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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,502 | 1,615 | Er erzeiget auch dißfals ſein weißhet/ macht vnd guͤte/ aber ſolche boͤſe vnd gottloſe Menſchen woͤllens nit recht erkennen/ ſonder ſchreibens alles entweder der Goͤttlichen fuͤrſehung/ oder jrem ſelbſt eignen verſtandt/ kunſt/ geſchicklichkeit vñ embſigkeit zu/ vnd beharꝛen in jrer boßheit/ hoffart/ blindheit vnd halßſtarꝛigkeit/ derwegen beklagte er ſich vñ ſpricht durch den Eſaiam: manda,remanda, expecta reexpecta modicum ibi, modicũ ibi, vt vadant & cadant retrorsũ, vt conterantur & capiantur. | Er erzeiget auch diesfalls sein weißhet / macht und Güte / aber solche böse und gottlose Menschen wöllen nicht recht erkennen / sonder Schreibens alles entweder der göttlichen Vorsehung / oder ihrem selbst eigenen verstand / Kunst / Geschicklichkeit und Emsigkeit zu / und beharren in ihrer Bosheit / Hoffart / Blindheit und Halsstarrigkeit / derentwegen beklagte er sich und spricht durch den Esaiam: manda, remanda, expecta reexpecta modicum ibi, modicu ibi, ut vadant & cadant retrorsu, ut conterantur & capiantur. | de | de | de | 1 | 5.4378 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,503 | 1,615 | Deßgleichen beſcheret Gott den boͤſen Menſchen die zeitliche guͤter vnd ergetzet ſie wegen jhrer guten werck/ vnd ſpricht gleichſamb zu jhnen: tolle quod tuum eſt & vade: nimb hin deinen Lohn in diſer welt vnd gehe zur hoͤllen. | Desgleichen beschert Gott den bösen Menschen die zeitliche Güter und ergötzt sie wegen ihrer guten Werk / und spricht gleichsam zu ihnen: tolle quod tuum est & vade: nimm hin deinen Lohn in dieser Welt und gehe zur Höhlen. | de | de | de | 1 | 5.796 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,504 | 1,615 | O wie vil Menſchen fuͤhren ein boͤſes leben mit wuchern/ ſchinden vnnd ſchaben/ vnnd beſuchen doch darneben die Spitaͤl/ geben vil allmuſen/ vnd bekleiden die nackenden/ darfuͤr gibt jhnen Gott reichthumb vnnd ſchoͤne Kinder/ Aber doch ſagt er von jhnen: receperunt mercedem ſuam. | O wie viel Menschen führen ein böses Leben mit wuchern / schinden und schaben / und besuchen doch daneben die Spitäl / geben viel allmusen / und bekleiden die nackenden / dafür gibt ihnen Gott Reichtum und schöne Kinder / Aber doch sagt er von ihnen: receperunt mercedem suam. | de | de | de | 1 | 5.457 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,506 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie ein Haußuatter d’ vber tiſch ſitzet/ ſeinen Hunden etwañ ein bein zuwirfft/ vñ dieſelbigen daꝛan nagen vñ einen ſo gꝛoſſen luſt drinn haben/ daß ſie es vmb kein Koͤnigreich verwechßelten/ alſo vnnd ebner Geſtallt gehet Gott mit ſolchen reichen vmb/ Er ſetzet ſie an ſeinen Tiſch der Geiſtlichen wolluͤſt/ er wirfft jhnen die Weltliche Reichthumb zu/ vnd dieſelbige ſeindt jhnen der maſſen lieb/ daß ſie vil lieber den Himmel/ denn jhr Gelt/ Gut vnnd Macht hingeben vnnd verlieren wolten. | Zu gleicher weiß wie ein Haußuatter d' über Tisch sitzet / seinen Hunden etwan ein bein zuwirft / und dieselbigen daran nagen und einen so großen Lust drin haben / dass sie es um kein Königreich verwechselten / also und ebener Gestalt geht Gott mit solchen reichen um / Er setzet sie an seinen Tisch der geistlichen Wollüste / er wirft ihnen die Weltliche Reichtum zu / und dieselbige sind ihnen der Maßen lieb / dass sie viel lieber den Himmel / denn ihr Geld / Gut und Macht hingeben und verlieren wollten. | de | de | de | 1 | 5.7785 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,507 | 1,615 | Weil auch Gott bißweilen die boͤſen in diſem leben ſtraffen will/ ſo beſchert er etlichen boßhafftigen Menſchen groſſe Reichthumb vnnd macht/ da mit ſie ein Ruthe viler anderer boͤſen vnnd Gottloſen ſeyen/ vermuͤg der Wort: | Weil auch Gott bisweilen die bösen in diesem Leben strafen will / so beschert er etlichen boshaften Menschen große Reichtum und macht / da mit sie ein Rute vieler anderer bösen und Gottlosen seien / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 5.8583 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,508 | 1,615 | Vindicabo me de inimicis meis cum inimicis: | Vindicabo me de inimicis meis cum inimicis: | es | pt | fr | 0 | 5.6496 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,509 | 1,615 | Nicht billich iſts/ daß Gott im ſtraffen/ das Ambt eines Henckers vertrette/ er wil auch nicht/ daß ſeine Freunde es verꝛichten/ derwegen bereichert er bißweilen die Gottloſen/ vnnd brauchet ſie zu einer Geiſſel wider ſolche Gottloſen jhres gleichen/ derwegen ſpricht er: confortabo brachia Regis Babylonis, & dabogladiũ in manu ſua. | Nicht billig ist es / dass Gott im Strafen / das Amt eines Henkers vertrete / er will auch nicht / dass seine Freunde es verrichten / derentwegen bereichert er bisweilen die Gottlosen / und brauchet sie zu einer Geißel wider solche Gottlosen ihresgleichen / derentwegen spricht er: confortabo brachia Regis Babylonis, & dabogladiu in manu sua. | de | de | de | 1 | 5.3023 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,510 | 1,615 | Vnnd Job ſpricht: regnare facit hypocritam propter peccata populi. | Und Job spricht: regnare facit hypocritam propter peccata populi. | it | en | sv | 0 | 5.4953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,511 | 1,615 | Dann woferꝛn die Gottloſen diſer geſtallt nit geſtrafft vnd außgereut wuͤrden durch die Gottloſe hoffertige Menſchen/ ſo wuͤrden ſie vnendlich wachſen vnnd vberhandt nemmen. | Dann wofern die Gottlosen dieser Gestalt nicht gestraft und außgereut würden durch die Gottlose hoffertige Menschen / so würden sie unendlich wachsen und überhandnehmen. | de | de | lb | 0.667 | 5.5713 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,512 | 1,615 | Es erfolget auch bißweilen auß ſolchem ſchaden das heyl vnd die bekehꝛung viler Suͤnden/ darnach dann Gott ein ſonderbares verlangen hat. | Es erfolget auch bisweilen aus solchem schaden das Heil und die Bekehrung vieler Sünden / danach dann Gott ein sonderbares Verlangen hat. | de | de | de | 1 | 6.4092 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,513 | 1,615 | Beſchließlichen die peſſimos peccatores oder die aller aͤrgiſte vnd Gottloſeſte ſuͤnder belangendt/ gibt jhnen GOtt die Reichthumb zu jhrem ſelbſt eygnen verderben/ vermuͤg der Wort: Creaturæ Dei in odium factæ ſunt, & in tentationem animæ hominum: Wir ſehen/ daß ein Wucherer ſich dermaſſen in ſein vbel gewunnenes Gelt verliebet/ daß er niemaln kein ruhe noch leyd empfindet/ noch das vnrecht er oberte Gelt vnnd Gut widerumb erſtattet: | Beschließlichen die pessimos peccatores oder die aller ärgiste und Gottloseste Sünder belangend / gibt ihnen Gott die Reichtum zu ihrem selbst eigenen verderben / vermög der Wort: Creaturae Dei in odium factae sunt, & in tentationem animae hominum: Wir sehen / dass ein Wucherer sich dermaßen in sein übel gewonnenes Geld verliebet / dass er niemals kein ruhe noch leid empfindet / noch das Unrecht er ehrte Geld und Gut wiederum erstattet: | de | de | de | 1 | 5.5771 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,514 | 1,615 | Man findt vnkeuſche Geſellen/ ſo jhre Concubinen dermaſſen lieben/ daß ſie vil lieber jhre digniteten, ja jhr Leben verlaſſen/ denn von jnen abſtehen woͤllen. | Mann findet unkeusche Gesellen / so ihre Konkubinen dermaßen lieben / dass sie viel lieber ihre Dignitäten, ja ihr Leben verlassen / denn von ihnen abstehen wollen. | de | de | de | 1 | 4.5609 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,515 | 1,615 | Deßgleichen findt man ehrgeitzige Hofleut/ welche vil lieber jhre grandeza vnd hochheit zu Hof continuiren vnnd druͤber ſterben vnd verderben/ deñ ſich einsmals darvon zu ruhe vnd zum dienſt Gottes begeben/ vnd dem heyl jhrer Seelen abwarten woͤllen/ derwegen heiſts bey jhnen: qui in ſordibus eſt, ſordeſcat adhuc: Jhre jrꝛdiſche commoditeten, gute gelegenheiten/ wolluͤſt vnd hochheiten ſeind Strick vnnd Netz/ darin diſe armſelige Leut (welche von der Welt fuͤr ſehr gluͤckſelig geſchetzt werden) gefangen ligen: | Desgleichen findet man ehrgeizige Hofleut / welche viel lieber ihre grandeza und Hochheit zu Hof kontinuieren und drüber sterben und verderben / denn sich einsmals davon zu Ruhe und zum Dienst Gottes begeben / und dem Heil ihrer Seelen abwarten wollen / derentwegen heists bei ihnen: qui in sordibus est, sordescat adhuc: Ihre irdische commoditeten, gute Gelegenheiten / Wollüste und Hochheiten sind Strick und Netz / darin diese armselige Leute (welche von der Welt für sehr glückselig geschätzt werden) gefangen liegen: | de | de | de | 1 | 5.4596 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,516 | 1,615 | Vnd es redet der heilig Auguſtinus von jhnen vnnd ſpricht: nihil eſt infelicius felicitate peccantium, qua pœnalis nutritur iniquitas & mala voluntas interius roboratur. | Und es redet der heilig Augustinus von ihnen und spricht: nihil est infelicius felicitate peccantium, qua poenalis nutritur iniquitas & mala voluntas interius roboratur. | la | la | la | 0 | 5.5593 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,517 | 1,615 | Dergleichen peſſimi vnd aͤrgiſten Leuth werden auch erhoͤcht zu deſto mehrer jhrer confuſion, Schandt vnnd Schaden: | Dergleichen pessimi und ärgisten Leute werden auch erhöcht zu desto mehrerer ihrer Konfusion, Schande und Schaden: | de | de | de | 1 | 6.9773 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,518 | 1,615 | Zugleicher weiß wie ein ſtarcker Ringer ſeinen Feindt von der Erden hoch auffhebt/ damit er jhne darnider werffen vnnd vberwinden moͤge/ alſo bewilligt GOtt/ daß die Gottloſeſte Menſchen erhoͤcht werden/ damit ſie einen deſto tieffern vnnd ſchwerern fall thun ſollen/ vermuͤg der Wort: Propter dolos poſuiſti eos, deieciſti eos dum alleuarentur. | Zugleich weiß wie ein starker Ringer seinen Feind von der Erden hoch aufhebt / damit er ihn danieder werfen und überwinden möge / also bewilligt Gott / dass die Gottloseste Menschen erhöcht werden / damit sie einen desto tieffern und schwereren Fall tun sollen / vermög der Wort: Propter dolos posuisti eos, deiecisti eos dum alleuarentur. | de | de | de | 1 | 5.971 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,519 | 1,615 | Endtlichen iſt die gluͤckſeligkeit der Gottloſen ein vnfehlbares Kennzeichen daß GOtt ſie verlaſſen habe: | Endlichen ist die Glückseligkeit der Gottlosen ein unfehlbares Kennzeichen dass Gott sie verlassen habe: | de | de | de | 1 | 4.4992 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,520 | 1,615 | Wie die Medici, wann ſie an einem Krancken verzagt haben/ jhme ferꝛner nichts rathen noch eingeben/ ſondern jhm alles verwilligen was er begert/ alſo laͤſt GOtt die Gottloſen in jhrer zeitlichen Gluͤckſeligkeit leben/ vnnd iſt ſolches ein zeichen daß kein hoffnung jhrer ſeligkeit mehr verhanden/ continuus enim fucceſſus temporalium æternæ reprobationis certiſſimum eſt iudicium; Vnde ſicut fulgur tonitrua portat, ita proſperitas ſupplicia ſempiterna pronunciat. | Wie die Medici, wann sie an einem Kranken verzagt haben / ihm ferner nichts raten noch eingeben / sondern ihm alles bewilligen was er begehrt / also lässt Gott die Gottlosen in ihrer zeitlichen Glückseligkeit leben / und ist solches ein Zeichen dass kein Hoffnung ihrer Seligkeit mehr vorhanden / continuus enim fuccessus temporalium aeternae reprobationis certissimum est iudicium; Unde sicut fulgur tonitrua portat, ita prosperitas supplicia sempiterna pronunciat. | de | de | de | 1 | 4.9092 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,521 | 1,615 | Wie wirdts aber jhnen letztlichen in jener Welt vnd in der Hoͤllen ergehen? | Wie Wirts aber ihnen letztlichen in jener Welt und in der Höllen ergehen? | de | de | de | 1 | 6.4896 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,522 | 1,615 | Geſagt ſoll zu jnen werden: | Gesagt soll zu ihnen werden: | de | de | de | 1 | 6.1468 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,523 | 1,615 | Recepiſti bona in vita tua, & Lazarus ſimiliter mala, nunc ille conſolatur, tu autem cruciaris. | Recepisti bona in vita tua, & Lazarus similiter mala, nunc ille consolatur, tu autem cruciaris. | ia | sw | la | 0 | 5.3075 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,524 | 1,615 | Wer diſes betrachtet/ der wirdt in diſem Leben gar gern allerhand noth/ ſchmertzen/ armut vnnd wider wertigkeit leyden vnnd außſtehn/ damit er in jenem ſelig werden moͤge: ſprechen wird er: Deficiat in dolore vita mea & anni mei in gemitibus, vt requieſcam in die tribulationis. | Wer dieses betrachtet / der wird in diesem Leben gar gern allerhand Not / Schmerzen / Armut und wider Wertigkeit leiden und ausstehen / damit er in jenem selig werden möge: sprechen wird er: Deficiat in dolore vita mea & anni mei in gemitibus, ut requiescam in die tribulationis. | de | de | de | 1 | 5.5968 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,525 | 1,615 | Bißweilen werden auch die Gottloſen von GOtt auß ſonderbaren Vrſachen erhoͤrt/ erſtlich zur beſtaͤttigung deß Glaubens/ derwegen werden am Juͤngſten Tag jhrer etliche ſprechen: Herꝛ/ haben wir nicht inn deinem Namen geweiſſaget/ die Teuffel vertriben/ vnnd vil Wunderwerck begangen? | Bisweilen werden auch die Gottlosen von Gott aus sonderbaren Ursachen erhört / erstlich zur Bestätigung des Glaubens / derentwegen werden am jüngsten Tag ihrer etliche sprechen: Herr / haben wir nicht in deinem Namen geweissagt / die Teufel vertrieben / und viel Wunderwerk begangen? | de | de | de | 1 | 4.518 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,526 | 1,615 | Aber der HERR wirdt jhnen antworten: | Aber der Herr wird ihnen antworten: | de | de | de | 1 | 3.9759 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,527 | 1,615 | Jch kenne euch nit: | Ich kenne euch nicht: | en | de | cy | 0.333 | 5.1495 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,528 | 1,615 | Dann nit das Leben/ ſonder der Glaub wircket wunderzeichen. | Dann nicht das Leben / sonder der Glaube wirket Wunderzeichen. | de | de | de | 1 | 7.1312 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,529 | 1,615 | Der wegen koͤnnen die Ketzer keine Wunderwerck begehen. | Der wegen können die Ketzer keine Wunderwerk begehen. | de | de | de | 1 | 7.2557 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,530 | 1,615 | Die andere vrſach iſt/ wann ſie ſich bekehren/ jnmaſſen an der Magdalena vnnd den Niniuitern zu ſehen iſt/ vnnd ob ſchon ſie allzeit erhoͤrt werden/ ſo vil die remiſſionem culpæ belangt/ (dann Gott hats jhnen verſprochen/ da er ſagt: | Die andere Ursache ist / wann sie sich bekehren / in Maßen an der Magdalena und den Niniuitern zu sehen ist / und ob schon sie allzeit erhört werden / so viel die remissionem culpae belangt / (dann Gott hat es ihnen versprochen / da er sagt: | de | de | de | 1 | 5.1716 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,531 | 1,615 | Si reuertimini & quieſcatis ſalui eritis) ſo beſchichts doch nit wz die verzeyhung vnd nachlaſſung der ſtraff betrifft. | Si reuertimini & quiescatis salui eritis) so beschichte doch nicht was die Verzeihung und Nachlassung der Strafe betrifft. | de | de | de | 1 | 7.034 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,532 | 1,615 | Drittens vñ beſchließlichen werden ſie erhoͤrt zu jhrer ſelbſt eygnen ſtraff vñ ſchaden/ jnmaſſen den Jſraelitern beſchehen/ als ſie vm̃ Fleiſch baten/ derwegen ſpricht Auguſtinus: | Drittens und beschließlichen werden sie erhört zu ihrer selbst eigenen Strafe und schaden / in Maßen den Israeliten geschehen / als sie vmm Fleisch baten / derentwegen spricht Augustinus: | de | de | lb | 0.667 | 6.2806 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,533 | 1,615 | Si hoc à Deo petitur, vnde exauditus lædatur, magis metuendum eſt, nequod poſſet non dare propitius, det iratus. | Si hoc à Deo petitur, vnde exauditus laedatur, magis metuendum est, nequod posset non dare propitius, det iratus. | no | da | la | 0 | 5.72 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,534 | 1,615 | Vis exaudiri miſericorditer, vide Dei filius ſis, delectare in Domino, & dabit tibi petitiones cordis tui. | Vis exaudiri misericorditer, vide Dei filius sis, delectare in Domino, & dabit tibi petitiones cordis tui. | la | la | la | 0 | 5.2172 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,535 | 1,615 | Capvt XXXVII. | Capvt XXXVII. | fr | en | hu | 0 | 7.586 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,536 | 1,615 | Diſcurs von dem Fauor vnd Gunſt der Welt. | Diskurs von dem Favor und Gunst der Welt. | de | de | lb | 0.667 | 7.1288 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,537 | 1,615 | DEr ſechſt Tiſchgenoß redete etwas wenigs von dem Weltlichen Favor vnd ſprach: | Der sechst Tischgenoß redete etwas weniges von dem Weltlichen Favor und sprach: | de | de | de | 1 | 6.9651 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,538 | 1,615 | Die alten haben den Fauor gemahlt in der geſtallt eines jungen blinden Kindts/ alleinig vnd ohne alle geſellſchaft. Etliche vermeinten auch/ daß der vrſprung deß gunſts ſeye die ſchoͤnheit deß Leibs/ oder der Adel deß Geiſtes/ jnmaſſen ſolches nachfolgendes geſpraͤch deß Poeten vnnd Appellis zu erkennen gibt: Poet. | Die alten haben den Favor gemalt in der Gestalt eines jungen blinden Kinds / alleinig und ohne alle gesellschaft. Etliche vermeinten auch / dass der Ursprung des Gunst sei die Schönheit des Leibs / oder der Adel des Geistes / in Maßen solches nachfolgendes Gespräch des Poeten und Appellis zu erkennen gibt: Poet. | de | de | de | 1 | 5.7436 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,539 | 1,615 | Was iſt diß fuͤr ein Fraw/ welche allzeit bey dem Gunſt ſteckt/ vnd ſie niemaln verlaͤſt? | Was ist dies für ein Frau / welche allzeit bei dem Gunst steckt / und sie niemals verlässt? | de | de | de | 1 | 5.9115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,540 | 1,615 | Appelles: Sie iſt die Schmaichlerey. | Appelles: sie ist die Schmeichlerei. | de | de | af | 0.667 | 5.2656 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,541 | 1,615 | Poet. | Poet. | en | nl | sr | 0 | 3.656 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,542 | 1,615 | Was iſt das fuͤr eine/ die jhr nachfolget? | Was ist das für eine / die ihr nachfolget? | de | de | de | 1 | 4.6677 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,543 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,544 | 1,615 | Es iſt die Fraw Inuidia oder Neydt. P. | Es ist die Frau Inuidia oder Neydt. P. | de | de | de | 1 | 5.9049 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,545 | 1,615 | Was ſeind das fuͤr Leut/ die jhm nachfolgen vnnd gehorſamen? | Was sind das für Leute / die ihm nachfolgen und gehorsamen? | de | de | de | 1 | 4.4085 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,546 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,547 | 1,615 | Es ſeind die Reichthumb vnd Wolluſt. | Es sind die Reichtum und Wollust. | de | de | de | 1 | 5.1927 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,548 | 1,615 | P. Warumb hat der Fauor oder Gunſt fluͤgel? | P. Warum hat der Favor oder Gunst flügel? | de | de | de | 1 | 8.0572 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,549 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,550 | 1,615 | Weil er nit gemach gehen kan/ ſonder von dem Windt deß guten gluͤcks inn die hoͤhe getriben wirdt. | Weil er nicht gemach gehen kann / sonder von dem Wind des guten Glücks in die Höhe getrieben wird. | de | de | de | 1 | 5.4174 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,551 | 1,615 | P. warumb iſt er blindt? | P. warum ist er blind? | da | no | nl | 0 | 5.214 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,552 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,553 | 1,615 | Weil die fauoriten jhre alte Freunde nimmer kennen. | Weil die Favoriten ihre alte Freunde nimmer kennen. | de | de | de | 1 | 6.2764 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,554 | 1,615 | P. Warumb ſetzet er ſeinen einen Fuß auffm Rad? | P. Warum setzet er seinen einen Fuß aufm Rad? | de | de | de | 1 | 6.6145 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,555 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,556 | 1,615 | Weil er den Paß