basename
stringlengths
11
38
par_idx
int64
0
56.2k
date
int64
1.6k
1.9k
orig
stringlengths
1
44.1k
norm
stringlengths
1
44k
lang_fastText
stringclasses
145 values
lang_py3langid
stringclasses
97 values
lang_cld3
stringclasses
96 values
lang_de
float64
0
1
norm_lmscore
float64
0.07
21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,302
1,615
Aber die vntugentſame Geitzhaͤlß koͤnnen durch keine einige Reichthumb erfuͤlt/ noch auch/ obſchon alle Menſchliche Reichthumb ſich in jhrem Hauſe verſambleten/ erſettigt werden: ſola namque virtus animũ locupletat atque ſtabili voluptate perfundit, ſicque fit, vt iuſti facilimè ſatiari poſſint, iniuſti autem ſemper eſuriant.
Aber die vntugentsame Geitzhälß können durch keine einige Reichthumb erfült / noch auch / obschon alle menschliche Reichtum sich in jhrem Hause versammelten / ersettigt werden: sola namque virtus animu locupletat atque stabili voluptate perfundit, sicque fit, ut iusti facilime satiari possint, iniusti autem semper esuriant.
de
de
de
1
5.9158
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,303
1,615
Habentes victum & amictum his contentiſſimus ſpricht der Apoſtel/ als wolte er ſagen:
Habentes victum & amictum his contentissimus spricht der Apostel / als wollte er sagen:
de
de
de
1
7.0908
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,304
1,615
Wann wir mit notwendiger Speiß vnnd Kleidung verſehen ſeindt/ ſollen wir billich benuͤgt vnd zu friden ſein/ dann Gott iſt ein Vatter nur deren/ welche ſich mit der notwendigen Leibsnahrung vnnd vnderhaltung beſchlagen laſſen.
Wann wir mit notwendiger Speise und Kleidung versehen sind / sollen wir billig benügt und zu Frieden sein / dann Gott ist ein Vater nur deren / welche sich mit der notwendigen Leibsnahrung und Unterhaltung beschlagen lassen.
de
de
de
1
5.5
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,305
1,615
Als jener Haußuatter die Arbeiter in ſeinem Weingarten auffnam/ vnnd mit jhnen dingte/ verhieß er jhnen einen taͤglichen Groſchen/ das iſt/ die Seligkeit/ zu geben/ aber wegen der taͤglichen ſpeiß handlete er nichts mit jhnen/ dañ dieſelbe iſt den Dienern vnd freunden Gottes richtig vnd gewiß:
Als jener Haußuatter die Arbeiter in seinem Weingarten aufnahm / und mit ihnen dingte / verhieß er ihnen einen täglichen Groschen / das ist / die Seligkeit / zu geben / aber wegen der täglichen Speis handelte er nichts mit ihnen / dann dieselbe ist den Dienern und freunden Gottes richtig und gewiss:
de
de
de
1
5.468
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,306
1,615
Eben auff diſen ſchlag ſollen auch wir nach dem himliſchẽ Groſchen trachten/ vnd nit zweifeln/ das vns mangeln werde die Leibsnahrung/ dann ob ſchon die zeitliche ding bißweilen menglen/ ſo wird vns doch Gott hingegen dermaſſen verſehen mit der Frewd vnd Geiſtlichem Troſt/ daß du vil beſſer zu friden ſeyn wirdeſt mit deiner duͤrfftigkeit/ armut vnnd noth/ weder mit dem vberfluß.
Eben auf diesen Schlag sollen auch wir nach dem himmlischen Groschen trachten / und nicht zweifeln / das uns mangeln werde die Leibsnahrung / dann ob schon die zeitliche Ding bisweilen menglen / so wird uns doch Gott hingegen dermaßen versehen mit der Freude und geistlichem Trost / dass du viel besser zu Frieden sein wirdst mit deiner Dürftigkeit / Armut und Not / weder mit dem Überfluss.
de
de
de
1
5.519
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,307
1,615
Keins wegs ſollen wir die zeitliche ding durch vnzimbliche mittel procuriren/ dann die eytele Soꝛgfaͤltigkeit derſelbigen iſt ein beſchwernuß der Geiſtlichen Fluͤgel.
Keins Wegs sollen wir die zeitliche Ding durch vnzimbliche Mittel procuriren / dann die Eitele Sorgfältigkeit derselbigen ist ein Beschwernis der geistlichen Flügel.
de
de
de
1
6.3757
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,308
1,615
Sie verhindert den Flug vnſerer Seelen an der contemplation vnnd betrachtung der ewigen Guͤter.
Sie verhindert den Flug unserer Seelen an der Kontemplation und Betrachtung der ewigen Güter.
de
de
lb
0.667
5.0336
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,309
1,615
Keiner andern vꝛſachen halben hat Gott den Menſchen erſchaffen/ als daß er jhne erkennen/ lieben vnd genieſſen ſolte/ aber von diſer genieſſung verhindert vnnd ſcheidet vns die vbermaͤſſige ſorgfaͤltigkeit vnnd Gedancken der zeitlichen guͤter.
Keiner anderen Ursachen halben hat Gott den Menschen erschaffen / als dass er ihn erkennen / lieben und genießen sollte / aber von dieser Genießung verhindert und scheidet uns die übermäßige Sorgfältigkeit und Gedanken der zeitlichen Güter.
de
de
de
1
5.4095
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,310
1,615
Zu denen/ welche mehꝛ auff jhꝛe aigne ſachen/ als auff Gott gedachten/ ſpꝛicht der Herꝛ ſelbſt:
Zu denen / welche mehr auf ihre eigne Sachen / als auf Gott gedachten / spricht der Herr selbst:
de
de
de
1
5.0319
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,311
1,615
Quia domus mea deſerta eſt & vos feſtinatis vnuſquiſq; in domum ſuam, propter hoc prohibiti ſuper vosſunt cęli, ne darent rorẽ, & terra prohibira eſt, ne daret germen ſuum.
Quia domus mea deserta est & vos festinatis vnusquisq; in domum suam, propter hoc prohibiti super vossunt celi, ne darent roren, & terra prohibira est, ne daret germen suum.
la
la
co
0
5.7058
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,312
1,615
Dann billich iſts/ daß denen alles maͤngle/ welche jhꝛen Erſchaffer verlaſſen wegen deß zeitlichen.
Dann billig ist es / dass denen alles mangle / welche ihren Erschaffer verlassen wegen des zeitlichen.
de
de
lb
0.667
6.1364
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,313
1,615
Ein ſchand iſts/ daß wir vnſere ſorg vnd verlangen ſo gar vbel verwenden vnd anlegen wegen deß zeitlichen koths/ da doch wir gar leichtlich verlangen vnd trachten koͤñen nach den blumen deß Paradeyſes:
Ein Schande ist es / dass wir unsere Sorge und verlangen so gar übel verwenden und anlegen wegen des zeitlichen Kots / da doch wir gar leichtlich verlangen und trachten können nach den Blumen des Paradieses:
de
de
de
1
6.2667
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,314
1,615
Ein grauſambkeit iſts/ daß wir vns ſo ſehr er muͤden im ſuchen der Welt/ da doch wir trucknes Fuſſes finden koͤndten den Himmel.
