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albertinus_landtstoertzer01_1615
1,502
1,615
Er erzeiget auch dißfals ſein weißhet/ macht vnd guͤte/ aber ſolche boͤſe vnd gottloſe Menſchen woͤllens nit recht erkennen/ ſonder ſchreibens alles entweder der Goͤttlichen fuͤrſehung/ oder jrem ſelbſt eignen verſtandt/ kunſt/ geſchicklichkeit vñ embſigkeit zu/ vnd beharꝛen in jrer boßheit/ hoffart/ blindheit vnd halßſtarꝛigkeit/ derwegen beklagte er ſich vñ ſpricht durch den Eſaiam: manda,remanda, expecta reexpecta modicum ibi, modicũ ibi, vt vadant & cadant retrorsũ, vt conterantur & capiantur.
Er erzeiget auch diesfalls sein weißhet / macht und Güte / aber solche böse und gottlose Menschen wöllen nicht recht erkennen / sonder Schreibens alles entweder der göttlichen Vorsehung / oder ihrem selbst eigenen verstand / Kunst / Geschicklichkeit und Emsigkeit zu / und beharren in ihrer Bosheit / Hoffart / Blindheit und Halsstarrigkeit / derentwegen beklagte er sich und spricht durch den Esaiam: manda, remanda, expecta reexpecta modicum ibi, modicu ibi, ut vadant & cadant retrorsu, ut conterantur & capiantur.
de
de
de
1
5.4378
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,503
1,615
Deßgleichen beſcheret Gott den boͤſen Menſchen die zeitliche guͤter vnd ergetzet ſie wegen jhrer guten werck/ vnd ſpricht gleichſamb zu jhnen: tolle quod tuum eſt & vade: nimb hin deinen Lohn in diſer welt vnd gehe zur hoͤllen.
Desgleichen beschert Gott den bösen Menschen die zeitliche Güter und ergötzt sie wegen ihrer guten Werk / und spricht gleichsam zu ihnen: tolle quod tuum est & vade: nimm hin deinen Lohn in dieser Welt und gehe zur Höhlen.
de
de
de
1
5.796
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,504
1,615
O wie vil Menſchen fuͤhren ein boͤſes leben mit wuchern/ ſchinden vnnd ſchaben/ vnnd beſuchen doch darneben die Spitaͤl/ geben vil allmuſen/ vnd bekleiden die nackenden/ darfuͤr gibt jhnen Gott reichthumb vnnd ſchoͤne Kinder/ Aber doch ſagt er von jhnen: receperunt mercedem ſuam.
O wie viel Menschen führen ein böses Leben mit wuchern / schinden und schaben / und besuchen doch daneben die Spitäl / geben viel allmusen / und bekleiden die nackenden / dafür gibt ihnen Gott Reichtum und schöne Kinder / Aber doch sagt er von ihnen: receperunt mercedem suam.
de
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de
1
5.457
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,506
1,615
Zu gleicher weiß wie ein Haußuatter d’ vber tiſch ſitzet/ ſeinen Hunden etwañ ein bein zuwirfft/ vñ dieſelbigen daꝛan nagen vñ einen ſo gꝛoſſen luſt drinn haben/ daß ſie es vmb kein Koͤnigreich verwechßelten/ alſo vnnd ebner Geſtallt gehet Gott mit ſolchen reichen vmb/ Er ſetzet ſie an ſeinen Tiſch der Geiſtlichen wolluͤſt/ er wirfft jhnen die Weltliche Reichthumb zu/ vnd dieſelbige ſeindt jhnen der maſſen lieb/ daß ſie vil lieber den Himmel/ denn jhr Gelt/ Gut vnnd Macht hingeben vnnd verlieren wolten.
Zu gleicher weiß wie ein Haußuatter d' über Tisch sitzet / seinen Hunden etwan ein bein zuwirft / und dieselbigen daran nagen und einen so großen Lust drin haben / dass sie es um kein Königreich verwechselten / also und ebener Gestalt geht Gott mit solchen reichen um / Er setzet sie an seinen Tisch der geistlichen Wollüste / er wirft ihnen die Weltliche Reichtum zu / und dieselbige sind ihnen der Maßen lieb / dass sie viel lieber den Himmel / denn ihr Geld / Gut und Macht hingeben und verlieren wollten.
de
de
de
1
5.7785
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,507
1,615
Weil auch Gott bißweilen die boͤſen in diſem leben ſtraffen will/ ſo beſchert er etlichen boßhafftigen Menſchen groſſe Reichthumb vnnd macht/ da mit ſie ein Ruthe viler anderer boͤſen vnnd Gottloſen ſeyen/ vermuͤg der Wort:
Weil auch Gott bisweilen die bösen in diesem Leben strafen will / so beschert er etlichen boshaften Menschen große Reichtum und macht / da mit sie ein Rute vieler anderer bösen und Gottlosen seien / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.8583
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,508
1,615
Vindicabo me de inimicis meis cum inimicis:
Vindicabo me de inimicis meis cum inimicis:
es
pt
fr
0
5.6496
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,509
1,615
Nicht billich iſts/ daß Gott im ſtraffen/ das Ambt eines Henckers vertrette/ er wil auch nicht/ daß ſeine Freunde es verꝛichten/ derwegen bereichert er bißweilen die Gottloſen/ vnnd brauchet ſie zu einer Geiſſel wider ſolche Gottloſen jhres gleichen/ derwegen ſpricht er: confortabo brachia Regis Babylonis, & dabogladiũ in manu ſua.
