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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,009 | 1,615 | Jener Lucianus ſpricht auch recht vnnd wol: morum ſuauitas, humanitas, animi magnitudo, modeſtia & pudicitia omnibus corporis dotibus meritò anteferantur. | Jener Lucianus spricht auch recht und wohl: morum suauitas, humanitas, animi magnitudo, modestia & pudicitia omnibus corporis dotibus merito anteferantur. | de | la | la | 0.333 | 5.5034 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,010 | 1,615 | Vierdtens nimb kein edlere/ weder du biſt/ dann ſolche vngleiche Heurat ſeindt anders nichts/ als ein ſehr edler vnd koͤſtlicher Stein in einem bleyenen Ring. | Viertens nimm kein edlere / weder du bist / dann solche ungleiche Heirat sind anders nichts / als ein sehr edler und köstlicher Stein in einem bleiernen Ring. | de | de | de | 1 | 5.708 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,011 | 1,615 | Deßgleichen nimb kein altes Weib von Gelts wegen/ dann wie die alte Maͤnner pflegen der jungen Frawen Narꝛen zu ſeyn: Alſo muͤſſen die junge Maͤnner der alten Weiber Sclauen ſeyn/ dann ſie woͤllen kurtz vmb Meiſter ſein/ das Gelt nemmen ſie ein/ vnd gebens auß/ vñ der Mañ muß ſein narꝛ im Hauß/ vnd gehen vmb an einer Heñen ſtatt. | Desgleichen nimm kein altes Weib von Geld wegen / dann wie die alte Männer pflegen der jungen Frauen Narren zu sein: Also müssen die junge Männer der alten Weiber Sklaven sein / dann sie wollen kurz um Meister sein / das Geld nähmen sie ein / und Gebens aus / und der Mann muss sein narr im Haus / und gehen um an einer Hennen statt. | de | de | de | 1 | 5.0939 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,012 | 1,615 | Es vermeinen auch ſolche junge Geltnarꝛen/ daß jre alte weiber bald ſterben werden/ vnd daß ſie hernach widerum̃ ein junge Fraw nem̃en woͤllen/ aber gemeinklich werden ſie in ſolcher jrer hoffnung betrogen/ dañ es verſtehens die alte Frawen nit allzeit recht/ woͤllen jren jungen Maͤnnern zugefallen ſterben/ ſonder vberleben vnd harꝛen ſie auß/ derwegen nimb eine/ die deines gleichen iſt am Alter/ Stand/ Gut vnd Glauben/ vnd vil ehen der nimb eine/ die da weniger iſt/ denn du/ weder eine die da mehr iſt oder mehr ſein will/ ſo lebſtu deſto ruͤhwiger. | Es vermeinen auch solche junge Geldnarren / dass ihre alte Weiber bald sterben werden / und dass sie hernach wiederum ein junge Frau nehmen wollen / aber gemeinklich werden sie in solcher ihrer Hoffnung betrogen / dann es Verstehens die alte Frauen nicht allzeit recht / wollen ihren jungen Männern zugefallen sterben / sonder überleben und harren sie aus / derentwegen nimm eine / die deines gleichen ist am Alter / Stand / Gut und Glauben / und viel Ehen der nimm eine / die da weniger ist / denn du / weder eine die da mehr ist oder mehr sein will / so lebst desto rühwiger. | de | de | de | 1 | 5.5246 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,013 | 1,615 | Fuͤrnemblich aber vnnd vor allen dingen nimb ein from me Fraw/ dann wer Frombkeit nimbt/ der vberkompt Gelt/ Adel vnd ſchoͤnheit beyſamen. | Vornehmlich aber und vor allen Dingen nimm ein fromm me Frau / dann wer Frombkeit nimmt / der überkommt Geld / Adel und Schönheit beisammen. | de | de | de | 1 | 6.9058 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,014 | 1,615 | Endlichen rathe ich dir/ daß du nit heurateſt/ woferꝛn du dir nit getraweſt ein Weib zuernehren/ ſonder verſihe dich zuuor mit Tugend/ Kunſt/ eignem Gut/ Gewerb vnd Nahrung/ dich/ Weib vnd Kindt zu vnderhalten. | Endlichen rate ich dir / dass du nicht heiratest / wofern du dir nicht getrauest ein Weib zuernähren / sonder versiehe dich zuvor mit Tugend / Kunst / eigenem Gut / Gewerbe und Nahrung / dich / Weib und Kind zu unterhalten. | de | de | de | 1 | 5.2784 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,015 | 1,615 | Diſes waren deß frommen Thumbherꝛns Wort: | Dieses waren des frommen Thumbherrns Wort: | nl | de | lb | 0.333 | 6.2245 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,016 | 1,615 | Aber er wuſte nicht/ was ich im Sinn hatte/ nemblich nit mich zu verehelichen/ ſonder ſein reiche Baß zu betriegen/ vnd jhꝛ Gelt zu wegen zu bringen/ dañ er gewann dardurch vrſach/ jhr zuuerſtehen zu geben/ daß ich ſie zur Ehꝛen begerte/ zur Ehe nemmen/ vnnd widerumb ehrlich machen wolte/ ſeytemal ſie vil Jarlang im vnzuͤchtigen Leben zugebracht/ vnd vber 80000. | Aber er wusste nicht / was ich im Sinn hatte / nämlich nicht mich zu verehelichen / sonder sein reiche Bass zu betrügen / und ihr Geld zu wegen zu bringen / dann er gewann dadurch Ursache / ihr zuverstehen zu geben / dass ich sie zur Ehren begehrte / zur Ehe nehmen / und wiederum ehrlich machen wollte / sintemal sie viel Jarlang im unzüchtigen Leben zugebracht / und über 80000. | de | de | de | 1 | 5.0274 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,017 | 1,615 | Ducaten werth erobert hatte. | Dukaten wert erobert hatte. | de | de | nl | 0.667 | 6.9215 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,018 | 1,615 | Schier ein viertel Jarlang buelte ich vmb diſe Fraw/ hatte bey Tag bey Nacht meinen freyen willen/ zugang vnnd auffenthaltung bey jhr/ vnd ſie zeigte mir alle jhre geheimnuſſen vnd Schaͤtz an Gelt vnd Kleynodien/ dañ ſie zweifelte im wenigſten an meiner jhr zutragender affection vnnd allbereit gegebner Trew/ vnnd begerte nichts anders/ als baldt Hochzeit mit mir zu halten: | Schier ein viertel Jarlang buelte ich um diese Frau / hatte bei Tag bei Nacht meinen freien Willen / Zugang und Auffetthaltung bei ihr / und sie zeigte mir alle ihre Geheimnissen und Schätze an Geld und Kleinodien / dann sie zweifelte im wenigsten an meiner ihr zutragender Affektion und allbereits gegebener Treue / und begehrte nichts anders / als bald Hochzeit mit mir zu halten: | de | de | de | 1 | 5.4877 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,019 | 1,615 | Das verhieß ich jhꝛ kraͤfftiglich/ biß ich letztlichen in jhrem abweſen jhr Truͤhlein/ darin jhr meiſtes vnd beſtes Goldt vnnd Kleynoter lagen/ zuwegen brachte/ vnd mich darmit eylends dermaſſen vnſichtbar machte/ daß man mich nirgends weder in der Statt noch herauſſen finden/ erfragen noch zu wegen bringen koͤndte/ dann ich verkleidete vnnd verſtelte mich ſehr artlich in der geſtallt eines armen/ preſthafften vnd zerꝛiſſenen Betlers/ kam durch diſes mittel allgemach auß dem Landt/ vnnd erꝛeichte letztlich das edle Sauoyaniſche Piemonter Landt. | Das verhieß ich ihr kräftiglich / bis ich letztlichen in ihrem Abwesen ihr Truhlein / darin ihr meistes und bestes Gold und Kleynoter lagen / zuwegen brachte / und mich damit eilends dermaßen unsichtbar machte / dass man mich nirgends weder in der Stadt noch heraußen finden / erfragen