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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 792 | 1,615 | Weil mein Herꝛ der Cardinal mich ſehr lieb hatte/ ſo warẽ mir alle andere Diener feindt/ derwegen beſoꝛgte ich mich/ daß ſie mich einsmahls in vngnad bey jhm bringen moͤchten: | Weil mein Herr der Kardinal mich sehr lieb hatte / so waren mir alle andere Diener Feind / derentwegen besorgte ich mich / dass sie mich einsmals in Ungnade bei ihm bringen möchten: | de | de | de | 1 | 5.4063 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 793 | 1,615 | Das verurſachte mich nun/ vrlaub von jhm zunemmen/ vnnd weil ich zu Rom etliche Wochenlang dienſtloß vmbzohe/ ſo hab ich meine Kleider vnd gewandt theils verkauffen/ vnnd theils verpfenden muͤſſen. | Das verursachte mich nun / Urlaub von ihm zunehmen / und weil ich zu Rom etliche Wochenlang dienstlos umzog / so habe ich meine Kleider und gewandt teils verkaufen / und teils verpfänden müssen. | de | de | de | 1 | 6.0477 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 794 | 1,615 | Der Graf glaubte mirs: | Der Graf glaubte mir es: | de | de | de | 1 | 6.8138 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 795 | 1,615 | Die Tiſch wurden gedeckt vnd die Speiſen angericht: | Die Tisch wurden gedeckt und die Speisen angerichtet: | de | de | de | 1 | 5.6179 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 796 | 1,615 | Jch ſtelte mich/ als wolte ich zu Tiſch dienen vnd auffwarten/ aber mein Herꝛ hieß mich nider ſitzen/ vnd ſetzte mir ein Schuͤſſel mit Fleiſch fuͤr: | Ich stellte mich / als wollte ich zu Tisch dienen und aufwarten / aber mein Herr hieß mich nieder sitzen / und setzte mir ein Schüssel mit Fleisch für: | de | de | de | 1 | 5.4028 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 797 | 1,615 | Die aß ich dermaſſen luſtig vnnd geſchwind auß/ daß mein Herꝛ zu mir ſagte: haſtu es ſchon gar? | Die aß ich dermaßen lustig und geschwind aus / dass mein Herr zu mir sagte: hast du es schon gar? | de | de | de | 1 | 5.2101 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 798 | 1,615 | einen guten Hunger haſtu mitbracht. | einen guten Hunger hast du mitbracht. | de | de | de | 1 | 5.8675 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 800 | 1,615 | Deſſen lachte mein Herꝛ von Hertzen/ vñ ſetzte mir noch zwo Schuͤſſeln mit Speiſen fuͤr: die expedirte ich eben ſo geſchwindt als die erſten/ derwegen vergliche er mich etlichen beruͤmbten Freſſern/ nem̃lich dem Claudio, Albino, vnd dem Mileſiſchen Aſtidama, welche alles allein fraſſen/ was fuͤr die Gaͤſt zubereit war: | Dessen lachte mein Herr von Herzen / und setzte mir noch zwei Schüsseln mit Speisen für: Die expedierte ich eben so geschwind als die ersten / derentwegen vergliche er mich etlichen berühmten Fressern / nämlich dem Claudio, Albino, und dem Milesischen Astidama, welche alles allein fraßen / was für die Gäste zubereite war: | de | de | de | 1 | 5.4107 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 801 | 1,615 | Vom Camble Koͤnig in Lidia ſagte er auch/ daß derſelb dermaſſen gefraͤſſig geweſt/ daß er einsmals beym Nachtmal ſein Weib gefreſſen: | Vom Camble König in Lidia sagte er auch / dass derselbe dermaßen gefräßig gewesen / dass er einsmals beim Nachtmahl sein Weib gefressen: | de | de | de | 1 | 5.959 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 802 | 1,615 | Jch ließ gleichwol meinen Herꝛn reden/ vnnd vil andere dergleichen Exempel der Freſſern allegiren/ aber doch fraß ich darneben wie ein Wolff/ vnnd erleuterte alle Schuͤſſeln dermaſſen/ daß ein vnnotturfft war ſie abzuſpuͤlen oder anderſt zu rainigen. | Ich ließ gleichwohl meinen Herrn reden / und viel andere dergleichen Exempel der Fressern allegieren / aber doch fraß ich daneben wie ein Wolff / und erläuterte alle Schüsseln dermaßen / dass ein Unnotdurft war sie abzuspülen oder anders zu reinigen. | de | de | de | 1 | 5.3484 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 803 | 1,615 | Das verdroſſe aber die andere Diener vnnd ſahen mich ſawr vnnd vnwirſch an: | Das verdross aber die andere Diener und sahen mich sauer und unwirsch an: | de | de | de | 1 | 5.7363 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 804 | 1,615 | Da gedachte ich alsbald bey mir ſelbſt: wolan Guſman/ mache dich gefaſt/ du muſt durch die Spieß rennen/ vnnd vil contradictiones vnd widerwertigkeiten außſtehen: | Da gedachte ich alsbald bei mir selbst: wohlan Gusman / mache dich gefast / du musst durch die Spieß rennen / und viel contradictiones und Wiederwertigkeiten ausstehen: | de | de | de | 1 | 5.8457 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 805 | 1,615 | Aber doch ließ ich mich gegen jhnen nicht mercken/ ſonder demuͤtigte mich/ als vil mir muͤglich war. | Aber doch ließ ich mich gegen ihnen nicht merken / sonder demütigte mich / als viel mir möglich war. | de | de | de | 1 | 5.9116 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 806 | 1,615 | Nun ward die Rechnung gemacht/ der Wirth nam ſein Gelt ein/ vnnd mein Herꝛ machte ſich wider auffn weeg: | Nun wurde die Rechnung gemacht / der Wirt nahm sein Geld ein / und mein Herr machte sich wieder auf den Weg: | de | de | de | 1 | 3.9576 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 807 | 1,615 | Jch lieff allzeit neben jhm her/ vnd wartete jhm vil fleiſſiger auff/ denn ein Hundt. | Ich lief allzeit neben ihm her / und wartete ihm viel fleißiger auf / denn ein Hund. | de | de | de | 1 | 5.1623 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 808 | 1,615 | Vnder wegs ſprach er: Guſman/ erzehle vns etwas kurtzweiliges/ damit vns der weg deſto kuͤrtzer werde/ dann weil du ein Spanier biſt/ ſo haſtu ohne zweiffel die Welt geſehen vnnd wol etwas erfahren. | Unter Wegs sprach er: Gusman / erzähle uns etwas Kurzweiliges / damit uns der weg desto kürzer werde / dann weil du ein Spanier bist / so hast du ohne Zweifel die Welt gesehen und wohl etwas erfahren. | de | de | de | 1 | 5.3463 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 810 | 1,615 | Hiſpanien (ſprach ich) iſt ein Kron der Welt/ ein Haupt der Waffen/ ein compendium der gelehrtheit/ ein ſubtilheit der ingenien, ein monarchia der maͤchtigen/ ein Saͤul der Kirchen/ ein Beſchuͤtzung der religion/ vnd hat keinẽ ſuperiorẽ oder Oberherꝛn. | Hispanien (sprach ich) ist ein Krone der Welt / ein Haupt der Waffen / ein compendium der Gelehrtheit / ein Subtilheit der Ingenien, ein monarchia der mächtigen / ein Säule der Kirchen / ein Beschützung der Religion / und hat keinen superioren oder Oberherrn. | de | de | de | 1 | 5.1755 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 811 | 1,615 | Der Koͤnig in Hiſpanien iſt der aller groͤſt Monarch der Welt/ auf deſſen Achſſeln ſich die Chriſtenheit lainet/ deſſen Kron die zwo Welten begreiffet/ deſſen Wapen die zwẽ Poli ſehen/ deſſen Adler vnd gulden Fluͤß alle grandezẽ vbertreffen. | Der König in Hispanien ist der aller größt Monarch der Welt / auf dessen Achseln sich die Christenheit leinet / dessen Krone die zwei Welten begreifet / dessen Wappen die zwen Poli sehen / dessen Adler und Gulden Fluss alle grandezen übertreffen. | de | de | de | 1 | 5.6749 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 812 | 1,615 | Jn Reichthum̃en iſt er der groͤſt/ vnnd der allermaͤchtigſt Herꝛ vnder der Sonnen/ er ſauget