Nicht billig ist es / dass Gott im Strafen / das Amt eines Henkers vertrete / er will auch nicht / dass seine Freunde es verrichten / derentwegen bereichert er bisweilen die Gottlosen / und brauchet sie zu einer Geißel wider solche Gottlosen ihresgleichen / derentwegen spricht er: confortabo brachia Regis Babylonis, & dabogladiu in manu sua.
de
de
de
1
5.3023
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,510
1,615
Vnnd Job ſpricht: regnare facit hypocritam propter peccata populi.
Und Job spricht: regnare facit hypocritam propter peccata populi.
it
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sv
0
5.4953
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1,511
1,615
Dann woferꝛn die Gottloſen diſer geſtallt nit geſtrafft vnd außgereut wuͤrden durch die Gottloſe hoffertige Menſchen/ ſo wuͤrden ſie vnendlich wachſen vnnd vberhandt nemmen.
Dann wofern die Gottlosen dieser Gestalt nicht gestraft und außgereut würden durch die Gottlose hoffertige Menschen / so würden sie unendlich wachsen und überhandnehmen.
de
de
lb
0.667
5.5713
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,512
1,615
Es erfolget auch bißweilen auß ſolchem ſchaden das heyl vnd die bekehꝛung viler Suͤnden/ darnach dann Gott ein ſonderbares verlangen hat.
Es erfolget auch bisweilen aus solchem schaden das Heil und die Bekehrung vieler Sünden / danach dann Gott ein sonderbares Verlangen hat.
de
de
de
1
6.4092
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,513
1,615
Beſchließlichen die peſſimos peccatores oder die aller aͤrgiſte vnd Gottloſeſte ſuͤnder belangendt/ gibt jhnen GOtt die Reichthumb zu jhrem ſelbſt eygnen verderben/ vermuͤg der Wort: Creaturæ Dei in odium factæ ſunt, & in tentationem animæ hominum: Wir ſehen/ daß ein Wucherer ſich dermaſſen in ſein vbel gewunnenes Gelt verliebet/ daß er niemaln kein ruhe noch leyd empfindet/ noch das vnrecht er oberte Gelt vnnd Gut widerumb erſtattet:
Beschließlichen die pessimos peccatores oder die aller ärgiste und Gottloseste Sünder belangend / gibt ihnen Gott die Reichtum zu ihrem selbst eigenen verderben / vermög der Wort: Creaturae Dei in odium factae sunt, & in tentationem animae hominum: Wir sehen / dass ein Wucherer sich dermaßen in sein übel gewonnenes Geld verliebet / dass er niemals kein ruhe noch leid empfindet / noch das Unrecht er ehrte Geld und Gut wiederum erstattet:
de
de
de
1
5.5771
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,514
1,615
Man findt vnkeuſche Geſellen/ ſo jhre Concubinen dermaſſen lieben/ daß ſie vil lieber jhre digniteten, ja jhr Leben verlaſſen/ denn von jnen abſtehen woͤllen.
Mann findet unkeusche Gesellen / so ihre Konkubinen dermaßen lieben / dass sie viel lieber ihre Dignitäten, ja ihr Leben verlassen / denn von ihnen abstehen wollen.
de
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de
1
4.5609
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,515
1,615
Deßgleichen findt man ehrgeitzige Hofleut/ welche vil lieber jhre grandeza vnd hochheit zu Hof continuiren vnnd druͤber ſterben vnd verderben/ deñ ſich einsmals darvon zu ruhe vnd zum dienſt Gottes begeben/ vnd dem heyl jhrer Seelen abwarten woͤllen/ derwegen heiſts bey jhnen: qui in ſordibus eſt, ſordeſcat adhuc: Jhre jrꝛdiſche commoditeten, gute gelegenheiten/ wolluͤſt vnd hochheiten ſeind Strick vnnd Netz/ darin diſe armſelige Leut (welche von der Welt fuͤr ſehr gluͤckſelig geſchetzt werden) gefangen ligen:
Desgleichen findet man ehrgeizige Hofleut / welche viel lieber ihre grandeza und Hochheit zu Hof kontinuieren und drüber sterben und verderben / denn sich einsmals davon zu Ruhe und zum Dienst Gottes begeben / und dem Heil ihrer Seelen abwarten wollen / derentwegen heists bei ihnen: qui in sordibus est, sordescat adhuc: Ihre irdische commoditeten, gute Gelegenheiten / Wollüste und Hochheiten sind Strick und Netz / darin diese armselige Leute (welche von der Welt für sehr glückselig geschätzt werden) gefangen liegen:
de
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1
5.4596
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,516
1,615
Vnd es redet der heilig Auguſtinus von jhnen vnnd ſpricht: nihil eſt infelicius felicitate peccantium, qua pœnalis nutritur iniquitas & mala voluntas interius roboratur.
Und es redet der heilig Augustinus von ihnen und spricht: nihil est infelicius felicitate peccantium, qua poenalis nutritur iniquitas & mala voluntas interius roboratur.
la
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0
5.5593
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,517
1,615
Dergleichen peſſimi vnd aͤrgiſten Leuth werden auch erhoͤcht zu deſto mehrer jhrer confuſion, Schandt vnnd Schaden:
Dergleichen pessimi und ärgisten Leute werden auch erhöcht zu desto mehrerer ihrer Konfusion, Schande und Schaden:
de
de
de
1
6.9773
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,518
1,615
Zugleicher weiß wie ein ſtarcker Ringer ſeinen Feindt von der Erden hoch auffhebt/ damit er jhne darnider werffen vnnd vberwinden moͤge/ alſo bewilligt GOtt/ daß die Gottloſeſte Menſchen erhoͤcht werden/ damit ſie einen deſto tieffern vnnd ſchwerern fall thun ſollen/ vermuͤg der Wort: Propter dolos poſuiſti eos, deieciſti eos dum alleuarentur.
