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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,603
1,615
Sicut qui mittit lapidem in aceruum Mercurij, ſic qui tribuit honorem inſipienti, ſpricht der Eccleſiaſticus, als wolte er ſagen:
Sicut qui mittit lapidem in aceruum Mercurij, sic qui tribuit honorem insipienti, spricht der Ecclesiasticus, als wollte er sagen:
de
la
fr
0.333
4.2314
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,604
1,615
Wer einem Narꝛen Ehr anlegt/ der iſt als wann einer einen Stein in einen Hauffen Stein legt: Wie der Stein/ wann er in die hoͤhe gewoꝛffen wirdt/ mit gewalt getrieben muß werden/ alſo wirdt die Chr oder das Ambt einem Jgnoranten mit gewalt auferlegt: wie der Stein/ je hoͤher er ſteigt/ je ſtaͤrcker er wider umb niderfelt/ vnd groͤſſern ſchaden thut/ alſo vmb wie vil hoͤher ein Jgnorant ſteigt vnnd herfuͤr gezogen wirdt/ vmb ſo vil ſchaͤdlicher felt er.
Wer einem Narren Ehre anlegt / der ist als wann einer einen Stein in einen Haufen Stein legt: Wie der Stein / wann er in die Höhe geworfen wird / mit Gewalt getrieben muss werden / also wird die Chr oder das Amt einem Ignoranten mit Gewalt auferlegt: wie der Stein / je höher er steigt / je stärker er wieder um niderfelt / und größeren schaden tut / also um wie viel höher ein Ignorant steigt und herfür gezogen wird / um so viel schädlicher fehlt er.
de
de
de
1
5.2039
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,605
1,615
Ein in die hoͤhe geworffener Stein gibt dardurch ein zeugnuß ſeiner natuͤrlichen ſchwere/ vnnd ein zu digniteten erhebter Jgnorant gibt zuerkeñen ſein ſchlechtes talentum vñ geringe qualiteten.
Ein in die Höhe geworfener Stein gibt dadurch ein Zeugnis seiner natürlichen schwere / und ein zu Dignitäten erhebter Ignorant gibt zuerkennen sein schlechtes talentum und geringe Qualitäten.
de
de
de
1
6.6007
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,606
1,615
Sicut qui mittit lapidem ad edificandum templum in honorem Mercurij:
Sicut qui mittit lapidem ad edificandum templum in honorem Mercurij:
it
la
la
0
4.8769
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,607
1,615
Die Jgnoranten ehren/ mit digniteten vnd Aembtern verſehen/ vnd Stein zum Kirchenbaw Mercurij hergeben/ iſt einerley ding: dann wann man einem Jgnoranten vnnd Narꝛen ein anſehenliches Ambt gibt/ was iſt das anders/ als daß man einem Abgott (der nur/ dem anſehen nach/ etwz iſt/ aber nichts weiſt/ nichts verſtehet/ nichts ſihet vnnd nichts hoͤret) ein Kirch bawet?
Die Ignoranten ehren / mit Dignitäten und Ämtern versehen / und Stein zum Kirchenbau Mercurij hergeben / ist einerlei Ding: dann wann man einem Ignoranten und Narren ein ansehenliches Amt gibt / was ist das anders / als dass man einem Abgott (der nur / dem ansehen nach / etwas ist / aber nichts weist / nichts verstehet / nichts sieht und nichts höret) ein Kirche bat?
de
de
de
1
5.2749
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,608
1,615
wir ſehen/ dz etliche Jgnoranten/ Narren vnd Fantaſten ſich in der præſumption jrer fantaſeyen ſtellen wie die grim̃ige Loͤwen: wann ſie auf der Gaſſen gehen/ wenden ſie die Augen von der einen Seiten zu der andern/ ſtreichen jhre Knoͤbelbaͤrth/ ſetzen das Baret auf die ſeyten/ die haͤnd in die huͤfft/ ſehen ſawr auß vnd ſehꝛ wild/ wie deß Teufels bild: aufm Marckt vñ beym wein ſihet man/ was geſtalt ſie die Niderlanden bezwingen/ Engellandt erobern/ Conſtantinopel vnder den gewalt deß Keyſers bringen/ das heilige Landt dem Tuͤrcken abdringen/ jhr Faͤnlein auf den Mawren zu Cayro pflantzen/ mehꝛ Mohꝛen denn in Affrica ſeind/ toͤdten/ Hauptleut beſtellen/ Coronellen vnnd Generales werben/ dem Feindt vnder Augen rucken/ ſireiten/ vberwinden vnd vnendlich vil dapffere Thaten begehen/ deßgleichen verachten ſie alle andere gelehrte Menſchen vnd dapffere Kriegsleut/ deß Koͤnigs Philippi Raͤthneñen ſie narꝛen/ deſſelben pragmaticas vnd vnoꝛdnung gloſſiren ſie/ vnd ſeind doch darneben Narꝛen in der Haut/ vnd dermaſſen forchtſamb/ feyg vnd verzagt/ daß ein einiges ſich an dem Baum bewegendes Blat ſie gedunckt ein maͤchtiges Kriegsheer zu ſein.
wir sehen / dass etliche Ignoranten / Narren und Fantasten sich in der Präsumtion ihrer Fantasien stellen wie die grimmige Löwen: wann sie auf der Gassen gehen / wenden sie die Augen von der einen Seiten zu der anderen / streichen ihre Knöbelbärth / setzen das Barett auf die Seiten / die Hände in die Hüfte / sehen sauer aus und sehr wild / wie des Teufels Bild: aufm Markt und beim Wein sieht man / was Gestalt sie die Niederlanden bezwingen / Engelland erobern / Konstantinopel unter den Gewalt des Kaisers bringen / das heilige Land dem Türken abdringen / ihr Fähnlein auf den Mauern zu Cayro Pflanzen / mehr Mohren denn in Affrica sind / töten / Hauptleut bestellen / Coronellen und Generales werben / dem Feind unter Augen rucken / sireiten / überwinden und unendlich viel tapfere Taten begehen / desgleichen verachten sie alle andere gelehrte Menschen und tapfere Kriegsleut / des Königs Philippi Rätnennen sie narren / desselben pragmaticas und Unordnung glossieren sie / und sind doch daneben Narren in der Haut / und dermaßen furchtsam / feig und verzagt / dass ein einiges sich an dem Baum bewegendes Blatt sie gedunkt ein mächtiges Kriegsheer zu sein.
de
de
de
1
5.3229
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,609
1,615
In arrogantia quemadmodum in armis inauratis non ſimilia ſunt interiora exterioribus:
In arrogantia quemadmodum in armis inauratis non similia sunt interiora exterioribus:
it
la
la
0
5.0266
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,610
1,615
Wie die verguldte glantzende Waffen ein ſchoͤnes euſſerliches anſehen haben/ juwendig aber ſehꝛ ſchaͤndlich ſeind.
Wie die vergüldte Glanzende Waffen ein schönes äußerliches ansehen haben / juwendig aber sehr schändlich sind.
de
de
de
1
6.7623
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,611
1,615
Alſo vnd ebner geſtallt findt man etliche vermeſſene Narꝛen/ welche dem euſſerlichen anſehen nach/ dapffere vnd kecke Loͤwen/ jnwendig im Hertzen aber vil verzagter/ denn die Haſen ſeindt.
