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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,603 | 1,615 | Sicut qui mittit lapidem in aceruum Mercurij, ſic qui tribuit honorem inſipienti, ſpricht der Eccleſiaſticus, als wolte er ſagen: | Sicut qui mittit lapidem in aceruum Mercurij, sic qui tribuit honorem insipienti, spricht der Ecclesiasticus, als wollte er sagen: | de | la | fr | 0.333 | 4.2314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,604 | 1,615 | Wer einem Narꝛen Ehr anlegt/ der iſt als wann einer einen Stein in einen Hauffen Stein legt: Wie der Stein/ wann er in die hoͤhe gewoꝛffen wirdt/ mit gewalt getrieben muß werden/ alſo wirdt die Chr oder das Ambt einem Jgnoranten mit gewalt auferlegt: wie der Stein/ je hoͤher er ſteigt/ je ſtaͤrcker er wider umb niderfelt/ vnd groͤſſern ſchaden thut/ alſo vmb wie vil hoͤher ein Jgnorant ſteigt vnnd herfuͤr gezogen wirdt/ vmb ſo vil ſchaͤdlicher felt er. | Wer einem Narren Ehre anlegt / der ist als wann einer einen Stein in einen Haufen Stein legt: Wie der Stein / wann er in die Höhe geworfen wird / mit Gewalt getrieben muss werden / also wird die Chr oder das Amt einem Ignoranten mit Gewalt auferlegt: wie der Stein / je höher er steigt / je stärker er wieder um niderfelt / und größeren schaden tut / also um wie viel höher ein Ignorant steigt und herfür gezogen wird / um so viel schädlicher fehlt er. | de | de | de | 1 | 5.2039 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,605 | 1,615 | Ein in die hoͤhe geworffener Stein gibt dardurch ein zeugnuß ſeiner natuͤrlichen ſchwere/ vnnd ein zu digniteten erhebter Jgnorant gibt zuerkeñen ſein ſchlechtes talentum vñ geringe qualiteten. | Ein in die Höhe geworfener Stein gibt dadurch ein Zeugnis seiner natürlichen schwere / und ein zu Dignitäten erhebter Ignorant gibt zuerkennen sein schlechtes talentum und geringe Qualitäten. | de | de | de | 1 | 6.6007 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,606 | 1,615 | Sicut qui mittit lapidem ad edificandum templum in honorem Mercurij: | Sicut qui mittit lapidem ad edificandum templum in honorem Mercurij: | it | la | la | 0 | 4.8769 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,607 | 1,615 | Die Jgnoranten ehren/ mit digniteten vnd Aembtern verſehen/ vnd Stein zum Kirchenbaw Mercurij hergeben/ iſt einerley ding: dann wann man einem Jgnoranten vnnd Narꝛen ein anſehenliches Ambt gibt/ was iſt das anders/ als daß man einem Abgott (der nur/ dem anſehen nach/ etwz iſt/ aber nichts weiſt/ nichts verſtehet/ nichts ſihet vnnd nichts hoͤret) ein Kirch bawet? | Die Ignoranten ehren / mit Dignitäten und Ämtern versehen / und Stein zum Kirchenbau Mercurij hergeben / ist einerlei Ding: dann wann man einem Ignoranten und Narren ein ansehenliches Amt gibt / was ist das anders / als dass man einem Abgott (der nur / dem ansehen nach / etwas ist / aber nichts weist / nichts verstehet / nichts sieht und nichts höret) ein Kirche bat? | de | de | de | 1 | 5.2749 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,608 | 1,615 | wir ſehen/ dz etliche Jgnoranten/ Narren vnd Fantaſten ſich in der præſumption jrer fantaſeyen ſtellen wie die grim̃ige Loͤwen: wann ſie auf der Gaſſen gehen/ wenden ſie die Augen von der einen Seiten zu der andern/ ſtreichen jhre Knoͤbelbaͤrth/ ſetzen das Baret auf die ſeyten/ die haͤnd in die huͤfft/ ſehen ſawr auß vnd ſehꝛ wild/ wie deß Teufels bild: aufm Marckt vñ beym wein ſihet man/ was geſtalt ſie die Niderlanden bezwingen/ Engellandt erobern/ Conſtantinopel vnder den gewalt deß Keyſers bringen/ das heilige Landt dem Tuͤrcken abdringen/ jhr Faͤnlein auf den Mawren zu Cayro pflantzen/ mehꝛ Mohꝛen denn in Affrica ſeind/ toͤdten/ Hauptleut beſtellen/ Coronellen vnnd Generales werben/ dem Feindt vnder Augen rucken/ ſireiten/ vberwinden vnd vnendlich vil dapffere Thaten begehen/ deßgleichen verachten ſie alle andere gelehrte Menſchen vnd dapffere Kriegsleut/ deß Koͤnigs Philippi Raͤthneñen ſie narꝛen/ deſſelben pragmaticas vnd vnoꝛdnung gloſſiren ſie/ vnd ſeind doch darneben Narꝛen in der Haut/ vnd dermaſſen forchtſamb/ feyg vnd verzagt/ daß ein einiges ſich an dem Baum bewegendes Blat ſie gedunckt ein maͤchtiges Kriegsheer zu ſein. | wir sehen / dass etliche Ignoranten / Narren und Fantasten sich in der Präsumtion ihrer Fantasien stellen wie die grimmige Löwen: wann sie auf der Gassen gehen / wenden sie die Augen von der einen Seiten zu der anderen / streichen ihre Knöbelbärth / setzen das Barett auf die Seiten / die Hände in die Hüfte / sehen sauer aus und sehr wild / wie des Teufels Bild: aufm Markt und beim Wein sieht man / was Gestalt sie die Niederlanden bezwingen / Engelland erobern / Konstantinopel unter den Gewalt des Kaisers bringen / das heilige Land dem Türken abdringen / ihr Fähnlein auf den Mauern zu Cayro Pflanzen / mehr Mohren denn in Affrica sind / töten / Hauptleut bestellen / Coronellen und Generales werben / dem Feind unter Augen rucken / sireiten / überwinden und unendlich viel tapfere Taten begehen / desgleichen verachten sie alle andere gelehrte Menschen und tapfere Kriegsleut / des Königs Philippi Rätnennen sie narren / desselben pragmaticas und Unordnung glossieren sie / und sind doch daneben Narren in der Haut / und dermaßen furchtsam / feig und verzagt / dass ein einiges sich an dem Baum bewegendes Blatt sie gedunkt ein mächtiges Kriegsheer zu sein. | de | de | de | 1 | 5.3229 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,609 | 1,615 | In arrogantia quemadmodum in armis inauratis non ſimilia ſunt interiora exterioribus: | In arrogantia quemadmodum in armis inauratis non similia sunt interiora exterioribus: | it | la | la | 0 | 5.0266 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,610 | 1,615 | Wie die verguldte glantzende Waffen ein ſchoͤnes euſſerliches anſehen haben/ juwendig aber ſehꝛ ſchaͤndlich ſeind. | Wie die vergüldte Glanzende Waffen ein schönes äußerliches ansehen haben / juwendig aber sehr schändlich sind. | de | de | de | 1 | 6.7623 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,611 | 1,615 | Alſo vnd ebner geſtallt findt man etliche vermeſſene Narꝛen/ welche dem euſſerlichen anſehen nach/ dapffere vnd kecke Loͤwen/ jnwendig im Hertzen aber vil verzagter/ denn die Haſen ſeindt. | Also und ebener Gestalt findet man etliche vermessene Narren / welche dem äußerlichen ansehen nach / tapfere und kecke Löwen / inwendig im Herzen aber viel verzagter / denn die Hasen sind. | de | de | de | 1 | 5.8176 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,612 | 1,615 | Groß iſt die Thorheit der Weltmenſchen/ die cognitio ſui ipſius eſt caſus ſaltem ſapientibus reſeruatis: | Groß ist die Torheit der Weltmenschen / die cognitio sui ipsius est Kasus saltem sapientibus reseruatis: | de | la | de | 0.667 | 5.6703 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,613 | 1,615 | Nur die Weiſen erkennen ſich ſelbſt/ kein eiuiger Jgnorant noch Narꝛ kennt ſich/ vnnd iſt vn muͤglich geſcheidt zumachen/ nirgends im Euangelio ſind man/ daß Chriſtus einen Narꝛen heite curtrt/ dann geſundt gemacht hat er die Blinden/ die Waſſerſuͤchtigen/ vnnd vil andere preſthafften/ aber an keinem einigen Narꝛen hat er ſich geriben/ die vrſach deſſen iſt/ allweil der Erloͤſer/ wann er die Leiber geſundt machte/ zugleich auch die Seelen geſundt gemacht/ vnd ſie im Glauben erleucht hat/ dann ſie erkennten ſich ſelbſt/ aber weil die Narꝛen ſich ſelbſt nicht erkennen/ ſo ſeind ſie nit wuͤrdig geheilt zu werden: | Nur die Weisen erkennen sich selbst / kein eiuiger Ignorant noch Narr kennt sich / und ist und möglich gescheit zumachen / nirgends im Evangelium sind man / dass Christus einen Narren heite curtrt / dann gesund gemacht hat er die Blinden / die Wassersüchtigen / und viel andere bresthaften / aber an keinem einigen Narren hat er sich gerieben / die Ursache dessen ist / allweil der Erlöser / wann er die Leiber gesund machte / zugleich auch die Seelen gesund gemacht / und sie im Glauben erleuchte hat / dann sie erkennten sich selbst / aber weil die Narren sich selbst nicht erkennen / so sind sie nicht würdig geheilt zu werden: | de | de | de | 1 | 5.1207 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,614 | 1,615 | Die Welt iſt voller Jgnorantz vnnd Narꝛen: | Die Welt ist voller Ignoranz und Narren: | de | de | de | 1 | 4.0635 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,615 | 1,615 | Wann einer auff einem hohen Thurn ſtuͤnde/ vnd die occupationes, werck vnd bemuͤhungen aller Menſchen ſehen ſolte/ der wuͤꝛde ſich dermaſſen dꝛuͤber verwundern/ daß er ſelbſt zu einem Narꝛen wuͤrde. | Wann einer auf einem hohen Turm stünde / und die occupationes, Werk und Bemühungen aller Menschen sehen sollte / der würde sich dermaßen drüber verwundern / dass er selbst zu einem Narren würde. | de | de | de | 1 | 5.0119 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,616 | 1,615 | Alle gedancken der Menſchen betreffen den Leib/ alle jhre ſorgfaͤltigkeiten beſtehen auffs eſſen/ kleiden/ Schaͤtz ſamblen/ bawen/ gedaͤchtnuß hinderlaſſen/ vnd zum Grab eylen. | Alle Gedanken der Menschen betreffen den Leib / alle ihre Sorgfältigkeiten bestehen aufs Essen / kleiden / Schätze samblen / bauen / Gedächtnis hinterlassen / und zum Grab eilen. | de | de | de | 1 | 6.5935 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,617 | 1,615 | Vber alle Jgnoranten vnnd Narꝛen aber ſeindt die jenigen/ welche jhre Buß biß an jhr letztes End verſchieben. | Über alle Ignoranten und Narren aber sind diejenigen / welche ihre Buße bis an ihr letztes Ende verschieben. | de | de | de | 1 | 5.184 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,618 | 1,615 | Die falſche vertroͤſtung vnnd verheiſſung deß lengern Lebens verfuͤhret vil Menſchen: Ein vermeſſener Narꝛ iſt der jenig/ welcher jhm ſelbſt ein langes Leben verheiſſet/ dann er vnderſtehet ſich GOtt dem HErꝛen die zukuͤnfftige zeit zu benemmen/ vnnd er diſponirt mit derſelben/ ſamb gehoͤrte ſie jhm vnnd nicht GOtt zu/ vnangeſehen er villeicht heut ſterben vnnd zu einer ſolchen zeit zu GOtt ſchreyen wirdt/ zu dern er nicht erhoͤrt ſoll werden. | Die falsche Vertröstung und Verheißung des längeren Lebens verführet viel Menschen: Ein vermessener Narr ist der jenig / welcher ihm selbst ein langes Leben verheißt / dann er unterstehet sich Gott dem Herren die zukünftige Zeit zu benehmen / und er disponiert mit derselben / samt gehörte sie ihm und nicht Gott zu / unangesehen er vielleicht heute sterben und zu einer solchen Zeit zu Gott schreien wird / zu deren er nicht erhört soll werden. | de | de | de | 1 | 4.9727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,619 | 1,615 | Etliche ordiniren die zukuͤnfftige ding/ die nicht in jhrer macht ſtehen/ hergegen laſſen ſie die gegenwertige ding verwirꝛt vnd vnordentlich durch einander ligen. | Etliche ordinieren die zukünftige Ding / die nicht in ihrer macht stehen / hingegen lassen sie die gegenwärtige Ding verwirrt und unordentlich durcheinander liegen. | de | de | de | 1 | 5.721 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,620 | 1,615 | Das Leben/ welches ſie haben/ verzehren ſie/ vnd ſie machen jhnen einen Fuͤrſatz das jenige Leben zu beſſeren vnd zu bekehren/ welches ſie nicht haben. | Das Leben / welches sie haben / verzehren sie / und sie machen ihnen einen Vorsatz dasjenige Leben zu besseren und zu bekehren / welches sie nicht haben. | de | de | de | 1 | 4.6637 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,621 | 1,615 | Den theil deß Lebens/ welchen GOtt jhnen gegeben/ woͤllen ſie verzehren jhne erzuͤrnend/ hergegen wollen ſie jhm den jenigen theil jhres Lebens geben/ vnd ſein gnad darmit erlangen/ welchen er jhnen nit gegeben. | Den Teil des Lebens / welchen Gott ihnen gegeben / wollen sie verzehren ihn erzürnend / hingegen wollen sie ihm denjenigen Teil ihres Lebens geben / und sein Gnade damit erlangen / welchen er ihnen nicht gegeben. | de | de | de | 1 | 4.937 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,622 | 1,615 | Was kan aber eytler vnd naͤrꝛiſcher ſeyn? | Was kann aber eitler und närrischer sein? | da | no | is | 0 | 4.765 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,623 | 1,615 | An jetzo vnnd als baldt ſollen wir vns beſſern/ weil die zeit der gnaden noch verhanden iſt/ dann diſes Leben iſt vns verliehen worden/ damit wir/ vermittelſt diſer vnſer bemuͤhungen kauffen ſollen die Ruh deß Himmels. | An jetzt und als bald sollen wir uns besseren / weil die Zeit der Gnaden noch vorhanden ist / dann dieses Leben ist uns verliehen worden / damit wir / vermittels dieser unser Bemühungen kaufen sollen die Ruhe des Himmels. | de | de | de | 1 | 5.5628 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,624 | 1,615 | Jn allen dingen ſeind die Menſchen ſehr ſorgfaͤltig die gelegene zeit zu erwehlen/ aber nach der ſo gar guten gelegenen zeit ſich zubekehren/ fragt man wenig. | In allen Dingen sind die Menschen sehr sorgfältig die gelegene Zeit zu erwählen / aber nach der so gar guten gelegenen Zeit sich