die guldine Bruͤſt der Orientaliſchen vñ Occidentaliſchen Jndien: Alle Nationes vnnd Voͤlcker verehren den Spanniſchen namen/ jederman verwundert ſich vber der Spanier Thaten/ Monarchiam vnd triumphen: niemandt darff ſich gegen jhnen competiren vnd ſetzen. | In Reichtume ist er der größt / und der allermächtigst Herr unter der Sonnen / er sauget die goldene Brüste der Orientalischen und Okzidentalischen Indien: Alle Nationes und Völker verehren den spanischen Namen / jedermann verwundert sich über der Spanier Taten / Monarchiam und Triumphen: Niemand darf sich gegen ihnen kompetieren und setzen. | de | de | de | 1 | 5.8995 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 813 | 1,615 | Wann wir die beruͤmbte Spaniſche Helden/ welche ſeyt der zeit der vnuͤberwindlichen Gotten gelebt/ betrachten/ ſo wirdt man ſehen wie offt ſie die gewaltige Statt Rom erſchreckt/ vnd alle andere Voͤlcker bezwungen. | Wann wir die berühmte spanische Helden / welche seid der Zeit der unüberwindlichen Goten gelebt / betrachten / so wird man sehen wie oft sie die gewaltige Stadt Rom erschreckt / und alle andere Völker bezwungen. | de | de | de | 1 | 5.2481 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 814 | 1,615 | Cantabro Pelayo hat mit wenig Volcks gantz Hiſpanien wider erobert/ Koͤnig Bamba hat den anfang der Chriſtlichen Religion vnd der Policey in Hiſpanien gemacht: | Cantabro Pelayo hat mit wenig Volks ganz Hispanien wieder erobert / König Bamba hat den Anfang der christlichen Religion und der Polizei in Hispanien gemacht: | de | de | de | 1 | 5.3598 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 815 | 1,615 | Ferdinandus Gonzales war der erſt Herꝛ in Caſtillia, von deſſen Lini die Koͤnige in Hiſpanien herkommen. | Ferdinandus Gonzales war der erst Herr in Castillia, von dessen Linie die Könige in Hispanien herkommen. | de | de | de | 1 | 5.1314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 816 | 1,615 | Bernardus del Carpio hat die zwoͤlff pares in Franckreich erſchreckt vnd die Schlacht zu Ronzes Valles vnſterblich gemacht. | Bernardus del Carpio hat die zwölf pares in Frankreich erschreckt und die Schlacht zu Ronzes Valles unsterblich gemacht. | de | de | de | 1 | 5.4176 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 817 | 1,615 | Rodrigo de Viuar der Cid genannt/ hat vil Koͤpff der Mohren in Affrica vnd Hiſpania fuͤr ſeine Fuͤß ligen ſehen. | Rodrigo de Viuar der Cid genannt / hat viel Köpf der Mohren in Affrica und Hispania für seine Füße liegen sehen. | de | de | de | 1 | 6.2984 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 818 | 1,615 | Der vnuͤberwindtliche Don Iayme de Aragon iſt wegen ſeiner herꝛlichen Thaten genennt worden der Vberwinder. | Der unüberwindliche Don Iayme de Aragon ist wegen seiner herrlichen Taten genannt worden der Überwinder. | de | de | de | 1 | 6.2414 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 819 | 1,615 | Was ſoll ich auch ſagen von dem gewaltigen vnnd vberwindtlichen Koͤnig Ferdinand vnd Jſabella von Aragon/ vnnd von jhrem Hauptmann Gonzalo Hernandez de Aguilar vnnd Cordua, vor deſſen namen ſich das Koͤnigreich Neapolis vnnd Franckreich pflegte zuentſetzen? | Was soll ich auch sagen von dem gewaltigen und überwindlichen König Ferdinand und Isabelle von Aragon / und von ihrem Hauptmann Gonzalo Hernandez de Aguilar und Cordua, vor dessen Namen sich das Königreich Neapolis und Frankreich pflegte zuentsetzen? | de | de | de | 1 | 4.9059 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 820 | 1,615 | Hat nicht der allermaͤchtigſt Keyſer Carl durch das bloſſe gereuſch vnd ſchwingen ſeiner Fluͤgel/ die Tuͤrckiſche macht voꝛ Wien vertriben? | Hat nicht der allermächtigst Kaiser Carl durch das bloße Geräusch und schwingen seiner Flügel / die türkische macht vor Wien vertrieben? | de | de | de | 1 | 6.9946 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 821 | 1,615 | Hat er nit Niderlandt vnd Franckreich entſetzt vnd erzittert? | Hat er nicht Niederland und Frankreich entsetzt und erzittert? | de | de | da | 0.667 | 5.5973 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 822 | 1,615 | Hat nit ſein Sohn Philippus die Frantzoͤſiſche macht gedempfft vnnd jhren Koͤnig gefaͤngklich vberkommen? | Hat nicht sein Sohn Philippus die französische macht gedämpft und ihren König gefänglich überkommen? | de | de | de | 1 | 6.879 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 823 | 1,615 | Hat nit Don Iohan d’ Auſtria ſein Bruder deß Tuͤrcken macht auffm Meer erlegt/ vnnd die Niderlaͤnder vor Namur ſcheutzlich gebutzt? | Hat nicht Don Johan d' Austria sein Bruder des Türken macht aufm Meer erlegt / und die Niederländer vor Namur scheußlich geputzt? | de | de | de | 1 | 6.1729 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 824 | 1,615 | Was hat nicht Don Aluaro Bazan Marggraf zum heiligen Creutz in Portugal vnd Terzera gethan? deß Ferdinandi Corteſij herꝛliche Thaten ſeind mehꝛ zu verwundern/ denn zu erzehlen: | Was hat nicht Don Aluaro Bazan Markgraf zum heiligen Kreuz in Portugal und Terzera getan? des Ferdinandi Cortesij herrliche Taten sind mehr zu verwundern / denn zu erzählen: | de | de | de | 1 | 6.9183 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 825 | 1,615 | Wie auch deß Don Fernando de Toledo, von deſſen herꝛlichen Siegen vnd Triumphen Portugal/ Nider: vnd Hochteutſchlandt gnug haben zu reden. | Wie auch des Don Fernando de Toledo, von dessen herrlichen Siegen und Triumphen Portugal / nieder: und Hochdeutschland genug haben zu reden. | de | de | de | 1 | 6.0983 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 826 | 1,615 | Hierauff antwortet der Graf vnd ſpꝛach: Du Guſman/ lobeſt dein Hiſpanien waidlich/ aber es laͤſt ſich anſehen/ als habeſt du nit geſehen die ding/ dern ſich andere nationes vñ Voͤlcker beruͤhmen. | Hierauf antwortet der Graf und sprach: Du Gusman / lobest dein Hispanien weidlich / aber es lässt sich ansehen / als habest du nicht gesehen die Ding / deren sich andere nationes und Völker berühmen. | de | de | de | 1 | 5.4953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 827 | 1,615 | Sag aber mir/ wo haſtu diſe ding erfahren? haſtu villeicht etwas ſtudiert? | Sage aber mir / wo hast du diese Ding erfahren? hast du vielleicht etwas studiert? | de | de | de | 1 | 5.8572 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 828 | 1,615 | Jch antwortet/ daß mich meine Eltern von zarter jugend auff/ hatten zur ſchulen gehalten/ vnd daß ich etliche Hiſtoꝛibuͤcher geleſen. | Ich antwortet / dass mich meine Eltern von zarter Jugend auf / hatten zur schulen gehalten / und dass ich etliche Historiebücher gelesen. | de | de | de | 1 | 6.1326 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 829 | 1,615 | Folgends fragte er mich/ wz ich von den Laſtern der Spanier hielte? dann (ſprach er) gemeinlich ſeind die Spanier ſtoltz/ hoffertig/ vbermuͤtig/ auffgeblaſen/ ignoranten, vnnd woͤllen alleſampt Caualleri ſein/ ꝛc. Darauff antwortet ich vnd ſprach: | Folgendes fragte er mich / was ich von den Lastern der Spanier hielte? dann (sprach er) gemeinlich sind die Spanier stolz / hoffertig / übermütig / aufgeblasen / ignoranten, und wollen allesamt Caualleri sein / etc. Darauf antwortet ich und sprach: | de | de | de | 1 | 5.3669 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 830 | 1,615 | Die Spanier ſeind nit hoffertig/ ſonder haben gemeinlich ein hohes großmuͤtiges Hertz vnd gemuͤt/ vnd daſſelbe waͤchſt bey jhnen vmb ſo vil deſto mehꝛ/ vm̃ wie vil mehꝛ ſie mercken/ daß ſie andern nationen voꝛ gezogen werden wegen jrer dapfern vñ ritterlichen thaten. | Die Spanier sind nicht hoffertig / sonder haben gemeinlich ein hohes großmütiges Herz und Gemüt / und dasselbe wächst bei ihnen um so viel desto mehr / vmm wie viel mehr sie merken / dass sie anderen Nationen vorgezogen werden wegen ihrer tapferen und ritterlichen taten. | de | de | de | 1 | 5.3651 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 831 | 1,615 | Ob derwegen ſchon ſie nit alle Adelichen Geſchlechts ſeind/ jedoch wann ſie in frembde Landt kommen/ ſo ſuchen vnd bewerben ſie ſich vmb den Adel durch das Kriegsweſen/ dann nur der jenig Soldat iſt edel/ der edle thaten verꝛichtet. | Ob derentwegen schon sie nicht alle adeligen Geschlechts sind / jedoch wann sie in fremde Land kommen / so suchen und bewerben sie sich um den Adel durch das Kriegswesen / dann nur der jenig Soldat ist edel / der edle Taten verrichtet. | de | de | de | 1 | 5.0022 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 832 | 1,615 | Beſehe man jhre Thaten in Niderland/ ſo wird man bekennen muͤſſen/ daß ſie deß Adels wol wuͤrdig. | Besehe man ihre Taten in Niederland / so wird man bekennen müssen / dass sie des Adels wohl würdig. | de | de | de | 1 | 5.599 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 833 | 1,615 | Vñ ob ſchon etliche ſtoltze vnder jnen gefunden woꝛden/ ſo haben doch alle vnd jede andere rechtſchaffene vñ beſcheidene ſpaniſche Soldaten deſſen nit zu entgelten. | Und ob schon etliche stolze unter ihnen gefunden worden / so haben doch alle und jede andere rechtschaffene und bescheidene spanische Soldaten dessen nicht zu entgelten. | de | de | de | 1 | 5.5613 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 834 | 1,615 | Mein Herꝛ aber fil mir in die red/ vnd ſagte: Du biſt halt auch ein Spanier/ derwegen lobſtu deine Landtsleuth/ vnangeſehen ich alzeit ſagen hab hoͤꝛen/ daß in Hiſpanien nit vil Roß/ aber vnendlich vil Eſel verhanden/ dannenhero wenig Caualleri, aber vil Aſinini oder Eſelleut gefunden werden. | Mein Herr aber fil mir in die rede / und sagte: Du bist halte auch ein Spanier / derentwegen lobst deine Landsleute / unangesehen ich allzeit sagen habe hören / dass in Hispanien nicht viel Ross / aber unendlich viel Esel vorhanden / dannenher wenig Caualleri, aber viel Asinini oder Eselleut gefunden werden. | de | de | de | 1 | 6.1579 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 835 | 1,615 | Darauff antwoꝛtet ich vnnd ſprach: | Darauf antwortet ich und sprach: | de | de | de | 1 | 5.6197 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 836 | 1,615 | Gnediger Herꝛ/ die Eſel ſeind nit zu verachten/ dann ich bin auch eins mals ein Eſel geweſt/ vnd hab jren dienſt vnd Ampt mit tragen allerhand buͤrden/ verꝛichten helfſen. | gnädiger Herr / die Esel sind nicht zu verachten / dann ich bin auch eins Mals ein Esel gewesen / und habe ihren Dienst und Amt mit tragen allerhand bürden / verrichten helfen. | de | de | de | 1 | 5.3008 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 837 | 1,615 | Es hat auch mit den Eſeln vnd der Eſellſchafft eben die meinung/ welche es hat mit dẽ Signori vnd Signorie, dann wie die Signoria oder herꝛlichkeit von menigklichen gelobt/ verlangt vnd verwundert wirdt/ hergegen die Herꝛn gemeinglich veracht vnd geflogen werden/ (dann niemandt hat gern/ daß jhm ſein Herꝛ auff der Hauben ſitze) alſo werden die Eſel veracht/ aber die Eſelſchafft wirdt hoch geacht/ vnd iſt dem Menſchen gleichfoͤrmig/ vnd nah verwandt. | Es hat auch mit den Eseln und der Eselschaft eben die Meinung / welche es hat mit den Signori und Signorie, dann wie die Signoria oder Herrlichkeit von menniglichen gelobt / verlangt und verwundert wird / hingegen die Herrn gemeiniglich verachte und geflogen werden / (dann niemand hat gern / dass ihm sein Herr auf der Hauben sitze) also werden die Esel verachte / aber die Eselschaft wird hoch geachtet / und ist dem Menschen gleichförmig / und nah verwandt. | de | de | de | 1 | 5.1839 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 838 | 1,615 | Dann als die Welt anfangs erſchaffen war/ vnnd alle Thier dem Menſchen vnderthaͤnig gemacht wurden/ iſt gleichwol vom Eſel kein einige meldung beſchehen/ ohne zweiffel darumb/ allweil man zweiffelte/ ob der Menſch vber den Eſel/ oder der Eſel vber den Menſchen herꝛſchen wuͤrde/ von wegen ſeines verſtandts vnd ſonderbarer Tugenden vnd Hochheiten/ dann erſtlich iſt ein Eſel wuͤrdig woꝛden/ den Engel GOttes zu ſehen/ vnd die Menſchliche Sprach zu reden/ welches aber keinem einigẽ andern Thier jemals verguͤnſtigt iſt worden/ wie zu ſehen iſt im alten Teſtament. | Dann als die Welt anfangs erschaffen war / und alle Tier dem Menschen untertänig gemacht wurden / ist gleichwohl vom Esel kein einige Meldung geschehen / ohne Zweifel darum / allweil man zweifelte / ob der Mensch über den Esel / oder der Esel über den Menschen herrschen würde / von wegen seines Verstands und sonderbarer Tugenden und Hochheiten / dann erstlich ist ein Esel würdig worden / den Engel Gottes zu sehen / und die menschliche Sprache zu reden / welches aber keinem einigen anderen Tier jemals vergünstigt ist worden / wie zu sehen ist im alten Testament. | de | de | de | 1 | 4.8509 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 839 | 1,615 | So gar hat vnſer Erloͤſer ſelbſt ſeinen triumphierlichen Einritt nicht halten wollen auff einem Cauallo vnd ſchoͤnen Pferdt/ ſonder auff einem Eſel: deßgleichen leſen wir von keinem einigen heiligen Einſidler/ daß er in der Wuͤſte oder Einoͤde ein Pferdt hette bey ſich gehabt/ ſonder ſie haben ſich allzeit mit Eſeln bedient. | So gar hat unser Erlöser selbst seinen Triumphierlichen Einritt nicht halten wollen auf einem Cauallo und schönen Pferd / sonder auf einem Esel: desgleichen lesen wir von keinem einigen heiligen Einsiedler / dass er in der Wüste oder Einöde ein Pferd hätte bei sich gehabt / sonder sie haben sich allzeit mit Eseln bedient. | de | de | de | 1 | 5.6689 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 840 | 1,615 | Am andern beſtehet die Guͤte deß Eſels in ſeiner demut/ dann weil diſes holdſelige Thier begert von mennigklichen geliebt zu werden/ ſo erzeigt es ſich gegen jederman demuͤtig/ annemblich vnd dienſtbar. | Am anderen bestehet die Güte des Esels in seiner Demut / dann weil dieses holdselige Tier begehrt von menniglichen geliebt zu werden / so erzeigt es sich gegen jedermann demütig / annemblich und dienstbar. | de | de | de | 1 | 5.2378 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 841 | 1,615 | Er fragt auch nichts nach koͤſtlicher zierd/ oder ſtattlichen waaren/ ſonder er laͤſt ſich beladen mit den allerſchlimſten dingen vnd vnreinigkeiten/ er leydet vnd geduldet alle ſchmach vnd ſchlaͤg/ die man jm zufuͤget/ vnd iſt darneben nutzlich zu brauchen im Krieg/ dañ ob ſchon er von Natur nit kriegeriſch noch hitzig/ ſonder kalt vnnd fridſamb iſt/ ſo iſt er doch darneben langſamb/ vnd dieſelbe langſambkeit iſt nit allzeit ſchaͤdlich im Kriegsweſen/ ſonder vilmals ein vrſach deß erhaltenen Siegs geweſt/ wie zu ſehen iſt am Fabio Maximo, qui cunctando reſtituit rem. | Er fragt