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 452 | 1,615 | Weil dann diſer alte Mann mir ſo gar freundlich zu redete/ vnd dz anſehen eines heiligen Pauli hatte/ ſo trawte ich jhm/ folgte jhm nach/ vnnd hatte einen vil groͤſſern Luſt zu eſſen/ weder zu ſchlafen: dann es tawrte mich mein Gelt/ vnd hette vil lieber auffm Salueblaͤtl oder vmbſonſt geſſen/ dann wir Spanier leben gantz maͤſſigklich/ vnnd eſſen ſehꝛ wenig/ wanns vnſer eigen Gelt koſtet/ aber wann andere Leuth die Zech fuͤr vns bezahlen/ alsdann freſſen wir wie die Geyer/ vnd ſauffen wie die Buͤrſtenbinder. | Weil dann dieser alte Mann mir so gar freundlich zu redete / und das ansehen eines heiligen Pauli hatte / so traute ich ihm / folgte ihm nach / und hatte einen viel größeren Lust zu essen / weder zu schlafen: dann es tawrte mich mein Geld / und hätte viel lieber aufm Salueblätl oder umsonst gegessen / dann wir Spanier leben ganz mäßig / und essen sehr wenig / wann es unser eigen Geld kostet / aber wann andere Leute die Zech für uns bezahlen / alsdann fressen wir wie die Geier / und saufen wie die Bürstenbinder. | de | de | de | 1 | 5.2485 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 453 | 1,615 | Als nun wir in ſein Hauß kamen/ fragte er mich vmb das Spanniſche weſen/ vnd vmb meiner Mutter gelegenheit? | Als nun wir in sein Haus kamen / fragte er mich um das Spanische Wesen / und um meiner Mutter Gelegenheit? | de | de | de | 1 | 5.6899 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 454 | 1,615 | das erzehlte ich jhm außfuͤhrlich. | das erzählte ich ihm ausführlich. | de | de | de | 1 | 4.801 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 455 | 1,615 | Letztlichen rieff er ſeinem Diener/ vnd befahl jhm/ daß er mich in ein Schlafkam̃er fuͤhren ſolte/ jnmaſſen beſchehen/ vñ ich ſahe/ daß das Loſament herꝛlich vnd ſchoͤn/ vnnd das Beth dermaſſen ſauber vñ koͤſtlich war/ dz ich mich foͤrchtete drein zu legen/ dann ich vnnd meine Kleyder vnd Hemmet waren nit ſehr ſauber/ ſonder zerꝛiſſen vñ voller vnzifers/ derwegen muſte ich mich Mutternackendt abziehen vnd drein legen. | Letztlich rief er seinem Diener / und befahl ihm / dass er mich in ein Schlafkammer führen sollte / in Maßen geschehen / und ich sah / dass das Losament herrlich und schön / und das Bett dermaßen sauber und köstlich war / dass ich mich fürchtete drein zu legen / dann ich und meine Kleider und Hemd waren nicht sehr sauber / sonder zerrissen und voller vnzifers / derentwegen musste ich mich Mutternackt abziehen und drein legen. | de | de | de | 1 | 4.6422 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 456 | 1,615 | Nach Mittnacht in meinem beſten ſchlaffen/ hoͤꝛte ich ein getuͤm̃el vnd ſahe vier erſchꝛoͤcklich geſtaltẽ der Teufeln mit langen Haren/ krum̃en Schnaͤbeln/ vnd langen ſchwaͤntzen/ die naheten zu meinem Beth/ vnd zohen die deck herunder: | Nach Mittnacht in meinem besten schlafen / hörte ich ein Getümmel und sah vier erschröcklich gestalten der Teufeln mit langen Haaren / krummen Schnäbeln / und langen schwänzen / die nahten zu meinem Bett / und zogen die deck herunter: | de | de | de | 1 | 4.9291 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 458 | 1,615 | Biß ſie letztlichen muͤd wurden/ vnnd mich fuͤr halb todt ligen lieſſen: | Bis sie letztlichen müde wurden / und mich für halb tot liegen ließen: | de | de | de | 1 | 6.3896 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 459 | 1,615 | Das machte mich nun dermaſſen ohnkraͤfftig/ daß ich nichts bey mir im Leib behalten kondte/ ſonder alles vnden auß/ ins Beth gehen ließ/ vnd vber alle