Zugleich weiß wie ein starker Ringer seinen Feind von der Erden hoch aufhebt / damit er ihn danieder werfen und überwinden möge / also bewilligt Gott / dass die Gottloseste Menschen erhöcht werden / damit sie einen desto tieffern und schwereren Fall tun sollen / vermög der Wort: Propter dolos posuisti eos, deiecisti eos dum alleuarentur.
de
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de
1
5.971
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,519
1,615
Endtlichen iſt die gluͤckſeligkeit der Gottloſen ein vnfehlbares Kennzeichen daß GOtt ſie verlaſſen habe:
Endlichen ist die Glückseligkeit der Gottlosen ein unfehlbares Kennzeichen dass Gott sie verlassen habe:
de
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1
4.4992
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1,520
1,615
Wie die Medici, wann ſie an einem Krancken verzagt haben/ jhme ferꝛner nichts rathen noch eingeben/ ſondern jhm alles verwilligen was er begert/ alſo laͤſt GOtt die Gottloſen in jhrer zeitlichen Gluͤckſeligkeit leben/ vnnd iſt ſolches ein zeichen daß kein hoffnung jhrer ſeligkeit mehr verhanden/ continuus enim fucceſſus temporalium æternæ reprobationis certiſſimum eſt iudicium; Vnde ſicut fulgur tonitrua portat, ita proſperitas ſupplicia ſempiterna pronunciat.
Wie die Medici, wann sie an einem Kranken verzagt haben / ihm ferner nichts raten noch eingeben / sondern ihm alles bewilligen was er begehrt / also lässt Gott die Gottlosen in ihrer zeitlichen Glückseligkeit leben / und ist solches ein Zeichen dass kein Hoffnung ihrer Seligkeit mehr vorhanden / continuus enim fuccessus temporalium aeternae reprobationis certissimum est iudicium; Unde sicut fulgur tonitrua portat, ita prosperitas supplicia sempiterna pronunciat.
de
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de
1
4.9092
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,521
1,615
Wie wirdts aber jhnen letztlichen in jener Welt vnd in der Hoͤllen ergehen?
Wie Wirts aber ihnen letztlichen in jener Welt und in der Höllen ergehen?
de
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1
6.4896
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1,522
1,615
Geſagt ſoll zu jnen werden:
Gesagt soll zu ihnen werden:
de
de
de
1
6.1468
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,523
1,615
Recepiſti bona in vita tua, & Lazarus ſimiliter mala, nunc ille conſolatur, tu autem cruciaris.
Recepisti bona in vita tua, & Lazarus similiter mala, nunc ille consolatur, tu autem cruciaris.
ia
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0
5.3075
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1,524
1,615
Wer diſes betrachtet/ der wirdt in diſem Leben gar gern allerhand noth/ ſchmertzen/ armut vnnd wider wertigkeit leyden vnnd außſtehn/ damit er in jenem ſelig werden moͤge: ſprechen wird er: Deficiat in dolore vita mea & anni mei in gemitibus, vt requieſcam in die tribulationis.
Wer dieses betrachtet / der wird in diesem Leben gar gern allerhand Not / Schmerzen / Armut und wider Wertigkeit leiden und ausstehen / damit er in jenem selig werden möge: sprechen wird er: Deficiat in dolore vita mea & anni mei in gemitibus, ut requiescam in die tribulationis.
de
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de
1
5.5968
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1,525
1,615
Bißweilen werden auch die Gottloſen von GOtt auß ſonderbaren Vrſachen erhoͤrt/ erſtlich zur beſtaͤttigung deß Glaubens/ derwegen werden am Juͤngſten Tag jhrer etliche ſprechen: Herꝛ/ haben wir nicht inn deinem Namen geweiſſaget/ die Teuffel vertriben/ vnnd vil Wunderwerck begangen?
Bisweilen werden auch die Gottlosen von Gott aus sonderbaren Ursachen erhört / erstlich zur Bestätigung des Glaubens / derentwegen werden am jüngsten Tag ihrer etliche sprechen: Herr / haben wir nicht in deinem Namen geweissagt / die Teufel vertrieben / und viel Wunderwerk begangen?
de
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1
4.518
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1,526
1,615
Aber der HERR wirdt jhnen antworten:
Aber der Herr wird ihnen antworten:
de
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1
3.9759
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1,527
1,615
Jch kenne euch nit:
Ich kenne euch nicht:
en
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cy
0.333
5.1495
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1,528
1,615
Dann nit das Leben/ ſonder der Glaub wircket wunderzeichen.
Dann nicht das Leben / sonder der Glaube wirket Wunderzeichen.
de
de
de
1
7.1312
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1,529
1,615
Der wegen koͤnnen die Ketzer keine Wunderwerck begehen.
Der wegen können die Ketzer keine Wunderwerk begehen.
de
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1
7.2557
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,530
1,615
Die andere vrſach iſt/ wann ſie ſich bekehren/ jnmaſſen an der Magdalena vnnd den Niniuitern zu ſehen iſt/ vnnd ob ſchon ſie allzeit erhoͤrt werden/ ſo vil die remiſſionem culpæ belangt/ (dann Gott hats jhnen verſprochen/ da er ſagt:
Die andere Ursache ist / wann sie sich bekehren / in Maßen an der Magdalena und den Niniuitern zu sehen ist / und ob schon sie allzeit erhört werden / so viel die remissionem culpae belangt / (dann Gott hat es ihnen versprochen / da er sagt:
de
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1
5.1716
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1,531
1,615
Si reuertimini & quieſcatis ſalui eritis) ſo beſchichts doch nit wz die verzeyhung vnd nachlaſſung der ſtraff betrifft.
