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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,806 | 1,615 | Ob ſchon die jenigen/ ſo ſich im Gebett im leſen der heiligen Buͤcher/ vnd im ſingen deß Ambts in der Kirchen vben/ mit dẽ Leib ſtill ſitzen/ ſo ſol man doch nit gedencken/ daß ſie muͤſſig ſeyen/ dann wie kan der jenige muͤſſig ſeyn/ welcher ſich jm̃erdar mit GOtt bemuͤhet vnd negociret vnd niemalen aufhoͤret zu meritiren vnd zuuerdienen? vm̃ wie vil mehꝛ ein Geiſtlicher alleinig iſt/ vmb ſouil deſto mehꝛ iſt er begleit: | Ob schon diejenigen / so sich im Gebet im Lesen der heiligen Bücher / und im Singen des Amts in der Kirchen üben / mit den Leib still sitzen / so soll man doch nicht Gedenken / dass sie müßig seien / dann wie kann derjenige müßig sein / welcher sich immerdar mit Gott bemühet und negociret und niemals aufhöret zu meritieren und zuverdienen? vmm wie viel mehr ein Geistlicher alleinig ist / um souil desto mehr ist er Begleit: | de | de | de | 1 | 5.6266 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,807 | 1,615 | Vnd wann er am aller muͤſſigſten iſt/ als dann iſt er am aller beſten vñ mehꝛerſtẽ geſchaͤfftig/ dañ ob ſchon Maria muͤſſig war/ ſo war ſie doch beſſer geſchaͤfftig/ weder Martha/ dann ſie verwendete jhꝛen verſtandt in der contemplation vnnd betrachtung der Himmliſchen ding/ vnnd jhr Hertz war entzuͤndt in der Lieb der ewigen Guͤter. | Und wann er am aller müßigsten ist / als dann ist er am aller besten und Mehresten geschäftig / dann ob schon Maria müßig war / so war sie doch besser geschäftig / weder Martha / dann sie verwendete ihren verstand in der Kontemplation und Betrachtung der himmlischen Ding / und ihr Herz war entzündet in der Liebe der ewigen Güter. | de | de | lb | 0.667 | 5.1497 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,808 | 1,615 | Gut war die bemuͤhung Marthæ/ aber beſſer war die bemuͤhung Mariæ. | Gut war die Bemühung Marthae / aber besser war die Bemühung Marias. | de | de | de | 1 | 4.4023 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,810 | 1,615 | Diſe alle beyde ding kan man zugleich vnd zu einerley zeit verꝛichten/ die eine verhindert die andere nit/ woferꝛn die leibliche vbung nit vbermaͤſſig iſt. | Diese alle beide Ding kann man zugleich und zu einerlei Zeit verrichten / die eine verhindert die andere nicht / wofern die leibliche Übung nicht übermäßig ist. | de | de | de | 1 | 5.3146 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,811 | 1,615 | Die contemplatio fauoriſiret der ehꝛlichen vbung deß wirckenden Lebens/ welches ſehꝛ duͤrꝛ vnnd verdrießlich iſt/ woferꝛn es mit der oratione mentali nicht vermiſcht wirdt. | Die contemplatio favorisieret der ehrlichen Übung des wirkenden Lebens / welches sehr dürr und verdrießlich ist / wofern es mit der oratione mentale nicht vermischt wird. | de | de | de | 1 | 5.3503 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,812 | 1,615 | Keiner kan ein contemplatiuus geneñt werden/ der ſeinem naͤchſten nicht hilfft in der angſt vnnd noth: | Keiner kann ein contemplatiuus genannt werden / der seinem nächsten nicht hilft in der Angst und Not: | de | de | de | 1 | 5.8396 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,813 | 1,615 | So gar iſt das wirckliche Leben bißweilen vil verdienſtlicher/ weder das beſchawliche/ dann weil der verdienſt geſchetzt vnd gemeſſen wirdt mit der Lieb/ mit dern ein werck geuͤbt wirdt/ vnd einer ein wirckliches Werck mit einer vil groͤſſern Lieb wircken kan/ weder einer/ der ſchlechtlich bettet vnnd contempliret, ſo folgt/ daß das wirckende Leben vil verdienſtlicher iſt/ weder das beſchawliche/ derwegen ſagte Paulus/ dz er ein groſſes verlangen hatte von der ſuͤſſigkeit der contemplation abgeſondert zu werden/ wegen deß Heyls ſeiner Bruͤder. | So gar ist das wirkliche Leben bisweilen viel verdienstlicher / weder das beschauliche / dann weil der verdienst geschätzt und gemessen wird mit der Liebe / mit deren ein Werk geübt wird / und einer ein wirkliches Werk mit einer viel größeren Liebe wirken kann / weder einer / der schlachtlich bettet und kontemplieret, so folgt / dass das wirkende Leben viel verdienstlicher ist / weder das beschauliche / derentwegen sagte Paulus / dass er ein großes verlangen hatte von der Süßigkeit der Kontemplation abgesondert zu werden / wegen des Heils seiner Brüder. | de | de | de | 1 | 4.8146 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,814 | 1,615 | Das beſchawliche vñ wirckende leben ſeind die zween Fluͤgel/ welche geben wurden jenem Weib/ von dern der heilig Joannes ſagt/ daß ſie in die Wuͤſte/ das iſt/ gen Himmel/ geflogen/ vnd jene heilige Thier/ welche Ezechiel ſahe/ hatten nicht allein Fluͤgel/ mit denen ſie ſehꝛ hoch flogen/ ſonder es waꝛ auch vnder den Fluͤgeln ein Hand wie eines Menſchen/ dardurch wirdt bedeut/ daß das wirckende vnd dz beſchawliche Leben einander nit zu gegen/ ſonder vereinigte Schweſtern ſeyen/ wie Martha vnd Maria. | Das beschauliche und wirkende leben sind die zweien Flügel / welche geben wurden jenem Weib / von deren der heilig Joannes sagt / dass sie in die Wüste / das ist / gen Himmel / geflogen / und jene heilige Tier / welche Ezechiel sah / hatten nicht allein Flügel / mit denen sie sehr hoch flogen / sonder es war auch unter den Flügeln ein Hand wie eines Menschen / dadurch wird bedeute / dass das wirkende und das beschauliche Leben einander nicht zu gegen / sonder vereinigte Schwestern seien / wie Martha und Maria. | de | de | de | 1 | 5.2109 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,815 | 1,615 | Daß aber die Handt vnder den Fluͤgeln ſtundt/ bedeut/ daß das wirckende Leben dem fliegen deß beſchawlichen helffe: | Dass aber die Hand unter den Flügeln stand / bedeute / dass das wirkende Leben dem Fliegen des beschaulichen helfe: | de | de | de | 1 | 6.7869 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,816 | 1,615 | Nicht gnug iſts/ daß man in den Einoͤden nur allein bette vñ contemplire/ ſonder man muß auch den trawrigen troſtloſen vnd duͤrfftigen fauoriſiren vnd helffen/ jnmaſſen Chriſtus gethan/ welcher nit allein gantze Nachtlang auff den Bergen bettete/ ſonder ſich auch in heilung der Krancken vnnd Preſthafften vbte/ vnd die Ignoranten vnderwile. | Nicht genug ist es / dass man in den Einöden nur allein bette und kontempliere / sonder man muss auch den traurigen trostlosen und dürftigen favorisieren und helfen / in Maßen Christus getan / welcher nicht allein ganze Nachtlang auf den Bergen betete / sonder sich auch in Heilung der