maſſen vbel ſchmeckte. | Das machte mich nun dermaßen unkräftig / dass ich nichts bei mir im Leib behalten konnte / sonder alles unten aus / ins Bett gehen ließ / und über alle Maßen übel schmeckte. | de | de | de | 1 | 4.8317 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 460 | 1,615 | Damals gedachte vnd erjnnerte ich mich meiner gnedigen Frawen/ von dern oben gemelt worden/ dz ſie gleichfals auß lauter angſt vnd ſchꝛicken jre virtutem retentiuam verlohren hatte: | Damals gedachte und erinnerte ich mich meiner gnädigen Frauen / von deren oben gemeldet worden / dass sie gleichfalls aus lauter Angst und schrecken ihre virtutem retentiuam verloren hatte: | de | de | de | 1 | 6.4878 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 461 | 1,615 | Das war mir nun ſehr leyd/ vnd ich wiſchte vnd butzte meinen Leib mit dem vbrigen/ was an den Leylachern ſauber bliben war: | Das war mir nun sehr leid / und ich wischte und bützte meinen Leib mit dem übrigen / was an den Leylachern sauber blieben war: | de | de | de | 1 | 5.7803 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 462 | 1,615 | Folgendts deckte ich das Beth fleiſſig zu/ damit man mein ſchwachheit vnd mißgerathene vngelegenheit nicht ſehe vnnd wahrnemme. | Folgend deckte ich das Bett fleißig zu / damit man mein Schwachheit und missgeratene Ungelegenheit nicht sehe und wahrnehme. | de | de | de | 1 | 5.7179 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 463 | 1,615 | Deß Morgens fruͤ kam der Diener/ vnnd ſagte mir/ daß ſein Herꝛ in der Kirchen auff mich wartete: | Des Morgens früh kam der Diener / und sagte mir / dass sein Herr in der Kirchen auf mich wartete: | de | de | de | 1 | 4.1144 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 464 | 1,615 | Damit nun der Diener den vnrath im Beth nit fuͤnde/ vñ ſeinem Herꝛn das Bottenbrot abgewinne/ ſo bate ich jhne/ daß er mir den weg zeigen wolte. | Damit nun der Diener den Unrat im Bett nicht finde / und seinem Herrn das Botenbrot abgewinne / so bat ich ihn / dass er mir den Weg zeigen wollte. | de | de | de | 1 | 4.5959 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 465 | 1,615 | Er ging mit mir/ brachte mich auf die Gaſſen/ vñ ging wider zu ruck: | Er ging mit mir / brachte mich auf die Gassen / und ging wieder zu Ruck: | de | de | de | 1 | 5.2622 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 466 | 1,615 | da fing ich an zu lauffen/ ſamb waͤren mir an den Fuͤſſen Fluͤgel gewachſen/ vnd ſuchte den weg zum Statthoꝛ hinauß. | da fing ich an zu laufen / samt wären mir an den Füßen Flügel gewachsen / und suchte den weg zum Stadttor hinaus. | de | de | lb | 0.667 | 4.8927 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 467 | 1,615 | Capvt XV. | Capvt XV. | en | en | uz | 0 | 10.2788 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 468 | 1,615 | Guſman fahet an zu betteln/ geſellet ſich zu andern Bettlern/ lehrnet jhꝛe Statuta, Geſetz vnd Ordnungen. | Gusman fanget an zu betteln / gesellet sich zu anderen Bettlern / lernet ihre Statuta, Gesetz und Ordnungen. | de | de | lb | 0.667 | 5.1022 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 469 | 1,615 | ALsbaldt ich auß Genua kommen war/ eylte ich dermaſſen/ daß kein Curꝛier oder Poſtlauffer mich erwiſchen hette koͤnden/ vnd wofern deß Loths Weib auch alſo gethan hette/ ſo wuͤrde ſie in keine Saltzſeul verwandelt ſein worden: | alsbald ich aus Genua kommen war / eilte ich dermaßen / dass kein Kurier oder Postlaufer mich erwischen hätte könnten / und sofern des Lots Weib auch also getan hätte / so würde sie in keine Salzsäule