noch zu wegen bringen könnte / dann ich verkleidete und verstellte mich sehr artlich in der Gestalt eines armen / bresthaften und zerrissenen Bettlers / kam durch dieses Mittel allgemach aus dem Land / und erreichte letztlich das edle Sauoyanische Piemonter Land. | de | de | de | 1 | 5.7129 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,020 | 1,615 | Capvt XLVI. | Capvt XLVI. | en | en | hu | 0 | 9.6466 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,021 | 1,615 | Was geſtallt Guſman ſich in Piemont verhalten/ reichlich verheuretet vnnd letztlichen verdorben. | Was Gestalt Gusman sich in Piemont verhalten / reichlich verheuertet und letztlichen verdorben. | de | de | de | 1 | 8.0376 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,022 | 1,615 | ALsbaldt ich gen in Turin in Sauoya kommen/ warff ich mein betleriſches Kleidt von mir/ kleidete mich erſtlich auf ſtudentiſch/ vnd inſinuirte mich dermaſſen bey deß Hertzogs Obriſten Hofmeiſter/ daß derſelb mich fuͤr einen gentilhomo oder Edelman auffnam/ vnnd wegen meines wolverhaltens faſt liebte/ dañ ich verſaumbte keinen einigen dienſt/ vnnd hielt mich darneben ſehr praͤchtig in Kleidern/ vnnd gab mich fuͤr einen Sicilianiſchen Edelman auß. | alsbald ich gen in Turin in Sauoya kommen / warf ich mein betlerisches Kleid von mir / kleidete mich erstlich auf studentisch / und insinuierte mich dermaßen bei des Herzogs Obristen Hofmeister / dass derselbe mich für einen gentilhomo oder Edelmann aufnahm / und wegen meines Wohlverhaltens fast liebte / dann ich versäumte keinen einigen Dienst / und hielt mich daneben sehr prächtig in Kleidern / und gab mich für einen sizilianischen Edelmann aus. | de | de | de | 1 | 5.2646 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,023 | 1,615 | Einsmals zohe ich mit meinem Herꝛn dem Fuͤrſtlichen Hofmeiſter auf eine Cõmiſſion, welche angeſtalt war zwiſchen zweyen ſtattlichen vom Adel. | Einsmals zog ich mit meinem Herrn dem fürstlichen Hofmeister auf eine Kommission, welche angestalt war zwischen zweien stattlichen vom Adel. | de | de | de | 1 | 5.6719 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,024 | 1,615 | Der ein Edelmañ war numehꝛ alt/ vnd hatte ein Tochter/ die war ein einig Erbin aller ſeiner ſtattlichen Guͤter: | Der ein Edelmann war Nummer alt / und hatte ein Tochter / die war ein einig Erbin aller seiner stattlichen Güter: | de | de | de | 1 | 6.543 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,025 | 1,615 | Vnnd weil ſie ſehr ſchoͤn vnnd holdtſelig war/ ſo verliebte ich mich in ſie/ gab jhrs auch heimblich vnnd offentlich zu verſtehen/ vnd verehꝛte jhꝛ gleich anfangs ein ſchoͤnes Kleynot/ welches vber 600. Ducaten werth war. | Und weil sie sehr schön und holdselig war / so verliebte ich mich in sie / gab ihrs auch heimlich und öffentlich zu verstehen / und verehrte ihr gleich anfangs ein schönes Kleinod / welches über 600. Dukaten wert war. | de | de | de | 1 | 4.6426 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,026 | 1,615 | Die Jungfraw gewann mich hergegen lieb/ foͤrchtete ſich aber voꝛ jhꝛem Vatter/ als der villeicht in vnſer beyde Ehe nicht verwilligen wuͤrde: | Die Jungfrau gewann mich hingegen lieb / fürchtete sich aber vor ihrem Vater / als der vielleicht in unser beide Ehe nicht bewilligen würde: | de | de | de | 1 | 6.2605 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,027 | 1,615 | Nun begabs ſich/ daß der Vatter vnuerſehens todts verꝛuckte/ derwegen verfuͤgte ich mich eylends zu jhr/ ſchenckte jhr abermals ein Kleynod per 1000. | Nun begab es sich / dass der Vater unversehens Tods verrückte / derentwegen verfügte ich mich eilends zu ihr / schenkte ihr abermals ein Kleinod per 1000. | de | de | de | 1 | 5.9648 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,028 | 1,615 | Ducaten/ (dann ich hatte noch vber 8000. | Dukaten / (dann ich hatte noch über 8000. | de | de | fy | 0.667 | 7.2385 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,029 | 1,615 | Dncaten werth heimblich bey mir) vnnd ſie gab mir hergegen ein Pfandt jhrer Lieb vnd Trew. | Dncaten wert heimlich bei mir) und sie gab mir hingegen ein Pfand ihrer Liebe und Treue. | de | de | de | 1 | 6.4635 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,030 | 1,615 | Weil ich auch meines Herꝛn gunſts verſichert war/ ſo entdeckte ich jhm mein Vorhaben/ vnnd bate jhne vmb gnedige huͤlff vnnd befuͤrderung: | Weil ich auch meines Herrn Gunst versichert war / so entdeckte ich ihm mein Vorhaben / und bat ihn um gnädige Hilfe und Beförderung: | de | de | de | 1 | 5.1478 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,031 | 1,615 | Die ward mir alsbald verwilligt vnd die ſach dahin gerichtet/ daß der heurat ſeinen wircklichen fortgang gewann/ da fing ich erſt an/ mich ſtattlich zu halten/ vnnd mit Schanckungen vnnd verehrungen ſehen zu laſſen/ dardurch gewañ ich jedermans gunſt vnd einen guten Namen bey allermennigklichen: | Die wurde mir alsbald bewilligt und die Sache dahin gerichtet / dass der Heirat seinen wirklichen Fortgang gewann / da fing ich erst an / mich stattlich zu halten / und mit Schanckungen und Verehrungen sehen zu lassen / dadurch gewann ich jedermanns Gunst und einen guten Namen bei menniglichen: | de | de | de | 1 | 5.1248 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,032 | 1,615 | Vnſere Hochzeit ward gehalten vnnd zwar dermaſſen ſtattlich vnnd praͤchtigklich/ daß es fuͤr einen Grafen gnug geweſt were. | Unsere Hochzeit wurde gehalten und zwar dermaßen stattlich und prächtigklich / dass es für einen Grafen genug gewesen wäre. | de | de | de | 1 | 4.8953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,033 | 1,615 | Nit allein verdiſtillirte ich hierunder mein zu Bononia taliter qualiter erobertes Goldt vnnd Kleynodien/ ſonder machte auch bey den Kramern vnnd ſonſten hin vnd wider ſtarcke ſchulden. | Nicht allein destillierte ich hierunter mein zu Bononia taliter qualiter erobertes Gold und Kleinodien / sonder machte auch bei den Kramern und sonsten hin und wieder starke Schulden. | de | de | de | 1 | 6.3959 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,034 | 1,615 | Nach der Hochzeit hatte ich mit meiner ſchoͤnen jungen vnnd reichen Frawen einen guten muth/ vnnd war nit mit deme zu friden/ daß wir ein ſehꝛ ſchoͤnes vñ adeliches Schloß herauß auffm Landt/ vnnd ein wol außtraͤglichs jaͤhꝛlichs einkommen hatten/ ſonder wir kaufften auch ein ſonderbares ſchoͤnes Hauß in der Statt Turin/ zohen alſo mit einander ab vnnd zu/ bancketirten/ ſchlemmeten vnd demmeten jmmerdar an beyden orten. | Nach der Hochzeit hatte ich mit meiner schönen jungen und reichen Frauen einen guten Mut / und war nicht mit dem zu Frieden / dass wir ein sehr schönes und adeliges Schloss