Si reuertimini & quiescatis salui eritis) so beschichte doch nicht was die Verzeihung und Nachlassung der Strafe betrifft.
de
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de
1
7.034
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1,532
1,615
Drittens vñ beſchließlichen werden ſie erhoͤrt zu jhrer ſelbſt eygnen ſtraff vñ ſchaden/ jnmaſſen den Jſraelitern beſchehen/ als ſie vm̃ Fleiſch baten/ derwegen ſpricht Auguſtinus:
Drittens und beschließlichen werden sie erhört zu ihrer selbst eigenen Strafe und schaden / in Maßen den Israeliten geschehen / als sie vmm Fleisch baten / derentwegen spricht Augustinus:
de
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lb
0.667
6.2806
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1,533
1,615
Si hoc à Deo petitur, vnde exauditus lædatur, magis metuendum eſt, nequod poſſet non dare propitius, det iratus.
Si hoc à Deo petitur, vnde exauditus laedatur, magis metuendum est, nequod posset non dare propitius, det iratus.
no
da
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0
5.72
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1,534
1,615
Vis exaudiri miſericorditer, vide Dei filius ſis, delectare in Domino, & dabit tibi petitiones cordis tui.
Vis exaudiri misericorditer, vide Dei filius sis, delectare in Domino, & dabit tibi petitiones cordis tui.
la
la
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0
5.2172
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1,535
1,615
Capvt XXXVII.
Capvt XXXVII.
fr
en
hu
0
7.586
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1,536
1,615
Diſcurs von dem Fauor vnd Gunſt der Welt.
Diskurs von dem Favor und Gunst der Welt.
de
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lb
0.667
7.1288
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,537
1,615
DEr ſechſt Tiſchgenoß redete etwas wenigs von dem Weltlichen Favor vnd ſprach:
Der sechst Tischgenoß redete etwas weniges von dem Weltlichen Favor und sprach:
de
de
de
1
6.9651
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,538
1,615
Die alten haben den Fauor gemahlt in der geſtallt eines jungen blinden Kindts/ alleinig vnd ohne alle geſellſchaft. Etliche vermeinten auch/ daß der vrſprung deß gunſts ſeye die ſchoͤnheit deß Leibs/ oder der Adel deß Geiſtes/ jnmaſſen ſolches nachfolgendes geſpraͤch deß Poeten vnnd Appellis zu erkennen gibt: Poet.
Die alten haben den Favor gemalt in der Gestalt eines jungen blinden Kinds / alleinig und ohne alle gesellschaft. Etliche vermeinten auch / dass der Ursprung des Gunst sei die Schönheit des Leibs / oder der Adel des Geistes / in Maßen solches nachfolgendes Gespräch des Poeten und Appellis zu erkennen gibt: Poet.
de
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de
1
5.7436
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,539
1,615
Was iſt diß fuͤr ein Fraw/ welche allzeit bey dem Gunſt ſteckt/ vnd ſie niemaln verlaͤſt?
Was ist dies für ein Frau / welche allzeit bei dem Gunst steckt / und sie niemals verlässt?
de
de
de
1
5.9115
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1,540
1,615
Appelles: Sie iſt die Schmaichlerey.
Appelles: sie ist die Schmeichlerei.
de
de
af
0.667
5.2656
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,541
1,615
Poet.
Poet.
en
nl
sr
0
3.656
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1,542
1,615
Was iſt das fuͤr eine/ die jhr nachfolget?
Was ist das für eine / die ihr nachfolget?
de
de
de
1
4.6677
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1,543
1,615
Ap.
Ap.
en
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ht
0
4.9621
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1,544
1,615
Es iſt die Fraw Inuidia oder Neydt. P.
Es ist die Frau Inuidia oder Neydt. P.
de
de
de
1
5.9049
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1,545
1,615
Was ſeind das fuͤr Leut/ die jhm nachfolgen vnnd gehorſamen?
Was sind das für Leute / die ihm nachfolgen und gehorsamen?
de
de
de
1
4.4085
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1,546
1,615
Ap.
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en
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ht
0
4.9621
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1,547
1,615
Es ſeind die Reichthumb vnd Wolluſt.
Es sind die Reichtum und Wollust.
de
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de
1
5.1927
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1,548
1,615
P. Warumb hat der Fauor oder Gunſt fluͤgel?
P. Warum hat der Favor oder Gunst flügel?
de
de
de
1
8.0572
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1,549
1,615
Ap.
Ap.
en
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ht
0
4.9621
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1,550
1,615
Weil er nit gemach gehen kan/ ſonder von dem Windt deß guten gluͤcks inn die hoͤhe getriben wirdt.
Weil er nicht gemach gehen kann / sonder von dem Wind des guten Glücks in die Höhe getrieben wird.
de
de
de
1
5.4174
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1,551
1,615
P. warumb iſt er blindt?
P. warum ist er blind?
da
no
nl
0
5.214
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1,552
1,615
Ap.
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en
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0
4.9621
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1,553
1,615
Weil die fauoriten jhre alte Freunde nimmer kennen.
Weil die Favoriten ihre alte Freunde nimmer kennen.
de
de
de
1
6.2764
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1,554
1,615
P. Warumb ſetzet er ſeinen einen Fuß auffm Rad?
P. Warum setzet er seinen einen Fuß aufm Rad?
de
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de
1
6.6145
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1,555
1,615
Ap.
Ap.
en
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0
4.9621
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1,556
1,615
Weil er den Paß vnnd Fußſtapffen deß vnbeſtaͤndigen gluͤcks wandert.
Weil er den Pass und Fußstapfen des unbeständigen Glücks wandert.
de
de
lb
0.667
5.1891
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1,557
1,615
P. Warumb iſt er geſchwollen?
P. Warum ist er geschwollen?
de
de
de
1
4.6609
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1,558
1,615
Ap.