Ein Grausamkeit ist es / dass wir uns so sehr er müden im Suchen der Welt / da doch wir trucknes Fußes finden könnten den Himmel.
de
de
de
1
5.7533
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,315
1,615
Wer da begehꝛt der gefahr diſes Lebens zu entgehen/ vnd des verdamnuß befreyet zuwerden/ der muß fliehen die Erd/ er muß auch fliegen oder ſchwimmen/ vnd keinswegs auff der Erden vmbgehen/ dann als Gott die Voͤgel erſchaffen hatte/ ſegnete er ſie/ den beſtien vnnd Thieren aber/ welche auff der Erden gehen/ gab er ſeinen ſegen nit: Wer nun den ſegen/ welchen Gott den frommen geben wirdt/ begert zu erlangen/ der muß entweder fliegen oder ſchwim̃en/ damit er der gefahꝛ/ darin andere gerathen/ befꝛeyt ſeyn moͤge/ dañ denen/ ſo/ wie beſtiæ, auf Erden leben vñ die jrꝛdiſche ding vnordenlich lieben/ wirdt GOtt nicht ſeinẽ ſegen/ ſonder den fluch geben.
Wer da begehrt der Gefahr dieses Lebens zu entgehen / und des Verdammnis befreiet zuwerden / der muss fliehen die Erde / er muss auch fliegen oder schwimmen / und keineswegs auf der Erden umgehen / dann als Gott die Vögel erschaffen hatte / segnete er sie / den Bestien und Tieren aber / welche auf der Erden gehen / gab er seinen Segen nicht: Wer nun den Segen / welchen Gott den frommen geben wird / begehrt zu erlangen / der muss entweder fliegen oder schwimmen / damit er der Gefahr / darin andere geraten / befreit sein möge / dann denen / so / wie bestiae, auf Erden leben und die irdische Ding unordentlich lieben / wird Gott nicht seinen Segen / sonder den Fluch geben.
de
de
de
1
4.94
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,316
1,615
Derwegen/ O Menſch/ lebe/ wie ein Vogel in der hoͤhe der contẽplation vñ Gebetts/ ſetze alle deine gedanckẽ vñ ſorgen auf Gott/ ſo wirdt er hingegẽ auf dich gedencken vnd fuͤr dich ſorgẽ/ jnmaſſen Dauid gethan/ ſprechendt: pauper ſum & mendicus, Dominus ſollicitus eſt mei.
Derentwegen / O Mensch / lebe / wie ein Vogel in der Höhe der contenplation und Gebets / setze alle deine Gedanken und sorgen auf Gott / so wird er hingegen auf dich gedenken und für dich sorgen / in Maßen David getan / sprechend: pauper sum & mendicus, Dominus sollicitus est mei.
de
de
de
1
5.5777
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,317
1,615
Weil Gott fuͤr dich ſorget/ ſo darffſtu dich nichts kummern vmb das zeitliche/ dann das die Heyden vnd Vnglaubigen/ welche einẽ Glauben am gluͤck haben/ ſo gar ſorgfaͤltig ſeind/ iſt ſolches kein wunder/ aber du/ der du ein Chriſt biſt/ vnnd an der Goͤttlichen prouidentz vnnd fuͤrſehung glaubeſt/ ſolleſt ſorgfaͤltig ſein fuͤr die Geiſtliche Guͤter/ ſeytemal du weiſt/ daß/ wofern du thuſt was du ſchuldig biſt/ dir die nothwendigkeit nit werde ermangeln/ dann weil Gott/ der die Voͤgel/ (welche er von deß Menſchen wegen erſchaffen) erhelt/ warumb wolte er nit auch erhalten den Menſchen/ welchen er wegen ſeinen ſelbſt erſchaffen?
Weil Gott für dich sorget / so darfst du dich nichts kümmern um das zeitliche / dann das die Heiden und Ungläubigen / welche einen Glauben am Glück haben / so gar sorgfältig sind / ist solches kein Wunder / aber du / der du ein Christ bist / und an der Göttlichen prouidentz und Vorsehung glaubest / sollest sorgfältig sein für die Geistliche Güter / sintemal du weist / dass / sofern du tust was du schuldig bist / dir die Notwendigkeit nicht werde ermangeln / dann weil Gott / der die Vögel / (welche er von des Menschen wegen erschaffen) erhält / warum wollte er nicht auch erhalten den Menschen / welchen er wegen seinen selbst erschaffen?
de
de
de
1
5.027
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,318
1,615
Reinige dein Hertz/ lege alle eytele ſorgfaͤltigkeitẽ von dir/ ſo kanſtu dich deſto leichter zu Gott erheben:
Reinige dein Herz / lege alle Eitele Sorgfältigkeiten von dir / so kannst du dich desto leichter zu Gott erheben:
de
de
de
1
5.1903
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,319
1,615
Ob ſchon die occupationes, bemuͤhungen vnd ſorgfaͤltigkeiten der zeitlichen dingẽ nit vnzimlich ſeind/ ſo verblenden ſie doch das Geſicht deß Verſtandts vnd vertreiben den Glantz deß wahren Liechts.
Ob schon die occupationes, Bemühungen und Sorgfältigkeiten der zeitlichen dingen nicht unziemlich sind / so verblenden sie doch das Gesicht des Verstands und vertreiben den Glanz des wahren Lichts.
de
de
de
1
5.1099
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,320
1,615
Von der Sorgfaͤltigkeit der Kleidern.
Von der Sorgfältigkeit der Kleidern.
de
de
de
1
4.8999
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,321
1,615
Ferꝛner ſo vil die Kleyder betrifft/ verbeut der Herꝛ gleichfals derſelbigen vbermaͤſſige ſorgfaͤltigkeit/ dann weil Gott vnſern erſten Eltern (vnangeſehen er wider dieſelbige wegen der Suͤnd erzuͤrnet war) mit Kleidungen verſehen hat/ warumb wolte er dann ſie nicht auch vns geben?