zubekehren / fragt man wenig. | de | de | de | 1 | 5.5597 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,625 | 1,615 | Das beſie vnſers Lebens geben wir dem Teuffel/ aber das aller aͤrgiſte geben wir CHriſto: | Das besieh unseres Lebens geben wir dem Teufel / aber das aller ärgiste geben wir Christo: | de | de | de | 1 | 6.2878 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,626 | 1,615 | O wie ſchwerlich aber wirdt der jenig ſich zu GOTT bekehren koͤnnen im Alter/ welcher ſein Jugendt verzehret hat inn Suͤnden? | O wie schwerlich aber wird der jenig sich zu GOTT bekehren können im Alter / welcher sein Jugend verzehret hat in Sünden? | de | de | de | 1 | 5.7076 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,627 | 1,615 | Selten/ ja ſelten befindt ſich ein gute diſpoſition vnnd contrition zur zeit der aͤngſten deß Todts: | Selten / ja selten befind sich ein gute Disposition und contrition zur Zeit der ängsten des Tods: | de | de | de | 1 | 6.9394 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,628 | 1,615 | Wer GOtt nit liebet wann er noch frey vnnd wol diſponiret iſt/ der wirdt jhne vil weniger lieben/ wann er den Todt/ den Teuffel vnnd die Hoͤll vor Augen ſihet/ vnnd wann er vmb geben iſt mit groſſen ſchmertzen/ angſt vnd trawrigkeiten/ ꝛc. Wer Gott den HErꝛn nit kennen hat woͤllen im Leben/ denſelben wirdt er nicht keñen im Todt/ ſonder ſprechen wirdt er zu jhnen/ wie zu jenen naͤrꝛiſchen Jungfrawen: Fuͤrwar/ ich kenne euch nicht: | Wer Gott nicht liebet wann er noch frei und wohl disponieret ist / der wird ihn viel weniger lieben / wann er den Tod / den Teufel und die Höll vor Augen sieht / und wann er um geben ist mit großen Schmerzen / Angst und Traurigkeiten / etc. Wer Gott den Herrn nicht kennen hat wollen im Leben / denselben wird er nicht kennen im Tod / sonder sprechen wird er zu ihnen / wie zu jenen närrischen Jungfrauen: Fürwahr / ich kenne euch nicht: | de | de | de | 1 | 4.6163 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,629 | 1,615 | O Jgnorantz/ O Thorheit/ du biſt die fuͤrnembſte vrſach/ warumb die Menſchen nur der Welt ſo gar fleiſſig dienen/ vnd Sclauen jhrer paſſionen ſeind/ ſie kennen das Gut nit/ welches ſie verlteren/ ſie erkennen das boͤſe nit/ welches ſie leiden/ ſonder bemuͤhẽ ſich mit den eytelkeiten vnnd Thorheiten der Welt/ vnnd fahren dardurch zur Hoͤllen/ dann Stultorum infinitus eſt numerus. | O Ignoranz / O Torheit / du bist die fürnehmste Ursache / warum die Menschen nur der Welt so gar fleißig dienen / und Sklaven ihrer Passionen sind / sie kennen das Gut nicht / welches sie Geltern / sie erkennen das böse nicht / welches sie leiden / sonder bemühen sich mit den Eitelkeiten und Torheiten der Welt / und fahren dadurch zur Höllen / dann Stultorum infinitus est numerus. | de | de | de | 1 | 5.1508 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,630 | 1,615 | Capvt XXXIX. | Capvt XXXIX. | fr | en | hu | 0 | 7.511 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,631 | 1,615 | Diſcurs vom Gewiſſen. | Diskurs vom Gewissen. | de | de | fr | 0.667 | 7.1539 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,632 | 1,615 | DEr acht Tiſchgenoß redete von der materi deß Gewiſſens/ vnnd ſprach: | Der acht Tischgenoß redete von der Materie des Gewissens / und sprach: | de | de | de | 1 | 5.8497 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,633 | 1,615 | Das allerbeſte/ welches ich vnder den Menſchlichen dingen finde/ iſt ein gutes Gewiſſen/ ſola bona conſcientia libertas eſt: Wo ein gutes Gewiſſen verhanden/ da befindt ſich die Freyheit vnd Frewd/ wo es aber mengelt/ da iſt gefaͤngnuß/ muͤhe vnnd arbeit/ derwegen ſagte Dauid/ gloria noſtra hæc eſt teſtimonium conſcientiæ noſtræ. | Das allerbeste / welches ich unter den menschlichen Dingen finde / ist ein gutes Gewissen / sola bona conscientia libertas est: Wo ein gutes Gewissen vorhanden / da befind sich die Freiheit und Freude / wo es aber mangelt / da ist Gefängnis / Mühe und Arbeit / derentwegen sagte David / gloria nostra haec est testimonium conscientiae nostrae. | de | de | de | 1 | 4.4489 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,634 | 1,615 | Die gerechten bemuͤhen ſich/ damit das jnneriſte jhres Gewiſſens rein vnnd gut ſeye. | Die gerechten bemühen sich / damit das jnneriste ihres Gewissens rein und gut sei. | de | de | de | 1 | 6.8213 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,635 | 1,615 | Alſo hat Dauid gethau/ ſprechendt: fiat cor meum immaculatum in iuſtificationibus tuis vt non confundar: | Also hat David gethau / sprechendt: fiat cor meum immaculatum in iustificationibus tuis ut non confundar: | en | la | la | 0 | 5.7783 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,636 | 1,615 | Zur zeit deß Todts wirdt man ſehen/ daß alle die jenige zeit verlohren ſeye/ welche den Menſchen zu gefallen verzehrt iſt worden/ hergegen wirdt die jenige wol angelegt/ welche verwend wird Chriſto zu gefallen/ vermittelſt eines reinen Gewiſſens: Wann an jenem geſtrengen juͤngſten Tag/ die Buͤcher vnſers Gewiſſens auffgethan/ vnd vor aller Welt abgeleſen ſollen werden/ werden wir vil lieber woͤllen/ daß wir GOtt den HErꝛn von Hertzen geliebt/ weder von hohen vnnd ſubtilen dingen diſputirt hetten: | Zur Zeit des Tods wird man sehen / dass alle diejenige Zeit verloren sei / welche den Menschen zu gefallen verzehrt ist worden / hingegen wird diejenige wohl angelegt / welche verwend wird Christo zu gefallen / vermittels eines reinen Gewissens: Wann an jenem gestrengen jüngsten Tag / die Bücher unseres Gewissens aufgetan / und vor aller Welt abgelesen sollen werden / werden wir viel lieber wollen / dass wir Gott den Herrn von Herzen geliebt / weder von hohen und subtilen Dingen disputiert hätten: | de | de | de | 1 | 5.1406 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,637 | 1,615 | Vil beſſer wirdt als dann ſein ein reines Gewiſſen/ weder das man verꝛicht hat ſehr hohe vnd ſpitzfindige Predigen/ dann nit wirdt man vns fragen/ was wir geredt vnnd geſchriben/ ſonder was wir gethan vnnd fuͤr werck begangen. | Viel besser wird als dann sein ein reines Gewissen / weder das man verrichtet hat sehr hohe und spitzfindige Predigen / dann nicht wird man uns fragen / was wir geredet und geschrieben / sonder was wir getan und für Werk begangen. | de | de | de | 1 | 5.3944 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,638 | 1,615 | Die Welt iſt blindt vnd vrtheilet blindigklich vnd naͤrꝛiſch von allen ſachen: Sie lobet vns per