Ap.
en
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4.9621
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1,559
1,615
Weil die fauoriten inn der Hoffart auffſchwellen.
Weil die Favoriten in der Hoffart aufschwellen.
de
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de
1
5.2487
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1,560
1,615
P. Warumb iſt er blindt?
P. Warum ist er blind?
de
no
nl
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1,561
1,615
Ap.
Ap.
en
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ht
0
4.9621
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1,562
1,615
Weil der Verſtandt der fauoriten verfinſtert wirdt.
Weil der Verstand der Favoriten verfinstert wird.
de
de
de
1
4.7246
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1,563
1,615
P. Warumb ſitzt er alleinig?
P. Warum sitzt er alleinig?
de
de
de
1
6.2758
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1,564
1,615
Weil die fauoriten, wann ſie gefallen vnnd den Gunſt jhrer Fuͤrſten vnnd Herꝛen verlohren haben/ von allermennigklichen verlaſſen/ veracht vnd verhaſt werden.
Weil die Favoriten, wann sie gefallen und den Gunst ihrer Fürsten und Herren verloren haben / von menniglichen verlassen / verachte und verhasst werden.
de
de
de
1
5.9975
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1,565
1,615
Auß diſem Geſpraͤch iſt leichtlich abzunemmen/ was es fuͤr ein gelegenheit habe mit dem gunſt der Welt.
Aus diesem Gespräch ist leichtlich abzunehmen / was es für ein Gelegenheit habe mit dem Gunst der Welt.
de
de
de
1
6.1064
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,566
1,615
Jch aber ſage/ daß beſſer iſt verfolgt/ denn fauoriſiert zuwerden/ dann inn den Verfolgungen wirdt GOTT gefunden/ aber durch den Weltgunſt verlohren.
Ich aber sage / dass besser ist verfolgt / denn favorisiert zuwerden / dann in den Verfolgungen wird GOTT gefunden / aber durch den Weltgunst verloren.
de
de
de
1
5.6068
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1,567
1,615
Die fauoriten ſollen nicht vermeinen/ daß ſie wegen deß gunſts jhrer Fuͤrſten vnnd Weltlichen Gluͤckſeligkeit/ beſſer vnnd GOtt dem HERren angenemmer ſeyen/ denn ein anderer.
Die Favoriten sollen nicht vermeinen / dass sie wegen des Gunst ihrer Fürsten und weltlichen Glückseligkeit / besser und Gott dem Herren angenehmer seien / denn ein anderer.
de
de
de
1
6.2897
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1,568
1,615
Vmb wie vil mehr Gunſt vnnd ehr du haſt inn diſem Leben/ vmb ſo vil deſto gefaͤhrlicher iſts/ dann es iſt ein zeichen/ daß du kein Erbgenam deß Himmels biſt:
Um wie viel mehr Gunst und Ehre du hast in diesem Leben / um so viel desto gefährlicher ist es / dann es ist ein Zeichen / dass du kein Erbgenam des Himmels bist:
de
de
de
1
4.7888
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1,569
1,615
Zugleicher weiß wie Abraham dem Jſmael vnnd ſeinen anderen Soͤhnen vil ding geſchenckt/ aber den Jſaac zu einen Erben aller ſeiner Guͤter/ vnnd zu einem beſitzer deß Hauſes ſeines Vatters gemacht hat/ alſo iſts nicht billich daß die Baſtarden das Gut jhres Vatters erben/ vnnd ob ſchon GOTT denen/ welche von jhrem wahren Vatter/ nemblich GOtt/ degeneriert vnnd Laſterhafftig worden/ allhie auff Erden vil ſchencket vnnd ſie mit ehren vnnd reichthumben verſihet/ ſo werden ſie doch deß Erbguts der Glory entſetzt/ hergegen haben die ehrliche Kinder/ nemblich die Frommen/ ein vngezweiffelte Hoffnung den Himmel zu erben.
Zugleich weiß wie Abraham dem Jsmael und seinen anderen Söhnen viel Ding geschenkt / aber den Jsaac zu einen Erben aller seiner Güter / und zu einem Besitzer des Hauses seines Vaters gemacht hat / also ist es nicht billig dass die Bastarden das Gut ihres Vaters erben / und ob schon GOTT denen / welche von ihrem wahren Vater / nämlich Gott / degeneriert und Lasterhafftig worden / allhier auf Erden viel schenket und sie mit ehren und reichtumben versieht / so werden sie doch des Erbguts der Glory entsetzt / hingegen haben die ehrliche Kinder / nämlich die Frommen / ein ungezweifelte Hoffnung den Himmel zu erben.
de
de
de
1
4.8152
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1,570
1,615
Die Weltmenſchen muͤſſen ſich mit den gaben vñ ſchanckungen deß Menſchlichen gunſts vernuͤgen laſſen/ vnd haben kein anders Erbgut zu gewarten.
Die Weltmenschen müssen sich mit den gaben und schanckungen des menschlichen Gunst vergnügen lassen / und haben kein anderes Erbgut zu gewarten.
de
de
de
1
6.1518
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1,571
1,615
Niemandt verwundere ſich/ daß die Gottloſen in diſer Welt floriren, dominiren vnd triumphiren/ dañ die Chriſtliche Religion verheiſſet vns keine fauores, ſonder deſpectus vnd verachtungen.
Niemand verwundere sich / dass die Gottlosen in dieser Welt florieren, dominieren und triumphieren / dann die christliche Religion verheißt uns keine saures, sonder despectus und Achtungen.
de
de
de
1
5.7141
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1,572
1,615
Die Gottloſen haben nichts im Him̃el zu ſuchen/ vnd die frommen nichts auff Erden.