Ferner so viel die Kleider betrifft / verbietet der Herr gleichfalls derselbigen übermäßige Sorgfältigkeit / dann weil Gott unsern ersten Eltern (unangesehen er wider dieselbige wegen der Sünde erzürnet war) mit Kleidungen versehen hat / warum wollte er dann sie nicht auch uns geben?
de
de
de
1
5.23
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,322
1,615
Dreyerley vrſachen halben bedoͤrffen wir der Kleidungen/ erſtlich/ vns darmit zu bedecken:
Dreierlei Ursachen halben bedürfen wir der Kleidungen / erstlich / uns damit zu bedecken:
de
de
de
1
6.5991
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,323
1,615
Am andern/ vns vor wind kaͤlte vnd hitz zu beſchuͤtzen:
Am anderen / uns vor wind Kälte und Hitze zu beschützen:
de
de
de
1
7.7217
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,324
1,615
Drittens/ vns vnder einander in vnſern Staͤnden vñ Ambtern zu vnderſcheiden/ vnnd die Geiſtlichen von Weltlichen/ die Fuͤrſten/ Herꝛen/ Edelleuth/ Burger vnd Bawren von einander zu erkennen/ Wofern vnſere erſte Eltern nit geſuͤndigt hetten/ ſo bedoͤrfften wir keine Kleidungen/ dann die nackenheit deß Leibs wuͤrde als dann eben ſo wenig ein ſchandt geweſt ſein/ als an jetzo die nackenheit deß Angeſichts vnnd den Haͤnden/ Es wuͤrde auch kein vngewitter deß Luffts geweſt ſeyn/ vnnd die vnderſchidliche menſchliche Staͤnd wuͤrden durch andere zeichen erkeñt ſein wordẽ/ Darauß erſcheint nun daß die Kleider nichts andeꝛs ſeind/ als zeichen vnd ſtraff der Suͤnden/ allermaſſen der ſtrick/ welchen der zum Galgen gefuͤhrter Dieb am Halß traͤgt/ ein zeichen iſt ſeines begangenen Diebſtals/ vnnd ein Jnſtrument ſeiner Straff.
Drittens / uns untereinander in unsern Ständen und Amtern zu unterscheiden / und die Geistlichen von Weltlichen / die Fürsten / Herren / Edelleute / Burger und Bauern voneinander zu erkennen / Sofern unsere erste Eltern nicht gesündigt hätten / so bedürften wir keine Kleidungen / dann die Nackenhit des Leibs würde als dann ebenso wenig ein schont gewesen sein / als an jetzt die Nackenhit des Angesichts und den Händen / Es würde auch kein Ungewitter des Lofts gewesen sein / und die unterschiedliche menschliche Stände würden durch andere Zeichen erkennt sein worden / daraus erscheint nun dass die Kleider nichts anders sind / als Zeichen und Strafe der Sünden / allermaßen der strick / welchen der zum Galgen geführter Dieb am Hals trägt / ein Zeichen ist seines begangenen Diebstals / und ein Instrument seiner Strafe.
de
de
de
1
5.1848
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,325
1,615
Hierauß iſt nun abzunem̃en/ was die jenigen fuͤr groſſe Narꝛen ſeyn/ welche ſich auf die zierd vnd pracht der Kleidung vil zu ſehr begeben/ dann erſtlich wirdt die edle zeit dardurch verzehrt/ welche vns von Gott darumb beſchert iſt worden/ daß wir das ewige darmit gewinnen ſollen.
Hieraus ist nun abzunehmen / was diejenigen für große Narren sein / welche sich auf die Zierde und Pracht der Kleidung viel zu sehr begeben / dann erstlich wird die edle Zeit dadurch verzehrt / welche uns von Gott darum beschert ist worden / dass wir das ewige damit gewinnen sollen.
de
de
de
1
5.0777
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,326
1,615
Am andern wirdt dardurch ein ſo groſſer vergeblicher vnkoſtẽ angewend/ daß vil Leuth jhre gantze Subſtantz nur den Kramern ſchuldig verbleiben.
Am anderen wird dadurch ein so großer vergeblicher Unkosten Angewende / dass viel Leute ihre ganze Substanz nur den Kramern schuldig verbleiben.
de
de
de
1
6.9075
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,327
1,615
Drittens multiplicieren vnd vermehren ſie die Kleider haͤuffig vnnd vberfluͤſſig:
Drittens multiplizieren und vermehren sie die Kleider häufig und überflüssig:
de
de
de
1
5.9771
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,328
1,615
Viertens ſeind ſie ſehr fuͤrwitzig in erfindung der newen foꝛmen vnnd muſtern.
Viertens sind sie sehr fürwitzig in Erfindung der neuen formen und mustern.
de
de
de
1
5.9734
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,329
1,615
Vnnd diſes alles thun nit die rechtſchaffne Maͤnner/ ſonder nur die Antrogyni oder weibiſche Maͤnner:
Und dieses alles tun nicht die rechtschaffene Männer / sonder nur die Antrogyni oder weibische Männer:
de
de
de
1
5.6562
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,330
1,615
Fuͤrnemblich aber die Weibsperſonen/ auß vilerhandt vrſachen/ dann erſtlich ſeind ſie nit ſo geſcheidt/ vnnd brauchen keinen verſtandt/ wie die Maͤnner ſonder ſeind den nugis, eitelkeiten vñ paſſionibus allerdings ergebẽ: Sie vermeinen/ (jnmaſſen aller Narren art iſt) daß ſie weiſer ſeind/ denn alle andere/ vñ ob ſchon alle Vaͤtter/ Apoſteln vñ Propheten die Hoffart vnd vbermut der Kleidern verbotten/ vnnd alle Prediger ſie ſtraffen/ ſo halten doch die Weiber darfuͤr/ dz andere Leut dißfals jrꝛen/ vnnd nur ſie recht haben.
Vornehmlich aber die Weibspersonen / aus vielerhand Ursachen / dann erstlich sind sie nicht so gescheit / und brauchen keinen verstand / wie die Männer sonder sind den nugis, Eitelkeiten und passionibus allerdings ergeben: Sie vermeinen / (in Maßen aller Narren Art ist) dass sie weiser sind / denn alle andere / und ob schon alle Väter / Aposteln und Propheten die Hoffart und Übermut der Kleidern verboten / und alle Prediger sie strafen / so halten doch die Weiber dafür / dass andere Leute diesfalls irren / und nur sie recht haben.
de
de
de
1
5.2888
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,331
1,615
Derwegẽ beharꝛen ſie bey jren meinungen/ vñ verwenden in den kleiden nit allein groſſen vnerſchwinglichen vnkoſten/ ſonder brauchẽ auch vil muͤh/ arbeit vñ vngelegenheit mit dem zieren/ ſchmucken vnd auff butzen jres Kopffs vñ Leibs/ vnangeſehẽ ſie dardurch weder jren eignen noch andern Maͤñern nit allein nit gefallen/ ſonder vilmehꝛ verlacht/ veracht vnd verſpottet werden:
Derentwegen beharren sie bei ihren Meinungen / und verwenden in den kleiden nicht allein großen unerschwinglichen Unkosten / sonder brauchen auch viel Mühe / Arbeit und Ungelegenheit mit dem zieren / schmucken und auf Putzen ihres Kopfs und Leibs / unangesehen sie dadurch weder ihren eigenen noch anderen Männern nicht allein nicht gefallen / sonder vielmehr verlacht / verachte und verspottet werden:
de
de
de
1
5.2618
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,332
1,615
So thun auch ſolche koͤſtliche gezierle vnd geſchmuckte Docken nichts anders/ als muͤſſig gehen/ einander viſitiren, heimſuchen/ beſchawen/ fabuliren/ ſchnadern/ dadern/ ſchwaͤtzen/ von den newen Muſtern der Kleidern vnd ſonſten reden/ vnd die Leut außrichten/ GOtt geb/ es gehe anheims in jhren Haͤuſern vnd mit den Maͤnnern zu/ wie es woͤlle.
