basename
stringlengths
11
38
par_idx
int64
0
56.2k
date
int64
1.6k
1.9k
orig
stringlengths
1
44.1k
norm
stringlengths
1
44k
lang_fastText
stringclasses
145 values
lang_py3langid
stringclasses
97 values
lang_cld3
stringclasses
96 values
lang_de
float64
0
1
norm_lmscore
float64
0.07
21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,402
1,615
Weil dann die erkaͤntnuß Gottes das Zihl der weißheit vnd die perfectio deß ſeligen Lebens iſt/ ſo folgt/ daß der jenig/ welcher Gott den Herren nit erkennet/ ein pur lauterer Narꝛ ſeye/ vnangeſehen er in allen andern ſcientijs vnnd kuͤnſten noch ſo geſchickt vnnd gelehrt were: hergegen iſt der jenig weiſe/ welcher GOttes deß Herꝛn ein wiſſenſchafft hat/ vnangeſehen er ſonſten nit faſt gelehrt iſt.
Weil dann die Erkenntnis Gottes das Ziel der Weisheit und die perfectio des seligen Lebens ist / so folgt / dass der jenig / welcher Gott den Herren nicht erkennt / ein pur lauterer Narr sei / unangesehen er in allen anderen scientijs und Künsten noch so geschickt und gelehrt wäre: hingegen ist der jenig weise / welcher Gottes des Herrn ein Wissenschaft hat / unangesehen er sonsten nicht fast gelehrt ist.
de
de
de
1
5.2349
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,403
1,615
Was aber die Fuͤrſichtigkeit belanget/ beſtehet dieſelbige in der moderation vnd regierung der Staͤtt/ Landen vñ Leuthen/ in erhaltung deß Haußweſens vnnd Geſindts/ in abtreib: vnd verhuͤtung der ſchaͤdlichen/ vnd in procurirung der nutzlichen ding:
Was aber die Vorsichtigkeit belanget / bestehet dieselbige in der Moderation und Regierung der Stät / Landen und Leuten / in Erhaltung des Hauswesens und Gesindes / in abtreibe: und Verhütung der schädlichen / und in procurirung der nützlichen Ding:
de
de
de
1
5.5773
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,404
1,615
Dergleichen fuͤrſichtige vnnd weiſe Leuth werden ins gemein politici genent/ vnd dieſelbigen woͤllen bißweilen vermeinen vnnd darfuͤr halten/ daß die erſtbemelte ſapientes oder Weiſen/ welche ſich auff die Erkentnuß GOttes vnd ſpecuitrung der Goͤttlichen ding begeben haben/ nit tauglich noch bequem ſeyen/ die Staͤtt Land vnd Leuth zu regieren/ derwegen ſchlieſſen ſie dieſelbigen auß dem Rath oder Regiment/ gleichſamb koͤndten die ſapientes oder weiſen nit auch zugleich prudentes oder fuͤrſichtig ſein.
Dergleichen vorsichtige und weise Leute werden ins gemein politici genannt / und dieselbigen wollen bisweilen vermeinen und dafür halten / dass die erstbemelte sapientes oder Weisen / welche sich auf die Erkenntnis Gottes und specuitrung der göttlichen Ding begeben haben / nicht tauglich noch bequem seien / die Stät Land und Leute zu regieren / derentwegen schließen sie dieselbigen aus dem Rat oder Regiment / gleichsam könnten die sapientes oder weisen nicht auch zugleich prudentes oder vorsichtig sein.
de
de
de
1
5.7263
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,405
1,615
Man jrꝛet ſich aber dißfals/ dann wer kan fuͤrſichtiger ſein/ als eben ein ſolcher weiſer Mann?
Man irret sich aber diesfalls / dann wer kann vorsichtiger sein / als eben ein solcher weiser Mann?
de
de
de
1
5.1666
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,406
1,615
Wer kan den ſchaden vnd gefahr deß Landts ſcharpffſinniger fuͤrſehen vnd verhuͤten/ als eben ein ſolcher Weiſer? durch die Goͤttliche diſciplin iſt er dermaſſen in allen guten dingen vnderwiſen worden/ daß ſich nichts begeben vnd zu tragen kan/ ſo jhne betruͤge: aber vnſere weiſe vnd fuͤrſichtige politici verhacken ſich bißweilen in jhren Rathſchlaͤgen/ verſchneiden die Kappen/ ſetzen das fleckel neben das loch/ vnd ſchlagen die Religion vnd Ehr Gottes an ein Ohꝛ.
Wer kann den schaden und Gefahr des Lands scharpffsinniger vorsehen und verhüten / als eben ein solcher Weiser? durch die göttliche Disziplin ist er dermaßen in allen guten Dingen unterwiesen worden / dass sich nichts begeben und zu tragen kann / so ihn betrüge: aber unsere weise und vorsichtige politici verhacken sich bisweilen in ihren Ratschlägen / verschneiden die Kappen / setzen das fleckel neben das loch / und schlagen die Religion und Ehre Gottes an ein Ohr.