Die Gottlosen haben nichts im Himmel zu suchen / und die frommen nichts auf Erden.
de
de
de
1
4.0622
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1,573
1,615
Gott ſchicket ſeinen fauoriten vnnd freunden nur muͤhſeligkeiten allhie auff Erden zu/ damit ſie ſich in die jrꝛdiſche ding nit verlieben/ ſonder gen Himmel eylen ſollen:
Gott schicket seinen Favoriten und freunden nur Mühseligkeiten allhier auf Erden zu / damit sie sich in die irdische Ding nicht verlieben / sonder gen Himmel eilen sollen:
de
de
de
1
5.5114
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,574
1,615
Zu gleicher weiß wie Jacob/ als er ſahe/ daß Laban ſein ſchweher jhne verfolgte/ zu ſeinen Weibern Lia vnd Rachel ſagte:
Zu gleicher weiß wie Jacob / als er sah / dass Laban sein Schwäher ihn verfolgte / zu seinen Weibern Lia und Rachel sagte:
de
de
de
1
6.0585
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1,575
1,615
Jch will widerumb in mein Vatterlandt ziehen/ dann ich ſihe/ daß Laban mich nimmer mit guten Augen anſchawet/ Alſo ſoll man von Hof vnnd von der Welt trachten/ vnd zum wahꝛen him̃liſchen Hof eylen/ ſeytemal man vmbgeben iſt mit ſo vilen Neidern vnd Feinden/ die vns mit boͤſen vnd vnguͤnſtigen Augen anſchawen.
Ich will wiederum in mein Vaterland ziehen / dann ich siehe / dass Laban mich nimmer mit guten Augen anschauet / Also soll man von Hof und von der Welt trachten / und zum wahren himmlischen Hof eilen / sintemal man umgeben ist mit so vielen Neidern und Feinden / die uns mit bösen und ungünstigen Augen anschauen.
de
de
de
1
4.7041
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1,576
1,615
Jener geſcheide Mahler/ mahlte auff den Gunſt: oder Gluͤckraͤdel vier Menſchen/ der ein ſtundt oben/ der ander vnden/ vnnd die andern zwen auff den Seiten/ dern der eine auff: vnd der ander abſtig.
Jener gescheite Maler / malte auf den Gunst: oder Glückrädel vier Menschen / der ein stand oben / der ander unten / und die anderen zwei auf den Seiten / deren der eine auf: und der ander abstieg.
de
de
de
1
5.598
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1,577
1,615
Der jenig/ welcher oben auff ſtundt/ war am Leib/ Haͤnden vnd Fuͤſſen einem Viech gleich:
Der jenig / welcher oben aufstand / war am Leib / Händen und Füßen einem Viech gleich:
de
de
de
1
7.2468
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1,578
1,615
Der jenig/ welcher auffſtig/ war in der mitte ein lauters Viech/ vnnd das vbrige war vom Menſchen: Hergtgen der jenig/ welcher abwertz ſtig/ war in der mitte ein lauterer Menſch/ vnnd das vbrige war ein Viech: Allein der jenig/ welcher vnden lag/ warein gantzer Menſch/ zur anzeig vnd bedeutnuß/ was geſtalt der Fauor vnd die Gluͤcksguͤteꝛ die jenigen/ ſo ſie nit recht wiſſen zu gebrauchen/ nicht allein nicht vnderwiſen noch befuͤrdert/ ſondern in vnuernuͤnfftige Thier/ hoffertige Loͤwen/ grimmige Woͤlff/ vnd neidige Hund veraͤndert werden: homines enim cum ſe permiſcuêre fortunæ, etiam naturam dediſcunt.
Der jenig / welcher aufstieg / war in der Mitte ein lauteres Viech / und das Übrige war vom Menschen: Hegten der jenig / welcher abwärts stieg / war in der Mitte ein lauterer Mensch / und das Übrige war ein Viech: Allein der jenig / welcher unten lag / worein ganzer Mensch / zur Anzeige und bedeutnuß / was Gestalt der Favor und die Glücksgüter diejenigen / so sie nicht recht wissen zu gebrauchen / nicht allein nicht unterwiesen noch befördert / sondern in unvernünftige Tier / hoffertige Löwen / grimmige Wölf / und neidige Hund verändert werden: homines enim cum se permiscuere fortunae, etiam naturam dediscunt.
de
de
de
1
5.0987
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1,579
1,615
Hamon war ein hoch anſehenlicher vnd lieber Mann deß Koͤnigs Aſſueri/ was hat jhm aber ſein groſſer Hofgunſt geholffen? geſtuͤrtzt vnnd gebracht hats jhne an Galgen.
Hamon war ein hoch ansehenlicher und lieber Mann des Königs Assueri / was hat ihm aber sein großer Hofgunst geholfen? gestürzt und gebracht hat es ihn an Galgen.
de
de
lb
0.667
5.8754
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1,580
1,615
Nichts beſtaͤndigs iſt in diſer Welt/ vnnd niemandt/ der ſey ſo groß vnd anſehentlich bey Hof/ wie er jmmer woͤlle/ iſt vorm fall verſichert/ zumaln wañ er ſich ſeines fauors, gunſts vnd gnaden vbernimbt/ hoffertig vnnd vbermuͤtig wirdt: nil tam firmum eſt, cui periculum non ſit eriam ab inualido, kein Glori iſt ſo beſtaͤndig/ vnd kein gunſt iſt ſo groß/ daß kein gefahr darbey verhanden waͤre:
Nichts Beständiges ist in dieser Welt / und niemand / der sei so groß und ansehentlich bei Hof / wie er immer wolle / ist vorm Fall versichert / zumal wann er sich seines fauors, Gunst und Gnaden übernimmt / hoffertig und übermütig wird: nil tam firmum est, cui periculum non sit eriam ab inualido, kein Glorie ist so beständig / und kein Gunst ist so groß / dass kein Gefahr dabei vorhanden wäre:
de
de
lb
0.667
5.5659
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1,581
1,615
Wann er vermeinet/ er ſey am allerſicherſten vnd in beſten gnaden/ ſo nimbt man jhne beym Grind/ vnd gibt jhm den woluerdienten Lohn ſeiner Thorheit vnnd vbermuths.