auch nichts nach köstlicher Zierde / oder stattlichen Waren / sonder er lässt sich beladen mit den schlimmsten Dingen und Unreinigkeiten / er leidet und geduldet alle Schmach und Schläge / die man ihm zufüget / und ist daneben nützlich zu brauchen im Krieg / dann ob schon er von Natur nicht kriegerisch noch hitzig / sonder kalt und friedsam ist / so ist er doch daneben langsam / und dieselbe Langsamkeit ist nicht allzeit schädlich im Kriegswesen / sonder vielmals ein Ursache des erhaltenen Siegs gewesen / wie zu sehen ist am Fabio Maximo, qui cunctando restituit rem. | de | de | de | 1 | 5.0983 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 842 | 1,615 | Vnangeſehen auch die Eſel im Krieg oder in der Schlacht nit feindtlich ſpringen vnd lauffen/ ſo erzeigen ſie doch ein ſonderbare erſchroͤcklichkeit. | Unangesehen auch die Esel im Krieg oder in der Schlacht nicht feindlich springen und laufen / so erzeigen sie doch ein sonderbare Erschröcklichkeit. | de | de | de | 1 | 5.3184 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 843 | 1,615 | Als Darius die Scithier bekriegte/ vnnd ſehr vil Eſel bey ſich hatte/ forchteten ſich die Scitiſche Pferdt jhren Feindt anzugreiffen/ dermaſſen erſchroͤcklich war das ſchreyen der Eſein Darij: | Als Darius die Skitier bekriegte / und sehr viel Esel bei sich hatte / fürchteten sich die Skitische Pferd ihren Feind anzugreifen / dermaßen erschröcklich war das Schreien der Esein Darij: | de | de | de | 1 | 5.7032 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 844 | 1,615 | Er eroberte auch letztlichen durch diſes mittel die Schlacht. | Er eroberte auch letztlichen durch dieses Mittel die Schlacht. | de | de | de | 1 | 6.9312 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 846 | 1,615 | Es brachte auch diſe Stimm ein ſolche Forcht vnder den Rieſen/ daß ſie die Flucht namen: Eben diſer vrſachen halben haben die Goͤtter den Eſel zu einem Zeichen in Himmel geſetzt. | Es brachte auch diese Stimme ein solche Fürchtet unter den Riesen / dass sie die Flucht nahmen: Eben dieser Ursachen halben haben die Götter den Esel zu einem Zeichen in Himmel gesetzt. | de | de | de | 1 | 6.4015 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 847 | 1,615 | Wir wiſſen/ daß jener ſtarcke Samſon ſeine Feinde nit vberwinden hat koͤnnen/ ohne huͤlff deß Kinbackens diſes edlen Thiers/ dann mit demſelben erſchlug er vil tauſent ſeiner feinde. | Wir wissen / dass jener starke Samson seine Feinde nicht überwinden hat können / ohne Hilfe des Kinnbacken dieses edlen Tiers / dann mit demselben erschlug er viel tausend seiner Feinde. | de | de | de | 1 | 5.3613 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 848 | 1,615 | Ferꝛner haben nicht allein die alten darfuͤr gehalten/ daß die Eſel dem Menſchlichen Leben ſehr nutzlich vnnd dienſtlich ſeyen/ ſonder auch ſo gar zu diſen vnſern zeiten werden ſie dermaſſen in Ehren gehalten/ daß/ wann man etwan einen Menſchen einen Eſel nennen will/ man allzeit das Wort Meſſier aſino, oder Herꝛ Eſel/ brauchet: | Ferner haben nicht allein die alten dafür gehalten / dass die Esel dem menschlichen Leben sehr nützlich und dienstlich seien / sonder auch so gar zu diesen unsern Zeiten werden sie dermaßen in Ehren gehalten / dass / wann man etwan einen Menschen einen Esel nennen will / man allzeit das Wort Massier asino, oder Herr Esel / brauchet: | de | de | de | 1 | 5.4312 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 849 | 1,615 | Wann auch einer einen groͤtzel gehen laͤſt/ oder ſonſt ein grobianiſch ſaͤwiſch Stuͤckel brauchet/ vnnd man jhm ſagt: bon por vous fa Signor Porco, alsdann gibt jhm derſelb zur antwort vnnd ſpricht: beſo las manos Meſſier aſino: diſer geſtallt ehret man einander. | Wann auch einer einen Grätzel gehen lässt / oder sonst ein grobianisch säuisch Stückel brauchet / und man ihm sagt: bon por vous fa Signor Porco, alsdann gibt ihm derselbe zur Antwort und spricht: beso las manos Massier asino: Dieser Gestalt ehret man einander. | de | de | de | 1 | 6.0188 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 850 | 1,615 | Dermaſſen hoch vnnd ehrwuͤrdig iſt vor zeiten der nam eines Eſels geweſt/ daß ſo gar die edliſte Roͤmer ſich nach jhm die Aſinii genennt/ wie zu ſehen iſt an dem Aſinio Pollione, Aſinio Troillo, Aſinio Celere vnnd andern. | dermaßen hoch und ehrwürdig ist vor Zeiten der nahm eines Esels gewesen / dass so gar die edelste Römer sich nach ihm die Asinii genannt / wie zu sehen ist an dem Asinio Pollione, Asinio Troillo, Asinio Celere und anderen. | de | de | de | 1 | 5.2067 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 851 | 1,615 | Strabo bezeuget/ daß etliche Staͤtt vnd Jnſeln im Adriatiſchen Meer Aſinæ genennt worden: Fuͤrwar/ gluͤckſelig vnnd abermal gluͤckſelig ſeind geweſt diſe Ort/ ſeytemal jhꝛe Jnwohner Eſel geweſt. | Strabo bezeuget / dass etliche Stät und Inseln im Adriatischen Meer Asinae genannt worden: Fürwahr / glückselig und abermals glückselig sind gewesen diese Ort / sintemal ihre Einwohner Esel gewesen. | de | de | ku | 0.667 | 5.9691 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 852 | 1,615 | Nit weniger ſeind die Eſel lobwuͤrdig wegen jhꝛer weißheit/ welche vil groͤſſer bey jhnen iſt/ weder bey allen andern Thieren/ vnnd diſe Weißheit haben ſie ohne zweiffel durch jhre Melancoliam/ in deme nem̃lich ſie jmmerdar mit nider hangendem Kopff gehen/ gleichſam̃ theten ſie nichts anders/ als allzeit gedencken/ ſpeculiren/ dichten vnd trachten/ jn maſſen alle melancolici zu thun pflegen. | Nicht weniger sind die Esel lobwürdig wegen ihrer Weisheit / welche viel größer bei ihnen ist / weder bei allen anderen Tieren / und diese Weisheit haben sie ohne Zweifel durch ihre Melancoliam / in dem nämlich sie immerdar mit nieder hangendem Kopf gehen / gleichsam täten sie nichts anders / als allzeit Gedenken / spekulieren / dichten und trachten / ihn Maßen alle melancolici zu tun pflegen. | de | de | de | 1 | 5.5605 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 853 | 1,615 | Alle hohe vnd ſpitzfindige Maͤnner haben eben diſe Natur an jhnen gehabt/ vnnd Ariſtoteles erzehlt die vrſach. | Alle hohe und spitzfindige Männer haben eben diese Natur an ihnen gehabt / und Aristoteles erzählt die Ursache. | de | de | de | 1 | 6.2235 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 854 | 1,615 | Gleichwol machen die Gelehrten einen vnderſchidt zwiſchen der melancolia, vnnd ſagen/ daß die eine kalt ſeye/ auch kalte/ faule vnnd grobe Leuth mache: Noch ein andere melancolia iſt dermaſſen hitzig vnnd heißſiedent/ daß ſie die Menſchen naͤrꝛiſch vñ vnſinnig machet. | Gleichwohl machen die Gelehrten einen Unterschied zwischen der melancolia, und sagen / dass die eine kalt sei / auch kalte / faule und grobe Leute mache: Noch ein andere melancolia ist dermaßen hitzig und heißsiedend / dass sie die Menschen närrisch und unsinnig macht. | de | de | de | 1 | 4.9319 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 855 | 1,615 | Noch ein andere iſt maͤſſig/ vnd theils kalt/ theils warm/ vnd dieſelbe machet die Leuth weiſe vnd ſpitzfindig/ die ſpitzfindigkeit der Eſeln aber erſcheint auß deme/ daß ſie gleichſamb Propheten vnd verkuͤnder deß guten vnd boͤſen Wetteꝛs ſeind/ dañ wann ſie deß Morgens fruͤ laut ſchreyen/ vnnd mit den Fuͤſſen ſcharꝛen/ iſt ſolches ein zeichen eines guten