de
de
de
1
5.7465
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,407
1,615
Die Welt helt nur den jenigen fuͤr weiſe vnd fuͤꝛſichtig/ welcher ein guter politicus iſt/ welcher mit den Laſtern diſſimuliren, mit der Religion lauiren, conuiuiren, laichen/ fuchsſchwaͤntzlen/ vnd nur nach der Ehr vnd digniteten trachten kan/ hergegen helt ſie die jenigen fuͤr Narꝛen/ welche dergleichen eytelkeiten verachten:
Die Welt hält nur denjenigen für weise und vorsichtig / welcher ein guter politicus ist / welcher mit den Lastern dissimulieren, mit der Religion lavieren, conuiuiren, laichen / fuchsschwänzeln / und nur nach der Ehre und Dignitäten trachten kann / hingegen hält sie diejenigen für Narren / welche dergleichen Eitelkeiten verachten:
de
de
de
1
4.8823
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,408
1,615
Die politici vnnd Weltmenſchen verachten dergleichen Leuth/ ſamb waͤren ſie jhres verſtandts beraubt/ aber ſie wiſſen nicht/ daß ſolche Leuth brinnende Ampeln/ hergegen diſe Welt nur ein Windt vnd Dunſt iſt.
Die politici und Weltmenschen verachten dergleichen Leute / samt wären sie ihres Verstands beraubt / aber sie wissen nicht / dass solche Leute brennende Ampeln / hingegen diese Welt nur ein Wind und Dunst ist.
de
de
de
1
5.429
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,409
1,615
Die frommen vñ einfaͤltigen werden von den Weltmenſchen veracht/ aber von Gott hoch geehrt:
Die frommen und einfältigen werden von den Weltmenschen verachte / aber von Gott hoch geehrt:
de
de
de
1
4.8122
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,410
1,615
Die Welt lobet vnnd ehret nur was dem euſſerlichen anſehen nach reich/ maͤchtig/ anſehenlich vnd ſchoͤn iſt/ aber Gott ſihet was inwendig iſt/ was die Welt gedunckt arm vnd veraͤchtlich zu ſeyn/ das lobet Gott vnd erhoͤhets vber die Wolcken.
Die Welt lobet und ehret nur was dem äußerlichen ansehen nach reich / mächtig / ansehenlich und schön ist / aber Gott sieht was inwendig ist / was die Welt gedunkt arm und verächtlich zu sein / das lobet Gott und erhöhet über die Wolken.
de
de
de
1
5.3422
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,411
1,615
Die weltliche Fuͤrſten hielten die heilige Martyꝛer fuͤr Narꝛen/ als ſie dieſelbigen ſo gar gern vnd gutwilligklich ſterben ſahen:
Die weltliche Fürsten hielten die heilige Martyrer für Narren / als sie dieselbigen so gar gern und gutwilligelich sterben sahen:
de
de
de
1
5.9396
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,412
1,615
Vil weiſe Welt- Menſchen halten die Euangeliſche Armut vnd das betilen fuͤr ein thorheit vnnd ſchandt:
Viel weise Welt-Menschen halten die evangelische Armut und das betilen für ein Torheit und schont:
de
de
de
1
7.1084
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,413
1,615
Jener Politiſcher naßwitziger Weltweiſer ſprach zum heiligen Paulo:
Jener Politischer nasswitziger Weltweiser sprach zum heiligen Paulo:
de
de
de
1
8.3449
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,414
1,615
Inſanis Paule, multæ te literæ ad inſaniam conuertũt:
Insanis Paule, multae te literae ad insaniam conuertut:
da
la
lt
0
7.8081
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,415
1,615
Aber Paulus antwortet: non inſanio optime.
Aber Paulus antwortet: non insanio optime.
it
la
el-Latn
0
7.1928
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,416
1,615
Feſte, ſed veritatis & ſobrietatis verba loquor.
Feste, sed veritatis & sobrietatis verba loquor.
la
eo
la
0
6.3596
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,417
1,615
Weil Feſtus die geheimnuß der Lehr Pauli nicht verſtundt/ ſo hielt er jhne fuͤr einen Narꝛen/ allermaſſen die Welt alles das jenig fuͤr ein torheit helt/ was ſie nit verſtehen oder erꝛaichen kan:
Weil Festus die Geheimnis der Lehre Pauli nicht verstand / so hielt er ihn für einen Narren / allermaßen die Welt alles das jenig für ein Torheit hält / was sie nicht verstehen oder erreichen kann:
de
de
de
1
5.4683
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,418
1,615
Diſes iſt das Vrthel/ welches die Welt vber die frommen fellt:
Dieses ist das Urteil / welches die Welt über die frommen fällt:
de
de
de
1
5.9661
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,419
1,615
Die Goͤttliche Weißheit/ welche in der wahren mortification vnnd ſeiner ſelbſt verlaugung beſtehet/ wirdt von der Welt gehalten fuͤr ein Thorheit:
Die göttliche Weisheit / welche in der wahren Mortifikation und seiner selbst Laugung bestehet / wird von der Welt gehalten für ein Torheit:
de
de
de
1
5.6655
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,420
1,615
Aber ſehr weiſe iſt der jenig/ welcher die Welt von Gottes wegen verachtet/ vil weiſt der jenig/ welcher ſich weiſt zu ſaluieren vnnd ſelig zu machen/ vnnd nur ein ſolcher iſt weiſe/ dann alle andern ſeindt Narꝛen vnnd ignoranten:
Aber sehr weise ist der jenig / welcher die Welt von Gottes wegen verachtet / viel weist der jenig / welcher sich weist zu salvieren und selig zu machen / und nur ein solcher ist weise / dann alle anderen sind Narren und ignoranten:
de
de
de
1
5.1359
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,421
1,615
Die hochheit der weißheit Chꝛiſti beſteht in der wahren verachtung ſeiner ſelbſt:
Die Hochheit der Weisheit Christi besteht in der wahren Verachtung seiner selbst:
de
de
de
1
5.2222
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,422
1,615
Ob ſchon einer alle freye kuͤnſt perfectiſſimè wuͤſte/ ſo hilffts jm doch nichts/ woferꝛn er von jhm ſelbſt nichts weiſt:
Ob schon einer alle freie kühnst perfectissime wüsste / so hilft es ihm doch nichts / wofern er von ihm selbst nichts weist:
de
de
vi
0.667
6.0159
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,423
1,615
Er diſtrahirt ſich in den euſſerlichen dingen/ vnd ſich ſelbſt kennet er nit/ vnd von jhm ſelbſt weiſt er nichts zu ſagen:
Er distrahiert sich in den äußerlichen Dingen / und sich selbst kennet er nicht / und von ihm selbst weist er nichts zu sagen:
de
de
de
1
4.795
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,424
1,615
Selig iſt der ſich befleiſſet weiſe zu ſein vor GOtt/ vnnd der die weißheit der Welt verachtet/ Ein einiger Tropffen der Goͤttlichen Weißheit iſt vil beſſer/ denn das hohe vnnd tieffe Meer der Weltlichen Weißheit.