Also und ebener Gestalt findet man etliche vermessene Narren / welche dem äußerlichen ansehen nach / tapfere und kecke Löwen / inwendig im Herzen aber viel verzagter / denn die Hasen sind.
de
de
de
1
5.8176
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,612
1,615
Groß iſt die Thorheit der Weltmenſchen/ die cognitio ſui ipſius eſt caſus ſaltem ſapientibus reſeruatis:
Groß ist die Torheit der Weltmenschen / die cognitio sui ipsius est Kasus saltem sapientibus reseruatis:
de
la
de
0.667
5.6703
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,613
1,615
Nur die Weiſen erkennen ſich ſelbſt/ kein eiuiger Jgnorant noch Narꝛ kennt ſich/ vnnd iſt vn muͤglich geſcheidt zumachen/ nirgends im Euangelio ſind man/ daß Chriſtus einen Narꝛen heite curtrt/ dann geſundt gemacht hat er die Blinden/ die Waſſerſuͤchtigen/ vnnd vil andere preſthafften/ aber an keinem einigen Narꝛen hat er ſich geriben/ die vrſach deſſen iſt/ allweil der Erloͤſer/ wann er die Leiber geſundt machte/ zugleich auch die Seelen geſundt gemacht/ vnd ſie im Glauben erleucht hat/ dann ſie erkennten ſich ſelbſt/ aber weil die Narꝛen ſich ſelbſt nicht erkennen/ ſo ſeind ſie nit wuͤrdig geheilt zu werden:
Nur die Weisen erkennen sich selbst / kein eiuiger Ignorant noch Narr kennt sich / und ist und möglich gescheit zumachen / nirgends im Evangelium sind man / dass Christus einen Narren heite curtrt / dann gesund gemacht hat er die Blinden / die Wassersüchtigen / und viel andere bresthaften / aber an keinem einigen Narren hat er sich gerieben / die Ursache dessen ist / allweil der Erlöser / wann er die Leiber gesund machte / zugleich auch die Seelen gesund gemacht / und sie im Glauben erleuchte hat / dann sie erkennten sich selbst / aber weil die Narren sich selbst nicht erkennen / so sind sie nicht würdig geheilt zu werden:
de
de
de
1
5.1207
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,614
1,615
Die Welt iſt voller Jgnorantz vnnd Narꝛen:
Die Welt ist voller Ignoranz und Narren:
de
de
de
1
4.0635
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,615
1,615
Wann einer auff einem hohen Thurn ſtuͤnde/ vnd die occupationes, werck vnd bemuͤhungen aller Menſchen ſehen ſolte/ der wuͤꝛde ſich dermaſſen dꝛuͤber verwundern/ daß er ſelbſt zu einem Narꝛen wuͤrde.
Wann einer auf einem hohen Turm stünde / und die occupationes, Werk und Bemühungen aller Menschen sehen sollte / der würde sich dermaßen drüber verwundern / dass er selbst zu einem Narren würde.
de
de
de
1
5.0119
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,616
1,615
Alle gedancken der Menſchen betreffen den Leib/ alle jhre ſorgfaͤltigkeiten beſtehen auffs eſſen/ kleiden/ Schaͤtz ſamblen/ bawen/ gedaͤchtnuß hinderlaſſen/ vnd zum Grab eylen.
Alle Gedanken der Menschen betreffen den Leib / alle ihre Sorgfältigkeiten bestehen aufs Essen / kleiden / Schätze samblen / bauen / Gedächtnis hinterlassen / und zum Grab eilen.
de
de
de
1
6.5935
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,617
1,615
Vber alle Jgnoranten vnnd Narꝛen aber ſeindt die jenigen/ welche jhre Buß biß an jhr letztes End verſchieben.
Über alle Ignoranten und Narren aber sind diejenigen / welche ihre Buße bis an ihr letztes Ende verschieben.
de
de
de
1
5.184
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,618
1,615
Die falſche vertroͤſtung vnnd verheiſſung deß lengern Lebens verfuͤhret vil Menſchen: Ein vermeſſener Narꝛ iſt der jenig/ welcher jhm ſelbſt ein langes Leben verheiſſet/ dann er vnderſtehet ſich GOtt dem HErꝛen die zukuͤnfftige zeit zu benemmen/ vnnd er diſponirt mit derſelben/ ſamb gehoͤrte ſie jhm vnnd nicht GOtt zu/ vnangeſehen er villeicht heut ſterben vnnd zu einer ſolchen zeit zu GOtt ſchreyen wirdt/ zu dern er nicht erhoͤrt ſoll werden.
Die falsche Vertröstung und Verheißung des längeren Lebens verführet viel Menschen: Ein vermessener Narr ist der jenig / welcher ihm selbst ein langes Leben verheißt / dann er unterstehet sich Gott dem Herren die zukünftige Zeit zu benehmen / und er disponiert mit derselben / samt gehörte sie ihm und nicht Gott zu / unangesehen er vielleicht heute sterben und zu einer solchen Zeit zu Gott schreien wird / zu deren er nicht erhört soll werden.
de
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de
1
4.9727
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,619
1,615
Etliche ordiniren die zukuͤnfftige ding/ die nicht in jhrer macht ſtehen/ hergegen laſſen ſie die gegenwertige ding verwirꝛt vnd vnordentlich durch einander ligen.
Etliche ordinieren die zukünftige Ding / die nicht in ihrer macht stehen / hingegen lassen sie die gegenwärtige Ding verwirrt und unordentlich durcheinander liegen.
de
de
de
1
5.721
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,620
1,615
Das Leben/ welches ſie haben/ verzehren ſie/ vnd ſie machen jhnen einen Fuͤrſatz das jenige Leben zu beſſeren vnd zu bekehren/ welches ſie nicht haben.
Das Leben / welches sie haben / verzehren sie / und sie machen ihnen einen Vorsatz dasjenige Leben zu besseren und zu bekehren / welches sie nicht haben.
de
de
de
1
4.6637
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,621
1,615
Den theil deß Lebens/ welchen GOtt jhnen gegeben/ woͤllen ſie verzehren jhne erzuͤrnend/ hergegen wollen ſie jhm den jenigen theil jhres Lebens geben/ vnd ſein gnad darmit erlangen/ welchen er jhnen nit gegeben.
Den Teil des Lebens / welchen Gott ihnen gegeben / wollen sie verzehren ihn erzürnend / hingegen wollen sie ihm denjenigen Teil ihres Lebens geben / und sein Gnade damit erlangen / welchen er ihnen nicht gegeben.
de
de
de
1
4.937
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,622
1,615
Was kan aber eytler vnd naͤrꝛiſcher ſeyn?
Was kann aber eitler und närrischer sein?
da
no
is
0
4.765
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,623
1,615
An jetzo vnnd als baldt ſollen wir vns beſſern/ weil die zeit der gnaden noch verhanden iſt/ dann diſes Leben iſt vns verliehen worden/ damit wir/ vermittelſt diſer vnſer bemuͤhungen kauffen ſollen die Ruh deß Himmels.
An jetzt und als bald sollen wir uns besseren / weil die Zeit der Gnaden noch vorhanden ist / dann dieses Leben ist uns verliehen worden / damit wir / vermittels dieser unser Bemühungen kaufen sollen die Ruhe des Himmels.
de
de
de
1
5.5628
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,624
1,615
Jn allen dingen ſeind die Menſchen ſehr ſorgfaͤltig die gelegene zeit zu erwehlen/ aber nach der ſo gar guten gelegenen zeit ſich zubekehren/ fragt man wenig.
