basename stringlengths 11 38 | par_idx int64 0 56.2k | date int64 1.6k 1.9k | orig stringlengths 1 44.1k | norm stringlengths 1 44k | lang_fastText stringclasses 145 values | lang_py3langid stringclasses 97 values | lang_cld3 stringclasses 96 values | lang_de float64 0 1 | norm_lmscore float64 0.07 21.8 ⌀ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,909 | 1,615 | Sie ſagen auch/ dz die Seelen der Weiber nicht/ wie die Seelen der Maͤñer/ vnſterblich/ ſonder den Seelen dern andern wilden Thieren vnd beſtien gleich ſeyen: derwegen hat die Goͤttliche Thoꝛheit ein groſſes gefallen an diſem Weiber Geſchlecht. | Sie sagen auch / dass die Seelen der Weiber nicht / wie die Seelen der Männer / unsterblich / sonder den Seelen deren anderen wilden Tieren und Bestien gleich seien: derentwegen hat die Göttliche Torheit ein großes gefallen an diesem Weiber Geschlecht. | de | de | de | 1 | 5.0599 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,910 | 1,615 | Man findt etliche vnder jhnen/ welche ſich vnderſtehen/ jhꝛer natuͤrlichen Thorheit zu renunciren vnd abzuſagen/ vnd woͤllen gelehꝛt/ weiſe vnd dermaſſen fuͤrſichtig vnd geſcheid ſein/ daß ſie an ſtatt deß nehens/ ſpinnens/ haßpelns/ vnd anderer weiblicher Arbeit/ ſich vm̃ das Regiment der Landen vnnd Leuthen annemmen/ oder ſich mit der Philoſophia oder Theologia, oder Aſtrologia bekuͤmmeren/ vnnd/ ſamb waͤren ſie newe Ariſtoteles oder fuͤrtreffliche Philoſophi vnd Theologi, argumentiren, ja predigen/ lehꝛen vnd vnderweiſen. | Man findet etliche unter ihnen / welche sich unterstehen / ihrer natürlichen Torheit zu renunzieren und abzusagen / und wollen gelehrt / weise und dermaßen vorsichtig und gescheit sein / dass sie anstatt des Nähens / Spinnens / Haspelns / und anderer weiblicher Arbeit / sich vmm das Regiment der Landen und Leuten annehmen / oder sich mit der Philosophia oder Theologia, oder Astrologia bekümmere / und / samt wären sie neue Aristoteles oder fürtreffliche Philosophie und Theologen, argumentieren, ja predigen / lehren und unterweisen. | de | de | de | 1 | 5.0269 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,911 | 1,615 | Etliche andere woͤllen Muſiciſtæ ſeyn/ ſchlagen auff Jnſtrumenten/ Harpffen vnd Lauten/ vnd ſingen drein. | Etliche andere wollen Musicistae sein / schlagen auf Instrumenten / Harfen und Lauten / und singen drein. | de | de | lb | 0.667 | 5.6049 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,912 | 1,615 | Etliche andere verlieben ſich dermaſſen ins tantzen/ daß ſie ſchier nichts and’s thun/ als wie die Geißdoͤck/ hin vnd wider/ auff vñ nider hupffen/ ſpringen vnd allerhand paſſames vñ Galiart tantzen. | Etliche andere verlieben sich dermaßen ins Tanzen / dass sie schier nichts and's tun / als wie die Geißdöck / hin und wieder / auf und nieder hupfen / springen und allerhand passames und Galiart tanzen. | de | de | de | 1 | 5.5867 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,913 | 1,615 | Etliche andere befleiſſe ſich nur ſchoͤn zu ſein/ vnd andern liderlichen Leuten beſſer vnd mehꝛ zu gefallen/ als Gott vnd jhꝛen Maͤnnern/ vñ zu ſolchem end brauchẽ ſie tauſenterley kuͤnſt/ geheimnuſſen vnd mittel. | Etliche andere befleiße sich nur schön zu sein / und anderen liederlichen Leuten besser und mehr zu gefallen / als Gott und ihren Männern / und zu solchem Ende brauchen sie tausenderlei kühnst / Geheimnissen und Mittel. | de | de | de | 1 | 5.0125 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,914 | 