Selig ist der sich befleißet weise zu sein vor Gott / und der die Weisheit der Welt verachtet / Ein einiger Tropfen der göttlichen Weisheit ist viel besser / denn das hohe und Tiefe Meer der weltlichen Weisheit.
de
de
de
1
4.9573
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,425
1,615
Diſes iſt die Schul/ in deren der Menſch bey Tag bey Nacht ſtudieren vnd ſich befleiſſen ſoll warhafftigklich mortificiert zu werden.
Dieses ist die Schule / in deren der Mensch bei Tag bei Nacht studieren und sich befleißen soll warhafftigklich mortifiziert zu werden.
de
de
de
1
5.5438
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,426
1,615
Die Welt helt den Reichen vnd maͤchtigen fuͤr ſelig/ vermuͤg der Wort: Beatum dixerunt populum cui hæc ſunt:
Die Welt hält den Reichen und mächtigen für selig / vermög der Wort: Beatum dixerunt populum cui haec sunt:
de
de
de
1
6.4658
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,427
1,615
Aber Chriſtus hat mit ſeiner hoͤchſten Weißheit die ſeligkeit geſetzt in der armut/ ſprechendt:
Aber Christus hat mit seiner höchsten Weisheit die Seligkeit gesetzt in der Armut / sprechend:
de
de
de
1
5.535
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,428
1,615
Beati pauperes ſpiritu.
Beati pauperes spiritu.
eo
it
la
0
6.4781
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,429
1,615
Wer in der maͤſſigkeit/ Keuſchheit/ demut vnd Andacht lebt/ vnd ſich vor der gefahrder verſuchung huͤtet/ der iſt weiſe vnd gefaͤllt GOtt dem HErꝛn.
Wer in der Mäßigkeit / Keuschheit / Demut und Andacht lebt / und sich vor der gefahrder Versuchung hütet / der ist weise und gefällt Gott dem Herrn.
de
de
de
1
4.5688
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,430
1,615
Nur der jenig hat ein gutes lob vnd ehrlichen Namen/ welcher ſich eines guten Gewiſſens befleiſt/ welcher fridlich lebt/ vnd ein froͤliches Hertz hat.
Nur der jenig hat ein gutes Lob und ehrlichen Namen / welcher sich eines guten Gewissens befleißt / welcher friedlich lebt / und ein fröhliches Herz hat.
de
de
de
1
4.8956
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,431
1,615
Die weißheit diſer Welt iſt ein Eytelkeit/ vnd ein thorheit vor GOtt:
Die Weisheit dieser Welt ist ein Eitelkeit / und ein Torheit vor Gott:
de
de
de
1
4.712
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,432
1,615
Die Weißheit deß Fleiſches iſt ein Todt der Seelen/ aber die wahꝛe weißheit beſtehet in deme/ daß man die Welt verachte/ die Wolluͤſt meide/ das Fleiſch kaſteye/ das Gewiſſen reinige/ die Tugenden liebe/ vñ die ewige Guͤter ſuche:
Die Weisheit des Fleisches ist ein Tod der Seelen / aber die wahre Weisheit bestehet in dem / dass man die Welt verachte / die Wollüste meide / das Fleisch kasteie / das Gewissen reinige / die Tugenden liebe / und die ewige Güter suche:
de
de
de
1
4.3516
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,433
1,615
Eytel vnnd naͤrꝛiſch iſt/ der die ſchaͤdliche ding liebet/ vnd das Heyl ſeiner Seelen dahinden laͤſt.
Eitel und närrisch ist / der die schädliche Ding liebet / und das Heil seiner Seelen dahinten lässt.
de
de
de
1
5.3582
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,434
1,615
Beſchließlichen find ich etliche Zeichen/ darbey ein Weiſer zu erkennen.
Beschließlichen finde ich etliche Zeichen / dabei ein Weiser zu erkennen.
de
de
de
1
6.815
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,435
1,615
Das erſte iſt wann einer ſich vor Suͤnden huͤtet/ vnnd deß reinen Lebens befleiſſet/ dann in maleuolam animam non introibit ſapientia.