In allen Dingen sind die Menschen sehr sorgfältig die gelegene Zeit zu erwählen / aber nach der so gar guten gelegenen Zeit sich zubekehren / fragt man wenig.
de
de
de
1
5.5597
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,625
1,615
Das beſie vnſers Lebens geben wir dem Teuffel/ aber das aller aͤrgiſte geben wir CHriſto:
Das besieh unseres Lebens geben wir dem Teufel / aber das aller ärgiste geben wir Christo:
de
de
de
1
6.2878
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,626
1,615
O wie ſchwerlich aber wirdt der jenig ſich zu GOTT bekehren koͤnnen im Alter/ welcher ſein Jugendt verzehret hat inn Suͤnden?
O wie schwerlich aber wird der jenig sich zu GOTT bekehren können im Alter / welcher sein Jugend verzehret hat in Sünden?
de
de
de
1
5.7076
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,627
1,615
Selten/ ja ſelten befindt ſich ein gute diſpoſition vnnd contrition zur zeit der aͤngſten deß Todts:
Selten / ja selten befind sich ein gute Disposition und contrition zur Zeit der ängsten des Tods:
de
de
de
1
6.9394
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,628
1,615
Wer GOtt nit liebet wann er noch frey vnnd wol diſponiret iſt/ der wirdt jhne vil weniger lieben/ wann er den Todt/ den Teuffel vnnd die Hoͤll vor Augen ſihet/ vnnd wann er vmb geben iſt mit groſſen ſchmertzen/ angſt vnd trawrigkeiten/ ꝛc. Wer Gott den HErꝛn nit kennen hat woͤllen im Leben/ denſelben wirdt er nicht keñen im Todt/ ſonder ſprechen wirdt er zu jhnen/ wie zu jenen naͤrꝛiſchen Jungfrawen: Fuͤrwar/ ich kenne euch nicht:
Wer Gott nicht liebet wann er noch frei und wohl disponieret ist / der wird ihn viel weniger lieben / wann er den Tod / den Teufel und die Höll vor Augen sieht / und wann er um geben ist mit großen Schmerzen / Angst und Traurigkeiten / etc. Wer Gott den Herrn nicht kennen hat wollen im Leben / denselben wird er nicht kennen im Tod / sonder sprechen wird er zu ihnen / wie zu jenen närrischen Jungfrauen: Fürwahr / ich kenne euch nicht:
de
de
de
1
4.6163
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,629
1,615
O Jgnorantz/ O Thorheit/ du biſt die fuͤrnembſte vrſach/ warumb die Menſchen nur der Welt ſo gar fleiſſig dienen/ vnd Sclauen jhrer paſſionen ſeind/ ſie kennen das Gut nit/ welches ſie verlteren/ ſie erkennen das boͤſe nit/ welches ſie leiden/ ſonder bemuͤhẽ ſich mit den eytelkeiten vnnd Thorheiten der Welt/ vnnd fahren dardurch zur Hoͤllen/ dann Stultorum infinitus eſt numerus.
O Ignoranz / O Torheit / du bist die fürnehmste Ursache / warum die Menschen nur der Welt so gar fleißig dienen / und Sklaven ihrer Passionen sind / sie kennen das Gut nicht / welches sie Geltern / sie erkennen das böse nicht / welches sie leiden / sonder bemühen sich mit den Eitelkeiten und Torheiten der Welt / und fahren dadurch zur Höllen / dann Stultorum infinitus est numerus.
de
de
de
1
5.1508
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,630
1,615
Capvt XXXIX.
Capvt XXXIX.
fr
en
hu
0
7.511
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,631
1,615
Diſcurs vom Gewiſſen.
Diskurs vom Gewissen.
de
de
fr
0.667
7.1539
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,632
1,615
DEr acht Tiſchgenoß redete von der materi deß Gewiſſens/ vnnd ſprach:
Der acht Tischgenoß redete von der Materie des Gewissens / und sprach:
de
de
de
1
5.8497
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,633
1,615
Das allerbeſte/ welches ich vnder den Menſchlichen dingen finde/ iſt ein gutes Gewiſſen/ ſola bona conſcientia libertas eſt: Wo ein gutes Gewiſſen verhanden/ da befindt ſich die Freyheit vnd Frewd/ wo es aber mengelt/ da iſt gefaͤngnuß/ muͤhe vnnd arbeit/ derwegen ſagte Dauid/ gloria noſtra hæc eſt teſtimonium conſcientiæ noſtræ.
Das allerbeste / welches ich unter den menschlichen Dingen finde / ist ein gutes Gewissen / sola bona conscientia libertas est: Wo ein gutes Gewissen vorhanden / da befind sich die Freiheit und Freude / wo es aber mangelt / da ist Gefängnis / Mühe und Arbeit / derentwegen sagte David / gloria nostra haec est testimonium conscientiae nostrae.
de
de
de
1
4.4489
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,634
1,615
Die gerechten bemuͤhen ſich/ damit das jnneriſte jhres Gewiſſens rein vnnd gut ſeye.
Die gerechten bemühen sich / damit das jnneriste ihres Gewissens rein und gut sei.
de
de
de
1
6.8213
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,635
1,615
Alſo hat Dauid gethau/ ſprechendt: fiat cor meum immaculatum in iuſtificationibus tuis vt non confundar:
Also hat David gethau / sprechendt: fiat cor meum immaculatum in iustificationibus tuis ut non confundar:
en
la
la
0
5.7783
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,636
1,615
Zur zeit deß Todts wirdt man ſehen/ daß alle die jenige zeit verlohren ſeye/ welche den Menſchen zu gefallen verzehrt iſt worden/ hergegen wirdt die jenige wol angelegt/ welche verwend wird Chriſto zu gefallen/ vermittelſt eines reinen Gewiſſens: Wann an jenem geſtrengen juͤngſten Tag/ die Buͤcher vnſers Gewiſſens auffgethan/ vnd vor aller Welt abgeleſen ſollen werden/ werden wir vil lieber woͤllen/ daß wir GOtt den HErꝛn von Hertzen geliebt/ weder von hohen vnnd ſubtilen dingen diſputirt hetten:
Zur Zeit des Tods wird man sehen / dass alle diejenige Zeit verloren sei / welche den Menschen zu gefallen verzehrt ist worden / hingegen wird diejenige wohl angelegt / welche verwend wird Christo zu gefallen / vermittels eines reinen Gewissens: Wann an jenem gestrengen jüngsten Tag / die Bücher unseres Gewissens aufgetan / und vor aller Welt abgelesen sollen werden / werden wir viel lieber wollen / dass wir Gott den Herrn von Herzen geliebt / weder von hohen und subtilen Dingen disputiert hätten:
de
de
de
1
5.1406
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,637
1,615
Vil beſſer wirdt als dann ſein ein reines Gewiſſen/ weder das man verꝛicht hat ſehr hohe vnd ſpitzfindige Predigen/ dann nit wirdt man vns fragen/ was wir geredt vnnd geſchriben/ ſonder was wir gethan vnnd fuͤr werck begangen.