vnnd Fußſtapffen deß vnbeſtaͤndigen gluͤcks wandert. | Weil er den Pass und Fußstapfen des unbeständigen Glücks wandert. | de | de | lb | 0.667 | 5.1891 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,557 | 1,615 | P. Warumb iſt er geſchwollen? | P. Warum ist er geschwollen? | de | de | de | 1 | 4.6609 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,558 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,559 | 1,615 | Weil die fauoriten inn der Hoffart auffſchwellen. | Weil die Favoriten in der Hoffart aufschwellen. | de | de | de | 1 | 5.2487 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,560 | 1,615 | P. Warumb iſt er blindt? | P. Warum ist er blind? | de | no | nl | 0.333 | 5.0096 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,561 | 1,615 | Ap. | Ap. | en | en | ht | 0 | 4.9621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,562 | 1,615 | Weil der Verſtandt der fauoriten verfinſtert wirdt. | Weil der Verstand der Favoriten verfinstert wird. | de | de | de | 1 | 4.7246 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,563 | 1,615 | P. Warumb ſitzt er alleinig? | P. Warum sitzt er alleinig? | de | de | de | 1 | 6.2758 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,564 | 1,615 | Weil die fauoriten, wann ſie gefallen vnnd den Gunſt jhrer Fuͤrſten vnnd Herꝛen verlohren haben/ von allermennigklichen verlaſſen/ veracht vnd verhaſt werden. | Weil die Favoriten, wann sie gefallen und den Gunst ihrer Fürsten und Herren verloren haben / von menniglichen verlassen / verachte und verhasst werden. | de | de | de | 1 | 5.9975 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,565 | 1,615 | Auß diſem Geſpraͤch iſt leichtlich abzunemmen/ was es fuͤr ein gelegenheit habe mit dem gunſt der Welt. | Aus diesem Gespräch ist leichtlich abzunehmen / was es für ein Gelegenheit habe mit dem Gunst der Welt. | de | de | de | 1 | 6.1064 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,566 | 1,615 | Jch aber ſage/ daß beſſer iſt verfolgt/ denn fauoriſiert zuwerden/ dann inn den Verfolgungen wirdt GOTT gefunden/ aber durch den Weltgunſt verlohren. | Ich aber sage / dass besser ist verfolgt / denn favorisiert zuwerden / dann in den Verfolgungen wird GOTT gefunden / aber durch den Weltgunst verloren. | de | de | de | 1 | 5.6068 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,567 | 1,615 | Die fauoriten ſollen nicht vermeinen/ daß ſie wegen deß gunſts jhrer Fuͤrſten vnnd Weltlichen Gluͤckſeligkeit/ beſſer vnnd GOtt dem HERren angenemmer ſeyen/ denn ein anderer. | Die Favoriten sollen nicht vermeinen / dass sie wegen des Gunst ihrer Fürsten und weltlichen Glückseligkeit / besser und Gott dem Herren angenehmer seien / denn ein anderer. | de | de | de | 1 | 6.2897 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,568 | 1,615 | Vmb wie vil mehr Gunſt vnnd ehr du haſt inn diſem Leben/ vmb ſo vil deſto gefaͤhrlicher iſts/ dann es iſt ein zeichen/ daß du kein Erbgenam deß Himmels biſt: | Um wie viel mehr Gunst und Ehre du hast in diesem Leben / um so viel desto gefährlicher ist es / dann es ist ein Zeichen / dass du kein Erbgenam des Himmels bist: | de | de | de | 1 | 4.7888 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,569 | 1,615 | Zugleicher weiß wie Abraham dem Jſmael vnnd ſeinen anderen Soͤhnen vil ding geſchenckt/ aber den Jſaac zu einen Erben aller ſeiner Guͤter/ vnnd zu einem beſitzer deß Hauſes ſeines Vatters gemacht hat/ alſo iſts nicht billich daß die Baſtarden das Gut jhres Vatters erben/ vnnd ob ſchon GOTT denen/ welche von jhrem wahren Vatter/ nemblich GOtt/ degeneriert vnnd Laſterhafftig worden/ allhie auff Erden vil ſchencket vnnd ſie mit ehren vnnd reichthumben verſihet/ ſo werden ſie doch deß Erbguts der Glory entſetzt/ hergegen haben die ehrliche Kinder/ nemblich die Frommen/ ein vngezweiffelte Hoffnung den Himmel zu erben. | Zugleich weiß wie Abraham dem Jsmael und seinen anderen Söhnen viel Ding geschenkt / aber den Jsaac zu einen Erben aller seiner Güter / und zu einem Besitzer des Hauses seines Vaters gemacht hat / also ist es nicht billig dass die Bastarden das Gut ihres Vaters erben / und ob schon GOTT denen / welche von ihrem wahren Vater / nämlich Gott / degeneriert und Lasterhafftig worden / allhier auf Erden viel schenket und sie mit ehren und reichtumben versieht / so werden sie doch des Erbguts der Glory entsetzt / hingegen haben die ehrliche Kinder / nämlich die Frommen / ein ungezweifelte Hoffnung den Himmel zu erben. | de | de | de | 1 | 4.8152 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,570 | 1,615 | Die Weltmenſchen muͤſſen ſich mit den gaben vñ ſchanckungen deß Menſchlichen gunſts vernuͤgen laſſen/ vnd haben kein anders Erbgut zu gewarten. | Die Weltmenschen müssen sich mit den gaben und schanckungen des menschlichen Gunst vergnügen lassen / und haben kein anderes Erbgut zu gewarten. | de | de | de | 1 | 6.1518 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,571 | 1,615 | Niemandt verwundere ſich/ daß die Gottloſen in diſer Welt floriren, dominiren vnd triumphiren/ dañ die Chriſtliche Religion