Das erste ist wann einer sich vor Sünden hütet / und des reinen Lebens befleißet / dann in maleuolam animam non introibit sapientia.
de
de
de
1
5.802
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,436
1,615
Am andern/ wann einer im guten fuͤrſatz ſteiff beharꝛret/ dann homo ſenſatus in ſapientia manet ſicut Sol. Drittens/ wann einer demuͤtig iſt/ vnd alle arꝛogantz fliehet/ dann vbi humilitas ibi ſapientia.
Am anderen / wann einer im guten Vorsatz steif beharret / dann homo sensatus in sapientia manet sicut Sol. Drittens / wann einer demütig ist / und alle Arroganz fliehet / dann vbi humilitas ibi sapientia.
de
de
de
1
4.9859
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,437
1,615
Viertens/ wann einer zu rechter zeit weiſt zu ſchweigen/ dañ ſtultus, ſi tacuerit, ſapiẽs reputabitur.
Viertens / wann einer zu rechter Zeit weist zu schweigen / dann stultus, sie tacuerit, sapiens reputabitur.
de
de
de
1
5.9336
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,438
1,615
Zum fuͤnfften/ wann einer die zukuͤnfftige ding fuͤrſihet/ vtinam ſaperent & intelligerent, & nouiſſima prouiderent.
Zum fünfften / wann einer die zukünfftige Ding fürsihet / vtinam saperent & intelligerent, & nouissima prouiderent.
de
de
de
1
5.9864
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,439
1,615
Sechſtens/ wann einer gedultig iſt in allen dingen/ dann impatiens operatur ſtultitiam.
Sechstens / wann einer geduldig ist in allen Dingen / dann Impatiens operatur stultitiam.
de
de
de
1
6.9353
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,440
1,615
Zumſibenden/ wann einer ſein grauitet erhelt wider die eytele frewd der Welt/ dann cor ſtultorum vbi lætitia, cor ſapientum vbi triſtitia.
Zumsibenden / wann einer sein grauitet erhelt wider die eytele Freude der Welt / dann cor stultorum vbi laetitia, cor sapientum vbi tristitia.
de
de
de
1
6.1866
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,441
1,615
Capvt XXXV.
Capvt XXXV.
fr
en
hu
0
8.9743
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,442
1,615
Diſcurs vom Adel.
Diskurs vom Adel.
de
vo
en
0.333
7.3989
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,443
1,615
DEr vierdt Tiſchgenoß diſcurrirte von dem Adel/ vnnd ſprach:
Der viert Tischgenoß diskurrierte von dem Adel / und sprach:
de
de
de
1
7.6313
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,444
1,615
Der Adel iſt ein herꝛliche vñ ſchoͤne qualitet, wer jhne verachtet/ der gibt zu erkennen/ daß er die heilige Schrifft nicht geleſen/ dann im Buch Numeri leſen wir: Nobiliſſimi Principes multitudinis: Jtem/ ille multò plures & nobiliores, quam antea miſerat, miſit: Jtem/ mulier Midianitis filia ſur nobiliſſimi Principis Madianitarum. Item:
Der Adel ist ein herrliche und schöne Qualität, wer ihn verachtet / der gibt zu erkennen / dass er die heilige Schrift nicht gelesen / dann im Buch Numeri lesen wir: Nobilissimi Prinzips multitudinis: Item / ille multo plures & nobiliores, quam antea miserat, misit: Item / mulier Midianitis filia sur nobilissimi Principis Madianitarum . Item:
de
de
de
1
5.0536
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,445
1,615
Qui contemnunt me erunt ignobiles.
Qui contemnunt me erunt ignobiles.
ie
la
la
0
5.6723
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,446
1,615
Item: Nobilis in portis Vir eius quando ſederit cum ſenatoribus terræ.
Item: Nobilis in portis Vir eius quando sederit cum senatoribus terrae.
la
la
la
0
6.2056
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,447
1,615
Item: Beata terra, cuius Rex eſt nobilis.
Item: Beata terra, cuius Rex est nobilis.
la
la
la
0
5.919
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,448
1,615
Item: Homo quidam nobilis abiit in regionem longinquam accipere ſibi regnum & reuerti.
Item: Homo quidam nobilis abiit in regionem longinquam accipere sibi regnum & reuerti.
it
la
la
0
5.5264
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,449
1,615
Item: Hi autem erant nobiliores eorum qui ſunt Theſſalonicæ.
Item: Hi autem erant nobiliores eorum qui sunt Thessalonicae.
it
la
la
0
5.8953
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,450
1,615
Hierauß erſcheint die wuͤrdigkeit deß Adels.
Hieraus erscheint die Würdigkeit des Adels.
de
de
de
1
5.5016
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,451
1,615
Alle Scribenten loben den Adel/ aber doch weil der Adel nur auß der Tugendt entſpringt/ ſo wird ohne dieſelbe aller Adel deß Bluts fuͤr veraͤchtlich gehalten/ vermuͤg der Wort:
Alle Skribenten loben den Adel / aber doch weil der Adel nur aus der Tugend entspringt / so wird ohne dieselbe aller Adel des Bluts für verächtlich gehalten / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.3346
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,452
1,615
Nobilitas morum plus prodeſt quàm genitorum.