So tun auch solche köstliche Geziele und geschmückte Docken nichts anders / als müßig gehen / einander visitieren, heimsuchen / beschauen / fabulieren / schnadern / dadern / schwätzen / von den neuen Mustern der Kleidern und sonsten reden / und die Leute ausrichten / Gott gebe / es gehe anheim in ihren Häusern und mit den Männern zu / wie es wolle.
de
de
de
1
5.1968
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,333
1,615
Die andere vrſach/ warumb die Weiber ein mehrere Hoffart vnd vbermuth mit Kleidern treiben/ iſt jhre vnuollkommenheit/ derwegen ſuchen ſie alle mittel ſich vollkommen zu machen/ weil aber ſolches nit beſchehen kan durch jhre weißheit noch ſtaͤrck/ die ſie nit haben/ ſo brauchen ſie die Zierd vnd Geſchmuck deß Leibs/ vnd begehen doch darbey vil defecten vnd maͤngel/ dann/ wie die vngeſchickte Mahler ſich vergeblich vnderſtehẽ/ ein durch einen ſehr kunſtreichen Mahler angefangene Tafel zu vollenden/ alſo ſehen wir/ daß etliche Weiber das Ebenbildt Gottes in erſchroͤckliche monſtra vnd vngehewre geſtalten transformiren vnd verkehꝛen/ vnd doch das jenig/ darnach ſie verlangt/ nit erlangen.
Die andere Ursache / warum die Weiber ein mehrere Hoffart und Übermut mit Kleidern treiben / ist ihre Unvollkommenheit / derentwegen suchen sie alle Mittel sich vollkommen zu machen / weil aber solches nicht geschehen kann durch ihre Weisheit noch stärk / die sie nicht haben / so brauchen sie die Zierde und Geschmack des Leibs / und begehen doch dabei viel defekten und Mängel / dann / wie die ungeschickte Maler sich vergeblich unterstehen / ein durch einen sehr kunstreichen Maler angefangene Tafel zu vollenden / also sehen wir / dass etliche Weiber das Ebenbild Gottes in erschröckliche monstra und ungeheure gestalten transformieren und verkehren / und doch das jenig / danach sie verlangt / nicht erlangen.
de
de
de
1
5.2059
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,334
1,615
Die dritte vrſach iſt/ weil ſie/ als taugliche Jnſtrumenten deß Teufels/ durch jhre ſchoͤne Kleider vnd Geſchmuck die junge Geſellen deſto ehender zu der Geilheit bewegen koͤnden: Beſchließlichen iſt jhre angeborne Hoffart dran ſchuldig/ vnnd ſie wolten gern/ wie jhre erſte Mutter Eua, Goͤttinnen ſeyn vnd darfuͤr gehalten werden/ vnangeſehen ſie ein grewel vor Gott/ vnd gleich ſeind den außwendig geweißten/ aber inwendig mit todten Beinen erfuͤlten Graͤbern.
Die dritte Ursache ist / weil sie / als taugliche Instrumenten des Teufels / durch ihre schöne Kleider und Geschmack die junge Gesellen desto eher zu der Geilheit bewegen könnten: Beschließlichen ist ihre angeborene Hoffart dran schuldig / und sie wollten gern / wie ihre erste Mutter Eua, Göttinnen sein und dafür gehalten werden / unangesehen sie ein Gräuel vor Gott / und gleich sind den auswendig geweißten / aber inwendig mit toten Beinen erfüllten Gräbern.
de
de
de
1
5.4536
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,335
1,615
Sie ſtehlen den nackenden Armen das vberfluͤſſige vñ eptele Gewandt/ welches ſie an jhren Leib hencken.
Sie stehlen den nackenden Armen das überflüssige und eptele gewandt / welches sie an ihren Leib henken.
de
de
de
1
6.4302
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,336
1,615
Ein ſchand iſts/ daß bißweiln die arme Maͤñer deß morgens fruͤh auff ſtehen/ jhꝛen geſchaͤfften hin vñ wider nachlauffen vnd abwarten/ vnnd wann ſie vngefaͤhꝛlich vmb Mittag muͤd vnd ſchwitzendt heimb kommen/ ſie als dañ jhre Weiber entweder noch im Beth ligen/ oder im Seſſel ſitzendt/ vnnd ſich zierendt vnd ſchmuckendt finden.
Ein Schande ist es / dass bisweilen die arme Männer des morgens früh aufstehen / ihren Geschäften hin und wieder nachlaufen und abwarten / und wann sie ungefährlich um Mittag müde und schwitzend heimkommen / sie als dann ihre Weiber entweder noch im Bett liegen / oder im Sessel sitzend / und sich zierend und schmückend finden.
de
de
de
1
4.7477
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,337
1,615
Den Koͤniginnen vnd Fuͤrſtinnen gebuͤrt ſolches/ doch weiß ich auch nit/ obs jhnen wol anſtehe.
Den Königinnen und Fürstinnen gebührt solches / doch weiß ich auch nicht / obs ihnen wohl anstehe.
de
de
de
1
4.6787
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,338
1,615
Laͤcherlich vnd vnbillich iſts/ daß der Muͤſſiggang/ faulheit/ hoffart vñ ſchleckerey vnſerer Weiber erhalten werden muß/ durch vnſer Schweiß/ muͤhe vnd arbeit.
Lächerlich und unbillig ist es / dass der Müßiggang / Faulheit / Hoffart und Schleckerei unserer Weiber erhalten werden muss / durch unser Schweiß / Mühe und Arbeit.
de
de
lb
0.667
4.8379
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,339
1,615
O wie vil beſſer aber waͤre es/ wann ſie ſich befliſſen/ jhꝛe Seelen zu zieren/ vollkommen zu machen/ vnd in ehrlichen/ zuͤchtigen vnd maͤſſigẽ Kleidern daher zu gehẽ/ ſo wuͤrde kein eitelkeit/ Thorheit noch Hoffart in jhnen erſcheinen vnd jhre arme Maͤnner wuͤrden villeicht beſſer vnd lenger bey haͤußlichen Ehren verbleiben/ vnnd nit gezwungen werden gen Straßburg zu ziehen.