Wann er vermeinet / er sei am allersichersten und in besten Gnaden / so nimmt man ihn beim Grind / und gibt ihm den wohlverdienten Lohn seiner Torheit und Übermuts.
de
de
de
1
4.5815
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1,582
1,615
Nicht allein andere maͤchtige Herꝛen vnd fauoriten, ſonder auch die ſchlechten vñ vnachtſamen koͤnnen bißweilen einen ſolchen vbermuͤtigen Hofman ſtuͤrtzen.
Nicht allein andere mächtige Herren und Favoriten, sonder auch die schlechten und unachtsamen können bisweilen einen solchen übermütigen Hofman stürzen.
de
de
de
1
5.8371
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1,583
1,615
Wer aber ſolcher gefahr begert vberhebt vnd befreyt zuſein/ der vbernemme ſich deß Herꝛn gunſts nicht/ ſonder werffe das Ancker ſeiner Hoffnungen in den Goͤttlichen vnd Himmliſchen gunſt/ dann groſſen Herꝛen vnnd ſchoͤnen Frawen/ ſoll man dienen/ aber vbel trawen:
Wer aber solcher Gefahr begehrt überhebt und befreit zu sein / der übernehme sich des Herrn Gunst nicht / sonder werfe das Anker seiner Hoffnungen in den Göttlichen und himmlischen Gunst / dann großen Herren und schönen Frauen / soll man dienen / aber übel trauen:
de
de
de
1
6.1368
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1,584
1,615
Jhr Gunſt vnd Lieb hat Sonnen art/ ſcheint ſo bald auff einen Kuͤhſpeck/ als Roſen zart.
Ihr Gunst und Liebe hat Sonnen Art / scheint so bald auf einen Kühspeck / als Rosen zart.
de
de
lb
0.667
7.0873
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1,585
1,615
Capvt XXXVIII.
Capvt XXXVIII.
fr
en
hu
0
7.5863
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1,586
1,615
Diſcurs von der Jgnorantz der Welt.
Diskurs von der Ignoranz der Welt.
de
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1
4.0162
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1,587
1,615
DER ſibendt Tiſchgenoß diſcurrirte von der Jgnorantz vnnd vnwiſſenheit der Welt/ wie folgt:
Der siebend Tischgenoß diskurrierte von der Ignoranz und Unwissenheit der Welt / wie folgt:
de
de
de
1
5.1415
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1,588
1,615
Die Jgnorantz vñ vnwiſſenheit iſt ein verderben aller Menſchen:
Die Ignoranz und Unwissenheit ist ein verderben aller Menschen:
de
de
de
1
4.1122
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1,589
1,615
Dann erſtlich iſt die Jgnorantz vnempfindlich/ er erkeñet ſeine paſſiones nit/ vnd waiſt nit was er durch ſein ſuͤndigen verliere/ derwegen iſt er ſicut dormiens in medio maris, wie einer/ der mitten im Meer ſchlafet.
Dann erstlich ist die Ignoranz unempfindlich / er erkennet seine passiones nicht / und weist nicht was er durch sein Sündigen verliere / derentwegen ist er sicut dormiens in medio maris, wie einer / der mitten im Meer schlafet.
de
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1
5.3793
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1,590
1,615
Am andern iſt ein Jgnorant gleichſam̃ ein gefangener vnd gebundener/ vermuͤg der wort: populus meus captiuus ductus eſt, quia non habuit ſcientiam.
Am anderen ist ein Ignorant gleichsam ein gefangener und gebundener / vermög der Wort: populus meus captiuus ductus est, quia non habuit scientiam.
de
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de
1
5.2111
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1,591
1,615
Drittens iſt er armſelig/ vnnd aller gutending embloͤſt: vermuͤg der Wort: vanus eſt omnis populus, in quo non eſt ſcientia Dei.
Drittens ist er armselig / und aller gutending entblößt: vermüg der Wort: vanus est omnis populus, in quo non est scientia Dei.
la
la
lb
0
5.4336
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1,592
1,615
Viertens iſt er blind/ vnd wie ein Aug andere ding/ aber ſich ſelbſt nicht ſihet/ alſo auch ein Jgnorant: ambulant in vanitate ſenſus ſui, tenebris obſcuratum intellectum, alienati à via Dei per ignorantiam.
Viertens ist er blind / und wie ein Auge andere Ding / aber sich selbst nicht sieht / also auch ein Ignorant: ambulant in vanitate sensus sui, tenebris obscuratum intellectum, alienati à via Dei per ignorantiam.
de
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co
0.667
5.2152
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1,593
1,615
Zum fuͤnfften iſt er ein beſtia, vnd zwar aͤrger/ dann er ſelbſt will ein beſtia ſein/ vermuͤg der Wort Gregorij: nonne tibi videtur beſtialior beſtia rationem habens & ratione non vtens?