Nobilitas morum plus prodest quam genitorum.
la
la
la
0
5.9945
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,453
1,615
Nobilitas etenim ſola eſt, qua moribus ornat.
Nobilitas etenim sola est, qua moribus ornat.
la
la
la
0
6.3238
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,454
1,615
Hoſtienſis ſchreibt außtrucklich/ daß der Adel deß Bluts nit beſſer ſeye/ als eben der Adel deß vnflats vnd corruption, welche auß vnſerẽ Leib geht.
Hostiensis schreibt außtrucklich / dass der Adel des Bluts nicht besser sei / als eben der Adel des Unflats und Korruption, welche aus unseren Leib geht.
de
de
de
1
5.6781
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,455
1,615
Mattheus Afflictus ſpricht.
Mattheus Afflictus spricht.
de
de
de
1
6.2431
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,456
1,615
Als Fabius Quintilianus gefragt wardt/ wer edel were? antwortet er:
Als Fabius Quintilianus gefragt wurde / wer edel wäre? antwortet er:
de
de
de
1
5.1953
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,457
1,615
Nobiliſſimus eſt is qui optimus eſt:
Nobilissimus est is qui optimus est:
en
la
la
0
5.063
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,458
1,615
Vil Keyſer vnnd Koͤnige waren vnedel/ aber durch jhre Tugendten ſeind ſie edel vnnd maͤchtig worden: Hergegen ſeindt vil edle Fuͤrſten vnedel vnnd veracht worden wegen jhrer Laſter.
Viel Kaiser und Könige waren unedel / aber durch ihre Tugenden sind sie edel und mächtig worden: Hergegen sind viel edle Fürsten unedel und verachte worden wegen ihrer Laster.
de
de
de
1
5.2157
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,459
1,615
Vilen Leuthen iſt der Adel vil ſchaͤdlicher denn nutzlicher/ dann dardurch werden ſie hoffaͤrtig/ ehrgeitzig/ rachgirig vnd vnkeuſch:
Vielen Leuten ist der Adel viel schädlicher denn nützlicher / dann dadurch werden sie hoffärtig / ehrgeizig / rachgirig und unkeusch:
de
de
de
1
5.4609
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,460
1,615
Gloria eorum à partu & ab vtero & à conceptu:
Gloria eorum à partu & ab vtero & à conceptu:
fr
fr
co
0
7.02
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,461
1,615
Von jhrer Geburt hero waͤchſt die eytelkeit in jhnen/ die ding/ dardurch die Edelleuth verobligirt ſeindt/ Tugentſamb zu ſein/ brauchen ſie fuͤr ein occaſion vnd vrſach deſto liederlicher zu ſein/ der Adel deß Bluts noͤtiget vnnd zwinget ſie gleichſamb/ den Tugentſamen Fußſtapffen jhrer Voreltern nach zufolgen/ der Adel iſt ein ewiges erbgut der Tugenten jhrer Vorfahren.
Von ihrer Geburt her wächst die Eitelkeit in ihnen / die Ding / dadurch die Edelleute obligiert sind / Tugendsam zu sein / brauchen sie für ein occasion und Ursache desto liederlicher zu sein / der Adel des Bluts nötiget und zwinget sie gleichsam / den tugendsamen Fußstapfen ihrer Voreltern nach zufolgen / der Adel ist ein ewiges erbgut der Tugenden ihrer Vorfahren.
de
de
de
1
4.9533
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,462
1,615
Welcher Edelman aber ſeinen tugentſamẽ voreltern nit nachſchlegt/ der iſt einem monſtro oder Meerwunder gleich/ welches ſeinẽ Vater vnaͤnlich iſt.
Welcher Edelmann aber seinen tugendsamen Voreltern nicht nachschlägt / der ist einem monstro oder Meerwunder gleich / welches seinen Vater unähnlich ist.
de
de
de
1
5.857
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,463
1,615
Eytel iſt der jenig/ der ſich ſeines Adels beruͤhmet/ dann er gibt denen/ die es hoͤren/ ein ſtarckes teſtimonium vñ zeugnuß ſeiner Thorheit.
Eitel ist der jenig / der sich seines Adels berühmet / dann er gibt denen / die es hören / ein starkes testimonium und Zeugnis seiner Torheit.
de
de
de
1
5.8992
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,464
1,615
Das Gott der HErꝛ nach dem Adel deß Bluts wenig frage/ erſcheint daher/ allweil er den Saul/ welcher deß aller veraͤchtlichſten Geſchlechts der 12. Staͤmmen Jſraels war/ erwehlt hat fuͤr einen Koͤnig in Jſrael:
Das Gott der Herr nach dem Adel des Bluts wenig frage / erscheint daher / allweil er den Saul / welcher des aller verächtlichsten Geschlechts der 12. Stämmen Israels war / erwählt hat für einen König in Israel:
de
de
de
1
5.654
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,465
1,615
Ob wol Jephte ein Baſtart oder Banckert war/ nicht deſto weniger erwehlte jhne Gott fuͤr ein Erloͤſer vnnd Beſchuͤtzer ſeines Volcks wider die Ammoniter.
Ob wohl Jephte ein Bastard oder Bankert war / nicht desto weniger erwählte ihn Gott für ein Erlöser und Beschützer seines Volks wider die Ammonit.
de
de
de
1
6.1222
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,466
1,615
Nicht hat Chriſtus/ als er in die Welt kam/ die Edlen/ ſonder die Vnedlen vnnd arme Fiſcher erwehlt.