O wie viel besser aber wäre es / wann sie sich beflissen / ihre Seelen zu zieren / vollkommen zu machen / und in ehrlichen / züchtigen und mäßigen Kleidern daher zu gehen / so würde kein Eitelkeit / Torheit noch Hoffart in ihnen erscheinen und ihre arme Männer würden vielleicht besser und länger bei häuslichen Ehren verbleiben / und nicht gezwungen werden gen Straßburg zu ziehen.
de
de
de
1
4.7999
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,340
1,615
Von der Sorgfaͤltigkeit der Reichthumben.
Von der Sorgfältigkeit der Reichtümer.
de
de
de
1
4.8863
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,341
1,615
JCh wil aber weiter gehen/ vnd noch etwas wenigs von der vberfluͤſſigẽ ſoꝛgfaͤltigkeit der Reichthumben handlen.
Ich will aber weiter gehen / und noch etwas weniges von der überflüssigen Sorgfältigkeit der Reichtümer handeln.
de
de
de
1
5.1006
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,342
1,615
Qui volunt diuites fieri, incidunt in tentationẽ & in laqueũ diaboli, & deſideriæ multa, inutilia & nociuaſpricht der Apoſtel/ die jenigen welche auf dem weg der Reichthumbẽ gehen/ vnd dem Gelt vnd Gut nachjagen/ ſtrauchlen dreymal.
Qui volunt diuites fieri, incidunt in tentationen & in laqueu diaboli, & desideriae multa, inutilia & nociuaspricht der Apostel / diejenigen welche auf dem Weg der Reichtümer gehen / und dem Geld und Gut nachjagen / strauchle dreimal.
de
de
de
1
5.7361
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,343
1,615
Erſtlich fallen ſie in verſuchung: variè ſollicitantur ad diuinas & humanas leges tranſgrediẽ das, ſollicitirt; geraitzt vnd angetriben werden ſie/ die Goͤttliche vñ menſchliche geſetz zu vberſchreilen:
Erstlich fallen sie in Versuchung: varie sollicitantur ad diuinas & humanas leges transgredien das, sollizitiert; gereizt und angetrieben werden sie / die Göttliche und menschliche Gesetz zu Überschreielen:
de
de
de
1
6.6062
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,344
1,615
es heiſt bey jhnen: ſic volo ſic iuebo, ſit pro ratione voluntas.
es heißt bei jhnen: sic volo sic iuebo, sit pro ratione voluntas.
es
la
fr
0
6.2203
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,345
1,615
Am andern fallen ſie in deß Teufels ſtrick/ dann die Reichthumb ſeind Netz deß ewigen Todts/ darin der Teufel die Seelen der Narꝛen fahet.
Am anderen fallen sie in des Teufels strick / dann die Reichtum sind Netz des ewigen Tods / darin der Teufel die Seelen der Narren fanget.
de
de
de
1
5.8025
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,346
1,615
Zugleicher weiß wie der Hencker einẽ vbelthaͤter zu hoͤchſt an Galgen fuͤhren/ vnd jm folgends mit dem Fuß einen ſtoß gibt/ vnd mit ſchandt vnd ſpott von der Leiter hinab wirfft/ alſo beſcheret die Welt jhren Dienern vil Gelts vnnd Guts/ vnnd reitzet ſie mit vilen Laſtern/ damit ſie hernacher deſto ſchaͤndtlicher fallen.
Zugleich weiß wie der Henker einen Übeltäter zu höchst an Galgen führen / und ihm folgendes mit dem Fuß einen Stoß gibt / und mit schont und Spott von der Leiter hinab wirft / also beschert die Welt ihren Dienern viel Geld und Gutes / und reizet sie mit vielen Lastern / damit sie hernach desto schändlicher fallen.
de
de
de
1
4.8844
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,347
1,615
Qui diuitiis ſeruit, præſentibus compedibus conſtringitur & futurus præparatur.
Qui diuitiis seruit, praesentibus compedibus constringitur & futurus praeparatur.
da
la
la
0
5.6808
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,348
1,615
Wer den Reichthumben dienet/ der wandert mit ſehenden Augen zur Hoͤllen/ vnnd legt ſeine Fuͤß in den ſtrick deß ewigen Todts.
Wer den Reichtümer dient / der wandert mit sehenden Augen zur Höllen / und legt seine Füße in den strick des ewigen Tods.
de
de
de
1
5.05
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,349
1,615
Drittens fallen ſie in vil vnnuͤtze vnd ſchaͤdliche ſorgfaͤltigkeiten vnd verlangen/ deſiderium diuitiarum vadit in infinitum:
Drittens fallen sie in viel unnütze und schädliche Sorgfältigkeiten und verlangen / desiderium diuitiarum vadit in infinitum:
en
de
de
0.667
5.5717
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,350
1,615
Dann auaritia deſideratusrebus non extingitur, ſed augetur:
Dann auaritia desideratusrebus non extingitur, sed augetur:
la
en
la
0
6.7866
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,351
1,615
Als Alexander Magnus vorhabens war/ die Scythier zubekriegen/ lieſſen ſie jm durch Geſandten entbieten vñ ſagen: quid tibi diuitiis opus eſt, que te eſurire cogunt? als wolten ſie ſagen:
Als Alexander Magnus Vorhabens war / die Scythier zubekriegen / ließen sie ihm durch Gesandten entbieten und sagen: quid tibi diuitiis opus est, que te esurire cogunt? als wollten sie sagen:
de
la
de
0.667
5.7884
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,352
1,615
Was bedarffſtu der Reichthum̃en/ welche die nur einen hunger verurſachen/ dann je mehr du vberkombſt/ je mehr du haben muſt?
Was bedarfst der Reichtume / welche die nur einen Hunger verursachen / dann je mehr du überkommst / je mehr du haben musst?
de
de
de
1
5.7889
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,353
1,615
Kein riniger gewinn erſaͤttiget ein ſo groſſe begierd/ vnd kein einiger Schatz erfuͤllet ſeine Truchẽ/ dann der appetit vnnd die begirligkeit deß Reichen iſt der Hoͤllen gleich/ welche/ ob ſchon ſie noch ſo vil Seelen verſchlindet/ doch niemaln erſaͤttiget wirdt:
Kein riniger Gewinn ersättiget ein so große Begierde / und kein einiger Schatz erfüllet seine Trugen / dann der appetit und die begirligkeit des Reichen ist der Höllen gleich / welche / ob schon sie noch so viel Seelen verschlindet / doch niemals ersättiget wird:
de
de
de
1
5.8037
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,354
1,615
Wie das Fewr durchs Holtz vermehrt wirdt/ alſo das verlangen deß Reichen.
Wie das Feuer durchs Holz vermehrt wird / also das Verlangen des Reichen.
de
de
de
1
6.2797
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,355
1,615
Diuites eguerunt & eſurierunt:
Diuites eguerunt & esurierunt:
de
la
de
0.667
8.1071
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,356
1,615
Die Reichen leiden noth vnd hunger: diuitiæ corporales paupertate plenæ ſunt.