Zum fünften ist er ein bestia, und zwar ärger / dann er selbst will ein bestia sein / vermög der Wort Gregorij: nonne tibi videtur bestialior bestia rationem habens & ratione non vtens?
de
de
de
1
6.4561
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1,594
1,615
Æſopus erzehlt/ daß einsmals ein Fuchß in eines Tantzers Hauß kommen/ vnd als er ein ſchoͤne maſcara oder ſchoͤnbarth ſahe/ ſprach er:
Aesopus erzählt / dass einsmals ein Fuchs in eines Tanzers Haus kommen / und als er ein schöne Mascara oder Schönbart sah / sprach er:
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1
5.5156
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1,595
1,615
Hoc quale caput eſt, ſed cerebrum non habet, als wolte er ſagenꝛdiſes iſt gleichwol ein ſchoͤner Kopf/ vñ ſchoͤnes Angeſicht/ aber ohne Hirn.
Hoc quale caput est, sed cerebrum non habet, als wollte er sagenrdises ist gleichwohl ein schöner Kopf / und schönes Angesicht / aber ohne Hirn.
de
la
de
0.667
6.0591
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1,596
1,615
Offtermals ſehen wir einen ſehr ſchoͤnen vnd anſehenlichen Menſchen/ aber die ſchoͤnheit deß verſtandts mengelt jhm/ dann ob er ſchon etwas verſtandts hat/ ſo iſt doch derſelb dermaſſen baͤuriſch vnnd grob/ als hette er keinen.
Öftermals sehen wir einen sehr schönen und ansehenlichen Menschen / aber die Schönheit des Verstands mangelt ihm / dann ob er schon etwas Verstands hat / so ist doch derselbe dermaßen bäurisch und grob / als hätte er keinen.
de
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1
4.9654
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1,597
1,615
Ein Jgnorant oder Narꝛ iſt gleich einer ſchoͤnen Scheid/ welche mit koͤſtlichen Perlein vnd edlen Geſteinen gezieret iſt/ darin aber jnwendig ein bleyene Kling oder Schwerdt ſteckt:
Ein Ignorant oder Narr ist gleich einer schönen Scheid / welche mit köstlichen Perllein und edlen Gesteinen geziert ist / darin aber inwendig ein bleien Kling oder Schwert steckt:
de
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de
1
6.2051
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1,598
1,615
Ob ſchon ein Jgnorant vnd Narꝛ verſehen vnd vberguldt iſt mit der Schoͤnheit vnd anſehenlichheit deß Leibs/ mit Prælatur, digniteten, Hochheiten vnd Ambtern/ ſo iſt er doch nichts anders/ als ein ſtuck Bley.
Ob schon ein Ignorant und Narr versehen und übergoldet ist mit der Schönheit und ansehenlichheit des Leibs / mit Prälatur, Dignitäten, Hochheiten und Amtern / so ist er doch nichts anders / als ein Stück Blei.
de
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1
5.1498
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1,599
1,615
Als lang nun ein bleyenes ſchwerd in einer ſo gar ſchoͤnen Scheidt ſteckt/ helt mans fuͤꝛ ein gute gerechte vñ koͤſtliche Woͤhꝛ/ vnnd als lang ein ſolcher grauitetiſcher anſehenlicher Jgnorant ſtillſchweigt/ vnd nit vil zu den ſachen redet/ wird er gleichſamb fuͤr geſcheidt/ weiſe/ gelehrt vnnd erfahren gehalten/ aber alsbaldt er anfahet den Mundt auffzuthun/ zu diſcurꝛiren vnd zu reden/ alsdann ſthet man/ dz er ein vngeſchickter Knopff/ Narꝛ/ Eſel vnd Toͤlpel iſt.
Als lang nun ein Bleiens Schwert in einer so gar schönen Scheidt steckt / hält man es für ein gute gerechte und köstliche Wöhr / und als lang ein solcher gravitätischer ansehenlicher Ignorant stillschweigt / und nicht viel zu den Sachen redet / wird er gleichsam für gescheit / weise / gelehrt und erfahren gehalten / aber alsbald er ansaht den Mund aufzutun / zu diskurrieren und zu reden / alsdann stet man / dass er ein ungeschickter Knopf / Narr / Esel und Tölpel ist.
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5.5509
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1,600
1,615
Einsmals hatte ein alter Mann einen Sohn/ derſelb war mit eben diſer Sucht der Jgnorantz behafft/ damit jhm derwegen geholffen/ vñ geheilt werden moͤchte/ ſo fuͤhrte er jhne zum Delphiſchen Oraculo Apollinis, vnd fragte das Oraculum, ob diſe Kranckheit curirt vnd geheilt werden koͤnte?
Einsmals hatte ein alter Mann einen Sohn / derselbe war mit eben dieser Sucht der Ignoranz behafte / damit ihm derentwegen geholfen / und geheilt werden möchte / so führte er ihn zum Delphischen Oraculo Apollinis, und fragte das Oraculum, ob diese Krankheit kuriert und geheilt werden könnte?
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1
4.5967
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1,601
1,615
Das Oraculum gab zur antwort/ daß er diſen ſeinen Sohn dem Silentio conſecriren ſolte: dañ das ſtillſchweigen iſt das einige remedium fuͤr dergleichen indiſpoſitiones vnd Kranckheiten:
Das Oraculum gab zur Antwort / dass er diesen seinen Sohn dem Silentio konsekrieren sollte: dann das Stillschweigen ist das einige remedium für dergleichen Indisposition und Krankheiten:
de
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1
5.9205
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1,602
1,615
Dañ ob ſchon diſe Kranckheit vnheylbar iſt/ ſo kan ſie doch duꝛch das ſilentium vnnd ſtillſchweigen diſſimulirt werden.
Dann ob schon diese Krankheit Unheilbar ist / so kann sie doch durch das silentium und stillschweigen dissimuliert werden.
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0.667
5.0498