heraus aufm Land / und ein wohl außträglichs jährliches einkommen hatten / sonder wir kauften auch ein sonderbares schönes Haus in der Stadt Turin / zogen also miteinander ab und zu / bankettierten / schlemmten und dämmten immerdar an beiden Orten. | de | de | de | 1 | 5.3518 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,035 | 1,615 | Mein Fraw war zart: vnnd hoffertigklich erzogen/ derwegen thate ſie nichts anders/ als mit Kleidern popitzen vnd ſich vorm Spiegel mutzen/ putzen/ anſtreichen/ ſchwaͤtzen/ klappern vnnd naſchen/ gab im wenigſten kein achtung auff das Haußweſen/ vnd hatte darneben jhre ſeruidores oder Galanen, die jhr hofirten/ auff den dienſt warteten vnnd bißweilen mein ſtell vertraten. | Mein Frau war zart: und hoffertigklich erzogen / derentwegen tat sie nichts anders / als mit Kleidern popitzen und sich vorm Spiegel Mutzen / putzen / anstreichen / schwätzen / klappern und naschen / gab im wenigsten kein Achtung auf das Hauswesen / und hatte daneben ihre seruidores oder Galanen, die ihr hofierten / auf den Dienst warteten und bisweilen mein Stelle vertraten. | de | de | de | 1 | 5.7263 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,036 | 1,615 | Jch aber war gleichwol ein guter Geſell/ aber ein boͤſer Haußuatter/ dann ich ſchlemmete vnnd demmete mit der guten Burſch/ von dem Moꝛgen biß auff den Abendt/ ſpielte ſtarck/ hielt jmmerdar ſechs Gutſche Roß vnd 6. Reitpferdt/ fuͤhrte einen Freyherꝛn Standt: | Ich aber war gleichwohl ein guter Gesell / aber ein böser Haußuatter / dann ich schlemmte und dämmte mit der guten Bursch / von dem Morgen bis auf den Abend / spielte stark / hielt immerdar sechs Kutsche Ross und 6. Reitpferd / führte einen Freiherrn Stand: | de | de | de | 1 | 5.759 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,037 | 1,615 | Das alles machte vns baldt fertig vnnd bereitete vns den weg nach Bettelberg/ dann jnnerhalb zweyer Jahꝛen wurden wir fein fertig/ vñ gezwungen/ vnſern Adelichen Sitz vnd Guͤter den Kramern hinzugeben/ vnd alle vnſere Kleider vnd Kleynodien den Geltern zu cediren. | Das alles machte uns bald fertig und bereitete uns den weg nach Bettelberg / dann innerhalb zweier Jahren wurden wir fein fertig / und gezwungen / unsern adeligen Sitz und Güter den Kramern hinzugeben / und alle unsere Kleider und Kleinodien den Geltern zu zedieren. | de | de | de | 1 | 5.122 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,038 | 1,615 | Das thate vns nun ſehꝛ wehe/ wehe/ aber man machets keinẽ anderſt/ vnd diſer geſtallt ergehets gemeinlich allen denen/ welche jhꝛen Eheſtandt nicht mit Gott/ ſonder mit dem Teuffel/ anfahen/ vnd welche nit Gott/ ſonder der Teuffel zuſam̃en kuppelt/ damit ſie jhrem Geitz vnd ſchnoͤden geylheit ſtatt thun moͤgen. | Das tat uns nun sehr wehe / wehe / aber man machet keinen anders / und dieser Gestalt ergehets gemeinlich allen denen / welche ihren Ehestand nicht mit Gott / sonder mit dem Teufel / anfangen / und welche nicht Gott / sonder der Teufel zusammen kuppelt / damit sie ihrem Geiz und schnöden Geilheit statt tun mögen. | de | de | de | 1 | 5.1975 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,039 | 1,615 | Jch erjnnere mich geleſen zu haben/ daß der Teuffel neun Toͤchter habe/ die erſte heiſt Superbia oder Hoffart/ vñ dieſelbe verheuret er fuͤrnemblich den Koͤnigen/ Fuͤrſten/ Herꝛen vnnd Regenten/ dann gemeinglich regieret vnd herꝛſchet die Hoffart in jhnen. | Ich erinnere mich gelesen zu haben / dass der Teufel neun Töchter habe / die erste heißt Superbia oder Hoffart / und dieselbe verheuert er vornehmlich den Königen / Fürsten / Herren und Regenten / dann gemeiniglich regieret und herrschet die Hoffart in ihnen. | de | de | de | 1 | 5.3655 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,040 | 1,615 | Die andere Tochter heiſt Simonia, dieſelbe verheuret ſich fuͤrnemblich mit den Geiſtlichen vnd Prieſtern/ dann gemeinlich beflecken ſie ſich mit diſem Laſter. | Die andere Tochter heißt Simonia, dieselbe verheuert sich vornehmlich mit den Geistlichen und Priestern / dann gemeinlich beflecken sie sich mit diesem Laster. | de | de | de | 1 | 5.8724 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,041 | 1,615 | Die dritte heiſt Hypocriſis oder Heucheley/ dieſelbe verheuret ſich mit gar vilen vnnd allerhandt Standtsperſonen/ in denen ſie mehr/ weder in andern regniret. | Die dritte heißt Hypocrisis oder Heuchelei / dieselbe verheuert sich mit gar vielen und allerhand Standspersonen / in denen sie mehr / weder in anderen regniret. | de | de | de | 1 | 6.0857 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,042 | 1,615 | Die vierdte heiſt Rapina oder Rauberey/ die verheuret ſich fuͤrnemblich mit den Kriegsleuten. | Die vierte heißt Rapina oder Rauberei / die verheuert sich vornehmlich mit den Kriegsleuten. | de | de | de | 1 | 7.0275 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,043 | 1,615 | Die fuͤnffte heiſt Vſura oder Wucher/ vnd geſellet ſich gemeinglich zu den Kauff: vnnd Handelsleuthen. | Die fünfte heißt Vsura oder Wucher / und gesellet sich gemeiniglich zu den Kauf: und Handelsleuten. | de | de | de | 1 | 6.6562 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,044 | 1,615 | Die ſechſte heiſt Mendacium oder Lugen/ vnnd verehelichet ſich mit den Handtwercksleuten/ welche kaum ein wahres Woꝛt reden koͤnnen. | Die sechste heißt Mendacium oder Lügen / und verehelichet sich mit den Handwerksleuten / welche kaum ein wahres Wort reden können. | de | de | de | 1 | 5.8668 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,045 | 1,615 | Die ſibende heiſt Faulheit/ vnnd verheuret ſich mit den Edelleuthen/ welche von jenem Goͤttlichen Gebott: | Die siebende heißt Faulheit / und verheuert sich mit den Edelleuten / welche von jenem göttlichen Gebot: | de | de | de | 1 | 6.1079 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,046 | 1,615 | Jm ſchweiß deines Angeſichts ſolleſtu dein Brot eſſen: nichts wiſſen/ nichts arbeiten vnd doch jmmerdar wolluſtigklich leben woͤllen. | Im schweiß deines Angesichts sollest dein Brot essen: Nichts wissen / nichts arbeiten und doch immerdar wollustigklich leben wollen. | de | de | de | 1 | 6.8228 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,047 | 1,615 | Die achte Tochter deß Teuffels heiſt murmuratio oder murrung/ vnd regirt gemeinglich vnder den Bauren/ welche ſich vilmals wider jhꝛe Herꝛſchafften aufwerffen vnd ſich murꝛiſch/ vnwillig vñ vngehorſamb erzeigen. | Die achte Tochter des Teufels heißt murmuratio oder Murrung / und regiert gemeiniglich unter den Bauern / welche sich vielmals wider ihre Herrschaften aufwerfen und sich mürrisch / unwillig und Ungehorsam erzeigen. | de | de | de | 1 | 5.2621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,048 | 1,615 | Die neundte heiſt Fraw Luxuria, vnnd dieſelbige verehelichet ſich nicht nur einem allein/ ſonder allen mit einander/ dann ſie miſchet ſich in alle Staͤnd/ vnd beherꝛſchet die groſſe Herꝛn/ Reichen vnd Armen/ Geiſtlichen vñ weltlichen/ vñ wenig ſeind dern/ welche ſie nicht vberwindet. | Die neunte heißt Frau Luxuria, und dieselbige verehelichet sich nicht nur einem allein / sonder allen miteinander / dann sie mischet sich in alle Stände / und beherrschet die große Herrn / Reichen und Armen / Geistlichen und weltlichen / und wenig sind deren / welche sie nicht überwindet. | de | de | de | 1 | 5.4324 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,049 | 1,615 | Diſe Fraw Luxuria hat auch mich jederzeit vnnd ſonderlich in diſem Eheſtandt dermaſſen beſeſſen vnd beherꝛſcht/ daß ich nur den fleiſchlichen wolluͤſten abwartete/ vnnd Gott meinen HErꝛn aller dings verließ/ verachtete/ vnnd ſambt jenen geladenen Gaͤſten zur antwort gab: non poſſum venire, vxorem duxi: | Diese Frau Luxuria hat auch mich jederzeit und sonderlich in diesem Ehestand dermaßen besessen und beherrscht / dass ich nur den fleischlichen Wollüsten abwartete / und Gott meinen Herrn aller Dings verließ / verachtete / und samt jenen geladenen Gästen zur Antwort gab: non possum venire, vxorem duxi: | de | de | de | 1 | 5.5212 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,050 | 1,615 | Derwegen ward ich hingegen von GOtt verlaſſen/ vnd hatte nirgendts kein bleibendes ort noch ſtatt. | Derentwegen wurde ich hingegen von Gott verlassen / und hatte nirgends kein bleibendes Ort noch statt. | de | de | de | 1 | 5.7566 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,051 | 1,615 | Capvt XLVII. | Capvt XLVII. | en | en | sr | 0 | 7.7381 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,052 | 1,615 | Guſman wirdt auß einem Nobiliſten vnd verdoꝛbnen Edelmann ein Schreiber. | Gusman wird aus einem Nobiliesten und verdorbenen Edelmann ein Schreiber. | de | de | de | 1 | 5.8734 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,053 | 1,615 | JN wehꝛendem vnſerm Reichthumb/ wolſtandt vnnd Gluͤckſeligkeit/ lebte ich vnd mein liebe Haußfraw freundlich/ fridlich vnnd einig/ aber alsbaldt wir anfingen arm vnd duͤrfftig zuwerdẽ/ da war alle Lieb auß/ vnnd es fing alles Leyd an/ kein geduldt war verhanden/ ſonder wir fingen an einander zuuerhaſſen vnnd die ſchuld vnſers verderbens eins dem andern fuͤrzurupfen vnd zuzumeſſen/ darneben aber litten wir groſſen Mangel an vnſer Nahrung/ vnnd an ſtatt daß wir zuuor nichts anders geſungen vnd verſucht hatten/ als vitæ dulcedo vnnd gaudeamus: ſangen wir an jetzo vitæ amaritudo, ad te ſuſpiramus: | In wehrendem unserem Reichtum / Wohlstand und Glückseligkeit / lebte ich und mein liebe Hausfrau freundlich / friedlich und einig / aber alsbald wir anfingen arm und dürftig zuwerden / da war alle Liebe aus / und es fing alles Leid an / kein Geduld war vorhanden / sonder wir fingen aneinander zuverhassen und die Schuld unseres Verderbens eins dem anderen vorzurupfen und zuzumessen / daneben aber litten wir großen Mangel an unser Nahrung / und anstatt dass wir zuvor nichts anders gesungen und versucht hatten / als vitae dulcedo und gaudeamus: sangen wir an jetzt vitae amaritudo, ad te suspiramus: | de | de | de | 1 | 5.2272 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,054 | 1,615 | Es hieß bey vns: poſt ſuſſung ſaurung. | Es hieß bei uns: post sussung saurung. | de | jv | vi | 0.333 | 6.5083 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,055 | 1,615 | Derwegen ſuchte ich alle muͤgliche mittel vnd gelegenheit/ mich vñ mein Gemahel zu ernehꝛen: | Derentwegen suchte ich alle mögliche Mittel und Gelegenheit / mich und mein Gemahl zu ernähren: | de | de | de | 1 | 5.9227 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,056 | 1,615 | Es hieß bey mir fodere non valeo, mendicare non erubeſco: | Es hieß bei mir fordere non valeo, mendicare non erubesco: | de | de | de | 1 | 6.2776 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,057 | 1,615 | arbeiten kan ich nit/ vnnd deß betlens ſchaͤme ich mich: | arbeiten kann ich nicht / und des betlens schäme ich mich: | de | de | lb | 0.667 | 6.2706 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,058 | 1,615 | Letztlichen entſchloſſe ich mich ein Schreiber zu werden/ in hoffnung widerumb ein groſſer Herꝛn zu werden: | Letztlich entschloss ich mich ein Schreiber zu werden / in Hoffnung wiederum ein großer Herrn zu werden: | de | de | de | 1 | 5.7724 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,059 | 1,615 | Kein ſchand iſts/ dz auß einẽ nobiliſtẽ ein ſcribiſt oder ſcribent wirdt/ dañ auß ſchreibern werden groſſe Herꝛen/ aber ein ſchand iſts/ wann auß einem Edelman ein Bettelman/ ein Landſtoͤrtzer oder Maußkopff wirdt/ vnd er alsdañ der Schreibern gnad leben muß. | Kein Schande ist es / dass aus einen Nobiliesten ein scribist oder scribent wird / dann aus Schreibern werden große Herren / aber ein Schande ist es / wann aus einem Edelmann ein Bettelman / ein Landstörtzer oder Mauskopf wird / und er alsdann der Schreibern Gnade leben muss. | de | de | de | 1 | 5.1285 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,060 | 1,615 | Mein voriger Herꝛ der Obriſt Hofmeiſter halff darzu/ vnnd befuͤrderte mich zu einer Gerichtſchreiberey/ dann ich hatte ein gute Handt zum ſchreiben/ vnnd von Natur noch ein beſſere zum ſtehlen. | Mein voriger Herr der Oberst Hofmeister half dazu / und beförderte mich zu einer Gerichtsschreiberei / dann ich hatte ein gute Hand zum Schreiben / und von Natur noch ein bessere zum Stehlen. | de | de | de | 1 | 5.3749 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,061 | 1,615 | Deßgleichen hatte ich einen guten Kopff zum componiren, dichten vnnd ſtellen/ aber ein noch vil beſſere Zung vnnd Venam zum liegen. | Desgleichen hatte ich einen guten Kopf zum Komponieren, dichten und stellen / aber ein noch viel bessere Zunge und Venam zum Liegen. | de | de | de | 1 | 5.9811 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,062 | 1,615 | Kein Gewiſſen hatte ich/ ſonder es war vorlengſt verloren/ derwegen thate ich bey diſer Gerichtſchreiberey nichts anders/ als ſchinden/ ſchaben/ liegen vnd triegen: | Kein Gewissen hatte ich / sonder es war vorlegst verloren / derentwegen tat ich bei dieser Gerichtsschreiberei nichts anders / als schinden / schaben / liegen und trügen: | de | de | de | 1 | 5.8225 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,063 | 1,615 | Es hieß bey mir: non apparebis ante me vacuus’; Wer mir nichts ſchenckte/ vnd mir oder meiner Haußfrawen etwas mitbrachte vnnd verehꝛte/ der hat kein gute noch ſchleinige expedition, vnangeſehen ſein Handel noch ſo gerecht vnd gerecht