Kranken und Bresthaften vbte / und die Ignoranten vnderwile. | de | de | de | 1 | 5.3662 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,817 | 1,615 | Derwegẽ ſollen vns die herlige vbungen deß wirckenden Lebens nit ſchwer oder verdrießlich ſeyn/ dañ ſie werden ſich terminiren/ endigen oder verkehꝛt werdẽ in die contẽplation der goͤttlichẽ eſſentz vnd genieſſung der ewigen ſeligkeit. | Derentwegen sollen uns die herlege Übungen des wirkenden Lebens nicht schwer oder verdrießlich sein / dann sie werden sich terminieren / endigen oder verkehrt werden in die contenplation der göttlichen Essenz und Genießung der ewigen Seligkeit. | de | de | de | 1 | 5.6419 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,818 | 1,615 | Endlichen vnnd beſchließlichen leſen wir vom heiligen Alberto/ daß er ſambt vnd neben ſeinem beſchawlichen Leben auch ſich in nachfolgenden zehen wercken deß wirckenden Lebens geuͤbt/ erſtlich in einer groſſen Demut/ nach dem Exempel Abrahams/ welcher zum Herꝛn ſagte: ſoll ich dann mit meinem HErꝛn reden/ der ich nun ſtaub vnd aſchen bin? | Endlichen und beschließlichen lesen wir vom heiligen Alberto / dass er samt und neben seinem beschaulichen Leben auch sich in nachfolgenden zehn Werken des wirkenden Lebens geübt / erstlich in einer großen Demut / nach dem Exempel Abrahams / welcher zum Herrn sagte: soll ich dann mit meinem Herrn reden / der ich nun staub und Aschen bin? | de | de | de | 1 | 5.4776 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,819 | 1,615 | Am aͤndern in groſſer armut/ nach dem Exempel deß H. Tauffers Ioannis/ welcher von Jugend auf/ ſein vaͤtterliches Erbgut verließ/ vñ in der Wuͤſte armſeliglich gelebt. | Am Ändern in großer Armut / nach dem Exempel des H. Taufers Ioannis / welcher von Jugend auf / sein väterliches Erbgut verließ / und in der Wüste armselig gelebt. | de | de | de | 1 | 5.6396 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,820 | 1,615 | Drittens in groſſer Danckbarkeit vnnd ſtetter erjnnerung dern von GOtt empfangenen Gnaden vnd Gutthaten/ nach dem Exempel deß Patriarchen Jacobs/ welcher zur Danckſagung einen Altar zu Betel auff gericht/ vñ dardurch wuͤrdig woꝛden in derſelben Nacht him̃liſche viſiones zuſehen. | Drittens in großer Dankbarkeit und steter Erinnerung deren von Gott empfangenen Gnaden und Guttaten / nach dem Exempel des Patriarchen Jacobs / welcher zur Danksagung einen Altar zu Betel auf Gericht / und dadurch würdig worden in derselben Nacht himmlische visiones zusehen. | de | de | de | 1 | 5.6195 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,821 | 1,615 | Viertens in der meſſigkeit der affecten, vñ ſonderlich der Lieb/ nach dem exempel Chꝛiſti/ welcher auf die Goͤttliche impreſen ſehendt ſich ſtellte/ als kennte er ſein Mutter nicht/ vnnd ſprach: quæ eſt mater mea, & qui ſunt fratres mei? | Viertens in der Mäßigkeit der Affekten, und sonderlich der Liebe / nach dem Exempel Christi / welcher auf die Göttliche Impressen sehend sich stellte / als kennte er sein Mutter nicht / und sprach: quae est mater mea, & qui sunt fratres mei? | de | de | de | 1 | 5.0765 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,822 | 1,615 | Zum fuͤnfften in der Reinigkeit deß Gemuͤts vnnd keuſchheit deß Leibs/ nach dẽ exempel deß Patriarchen Joſephs/ welcher den ſchnoͤdẽ gunſt ſeiner ehebrecheriſchen Frawen entflohen. | Zum fünften in der Reinheit des Gemüts und Keuschheit des Leibs / nach den Exempel des Patriarchen Josephs / welcher den schnöden Gunst seiner ehebrecherischen Frauen entflohen. | de | de | de | 1 | 4.836 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,823 | 1,615 | Sechſtens im andaͤchtigen leſen vñ vbung in H. Schꝛifft/ nach dem Exempel deß H. Petri. | Sechstens im andächtigen Lesen und Übung in H. Schrift / nach dem Exempel des H. Petri. | de | de | lb | 0.667 | 5.957 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,824 | 1,615 | Zum ſibenden in der abſtinentz vnd maͤſſigkeit/ nach dem Exempel deß H. Daniels/ der ſich der Koͤniglichen ſpeiſen enthielt/ vñ wuͤrdig woꝛdẽ/ Goͤttliche geheimnuſſen zuerklaͤrẽ. | Zum siebenden in der Abstinenz und Mäßigkeit / nach dem Exempel des H. Daniels / der sich der Königlichen speisen enthielt / und würdig worden / Göttliche Geheimnissen zuerklären. | de | de | de | 1 | 5.6894 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,825 | 1,615 | Zum achten/ in rauhen vnd groben Kleidern/ jnmaſſen Elias gethan vnd wuͤrdig worden/ in einem fewrigen Wagen verzuckt zu werden. | Zum achten / in rauen und groben Kleidern / in Maßen Elias getan und würdig worden / in einem feurigen Wagen verzuckt zu werden. | de | de | de | 1 | 5.44 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,826 | 1,615 | Neundtens in dem ſilentio vnd ſtillſchweigen nach dem Exempel Jeremiæ/ welcher geſagt: ſedebit ſolitarius & tacebit, vnd dardurch einen ſehꝛ hohen vnd erleuchten verſtandt vberkommen. | Neuntens in dem silentio und stillschweigen nach dem Exempel Jeremiae / welcher gesagt: sedebit solitarius & tacebit, und dadurch einen sehr hohen und erleuchten verstand überkommen. | de | de | de | 1 | 6.1837 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,827 | 1,615 | Beſchließlichen in dem willigen gehoꝛſamb/ nach dem Exempel Mariæ/ welche geſagt: | Beschließlichen in dem willigen Gehorsam / nach dem Exempel Marias / welche gesagt: | de | de | de | 1 | 5.9378 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,828 | 1,615 | Ecce ancilla Domini, vnd dardurch wuͤrdig worden ein Mutter Gottes zu werden. | Ecce ancilla Domini, und dadurch würdig worden ein Mutter Gottes zu werden. | de | de | de | 1 | 5.2466 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,829 | 1,615 | Capvt XLIII. | Capvt XLIII. | en | en | sr | 0 | 9.7185 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,830 | 1,615 | Diſcurs durch was Mittel der Himmel erlangt werde. | Diskurs durch was Mittel der Himmel erlangt werde. | de | de | de | 1 | 7.5914 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,831 | 1,615 | DEr zwoͤlfft Gaſt redete von den mitteln den Himmel zu erlangen/ vnnd ſprach: | Der zwölft Gast redete von den mitteln den Himmel zu erlangen / und sprach: | de | de | de | 1 | 6.6529 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,832 | 1,615 | Das aller fuͤrnembſte zweck/ darnach wir zihlen ſollen/ iſt die Himmliſche Glori vnd Seligkeit/ die mittel aber dahin zu gelangen/ ſeind die gute Werck/ wer mit Chꝛiſto im Himmel begehꝛt zu regieren/ der muß allhie Chꝛiſtliche Werck thun/ derwegen waren jene fuͤnff Jungkfrawen naͤrꝛiſch/ welche kein Oel der guten werck/ noch kein Fewer der Lieb hatten/ vñ doch an der Thuͤr deß Him̃els anklopfften/ vnnd in die Glori gehen wolten: | Das aller fürnehmste Zweck / danach wir Zielen sollen / ist die Himmlische Glorie und Seligkeit / die Mittel aber dahin zu gelangen / sind die gute Werk / wer mit Christo im Himmel begehrt zu regieren / der muss allhier christliche Werk tun / derentwegen waren jene fünf Jungfrauen närrisch / welche kein Öl der guten Werk / noch kein Feuer der Liebe hatten / und doch an der Tür des Himmels anklopften / und in die Glorie gehen wollten: | de | de | de | 1 | 5.0456 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,833 | 1,615 | Wie die fluͤgel den vogel in die hoͤhe erheben/ alſo ſeind die guten Werck Fluͤgel/ mit denen man gen Himmel fliegen muß/ vnd diſe Fluͤgel muͤſſen wir beraiten/ ehe vnnd beuor man in die Glori gehet. | Wie die flügel den Vogel in die Höhe erheben / also sind die guten Werk Flügel / mit denen man gen Himmel fliegen muss / und diese Flügel müssen wir bereiten / ehe und bevor man in die Glorie geht. | de | de | de | 1 | 4.8286 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,834 | 1,615 | Vil Leuth contentiren vñ beſchlagen ſich mit dem bloſſen Glauben/ aber ſie gedencken nit/ daß der bloſſen Glaub/ ohne die Lieb/ todt iſt/ vnd ohne die gute werck wenig hilfft. | Viel Leute kontentieren und beschlagen sich mit dem bloßen Glauben / aber sie Gedenken nicht / dass der bloßen Glaube / ohne die Liebe / tot ist / und ohne die gute Werk wenig hilft. | de | de | de | 1 | 5.7676 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,835 | 1,615 | Was hilffts/ daß du den Schluͤſſel im Sack haſt/ wann du mit jhm nit kanſt auffſperꝛen? | Was hilft es / dass du den Schlüssel im Sack hast / wann du mit ihm nicht kannst aufsperren? | de | de | de | 1 | 5.083 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,836 | 1,615 | Das endt deß Glaubens iſt/ daß er vnſer Leben regulire, damit wir zu der beſitzung der Glori gelangen moͤgen/ vnnd er zeigt vns etlicher maſſen den weg darzu/ aber die gute Werck fuͤhren vns hinein. | Das Ende des Glaubens ist / dass er unser Leben reguliere, damit wir zu der Besitzung der Glorie gelangen mögen / und er zeigt uns etlicher maßen den weg dazu / aber die gute Werk führen uns hinein. | de | de | de | 1 | 5.2305 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,837 | 1,615 | Ein groß gefallen hat GOtt am Glauben/ wann er begleit wirdt mit guten Wercken. | Ein groß gefallen hat Gott am Glauben / wann er Begleit wird mit guten Werken. | de | de | de | 1 | 7.2964 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,838 | 1,615 | Nicht allein iſt der Glaub zur Seligkeit nit gnugſam̃/ ſonder er iſt vns auch villeicht ſchaͤdlich/ woferꝛn er nit mantenirt vnd vnderhalten wirdt mit guten Wercken. | Nicht allein ist der Glaube zur Seligkeit nicht genugsam / sonder er ist uns auch vielleicht schädlich / wofern er nicht mantenirt und unterhalten wird mit guten Werken. | de | de | de | 1 | 5.4951 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,839 | 1,615 | Ob wol Hymenæus vnnd Alexander den Glauben hatten/ jedoch weil ſie das gute Gewiſſen von ſich trieben/ ſo haben ſie jm Glauben den Schiffbruch gelitten. | Ob wohl Hymenaeus und Alexander den Glauben hatten / jedoch weil sie das gute Gewissen von sich trieben / so haben sie ihm Glauben den Schiffbruch gelitten. | de | de | de | 1 | 5.4034 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,840 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie einer/ der in einen tieffen Bach fellt/ erſauffen muß/ wofern er ſich mit den Haͤnden vnnd Fuͤſſen nit wehret/ ſchwimmet vnd ſich bemuͤhet/ alſo muß der jenig im tieffen Meer der Hoͤllen erſauffen/ welcher ſich auff den bloſſen todien Glauben ohne Lieb verlaͤſt. | Zu gleicher weiß wie einer / der in einen tiefen Bach fehlt / ersaufen muss / sofern er sich mit den Händen und Füßen nicht wehret / schwimmet und sich bemühet / also muss der jenig im tiefen Meer der Höllen ersaufen / welcher sich auf den bloßen todien Glauben ohne Liebe verlässt. | de | de | de | 1 | 5.3369 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,841 | 1,615 | Die Lieb iſt das Leben deß Glaubens/ ohne dieſelbe iſt er todt/ aber die gute Werck ſeind ein zeichen/ das die Lieb verhanden iſt/ vnnd daß inwendig in der Seelen ein leben diger Glaub ſtecket. | Die Liebe ist das Leben des Glaubens / ohne dieselbe ist er tot / aber die gute Werk sind ein Zeichen / das die Liebe vorhanden ist / und dass inwendig in der Seelen ein Leben diger Glaube stecket. | de | de | de | 1 | 5.1944 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,842 | 1,615 | Der H. Koͤnig Dauid fragte ſich ſelbſt vnnd ſprach: | Der H. König David fragte sich selbst und sprach: | de | de | gd | 0.667 | 5.4676 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,843 | 1,615 | Wer wirdt ſteigen auff den Berg deß HErꝛn? | Wer wird steigen auf den Berg des Herrn? | de | de | de | 1 | 3.6883 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,844 | 1,615 | Antwort: Der vnſchuldige Haͤnd hat/ vnd eines reinen Hertzens iſt: | Antwort: Der unschuldige Hände hat / und eines reinen Herzens ist: | de | de | de | 1 | 5.5333 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,845 | 1,615 | Als wolte er ſagen: Vermittelſt der guten Werck vnd reinen gewiſſens wirdt erlangt die Himmliſche Glori: | Als wollte er sagen: Vermittels der guten Werk und reinen Gewissens wird erlangt die Himmlische Glorie: | de | de | de | 1 | 5.2813 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,846 | 1,615 | Die Werck muͤſſen ſich vergleichen mit vnſer gethanen Chriſtlichen profeſſion. | Die Werk müssen sich vergleichen mit unser getanen Christlichen profession. | de | de | de | 1 | 7.947 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,847 | 1,615 | Als Iehu Koͤnig in Jſrael dem Ionadab einem Soldaten begegnete/ fragte er jhne vnd ſprach: | Als Iehu König in Israel dem Ionadab einem Soldaten begegnete / fragte er ihn und sprach: | de | de | de | 1 | 6.0953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,848 | 1,615 | iſt dein Hertz richtig mit meinem Hertzen? | ist dein Herz richtig mit meinem Herzen? | de | de | de | 1 | 5.3939 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,849 | 1,615 | Ionadab antwortet/ ja: | Ionadab antwortet / ja: | en | de | et | 0.333 | 9.1892 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,850 | 1,615 | Da ſprach der Koͤnig: | Da sprach der König: | de | de | de | 1 | 3.6505 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,851 | 1,615 | Jſts alſo/ ſo gib mir dein Handt/ vnd er gab jhm ſein Hand/ vnnd er ließ jhne zu jhm auff denn Wagen ſitzen: | Ist es also / so gib mir dein Hand / und er gab ihm sein Hand / und er ließ ihn zu ihm auf denn Wagen sitzen: | de | de | de | 1 | 4.7899 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,852 | 1,615 | Eben auff diſen ſchlag fragt auch GOtt dich/ ob du an jhn glaubeſt/ vnnd dein vertrawen auff jhne geſetzt haſt? | Eben auf diesen Schlag fragt auch Gott dich / ob du an ihn glaubest / und dein Vertrauen auf ihn gesetzt hast? | de | de | lb | 0.667 | 4.4256 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,853 | 1,615 | Vnnd wann du/ wie ein Chriſt/ antworteſt: ja: | Und wann du / wie ein Christ / antwortest: ja: | de | de | de | 1 | 5.5167 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,854 | 1,615 | Als dann ſpricht er geſchwindt: | Als dann spricht er geschwind: | de | de | lb | 0.667 | 5.76 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,855 | 1,615 | Jſts alſo/ ſo gib mir dein Handt/ vnnd laß ſehen/ ob deine Werck gleichfoͤrmig ſeyen deiner Chriſtlichen profeſſion: | Ist es also / so gib mir dein Hand / und lass sehen / ob deine Werk gleichförmig seien deiner Christlichen profession: | de | de | az | 0.667 | 6.0596 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,856 | 1,615 | Wie nun der Koͤnig Iehu den Ionadab mit der Handt auffm Wagen zohe/ alſo wirdt der Him̃liſch Koͤnig dich mit deinen begangenen guten wercken auf den triumph wagen ſeiner Gloꝛi ſetzen/ vnd dieſelbige werden dich erheben vnnd gen Himmel fuͤhren. | Wie nun der König Iehu den Ionadab mit der Hand aufm Wagen zog / also wird der himmlisch König dich mit deinen begangenen guten Werken auf den Triumph wagen seiner Glorie setzen / und dieselbige werden dich erheben und gen Himmel führen. | de | de | de | 1 | 5.5969 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,857 | 1,615 | Obſchon aber die Gloꝛi ertheilt wirdt durch die prædeſtination/ ſo werden doch die prædeſtinirten ſie nit erlangen ohne jhꝛe gute werck. | Obschon aber die Glorie erteilt wird durch die Prädestination / so werden doch die prädestinierten sie nicht erlangen ohne ihre gute Werk. | de | de | de | 1 | 4.9355 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,858 | 1,615 | Es wirdt gleichwol der Herꝛ am juͤngſten Tag zu den Gerechten ſpꝛechen: | Es wird gleichwohl der Herr am jüngsten Tag zu den Gerechten sprechen: | de | de | de | 1 | 4.5958 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,859 | 1,615 | Kommet jhꝛ Gebenedeyten/ vnnd beſitzet das Reich/ welches euch fuͤrbereit iſt von Ewigkeit hero: | Kommt ihr Gebenedeiten / und besitzet das Reich / welches euch vorbereit ist von Ewigkeit her: | de | de | de | 1 | 5.3412 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,860 | 1,615 | Damit aber man wiſſen ſolle/ daß die Glori nit erlangt werde ohne gute Werck/ ſo ſetzet er alsbaldt hinzu diſe Wort: | Damit aber man wissen solle / dass die Glorie nicht erlangt werde ohne gute Werk / so setzet er alsbald hinzu diese Wort: | de | de | de | 1 | 5.9536 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,861 | 1,615 | Jch bin hungerig geweſt/ vnnd jhr habt mich geſpeiſet/ ꝛc. | Ich bin hungrig gewesen / und ihr habt mich gespeist / etc. | de | lb | lb | 0.333 | 4.5966 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,862 | 1,615 | Zu einem andern ſagte der HErꝛ: wilſt du eingehen ins ewige Leben/ ſo halte meine Gebott Gott will dir die Glori nicht geben ohne dich/ vnnd du kanſt ſie nit erlangen ohne jhne. | Zu einem anderen sagte der Herr: willst du eingehen ins ewige Leben / so halte meine Gebot Gott will dir die Glorie nicht geben ohne dich / und du kannst sie nicht erlangen ohne ihn. | de | de | de | 1 | 4.7098 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,863 | 1,615 | Er will/ daß wir vnſers theils das jenig darbey thun ſollen/ was wir koͤnnen? | Er will / dass wir unseres teils das jenig dabei tun sollen / was wir können? | de | de | de | 1 | 5.8698 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,864 | 1,615 | Er wills nit alles allein thun/ ſonder du ſolleſt auch etwas thun/ darmit du den Himmel verdieneſt. | Er will es nicht alles allein tun / sonder du sollest auch etwas tun / damit du den Himmel verdienest. | de | en | de | 0.667 | 4.411 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,866 | 1,615 | Wie das Epheu gleichwol ein veraͤchtlichs Kraut iſt/ aber wann es an einem ſtarcken Baum anleinet/ biß in alle hoͤhe waͤchſt/ alſo ſeind vnſere Werck von Natur ſchwach vnd veraͤchtlich/ aber wann ſie an dem HErꝛn Chriſto lainen/ vnnd ſich mit ſeinen verdienſten vereinigen/ alsdann ſeind ſie ſehꝛ werth vnd koͤſtlich. | Wie das Efeu gleichwohl ein verächtliches Kraut ist / aber wann es an einem starken Baum anleinet / bis in alle Höhe wächst / also sind unsere Werk von Natur schwach und verächtlich / aber wann sie an dem Herrn Christo Leinen / und sich mit seinen Verdiensten vereinigen / alsdann sind sie sehr wert und köstlich. | de | de | de | 1 | 4.9409 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,867 | 1,615 | Die Gnad Chriſti iſts/ welche vnſere Werck verdienſtlich machet/ aber diſe Gnad gibt GOtt nit einem jeglichen/ ſonder nur denen/ ſo ſich darzu diſponiren, bequemen vnnd ſein empfangene Gnad wol brauchen. | Die Gnade Christi ist es / welche unsere Werk verdienstlich macht / aber diese Gnade gibt Gott nicht einem jeglichen / sonder nur denen / so sich dazu disponieren, bequemen und sein empfangene Gnade wohl brauchen. | de | de | de | 1 | 5.552 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,868 | 1,615 | Alles wirdt mehꝛers der Gnad zugeſchriben/ als den wercken/ aber die Gnad gibt den verdienſt nit ohne vnſere Werck: Applicire du deinen willen/ vnnd gebrauche deinen freyen Willen recht vnd wol/ ſo wirſtu den Himmel verdienen mit deinen guten Wercken. | Alles wird Mehrers der Gnade zugeschrieben / als den Werken / aber die Gnade gibt den verdienst nicht ohne unsere Werk: Appliziere du deinen Willen / und gebrauche deinen freien Willen recht und wohl / so wirst du den Himmel verdienen mit deinen guten Werken. | de | de | de | 1 | 5.0656 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,869 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie es in einem Schiff/ welches mit gutem Windt ſegelt/ das anſehen hat/ als thu der