Viel besser wird als dann sein ein reines Gewissen / weder das man verrichtet hat sehr hohe und spitzfindige Predigen / dann nicht wird man uns fragen / was wir geredet und geschrieben / sonder was wir getan und für Werk begangen.
de
de
de
1
5.3944
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,638
1,615
Die Welt iſt blindt vnd vrtheilet blindigklich vnd naͤrꝛiſch von allen ſachen: Sie lobet vns per coniecturas exteriores, wegen vnſers euſſerlichen ſchoͤnen vnnd exemplariſchen Lebens vnd Wandels/ dann ſie ſihet nit/ was jnwendig in vns ſteckt:
Die Welt ist blind und verteilet blindigklich und närrisch von allen Sachen: Sie lobet uns per coniecturas exteriores, wegen unseres äußerlichen schönen und exemplarischen Lebens und Wandels / dann sie sieht nicht / was inwendig in uns steckt:
de
de
de
1
5.5172
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,639
1,615
Nit ſihet ſie vnſere Natur/ ſonder die Kunſt/ wir ſelbſt aber ſehen vnd wiſſen was in vnnd hinder vns ſtecke/ vnnd wie wir beſchaffen ſeyen:
Nicht sieht sie unsere Natur / sonder die Kunst / wir selbst aber sehen und wissen was in und hinter uns stecke / und wie wir beschaffen seien:
de
de
de
1
5.2389
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,640
1,615
Vil Leuth ſihet man vmbgeben vnnd bekleidt mit Sammet vnnd Seiden/ aber behafft mit Laſtern/ ſie ligen auch in weichen Bethen/ eſſen zarte Biſſel/ vnnd leben taͤglich ſcheinbarlich/ aber wann du jhr Hertz ſehen ſolteſt/ ſo wuͤrdeſt du jhnen nicht neydig ſeyn/ dann ſehen wuͤrdeſt du den Hencker jhres boͤſen Gewiſſens/ welcher mit der blutigen Geiſſel jhre Seelen peiniget: finden wuͤrdeſt du ein ſo groſſe heimliche trawrigkeit in dem Marck jhrer Gebeinen/ daß ſie jhnen ſelbſt feindt werden/ vnnd daſſelbe machet jhr Beth hart/ jhren Tiſch vnnd Speiſen bitter/ jhre Taͤg melancoliſch/ vnd jhre Naͤcht erſchroͤcklich.
Viel Leute sieht man umgeben und bekleidet mit Samt und Seiden / aber behafte mit Lastern / sie liegen auch in weichen beten / essen zarte Bissel / und leben täglich scheinbarlich / aber wann du ihr Herz sehen solltest / so würdest du ihnen nicht neidig sein / dann sehen würdest du den Henker ihres bösen Gewissens / welcher mit der blutigen Geißel ihre Seelen peiniget: finden würdest du ein so große heimliche Traurigkeit in dem Mark ihrer Gebeinen / dass sie ihnen selbst Feind werden / und dasselbe macht ihr Bett hart / ihren Tisch und Speisen bitter / ihre Tage melancolisch / und ihre Nächte erschröcklich.
de
de
de
1
5.1296
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,641
1,615
Derwegen ſihe vnd verlaß dich nit auff das vrtheil der Welt/ ſonder auff dein eygnes: tuo tibi iudicio eſt vtendum: Virtutis & vitiorum graue ipſius conſcientiæ pondus eſt, qua ſublata, iacent omnia.
Derentwegen sihe und verlass dich nicht auf das vrtheil der Welt / sonder auf dein eigenes: tuo tibi iudicio est vtendum: Virtutis & vitiorum graue ipsius conscientiae pondus est, qua sublata, iacent omnia.
de
de
de
1
5.2523
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,642
1,615
Ein ordenlichs priuat Leben iſt das aller beſte vnnd außbuͤndigſte Leben:
Ein ordenliches Privatleben ist das allerbeste und ausbündigste Leben:
de
de
de
1
6.4792
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1,643
1,615
Ein jeglicher mag gleichwol ein ehrliche Perſon auff der Binen repræſentiren. aber daß einer jnwendig vnd im Hertzen wol regulire ſeye/ daran ligts alles mit einander.
Ein jeglicher mag gleichwohl ein ehrliche Person auf der binnen repräsentieren . aber dass einer inwendig und im Herzen wohl reguliere sei / daran Lichts alles miteinander.
de
de
de
1
7.5886
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,644
1,615
Wer in ſeinem Hauſe vnd in ſeinen ordinarijs actionibus, (von derentwegen er niemande rechnung zu geben hat) gerecht vnd ohne tadel iſt/ der iſt Lobs wuͤrdig: derwegen ſaͤgte der Weltweiſe Bias, daß das jenig das allerbeſte Haußweſen waͤre/ wann der Haußuatter eben alſo beſchaffen iſt jnwendig/ wie er ſich ſtellet außwendig.
Wer in seinem Hause und in seinen ordinarijs actionibus, (von derentwegen er niemand Rechnung zu geben hat) gerecht und ohne Tadel ist / der ist Lobs würdig: derentwegen sägte der Weltweise Bias, dass das jenig das allerbeste Hauswesen wäre / wann der Haußuatter eben also beschaffen ist inwendig / wie er sich stellet auswendig.
de
de
de
1
5.7979
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,645
1,615
Als dem Iulio Druſio ſeine Zimmerleuth verhieſſen/ daß ſie jhm ein Hauß bawen wolten/ darin jhm ſeine Nachbarn nit einſehen ſolten koͤnnen/ doch daß er jhnen hergegen 3000.
Als dem Iulio Drusio seine Zimmerleut verhießen / dass sie ihm ein Haus bauen wollten / darin ihm seine Nachbarn nicht einsehen sollten können / doch dass er ihnen hingegen 3000.
de
de
de
1
5.7949
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,646
1,615
Kronen geben ſolte/ antwortet er vnd ſprach:
Kronen geben sollte / antwortet er und sprach:
de
de
de
1
6.6571
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,647
1,615
Jch wil euch 6000 geben/ woferꝛn jhr mir ein Hauß bawet/ darin ein jeglicher aller orten koͤnne einſchawen/ vnnd meine Werck ſehen.
Ich will euch 6000 geben / wofern ihr mir ein Haus bat / darin ein jeglicher aller Orten könne Einschauen / und meine Werk sehen.
de
de
de
1
7.0123
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,648
1,615
Wann Ageſilaus reiſete/ nam er ſein Loſament vnnd Herberg in der Kirchen/ damit jhm nit allein das Volck ſonder auch die Goͤtter ſelbſt in ſeinen priuat wercken einſehen moͤchten.
Wann Agesilaus reiste / nahm er sein Losament und Herberge in der Kirchen / damit ihm nicht allein das Volk sonder auch die Götter selbst in seinen privat Werken einsehen möchten.
de
de
de
1
6.1678
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,649
1,615
Nur der jenig iſt gleichſamb ein miraculum mundi, an welchem weder ſein Knecht noch ſein Weib niemaln nichts vngebuͤrlichs ſehen oder verſpuͤren:
Nur der jenig ist gleichsam ein miraculum mundi, an welchem weder sein Knecht noch sein Weib niemals nichts ungebührliches sehen oder verspüren:
de
de
de
1
5.2349
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,650
1,615
Vber wenig Menſchen verwunderen ſich jhre Haußgenoſſen: niemaln iſt einer ein Prophet geweſt in ſeinem Hauß noch in ſeinem Vatterlandt.