coniecturas exteriores, wegen vnſers euſſerlichen ſchoͤnen vnnd exemplariſchen Lebens vnd Wandels/ dann ſie ſihet nit/ was jnwendig in vns ſteckt: | Die Welt ist blind und verteilet blindigklich und närrisch von allen Sachen: Sie lobet uns per coniecturas exteriores, wegen unseres äußerlichen schönen und exemplarischen Lebens und Wandels / dann sie sieht nicht / was inwendig in uns steckt: | de | de | de | 1 | 5.5172 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,639 | 1,615 | Nit ſihet ſie vnſere Natur/ ſonder die Kunſt/ wir ſelbſt aber ſehen vnd wiſſen was in vnnd hinder vns ſtecke/ vnnd wie wir beſchaffen ſeyen: | Nicht sieht sie unsere Natur / sonder die Kunst / wir selbst aber sehen und wissen was in und hinter uns stecke / und wie wir beschaffen seien: | de | de | de | 1 | 5.2389 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,640 | 1,615 | Vil Leuth ſihet man vmbgeben vnnd bekleidt mit Sammet vnnd Seiden/ aber behafft mit Laſtern/ ſie ligen auch in weichen Bethen/ eſſen zarte Biſſel/ vnnd leben taͤglich ſcheinbarlich/ aber wann du jhr Hertz ſehen ſolteſt/ ſo wuͤrdeſt du jhnen nicht neydig ſeyn/ dann ſehen wuͤrdeſt du den Hencker jhres boͤſen Gewiſſens/ welcher mit der blutigen Geiſſel jhre Seelen peiniget: finden wuͤrdeſt du ein ſo groſſe heimliche trawrigkeit in dem Marck jhrer Gebeinen/ daß ſie jhnen ſelbſt feindt werden/ vnnd daſſelbe machet jhr Beth hart/ jhren Tiſch vnnd Speiſen bitter/ jhre Taͤg melancoliſch/ vnd jhre Naͤcht erſchroͤcklich. | Viel Leute sieht man umgeben und bekleidet mit Samt und Seiden / aber behafte mit Lastern / sie liegen auch in weichen beten / essen zarte Bissel / und leben täglich scheinbarlich / aber wann du ihr Herz sehen solltest / so würdest du ihnen nicht neidig sein / dann sehen würdest du den Henker ihres bösen Gewissens / welcher mit der blutigen Geißel ihre Seelen peiniget: finden würdest du ein so große heimliche Traurigkeit in dem Mark ihrer Gebeinen / dass sie ihnen selbst Feind werden / und dasselbe macht ihr Bett hart / ihren Tisch und Speisen bitter / ihre Tage melancolisch / und ihre Nächte erschröcklich. | de | de | de | 1 | 5.1296 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,641 | 1,615 | Derwegen ſihe vnd verlaß dich nit auff das vrtheil der Welt/ ſonder auff dein eygnes: tuo tibi iudicio eſt vtendum: Virtutis & vitiorum graue ipſius conſcientiæ pondus eſt, qua ſublata, iacent omnia. | Derentwegen sihe und verlass dich nicht auf das vrtheil der Welt / sonder auf dein eigenes: tuo tibi iudicio est vtendum: Virtutis & vitiorum graue ipsius conscientiae pondus est, qua sublata, iacent omnia. | de | de | de | 1 | 5.2523 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,642 | 1,615 | Ein ordenlichs priuat Leben iſt das aller beſte vnnd außbuͤndigſte Leben: | Ein ordenliches Privatleben ist das allerbeste und ausbündigste Leben: | de | de | de | 1 | 6.4792 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,643 | 1,615 | Ein jeglicher mag gleichwol ein ehrliche Perſon auff der Binen repræſentiren. aber daß einer jnwendig vnd im Hertzen wol regulire ſeye/ daran ligts alles mit einander. | Ein jeglicher mag gleichwohl ein ehrliche Person auf der binnen repräsentieren . aber dass einer inwendig und im Herzen wohl reguliere sei / daran Lichts alles miteinander. | de | de | de | 1 | 7.5886 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,644 | 1,615 | Wer in ſeinem Hauſe vnd in ſeinen ordinarijs actionibus, (von derentwegen er niemande rechnung zu geben hat) gerecht vnd ohne tadel iſt/ der iſt Lobs wuͤrdig: derwegen ſaͤgte der Weltweiſe Bias, daß das jenig das allerbeſte Haußweſen waͤre/ wann der Haußuatter eben alſo beſchaffen iſt jnwendig/ wie er ſich ſtellet außwendig. | Wer in seinem Hause und in seinen ordinarijs actionibus, (von derentwegen er niemand Rechnung zu geben hat) gerecht und ohne Tadel ist / der ist Lobs würdig: derentwegen sägte der Weltweise Bias, dass das jenig das allerbeste Hauswesen wäre / wann der Haußuatter eben also beschaffen ist inwendig / wie er sich stellet auswendig. | de | de | de | 1 | 5.7979 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,645 | 1,615 | Als dem Iulio Druſio ſeine Zimmerleuth verhieſſen/ daß ſie jhm ein Hauß bawen wolten/ darin jhm ſeine Nachbarn nit einſehen ſolten koͤnnen/ doch daß er jhnen hergegen 3000. | Als dem Iulio Drusio seine Zimmerleut verhießen / dass sie ihm ein Haus bauen wollten / darin ihm seine Nachbarn nicht einsehen sollten können / doch dass er ihnen hingegen 3000. | de | de | de | 1 | 5.7949 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,646 | 1,615 | Kronen geben ſolte/ antwortet er vnd ſprach: | Kronen geben sollte / antwortet er und sprach: | de | de | de | 1 | 6.6571 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,647 | 1,615 | Jch wil euch 6000 geben/ woferꝛn jhr mir ein Hauß bawet/ darin ein jeglicher aller orten koͤnne einſchawen/ vnnd meine Werck ſehen. | Ich will euch 6000 geben / wofern ihr mir ein Haus bat / darin ein jeglicher aller Orten könne Einschauen / und meine Werk sehen. | de | de | de | 1 | 7.0123 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,648 | 1,615 | Wann Ageſilaus reiſete/ nam er ſein Loſament vnnd Herberg in der Kirchen/ damit jhm nit allein das Volck ſonder auch die Goͤtter ſelbſt in ſeinen priuat wercken einſehen moͤchten. | Wann Agesilaus reiste / nahm er sein Losament und Herberge in der Kirchen / damit ihm nicht allein das Volk sonder auch die Götter selbst in seinen privat Werken einsehen möchten. | de | de | de | 1 | 6.1678 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,649 | 1,615 | Nur der jenig iſt gleichſamb ein miraculum mundi, an welchem weder ſein Knecht noch ſein Weib niemaln nichts vngebuͤrlichs ſehen oder verſpuͤren: | Nur der jenig ist gleichsam ein miraculum mundi, an welchem weder sein Knecht noch sein Weib niemals nichts ungebührliches sehen oder verspüren: | de | de | de | 1 | 5.2349 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,650 | 1,615 | Vber wenig Menſchen verwunderen ſich jhre Haußgenoſſen: niemaln iſt einer ein Prophet geweſt in ſeinem Hauß noch in ſeinem Vatterlandt. | Über wenig Menschen verwundere sich ihre Hausgenossen: niemals ist einer ein Prophet gewesen in seinem Haus noch in seinem Vaterland. | de | de | de | 1 | 5.2331 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,651 | 1,615 | Ein Kriegs volck anfuͤhren/ ein Schlacht erobern/ ein ſtattliche Bottſchafft verꝛichten/ ein Landt regieren/ das alles ſeind offentliche