Wetters/ wann aber ſie langſamb vnnd faul herein gehen/ alsdann wehets oder regnets gern. | Noch ein andere ist mäßig / und teils kalt / teils warm / und dieselbe macht die Leute weise und spitzfindig / die Spitzfindigkeit der Eseln aber erscheint aus dem / dass sie gleichsam Propheten und Verkünder des guten und bösen Wetters sind / dann wann sie des Morgens früh laut schreien / und mit den Füßen scharren / ist solches ein Zeichen eines guten Wetters / wann aber sie langsam und faul hereingehen / alsdann wehet oder regnet gern. | de | de | de | 1 | 4.922 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 856 | 1,615 | Man vermeint/ daß die Eſel/ woferꝛn ſie nur gute vnnd rechtſchaffene Meiſter hetten/ in vilen kuͤnſtlichen dingen koͤndten vnderwiſen vnnd abgericht werden/ nemblich in den ſtudiis vnd auff Lautenſchlagen/ deßgieichen im muſiciren/ dann damit einer ein guter muſicant ſey/ werden zwey ding darzu erfordert/ nemblich ein gutes Gehoͤr/ vnd ein gute ſtim̃: vnd eben diſe zwey requiſita vnd eygenſchaften hat der Eſel in ſuperlatiuo gradu vnnd außbuͤndig/ dann kein einiges anders Thier/ ja die Talpæ oder Maulwirff ſelbſt/ vber trift den Eſel im Gehoͤr/ vnnd derwegen hat er ſo ſchoͤne lange Ohren. | Man vermeint / dass die Esel / wofern sie nur gute und rechtschaffene Meister hätten / in vielen künstlichen Dingen könnten unterwiesen und abgerecht werden / nämlich in den studiis und auf Lautenschlagen / deßgieichen im Musizieren / dann damit einer ein guter Musikant sei / werden zwei Ding dazu erfordert / nämlich ein gutes Gehör / und ein gute stimm: und eben diese zwei requisita und Eigenschaften hat der Esel in superlatiuo gradu und ausbündig / dann kein einiges anders Tier / ja die Talpae oder Maulwirff selbst / übertrifft den Esel im Gehör / und derentwegen hat er so schöne lange Ohren. | de | de | de | 1 | 5.8533 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 857 | 1,615 | Als Apollo mit dem Marſia Satiro in die wett muſiciren wolte/ beſtellte er den Koͤnig Midam zu einen arbitrum oder Schidtsrichter/ weil aber Midas ein vngeſchickter grober Koͤnig war/ vnnd wider den Apollinem erkennte vnnd vrtheilte/ ſo ſetzte Apollo jhm lange Eſelsohren an/ zum zeichen vnnd gedaͤchtnuß/ daß er hinfuͤran ein deſto beſſere gelegenheit haben ſolte/ die muſicaliſche Jnſtrumenten vnnd tonos deſto beſſer von einander zu vnderſcheiden. | Als Apollo mit dem Marsia Satiro in die wett musizieren wollte / bestellte er den König Midam zu einen arbitrum oder Schiedsrichter / weil aber Midas ein ungeschickter grober König war / und wieder den Apollinem erkennte und urteilte / so setzte Apollo ihm lange Eselsohren an / zum Zeichen und Gedächtnis / dass er hinfüran ein desto bessere Gelegenheit haben sollte / die musikalische Instrumenten und tonos desto besser voneinander zu unterscheiden. | de | de | de | 1 | 6.0413 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 858 | 1,615 | Gleichwol ſagen andere/ daß durch deß Koͤnigs Midæ lange Eſelsohren nichts anders bedeut wirdt/ als daß etliche Koͤnige vnnd Fuͤrſten ſich/ wie die Eſel/ von jhren Schmaichlern vnnd Vnderthauen bey den Ohren lupffen/ vnd dermaſſen vmbziehen vñ narꝛen laſſen/ dz dieſelbigen keinen ſchnaller vmb jre Gebott geben. | Gleichwohl sagen andere / dass durch des Königs Midä lange Eselsohren nichts anders bedeute wird / als dass etliche Könige und Fürsten sich / wie die Esel / von ihren Schmeichlern und Untertauen bei den Ohren lupfen / und dermaßen umziehen und narren lassen / dass dieselbigen keinen Schnaller um ihre Gebot geben. | de | de | de | 1 | 5.7794 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 859 | 1,615 | Was aber die ſtim̃ deß Eſels belangt/ iſt dieſelbe dermaſſen hell vñ klar/ daß ſie vber ein halbe meil wegs gar wol gehoͤrt werden kan/ vnd derwegen treflich wol in die Orgel taugt. | Was aber die stimm des Esels belangt / ist dieselbe dermaßen hell und klar / dass sie über ein halbe Meilen Wegs gar wohl gehört werden kann / und derentwegen trefflich wohl in die Orgel taugt. | de | de | de | 1 | 5.4028 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 860 | 1,615 | Vber oberzehltes alles hat der Eſel die tugendt der arbeitſeligkeit/ vnnd iſt allen Hofleuthen ein Spiegel vnd Exempel der gedult vnnd vnuerdroſſenheit/ dann wie der Eſel den gantzen Taglang hart vnnd ſtreng arbeitet/ vnnd nicht außſetzet noch auch nachlaͤſt/ biß er nider faͤllt vnnd verrecket/ vnnd doch darneben nur mit ein wenig Stroh fuͤr gut nimbt/ Alſo haben die Hofleuth von jugendt auff/ biß in jhrem hohen Alter/ harte vnnd ſtrenge Dienſt/ vnnd ſonderlich die jenigen/ welche die Feder fuͤhren/ vnnd die geheimnuß der Koͤnige vnder Haͤnden haben/ derwegen werden ſolche Leuth der Fuͤrſten Eſeltrager genennet/ ſie muͤſſen auch bißweilen mit einem buͤſchlen Stroh fuͤr gut nemmen/ wann andere muthwillige Roß vnd Schwetzer den Habern freſſen/ Wie auch der Eſel einfeltig/ nicht begirig/ eygenwitzig/ noch auch ein Vollſauffer/ Schwaͤtzer vnd Verꝛaͤther iſt/ vnd nit deſto weniger bißweiln vbel tractirt vnnd gepruͤgelt wirdt/ alſo ob ſchon die Hofleuth ſchlecht/ recht/ fromb/ auffrecht/ redlich/ ſtill vnnd verſchwigen ſein/ ſo vberkommen ſie doch bißweilen letztlichen den Eſelslohn: Weil (ſag ich) ſie wie die Polſterhuͤndlein den Wadel nicht ruͤhren/ fuchsſchwaͤntzlen/ vnnd ſich inſinuiren vnnd zudaͤppiſch machen koͤnnen/ ſonder wie der Eſel Eſopi/ mit den groben Fuͤſſen der Warheit/ auff die Herꝛn ſpringen/ ſo werden ſie mit Bruͤglen der Vngnad abgedanckt/ vñ eben diſes iſt auch mir beſchehen/ dann weil ich meinem vorigen Herꝛn dem Cardinal vnd der Frantzoͤſiſchen Boitſchafft bißweilen die Warheit zu verſtehen gab/ ſo wurden ſie mir feind/ vnd gaben mit den Sack. | Über oberzähltes alles hat der Esel die Tugend der Arbeitseligkeit / und ist allen Hofleuten ein Spiegel und Exempel der Geduld und vnuerdrossenheit / dann wie der Esel den ganzen Taglang hart und streng arbeitet / und nicht aussetzet noch auch nachlässt / bis er niederfällt und verrecket / und doch daneben nur mit ein wenig Stroh für gut nimmt / Also haben die Hofleut von Jugend auf / bis in ihrem hohen Alter / harte und strenge Dienst / und sonderlich diejenigen / welche die Feder führen / und die Geheimnis der Könige unter Händen haben / derentwegen werden solche Leute der Fürsten Eseltrager genannt / sie müssen auch bisweilen mit einem büschle Stroh für gut nehmen / wann andere mutwillige Ross und Schwaetzer den Habern fressen / Wie auch der Esel einfältig / nicht begierig / eigenwitzig / noch auch ein Vollsaufer / Schwätzer und Verräter ist / und nicht desto weniger bisweilen übel traktiert und geprügelt wird / also ob schon die Hofleut schlecht / recht / fromm / aufrecht / redlich / still und verschwiegen sein / so überkommen sie doch bisweilen letztlichen den Eselslohn: Weil (sage ich) sie wie die Polsterhündlein den Wadel nicht rühren / fuchsschwänzeln / und sich insinuieren und zudäppisch machen können / sonder wie der Esel Esopi / mit den groben Füßen der Wahrheit / auf die Herrn springen / so werden sie mit Brüglen der Ungnade abgedankt / und eben dieses ist auch mir geschehen / dann weil ich meinem vorigen Herrn dem Kardinal und der französischen Boitschafft bisweilen die Wahrheit zu verstehen gab / so wurden sie mir Feind / und gaben mit den Sack. | de | de | de | 1 | 5.1927 