hinden beym Ruder ſitzender Pilot nichts darzu/ aber ob ſchon er ſich wenig bemuͤhet/ ſo thut er doch vil/ in deme er das Sail deß Segels helt/ dann wann er daſſelbe loß lieſſe ſo wuͤrde alles zu grundt gehen. | Zu gleicher weiß wie es in einem Schiff / welches mit gutem Wind segelt / das Ansehen hat / als tue der hinten beim Ruder sitzender Pilot nichts dazu / aber ob schon er sich wenig bemühet / so tut er doch viel / in dem er das Seil des Segels hält / dann wann er dasselbe losließe so würde alles zu Grund gehen. | de | de | de | 1 | 5.0264 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,870 | 1,615 | Eben ein ſolche meinung hats mit dem Menſchen/ welcher vom heiligen Geiſt/ vnd von der Gnad Gotles regiert wirdt/ dann obs ſchon das anſehen hat/ als thu er nichts/ ſo thut er doch vil/ in deme er ſeinen freyen Willen zu der Goͤttlichen Gnad hergibt/ vnnd das Segel deß guten Willens nach dem Windt deß heiligen Geiſtes ſchwinget: | Eben ein solche Meinung hat es mit dem Menschen / welcher vom Heiligen Geist / und von der Gnade Gotles regiert wird / dann obs schon das Ansehen hat / als tue er nichts / so tut er doch viel / in dem er seinen freien Willen zu der göttlichen Gnade hergibt / und das Segel des guten Willens nach dem Wind des Heiligen Geistes schwinget: | de | de | de | 1 | 4.4468 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,871 | 1,615 | Alſo/ daß der freye Will ſampt der Gnad wircket: | Also / dass der freie Will samt der Gnade wirket: | de | de | de | 1 | 7.0046 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,872 | 1,615 | Vnnd wann derwegen GOtt hilfft/ vnnd wir ſelbſt vns bemuͤhen/ ſo gelangen wir zum Port deß Himmels mit den verdienſten vnſerer guten werck. | Und wann derentwegen Gott hilft / und wir selbst uns bemühen / so gelangen wir zum Port des Himmels mit den Verdiensten unserer guten Werk. | de | de | lb | 0.667 | 5.468 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,873 | 1,615 | Regnum cœlorum vim patitur, vnd nur die jenigen eroberen den Himmel/ welche ſich ſelbſt vberwinden vnnd bemuͤhen: ohne muͤh gelanget man nicht zu der verlangten Seligkeit. | Regnum coelorum vim patitur, und nur diejenigen erobere den Himmel / welche sich selbst überwinden und bemühen: ohne Mühe gelangt man nicht zu der verlangten Seligkeit. | de | de | de | 1 | 5.6166 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,874 | 1,615 | Ob ſchon aber wir vns etwas bemuͤhen/ ſo werden wir doch finden einen groſſen Troſt/ dann was iſt alle bemuͤhung diſes Lebens/ wann ſie gehalten vñ verglichen wird gegen der Ruh der ewigen Frewd? | Ob schon aber wir uns etwas bemühen / so werden wir doch finden einen großen Trost / dann was ist alle Bemühung dieses Lebens / wann sie gehalten und verglichen wird gegen der Ruhe der ewigen Freude? | de | de | de | 1 | 5.7348 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,875 | 1,615 | Wann ein Herꝛ einen Diener hette/ der jhm ein groſſe reuerentz vnd vil beſo las manos machte/ vnnd jhne ſehr lobte/ aber ſeinem Befelch im wenigſten nicht nachkaͤme/ ſo wuͤrde er jhne/ ohne zweyfel/ auß dem Hauſe jagen: | Wann ein Herr einen Diener hätte / der ihm ein große reuerentz und viel beso las manos machte / und ihn sehr lobte / aber seinem Befehl im wenigsten nicht nachkäme / so würde er ihn / ohne Zweifel / aus dem Hause jagen: | de | de | de | 1 | 5.3279 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,876 | 1,615 | Aber wir Menſchen woͤllen/ daß GOTT vns vbertrage/ gedulde/ vnnd nicht auß ſeiner Glori jage/ vnangeſehen wir nur einen todten Glauben haben/ vnnd nur laͤre Wort im Mundt fuͤhren/ auch nichts thun/ was er vns befilcht: GOTT erfordert die werck von dem jenigen/ der jhm dienet: | Aber wir Menschen wollen / dass GOTT uns übertrage / gedulde / und nicht aus seiner Glorie jage / unangesehen wir nur einen toten Glauben haben / und nur Lehre Wort im Mund führen / auch nichts tun / was er uns befilcht: GOTT erfordert die Werk von demjenigen / der ihm dient: | de | de | de | 1 | 4.9502 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,877 | 1,615 | Wann vnſere Haͤnd vnſchuldig vnnd vnſere Werck gut ſein werden/ alsdann werden ſie vns auff den hohen Berg deß HERREN fuͤhꝛen/ daſelbſt werden wir jhne transfigurirt vnnd verklaͤrt ſehen/ vnnd ſeiner ſambt den Apoſteln genieſſen ewigklich. | Wann unsere Hände unschuldig und unsere Werk gut sein werden / alsdann werden sie uns auf den hohen Berg des HERREN führen / daselbst werden wir ihn transfiguriert und verklärt sehen / und seiner samt den Aposteln genießen ewiglich. | de | de | de | 1 | 4.99 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,878 | 1,615 | Beſchließlichen gehoͤrt zu erlangung der Glory die perſeuerantz, dann es ſtehet geſchriben: Niemandt/ der ſein Handt am Pflug ſchlegt vnnd zu ruck ſihet/ iſt geſchickt zum Reich Gottes: | Beschließlichen gehört zu Erlangung der Glory die perseuerantz, dann es steht geschrieben: Niemand / der sein Hand am Pflug schlägt und zu Ruck sieht / ist geschickt zum Reich Gottes: | de | de | de | 1 | 6.2879 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,879 | 1,615 | Dann die Gerechten begehren jmmerdar zu proficiren, vnnd ſie bemuͤhen ſich fort zu gehen. | Dann die Gerechten begehren immerdar zu proficiren, und sie bemühen sich fortzugehen. | de | de | lb | 0.667 | 5.6695 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,880 | 1,615 | Nicht ſagt der HErꝛ/ daß er dir Roſen vnnd Blumen in die Handt gibt/ ſondern den Pflug/ dann das Leben eines Chriſten ſeind nicht frewd/ kurtzweil vnd wolluͤſt/ ſonder muͤhe/ ſchweiß vnd arbeit/ derwegen ſolleſtu nit zu ruck ſehen/ vñ dich bemuͤhen fort zugehen/ biß du den verlangten Port erꝛeicheſt. | Nicht sagt der Herr / dass er dir Rosen und Blumen in die Hand gibt / sondern den Pflug / dann das Leben eines Christen sind nicht Freude / kurzweil und Wollüste / sonder Mühe / schweiß und Arbeit / derentwegen sollest nicht zu Ruck sehen / und dich bemühen fort zugehen / bis du den verlangten Port erreichest. | de | de | de | 1 | 5.5749 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,881 | 1,615 | Zu gleicher weiß wie jene Kuͤh/ welche die Arch deß Herꝛn zogen/ nit ſtill ſtunden/ vnnd weder zur lincken noch zur rechten Hand von der Straß wichen/ ſonder jmmerdar fort gen Bethſames gingen/ vnangeſehen jhꝛe junge Kaͤlber jhnen ſtarck nachſchryen/ alſo weil wir mit dem joch deß Herꝛn vereinigt ſeind/ vnnd ſeine heilige Geſetz auff vnſern Achßeln tragen/ auch den rechten weg der Tugenden wandern/ ſo