Nicht hat Christus / als er in die Welt kam / die Edlen / sonder die Unedlen und arme Fischer erwählt.
de
de
de
1
5.2937
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,467
1,615
Ob ſchon er ein Koͤnig vnd Herꝛ war/ ſo hat er doch ſich ſelbſt nur einen Hirten genennt.
Ob schon er ein König und Herr war / so hat er doch sich selbst nur einen Hirten genannt.
de
de
de
1
4.4253
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,468
1,615
Quicunque honorificauerit me, glorificabo eum, qui autem contemnunt me, erunt ignobiles, ſpꝛicht der HErꝛ ſelbſt/ als wolte er ſagen:
Quicunque honorificauerit me, glorificabo eum, qui autem contemnunt me, erunt ignobiles, spricht der Herr selbst / als wollte er sagen:
de
la
de
0.667
5.3297
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,469
1,615
Wer mich ehꝛet/ meine Geſetz vnd Gebott helt/ vnnd tugentſamb iſt/ den wil ich hinwider ehren/ vnd fuͤr einen edlen Mann halten/ Wer aber mich verachtet vnd laſterhafftig iſt/ den wil ich hinwider verachten/ vertilgen/ vnd fuͤr einen vnedlen vnbekandten halten.
Wer mich ehret / meine Gesetz und Gebot hält / und tugendsam ist / den will ich hinwider ehren / und für einen edlen Mann halten / Wer aber mich verachtet und lasterhaft ist / den will ich hinwider verachten / vertilgen / und für einen unedlen Unbekannten halten.
de
de
de
1
3.6048
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,470
1,615
Edel iſt der jenig/ welcher den Laſtern nit dienet/ das iſt der ware Adel/ welcher die Menſchen zu Kinder Gottes/ vnd Miterben deß Himmels macher: der jenig erhelt ſeinen Adel vollkom̃uch/ weicher den Suͤnden nit dienet/ noch ſich von jhnen laͤſt beherꝛſchen.
Edel ist der jenig / welcher den Lastern nicht dient / das ist der wahre Adel / welcher die Menschen zu Kinder Gottes / und Miterben des Himmels Macher: Der jenig erhält seinen Adel vollkommuch / weicher den Sünden nicht dient / noch sich von ihnen lässt beherrschen.
de
de
de
1
5.5638
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,471
1,615
Der hoͤchſt Adel iſt wann einer herꝛlich vnd fuͤrtreflich in Tugenden/ vnd ein Kindt Gottes iſt:
Der höchst Adel ist wann einer herrlich und fürtrefflich in Tugenden / und ein Kind Gottes ist:
de
de
de
1
6.68
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,472
1,615
das vbrige alles mit einander iſt nur ein eytelkeit/ traum vnd thoꝛheit/ dann wir ſeindt je nichts anders/ als Erd/ Koth vnd Aſchen.
das übrige alles miteinander ist nur ein Eitelkeit / Traum und Torheit / dann wir sind je nichts anders / als Erde / Kot und Aschen.
de
de
de
1
5.5066
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,473
1,615
Die Wuͤrm/ welche vnſere Vorfahren im Grab verzehꝛt haben/ werden vnſer eben ſo wenig verſchonen:
Die Wurm / welche unsere Vorfahren im Grab verzehrt haben / werden unser ebenso wenig verschonen:
de
de
de
1
5.781
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,474
1,615
Der Adel/ welchen wir von jhnen geerbt haben/ war mortalitas & corruptio:
Der Adel / welchen wir von ihnen geerbt haben / war mortalitas & corruptio:
de
de
de
1
5.4996
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,475
1,615
Diſes ſeind die Wappen/ die wir in vnſerm Schildt/ vnd nit oben an vnſern Hauß Thuͤren/ ſonder in vnſere Hertzen ſetzen/ vnd alle andere weltliche eytele vnd naͤrꝛiſche verachten ſollen.
Dieses sind die Wappen / die wir in unserem Schild / und nicht oben an unsern Haus Türen / sonder in unsere Herzen setzen / und alle andere weltliche Eitele und närrische verachten sollen.
de
de
de
1
5.1897
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,476
1,615
Hierauß erſcheint nun wie naͤrꝛiſch die jenige Koͤnige vnd Fuͤrſten handlen/ welche jre Trommeter/ Koͤch vnnd Kelner adlen/ vnnd welche die dienſt vnd Ambter der Eltern auff die Kinder perpetuiren, vnangeſehen dieſelbigen vntaugliche vnnd nur grobe Bengel ſeindt.
Hieraus erscheint nun wie närrisch diejenige Könige und Fürsten handeln / welche ihre Trommeter / Köche und Kellner adeln / und welche die Dienst und Amter der Eltern auf die Kinder perpetuieren, unangesehen dieselbigen untaugliche und nur grobe Bengel sind.
de
de
de
1
5.2355
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,477
1,615
Die Koͤnige in Calicut verehren den Adel vber alle Menſchheit:
Die Könige in Calicut verehren den Adel über alle Menschheit:
de
de
de
1
5.6224
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,478
1,615
Der Eheſtandt iſt jhnen verbotten/ deß gleichen alle gelehrtheit vnnd tugentſamme ſtudia vnnd vbungen/ außgenommen das Kriegsweſen.