Über wenig Menschen verwundere sich ihre Hausgenossen: niemals ist einer ein Prophet gewesen in seinem Haus noch in seinem Vaterland.
de
de
de
1
5.2331
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,651
1,615
Ein Kriegs volck anfuͤhren/ ein Schlacht erobern/ ein ſtattliche Bottſchafft verꝛichten/ ein Landt regieren/ das alles ſeind offentliche bekante Werck/ aber anheimbs mit dem Weib greinen/ lachen/ verkauffen/ bezahlen/ lieben/ haſſen/ mit jhm ſelbſt vnnd mit ſeinem Geſindt lieblich/ freundlich vnd recht conuerſiren vnnd vmbgehen/ das iſt das aller ſchwereſte vnd geheimſte/ vnnd da ligts.
Ein Kriegs Volk anführen / ein Schlacht erobern / ein stattliche Botschaft verrichten / ein Land regieren / das alles sind öffentliche bekannte Werk / aber anheim mit dem Weib greinen / lachen / verkaufen / bezahlen / lieben / hassen / mit ihm selbst und mit seinem Gesinnt lieblich / freundlich und recht conuersiren und umgehen / das ist das aller schwerste und geheimste / und da Lichts.
de
de
de
1
5.802
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,652
1,615
Ein ſchlechter Burger oder Handtwercksmann lebt bißweilen vil ordentlicher vnnd gerechter anheimbs in ſeinem Hauſe/ denn bißweilen ein Præſident deß groſſen Koͤnigklichen Raths mit aller ſeiner ſufficientz, ehꝛwuͤrdigen euſſerlichen reputation, authoritet vnd anſehen.
Ein schlechter Burger oder Handwerksmann lebt bisweilen viel ordentlicher und gerechter anheim in seinem Hause / denn bisweilen ein Präsident des großen königlichen Rats mit aller seiner Suffizienz, ehrwürdigen äußerlichen Reputation, Autorität und ansehen.
de
de
de
1
6.3713
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,653
1,615
Etliche Leuth ſeind auff der Gaſſen/ vnnd bey der Geſellſchafft gleichſamb fromme Schaf vnd vnſchuldige Laͤmmer/ aber anheimbs vnnd gegen den jhrigen ſeind ſie grimmige Loͤwen:
Etliche Leute sind auf der Gassen / und bei der Gesellschaft gleichsam fromme Schaf und unschuldige Lämmer / aber anheim und gegen den ihrigen sind sie grimmige Löwen:
de
de
de
1
5.8121
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,654
1,615
Jhr priuat Leben iſt voller vnordnung vnnd Laſtern/ jhr Wandel iſt mehrers gerichtet auff die eytele Glori/ denn auffs Gewiſſen/ nit thun ſie das jenig fuͤrs Gewiſſen/ was ſie thun wegen der eytelen Glori/ das Heyl der Seelen beſtehet nit im hochtraben/ ſonder in der jnnerlichen Demut vnd Reinigkeit:
Ihr Privatleben ist voller Unordnung und Lastern / ihr Wandel ist mehreres gerichtet auf die Eitele Glorie / denn aufs Gewissen / nicht tun sie das jenig fürs Gewissen / was sie tun wegen der Eitelen Glorie / das Heil der Seelen bestehet nicht im Hochtraben / sonder in der innerlichen Demut und Reinheit:
de
de
de
1
5.0242
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,655
1,615
die grandezen vnd Hochheiten ſollen nicht exercirt vnnd geuͤbt werden in den euſſerlichen grandezen, ſonder in der mediocrit vnnd mittelmeſſigkeit.
die grandezen und Hochheiten sollen nicht exerziert und geübt werden in den äußerlichen grandezen, sonder in der mediocrit und Mittelmäßigkeit.
de
de
de
1
4.6173
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,656
1,615
Nichts iſt ſchwerer/ als eben ein boͤſes Gewiſſen/ wers aber nit glauben will/ der wirdts erfahren/ wann es darzu kommen wirdt/ daß jm die ſchwere Buͤrd nit allein nicht genommen/ ſonder vil mehr gelaſſen wirdt werden:
Nichts ist schwerer / als eben ein böses Gewissen / wer es aber nicht glauben will / der Wirts erfahren / wann es dazukommen wird / dass ihm die schwere Bürde nicht allein nicht genommen / sonder viel mehr gelassen wird werden:
de
de
de
1
5.1754
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,657
1,615
Zu gleicher weiß wie/ wann zwo oder drey Perſonen einem helffen ein ſchwere Buͤrd tragen/ ers nit ſo ſehr empfindet/ als wann ers allein truͤge/ alſo pfleget der Teufel/ die Welt vñ das Fleiſch dir zuhelffen/ die buͤrd deines boͤſen gewiſſens zu tragen/ dir zu fauoriſiren, zu zaͤrtlen vnd zu liebkoſen/ aber wañ das ſterbſtuͤndlein kompt/ alsdann laſſen dich diſe deine drey Freunde alleinig in der Hoͤllen ſtecken/ die Welt dern du gedient haſt/ wird dich in deiner groͤſten noth vbergeben den Haͤnden deß allermaͤchtigſten Richters/ auf daß du jhm rechenſchafft gebeſt wegen deines Lebens/ wo werdẽ aber als dann ſein deine Beichtuaͤtter/ welche dir auß deinen Todtſuͤnden nur peccadillos gemacht?
Zu gleicher weiß wie / wann zwei oder drei Personen einem helfen ein schwere Bürde tragen / er es nicht so sehr empfindet / als wann er es allein trüge / also pflegt der Teufel / die Welt und das Fleisch dir zuhelfen / die Byrd deines bösen Gewissens zu tragen / dir zu favorisieren, zu zärtle und zu liebkosen / aber wann das Sterbstündlein kommt / alsdann lassen dich diese deine drei Freunde alleinig in der Höllen stecken / die Welt deren du gedient hast / wird dich in deiner größten Not übergeben den Händen des allermächtigsten Richters / auf dass du ihm Rechenschaft gebest wegen deines Lebens / wo werden aber als dann sein deine Beichtväter / welche dir aus deinen Todsünden nur peccadillos gemacht?
de
de
de
1
4.9642
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,658
1,615
wo werden als dann ſein deine liebſie freunde/ ſchmarotzer vnd Rechts gelehrten/ welche dir auß einem Elephanten ein Mucke/ auß einer Mucke einen Elephanten/ das gerade krumb/ das krumme gerad gemacht/ vnd in allen ſachẽ das placebo Domino geſpilt/ vnd alles recht gegeben?
wo werden als dann sein deine Lipsi Freunde / schmarotzer und Rechts gelehrten / welche dir aus einem Elefanten ein Mucke / aus einer Mucke einen Elefanten / das gerade krumm / das krumme gerade gemacht / und in allen Sachen das placebo Domino gespielt / und alles recht gegeben?
de
de
de
1
5.5633
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,659
1,615
O Menſch/ reinige offtermals dein gewiſſen/ veꝛmittelſt der ſacramentaliſchen Beicht:
O Mensch / reinige öftermals dein gewissen / vermittelst der sakramentaleschen Beichte:
de
de
de
1
6.5177
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,660
1,615
erſcheine nit vor Gott mit beſudleten blutigen haͤnden/ ſond’ preſentire jhm ein gutes gewiſſen vnd heilige werck/ ſo wirſtu von jhm erlangen/ was du begehꝛſt.
erscheine nicht vor Gott mit besudelten blutigen Händen / Sonde präsentiere ihm ein gutes Gewissen und heilige Werk / so wirst du von ihm erlangen / was du begehrst.
de
de
de
1
5.3967
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,661
1,615
Capvt XL.