muͤſſen wir allzeit fortgehen: | Zu gleicher weiß wie jene Kühe / welche die Arche des Herrn zogen / nicht still standen / und weder zur Linken noch zur rechten Hand von der Strass wichen / sonder immerdar fort gen Bethsames gingen / unangesehen ihre junge Kälber ihnen stark nachschrien / also weil wir mit dem Joch des Herrn vereinigt sind / und seine heilige Gesetz auf unsern Achseln tragen / auch den rechten weg der Tugenden wandern / so müssen wir allzeit fortgehen: | de | de | de | 1 | 5.5665 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,882 | 1,615 | Ob ſchon deine ſuͤndliche appetiten, wie deine natuͤrliche Kinder dir nachſchreyen vnd dich bitten/ daß du widerumb in die Welt kehꝛen ſolleſt/ ſo ſoll doch die Tugent die natuͤrliche Lieb vber winden/ vnnd du/ wie ein tauber vnd ſtummer ſchweig ſtill/ beharꝛe deinen angefangenen weg/ vnnd gib der Welt vñ dem Fleiſch kein antwort/ biß du gen Bethſames ins Hauß der Sonnen gelangeſt/ allda du ſehen wuͤrdeſt das ewige Liecht/ vnd die vnendliche Klarheit Gott ſelbſt. | Ob schon deine sündliche Appetiten, wie deine natürliche Kinder dir nachschreien und dich bitten / dass du wiederum in die Welt kehren sollest / so soll doch die Tugend die natürliche Liebe überwinden / und du / wie ein tauber und stummer schweige still / beharre deinen angefangenen weg / und gib der Welt und dem Fleisch kein Antwort / bis du gen Bethsames ins Haus der Sonnen gelangest / allda du sehen würdest das ewige Licht / und die unendliche Klarheit Gott selbst. | de | de | de | 1 | 5.0751 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,883 | 1,615 | Capvt XLIV. | Capvt XLIV. | en | en | ca | 0 | 9.685 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,884 | 1,615 | Guſman ſelbſt vnnd fuͤr ſich ſelbſt diſcurriret von dem nutz vnnd nothwendigkeit der edlen Thorheit. | Gusman selbst und für sich selbst diskurrieret von dem Nutz und Notwendigkeit der edlen Torheit. | de | de | de | 1 | 6.1672 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,885 | 1,615 | JCH Guſman war der dreyzehendt Tiſchgenoß/ aber doch nur ein Auffwarter: | Ich Gusman war der dreizehnte Tischgenoß / aber doch nur ein Aufwarter: | de | de | de | 1 | 6.0205 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,886 | 1,615 | Als ſie alleſambt auß diſcurriret vnd mit jhꝛer Red hin vnd wider geloffen waren/ winckte mir mein Herꝛ Cardinal mit den Augen/ vnd ſprach: | Als sie allesamt aus diskurrieret und mit ihrer Rede hin und wider gelaufen waren / winkte mir mein Herr Kardinal mit den Augen / und sprach: | de | de | de | 1 | 5.8125 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,887 | 1,615 | Guſman/ ich weiß/ daß du vil hin vnd wider gewandert/ wol ſtudiert/ vnd nicht wenig geſehen/ gehoͤrt vnd erfahꝛen haſt/ derwegen ſage vns auch etwas: | Gusman / ich weiß / dass du viel hin und wider gewandert / wohl studiert / und nicht wenig gesehen / gehört und erfahren hast / derentwegen sage uns auch etwas: | de | de | de | 1 | 5.5294 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,888 | 1,615 | Jch antwoꝛtet vnd ſprach: | Ich antwortet und sprach: | de | de | de | 1 | 7.0758 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,889 | 1,615 | Gnedigſter Herꝛ/ ich bin ſeicht gelehꝛt/ vñ kan von hohen wichtigen vnd weiſen ſachen/ wie diſe Herꝛn Tiſchgenoſſen/ gethan/ nit vil reden/ derwegen wil ich E. G. zu vnderthenigem gehoꝛſamb etwz diſcurriren vnd von der edlen Thorheit vnd Narꝛheit reden/ wie ein Thor vnd Narꝛ/ vnd wie ein Blinder von den Farben: | Gnädigster Herr / ich bin seicht gelehrt / und kann von hohen wichtigen und weisen Sachen / wie diese Herrn Tischgenossen / getan / nicht viel reden / derentwegen will ich E. G. zu untertänigem Gehorsam etwas diskurrieren und von der edlen Torheit und Narrheit reden / wie ein Tor und Narr / und wie ein Blinder von den Farben: | de | de | de | 1 | 5.0434 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,890 | 1,615 | Werde ich aber etwann jemande treffen/ ſo hab er mirs nicht fuͤr vbei. | Werde ich aber etwan jemand treffen / so habe er mir es nicht für vbei. | de | de | de | 1 | 5.7844 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,891 | 1,615 | Mein Herꝛ vertroͤſtete mich/ dz man mir im wenigſten nichts fuͤr vbel auffnemmen wuͤrde/ vnnd ſagte/ daß ich nur kecklich reden vnnd nichts verſchonen ſolte. | Mein Herr vertröstete mich / dass man mir im wenigsten nichts für übel aufnehmen würde / und sagte / dass ich nur kecklich reden und nichts verschonen sollte. | de | de | de | 1 | 4.8463 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,892 | 1,615 | Deſſen lachte ich/ erwiſchte aber zuuor ein gutes Glaͤſel mit Wein/ trancks mit luſt auß/ fing an zu reden vnnd ſprach: | Dessen lachte ich / erwischte aber zuvor ein gutes Gläsel mit Wein / Tranks mit Lust aus / fing an zu reden und sprach: | de | de | de | 1 | 5.2237 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,893 | 1,615 | Die Poeten (denen billich geglaubt wirdt/ dann ſie haben mit der torheit jedes mal vil zuſchaffen gehabt) bezeugen/ daß Pluto ein GOtt der reichthumben/ ein Vatter vnd die Iuuentus der Jugend/ ein Mutter der Thoꝛheit geweſt/ welche in den Inſulis fortunatis, allda kein Kranckheit noch Alter regirt/ ſonder man allzeit friſch vnnd geſundt lebt/ geboren worden/ vnnd baldt nach jhrer Geburt angefangen zu lachen/ vnnd ſich mit der Fraw Venus vnnd dem Baccho erluſtiget. | Die Poeten (denen billig geglaubt wird / dann sie haben mit der Torheit jedes Mal viel zuschaffen gehabt) bezeugen / dass Pluto ein Gott der reichtumben / ein Vater und die Iuuentus der Jugend / ein Mutter der Torheit gewesen / welche in den Insulis fortunatis, allda kein Krankheit noch Alter regiert / sonder man allzeit frisch und gesund lebt / geboren worden / und bald nach ihrer Geburt angefangen zu lachen / und sich mit der Frau Venus und dem Baccho erlustiget. | de | de | de | 1 | 5.2288 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,894 | 1,615 | O gluͤckſelige vnnd notwendige Geburt: die weiſe vnnd gelehꝛte Maͤnner moͤgen gleichwol von jr ſagen was ſie woͤllen/ ſo iſt doch gewiß/ daß woferꝛn anderſt ſie begeren Vaͤtter zuwerden vnd das Gebott Gottes: creſcite & multiplicamini: zu voll ziehen/ ſie jhꝛe grauitet, ſtudia vnd weiß heit hin dan ſetzẽ/ die toꝛheit vmbfahen vñ mit den weibern ſchertzẽ muͤſſen/ dañ ſie iſt der brunquel/ auß welchem die weiſe Philoſophi, die ernſthafftige Juriſten/ die andaͤchtige religioſen, die ehꝛwuͤrdige Prælaten/ die großmaͤchtige Herꝛen/ Fuͤrſtẽ/ Koͤnig/ Keyſer/ vnd aller heiligſte Baͤpſt entſpringen/ dañ woferꝛn die torheit vñ der will deß Menſchen nit zuſamen ſtim̃eten vñ eins waͤren/ ſo wuͤrden wenig Menſchẽ erzeugt vñ geboꝛen werdẽ. | O glückselige und notwendige Geburt: die weise und gelehrte Männer mögen gleichwohl von ihr sagen was sie wollen / so ist doch gewiss / dass wofern anders sie Begehren Väter zuwerden und das Gebot Gottes: crescite & multiplicamini: zu voll ziehen / sie ihre grauitet, studia und weiß heit hin dann setzen / die Torheit umsahen und mit den Weibern Scherzen müssen / dann sie ist der brunquel / aus welchem die weise Philosophie, die ernsthafftige Juristen / die andächtige religiösen, die ehrwürdige Prälaten / die großmächtige Herren / Fürsten / König / Kaiser / und aller heiligste Päpste entspringen / dann wofern die Torheit und der will des Menschen nicht zusamen stimmten und eins wären / so würden wenig Menschen erzeugt und geboren werden. | de | de | de | 1 | 5.481 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,895 | 1,615 | Die weiber/ welche den groſſen ſchmertzẽ/ muͤhſeligkeit vnd die gefahr deß gebehꝛens einmal verſucht haben/ wurden ſich gewißlich nicht widerum̃ zu den Maͤnnern legen/ woferꝛn ſie nicht bißweilen naͤrꝛiſch vnd ſchier wuͤtig waͤren. | Die Weiber / welche den großen Schmerzen / Mühseligkeit und die Gefahr des Gebarens einmal versucht haben / wurden sich gewisslich nicht wiederum zu den Männern legen / wofern sie nicht bisweilen närrisch und schier wütig wären. | de | de | de | 1 | 5.0181 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,897 | 1,615 | Auff diſe Kindtheit folgt die bluͤhende jugendt der adoleſcentiæ, welche der Fruͤling vnſers Lebens iſt/ vnnd von der Thoꝛheit ſehꝛ fauoriſirt wirdt/ dann man helt darfuͤr/ daß der Menſch einmal in ſeinem Lebẽ muͤſſe naͤrriſch ſein/ entweder in der Jugent oder im Alter: | Auf diese Kindheit folgt die blühende Jugend der adolescentiae, welche der Frühling unseres Lebens ist / und von der Torheit sehr favorisiert wird / dann man hält dafür / dass der Mensch einmal in seinem Leben müsse närrisch sein / entweder in der Jugent oder im Alter: | de | de | de | 1 | 4.9347 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,898 | 1,615 | Wer es derwegen in der Jugendt nit verrichtet/ oder ſich naͤrꝛiſch ſtellt/ dolliſiret vnnd raſet/ der muß es in ſeinem Alter verꝛichten/ vnd eben diſes iſt ein vrſach/ daß die Hollaͤnder jhꝛe Toͤchter keinem jungen Geſellen geben/ der nit allbereit in ſeiner Jugend außgenarꝛet/ dolliſirt oder geraſet hat. | Wer es derentwegen in der Jugend nicht verrichtet / oder sich närrisch stellt / dollisiret und raset / der muss es in seinem Alter verrichten / und eben dieses ist ein Ursache / dass die Holländer ihre Töchter keinem jungen Gesellen geben / der nicht allbereits in seiner Jugend außgenarret / dollisirt oder gerast hat. | de | de | de | 1 | 4.6893 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,899 | 1,615 | Dann ſie vermeinen/ daß/ woferꝛn einer in der Jugendt nit außgenarꝛet hat/ er erſt im Alter die Narꝛenſchuch anlegen vnd dolliſiren muͤſſe. | Dann sie vermeinen / dass / wofern einer in der Jugend nicht außgenarret hat / er erst im Alter die Narrenschuch anlegen und dollisiren müsse. | de | de | de | 1 | 6.0034 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,900 | 1,615 | Nit allein die Kindtheit vnd die Jugendt wirdt von der Thorheit fauoriſirt, ſonder auch das Alter/ dann ſie machet die Alten widerumb jung/ vnd verkehꝛet ſie gleichſamb in Kinder/ in deme nemblich ſie jhꝛe Kuͤnſt/ ſcientzen, ſchwere vnnd wichtige geſchaͤfft hindan ſetzen/ ſich zu der Lieb vnnd Bulerey begeben/ jhꝛe Haar faͤrben/ voꝛn an der Stirn hohe Zoͤpff tragen/ damit ſie nit fuͤr Kaalkoͤpff gehalten werden/ taͤglich jhꝛe Baͤrth rodiren, jhꝛe Kleydeꝛ parfumiren vnnd mit Biſem vnd Amber beſtreichen/ Kupler beſtellen/ Buelbrieffel dichten/ ſchꝛeiben vnnd außſchicken/ ſich mit ſehꝛ jungen armen/ aber ſchoͤnen vnd holdſeligen Maͤgdlein verheureten/ mit denſelbigen jhꝛ Gut mit ſpielen vnd ſchertzen verzehꝛen/ jmmerdar von der Lieb vnnd naͤrꝛiſchen dingen reden/ vnnd ſich dermaſſen naͤrꝛiſch ſtellen/ als kaͤmen ſie erſt in die Welt/ oder als waͤren ſie niemaln inn der Welt geweſt: | Nicht allein die Kindheit und die Jugend wird von der Torheit favorisiert, sonder auch das Alter / dann sie macht die Alten wiederum jung / und verkehret sie gleichsam in Kinder / in dem nämlich sie ihre Künste / scientzen, schwere und wichtige Geschäft hintan setzen / sich zu der Liebe und Buhlerei begeben / ihre Haar färben / vorn an der Stirn hohe Zöpfe tragen / damit sie nicht für Kaalköpff gehalten werden / täglich ihre Bert rotieren, ihre Kleider parfümieren und mit Bisem und Amber bestreichen / Kuppler bestellen / Buelbrieffel dichten / schreiben und ausschicken / sich mit sehr jungen armen / aber schönen und holdseligen Mägdlein verheuerten / mit denselbigen ihr Gut mit spielen und Scherzen verzehren / immerdar von der Liebe und närrischen Dingen reden / und sich dermaßen närrisch stellen / als kämen sie erst in die Welt / oder als wären sie niemals in der Welt gewesen: | de | de | de | 1 | 4.8872 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,901 | 1,615 | Vnnd auß diſer gleichheit der Natur erfolgt/ daß die Alten die Kinder ſo ſehꝛ lieben/ vnd ſambi jhnen auff Stecken reiten/ oder mit jhnen ſpilen/ hergegen daß die Kinder ſich ſo ſehꝛ mit den Alten frewen/ vnd gern bey jhnen ſeindt. | Und aus dieser Gleichheit der Natur erfolgt / dass die Alten die Kinder so sehr lieben / und sambi ihnen auf Stecken reiten / oder mit ihnen spielen / hingegen dass die Kinder sich so sehr mit den Alten freuen / und gern bei ihnen sind. | de | de | de | 1 | 4.622 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,902 | 1,615 | Ferꝛner erſcheint die nutzbarkeit der Thoꝛheit auß deme/ daß/ woferꝛn die Menſchen die weißheit allerdings fahren lieſſen/ vnnd ſich nur der Thorheit befliſſen/ ſie gewißlich kein einige Kummernuß noch Muͤhſeligkeit empfinden/ ſonder allzeit ruͤhwig vnnd gluͤckſeligklich leben wuͤrden/ dann die taͤgliche Erfahrung gibt zu erkennen/ daß die weiſe hochgelehrte/ grauitetiſche/ ernſthafftige Maͤnner/ welche nichts anders thun/ als ſtudiren/ jhꝛen ſcientiis obligen/ vnd Landt vnd Leuth regiren/ gemeinglich bleich/ mager vnd kranck ſeind/ vnd gar bald alt werden/ dann ſie haben weder Tag noch Nacht kein ruhe/ ſonder muͤſſen arbeiten mit dem Leib vñ mit dem Gemuͤth vnd Geiſt/ der wirdt dardurch geſchwaͤcht vnd das Leben