verwandelt sein worden: | de | de | de | 1 | 5.7293 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 470 | 1,615 | Niemaln ſchawte ich zu ruck/ ſonder lieff ſechs gantze meil wegs in einem Athem/ ohne einiges verſchnauffen/ das verurſachte der zorn vñ die groſſe mir erwiſene ſchmach: | Niemals schaffte ich zu Ruck / sonder lief sechs ganze Meilen Wegs in einem Atem / ohne einiges verschnaufen / das verursachte der Zorn und die große mir erwiesene Schmach: | de | de | de | 1 | 6.5191 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 471 | 1,615 | das aller aͤrgiſt aber war/ dz ich allerdings zerꝛiſſen/ kranck/ ſchwach vnnd ohne Gelt war: O Armut vnd noth/ wie ſehr ſchwaͤcheſt vnd zernichteſtu die Gemuͤter vnd Leiber der Menſchen/ dann ob ſchon du die ingenia ſubtiliſireſt, ſo zerſtoͤreſtu doch die potentias vnd ringeſt die ſeinen dermaſſen/ daß ſie ſampt der gedult ſich verlieren. | das aller ergießt aber war / das ich allerdings zerrissen / krank / schwach und ohne Geld war: O Armut und Not / wie sehr schwächest und zernichtest die Gemüter und Leiber der Menschen / dann ob schon du die ingenia subtilisirest, so zerstörest doch die potentias und ringest die seinen dermaßen / dass sie samt der Geduld sich verlieren. | de | de | de | 1 | 5.4426 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 472 | 1,615 | Zweyerley art der Armut iſt verhanden/ die eine iſt vnuerſchambt/ vnnd kompt ſelbſt vnberuffen: | zweierlei Art der Armut ist vorhanden / die eine ist unverschämt / und kommt selbst unberufen: | de | de | de | 1 | 5.4326 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 473 | 1,615 | die andere aber kompt beruffen vnd gebetten. | die andere aber kommt berufen und gebeten. | de | de | de | 1 | 6.7049 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 474 | 1,615 | Vor der erſten/ welche ſich ſelbſt ladet vnd beruffet/ behuͤte vns Gott/ vnd dieſelbe iſt die jenige/ von dern ich tractire/ dann ſie iſt ein gezwungener Gaſt in dem Hauſe/ vnnd bringt ſehr vil boͤſe effecten mit ſich/ nemblich/ Vntrew/ Dieberey vnnd Verachtung: | Vor der ersten / welche sich selbst ladet und beruft / behüte uns Gott / und dieselbe ist diejenige / von deren ich traktiere / dann sie ist ein gezwungener Gast in dem Hause / und bringt sehr viel böse Effekten mit sich / nämlich / Untreue / Dieberei und Verachtung: | de | de | de | 1 | 5.2214 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 475 | 1,615 | Die andere voluntaria oder freywillige Armut/ die wir ſelbſt beruffen vnd erwehlen/ iſt ein herꝛliche vnnd fuͤrtreffliche Fraw/ freygebig/ reich/ maͤchtig/ redſelig/ freundlich/ lieblich vnd angenem̃: | Die andere voluntaria oder freiwillige Armut / die wir selbst berufen und erwählen / ist ein herrliche und fürtreffliche Frau / freigebig / reich / mächtig / redselig / freundlich / lieblich und angenehm: | de | de | de | 1 | 4.9807 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 476 | 1,615 | Sie iſt ein vnuͤberwindlicher Thurn/ ein wahꝛer Reichthumb/ vnd ein wares Gut/ welches die Gemuͤter der Menſchen erhebet/ die Leiber ſtaͤrcket/ die Ehr erleuchtet vnnd befuͤrdert/ die Hertzen erfrewet/ die werck erhoͤhet vnd deß Menſchen guten namen vnſterblich machet: | Sie ist ein unüberwindlicher Turm / ein wahrer Reichtum / und ein wahres Gut / welches die Gemüter der Menschen erhebet / die Leiber stärket / die Ehre erleuchtet und befördert / die Herzen erfreuet / die Werk erhöhet und des Menschen guten Namen unsterblich macht: | de | de | de | 1 | 4.6122 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 477 | 1,615 | Jhre