Der Ehestand ist ihnen verboten / des gleichen alle Gelehrtheit und tugendsame studia und Übungen / ausgenommen das Kriegswesen.
de
de
de
1
5.8464
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,479
1,615
Concubinen oder Beyſchlaͤfferin moͤgen ſie halten ſo vil ſie geluſtet:
Konkubinen oder Beischläferin mögen sie halten so viel sie gelüstet:
de
de
de
1
5.3658
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,480
1,615
So vil Weiber ſo vil Kupler/ aber doch doͤrffen ſie nur mit adelichen jhres gleichen Perſonen fleiſchlich zuſchaffen haben/ dann ſonſten wuͤrden ſie fuͤr vnrein gehalten/ es wuͤrde auch jhr Adel dardurch zum hoͤchſten iniuriert vnnd geſchaͤndt werden.
So viel Weiber so viel Kuppler / aber doch dürfen sie nur mit adeligen ihres gleichen Personen fleischlich zuschaffen haben / dann sonsten würden sie für unrein gehalten / es würde auch ihr Adel dadurch zum höchsten iniuriert und geschändet werden.
de
de
de
1
5.5194
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,481
1,615
Ja was mehr iſt/ kein vnedler darff ſie anruͤhren/ dann ſie er ſiechen die jenigen/ ſo ſich zu ſehr zu jhnen nahen.
Ja was mehr ist / kein unedler darf sie anrühren / dann sie er siechen diejenigen / so sich zu sehr zu ihnen nahen.
de
de
de
1
6.0178
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,482
1,615
So gar muͤſſen die Vnedlen (allermaſſen die Gondelierer zu Venedig thun) ſich auff der Gaſſen ſchreyendt melden/ damit ſie nicht etwann zuſammen ſtoſſen.
So gar müssen die Unedlen (allermaßen die Gondelierer zu Venedig tun) sich auf der Gassen schreiend melden / damit sie nicht etwan zusammen stoßen.
de
de
de
1
6.0913
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,483
1,615
Nicht allein inn Calicut, ſondern villeicht auch anderſtwo koͤndten dergleichen Bockſioltze/ hochtrabende/ dolle/ volle/ vnſinnige nobiliſten gefunden werden/ welche ſich ſo gar der gelehꝛten/ geſchweigens der ſchlechten Leuthen gemeinſchafft ſchemen/ vnnd ſchier niemandt neben jhnen paſſieren noch hinkommen laſſen woͤllen.
Nicht allein in Calicut, sondern vielleicht auch anderswo könnten dergleichen Bocksioltze / hochtrabende / dolle / volle / unsinnige Nobiliesten gefunden werden / welche sich so gar der gelehrten / Geschweigens der schlechten Leuten Gemeinschaft Schemen / und schier niemand neben ihnen passieren noch hinkommen lassen wollen.
de
de
de
1
5.8451
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,484
1,615
Nicht diſer meinung war jener Chriſtliche Koͤnig in Franckreich Ludouicus Pius, dann er ſagte/ daß weder die fauor vnd gunſt deß Fuͤrſten/ noch die Reichthumb befuͤgt vnd berechtigt ſeyen/ einen vntugentſamen Diener zu adlen:
Nicht dieser Meinung war jener christliche König in Frankreich Ludouicus Pius, dann er sagte / dass weder die fauor und Gunst des Fürsten / noch die Reichtum befugt und berechtigt seien / einen untugendsamen Diener zu adeln:
de
de
de
1
6.4891
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,485
1,615
Als jm einsmals zween competitores zu einem Ampt/ dern der einer ein Edelman/ der ander aber keiner war/ fuͤr geſchlagen wurden/ reſoluierte er ſich vnd befalch/ daß ohne allen reſpect noch anſehen der Perſonen/ der allertauglichſt vnd tugentſambſt erwoͤhlt/ woferꝛn aber jhrer beyder qualiteten einander gleich weren/ als dann der Edelman dem vnedlen vorgezogen ſolte werden.
Als ihm einsmals zweien competitores zu einem Amt / deren der einer ein Edelmann / der ander aber keiner war / für geschlagen wurden / resolvierte er sich und befahl / dass ohne allen Respekt noch ansehen der Personen / der tauglichst und tugendsamst erwählt / wofern aber ihrer beider Qualitäten einander gleich wären / als dann der Edelmann dem unedlen vorgezogen sollte werden.
de
de
de
1
5.8076
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,486
1,615
Capvt XXXVI.
Capvt XXXVI.
fr
en
hu
0
7.3672
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,487
1,615
Diſcurs warumb Gott verwillige/ daß die Gottloſen in diſer Welt florieren.
Diskurs warum Gott verwillige / dass die Gottlosen in dieser Welt florieren.
de
de
de
1
6.1181
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,488
1,615
DEr fuͤnffte Tiſchgenoß diſcurrirte vnd redete von der vrſach/ warumb doch Gott verwillige/ daß die Gottloſen in diſer Welt proſperiren, floriren vnnd triumphiren/ vnnd ſprach:
Der fünfte Tischgenoß diskurrierte und redete von der Ursache / warum doch Gott verwillige / dass die Gottlosen in dieser Welt prosperieren, florieren und triumphieren / und sprach:
de
de
de
1
5.2878
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,489
1,615
Die gluͤckſeligkeit der Gottloſen in diſer Welt hat vilen Leuten vrſach geben/ ſich druͤber zu verwunderen vñ ſeltzamb darnon zu reden.