bekante Werck/ aber anheimbs mit dem Weib greinen/ lachen/ verkauffen/ bezahlen/ lieben/ haſſen/ mit jhm ſelbſt vnnd mit ſeinem Geſindt lieblich/ freundlich vnd recht conuerſiren vnnd vmbgehen/ das iſt das aller ſchwereſte vnd geheimſte/ vnnd da ligts. | Ein Kriegs Volk anführen / ein Schlacht erobern / ein stattliche Botschaft verrichten / ein Land regieren / das alles sind öffentliche bekannte Werk / aber anheim mit dem Weib greinen / lachen / verkaufen / bezahlen / lieben / hassen / mit ihm selbst und mit seinem Gesinnt lieblich / freundlich und recht conuersiren und umgehen / das ist das aller schwerste und geheimste / und da Lichts. | de | de | de | 1 | 5.802 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,652 | 1,615 | Ein ſchlechter Burger oder Handtwercksmann lebt bißweilen vil ordentlicher vnnd gerechter anheimbs in ſeinem Hauſe/ denn bißweilen ein Præſident deß groſſen Koͤnigklichen Raths mit aller ſeiner ſufficientz, ehꝛwuͤrdigen euſſerlichen reputation, authoritet vnd anſehen. | Ein schlechter Burger oder Handwerksmann lebt bisweilen viel ordentlicher und gerechter anheim in seinem Hause / denn bisweilen ein Präsident des großen königlichen Rats mit aller seiner Suffizienz, ehrwürdigen äußerlichen Reputation, Autorität und ansehen. | de | de | de | 1 | 6.3713 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,653 | 1,615 | Etliche Leuth ſeind auff der Gaſſen/ vnnd bey der Geſellſchafft gleichſamb fromme Schaf vnd vnſchuldige Laͤmmer/ aber anheimbs vnnd gegen den jhrigen ſeind ſie grimmige Loͤwen: | Etliche Leute sind auf der Gassen / und bei der Gesellschaft gleichsam fromme Schaf und unschuldige Lämmer / aber anheim und gegen den ihrigen sind sie grimmige Löwen: | de | de | de | 1 | 5.8121 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,654 | 1,615 | Jhr priuat Leben iſt voller vnordnung vnnd Laſtern/ jhr Wandel iſt mehrers gerichtet auff die eytele Glori/ denn auffs Gewiſſen/ nit thun ſie das jenig fuͤrs Gewiſſen/ was ſie thun wegen der eytelen Glori/ das Heyl der Seelen beſtehet nit im hochtraben/ ſonder in der jnnerlichen Demut vnd Reinigkeit: | Ihr Privatleben ist voller Unordnung und Lastern / ihr Wandel ist mehreres gerichtet auf die Eitele Glorie / denn aufs Gewissen / nicht tun sie das jenig fürs Gewissen / was sie tun wegen der Eitelen Glorie / das Heil der Seelen bestehet nicht im Hochtraben / sonder in der innerlichen Demut und Reinheit: | de | de | de | 1 | 5.0242 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,655 | 1,615 | die grandezen vnd Hochheiten ſollen nicht exercirt vnnd geuͤbt werden in den euſſerlichen grandezen, ſonder in der mediocrit vnnd mittelmeſſigkeit. | die grandezen und Hochheiten sollen nicht exerziert und geübt werden in den äußerlichen grandezen, sonder in der mediocrit und Mittelmäßigkeit. | de | de | de | 1 | 4.6173 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,656 | 1,615 | Nichts iſt ſchwerer/ als eben ein boͤſes Gewiſſen/ wers aber nit glauben will/ der wirdts erfahren/ wann es darzu kommen wirdt/ daß jm die ſchwere Buͤrd nit allein nicht genommen/ ſonder vil mehr gelaſſen wirdt werden: | Nichts ist schwerer / als eben ein böses Gewissen / wer es aber nicht glauben will / der Wirts erfahren / wann es dazukommen wird / dass ihm die schwere Bürde nicht allein nicht genommen / sonder viel mehr gelassen wird werden: | de | de | de | 1 | 5.1754 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,657 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie/ wann zwo oder drey Perſonen einem helffen ein ſchwere Buͤrd tragen/ ers nit ſo ſehr empfindet/ als wann ers allein truͤge/ alſo pfleget der Teufel/ die Welt vñ das Fleiſch dir zuhelffen/ die buͤrd deines boͤſen gewiſſens zu tragen/ dir zu fauoriſiren, zu zaͤrtlen vnd zu liebkoſen/ aber wañ das ſterbſtuͤndlein kompt/ alsdann laſſen dich diſe deine drey Freunde alleinig in der Hoͤllen ſtecken/ die Welt dern du gedient haſt/ wird dich in deiner groͤſten noth vbergeben den Haͤnden deß allermaͤchtigſten Richters/ auf daß du jhm rechenſchafft gebeſt wegen deines Lebens/ wo werdẽ aber als dann ſein deine Beichtuaͤtter/ welche dir auß deinen Todtſuͤnden nur peccadillos gemacht? | Zu gleicher weiß wie / wann zwei oder drei Personen einem helfen ein schwere Bürde tragen / er es nicht so sehr empfindet / als wann er es allein trüge / also pflegt der Teufel / die Welt und das Fleisch dir zuhelfen / die Byrd deines bösen Gewissens zu tragen / dir zu favorisieren, zu zärtle und zu liebkosen / aber wann das Sterbstündlein kommt / alsdann lassen dich diese deine drei Freunde alleinig in der Höllen stecken / die Welt deren du gedient hast / wird dich in deiner größten Not übergeben den Händen des allermächtigsten Richters / auf dass du ihm Rechenschaft gebest wegen deines Lebens / wo werden aber als dann sein deine Beichtväter / welche dir aus deinen Todsünden nur peccadillos gemacht? | de | de | de | 1 | 4.9642 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,658 | 1,615 | wo werden als dann ſein deine liebſie freunde/ ſchmarotzer vnd Rechts gelehrten/ welche dir auß einem Elephanten ein Mucke/ auß einer Mucke einen Elephanten/ das gerade krumb/ das krumme gerad gemacht/ vnd in allen ſachẽ das placebo Domino geſpilt/ vnd alles recht gegeben? | wo werden als dann sein deine Lipsi Freunde / schmarotzer und Rechts gelehrten / welche dir aus einem Elefanten ein Mucke / aus einer Mucke einen Elefanten / das gerade krumm / das krumme gerade gemacht / und in allen Sachen das placebo Domino gespielt / und alles recht gegeben? | de | de | de | 1 | 5.5633 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,659 | 1,615 | O Menſch/ reinige offtermals dein gewiſſen/ veꝛmittelſt der ſacramentaliſchen Beicht: | O Mensch / reinige öftermals dein gewissen / vermittelst der sakramentaleschen Beichte: | de | de | de | 1 | 6.5177 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,660 | 1,615 | erſcheine nit vor Gott mit beſudleten blutigen haͤnden/ ſond’ preſentire jhm ein gutes gewiſſen vnd heilige werck/ ſo wirſtu von jhm erlangen/ was du begehꝛſt. | erscheine nicht vor Gott mit besudelten blutigen Händen / Sonde präsentiere ihm ein gutes Gewissen und heilige Werk / so wirst du von ihm erlangen / was du begehrst. | de | de | de | 1 | 5.3967 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,661 | 1,615 | Capvt XL. | Capvt XL. | en | en | hu | 0 | 10.4185 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,662 | 1,615 | Diſcurs von der Einigkeit vnd Vneinigkeit. | Diskurs