Die Reichen leiden Not und Hunger: diuitiae corporales paupertate plenae sunt.
la
de
de
0.667
5.8845
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,357
1,615
Infernus & perditio (ſpꝛicht der weiſe Mann) nunquam explentur: ſimiliter & oculi hominum:
Infernus & perditio (spricht der weise Mann) nunquam explentur: similiter & oculi hominum:
de
lb
de
0.667
6.12
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,358
1,615
Vir qui feſtinat ditari, & aliis inuidet, ignorat quodægeſtas veniet ei.
Vir qui festinat ditari, & aliis inuidet, ignorat quodaegestas veniet ei.
la
la
la
0
6.2136
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,359
1,615
Hoͤre was Job ſagt: agite nunc diuites plorate vlulantes in miſeriis veſtris.
Höre was Job sagt: agite nunc diuites plorate vlulantes in miseriis vestris.
en
la
fr
0
6.8212
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,360
1,615
Was die Welt fuͤr Schaͤtz vnd Reichthumb helt/ das nennet Job ein Armſeligkeit/ vnd ſagt/ daß ſie in denſelbigen bruͤllen:
Was die Welt für Schätze und Reichtum hält / das nennt Job ein Armseligkeit / und sagt / dass sie in denselbigen brüllen:
de
de
de
1
5.2933
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,361
1,615
Nit weinen/ nit heulen/ nit ſeufftzen ſie wie Menſchen/ ſonder ſie bruͤllen vñ wuͤten wie die vnvernuͤnfftige Thier.
Nicht weinen / nicht heulen / nicht seufzen sie wie Menschen / sonder sie brüllen und wüten wie die unvernünftige Tier.
de
de
de
1
4.5408
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,362
1,615
Viel aͤrger iſt ein vnerſaͤtlicher Geitzhalß/ denn ein vnuernuͤnfftiges Thier/ dann (wie Auguſtinus ſpricht) quæ eſt iſta auiditas concupiſcentiæ, cum & ipſæ beluæ habeant modum?
Viel ärger ist ein vnersätlicher Geitzhalß / denn ein vnuernünfftiges Tier / dann (wie Augustinus spricht) quae est ista auiditas concupiscentiae, cum & ipsae beluae habeant modum?
de
de
de
1
6.4472
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,363
1,615
tunc enim rapiunt cum eſuriunt, parcunt verò prędæ cum ſenſerint ſacietatem; Inſatiabilis eſt ſola auaritia diuitum, ſemper rapit & nunquam ſatiatur.
tunc enim rapiunt cum esuriunt, parcunt vero predae cum senserint sacietatem; Insatiabilis est sola auaritia diuitum, semper rapit & nunquam satiatur.
la
la
co
0
6.6924
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,364
1,615
Beſchließlichen ſeind die Reichthumb nit allein vnnuͤtzlich/ ſonder auch ſehr ſchaͤdlich: multos perdidit aurum & argentum: vil Leut ſeind durch Silber vnd Goldt vmbkommen: odi aurum, multis enim perſuaſit perperam ſpricht Plautus, als wolte er ſagen:
Beschließlichen sind die Reichtum nicht allein unnützlich / sonder auch sehr schädlich: multos perdidit aurum & argentum: viel Leute sind durch Silber und Gold umkommen: odi aurum, multis enim persuasit perperam spricht Plautus, als wollte er sagen:
de
de
de
1
5.311
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,365
1,615
Jch bin dem Goldt feindt/ dann es rathet dem Menſchen vbel/ vnd ſtecket jhne in einen gefaͤrlichen Laborinth.
Ich bin dem Gold Feind / dann es ratet dem Menschen übel / und stecket ihn in einen gefährlichen Labyrinth.
de
de
de
1
5.2966
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,366
1,615
Zu gleicher weiß wie dz Miltz im Menſchen/ je mehꝛ es waͤchſt vnd faiſter wirdt/ je mehꝛ es alle theil deß Leibs ſchwaͤchet/ alſo vmb wie vil mehr die Reichthumb wachſen/ vmb ſo vil deſto mehꝛ nem̃en alle gute eygenſchafften deß Menſchen ab:
Zu gleicher weiß wie das Milz im Menschen / je mehr es wächst und feister wird / je mehr es alle Teil des Leibs schwächet / also um wie viel mehr die Reichtum wachsen / um so viel desto mehr nehmen alle gute Eigenschaften des Menschen ab:
de
de
de
1
5.0762
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,367
1,615
Je mehr die begierd deß Geitzes waͤchſt/ vnd die Seel aufgeſchwilt/ je kraͤncker vnd ſchwaͤcher werden jhre tugendten.
Je mehr die Begierde des Geizes wächst / und die Seele aufgeschwilt / je kränker und schwächer werden ihre Tugenden.
de
de
de
1
4.6097
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,368
1,615
Ja was mehr vnd das aller aͤrgſte iſt/ quod mergunt diuitiæ homines in interitum ex perditionem.
Ja was mehr und das aller ärgste ist / quod mergunt diuitiae homines in interitum ex perditionem.
en
la
la
0
5.9224
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,369
1,615
Sie ertrencken vnnd erſticken den Menſchen im Waſſer deß ewigen Todts.
Sie ertränken und ersticken den Menschen im Wasser des ewigen Tods.
de
de
de
1
3.8694
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,370
1,615
Ob ſchon der Menſch alle Schaͤtz der Welt in ſeinem gewallt heite/ ſo wuͤrde er doch nicht deſto juͤnger/ weiſer/ groͤſſer/ ſtaͤrcker vnnd ſchoner ſein/ weder er ſonſt iſt:
Ob schon der Mensch alle Schätze der Welt in seinem gewallt heite / so würde er doch nicht desto jünger / weiser / größer / stärker und Schoner sein / weder er sonst ist:
de
de
de
1
5.6678
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,371
1,615
Die wolluͤſt/ ſo auß den Reichthumben entſpringen/ ſeind kurtz vnd eytel/ dann die wahre wolluͤſt beſtehen in der ruhe deß Geiſtes.
Die Wollüste / so aus den Reichtümer entspringen / sind kurz und eitel / dann die wahre Wollüste bestehen in der ruhe des Geistes.
de
de
de
1
5.6142
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,372
1,615
Sagſtu daß die reichthumb dir ein ehr bringen/ ſo gedenck hergegen/ daß ſich die Menſchen nicht ſo ſehr verwundern/ noch dich ehren wegen deiner Perſon/ ſondern wegen deiner Kleider vnd reichthumb/ derwegen gehoͤrt ein ſolche ehr nicht dir/ ſondern deinen Kleidern vnd Gelt zu: Hergegen woferꝛn ſie die armut deiner Seelen ſehen ſolten/ ſo wuͤrden ſie dich fuͤr arm vnnd vngluͤckſelig halten:
Sagst du dass die Reichtum dir ein Ehre bringen / so gedenk hingegen / dass sich die Menschen nicht so sehr verwundern / noch dich ehren wegen deiner Person / sondern wegen deiner Kleider und Reichtum / derentwegen gehört ein solche Ehre nicht dir / sondern deinen Kleidern und Geld zu: Hergegen wofern sie die Armut deiner Seelen sehen sollten / so würden sie dich für arm und unglückselig halten:
de
de
de
1
5.0284
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,373
1,615
Sagſt du daß die Reichthumb dir vil gute freunde machen/ ſo ſoltu wiſſen/ daß ſolche freunde keine wahre/ ſonder falſche freunde ſeyen/ bey denen mehr zuuerlieren/ dann zu gewinnen iſt/ dann ſie lieben nit dich/ ſondern dein Gelt/ vnnd ſie verfuͤhren dich durch jhre ſchmaichlerey: je naͤhender auch dir dein freundt verwandt iſt/ je mehr verlanget jhne nach deinem todt/ damit er dich moͤge erben.