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 861 | 1,615 | Beſchließlichen wie man allerley Eſel haben muß/ nem̃lich groſſe/ kleine/ mittelmaͤſſige wilde vnnd zaͤme/ ja gehoͤrnte Eſel ſindt man in Jndien/ alſo vñ ebner geſtalt werden in den rebus publicis vnd Landen/ oder an den Hoͤfen der Fuͤrſten allerley dergleichen Perſonen Eſeliſche Perſonen erfoꝛdert/ welche mit den oberzehlten guten qualiteten vñ eygenſchaften geziert vnnd verſehen ſein muͤſſen/ dann ſonſten wirdts jnen ergehen/ wie jenem vnbeſonnenen ſtoltzen Eſel Eſopi/ welcher mehr zu ſcheinen vnd zu ſein begerte/ weder er war/ derwegen ſich mit einer Loͤwenhaut bedeckte/ vnd in ſolcher geſtalt vnder den andern Thieren erſchine/ in meinung/ daß man jne durch diſes mittel fuͤrchten/ vnnd vor jhm entſetzen/ auch letztlichen jhrer aller Herꝛ werden wuͤrde: | Beschließlichen wie man allerlei Esel haben muss / nämlich große / kleine / mittelmäßige wilde und zähme / ja gehörnte Esel sind man in Indien / also und ebener Gestalt werden in den rebus publicis und Landen / oder an den Höfen der Fürsten allerlei dergleichen Personen Eselische Personen erfordert / welche mit den oberzählten guten Qualitäten und Eigenschaften geziert und versehen sein müssen / dann sonsten Wirts ihnen ergehen / wie jenem unbesonnenen stolzen Esel Esopi / welcher mehr zu scheinen und zu sein begehrte / weder er war / derentwegen sich mit einer Löwenhaut bedeckte / und in solcher Gestalt unter den anderen Tieren erschiene / in Meinung / dass man jene durch dieses Mittel fürchten / und vor ihm entsetzen / auch letztlichen ihrer aller Herr werden würde: | de | de | de | 1 | 5.5738 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 862 | 1,615 | Aber die andere Thier waren nit ſo gar thierlich vnd beſtialiſch/ daß ſie den betrug diſes verkleidten Eſels nit verſtunden/ derwegen wiſchten ſie alle vber jhne her/ zohen jhm die Loͤwenhaut ab/ vnnd tractirten jhne wie einen Eſel dermaſſen/ daß er keinen luſt mehꝛ hatte/ ſich zu verkleiden. | Aber die andere Tier waren nicht so gar tierlich und bestialisch / dass sie den betrug dieses verkleideten Esels nicht verstanden / derentwegen wischten sie alle über ihn her / zogen ihm die Löwenhaut ab / und traktierten ihn wie einen Esel dermaßen / dass er keinen Lust mehr hatte / sich zu verkleiden. | de | de | de | 1 | 4.5067 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 863 | 1,615 | Wer derwegen mit der Efelshaut vberzogen/ vnd in der Haut ein Eſel iſt/ der ſchaͤme ſich nit/ einer genennt zu werden/ dann wie ein Eſel/ ein Eſel iſt vnd bleibt/ auch ſchwerlich in einen Caual verkehrt kan werden/ vnangeſehen man jhm den Zaum/ Sattel/ Zierd vnd Woldrappa eines Pferds auflegt/ alſo ſehẽ wir/ daß/ ob ſchon ein Bawr/ Handtwercksman oder Kauffman/ oder Schreiber noch ſo vil Gelts vnnd Guts erobert/ vnd die Zierd vnd das Kleynod deß Adels erlanget/ er doch ſein vorige grobitet vnnd vnartigkeit jederzeit behelt: | Wer derentwegen mit der Efelshaut überzogen / und in der Haut ein Esel ist / der schäme sich nicht / einer genannt zu werden / dann wie ein Esel / ein Esel ist und bleibt / auch schwerlich in einen Caual verkehrt kann werden / unangesehen man ihm den Zaum / Sattel / Zierde und Wolltrappe eines Pferds auflegt / also sehen wir / dass / ob schon ein Bauer / Handwerksman oder Kaufmann / oder Schreiber noch so viel Geld und Gutes erobert / und die Zierde und das Kleinod des Adels erlanget / er doch sein vorige grobitet und Unartigkeit jederzeit behält: | de | de | de | 1 | 5.2285 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 864 | 1,615 | Aber ob ſchon dem allem alſo/ ſo woͤllen doch vil geboꝛne Eſel keine ſein/ ſonder legen ein Loͤwen haut oder Fuchshaut/ oder Schafhaut an/ das iſt/ ſie ziehen mit groſſen dicken Leibern/ mit langen Baͤrthen vnd grauitetiſchen Sitten auf/ ſtellen ſich/ als waͤren ſie Loͤwen/ dapffere/ herꝛliche vnd fuͤrtreffliche Maͤnner/ woͤllen von allerhand ſachen diſcurriren, oder die Staͤtt vnd Laͤnder regieren/ aber vnuerſehens laſſen ſie jhre Eſelsohren vnd vngeſchicklichkeit herfuͤr kucken/ vnd beſtehen mit ſpott vnnd ſchanden. | Aber ob schon dem allem also / so wollen doch viel geborene Esel keine sein / sonder legen ein Löwen haut oder Fuchshaut / oder Schafhaut an / das ist / sie ziehen mit großen dicken Leibern / mit langen Bärten und gravitätischen Sitten auf / stellen sich / als wären sie Löwen / tapfere / herrliche und fürtreffliche Männer / wollen von allerhand Sachen diskurrieren, oder die Stät und Länder regieren / aber unversehens lassen sie ihre Eselsohren und Ungeschicklichkeit herfür kucken / und bestehen mit Spott und Schanden. | de | de | de | 1 | 5.3629 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 865 | 1,615 | Weil dann die Menſchen ein ſo groſſe conformitet, vergleichnuß vnd correſpondenz mit den Eſeln haben/ vnd wir ſchir auff einerley weiß genaturt ſeind/ ſo haben wir nit vrſach vns jhrer ſo ſehꝛ zu ſchaͤmen/ noch auch vns zu erzuͤrnen/ wann man vns Eſelleuth nennet/ vnd den ſchoͤnen Tittel Meſſier Aſino gibt. | Weil dann die Menschen ein so große Konformität, Gleichnis und Korrespondenz mit den Eseln haben / und wir schier auf einerlei weiß genaturt sind / so haben wir nicht Ursache uns ihrer so sehr zu schämen / noch auch uns zu erzürnen / wann man uns Eselleut nennt / und den schönen Titel Massier Asino gibt. | de | de | de | 1 | 5.1752 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 866 | 1,615 | Capvt XXII. | Capvt XXII. | en | en | pl | 0 | 9.0166 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 867 | 1,615 | Guſman redet ferꝛner von der Ignorantz. | Gusman redet ferner von der Ignoranz. | de | de | de | 1 | 5.2411 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 868 | 1,615 | AVff diſen meinen diſcurs’ gab der Herr Graf kein andere antwort/ als allein/ daß er mich fragte/ was dem Menſchen beſſer anſtuͤnde/ die aſinitet vnnd Eſellſchafft/ oder die Jgnorantz? | Avff diesen meinen Diskurs gab der Herr Graf kein andere Antwort / als allein / dass er mich fragte / was dem Menschen besser anstünde / die asinitet und Eselschaft / oder die Ignoranz? | de | de | de | 1 | 6.0109 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 869 | 1,615 | Jch antwortet vnnd ſprach: | Ich antwortet und sprach: | de | de | de | 1 | 7.0758 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 870 | 1,615 | Gnediger Herꝛ/ ich bin gleichwol noch jung vnnd vngelehrt/ aber doch will ich euch gern ſagen/ was ich von der Jgnorantz halte/ daß nemblich ſie eben ſo loͤblich vnnd nutzlich iſt/ als die aſinitet: | gnädiger Herr / ich bin gleichwohl noch jung und ungelehrt / aber doch will ich euch gern sagen / was ich von der Ignoranz halte / dass nämlich sie eben so löblich und nützlich ist / als die asinitet: | de | de | de | 1 | 4.4913 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 871 | 1,615 | Vil beſſer iſt ſie/ denn die gelehrtheit/ dann wann die gelehrtheit nit beglait wird mit der from̃keit (jnmaſſen gemeingklich beſchicht) als dañ iſt ſie vil ſchaͤdlicher/ denn nutzlich: derwegen ſagt Cicero/ dz die eloquentz in der Hand eines boͤſen Menſchẽ/ gleich ſeye einem ſchwerdt in der hand eines vnſiñigen Narꝛen/ vnd eben diſer vrſachen halben ſeind die Rectores vnd Oratores vilmals auß Rom vertriben vñ auf ewig verwiſen worden. | Viel besser ist sie / denn die Gelehrtheit / dann wann die Gelehrtheit nicht Begleit wird mit der frommkeit (in Maßen gemeiniglich beschichte) als dann ist sie viel schädlicher / denn nützlich: derentwegen sagt Cicero / dass die Eloquenz in der Hand eines bösen Menschen / gleich sei einem Schwert in der Hand eines unsinnigen Narren / und eben dieser Ursachen halben sind die Rektors und Oratores vielmals aus Rom vertrieben und auf ewig verwiesen worden. | de | de | de | 1 | 5.1713 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 872 | 1,615 | Die gelehꝛten Poeten ſeind gemeinglich eytel/ veꝛlogen vñ ſchmeichler. | Die gelehrten Poeten sind gemeiniglich eitel / verlogen und Schmeichler. | de | de | de | 1 | 4.4812 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 873 | 1,615 | Ein Poet iſt gleich einem Gartner/ der jmmerdar in ſeinem Mundt die Blumen/ Zweig/ klare vnnd friſche Waſſer/ Roſen/ Violen vnd dergleichen ding fuͤhret/ aber in ſeinem eygnen Garten niemaln einige frucht abbricht/ bißweilen transformiret et ſich in einen verdorbenen Jubilirer/ der mit Corallen/ Hiacinten/ Chꝛiſtall/ Topat/ Diamanten/ ꝛc. vmbgehet/ aber an ſeinen Fingern ſihet man niemaln einen: | Ein Poet ist gleich einem Gartner / der immerdar in seinem Mund die Blumen / Zweig / klare und frische Wasser / Rosen / Violen und dergleichen Ding führt / aber in seinem eigenen Garten niemals einige Frucht abbricht / bisweilen transformieret et sich in einen verdorbenen Jubilierer / der mit Korallen / Hiacinten / Christall / Topat / Diamanten / etc. umgehet / aber an seinen Fingern sieht man niemals einen: | de | de | de | 1 | 5.6237 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 874 | 1,615 | Dannenhero iſt ein ſolche Kunſt eytel/ ſeytemal kein feucht oder nutz drauß erfolget/ vnd iſt vil beſſer/ daß einer kein Poet ſeye/ weder daß er naͤrꝛiſch oder beſeſſen waͤre. | Dannenher ist ein solche Kunst eitel / sintemal kein feucht oder Nutz daraus erfolget / und ist viel besser / dass einer kein Poet sei / weder dass er närrisch oder besessen wäre. | de | de | de | 1 | 6.5033 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 875 | 1,615 | Die Logici machen ſich mit jhren Syllogiſmis mauſig vnd vnnuͤtz/ vnd verwirꝛen die Warheit: | Die Logici machen sich mit ihren Syllogismus mausig und unnütz / und verwirren die Wahrheit: | de | de | de | 1 | 5.4804 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 876 | 1,615 | Die Arithmetici vertieffen ſich in jhrer algebra dermaſſen/ daß der Compaß jhr es verſtandts allerdings verruckt wirdt: | Die Arithmetici vertiefen sich in ihrer Algebra dermaßen / dass der Kompass ihr es Verstands allerdings verrückt wird: | de | de | de | 1 | 6.4888 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 877 | 1,615 | Es verurſachet vnd machet auch diſe Kunſt ſpitzfindige Rechner/ Wucherer/ falſche Kramer/ Kauflenth vnd Banckerottirer. | Es verursachet und macht auch diese Kunst spitzfindige Rechner / Wucherer / falsche Kramer / Kauflet und Bankrotterer. | de | de | lb | 0.667 | 6.1088 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 878 | 1,615 | Derwegen ſagte Plato, daß diſe Kunſt durch die boͤſe Geiſter erfunden worden/ vnd Licurgus hat ſie gar verbotten. | Derentwegen sagte Plato, dass diese Kunst durch die böse Geister erfunden worden / und Licurgus hat sie gar verboten. | de | de | de | 1 | 5.5218 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 879 | 1,615 | Die Geometria diſtrahirt die Menſchen dermaſſen/ daß ſie nicht wiſſen/ ob ſie lebendig oder todt ſeyen/ vnd gleichſam̃ den vnſinnigen gleich ſehen. | Die Geometria distrahiert die Menschen dermaßen / dass sie nicht wissen / ob sie lebendig oder tot seien / und gleichsam den unsinnigen gleich sehen. | de | de | de | 1 | 5.0721 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 880 | 1,615 | Was kan verwirꝛters ſeyn/ als eben die quadratur deß circuli? | Was kann verwirrters sein / als eben die quadratur des circuli? | de | de | af | 0.667 | 6.6029 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 881 | 1,615 | Die Aſtrologia iſt ſchir ein lauters Lugenwerck/ vnnd erfuͤllt mit allerhand eyteln imaginationen, einbildungen vnd meinungen der Aſtrologorum vnd contemplanten, welche nichts anders thun/ als Sterngucken/ gen Himmel ſchawen/ vnd mit jhꝛem blechenem verſtandt die geheimnuß der zukuͤnfftigen dingen außmeſſen/ wiſſen vñ weiſſagen/ O wie vil beſſer aber vnnd annemlicher iſt Gott dem Herꝛn ein gute vñ beſcheidene ignorantz, deñ ein ſolche ſchaͤdliche gelehꝛtheit der Aſtrologorum. | Die Astrologia ist schier ein lauteres Lugenwerck / und erfüllt mit allerhand eyteln Imaginationen, Einbildungen und Meinungen der Astrologorum und contemplanten, welche nichts anders tun / als Sterngucken / gen Himmel schauen / und mit ihrem blechernem verstand die Geheimnis der zukünftigen Dingen ausmessen / wissen und weissagen / O wie viel besser aber und annehmlicher ist Gott dem Herrn ein gute und bescheidene Ignoranz, denn ein solche schädliche Gelehrtheit der Astrologorum. | de | de | de | 1 | 4.9663 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 882 | 1,615 | Derwegen iſt kein wunder/ daß Keyſer Domitianus alle Mathematicos vnd die jenigen/ welche man Philoſophos nennet/ auß Rom vertriben/ dann in deme ſie jmmerdar die Geheimnuß der Natur vermeſſentlich ſuchen/ von der zeit/ vom vacuo, infinito vnnd ſummo bono diſputiren, ſo verlieren ſie dardurch jhre zeit/ vnnd werden laͤr am verſtandt/ vnnd vngluͤckſelig. | Derentwegen ist kein Wunder / dass Kaiser Domitianus alle Mathematicos und diejenigen / welche man Philosophos nennt / aus Rom vertrieben / dann in dem sie immerdar die Geheimnis der Natur vermessentlich suchen / von der Zeit / vom vacuo, infinito und summo bono disputieren, so verlieren sie dadurch ihre Zeit / und werden leer am verstand / und unglückselig. | de | de | de | 1 | 5.2314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 883 | 1,615 | Die Legiſten oder Iuriſten ſeind bißweilen erfuͤlt mit widerwertigkeit/ meinungen vñ jrꝛthumben/ ſeind authores vnd patroni der controuerſien vnnd feindtſchaffter/ ſeind verderber der Witwen vnnd Waiſen/ ja die allerbeſten Juriſten ſeindt bißweilen die aͤrgiſte Chriſten: dermaſſen ſtoltz/ hoffertig/ vnd auff geblaſen werden die Gelehrten zu zeiten/ daß ſchier niemandt mit jhnen außkom̃en kan/ ein ſchlimmer Bachant, Baccalaureus oder Orator machet ſich ſo gar mauſig/ daß er vermeinet/ daß jm ein jeglicher weichẽ muͤſſe: | Die Legisten oder Juristen sind bisweilen erfüllt mit Widerwärtigkeit / Meinungen und Irrtume / sind authores und patroni der controuersien und feindtschaffter / sind Verderber der Witwen und Waisen / ja die allerbesten Juristen sind bisweilen die ärgiste Christen: dermaßen stolz / hoffertig / und aufgeblasen werden die Gelehrten zu Zeiten / dass schier niemand mit ihnen auskommen kann / ein schlimmer Bachant, Baccalaureus oder Orator macht sich so gar mausig / dass er vermeinet / dass ihm ein jeglicher weichen müsse: | de | de | de | 1 | 5.4531 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 884 | 1,615 | Wann ein Legiſt nur die paragraphos mit vilen falſchen cautelis allegiren kan/ vermeinet er/ daß er vnnd ſein Fraw in den Gaſtereyen oben an ſitzen/ vnnd in dem gehen allzeit die præminentz haben muͤſſe. | Wann ein Legist nur die paragraphos mit vielen falschen cautelis allegieren