von der Einigkeit und Uneinigkeit. | de | de | de | 1 | 4.3363 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,663 | 1,615 | DER neundt redete von der Materi der Einigkeit vnd vneinigkeit vnnd ſprach: | Der neunt redete von der Materie der Einigkeit und Uneinigkeit und sprach: | de | de | de | 1 | 5.434 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,664 | 1,615 | Alle gute ding/ vnd die erhaltung vnnd vollkommenheit aller dingen ins gemein vnnd inſonderheit/ beſtehet in der vnion vnd einigkeit/ hergegen entſpringt alles Leidt auß der vneinigkeit/ abſonderung vnnd zertheilung. | Alle gute Ding / und die Erhaltung und Vollkommenheit aller Dingen ins gemein und in Sonderheit / bestehet in der Union und Einigkeit / hingegen entspringt alles Leid aus der Uneinigkeit / Absonderung und Zerteilung. | de | de | de | 1 | 5.0608 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,665 | 1,615 | Derwegen befilcht vns der Apoſtel die Einigkeit deß Geiſtes vnnd ſpricht: ſolliciti ſeruare vnitatem ſpiritus in vinculo pacis. | Derentwegen befilcht uns der Apostel die Einigkeit des Geistes und spricht: solliciti seruare vnitatem spiritus in vinculo pacis. | de | de | de | 1 | 5.6492 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,666 | 1,615 | Wo frid vnnd einigkeit iſt/ da iſt GOtt vnnd ſein Segen/ wo aber Vneinigkeit/ Zanck vnnd Hader iſt da regieret der Teuffel vnd alles vnheil. | Wo Frieden und Einigkeit ist / da ist Gott und sein Segen / wo aber Uneinigkeit / Zank und Hader ist da regieret der Teufel und alles Unheil. | de | de | de | 1 | 4.2853 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,668 | 1,615 | Der Frid vnd Einigkeit/ welcher damals vnder dem Chriſtlichen Volck war/ machte ſie ſehr ſchoͤn in den Augen Gottes/ vnd ſtarck in den Augen jhrer Feinde/ derwegen lobte der heilig Geiſt die erſte Kirch vñ ſprach: pulchra es & decora ſicut Ieruſalem: terribilis vt caſtrorum acies ordinata. | Der Frieden und Einigkeit / welcher damals unter dem christlichen Volk war / machte sie sehr schön in den Augen Gottes / und stark in den Augen ihrer Feinde / derentwegen lobte der heilig Geist die erste Kirche und sprach: pulchra es & decora sicut Jerusalem: terribilis ut castrorum acies ordinata. | de | de | de | 1 | 4.9764 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,669 | 1,615 | Jm Chor verſpuͤrt man ein conſonantz der ſtim̃en/ vnd in einer Feldtſchlacht ein wolgeordnetes Kriegsheer/ vnd diſe beyde ding entſpringen auß der Lieb vnnd einigkeit der Chriſten/ welche jhnen ein ſtaͤrck vnnd dapferkeit gibt. | Im Chor verspürt man ein Konsonanz der stimmen / und in einer Feldschlacht ein wohlgeordnetes Kriegsheer / und diese beide Ding entspringen aus der Liebe und Einigkeit der Christen / welche ihnen ein stärk und Tapferkeit gibt. | de | de | de | 1 | 5.3914 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,670 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie in einer armada die obriſte galera einen ſonderbaren ſchoͤnen Pfawen/ vnd das Wappen deß Koͤnigs oder Kriegsfuͤrſtens/ vnd vil Adels Perſonen fuͤhret/ alſo hat die Chꝛiſtliche Religion vor zeiten in jhrem Wappen die Lieb vnd einigkeit gefuͤhrt/ dann wo Frid/ Lieb vnnd einigkeit iſt/ da wirdt ein liebliche melodey verſpuͤrt/ wo aber vneinigkeit iſt/ da iſt verderben vnd vndergang. | Zu gleicher weiß wie in einer Armada die oberste galera einen sonderbaren schönen Pfauen / und das Wappen des Königs oder Kriegsfürstens / und viel Adels Personen führt / also hat die christliche Religion vor Zeiten in ihrem Wappen die Liebe und Einigkeit geführt / dann wo Frieden / Liebe und Einigkeit ist / da wird ein liebliche Melodei verspürt / wo aber Uneinigkeit ist / da ist verderben und Untergang. | de | de | de | 1 | 5.4008 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,671 | 1,615 | Nichts hat Chriſtus ſeiner Kirchen ſo fleiſſig vnnd eyferig befolchen/ als eben den Friden vnnd Einigkeit/ aber leyder zu diſen zeiten halten die Chriſten nichts weniger als eben die Lieb vnd einigkeit/ dann ſie thun ſchir nichts anders/ als einander reiſſen/ beiſſen/ verkauffen/ verꝛathen vnnd dardurch ſelbſt vnder einander verzehren. | Nichts hat Christus seiner Kirchen so fleißig und eifrig befolgen / als eben den Frieden und Einigkeit / aber leider zu diesen Zeiten halten die Christen nichts weniger als eben die Liebe und Einigkeit / dann sie tun schier nichts anders / als einander reißen / beißen / verkaufen / verraten und dadurch selbst untereinander verzehren. | de | de | de | 1 | 5.4174 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,672 | 1,615 | Omne regnum in ſe diuiſum deſolabitur: ſpricht der HErꝛ/ als wolte er ſagen: | Omne regnum in se diuisum desolabitur: spricht der Herr / als wollte er sagen: | de | de | de | 1 | 6.7225 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,673 | 1,615 | Wann ein Reich vneins oder zertheilt wirdt/ ſo wirdts zerſtoͤrt/ fuͤrnemblich dreyerley vrſachen halden/ erſtlich durch die Hoffart/ dann die vneinigkeit iſt ein Tochter der Hoffart/ vermuͤg der Wort: inter ſuperbos ſemper rixæ: | Wann ein Reich uneins oder zerteilt wird / so Wirts zerstört / vornehmlich dreierlei Ursachen Halden / erstlich durch die Hoffart / dann die Uneinigkeit ist ein Tochter der Hoffart / vermög der Wort: inter superbos semper rixae: | de | de | de | 1 | 6.35 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,674 | 1,615 | Die eygenſchafft eines hoffertigen iſt/ daß er allzeit ein Liebhaber iſt ſeines eygnen gutbedunckens/ derwegen verheuret er ſich mit ſeinem Willen/ abundat enim in ſuo ſenſu, vnd im wenigſten will er eines andern meinung der ſeinigen vorziehen: | Die Eigenschaft eines hoffertigen ist / dass er allzeit ein Liebhaber ist seines eigenen Gutbedünkens / derentwegen verheuert er sich mit seinem Willen / abundat enim in suo sensu, und im wenigsten will er eines anderen Meinung der seinigen vorziehen: | de | de | de | 1 | 5.8629 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,675 | 1,615 | weil dann vnder den hoffertigen widerwertige willen vñ meinungen ſeind/ vnd ein jeder bey ſeinem ſiñ halßſtaͤrꝛig verbleibt/ ſo muͤſſen notwendig die ſtritt vnd vneinigkeiten vnder jhnen regiren: | weil dann unter den hoffertigen widerwärtige Willen und Meinungen sind / und ein jeder bei seinem sinn halßstärrig verbleibt / so müssen notwendig die stritt und Uneinigkeiten unter ihnen regieren: | de | de | de | 1 | 6.7246 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,676 | 