Die Glückseligkeit der Gottlosen in dieser Welt hat vielen Leuten Ursache geben / sich drüber zu verwundere und seltsam davon zu reden.
de
de
de
1
5.34
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,490
1,615
So gar Dauid verwundert ſich deßwegen vnnd ſpricht:
So gar David verwundert sich deswegen und spricht:
de
de
lb
0.667
7.3672
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,491
1,615
Ecce ipſi peccatores & abundantes in ſeculo obtinuerunt diuitias.
Ecce ipsi peccatores & abundantes in seculo obtinuerunt diuitias.
la
la
la
0
5.4088
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,492
1,615
Der Prophet Malachias beklagt ſich/ daß zu ſeinen zeiten vil Leut wider die Goͤttliche fuͤrſehung murreten/ ſeytemal ſie ſahen/ daß es den Gottloſen ſo gar wol ging/ vnnd ſpricht:
Der Prophet Malachias beklagt sich / dass zu seinen Zeiten viel Leute wider die göttliche Vorsehung murrten / sintemal sie sahen / dass es den Gottlosen so gar wohl ging / und spricht:
de
de
de
1
3.9986
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,493
1,615
Jhr habt dem Herꝛn in ewren reden arbeit geſchafft/ vnnd geſagt:
Ihr habt dem Herrn in euren reden Arbeit geschafft / und gesagt:
de
de
de
1
6.1449
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,494
1,615
Ein jegklicher/ der arges thut/ iſt vor den Augen Gottes gut/ vnd hat ein wolgefallen an jhm/ oder wo blibe ſonſt der Gott deß vrtheils?
Ein jeglicher / der arges tut / ist vor den Augen Gottes gut / und hat ein wohlgefallen an ihm / oder wo bliebe sonst der Gott des Urteils?
de
de
de
1
5.0107
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,495
1,615
Wer Gott dienet/ der iſt ohne Lohn vnnd vergeltung/ vnnd was nutzet es vns/ daß wir ſein Gebott halten/ vnnd vor dem Herꝛn Zebaoth trawriglich gehandlet haben?
Wer Gott dient / der ist ohne Lohn und Vergeltung / und was nutzet es uns / dass wir sein Gebot halten / und vor dem Herrn Zebaoth traurig gehandelt haben?
de
de
de
1
4.4577
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,496
1,615
Darumb loben wir die ſtoltzen vnd veraͤchter/ vnd die Gottloſigklich handlen/ dann ſie ſeind erbawen/ vnnd nemmen zu/ ſie haben Gott verſucht/ vnd ſeind doch daruon kommen.
Darum loben wir die stolzen und Verächter / und die Gottlosigklich handeln / dann sie sind erbauen / und nehmen zu / sie haben Gott versucht / und sind doch davon kommen.
de
de
de
1
4.9402
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,497
1,615
Deßgleichen beklagt ſich der Prophet ſprechendt:
Desgleichen beklagt sich der Prophet sprechend:
de
de
de
1
5.634
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,498
1,615
quare reſpicis contemptores & taces, cõculcante impio iuſtiorem ſe, & facies homines ſicut piſces maris?
quare respicis contemptores & taces, coculcante impio iustiorem se, & facies homines sicut pisces maris?
it
la
la
0
5.4878
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,499
1,615
Auß diſen wercken GOttes lehrnen die Frommen die tieffe der Goͤttlichen vrtheil/ zum theil zu erkennen vnd zu ſprechen: Cognoui Domine, quiæ æquitas iudicia tua?
Aus diesen Werken Gottes lernen die Frommen die Tiefe der göttlichen Urteil / zum Teil zu erkennen und zu sprechen: Cognoui Domine, quiae aequitas iudicia tua?
de
de
de
1
5.5799
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,500
1,615
Zu erleuterung aber diſes zweifels/ iſt zu wiſſen/ daß dreyerley art der boͤſen Menſchen in diſer Welt gefunden werden/ nemblich boͤſe/ ergere vnd ergiſte/ vnd ſie alleſambt floriren vnnd triumphiren/ aber jhre triumph ſeind ein zeichen jhres ewigen verderbens/ woferꝛn ſie ſich nit beſſern vnd bekehren.
Zu Erläuterung aber dieses Zweifels / ist zu wissen / dass dreierlei Art der bösen Menschen in dieser Welt gefunden werden / nämlich böse / ärgere und ergiste / und sie allesamt florieren und triumphieren / aber ihre Triumph sind ein Zeichen ihres ewigen Verderbens / wofern sie sich nicht besseren und bekehren.
de
de
de
1
5.1236
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,501
1,615
Was dann erſtlich die boͤſen belangt/ beſcheret GOtt denſelbigen in diſein Leben die zeitliche Guͤter/ allweil er ſie dardurch bezahlet/ ergetzet vnd zur erkendtnuß jhrer ſelbſt vnd zur bekehrung locket:
Was dann erstlich die bösen belangt / beschert Gott denselbigen in disein Leben die zeitliche Güter / allweil er sie dadurch bezahlet / ergötzt und zur Erkenntnis ihrer selbst und zur Bekehrung locket:
de
de
de
1
5.8763