Capvt XL.
en
en
hu
0
10.4185
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,662
1,615
Diſcurs von der Einigkeit vnd Vneinigkeit.
Diskurs von der Einigkeit und Uneinigkeit.
de
de
de
1
4.3363
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,663
1,615
DER neundt redete von der Materi der Einigkeit vnd vneinigkeit vnnd ſprach:
Der neunt redete von der Materie der Einigkeit und Uneinigkeit und sprach:
de
de
de
1
5.434
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,664
1,615
Alle gute ding/ vnd die erhaltung vnnd vollkommenheit aller dingen ins gemein vnnd inſonderheit/ beſtehet in der vnion vnd einigkeit/ hergegen entſpringt alles Leidt auß der vneinigkeit/ abſonderung vnnd zertheilung.
Alle gute Ding / und die Erhaltung und Vollkommenheit aller Dingen ins gemein und in Sonderheit / bestehet in der Union und Einigkeit / hingegen entspringt alles Leid aus der Uneinigkeit / Absonderung und Zerteilung.
de
de
de
1
5.0608
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,665
1,615
Derwegen befilcht vns der Apoſtel die Einigkeit deß Geiſtes vnnd ſpricht: ſolliciti ſeruare vnitatem ſpiritus in vinculo pacis.
Derentwegen befilcht uns der Apostel die Einigkeit des Geistes und spricht: solliciti seruare vnitatem spiritus in vinculo pacis.
de
de
de
1
5.6492
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,666
1,615
Wo frid vnnd einigkeit iſt/ da iſt GOtt vnnd ſein Segen/ wo aber Vneinigkeit/ Zanck vnnd Hader iſt da regieret der Teuffel vnd alles vnheil.
Wo Frieden und Einigkeit ist / da ist Gott und sein Segen / wo aber Uneinigkeit / Zank und Hader ist da regieret der Teufel und alles Unheil.
de
de
de
1
4.2853
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,668
1,615
Der Frid vnd Einigkeit/ welcher damals vnder dem Chriſtlichen Volck war/ machte ſie ſehr ſchoͤn in den Augen Gottes/ vnd ſtarck in den Augen jhrer Feinde/ derwegen lobte der heilig Geiſt die erſte Kirch vñ ſprach: pulchra es & decora ſicut Ieruſalem: terribilis vt caſtrorum acies ordinata.
Der Frieden und Einigkeit / welcher damals unter dem christlichen Volk war / machte sie sehr schön in den Augen Gottes / und stark in den Augen ihrer Feinde / derentwegen lobte der heilig Geist die erste Kirche und sprach: pulchra es & decora sicut Jerusalem: terribilis ut castrorum acies ordinata.
de
de
de
1
4.9764
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1,669
1,615
Jm Chor verſpuͤrt man ein conſonantz der ſtim̃en/ vnd in einer Feldtſchlacht ein wolgeordnetes Kriegsheer/ vnd diſe beyde ding entſpringen auß der Lieb vnnd einigkeit der Chriſten/ welche jhnen ein ſtaͤrck vnnd dapferkeit gibt.
Im Chor verspürt man ein Konsonanz der stimmen / und in einer Feldschlacht ein wohlgeordnetes Kriegsheer / und diese beide Ding entspringen aus der Liebe und Einigkeit der Christen / welche ihnen ein stärk und Tapferkeit gibt.
de
de
de
1
5.3914
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,670
1,615
Zu gleicher weiß wie in einer armada die obriſte galera einen ſonderbaren ſchoͤnen Pfawen/ vnd das Wappen deß Koͤnigs oder Kriegsfuͤrſtens/ vnd vil Adels Perſonen fuͤhret/ alſo hat die Chꝛiſtliche Religion vor zeiten in jhrem Wappen die Lieb vnd einigkeit gefuͤhrt/ dann wo Frid/ Lieb vnnd einigkeit iſt/ da wirdt ein liebliche melodey verſpuͤrt/ wo aber vneinigkeit iſt/ da iſt verderben vnd vndergang.
Zu gleicher weiß wie in einer Armada die oberste galera einen sonderbaren schönen Pfauen / und das Wappen des Königs oder Kriegsfürstens / und viel Adels Personen führt / also hat die christliche Religion vor Zeiten in ihrem Wappen die Liebe und Einigkeit geführt / dann wo Frieden / Liebe und Einigkeit ist / da wird ein liebliche Melodei verspürt / wo aber Uneinigkeit ist / da ist verderben und Untergang.
de
de
de
1
5.4008
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,671
1,615
Nichts hat Chriſtus ſeiner Kirchen ſo fleiſſig vnnd eyferig befolchen/ als eben den Friden vnnd Einigkeit/ aber leyder zu diſen zeiten halten die Chriſten nichts weniger als eben die Lieb vnd einigkeit/ dann ſie thun ſchir nichts anders/ als einander reiſſen/ beiſſen/ verkauffen/ verꝛathen vnnd dardurch ſelbſt vnder einander verzehren.
Nichts hat Christus seiner Kirchen so fleißig und eifrig befolgen / als eben den Frieden und Einigkeit / aber leider zu diesen Zeiten halten die Christen nichts weniger als eben die Liebe und Einigkeit / dann sie tun schier nichts anders / als einander reißen / beißen / verkaufen / verraten und dadurch selbst untereinander verzehren.
de
de
de
1
5.4174
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,672
1,615
Omne regnum in ſe diuiſum deſolabitur: ſpricht der HErꝛ/ als wolte er ſagen:
Omne regnum in se diuisum desolabitur: spricht der Herr / als wollte er sagen:
de
de
de
1
6.7225
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,673
1,615
Wann ein Reich vneins oder zertheilt wirdt/ ſo wirdts zerſtoͤrt/ fuͤrnemblich dreyerley vrſachen halden/ erſtlich durch die Hoffart/ dann die vneinigkeit iſt ein Tochter der Hoffart/ vermuͤg der Wort: inter ſuperbos ſemper rixæ:
Wann ein Reich uneins oder zerteilt wird / so Wirts zerstört / vornehmlich dreierlei Ursachen Halden / erstlich durch die Hoffart / dann die Uneinigkeit ist ein Tochter der Hoffart / vermög der Wort: inter superbos semper rixae:
de
de
de
1
6.35
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,674
1,615
Die eygenſchafft eines hoffertigen iſt/ daß er allzeit ein Liebhaber iſt ſeines eygnen gutbedunckens/ derwegen verheuret er ſich mit ſeinem Willen/ abundat enim in ſuo ſenſu, vnd im wenigſten will er eines andern meinung der ſeinigen vorziehen:
Die Eigenschaft eines hoffertigen ist / dass er allzeit ein Liebhaber ist seines eigenen Gutbedünkens / derentwegen verheuert er sich mit seinem Willen / abundat enim in suo sensu, und im wenigsten will er eines anderen Meinung der seinigen vorziehen:
de
de
de
1
5.8629
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,675
1,615
weil dann vnder den hoffertigen widerwertige willen vñ meinungen ſeind/ vnd ein jeder bey ſeinem ſiñ halßſtaͤrꝛig verbleibt/ ſo muͤſſen notwendig die ſtritt vnd vneinigkeiten vnder jhnen regiren:
weil dann unter den hoffertigen widerwärtige Willen und Meinungen sind / und ein jeder bei seinem sinn halßstärrig verbleibt / so müssen notwendig die stritt und Uneinigkeiten unter ihnen regieren:
de
de
de
1
6.7246
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,676
1,615
Weil auch GOtt der Hoffart ſehr ſeind iſt/ ſo will er jhnen zu einer Straff/ keinen friden geben/ vnd derwegen leben vnd ſchweben ſie jmmerdar in der vneinigkeit.