verheiſſet vns keine fauores, ſonder deſpectus vnd verachtungen. | Niemand verwundere sich / dass die Gottlosen in dieser Welt florieren, dominieren und triumphieren / dann die christliche Religion verheißt uns keine saures, sonder despectus und Achtungen. | de | de | de | 1 | 5.7141 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,572 | 1,615 | Die Gottloſen haben nichts im Him̃el zu ſuchen/ vnd die frommen nichts auff Erden. | Die Gottlosen haben nichts im Himmel zu suchen / und die frommen nichts auf Erden. | de | de | de | 1 | 4.0622 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,573 | 1,615 | Gott ſchicket ſeinen fauoriten vnnd freunden nur muͤhſeligkeiten allhie auff Erden zu/ damit ſie ſich in die jrꝛdiſche ding nit verlieben/ ſonder gen Himmel eylen ſollen: | Gott schicket seinen Favoriten und freunden nur Mühseligkeiten allhier auf Erden zu / damit sie sich in die irdische Ding nicht verlieben / sonder gen Himmel eilen sollen: | de | de | de | 1 | 5.5114 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,574 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie Jacob/ als er ſahe/ daß Laban ſein ſchweher jhne verfolgte/ zu ſeinen Weibern Lia vnd Rachel ſagte: | Zu gleicher weiß wie Jacob / als er sah / dass Laban sein Schwäher ihn verfolgte / zu seinen Weibern Lia und Rachel sagte: | de | de | de | 1 | 6.0585 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,575 | 1,615 | Jch will widerumb in mein Vatterlandt ziehen/ dann ich ſihe/ daß Laban mich nimmer mit guten Augen anſchawet/ Alſo ſoll man von Hof vnnd von der Welt trachten/ vnd zum wahꝛen him̃liſchen Hof eylen/ ſeytemal man vmbgeben iſt mit ſo vilen Neidern vnd Feinden/ die vns mit boͤſen vnd vnguͤnſtigen Augen anſchawen. | Ich will wiederum in mein Vaterland ziehen / dann ich siehe / dass Laban mich nimmer mit guten Augen anschauet / Also soll man von Hof und von der Welt trachten / und zum wahren himmlischen Hof eilen / sintemal man umgeben ist mit so vielen Neidern und Feinden / die uns mit bösen und ungünstigen Augen anschauen. | de | de | de | 1 | 4.7041 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,576 | 1,615 | Jener geſcheide Mahler/ mahlte auff den Gunſt: oder Gluͤckraͤdel vier Menſchen/ der ein ſtundt oben/ der ander vnden/ vnnd die andern zwen auff den Seiten/ dern der eine auff: vnd der ander abſtig. | Jener gescheite Maler / malte auf den Gunst: oder Glückrädel vier Menschen / der ein stand oben / der ander unten / und die anderen zwei auf den Seiten / deren der eine auf: und der ander abstieg. | de | de | de | 1 | 5.598 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,577 | 1,615 | Der jenig/ welcher oben auff ſtundt/ war am Leib/ Haͤnden vnd Fuͤſſen einem Viech gleich: | Der jenig / welcher oben aufstand / war am Leib / Händen und Füßen einem Viech gleich: | de | de | de | 1 | 7.2468 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,578 | 1,615 | Der jenig/ welcher auffſtig/ war in der mitte ein lauters Viech/ vnnd das vbrige war vom Menſchen: Hergtgen der jenig/ welcher abwertz ſtig/ war in der mitte ein lauterer Menſch/ vnnd das vbrige war ein Viech: Allein der jenig/ welcher vnden lag/ warein gantzer Menſch/ zur anzeig vnd bedeutnuß/ was geſtalt der Fauor vnd die Gluͤcksguͤteꝛ die jenigen/ ſo ſie nit recht wiſſen zu gebrauchen/ nicht allein nicht vnderwiſen noch befuͤrdert/ ſondern in vnuernuͤnfftige Thier/ hoffertige Loͤwen/ grimmige Woͤlff/ vnd neidige Hund veraͤndert werden: homines enim cum ſe permiſcuêre fortunæ, etiam naturam dediſcunt. | Der jenig / welcher aufstieg / war in der Mitte ein lauteres Viech / und das Übrige war vom Menschen: Hegten der jenig / welcher abwärts stieg / war in der Mitte ein lauterer Mensch / und das Übrige war ein Viech: Allein der jenig / welcher unten lag / worein ganzer Mensch / zur Anzeige und bedeutnuß / was Gestalt der Favor und die Glücksgüter diejenigen / so sie nicht recht wissen zu gebrauchen / nicht allein nicht unterwiesen noch befördert / sondern in unvernünftige Tier / hoffertige Löwen / grimmige Wölf / und neidige Hund verändert werden: homines enim cum se permiscuere fortunae, etiam naturam dediscunt. | de | de | de | 1 | 5.0987 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,579 | 1,615 | Hamon war ein hoch anſehenlicher vnd lieber Mann deß Koͤnigs Aſſueri/ was hat jhm aber ſein groſſer Hofgunſt geholffen? geſtuͤrtzt vnnd gebracht hats jhne an Galgen. | Hamon war ein hoch ansehenlicher und lieber Mann des Königs Assueri / was hat ihm aber sein großer Hofgunst geholfen? gestürzt und gebracht hat es ihn an Galgen. | de | de | lb | 0.667 | 5.8754 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,580 | 1,615 | Nichts beſtaͤndigs iſt in diſer Welt/ vnnd niemandt/ der ſey ſo groß vnd anſehentlich bey Hof/ wie er jmmer woͤlle/ iſt vorm fall verſichert/ zumaln wañ er ſich ſeines fauors, gunſts vnd gnaden vbernimbt/ hoffertig vnnd vbermuͤtig wirdt: nil tam firmum eſt, cui periculum non ſit eriam ab inualido, kein Glori iſt ſo beſtaͤndig/ vnd kein gunſt iſt ſo groß/ daß kein gefahr darbey verhanden waͤre: | Nichts Beständiges ist in dieser Welt / und niemand / der sei so groß und ansehentlich bei Hof / wie er immer wolle / ist vorm Fall versichert / zumal wann er sich seines fauors, Gunst und Gnaden übernimmt / hoffertig und übermütig wird: nil tam firmum est, cui periculum non sit eriam ab inualido, kein Glorie ist so beständig / und kein Gunst ist so groß / dass kein Gefahr dabei vorhanden wäre: | de | de | lb | 0.667 | 5.5659 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,581 | 1,615 | Wann er vermeinet/ er ſey am allerſicherſten vnd in beſten gnaden/ ſo nimbt man jhne beym Grind/ vnd gibt jhm den woluerdienten Lohn ſeiner Thorheit vnnd vbermuths. | Wann er vermeinet / er sei am allersichersten und in besten Gnaden / so nimmt man ihn beim Grind / und gibt ihm den wohlverdienten Lohn seiner Torheit und Übermuts. | de | de | de | 1 | 4.5815 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,582 | 1,615 | Nicht allein andere maͤchtige Herꝛen vnd fauoriten, ſonder auch die ſchlechten vñ vnachtſamen koͤnnen bißweilen einen ſolchen vbermuͤtigen Hofman ſtuͤrtzen. | Nicht allein andere mächtige Herren und Favoriten, sonder auch die schlechten und unachtsamen können bisweilen einen solchen übermütigen Hofman stürzen. | de | de | de | 1 | 5.8371 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,583 | 1,615 | Wer aber ſolcher gefahr begert vberhebt vnd befreyt zuſein/ der vbernemme ſich deß Herꝛn gunſts nicht/ ſonder werffe das Ancker ſeiner Hoffnungen in den Goͤttlichen vnd Himmliſchen gunſt/ dann groſſen Herꝛen vnnd ſchoͤnen Frawen/ ſoll man dienen/ aber vbel trawen: | Wer aber solcher Gefahr begehrt überhebt und befreit zu sein / der übernehme sich des Herrn Gunst nicht / sonder werfe das Anker seiner Hoffnungen in den Göttlichen und himmlischen Gunst / dann großen Herren und schönen Frauen / soll man dienen / aber übel trauen: | de | de | de | 1 | 6.1368 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,584 | 1,615 | Jhr Gunſt vnd Lieb hat Sonnen art/ ſcheint ſo bald auff einen Kuͤhſpeck/ als Roſen zart. | Ihr Gunst und Liebe hat Sonnen Art / scheint so bald auf einen Kühspeck / als Rosen zart. | de | de | lb | 0.667 | 7.0873 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,585 | 1,615 | Capvt XXXVIII. | Capvt XXXVIII. | fr | en | hu | 0 | 7.5863 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,586 | 1,615 | Diſcurs von der Jgnorantz der Welt. | Diskurs von der Ignoranz der Welt. | de | de | de | 1 | 4.0162 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,587 | 1,615 | DER ſibendt Tiſchgenoß diſcurrirte von der Jgnorantz vnnd vnwiſſenheit der Welt/ wie folgt: | Der siebend Tischgenoß diskurrierte von der Ignoranz und Unwissenheit der Welt / wie folgt: | de | de | de | 1 | 5.1415 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,588 | 1,615 | Die Jgnorantz vñ vnwiſſenheit iſt ein verderben aller Menſchen: | Die Ignoranz und Unwissenheit ist ein verderben aller Menschen: | de | de | de | 1 | 4.1122 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,589 | 1,615 | Dann erſtlich iſt die Jgnorantz vnempfindlich/ er erkeñet ſeine paſſiones nit/ vnd waiſt nit was er durch ſein ſuͤndigen verliere/ derwegen iſt er ſicut dormiens in medio maris, wie einer/ der mitten im Meer ſchlafet. | Dann erstlich ist die Ignoranz unempfindlich / er erkennet seine passiones nicht / und weist nicht was er durch sein Sündigen verliere / derentwegen ist er sicut dormiens in medio maris, wie einer / der mitten im Meer schlafet. | de | de | de | 1 | 5.3793 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,590 | 1,615 | Am andern iſt ein Jgnorant gleichſam̃ ein gefangener vnd gebundener/ vermuͤg der wort: populus meus captiuus ductus eſt, quia non habuit ſcientiam. | Am anderen ist ein Ignorant gleichsam ein gefangener und gebundener / vermög der Wort: populus meus captiuus ductus est, quia non habuit scientiam. | de | de | de | 1 | 5.2111 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,591 | 1,615 | Drittens iſt er armſelig/ vnnd aller gutending embloͤſt: vermuͤg der Wort: vanus eſt omnis populus, in quo non eſt ſcientia Dei. | Drittens ist er armselig / und aller gutending entblößt: vermüg der Wort: vanus est omnis populus, in quo non est scientia Dei. | la | la | lb | 0 | 5.4336 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,592 | 1,615 | Viertens iſt er blind/ vnd wie ein Aug andere ding/ aber ſich ſelbſt nicht ſihet/ alſo auch ein Jgnorant: ambulant in vanitate ſenſus ſui, tenebris obſcuratum intellectum, alienati à via Dei per ignorantiam. | Viertens ist er blind / und wie ein Auge andere Ding / aber sich selbst nicht sieht / also auch ein Ignorant: ambulant in vanitate sensus sui, tenebris obscuratum intellectum, alienati à via Dei per ignorantiam. | de | de | co | 0.667 | 5.2152 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,593 | 1,615 | Zum fuͤnfften iſt er ein beſtia, vnd zwar aͤrger/ dann er ſelbſt will ein beſtia ſein/ vermuͤg der Wort Gregorij: nonne tibi videtur beſtialior beſtia rationem habens & ratione non vtens? | Zum fünften ist