Fuͤß ſeind von Diamanten/ jhr Leib von Saphier/ jhr Angeſicht von Carfunckel/ ſie glantzet/ erfrewet/ viuificiret vnd macht lebendig: | Ihre Füße sind von Diamanten / ihr Leib von Saphir / ihr Angesicht von Karfunkel / sie glänzt / erfreuet / viuificiret und macht lebendig: | de | de | de | 1 | 4.9123 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 478 | 1,615 | Aber die andere jhre Nachbaͤwrin iſt allerdings ſchaͤndtlich/ vnflaͤtig vnnd veraͤchtlich/ vnnd in eben dieſelbe verliebte ich mich mit aller macht/ vnd begab mich allerdings zum betteln auffm Landt/ in den Staͤtten vnnd in Haͤuſern. | Aber die andere ihre Nachbäuerin ist allerdings schändlich / unflätig und verächtlich / und in eben dieselbe verliebte ich mich mit aller Macht / und begab mich allerdings zum Betteln aufm Land / in den Stätten und in Häusern. | de | de | de | 1 | 4.5503 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 479 | 1,615 | Darzu gab mir das edle Jtalien groſſe vrſach vnd anlaͤß/ dann daſelbſt wirdt ein ſo groſſe Lieb deß Naͤchſten verſpuͤrt/ vnd dermaſſen gern vnnd vil gibt man den Armen/ daß es ſchier ein vberfluß iſt/ vnnd nur vil Bettler dardurch gemacht vnd geziegelt werden. | Dazu gab mir das edle Italien große Ursache und Anlass / dann daselbst wird ein so große Liebe des Nächsten verspürt / und dermaßen gern und viel gibt man den Armen / dass es schier ein Überfluss ist / und nur viel Bettler dadurch gemacht und geziegelt werden. | de | de | lb | 0.667 | 4.9956 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 480 | 1,615 | Von Genua auß biß gen Rom verzehrte ich keinen einigen Haͤller/ vnnd hatte aller Orthen zu eſſen genug. | Von Genua aus bis gen Rom verzehrte ich keinen einigen Heller / und hatte aller Orten zu essen genug. | de | de | de | 1 | 6.8692 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 481 | 1,615 | Jch war gleichwol damals erſt ein nouitz, vnnd gab offtermals den Hunden etwas/ welches ich verkauffen vnnd vil Gelts drauß loͤſen hette koͤnnen. | Ich war gleichwohl damals erst ein nouitz, und gab öftermals den Hunden etwas / welches ich verkaufen und viel Geld daraus lösen hätte können. | de | de | de | 1 | 6.9888 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 482 | 1,615 | Als ich gen Rom kam/ hette ich mich gern von newem gekleydet/ aber doch vnderließ ichs/ damit es mir nicht widerumb erginge wie zu Toledo/ dann ob ſchon vnſer einer ein guts Kleidt an hat/ ſo hat er doch drumb nicht zu freſſen/ vnnd niemandt gibt einem wolgekleidten Bettler gern ein Allmuſen/ derwegen entſchloſſe ich mich/ daß ich mein erſambletes vnd erſpartes Gelt fein fleiſſig beyſammen behalten wolte: ſetzte mich nider/ vñ machte noch ein andern knopf vor meiner Muͤntz/ vñ ſprach zu jhr: | Als ich gen Rom kam / hätte ich mich gern von neuem gekleidet / aber doch unterließ ich es / damit es mir nicht wiederum erginge wie zu Toledo / dann ob schon unser einer ein gutes Kleid an hat / so hat er doch darum nicht zu fressen / und niemand gibt einem wohlgekleideten Bettler gern ein Allmusen / derentwegen entschloss ich mich / dass ich mein ersammeltes und erspartes Geld fein fleißig beisammen behalten wollte: setzte mich nieder / und machte noch ein anderen Knopf vor meiner Münze / und sprach zu ihr: | de | de | de | 1 | 4.8622 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 483 | 1,615 | Da bleib/ dann ich weiß nit/ wann ich deiner bedoͤrffen moͤchte. | Da bleibe / dann ich weiß nicht / wann ich deiner bedürfen möchte. | de | de | de | 1 | 5.5 |
Subsets and Splits
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