kann / vermeinet er / dass er und sein Frau in den Gastereien oben an sitzen / und in dem gehen allzeit die praeminentz haben müsse. | de | de | de | 1 | 5.8765 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 886 | 1,615 | Hierauß erſcheint nun/ daß die ſo groſſe gelehꝛheit nichts anders iſt/ als ein tribulation, vnruhe vnnd reiſſung deß Kopffs/ ja ein verderbung deß Leibs vnnd der Seelen/ aber die Jgnorantz iſt ein jmmerwehꝛende vnd ſuͤſſe ruhe des Geiſtes. | Hieraus erscheint nun / dass die so große gelehrheit nichts anders ist / als ein Tribulation, Unruhe und Reissung des Kopfs / ja ein Verderbung des Leibs und der Seelen / aber die Ignoranz ist ein immerwährende und süße ruhe des Geistes. | de | de | de | 1 | 4.9987 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 887 | 1,615 | Diſes hat Keyſer Licinius wol verſtanden die gelehrtheit veracht/ vnd die Gelehrten verjagt/ deßgleichen thate auch Keyſer Valentinianus/ nach jhrem Exempel thuns auch bißweiln die Potentaten/ Herꝛen vnnd Edelleuth/ dann gemeinlich ſeind ſie mit der Edlen Jgnorantz gezierdt/ vnnd ſie ſelbſt zieren vnd lieben auch die Jgnoranten vilmehr/ denn dir Gelehrten vnd Weiſen/ vnd zwar nit vnbillich/ dann was kan jhnen ſpoͤttlicher ſeyn/ als wann man von einem Koͤnig/ Fuͤrſten oder groſſen Herꝛen ſagt/ daß er ein gelehrter Magiſter geweſt/ oder Buͤcher cõponirt/ oder ein diſputirer geweſt? | Dieses hat Kaiser Licinius wohl verstanden die Gelehrtheit verachte / und die Gelehrten verjagt / desgleichen tat auch Kaiser Valentinianus / nach ihrem Exempel Tuns auch bisweilen die Potentaten / Herren und Edelleute / dann gemeinlich sind sie mit der Edlen Ignoranz geziert / und sie selbst zieren und lieben auch die Ignoranten vielmehr / denn dir Gelehrten und Weisen / und zwar nicht unbillig / dann was kann ihnen spöttischer sein / als wann man von einem König / Fürsten oder großen Herren sagt / dass er ein gelehrter Magister gewesen / oder Bücher coponirt / oder ein Disputierer gewesen? | de | de | de | 1 | 4.9238 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 888 | 1,615 | Kein Fuͤrſt ſoll ſo hoch gelehrt ſeyn/ daß er Ketzereyen ſtifften koͤnne: | Kein Fürst soll so hoch gelehrt sein / dass er Ketzereien stiften könne: | de | de | az | 0.667 | 5.7854 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 889 | 1,615 | Das haben ohne zweiffel die Alten wol verſtanden/ vnd derwegen veroꝛdnet/ daß auf den hohen Stifften/ ſonderlich im Teutſchland/ keine Thumherꝛn/ ſo Doctores/ ſonder nur die Edelleuth zu Biſchoffe erwehlt werden. | Das haben ohne Zweifel die Alten wohl verstanden / und derentwegen verordnet / dass auf den hohen stiften / sonderlich im Deutschland / keine Thumherrn / so Doctores / sonder nur die Edelleute zu Bischöfe erwählt werden. | de | de | de | 1 | 5.4194 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 890 | 1,615 | Beſchließlichen iſt die Jgnorantz vil ſicherer/ weder die Gelehrtheit/ dann wer vil kan/ den gehet vil an/ weil die Gelehrten vil wiſſen vnnd verſtehen/ ſo muͤſſen ſie vil verantwoꝛten/ vñ jhꝛ von Gott empfangenes talent verꝛechnen/ wer vil hat empfangen/ von demſelben wirdt vil gefordert werden: | Beschließlichen ist die Ignoranz viel sicherer / weder die Gelehrtheit / dann wer viel kann / den geht viel an / weil die Gelehrten viel wissen und verstehen / so müssen sie viel verantworten / und ihr von Gott empfangenes talent verrechnen / wer viel hat empfangen / von demselben wird viel gefordert werden: | de | de | de | 1 | 5.2449 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 891 | 1,615 | Weil ſie die Geſetz/ Gebott vnd willen Gottes gewuͤſt vñ verſtanden/ vnd aber ſie nit vollzogen haben/ ſo werden ſie vil harter vnd ſchwerer geſtrafft werden/ denn die ignoranten vnnd einfaͤltigen/ ſo die ſach nit verſtanden. | Weil sie die Gesetz / Gebot und Willen Gottes gewusst und verstanden / und aber sie nicht vollzogen haben / so werden sie viel harter und schwerer gestraft werden / denn die ignoranten und einfältigen / so die Sache nicht verstanden. | de | de | de | 1 | 4.6046 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 892 | 1,615 | Was aber das zeitliche belangt/ ſeind die ignoranten gleichfals ſicherer/ dann lieber/ was kan gefaͤhrlicher vnd armſeliger ſein/ als eben die jenige gelehrte fauoriten, welcht entweder ſchlechter vrſachen halben in vngnad vnnd Lebensgefahr bey jhren Koͤnigen gerathen/ oder von andern verhaſt/ verfolgt vnd gepeinigt werden/ oder ſonſten mit jhren dienſten vnnd verꝛichtungen ſo vil zu ſchaffen haben/ daß ſie durchauß kein ruhe/ troſt noch ergetzlichkeit haben/ ſonder als Sclauen vmbgezogen werden/ hergegen ſihet man bißweilẽ die Ignoranten, vngeſchickte grobe Geſellen/ vnnd Teutſche Michel vnnd Toͤlpel zu Hof vnnd auff den Ambtern dominiren vnnd triumphiren, &c. O heilige Jgnorantz/ O nuͤtzliche/ O ſichere Jgnorantz/ ſelig iſt der dich beſitzet/ vnnd wolbrauchet: | Was aber das zeitliche belangt / sind die ignoranten gleichfalls sicherer / dann lieber / was kann gefährlicher und armseliger sein / als eben diejenige gelehrte Favoriten, welch entweder schlechter Ursachen halben in Ungnade und Lebensgefahr bei ihren Königen geraten / oder von anderen verhasst / verfolgt und gepeinigt werden / oder sonsten mit ihren Diensten und Verrichtungen so viel zu schaffen haben / dass sie durchaus kein Ruhe / Trost noch Ergötzlichkeit haben / sonder als Sklaven umgezogen werden / hingegen sieht man bisweilen die Ignoranten, ungeschickte grobe Gesellen / und Deutsche Michel und Tölpel zu Hof und auf den Amtern dominieren und triumphieren, & c. O heilige Ignoranz / O nützliche / O sichere Ignoranz / selig ist der dich besitzet / und wolbrauchet: | de | de | de | 1 | 5.3496 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 893 | 1,615 | Selig iſt das Landt/ deſſen Regenten vnnd Officier Jgnoranten ſeind/ oder welches gar keinen magiſtrat hat/ vnd ohne Geſetz iſt/ jnmaſſen in der newen Welt beſchehen/ alida die Jnwohner vil ordentlicher vnnd fridlicher leben/ denn wo vil Officier/ Doctores vnd Aduocaten ſeind. | Selig ist das Land / dessen Regenten und Offizier Ignoranten sind / oder welches gar keinen Magistrat hat / und ohne Gesetz ist / in Maßen in der neuen Welt geschehen / alida die Einwohner viel ordentlicher und friedlicher leben / denn wo viel Offizier / Doctores und Aduocaten sind. | de | de | de | 1 | 5.1824 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 894 | 1,615 | Diſes hat wol verſtanden ein fuͤrnemmer Roͤmiſcher Rathsherꝛ zu Rom/ welcher ſagte/ daß vor alten zeiten die Roͤmiſche Rathsherꝛn einen ſehr vbel ſtinckenden Athem hatten/ aber daß jhre Maͤgen nach Byſem vñ Amber deß guten Gewiſſens ſchmeckten: | Dieses hat wohl verstanden ein fürnehmer römischer Ratsherr zu Rom / welcher sagte / dass vor alten Zeiten die Römische Ratsherrn einen sehr übel stinkenden Atem hatten / aber dass ihre Mägen nach Bysem und Amber des guten Gewissens schmeckten: | de | de | de | 1 | 5.5913 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 895 | 1,615 | Hergegen daß die jetzige Rathsherꝛn einen parfumterten lieblichen Athem/ aber ein ſehr boͤſes Gewiſſen haben: | Hergegen dass die jetzige Ratsherrn einen parfumterten lieblichen Atem / aber ein sehr böses Gewissen haben: | de | de | de | 1 | 6.1142 |
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