war. | Es hieß bei mir: non apparebis ante me vacuus ’; wer mir nichts schenkte / und mir oder meiner Hausfrauen etwas mitbrachte und verehrte / der hat kein gute noch schleinige Expedition, unangesehen sein Handel noch so gerecht und gerecht war. | de | de | de | 1 | 6.023 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,064 | 1,615 | Bey allen Staͤnden find ich muͤhe/ arbeit vnnd gefahꝛ. | Bei allen Ständen finde ich Mühe / Arbeit und Gefahr. | de | de | de | 1 | 6.7975 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,065 | 1,615 | Etliche Geiſtliche Prælaten verkehren bißweilen die Renten der Armen in Bancketen vnnd Gaſtereyen/ den ehrlichen Namen der Prælatur veraͤnderen ſie in einem Weltlichen Pracht vnd Ehr/ vnnd an ſtatt/ daß ſie andere waiden vnd verſorgen ſolten/ waiden vnnd verſorgen ſie ſich ſelbſt. | Etliche geistliche Prälaten verkehren bisweilen die Renten der Armen in Banketten und Gastereien / den ehrlichen Namen der Prälatur verändere sie in einem weltlichen Pracht und Ehre / und anstatt / dass sie andere Weiden und versorgen sollten / Weiden und versorgen sie sich selbst. | de | de | de | 1 | 5.593 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,066 | 1,615 | Die groſſe Herꝛen ſehen jhre Vnderthanen bißweilen nicht an mit dem Eyfer der Lieb vñ barmhertzigkeit/ ſonder der ſtrengheit vnd vnbarmhertzigkeit/ verkauffen die Ambter der Iuſtici vnnd gubernaments, entweder vnderm ſchein der Freundtſchafft oder auß fuͤrbitt/ dardurch wirdt nicht das Ambt ſonder die Perſon verſehen/ aber die vnderthanen/ ſo durch ſie regirt werden muͤſſen/ werden vbel bedacht. | Die große Herren sehen ihre Untertanen bisweilen nicht an mit dem Eifer der Liebe und Barmherzigkeit / sonder der Strengheit und Unbarmherzigkeit / verkaufen die Amter der Justiz und gubernaments, entweder unterm Schein der Freundschaft oder aus fürbitt / dadurch wird nicht das Amt sonder die Person versehen / aber die untertanen / so durch sie regiert werden müssen / werden übel bedacht. | de | de | de | 1 | 5.5786 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,067 | 1,615 | Damit auch der ſtatt ſolcher Herꝛn geſch wille/ ſo ſeind ſie ſehend blind/ vnd hoͤꝛend taub/ vnd wiſſen nit/ was an jhꝛen Hoͤfen vnd auffm Landt geſagt/ gethan oder begangen wuͤrdet. | Damit auch der statt solcher Herrn gesch Wille / so sind sie sehend blind / und hörend taub / und wissen nicht / was an ihren Höfen und aufm Land gesagt / getan oder begangen würdet. | de | de | de | 1 | 5.6818 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,068 | 1,615 | Die Gubernatores vnnd Beambten der Iuſtici diſſimuliren bißweilen mit den ſuͤnden wegen deß reſpects der freundſchafft odeꝛ eygnen nutzes: Etliche Juriſten/ Aduocaten vnd Procuratores bemuͤhen ſich jhꝛ gantzes Lebenlang mit frembden Haͤndlen/ nicht zwar auß einem Eyfer der Iuſtici, ſonder deß Gelts. | Die Gubernatores und Beamten der Justiz dissimulieren bisweilen mit den Sünden wegen des Respekts der Freundschaft oder eigenen Nutzes: Etliche Juristen / Aduocaten und Procuratores bemühen sich ihr ganzes Leben lang mit fremden Händeln / nicht zwar aus einem Eifer der Justiz, sonder des Geldes. | de | de | de | 1 | 5.4112 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,069 | 1,615 | Daſſelbe erwerben ſie mit ſophiſtiſchẽ cautelis vnd vnſterblich machung der Proceſſen/ vnnd verurſachen ſo vil boͤſes/ daß Petrus Koͤnig in Caſtilia vnnd Aragon befolchen/ daß alle Aduocaten vnd Procuratores ein newes Ambt lehrnen muſten/ ſich darmit zuernehꝛen. | Dasselbe erwerben sie mit sophistischen cautelis und unsterblich Machung der Prozessen / und verursachen so viel Böses / dass Petrus König in Castilia und Aragon befolgen / dass alle Aduocaten und Procuratores ein neues Amt lernen mussten / sich damit zuernähren. | de | de | de | 1 | 5.8579 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,070 | 1,615 | Die Medici verſchulden den Todt bißweilen vil beſſer/ denn die Moͤrder/ dann ſie richten ſehꝛ vil Leut hin/ vnd werden nit allein nit drumb geſtrafft/ ſonder mit Gelt belohnt vnnd ergetzt Als baldt der Medicus zum Krancken kompt/ ſo greiffet er jhm den Pulß/ vnnd vrtheilet von der Kranckheit/ vnangeſehen auch er ſie nicht kennet/ noch in ſeinen Verſtandt bringen kan/ ſo appliciret er die remedia zum Grab: ô languens medicina. | Die Medici verschulden den Tod bisweilen viel besser / denn die Mörder / dann sie richten sehr viel Leute hin / und werden nicht allein nicht darum gestraft / sonder mit Geld belohnt und ergötzt als bald der Medikus zum Kranken kommt / so greifet er ihm den Puls / und verteilet von der Krankheit / unangesehen auch er sie nicht kennet / noch in seinen verstand bringen kann / so applizieret er die remedia zum Grab: o languens medicina. | de | de | de | 1 | 5.1556 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,071 | 1,615 | Etliche Soldaten vnd Kriegsleuth halten bißweiln ſich ſelbſt nicht fuͤr dapffere Helden/ es ſey dann/ daß ſie rein fluchen/ ſchwoͤren/ ſtehlen/ rauben/ Kirchen vnd Kloͤſter ſtuͤrmen/ Jungfrawen ſchenden vnd tyranniſiren koͤnnen. | Etliche Soldaten und Kriegsleut halten bisweilen sich selbst nicht für tapfere Helden / es sei dann / dass sie rein fluchen / schwören / stehlen / rauben / Kirchen und Klöster stürmen / Jungfrauen schänden und tyrannisieren können. | de | de | de | 1 | 4.7719 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,072 | 1,615 | Die Eheleut verheuraten ſich gemeinglich nur zu erfuͤllung jhꝛer Geylheit vnd begirden/ verſch wenden jhꝛ Gelt vnd Gut/ vnnd geben jhren Weibern vrſach/ daß ſie entweder verzweifeln oder in Suͤnden fallen/ dann entweder kleiden ſie dieſelbigen vil zu ſtattlich/ vnnd verſtatten jnen allen jhꝛen willen vnd freyheit/ oder ſie halten ſie wie Sclauen vnd Fußhader. | Die Eheleut verheiraten sich gemeiniglich nur zu Erfüllung ihrer Geilheit und Begierden / versch wenden ihr Geld und Gut / und geben ihren Weibern Ursache / dass sie entweder verzweifeln oder in Sünden fallen / dann entweder kleiden sie dieselbigen viel zu stattlich / und verstatten ihnen allen ihren Willen und Freiheit / oder sie halten sie wie Sklaven und Fußhader. | de | de | de | 1 | 4.8814 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,073 | 1,615 | Die Richter/ Burgermeiſter vñ Beambten ſeindt bißweilen eygennuͤtzig/ Beutelzauſer/ Blutſauger/ vnnd gleichſamb Walfiſch/ ſperꝛen jhre Maͤuler zu allem Geitz auff/ vnd woͤllen alles verſch linden/ damit jhre Haͤuſer mit allerhand ſachen verſehen vnd erfuͤllt/ vnd jhꝛe Renten vnendtlich vermehꝛt werden auff den Vnkoſten der armen Witwen vnd Waiſen: | Die Richter / Burgermeister und Beamten sind bisweilen eigennützig / Beutelzauser / Blutsauger / und gleichsam Walfisch / sperren ihre Mäuler