Sagst du dass die Reichtum dir viel gute Freunde machen / so sollst du wissen / dass solche Freunde keine wahre / sonder falsche Freunde seien / bei denen mehr zuverlieren / dann zu gewinnen ist / dann sie lieben nicht dich / sondern dein Geld / und sie verführen dich durch ihre Schmeichlerei: je nähender auch dir dein Freund verwandt ist / je mehr verlanget ihn nach deinem tot / damit er dich möge erben.
de
de
de
1
4.9292
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,374
1,615
Diſes hat wol verſtanden der jenig/ welcher geſagt hat: Omnia arbitratus ſum vt ſtercus:
Dieses hat wohl verstanden der jenig / welcher gesagt hat: Omnia arbitratus sum ut stercus:
de
lb
de
0.667
5.9758
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,375
1,615
das iſt/ alle zeitliche ding hab ich fuͤr ein Koth gehalten:
das ist / alle zeitliche Ding habe ich für ein Kot gehalten:
de
de
de
1
8.2772
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,376
1,615
Was iſt das Goldt anderſt/ als ein hepffe der Erden? was iſt das Silber vñ Edelgeſtein anderſt/ als ein ſchaunt der Erden/ ſo darinn wachſen vnd herfuͤr gebracht werden?
Was ist das Gold anders / als ein hepffe der Erden? was ist das Silber und Edelgestein anders / als ein schauend der Erden / so darin wachsen und herfür gebracht werden?
de
de
de
1
5.5782
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,377
1,615
Was ſeind die Seyden vnd Sam̃et anderſt/ als einkoth der veraͤchtlicheñ Wuͤrmen?
Was sind die Seide und Samt anders / als Einkot der verächtlichen Würmern?
de
de
de
1
7.0171
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,378
1,615
Was ſeind die zarte Tuͤcher anderſt/ als ein Wolle der Thieren?
Was sind die zarte Tücher anders / als ein Wolle der Tieren?
de
de
de
1
6.5693
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,379
1,615
Was ſeind die koͤſtliche Futer/ Zobl/ Marder vnnd dergleichen anders/ als Haͤut der todten Thieren?
Was sind die köstliche Futter / Zobel / Marder und dergleichen anders / als Häute der toten Tieren?
de
de
de
1
5.6654
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,380
1,615
Was ſeind die gemahlte Pallaͤſt/ vergulte Saͤhl/ hohe Thuͤrn/ ſtattliche Gebaͤw vñ groſſe Staͤtt anderſt/ als Erd?
Was sind die gemalte Paläste / vergölte Säle / hohe Türen / stattliche Gebäude und große Stät anders / als Erde?
de
de
de
1
5.741
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,381
1,615
Was ſeind die digniteten vnd ehr anderſt/ als Windt?
Was sind die Dignitäten und Ehre anders / als Wind?
de
de
de
1
6.4663
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,382
1,615
Was iſt die gantze Welt anderſt als Erd?
Was ist die ganze Welt anders als Erde?
de
de
nl
0.667
4.0938
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,383
1,615
Omnis caro fœnum & omnis gloria eius quaſi flos agri.
Omnis caro foenum & omnis gloria eius quasi flos agri.
la
la
la
0
5.796
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,384
1,615
Weil dann der Menſch ein ſo herꝛliche Creatur vnnd erſchaffen iſt/ daß er GOtt lieben vnnd genieſſen ſoll/ ſo iſts je ein ſchandt/ daß er ſein Lieb von jhm ab/ vnnd zu veraͤchtlichen dingen verwendet.
Weil dann der Mensch ein so herrliche Kreatur und erschaffen ist / dass er Gott lieben und genießen soll / so ist es je ein schont / dass er sein Liebe von ihm ab / und zu verächtlichen Dingen verwendet.
de
de
de
1
4.789
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,385
1,615
Dermaſſen wenig gilt bey GOtt dem Herꝛn das Goldt vnd edle Geſtein/ daß Salomon mit aller ſeiner glory/ herꝛlichen vnnd koͤſtlichen Kleidern vnd Zierden nit ſo ſchoͤn bekleidt war/ wie ein Blum deß Feldts.
dermaßen wenig gilt bei Gott dem Herrn das Gold und edle Gestein / dass Salomon mit aller seiner Glorie / herrlichen und köstlichen Kleidern und Zierden nicht so schön bekleidet war / wie ein Blum des Felds.
de
de
de
1
5.1967
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,386
1,615
Dann ob ſchon die Koͤnigin von Saba ſich vber deß Salomons reichthumb vnd koͤſtlich heit/ vñ nit vber ein Blum verwunderte/ ſo iſt doch ſolches aller naͤrꝛiſchẽ Weiber vnd vnbeſoñenen Maͤnner gebrauch vnnd ein gemeiner Jrꝛthumb der Menſchen/ welche nur nach dem euſſerlichen ſchein vrtheilẽ/ daran aber iſt vnſer begierlichkeit ſchuldig:
Dann ob schon die Königin von Saba sich über des Salomons Reichtum und köstlich heit / und nicht über ein Blum verwunderte / so ist doch solches aller närrischen Weiber und unbesonnenen Männer Gebrauch und ein gemeiner Irrtum der Menschen / welche nur nach dem äußerlichen Schein verteilen / daran aber ist unser begierlichkeit schuldig:
de
de
de
1
5.5423
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,387
1,615
O wie vil angenem̃er waͤre es Gott dem HErꝛn/ vnd dir nutzlicher/ wann du reine Augen hetteſt/ dann als dann wuͤrde dich vil ſchoͤner zu ſeyn geduncken die Lilge/ welche Gott gemahlt hat/ weder das Kleydt/ welches der Menſch gewebt hat: Sicut lilium inter ſpinas, ſic amica mea inter filias.