1,615 | Weil auch GOtt der Hoffart ſehr ſeind iſt/ ſo will er jhnen zu einer Straff/ keinen friden geben/ vnd derwegen leben vnd ſchweben ſie jmmerdar in der vneinigkeit. | Weil auch Gott der Hoffart sehr sind ist / so will er ihnen zu einer Strafe / keinen Frieden geben / und derentwegen leben und schweben sie immerdar in der Uneinigkeit. | de | de | de | 1 | 5.3578 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,677 | 1,615 | Die andere vrſach der vneinigkeit iſt der mangel der Iuſtici: | Die andere Ursache der Uneinigkeit ist der Mangel der Justiz: | de | de | de | 1 | 4.111 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,678 | 1,615 | Die fuͤrderliche/ gerechte vnnd vnpartheyiſche adminiſtrirung der Iuſtici erhelt ein Landt in Friden/ aber die vnbilliche gewaltthaͤtigkeiten vnnd die vnſtraffmaͤſſigkeit der Boßheiten verurſachen rebelliones, Auffruhr vnnd weitlaͤuffigkeiten. | Die förderliche / gerechte und unparteiische Administrierung der Justiz erhält ein Land in Frieden / aber die unbillige Gewalttätigkeiten und die Unstraffmässigkeit der Bosheiten verursachen rebelliones, Aufruhr und Weitläufigkeiten. | de | de | de | 1 | 5.2616 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,679 | 1,615 | Dionyſius Syracuſanus pflegte zu ſagen/ daß zweyding ſein Landt im guten wolſtandt erhielten/ nemblich die guͤte vnd die Iuſtici, dañ weder die macht/ noch die forcht noch die ſtarcke Guardi verſicheren den ſtand eines Koͤnigs nicht ſo ſehr/ als eben die gute affection vnnd Lieb der Vnderthanen/ welche fuͤrnemblich erlangt wirdt durch die guͤte vnnd Gerechtigkeit: | Dionysius Syracusanus pflegte zu sagen / dass Zweiding sein Land im guten Wohlstand erhielten / nämlich die Güte und die Justiz, dann weder die macht / noch die fürchtet noch die starke Guardi versichern den stand eines Königs nicht so sehr / als eben die gute Affektion und Liebe der Untertanen / welche vornehmlich erlangt wird durch die Güte und Gerechtigkeit: | de | de | de | 1 | 5.5482 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,680 | 1,615 | Weil auch vil Koͤnige vnderlaſſen haben die Iuſtici zu adminiſtriren, ſo haben ſie verlohren jhꝛ Leben ſampt dem Reich. | Weil auch viel Könige unterlassen haben die Justiz zu administrieren, so haben sie verloren ihr Leben samt dem Reich. | de | de | de | 1 | 5.4451 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,681 | 1,615 | Drittens entſpringt auß der Religion vnnd Lieb Gottes aller Fried/ Einigkeit vnnd Wolſtandt eines Koͤnigreichs/ hergegen auß der Verachtung der Religion erfolgt Vneinigkeit/ confuſion, vnordnung/ auffruhr/ Krieg vnnd Blutuergieſſen. | Drittens entspringt aus der Religion und Liebe Gottes aller Frieden / Einigkeit und Wohlstand eines Königreichs / hingegen aus der Verachtung der Religion erfolgt Uneinigkeit / Konfusion, Unordnung / Aufruhr / Krieg und Blutvergießen. | de | de | de | 1 | 4.1781 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,682 | 1,615 | Es haben ſich gleichwol die Politici ſtarck bemuͤht/ das Volck in frid vnnd einigkeit zu erhalten/ vermittelſt der Geſetz/ edicten, ordinantzen vnnd ſcharpffen pœnen vnnd ſtraffen/ aber weil ſie ohne Fundament gebawt vnd darneben die Gottsforcht vnnd Religion nit in obacht genommen/ ſo iſt alle muͤh vergebens geweſt. | Es haben sich gleichwohl die Politici stark bemüht / das Volk in Frieden und Einigkeit zu erhalten / vermittels der Gesetz / Edikten, ordinantzen und scharfen Pönen und strafen / aber weil sie ohne Fundament gebaut und daneben die Gottsfurcht und Religion nicht in Obacht genommen / so ist alle Mühe vergebens gewesen. | de | de | de | 1 | 5.3042 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,683 | 1,615 | Die Religion iſt das fuͤrnembſte fundament aller rerumpublicarũ, der executionen, der Geſetzen/ deß gehoꝛſambs der vnderthanen gegen der Obrigkeit/ vñ jrer gegen einander tragender Lieb vñ freundſchafft: | Die Religion ist das fürnehmste Fundament aller rerumpublicaru, der Exekutionen, der Gesetzen / des Gehorsams der untertanen gegen der Obrigkeit / und ihrer gegen einander tragender Liebe und Freundschaft: | de | de | de | 1 | 5.6935 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,684 | 1,615 | Die Religion vnd der ſtatus ſeind dermaſſen zuſammen geleimet/ daß auß jhꝛer diuiſion vnnd zertheilung eben das jenig erfolgt/ was auß der zertheylung eines Schiffs entſtehet/ dann theileſtu das Schiff von einander/ ſo iſts verloren/ dann wie der ſtatus vñ die religion einander im guten vñ boͤſen begleiten/ alſo wann ſie nur ein wenig zertheilt werden/ ſeind ſie beyde verlohren. | Die Religion und der status sind dermaßen zusammen geleimt / dass aus ihrer Division und Zerteilung eben das jenig erfolgt / was aus der Zerteilung eines Schiffs entstehet / dann teilest das Schiff voneinander / so ist es verloren / dann wie der status und die Religion einander im Guten und bösen begleiten / also wann sie nur ein wenig zerteilt werden / sind sie beide verloren. | de | de | de | 1 | 4.9315 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,685 | 1,615 | Wers nicht glauben will/ der frage Griechenlandt/ vnd etliche vilandere Koͤnigreich/ warumb ſie jhren ſtatum, freyheit vnd wolſtandt verlohren/ vnnd vnder das Joch deß leidigen Tuͤrcken geraten? | Wer es nicht glauben will / der frage Griechenland / und etliche vielandere Königreich / warum sie ihren statum, Freiheit und Wohlstand verloren / und unter das Joch des leidigen Türken geraten? | de | de | de | 1 | 5.6792 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,686 | 1,615 | ſo werden ſie muͤſſen ſagen vnd bekennen/ daß nichts anders dran ſchuldig/ als eben die vneinigkeit/ die ſie vnder einander gehabt haben wegen der Religion/ mit dern ſie jhr Affenſpil getriben. | so werden sie müssen sagen und bekennen / dass nichts anders dran schuldig / als eben die Uneinigkeit / die sie untereinander gehabt haben wegen der Religion / mit deren sie ihr Affenspil getrieben. | de | de | de | 1 | 5.4002 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,687 | 1,615 | Vil Leuth ſeind der meinung/ daß die fuͤrnembſte vrſach der Frantzoͤſiſchen vnnd Niderlaͤndiſchen Krieg eben diſe ſeye/ daß man nemblich ſo vilerhand frembde Ketzeriſche religiones hat laſſen ein wuꝛtzeln vnd vberhand nemmen. | Viel Leute sind der Meinung / dass die fürnehmste Ursache der französischen und niederländischen Krieg eben diese sei / dass man nämlich so vielerhand fremde ketzerische religiones hat lassen ein Wurzeln und