er ein bestia, und zwar ärger / dann er selbst will ein bestia sein / vermög der Wort Gregorij: nonne tibi videtur bestialior bestia rationem habens & ratione non vtens? | de | de | de | 1 | 6.4561 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,594 | 1,615 | Æſopus erzehlt/ daß einsmals ein Fuchß in eines Tantzers Hauß kommen/ vnd als er ein ſchoͤne maſcara oder ſchoͤnbarth ſahe/ ſprach er: | Aesopus erzählt / dass einsmals ein Fuchs in eines Tanzers Haus kommen / und als er ein schöne Mascara oder Schönbart sah / sprach er: | de | de | de | 1 | 5.5156 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,595 | 1,615 | Hoc quale caput eſt, ſed cerebrum non habet, als wolte er ſagenꝛdiſes iſt gleichwol ein ſchoͤner Kopf/ vñ ſchoͤnes Angeſicht/ aber ohne Hirn. | Hoc quale caput est, sed cerebrum non habet, als wollte er sagenrdises ist gleichwohl ein schöner Kopf / und schönes Angesicht / aber ohne Hirn. | de | la | de | 0.667 | 6.0591 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,596 | 1,615 | Offtermals ſehen wir einen ſehr ſchoͤnen vnd anſehenlichen Menſchen/ aber die ſchoͤnheit deß verſtandts mengelt jhm/ dann ob er ſchon etwas verſtandts hat/ ſo iſt doch derſelb dermaſſen baͤuriſch vnnd grob/ als hette er keinen. | Öftermals sehen wir einen sehr schönen und ansehenlichen Menschen / aber die Schönheit des Verstands mangelt ihm / dann ob er schon etwas Verstands hat / so ist doch derselbe dermaßen bäurisch und grob / als hätte er keinen. | de | de | de | 1 | 4.9654 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,597 | 1,615 | Ein Jgnorant oder Narꝛ iſt gleich einer ſchoͤnen Scheid/ welche mit koͤſtlichen Perlein vnd edlen Geſteinen gezieret iſt/ darin aber jnwendig ein bleyene Kling oder Schwerdt ſteckt: | Ein Ignorant oder Narr ist gleich einer schönen Scheid / welche mit köstlichen Perllein und edlen Gesteinen geziert ist / darin aber inwendig ein bleien Kling oder Schwert steckt: | de | de | de | 1 | 6.2051 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,598 | 1,615 | Ob ſchon ein Jgnorant vnd Narꝛ verſehen vnd vberguldt iſt mit der Schoͤnheit vnd anſehenlichheit deß Leibs/ mit Prælatur, digniteten, Hochheiten vnd Ambtern/ ſo iſt er doch nichts anders/ als ein ſtuck Bley. | Ob schon ein Ignorant und Narr versehen und übergoldet ist mit der Schönheit und ansehenlichheit des Leibs / mit Prälatur, Dignitäten, Hochheiten und Amtern / so ist er doch nichts anders / als ein Stück Blei. | de | de | de | 1 | 5.1498 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,599 | 1,615 | Als lang nun ein bleyenes ſchwerd in einer ſo gar ſchoͤnen Scheidt ſteckt/ helt mans fuͤꝛ ein gute gerechte vñ koͤſtliche Woͤhꝛ/ vnnd als lang ein ſolcher grauitetiſcher anſehenlicher Jgnorant ſtillſchweigt/ vnd nit vil zu den ſachen redet/ wird er gleichſamb fuͤr geſcheidt/ weiſe/ gelehrt vnnd erfahren gehalten/ aber alsbaldt er anfahet den Mundt auffzuthun/ zu diſcurꝛiren vnd zu reden/ alsdann ſthet man/ dz er ein vngeſchickter Knopff/ Narꝛ/ Eſel vnd Toͤlpel iſt. | Als lang nun ein Bleiens Schwert in einer so gar schönen Scheidt steckt / hält man es für ein gute gerechte und köstliche Wöhr / und als lang ein solcher gravitätischer ansehenlicher Ignorant stillschweigt / und nicht viel zu den Sachen redet / wird er gleichsam für gescheit / weise / gelehrt und erfahren gehalten / aber alsbald er ansaht den Mund aufzutun / zu diskurrieren und zu reden / alsdann stet man / dass er ein ungeschickter Knopf / Narr / Esel und Tölpel ist. | de | de | de | 1 | 5.5509 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,600 | 1,615 | Einsmals hatte ein alter Mann einen Sohn/ derſelb war mit eben diſer Sucht der Jgnorantz behafft/ damit jhm derwegen geholffen/ vñ geheilt werden moͤchte/ ſo fuͤhrte er jhne zum Delphiſchen Oraculo Apollinis, vnd fragte das Oraculum, ob diſe Kranckheit curirt vnd geheilt werden koͤnte? | Einsmals hatte ein alter Mann einen Sohn / derselbe war mit eben dieser Sucht der Ignoranz behafte / damit ihm derentwegen geholfen / und geheilt werden möchte / so führte er ihn zum Delphischen Oraculo Apollinis, und fragte das Oraculum, ob diese Krankheit kuriert und geheilt werden könnte? | de | de | de | 1 | 4.5967 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,601 | 1,615 | Das Oraculum gab zur antwort/ daß er diſen ſeinen Sohn dem Silentio conſecriren ſolte: dañ das ſtillſchweigen iſt das einige remedium fuͤr dergleichen indiſpoſitiones vnd Kranckheiten: | Das Oraculum gab zur Antwort / dass er diesen seinen Sohn dem Silentio konsekrieren sollte: dann das Stillschweigen ist das einige remedium für dergleichen Indisposition und Krankheiten: | de | de | de | 1 | 5.9205 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,602 | 1,615 | Dañ ob ſchon diſe Kranckheit vnheylbar iſt/ ſo kan ſie doch duꝛch das ſilentium vnnd ſtillſchweigen diſſimulirt werden. | Dann ob schon diese Krankheit Unheilbar ist / so kann sie doch durch das silentium und stillschweigen dissimuliert werden. | de | de | vi | 0.667 | 5.0498 |
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