zu allem Geiz auf / und wollen alles versch linden / damit ihre Häuser mit allerhand Sachen versehen und erfüllt / und ihre Renten unendlich vermehrt werden auf den Unkosten der armen Witwen und Waisen: | de | de | de | 1 | 5.5083 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,074 | 1,615 | Alle Waͤſſer laiten vnnd fuͤhren ſie zu jhrer eygnen Muͤhl/ je thewrer alle ding ſeind/ je lieber ſie es ſehen/ je beſſer ſie es haben/ vnnd je reicher ſie werden/ aber doch ſehen wir bißweilen/ daß ſie/ vermittelſt der Goͤttlichen Barmhertzigkeit/ jhr Leben vnnd Gewiſſen reformiren, die Hurer/ Spiler/ Dieb/ Flucher vnnd Schwerer bekehꝛen ſich bißweilen baldt oder langſamb/ vnnd verlaſſen jhre alte haut wie die Schlangen: | Alle Wässer leiten und führen sie zu ihrer eigenen Mühle / je teurer alle Ding sind / je lieber sie es sehen / je besser sie es haben / und je reicher sie werden / aber doch sehen wir bisweilen / dass sie / vermittels der göttlichen Barmherzigkeit / ihr Leben und Gewissen reformieren, die Hurer / Spiler / Dieb / Flucher und Schwerer bekehren sich bisweilen bald oder langsam / und verlassen ihre alte haut wie die Schlangen: | de | de | de | 1 | 4.9756 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,075 | 1,615 | Bey allen vnnd jeden Menſchen ſind ich ein zeichen jhrer ſeligkeit/ allein an den Schreibern verliehre ich die Zahl/ vnnd find kein bekehrung/ heut weniger denn geſtern: | Bei allen und jeden Menschen sind ich ein Zeichen ihrer Seligkeit / allein an den Schreibern verliere ich die Zahl / und finde kein Bekehrung / heute weniger denn gestern: | de | de | de | 1 | 5.342 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,076 | 1,615 | Allzeit ſeindt ſie Ioannes in eodem, vnnd bleiben wer ſie ſeindt: | Allzeit sind sie Iohannes in eodem, und bleiben wer sie sind: | de | de | de | 1 | 5.1853 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,077 | 1,615 | Selten ſihe ich einen beichten/ noch jemande/ der ſie abſoluire/ dann ſie informiren vnd ſchꝛeiben vilmals/ was jhnen ſelbſt wolgefaͤllt/ entweder von deß Gelts oder deß Freundts: Sie (von boͤſen Schreibern rede ich/ dann man findt auch vil fromme) benemmen den Leuten das Leben/ die Ehꝛ/ Haab vnd Gut/ vnnd eroͤffnen die Thuͤr allen Suͤnden: | Selten siehe ich einen beichten / noch jemand / der sie absolviere / dann sie informieren und schreiben vielmals / was ihnen selbst wohlgefällt / entweder von des Geldes oder des Freunds: Sie (von bösen Schreibern rede ich / dann man findet auch viel fromme) benehmen den Leuten das Leben / die Ehre / Hab und Gut / und eröffnen die Tür allen Sünden: | de | de | de | 1 | 5.5818 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,078 | 1,615 | Seind begierig vnd Hundtshungerig: | Sind begierig und Hundtshungerig: | de | de | da | 0.667 | 6.3762 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,079 | 1,615 | Jhre Seelen ſeindt entzuͤndt mit einem ſolchen hoͤlliſchen Fewer/ daß ſie die frembde Guͤter ohne einiges kewen verſchlucken: | Ihre Seelen sind entzündet mit einem solchen höllischen Feuer / dass sie die fremde Güter ohne einiges kauen verschlucken: | de | de | de | 1 | 5.7811 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,080 | 1,615 | Alsbaldt die vngerechte Schanckungen jhre Haͤnd beruͤhren/ verkehren ſich dieſelbige Augenblicklich inn Fleiſch vñ Blut dermaſſen/ daß ſie es niemaln widerumb ruſtituiren oder von ſich werffen koͤndten: | alsbald die ungerechte Schanckungen ihre Hände berühren / verkehren sich dieselbige augenblicklich in Fleisch und Blut dermaßen / dass sie es niemals wiederum rustituiren oder von sich werfen könnten: | de | de | de | 1 | 5.5939 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,081 | 1,615 | Zu dem ſeind ſie (ſonderlich die ſchlimme Handtſchreiber) gemeinglich ſehr bockſtoltz vnd praͤchtig/ vnd kleiden ſich auff Edelmaͤñiſch/ vnd ſeind dermaſſen hoffertig/ daß ſie ſelbſt nit wiſſen/ wie ſie gehen vnd herein tretten woͤllen: Sie vermeinen/ daß ein jeder jhnen auß dem weg weichen/ vnnd die Schlappen vor jnen abziehen muͤſſe/ vnangeſehen ſie kaum drey Wort ſauber vnnd recht abſchreiben/ vil weniger etwas concipiren koͤnnen. | Zudem sind sie (sonderlich die schlimme Handschreiber) gemeiniglich sehr bockstoltz und prächtig / und kleiden sich auf Edelmännisch / und sind dermaßen hoffertig / dass sie selbst nicht wissen / wie sie gehen und hereintreten wollen: Sie vermeinen / dass ein jeder ihnen aus dem Weg weichen / und die Schlappen vor ihnen abziehen müsse / unangesehen sie kaum drei Wort sauber und recht abschreiben / viel weniger etwas konzipieren können. | de | de | de | 1 | 4.9387 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,082 | 1,615 | Kein ſtoltzers Thier ſindt man/ als ſchreiber: | Kein stolzeres Tier sind man / als Schreiber: | de | de | de | 1 | 7.3257 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,083 | 1,615 | Ein Hur auff einem Schloß/ ein Schreiber auf einem Roß/ ein Lauß auf einem grind/ ſeind drey ſtoltzer Hofgeſind. | Ein Hure auf einem Schloss / ein Schreiber auf einem Ross / ein Laus auf einem grind / sind drei stolzer Hofgesinde. | de | de | de | 1 | 5.5415 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,084 | 1,615 | Darneben ſeind ſie gemeinlich ſehꝛ zehꝛlich vnnd verſchwendtlich wanns auß anderer Leuth Beutel gehet/ laſſen rundt vnnd wacker aufftragen/ tiſchen/ freſſen/ ſauffen vnnd praſſen auff den alten Keyſer hinein/ auff der armen Bawren/ Witwen vnnd Waißlein Vnkoſten. | Daneben sind sie gemeinlich sehr zährlich und verschwendtlich wann es Aus anderer Leute Beutel geht / lassen rund und wacker auftragen / tischen / fressen / saufen und prassen auf den alten Kaiser hinein / auf der armen Bauern / Witwen und Waislein Unkosten. | de | de | de | 1 | 5.921 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,085 | 1,615 | Diſer vrſachen halben hats das anſehen/ daß/ wann etwann einer ſelig wirdt/ vnnd in die Glori eingehet/ alsdann die Engel zu einander ſprechen: Lætamini in Domino, ſcriba in cœlo, fruta nucua, das iſt: | Dieser Ursachen halben hat es das Ansehen / dass / wann etwan einer selig wird / und in die Glorie eingehet / alsdann die Engel zueinander sprechen: Laetamini in Domino, scriba in coelo, fruta nucua, das ist: | de | de | de | 1 | 5.4861 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,086 | 1,615 | Frewet euch im HErꝛn/ ein Schreiber iſt zu vns in Himmel kommen/ es iſt ein newe Frucht vnnd ſeltzames Wildtpraͤt. | Freuet euch im Herrn / ein Schreiber ist zu uns in Himmel kommen / es ist ein neue Frucht und seltsames Wildbret. | de | de | de | 1 | 5.4714 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,087 | 1,615 | Es ſagen gleichwol die Schreiber vnnd andere Beambten/ daß