überhandnehmen. | de | de | de | 1 | 5.9725 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,688 | 1,615 | Die vneinigkeit/ das mißuertrawen vnnd die verbitterung etlicher fuͤrnembſten Staͤnd/ woher entſpringt ſie anderſt/ als eben auß der vnderſchidlichkeit der Religionen? | Die Uneinigkeit / das mißuertrawen und die Verbitterung etlicher fürnehmsten Stände / woher entspringt sie anders / als eben aus der Unterschiedlichkeit der Religionen? | de | de | de | 1 | 5.9966 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,689 | 1,615 | Die darauß entſprungent feindſchaffien vnd verbitterungen feind dermaſſen groß/ daß man ſich biß weilen/ zur behauptung jhrer Secten vnnd intents, ſo gar mit Tuͤrcken vnd Heyden verfreundet vnd verbindet: | Die daraus entsprungent feindschaffien und Verbitterungen Feind dermaßen groß / dass man sich bisweilen / zur Behauptung ihrer Sekten und Intents, so gar mit Türken und Heiden freundet und verbindet: | de | de | de | 1 | 6.6866 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,690 | 1,615 | Nichts wuͤrden vns ſchaden vnſere Erbfeinde/ woferꝛn ſie ſehen/ daß wir einander liebten vnd eins waͤren/ aber laider/ vmb ſo vil deſto ſchwaͤcher/ verſpoͤttlicher vnd vberwundener werden wir von vnſern Feinden/ vmb wie vil mehꝛ ſie ſehen/ daß wir vnfridlich vnd vneinig vnder einander leben. | Nichts würden uns schaden unsere Erbfeinde / wofern sie sehen / dass wir einander liebten und eins wären / aber leider / um so viel desto schwächer / verspöttlicher und überwundener werden wir von unsern Feinden / um wie viel mehr sie sehen / dass wir unfriedlich und uneinig untereinander leben. | de | de | de | 1 | 4.6724 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,691 | 1,615 | Capvt XLI. | Capvt XLI. | en | en | uz | 0 | 8.7947 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,692 | 1,615 | Diſcurs vom Eyfer vnd den Eyferern. | Diskurs vom Eifer und den Eiferern. | de | de | lb | 0.667 | 4.1799 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,693 | 1,615 | DER zehendt Tiſchgenoß handlete von der Materi deß Eyfers/ auff nachfolgende weiß: | Der zehnt Tischgenoß handelte von der Materie des Eifers / auf nachfolgende weiß: | de | de | de | 1 | 8.1908 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,694 | 1,615 | Der Eyfer iſt ein jnbruͤnſtige Lieb/ welche keins wegs leiden mag/ daß das geliebte ding von jemande verlangt noch auch beſeſſen werde. | Der Eifer ist ein inbrünstige Liebe / welche keins Wegs leiden mag / dass das geliebte Ding von jemand verlangt noch auch besessen werde. | de | de | de | 1 | 5.7742 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,695 | 1,615 | Weil Gott vnſere Seelen jnnbruͤnſtiglich liebet/ ſo iſt er ein ſtarcker Eyferer/ jnmaſſen ers ſelbſt Exodi am 20. Capitel bekennet/ ſprechendt: | Weil Gott unsere Seelen inbrünstig liebet / so ist er ein starker Eiferer / in Maßen er es selbst Exodi am 20. Kapitel bekennet / sprechend: | de | de | lb | 0.667 | 4.9663 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,696 | 1,615 | Jch bin der HErꝛ dein GOtt/ ein ſtarcker Eyferer. | Ich bin der Herr dein Gott / ein starker Eiferer. | de | de | de | 1 | 4.3006 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,697 | 1,615 | GOtt hat gleichwol keine paſſiones, aber einen Eyferer nennet er ſich wegen der effecten, vnnd er thut alles was die Eyferer thun. | Gott hat gleichwohl keine passiones, aber einen Eiferer nennt er sich wegen der Effekten, und er tut alles was die Eiferer tun. | de | de | de | 1 | 4.8891 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,698 | 1,615 | GOtt iſt gleich einem Vogel/ von welchem man ſagt/ daß er auff dem Gejaidt nur das Hertz deß gefangenen Vogels oder Wildtpraͤts friſt: | Gott ist gleich einem Vogel / von welchem man sagt / dass er auf dem Gejaidt nur das Herz des gefangenen Vogels oder Wildtpräts frisst: | de | de | de | 1 | 5.4557 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,699 | 1,615 | Eben alſo bewaidet vnnd ſpeiſet ſich GOTT mit dem Hertzen vnſerer wahren Lieb/ vnnd iſt ein herꝛlicher Zelotipus oder Eyferer. | Eben also beweidet und speist sich GOTT mit dem Herzen unserer wahren Liebe / und ist ein herrlicher Zelotipus oder Eiferer. | de | de | de | 1 | 5.4419 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,700 | 1,615 | Wie ein Eyferer nicht bewilliget/ daß ſein Weib einen andern liebe/ vnnd/ woferꝛn er einen boͤſen argwohn von jhr hat/ er groſſe achtung auff ſie gibt/ ſich hin vnnd wider vmbſihet/ auff die ab: vnnd zugehende Perſonen fleiſſig mercket/ dann diſen/ dann jenen fragt/ bißweilen auch ſich ſtellet als verꝛaiſe er: | Wie ein Eiferer nicht bewilliget / dass sein Weib einen anderen liebe / und / wofern er einen bösen argwohn von ihr hat / er große Achtung auf sie gibt / sich hin und wieder umsehet / auf die ab: und zugehende Personen fleißig merkt / dann diesen / dann jenen fragt / bisweilen auch sich stellet als verreise er: | de | de | de | 1 | 5.8256 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,701 | 1,615 | Wann auch er etwas vngebuͤrlichs verſpuͤrt hat/ als dann anfahet zu toben/ zu wuͤten/ vnnd jhꝛ alle Kleynodien vnnd Wejbliche Zierd benimbt/ vnnd ſie entweder von ſich jagt oder vmbbringt/ alſo vnd ebner geſtalt gehet auch Gott mit vnſern Seelen vmb/ vnnd ſpricht: | Wann auch er etwas ungebührliches verspürt hat / als dann ansaht zu toben / zu wüten / und ihr alle Kleinodien und Weibliche Zierde benimmt / und sie entweder von sich jagt oder umbringt / also und ebener Gestalt geht auch Gott mit unsern Seelen um / und spricht: | de | de | de | 1 | 5.1456 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,702 | 1,615 | Bettet keinen frembden GOtt an/ dann ich bin dein Gott ein ſtarcker Eyferer/ als wolte er ſagen: | Bettet keinen fremden Gott an / dann ich bin dein Gott ein starker Eiferer / als wollte er sagen: | de | de | de | 1 | 5.0879 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,703 | 1,615 | Keins wegs will ich/ daß der Menſch mit frembden Goͤttern buele/ noch die erſchaffene ding vnnd Guͤter vngebuͤrliche begehre/ ſonder mein will vnnd meinung iſt/ daß er mich in der wahren Lieb allen andern dingen vorziehe: | Keins Wegs will ich / dass der Mensch mit fremden Göttern Bühle / noch die erschaffene Ding und Güter ungebührliche begehre / sonder mein will und Meinung ist / dass er mich in der wahren Liebe allen anderen Dingen vorziehe: | de | de | de | 1 | 5.6386 |
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