Weil auch Gott der Hoffart sehr sind ist / so will er ihnen zu einer Strafe / keinen Frieden geben / und derentwegen leben und schweben sie immerdar in der Uneinigkeit.
de
de
de
1
5.3578
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,677
1,615
Die andere vrſach der vneinigkeit iſt der mangel der Iuſtici:
Die andere Ursache der Uneinigkeit ist der Mangel der Justiz:
de
de
de
1
4.111
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1,678
1,615
Die fuͤrderliche/ gerechte vnnd vnpartheyiſche adminiſtrirung der Iuſtici erhelt ein Landt in Friden/ aber die vnbilliche gewaltthaͤtigkeiten vnnd die vnſtraffmaͤſſigkeit der Boßheiten verurſachen rebelliones, Auffruhr vnnd weitlaͤuffigkeiten.
Die förderliche / gerechte und unparteiische Administrierung der Justiz erhält ein Land in Frieden / aber die unbillige Gewalttätigkeiten und die Unstraffmässigkeit der Bosheiten verursachen rebelliones, Aufruhr und Weitläufigkeiten.
de
de
de
1
5.2616
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,679
1,615
Dionyſius Syracuſanus pflegte zu ſagen/ daß zweyding ſein Landt im guten wolſtandt erhielten/ nemblich die guͤte vnd die Iuſtici, dañ weder die macht/ noch die forcht noch die ſtarcke Guardi verſicheren den ſtand eines Koͤnigs nicht ſo ſehr/ als eben die gute affection vnnd Lieb der Vnderthanen/ welche fuͤrnemblich erlangt wirdt durch die guͤte vnnd Gerechtigkeit:
Dionysius Syracusanus pflegte zu sagen / dass Zweiding sein Land im guten Wohlstand erhielten / nämlich die Güte und die Justiz, dann weder die macht / noch die fürchtet noch die starke Guardi versichern den stand eines Königs nicht so sehr / als eben die gute Affektion und Liebe der Untertanen / welche vornehmlich erlangt wird durch die Güte und Gerechtigkeit:
de
de
de
1
5.5482
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,680
1,615
Weil auch vil Koͤnige vnderlaſſen haben die Iuſtici zu adminiſtriren, ſo haben ſie verlohren jhꝛ Leben ſampt dem Reich.
Weil auch viel Könige unterlassen haben die Justiz zu administrieren, so haben sie verloren ihr Leben samt dem Reich.
de
de
de
1
5.4451
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1,681
1,615
Drittens entſpringt auß der Religion vnnd Lieb Gottes aller Fried/ Einigkeit vnnd Wolſtandt eines Koͤnigreichs/ hergegen auß der Verachtung der Religion erfolgt Vneinigkeit/ confuſion, vnordnung/ auffruhr/ Krieg vnnd Blutuergieſſen.
Drittens entspringt aus der Religion und Liebe Gottes aller Frieden / Einigkeit und Wohlstand eines Königreichs / hingegen aus der Verachtung der Religion erfolgt Uneinigkeit / Konfusion, Unordnung / Aufruhr / Krieg und Blutvergießen.
de
de
de
1
4.1781
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,682
1,615
Es haben ſich gleichwol die Politici ſtarck bemuͤht/ das Volck in frid vnnd einigkeit zu erhalten/ vermittelſt der Geſetz/ edicten, ordinantzen vnnd ſcharpffen pœnen vnnd ſtraffen/ aber weil ſie ohne Fundament gebawt vnd darneben die Gottsforcht vnnd Religion nit in obacht genommen/ ſo iſt alle muͤh vergebens geweſt.
Es haben sich gleichwohl die Politici stark bemüht / das Volk in Frieden und Einigkeit zu erhalten / vermittels der Gesetz / Edikten, ordinantzen und scharfen Pönen und strafen / aber weil sie ohne Fundament gebaut und daneben die Gottsfurcht und Religion nicht in Obacht genommen / so ist alle Mühe vergebens gewesen.
de
de
de
1
5.3042
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1,683
1,615
Die Religion iſt das fuͤrnembſte fundament aller rerumpublicarũ, der executionen, der Geſetzen/ deß gehoꝛſambs der vnderthanen gegen der Obrigkeit/ vñ jrer gegen einander tragender Lieb vñ freundſchafft:
Die Religion ist das fürnehmste Fundament aller rerumpublicaru, der Exekutionen, der Gesetzen / des Gehorsams der untertanen gegen der Obrigkeit / und ihrer gegen einander tragender Liebe und Freundschaft:
de
de
de
1
5.6935
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,684
1,615
Die Religion vnd der ſtatus ſeind dermaſſen zuſammen geleimet/ daß auß jhꝛer diuiſion vnnd zertheilung eben das jenig erfolgt/ was auß der zertheylung eines Schiffs entſtehet/ dann theileſtu das Schiff von einander/ ſo iſts verloren/ dann wie der ſtatus vñ die religion einander im guten vñ boͤſen begleiten/ alſo wann ſie nur ein wenig zertheilt werden/ ſeind ſie beyde verlohren.
Die Religion und der status sind dermaßen zusammen geleimt / dass aus ihrer Division und Zerteilung eben das jenig erfolgt / was aus der Zerteilung eines Schiffs entstehet / dann teilest das Schiff voneinander / so ist es verloren / dann wie der status und die Religion einander im Guten und bösen begleiten / also wann sie nur ein wenig zerteilt werden / sind sie beide verloren.
de
de
de
1
4.9315
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1,685
1,615
Wers nicht glauben will/ der frage Griechenlandt/ vnd etliche vilandere Koͤnigreich/ warumb ſie jhren ſtatum, freyheit vnd wolſtandt verlohren/ vnnd vnder das Joch deß leidigen Tuͤrcken geraten?
Wer es nicht glauben will / der frage Griechenland / und etliche vielandere Königreich / warum sie ihren statum, Freiheit und Wohlstand verloren / und unter das Joch des leidigen Türken geraten?
de
de
de
1
5.6792
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1,686
1,615
ſo werden ſie muͤſſen ſagen vnd bekennen/ daß nichts anders dran ſchuldig/ als eben die vneinigkeit/ die ſie vnder einander gehabt haben wegen der Religion/ mit dern ſie jhr Affenſpil getriben.
so werden sie müssen sagen und bekennen / dass nichts anders dran schuldig / als eben die Uneinigkeit / die sie untereinander gehabt haben wegen der Religion / mit deren sie ihr Affenspil getrieben.
de
de
de
1
5.4002
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1,687
1,615
Vil Leuth ſeind der meinung/ daß die fuͤrnembſte vrſach der Frantzoͤſiſchen vnnd Niderlaͤndiſchen Krieg eben diſe ſeye/ daß man nemblich ſo vilerhand frembde Ketzeriſche religiones hat laſſen ein wuꝛtzeln vnd vberhand nemmen.