verkuͤrtzt/ im gegenſinn aber ſehen wir/ daß die Jdioten/ vngelehꝛten vnd vnuerſtaͤndige gꝛobe vnd vngeſchickte Toͤlpel vñ Knoͤpff/ welche ſich nur auff jhꝛen Landtguͤtern oder anheimbs finden laſſen/ vñ ſich vmb nichts annem̃en noch vmb das heyl deß Vatterlandts kummern/ gemeinlich faiſt/ ſchoͤn/ roth/ ſtarck vnd geſundt ſeyen vnd lang leben. | Ferner erscheint die Nutzbarkeit der Torheit aus dem / dass / wofern die Menschen die Weisheit allerdings fahren ließen / und sich nur der Torheit beflissen / sie gewisslich kein einige Kümmernis noch Mühseligkeit empfinden / sonder allzeit rühwig und glückseligecklich leben würden / dann die tägliche Erfahrung gibt zu erkennen / dass die weise hochgelehrte / gravitätische / ernsthafftige Männer / welche nichts anders tun / als studieren / ihren scientiis obliegen / und Land und Leute regieren / gemeiniglich bleich / mager und krank sind / und gar bald alt werden / dann sie haben weder Tag noch Nacht kein Ruhe / sonder müssen arbeiten mit dem Leib und mit dem Gemüt und Geist / der wird dadurch geschwächt und das Leben verkürzt / im Gegensinn aber sehen wir / dass die Idioten / ungelehrten und unverständige grobe und ungeschickte Tölpel und Knöpf / welche sich nur auf ihren Landgütern oder anheim finden lassen / und sich um nichts annehmen noch um das Heil des Vaterlands kümmern / gemeinlich feist / schön / rot / stark und gesund seien und lang leben. | de | de | de | 1 | 4.8091 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,903 | 1,615 | Diſes haben etliche anſehenliche Staͤtt inn Jtalia vnnd anderſto wol gewuͤſt vnd betracht/ vnd derwegen durch ein offentliches decret oder mandat, etlich gelehꝛte vñ weiſe patritios, Geſchlechter oder Edelleut/ keiner andern vrſachen halben hinauß vnnd weg geſchafft/ als weil dieſelbigen wol ſtudirt hatten/ vnnd jhꝛen verſtandt in vilen dingen erzeigten/ jnmaſſen die Saneſer gethan/ vnnd derwegen fuͤr offentliche pur lautere Narꝛen gehalten werden. | Dieses haben etliche ansehenliche Stät in Italien und andersto wohl gewusst und Betracht / und derentwegen durch ein öffentliches Dekret oder mandat, etlich gelehrte und weise patritios, Geschlechter oder Edelleut / keiner anderen Ursachen halben hinaus und weggeschafft / als weil dieselbigen wohl studiert hatten / und ihren verstand in vielen Dingen erzeigten / in Maßen die Saneser getan / und derentwegen für öffentliche pur lautere Narren gehalten werden. | de | de | de | 1 | 6.2385 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,904 | 1,615 | Die Bologneſer werden gleichwol fuͤr weiſe/ gelehꝛte vnnd geſcheide Herꝛen gehalten/ aber alle jhre beſte vnnd gelehꝛteſte Buͤcher ſchmiden ſie auff jhrer Bibliothec an eyſenen Ketten/ hergegen laſſen ſie die Narꝛen vnnd jhre naͤrꝛiſche Geſchlechter vnnd Burgerskinder ledig/ vnnd wolluſtig vmbziehen/ vnnd in Rath ſitzen: | Die Bologneser werden gleichwohl für weise / gelehrte und gescheite Herren gehalten / aber alle ihre beste und gelehrteste Bücher schmieden sie auf ihrer Bibliothek an eysenen Ketten / hingegen lassen sie die Narren und ihre närrische Geschlechter und Burgerskinder ledig / und wollüstig umziehen / und in Rat sitzen: | de | de | de | 1 | 5.3225 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,905 | 1,615 | O wie vil Narꝛen vnnd Fantaſten findt man zu Florentz, Modina, Parma vnnd Meylandt/ vnder den Burgerskindern/ welche keiner andern vrſachen halben etwas rechtſinniges ſtudiren/ noch auch doctoriren/ als weil ſie ſich deß Doctorals/ aber nicht der Thorheit vnnd vnwiſſenheit ſchaͤmẽ/ vñ nit deſto weniger im Rath andern gelehꝛten vnnd weiſen Maͤnnern voꝛgezogen werden woͤllen: | O wie viel Narren und Fantasten findet man zu Florentz, Modina, Parma und Meylandt / unter den Burgerskindern / welche keiner anderen Ursachen halben etwas rechtsinniges studieren / noch auch doktorieren / als weil sie sich des Doctorals / aber nicht der Torheit und Unwissenheit schämen / und nicht desto weniger im Rat anderen gelehrten und weisen Männern vorgezogen werden wollen: | de | de | de | 1 | 5.555 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,906 | 1,615 | Vil andere Staͤtt vnd Voͤlcker koͤndte ich benennen/ welche die Thoꝛheit in jhꝛer protection, ſchutz vnnd ſchirm nemmen/ vnd ſie gleichſam̃ fuͤr ein grandeza vnd hochheit halten/ wegen der confluenz, zulauff vnnd menge deß Volcks/ ſo jhꝛ nachfolgen. | Viel andere Stät und Völker könnte ich benennen / welche die Torheit in ihrer Protektion, Schutz und Schirm nehmen / und sie gleichsam für ein grandeza und Hochheit halten / wegen der Konfluenz, Zulauf und Menge des Volks / so ihr nachfolgen. | de | de | de | 1 | 5.3115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,907 | 1,615 | Weil auch die Goͤttliche fuͤrſehung ſahe/ daß der Menſch erſchaffen war darumb/ daß er die andere Thier beherꝛſchen vnnd den gantzen vniuerſum regiren ſolte/ vnd daß er zu ſolchem end ein groſſe weißheit haben vnd benebens vil ſorg vnd muͤhſeligkeiten außſtehen muͤſte/ ſo hat ſie jhne mit einer ewigen vnd vnzertrennlichen Geſellſchafft verſehen vnd jhm ein Weibsbildt zu ordnen woͤllen/ auff daß ſie jme ſeine ſchwere ſorgfaͤltigkeiten lindern/ vnd einen luſt vnnd frewd machen ſolte/ dann das Weib iſt ein ſolche naͤrꝛiſche vnnd werckliche Creatur/ daß Plato zweifelt/ ob ſie vnder den verſtaͤndlichen oder vnuerſtaͤndlichen Thieren gezehlt vnd gerechnet werden ſolle. | Weil auch die göttliche Vorsehung sah / dass der Mensch erschaffen war darum / dass er die andere Tier beherrschen und den ganzen Universum regieren sollte / und dass er zu solchem Ende ein große Weisheit haben und benebens viel sorge und Mühseligkeiten ausstehen müsste / so hat sie ihn mit einer ewigen und unzertrennlichen Gesellschaft versehen und ihm ein Weibsbild zu ordnen wollen / auf dass sie ihm seine schwere Sorgfältigkeiten lindern / und einen Lust und Freude machen sollte / dann das Weib ist ein solche närrische und werkliche Kreatur / dass Plato zweifelt / ob sie unter den verständlichen oder unverständlichen Tieren gezählt und gerechnet werden solle. | de | de | de | 1 | 4.601 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,908 | 1,615 | Eben diſer meinung ſeind auch die Tuͤrcken/ welche nicht bewilligen/ daß die Weiber weder in burgerlichen noch malefitz Haͤndlen zeugnuß geben. | Eben dieser Meinung sind auch die Türken / welche nicht bewilligen / dass die Weiber weder in bürgerlichen noch Malefiz Händeln Zeugnis geben. | de | de | de | 1 | 5.8497 |
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