es an jetzo ein vil andere geſtallt mit jhnen habe/ weder vor zeiten/ dann ſie haben gemeingklich ſchlechte beſollungen/ dargegen werden alle ding je lenger je thewrer/ Jtem/ daß man jhnen das Ambt nit vmbſonſt gegeben/ ſonder vmb vil Gelts verkaufft habe/ vnnd daß derwegen ſie auß jhꝛem Gelt den Zinß ſchlagen muͤſſen/ wie auch nicht vergeblich muͤh vnnd arbeit haben koͤnnen. | Es sagen gleichwohl die Schreiber und andere Beamten / dass es an jetzt ein viel andere Gestalt mit ihnen habe / weder vor Zeiten / dann sie haben gemeiniglich schlechte besollungen / dagegen werden alle Ding je länger je teurer / Item / dass man ihnen das Amt nicht umsonst gegeben / sonder um viel Geld verkauft habe / und dass derentwegen sie aus ihrem Geld den Zins schlagen müssen / wie auch nicht vergeblich Mühe und Arbeit haben können. | de | de | de | 1 | 5.6802 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,088 | 1,615 | Hieran reden ſie gleich wol nit ſo gar vnrecht/ vnnd es iſt ein ſehr alter gebrauch/ daß man die Aembter verkaufft hat/ dann Ariſtoteles ſagt/ daß dem gemeinen weſen nichts ſchaͤdlicher ſeyn koͤnne/ als eben die verkauffung der Aembter/ vnnd als jener Lacedemoniſche Alcamenus gefragt ward/ durch was mittel ein Landt gluͤckſelig werden koͤndte? | Hieran reden sie gleich wohl nicht so gar Unrecht / und es ist ein sehr alter Gebrauch / dass man die Ämter verkauft hat / dann Aristoteles sagt / dass dem gemeinen Wesen nichts schädlicher sein könne / als eben die Verkaufung der Ämter / und als jener Lacedemonische Alcamenus gefragt wurde / durch was Mittel ein Land glückselig werden könnte? | de | de | de | 1 | 5.8106 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,089 | 1,615 | Antwortet er: wann der Koͤnig ſeinen eygnen nutz in Windt ſchlaͤgt. | Antwortet er: wann der König seinen eigenen Nutz in Wind schlägt. | de | de | de | 1 | 6.5187 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,090 | 1,615 | Wie kompts aber/ daß man ſagt Schaffner/ Hauptleut vnnd Jaͤger/ Pfleger/ Kaſtner/ Mautner/ Schreiber vnd Forſter/ haben gemeingklich kleinen Lohn/ vnnd werden doch alle reich daruon? | Wie kommt aber / dass man sagt Schaffner / Hauptleut und Jäger / Pfleger / Kastner / Mautner / Schreiber und Forster / haben gemeiniglich kleinen Lohn / und werden doch alle reich davon? | de | de | de | 1 | 5.7457 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,091 | 1,615 | Antwort. | Antwort. | en | de | de | 0.667 | 5.8952 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,092 | 1,615 | Schreiben fuͤr ein X ein V. fuͤr ein Kalb ein Kuh/ alſo gehts zu. | Schreiben für ein X ein V. für ein Kalb ein Kuh / also geht es zu. | de | de | de | 1 | 6.7641 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,093 | 1,615 | Weil dañ mein Gerichtſchreiberey mich gleichfals vil gekoſt hatte/ ſo machte ich mirs waidlich zu nutz/ ich ſchindete vnd ſchabte ohne alles Gewiſſen noch anſehen der Perſonen/ ſchrib ſo gar ein X. fuͤr ein V. ertraͤnckte mein Seel im Dintefaß/ vnnd machte es dermaſſen grob vnnd vnleidenlich/ daß letztlichen der Geitz den Sack zerriſſen/ vnd man mich deß dienſts entſetzte/ An diſem allem war nun ich ſelbſt vnd mein Gottloſigkeit ſchuldig/ dann ich hatte Gott nit voꝛ Augen/ bettete vnd beichtete ſelten/ vnd wann ich ſchon bißweilen beichtete/ ſo ſuchte ich doch einen ſolchen frommen Beichtuatter/ der fein liderlich mit mir hindurch ging/ dann man findt Beichtuaͤtter/ welche ſehr groſſe abſolutores, Ablaßſprecher vnnd den Schuſtern gleich ſeind/ dann wie die Schuſter vns pflegen zu vberꝛeden/ daß die Schuch/ welche ſie vns gemacht haben/ treflich wol anſtehen/ wir aber am beſten empfinden/ wann vnnd wo ſie vns drucken/ alſo pflegen etliche Beichtuaͤtter die Suͤnden ſehꝛ leicht/ vnd auß toͤdtlichen laͤßliche zu machen/ vnangeſehen vnſer eignes Gewiſſen vns trucket/ vnnd vns ein anders ſagt. | Weil dann mein Gerichtsschreiberei mich gleichfalls viel gekost hatte / so machte ich mir es weidlich zu Nutz / ich schindete und schabte ohne alles Gewissen noch ansehen der Personen / schrieb so gar ein X. für ein V. ertränkte mein Seele im Dintefaß / und machte es dermaßen grob und unleidlich / dass letztlichen der Geiz den Sack zerrissen / und man mich des Diensts entsetzte / An diesem allem war nun ich selbst und mein Gottlosigkeit schuldig / dann ich hatte Gott nicht vor Augen / betete und beichtete selten / und wann ich schon bisweilen beichtete / so suchte ich doch einen solchen frommen Beichtvater / der fein liederlich mit mir hindurchging / dann man findet Beichtväter / welche sehr große Absoluttores, Ablasssprecher und den Schustern gleich sind / dann wie die Schuster uns pflegen zu überreden / dass die Schuh / welche sie uns gemacht haben / trefflich wohl anstehen / wir aber am besten empfinden / wann und wo sie uns drucken / also pflegen etliche Beichtväter die Sünden sehr leicht / und aus tödlichen lässliche zu machen / unangesehen unser eigenes Gewissen uns drückt / und uns ein anders sagt. | de | de | de | 1 | 5.044 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,094 | 1,615 | Capvt XLVIII. | Capvt XLVIII. | en | en | sr | 0 | 9.8943 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,095 | 1,615 | Guſman wirdt ein Wirth/ vnd benebens ein Kuppler vnd Wucherer/ vnd bereichert ſich ſtattlich. | Gusman wird ein Wirt / und benebens ein Kuppler und Wucherer / und bereichert sich stattlich. | de | de | de | 1 | 5.6076 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,096 | 1,615 | BEy meiner Gerichtſchreiberey hatte ich gleichwol zimblich vil Gelts erſchunden/ vnnd mich wol gewaͤrmet/ derwegen gedachte ich auff noch ein andere Maulnahrung/ nemblich die Wirthſchafft/ Dann wer an jetzo nit mag arbeiten/ oder ſich ſonſten durch andere loͤbliche vnd tugentſame mittel ernehren/ der wirdt ein Schreiber oder Wirth/ oder ein Muͤnch/ oder ein Alchimiſt/ oder ein Singer/ oder ein Spilman/ oder ein Kupler/ oder ein Schalcksnarꝛ/ oder ein Comediant/ vnnd letztlichen ein Galgenſchwengel. | Bei meiner Gerichtsschreiberei hatte ich gleichwohl ziemlich viel Geld erschunden / und mich wohl gewärmt / derentwegen gedachte ich auf noch ein andere Maulnahrung / nämlich die Wirtschaft / Dann wer an jetzt nicht mag arbeiten / oder sich sonsten durch andere löbliche und tugendsame Mittel ernähren / der wird ein Schreiber oder Wirt / oder ein Münch / oder ein Alchimist / oder ein Singer / oder ein Spielmann / oder ein Kuppler / oder ein Schalksnarr / oder ein Comediant / und letztlichen ein Galgenschwengel. | de | de | de | 1 | 4.7567 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,097 | 1,615 | Fuͤrnemblich vnd inſonderheit aber ſehen wir/ daß bißweilen die jenigen/ welche zu ehrlichen Handthierungen keinen luſt/ das jhrige verſpilt/ verpraſt haben vnnd verdorben ſeind/ letztlichen Wirth vnd Tafernirer werden: | Vornehmlich und in Sonderheit aber sehen wir / dass bisweilen diejenigen / welche zu ehrlichen Hantierungen keinen Lust / das ihrige verspielt / verprasst haben und verdorben sind / letztlichen Wirt und Tafernirer werden: | de | de | de | 1 | 5.6745 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,098 | 1,615 | Jſt alſo die Wirthſchafft ein ehrlicher Mantel jhꝛe Rauberey vnd Betrug zu bedecken. | Ist also die Wirtschaft ein ehrlicher Mantel ihre Rauberei und Betrug zu bedecken. | de | de | de | 1 | 5.9381 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,099 | 1,615 | Eben diſes thate auch ich/ vnd ward ein Wirth/ aber kein Gaſtgeb/ dann ein erbarer vnd redlicher Gaſtgeb helt fuͤr die Reiſenden ein getrewe Gaſtung/ tractiret ſie vmb einen billichen Lohn vnd pfenning/ mit nottuͤrfftigẽ ſaubern ſpeiſen vnd vnuerfaͤlſchten Tranck/ verſihet ſie mit ſauberer Ligerſtatt/ iſt nicht geitzig oder Gelthungerig/ vnd verſtattet wegen deß Gelts vnd Gewinns keine Vollſauffereyen/ vnnd andere vngebuͤhr/ muthwilligkeiten vnd Gottloſigkeiten in ſeinem Hauſe. | Eben dieses tat auch ich / und wurde ein Wirt / aber kein Gastgeb / dann ein ehrbarer und redlicher Gastgeb hält für die Reisenden ein getreue Gastung / traktiert sie um einen billigen Lohn und Pfennig / mit notdürftigen sauberen speisen und unverfälschten Trank / versieht sie mit sauberer Liegestatt / ist nicht geizig oder Gelthungrig / und verstattet wegen des Geldes und Gewinns keine Vollsaufereien / und andere Ungebühr / Mutwilligkeiten und Gottlosigkeiten in seinem Hause. | de | de | de | 1 | 4.8883 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,100 | 1,615 | Darneben iſt er barmhertzig vnd beherberget die Armen vmb jhren Pfenning/ oder auch vmb GOttes willen: | Daneben ist er barmherzig und beherberget die Armen um ihren Pfennig / oder auch um Gottes willen: | de | de | de | 1 | 5.021 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,101 | 1,615 | Deßgleichen iſt er ſehr fuͤrſichtig/ vnd ſchawet fleiſſig auff/ damit keine Hurer vnd Schlepſaͤck bey jm einſchleichẽ oder einniſten: | Desgleichen ist er sehr vorsichtig / und schauet fleißig auf / damit keine Hurer und Schlepsäck bei ihm einschleichen oder einnisten: | de | de | de | 1 | 5.9418 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,102 | 1,615 | Jtem daß ſeine Knechte mit allen ſachen redlich vmbgehen/ den wein nicht verfaͤlſchen/ den Pferden das Futter nicht abſtehlen/ oder mit doppelter Kreiden ſchreiben/ vnnd die Gaͤſt vbernemmen vnnd betriegen. | Item dass seine Knechte mit allen Sachen redlich umgehen / den Wein nicht verfälschen / den Pferden das Futter nicht abstehlen / oder mit doppelter Kreiden schreiben / und die Gäste übernehmen und betrügen. | de | de | de | 1 | 5.2421 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,103 | 1,615 | Jn ſumma/ er richtet ſeine Haußgenoſſen dermaſſen ab/ daß es in der zucht/ Erbarkeit/ Guͤtigkeit/ Barmhertzigkeit/ Gerechtigkeit vnnd Gottsforcht/ einem Gottshauß gleich ſihet. | In summa / er richtet seine Hausgenossen dermaßen ab / dass es in der Zucht / Ehrbarkeit / Gütigkeit / Barmherzigkeit / Gerechtigkeit und Gottsfurcht / einem Gotteshaus gleich sieht. | de | de | de | 1 | 4.8979 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,104 | 1,615 | Dergleichen Wirth aber findt man wenig vnnd an wenigen/ ſonder nur an denen orten/ wo man gute ſteiffe vnnd Chriſtliche Stattpolicey vnd ordnung helt/ vnd ſolche Gaſtgeb ſeind lobens werth/ werden auch vilmals in den Stattrath gezogen. | Dergleichen Wirt aber findet man wenig und an wenigen / sonder nur an denen Orten / wo man gute steife und Christliche Stattpolizei und Ordnung hält / und solche Gastgeb sind Lobens wert / werden auch vielmals in den Stattrat gezogen. | de | de | de | 1 | 6.3397 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,105 | 1,615 | Kein ſolcher Gaſtgeb war ich/ ſonder ein Wirth/ oder ein Caupo vnnd Inſtitor, deren Ampt oder gebrauch iſt/ daß ſie die Speiß vnnd Tranck in jhren Haͤuſern verkauffen/ das vollſauffen vnd alle vnzucht wegen deß gewiñs/ geſtatten: dern hauß oder Tafern nur ein Wohnung vnd auffenthaltung der Freſſern/ Sauffern/ ſpilern vnd Hurer iſt. | Kein solcher Gastgeb war ich / sonder ein Wirt / oder ein Caupo und Institor, deren Amt oder Gebrauch ist / dass sie die Speise und Trank in ihren Häusern verkaufen / das vollsaufen und alle Unzucht wegen des Gewinns / gestatten: Deren Haus oder Taverne nur ein Wohnung und Auffetthaltung der Fressern / Sauffern / Spilern und Hurer ist. | de | de | de | 1 | 5.3642 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,106 | 1,615 | Wie redlich vnnd loͤblich nun die vorbemelte hoſpites oder Gaſtgeb ſeindt/ alſo vnredlich vnnd veraͤchtlich ſeindt die obbemelte Caupones oder Inſtitores, vnnd werden in Jtalia fuͤr verwoꝛffene Leut gehalten. | Wie redlich und löblich nun die vorbemehlte hospites oder Gastgeb sind / also unredlich und verächtlich sind die bemehlte Caupones oder Institores, und werden in Italien für verworfene Leute gehalten. | de | de | de | 1 | 5.458 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,107 | 1,615 | Jch war gleichfals eben ein ſolcher erbarer vnd Seeloſer Wirth/ vnd brauchte allerhand ſchoͤne Wirthiſche ſtuͤckel/ reich zu werden/ Dann erſtlich beherbergte ich alles was kam/ Huren vnd Buben/ Dieb vnnd Schelmen/ Reiche vnd Armen/ vnd verſtattete jnen alle vngebuͤhr. | Ich war gleichfalls eben ein solcher ehrbarer und Seeloser Wirt / und brauchte allerhand schöne Wirthische stückel / reich zu werden / Dann erstlich beherbergte ich alles was kam / Huren und Buben / Dieb und Schelmen / Reiche und Armen / und verstattete ihnen alle Ungebühr. | de | de | de | 1 | 5.8503 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,108 | 1,615 | Weil auch mein freundliche liebe Haußfraw nicht heßlich/ ſonder etwas huͤpſch vnd ſchoͤn/ vnd benebens holdſelig vnd freundlich war/ vnd ſich gar wol accommodiren vnnd zutaͤppiſch machen kondte/ ſo zohen die Gaͤſt deſto lieber bey mir ein/ zumaln weil ich darneben allzeit ſchoͤne junge Maͤgdlein im Hauſe hatte/ welche den Gaͤſten auffwarteten/ vnnd bißweilen einen Reuter dienſt erwiſen: | Weil auch mein freundliche liebe Hausfrau nicht hässlich / sonder etwas hübsch und schön / und benebens holdselig und freundlich war / und sich gar wohl akkommodieren und zutäppisch machen konnte / so zogen die Gäste desto lieber bei mir ein / zumal weil ich daneben allzeit schöne junge Mägdlein im Hause hatte / welche den Gästen aufwarteten / und bisweilen einen Reuter Dienst erwiesen: | de | de | de | 1 | 5.298 |
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