O wie viel angenehmer wäre es Gott dem Herrn / und dir nützlicher / wann du reine Augen hättest / dann als dann würde dich viel schöner zu sein Gedunke die Lilge / welche Gott gemalt hat / weder das Kleid / welches der Mensch gewebt hat: Sicut lilium inter spinas, sic amica mea inter filias.
de
de
de
1
5.6558
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,388
1,615
Derwegen O Menſch/ diuitiæ ſi affluant, noli cur apponere, ſchlage alle vbermaͤſſige ſorgen reich zu werden/ auß deinem Hertzen/ vnnd mache es nit zu einen Sclauen deß Koths der Erden/ eytel biſtu woferꝛn du in der eytelkeit diſer zergaͤngklichen Guͤter ſetzeſt dein hoͤchſtes Gut: Ein eytelkeit iſts/ wann du dein Hertz gibſt vnder das Joch der eytelkeit diſer knechtlichen Welt: verwirff außdeinem Hertzen die Reichthumb der Erden/ ſo wirde es erfuͤlt werden mit den wahren Reichthumben deß Himmels.
Derentwegen O Mensch / diuitiae sie affluant, noli cur apponere, schlage alle übermäßige sorgen reich zu werden / aus deinem Herzen / und mache es nicht zu einen Sklaven des Kots der Erden / eitel bist du wofern du in der Eitelkeit dieser gänglichen Güter setzest dein höchstes Gut: Ein Eitelkeit ist es / wann du dein Herz gibst unter das Joch der Eitelkeit dieser knechtlichen Welt: verwirf außdeinem Herzen die Reichtum der Erden / so würde es erfüllt werden mit den wahren Reichtümer des Himmels.
de
de
de
1
5.2047
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,389
1,615
Capvt XXXIV.
Capvt XXXIV.
fr
en
hu
0
7.423
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,390
1,615
Diſcurs von der wahren Weißheit vnnd von der weltlichen Fuͤrſichtigkeit/ deßgleichen von jhꝛer Thorheit.
Diskurs von der wahren Weisheit und von der weltlichen Vorsichtigkeit / desgleichen von ihrer Torheit.
de
de
de
1
5.2073
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,391
1,615
DEr dritte Tiſchgenoß diſcurrirte von der Weißheit/ wie folgt: Zweyerley Weißheit find ich/ ein vnderſchaffene vnd ein erſchaffene:
Der dritte Tischgenoß diskurrierte von der Weisheit / wie folgt: zweierlei Weisheit finde ich / ein Unterschaffen und ein erschaffene:
de
de
de
1
6.2711
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,392
1,615
Die vnerſchaffene weißheit iſt nichts anders/ als Chriſtus Gottes Sohn/ demſelben wirt die weißheit zu geeygnet/ allermaſſen GOtt dem Vatter die macht/ vnd Gott dẽ Sohn die guͤtigkeit zugeſchriben wirdt:
Die unerschaffene Weisheit ist nichts anders / als Christus Gottes Sohn / demselben wird die Weisheit zu geeignet / allermaßen Gott dem Vater die macht / und Gott den Sohn die Gütigkeit zugeschrieben wird:
de
de
de
1
5.8397
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,393
1,615
Die erſchaffene weißheit aber wird ein Menſchliche odeꝛ Engeliſche geneñt/ vnd hat drey ſignificationes, erſtlich bedeut ſie alle erkaͤntnuß der Menſchlichen vñ Goͤttlichen ding:
Die erschaffene Weisheit aber wird ein Menschliche oder Englische genannt / und hat drei significationes, erstlich bedeute sie alle Erkenntnis der Menschlichen und göttlichen Ding:
de
de
de
1
5.8891
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,394
1,615
Am andern bedeut ſie nur die erkaͤntnuß der ewigen ding:
Am anderen bedeute sie nur die Erkenntnis der ewigen Ding:
de
de
de
1
7.5565
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,395
1,615
Drittens bedeut ſie die erkaͤntnuß Gottes ſam̃t der pietet.
Drittens bedeute sie die Erkenntnis Gottes samt der Pietät.
de
de
de
1
5.8344
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,396
1,615
Sonſiẽ aber wird die weißheit gemeinglich getheilt in ein Goͤttliche vnd Menſchliche/ oder in die weißheit vnd in die fuͤrſichtigkeit.
Sonsien aber wird die Weisheit gemeiniglich geteilt in ein Göttliche und Menschliche / oder in die Weisheit und in die Vorsichtigkeit.
de
de
de
1
4.8909
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,397
1,615
Was nun die Weißheit belangt/ ſagt man daß ſie in der erforſchung der Natur vnnd in der ſpeculation der Goͤttlichen vnnd allerhoͤchſten ding beſchehe.
Was nun die Weisheit belangt / sagt man dass sie in der Erforschung der Natur und in der Spekulation der Göttlichen und allerhöchsten Ding geschehe.
de
de
de
1
4.9511
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,398
1,615
Oſorius diſcurrirt ſehr ſchoͤn daruon vnd ſagt/ daß alle weißheit in der erkaͤntnuß GOttes beſtehe/ dann er iſt ein Vatter vnnd erſchaffer aller ding/ ein anfang der gantzen Natur/ ordnung/ ſchoͤnheit vnnd alles guten:
Osorius diskurriert sehr schön davon und sagt / dass alle Weisheit in der Erkenntnis Gottes bestehe / dann er ist ein Vater und Erschaffer aller Ding / ein Anfang der ganzen Natur / Ordnung / Schönheit und alles guten:
de
de
de
1
5.3572
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,399
1,615
Von jhm entſpringt alles/ durch ſein guͤte wird alles erhalten vnnd in jhme beſtehet die Summa deß hoͤchſten guts vnd ſeligen Lebens:
Von ihm entspringt alles / durch sein Güte wird alles erhalten und in ihm bestehet die Summa des höchsten Gutes und seligen Lebens:
de
de
de
1
5.6314
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,400
1,615
Derwegen iſt nur der jenig allein weiſe/ welcher GOtt den Herꝛn erkennet:
Derentwegen ist nur der jenig allein weise / welcher Gott den Herrn erkennt:
de
de
de
1
6.4691
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,401
1,615
Alle andere cognitiones vnd erkaͤntnuſſen aber ſeind nur adminicula vnnd behelff/ dardurch das Menſchliche Gemuͤt deſto leichtlicher zu der Goͤttlichen erkaͤntnuß gelanget/ dann alle andere mathematiſche/ phyſiſche vnnd jrꝛdiſche ſcientzen oder kuͤnſt zielen nur dahin/ daß wir auß den Wercken der gantzen Natur/ Gott den Herꝛn/ als einen Vatter der Natur vnnd einen Herꝛen aller dingen/ erkennen vnd verehren moͤgen.
Alle andere cognitiones und erkäntnussen aber sind nur adminicula und Behelf / dadurch das menschliche Gemüt desto leichtlicher zu der göttlichen Erkenntnis gelangt / dann alle andere mathematische / physische und irdische scientzen oder kühnst zielen nur dahin / dass wir aus den Werken der ganzen Natur / Gott den Herrn / als einen Vater der Natur und einen Herren aller Dingen / erkennen und verehren mögen.
de
de
de
1
5.6402