Viel Leute sind der Meinung / dass die fürnehmste Ursache der französischen und niederländischen Krieg eben diese sei / dass man nämlich so vielerhand fremde ketzerische religiones hat lassen ein Wurzeln und überhandnehmen.
de
de
de
1
5.9725
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1,688
1,615
Die vneinigkeit/ das mißuertrawen vnnd die verbitterung etlicher fuͤrnembſten Staͤnd/ woher entſpringt ſie anderſt/ als eben auß der vnderſchidlichkeit der Religionen?
Die Uneinigkeit / das mißuertrawen und die Verbitterung etlicher fürnehmsten Stände / woher entspringt sie anders / als eben aus der Unterschiedlichkeit der Religionen?
de
de
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1
5.9966
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1,689
1,615
Die darauß entſprungent feindſchaffien vnd verbitterungen feind dermaſſen groß/ daß man ſich biß weilen/ zur behauptung jhrer Secten vnnd intents, ſo gar mit Tuͤrcken vnd Heyden verfreundet vnd verbindet:
Die daraus entsprungent feindschaffien und Verbitterungen Feind dermaßen groß / dass man sich bisweilen / zur Behauptung ihrer Sekten und Intents, so gar mit Türken und Heiden freundet und verbindet:
de
de
de
1
6.6866
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1,690
1,615
Nichts wuͤrden vns ſchaden vnſere Erbfeinde/ woferꝛn ſie ſehen/ daß wir einander liebten vnd eins waͤren/ aber laider/ vmb ſo vil deſto ſchwaͤcher/ verſpoͤttlicher vnd vberwundener werden wir von vnſern Feinden/ vmb wie vil mehꝛ ſie ſehen/ daß wir vnfridlich vnd vneinig vnder einander leben.
Nichts würden uns schaden unsere Erbfeinde / wofern sie sehen / dass wir einander liebten und eins wären / aber leider / um so viel desto schwächer / verspöttlicher und überwundener werden wir von unsern Feinden / um wie viel mehr sie sehen / dass wir unfriedlich und uneinig untereinander leben.
de
de
de
1
4.6724
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1,691
1,615
Capvt XLI.
Capvt XLI.
en
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uz
0
8.7947
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1,692
1,615
Diſcurs vom Eyfer vnd den Eyferern.
Diskurs vom Eifer und den Eiferern.
de
de
lb
0.667
4.1799
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,693
1,615
DER zehendt Tiſchgenoß handlete von der Materi deß Eyfers/ auff nachfolgende weiß:
Der zehnt Tischgenoß handelte von der Materie des Eifers / auf nachfolgende weiß:
de
de
de
1
8.1908
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1,694
1,615
Der Eyfer iſt ein jnbruͤnſtige Lieb/ welche keins wegs leiden mag/ daß das geliebte ding von jemande verlangt noch auch beſeſſen werde.
Der Eifer ist ein inbrünstige Liebe / welche keins Wegs leiden mag / dass das geliebte Ding von jemand verlangt noch auch besessen werde.
de
de
de
1
5.7742
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1,695
1,615
Weil Gott vnſere Seelen jnnbruͤnſtiglich liebet/ ſo iſt er ein ſtarcker Eyferer/ jnmaſſen ers ſelbſt Exodi am 20. Capitel bekennet/ ſprechendt:
Weil Gott unsere Seelen inbrünstig liebet / so ist er ein starker Eiferer / in Maßen er es selbst Exodi am 20. Kapitel bekennet / sprechend:
de
de
lb
0.667
4.9663
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1,696
1,615
Jch bin der HErꝛ dein GOtt/ ein ſtarcker Eyferer.
Ich bin der Herr dein Gott / ein starker Eiferer.
de
de
de
1
4.3006
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1,697
1,615
GOtt hat gleichwol keine paſſiones, aber einen Eyferer nennet er ſich wegen der effecten, vnnd er thut alles was die Eyferer thun.
Gott hat gleichwohl keine passiones, aber einen Eiferer nennt er sich wegen der Effekten, und er tut alles was die Eiferer tun.
de
de
de
1
4.8891
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1,698
1,615
GOtt iſt gleich einem Vogel/ von welchem man ſagt/ daß er auff dem Gejaidt nur das Hertz deß gefangenen Vogels oder Wildtpraͤts friſt:
Gott ist gleich einem Vogel / von welchem man sagt / dass er auf dem Gejaidt nur das Herz des gefangenen Vogels oder Wildtpräts frisst:
de
de
de
1
5.4557
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1,699
1,615
Eben alſo bewaidet vnnd ſpeiſet ſich GOTT mit dem Hertzen vnſerer wahren Lieb/ vnnd iſt ein herꝛlicher Zelotipus oder Eyferer.
Eben also beweidet und speist sich GOTT mit dem Herzen unserer wahren Liebe / und ist ein herrlicher Zelotipus oder Eiferer.
de
de
de
1
5.4419
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1,700
1,615
Wie ein Eyferer nicht bewilliget/ daß ſein Weib einen andern liebe/ vnnd/ woferꝛn er einen boͤſen argwohn von jhr hat/ er groſſe achtung auff ſie gibt/ ſich hin vnnd wider vmbſihet/ auff die ab: vnnd zugehende Perſonen fleiſſig mercket/ dann diſen/ dann jenen fragt/ bißweilen auch ſich ſtellet als verꝛaiſe er:
Wie ein Eiferer nicht bewilliget / dass sein Weib einen anderen liebe / und / wofern er einen bösen argwohn von ihr hat / er große Achtung auf sie gibt / sich hin und wieder umsehet / auf die ab: und zugehende Personen fleißig merkt / dann diesen / dann jenen fragt / bisweilen auch sich stellet als verreise er:
de
de
de
1
5.8256
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1,701
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Wann auch er etwas vngebuͤrlichs verſpuͤrt hat/ als dann anfahet zu toben/ zu wuͤten/ vnnd jhꝛ alle Kleynodien vnnd Wejbliche Zierd benimbt/ vnnd ſie entweder von ſich jagt oder vmbbringt/ alſo vnd ebner geſtalt gehet auch Gott mit vnſern Seelen vmb/ vnnd ſpricht:
Wann auch er etwas ungebührliches verspürt hat / als dann ansaht zu toben / zu wüten / und ihr alle Kleinodien und Weibliche Zierde benimmt / und sie entweder von sich jagt oder umbringt / also und ebener Gestalt geht auch Gott mit unsern Seelen um / und spricht:
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Bettet keinen frembden GOtt an/ dann ich bin dein Gott ein ſtarcker Eyferer/ als wolte er ſagen:
Bettet keinen fremden Gott an / dann ich bin dein Gott ein starker Eiferer / als wollte er sagen:
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Keins wegs will ich/ daß der Menſch mit frembden Goͤttern buele/ noch die erſchaffene ding vnnd Guͤter vngebuͤrliche begehre/ ſonder mein will vnnd meinung iſt/ daß er mich in der wahren Lieb allen andern dingen vorziehe:
Keins Wegs will ich / dass der Mensch mit fremden Göttern Bühle / noch die erschaffene Ding und Güter ungebührliche begehre / sonder mein will und Meinung ist / dass er mich in der wahren Liebe allen anderen Dingen vorziehe:
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