1,615 | Jch wil gleichwol nichts ſagen von den zauberiſchen/ ſchwartzen vnd andern aberglaubiſchen teufliſchẽ Kuͤnſtẽ/ mit denen ſie die Maͤñer bißweiln bethoͤꝛẽ/ raſent vnd vnſinnig machen/ vnd zu zeiten vmb jhꝛ Leben bringen/ ſondern ich rede nur allein von jhꝛem habitu, Kleidern vnd Geſchmuck. | Ich will gleichwohl nichts sagen von den zauberischen / schwarzen und anderen abergläubischen teuflischen Künsten / mit denen sie die Männer bisweilen betören / rasend und unsinnig machen / und zu Zeiten um ihr Leben bringen / sondern ich rede nur allein von ihrem habitu, Kleidern und Geschmack. | de | de | de | 1 | 4.7611 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,915 | 1,615 | Dann wer jhꝛe Fuͤß betrachtet/ der ſihet ſo hohe Bandtoffel odeꝛ Schuch/ daß ſie alleinig drauff nit gehen koͤnnen/ ſonder einen haben muͤſſen/ der ſie an der Handt fuͤhꝛe vnnd auffhalte/ damit ſie nit fallen: | Dann wer ihre Füße betrachtet / der sieht so hohe Bandtoffel oder Schuh / dass sie alleinig drauf nicht gehen können / sonder einen haben müssen / der sie an der Hand führe und aufhalte / damit sie nicht fallen: | de | de | de | 1 | 5.6173 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,916 | 1,615 | Was ſoll ich auch ſagen von andern ſchoͤnen/ zarten/ ſchneeweiſſen/ oder ſammetenen mit Perlin geſtiekten vnnd koͤſtlich gezierten Schuchen vnnd Bandtofflen/ mit denen ſie herein prangen vnd den Zelt gehen? | Was soll ich auch sagen von anderen schönen / zarten / schneeweißen / oder samtenen mit Perlen gestickten und köstlich gezierten Schachen und Bandtoffeln / mit denen sie herein prangen und den Zelt gehen? | de | de | de | 1 | 5.0982 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,917 | 1,615 | Wer jhꝛen Kopff betrachtet/ der ſihet denſelben geziert nit mit jhꝛen eygnen keſtenbraunen oder kohlſchwartzẽ/ ſonder mit fremd dem entlehentem Haar/ mit guldinen vnd geſtrickten Hauben/ mit hohen ſpitzigen Huͤten/ guldinen Schnuͤren/ koͤſtlichen Roſen vnd Medalten: | Wer ihren Kopf betrachtet / der sieht denselben geziert nicht mit ihren eigenen kastenbraunen oder Kohlschwarzen / sonder mit fremd dem entlehntem Haar / mit goldenen und gestrickten Hauben / mit hohen spitzigen Hüten / goldenen Schnüren / köstlichen Rosen und Medalten: | de | de | de | 1 | 5.5843 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,918 | 1,615 | Was ſoll ich ſagen von den hohen vnd groſſen Bockshoͤrnern/ die ſie oben auff der Stirn tragen/ zum zeichen der Hoͤrner/ die ſie bißweilen jhꝛen Maͤnnern auffſetzen? | Was soll ich sagen von den hohen und großen Bockshörnern / die sie oben auf der Stirn tragen / zum Zeichen der Hörner / die sie bisweilen ihren Männern aufsetzen? | de | de | de | 1 | 4.5059 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,919 | 1,615 | Etliche tragen koͤſtliche Perlein vnnd Kleinodien an den Ohrlaͤplein: | Etliche tragen köstliche Perllein und Kleinodien an den Ohrläplein: | de | de | de | 1 | 6.7143 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,920 | 1,615 | Etliche binden vnnd hefften ſie an die Haar/ dieſelbige krollen vnnd krauſen ſie mit gluͤenden Eyſen zieren vnd ſchmucken es mit Queckſilber oder Goldt/ oder mit ſchoͤnen Kraͤntzen. | Etliche binden und heften sie an die Haar / dieselbige krollen und krausen sie mit glühenden Eisen zieren und schmucken es mit Quecksilber oder Gold / oder mit schönen Kränzen. | de | de | de | 1 | 4.8315 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,921 | 1,615 | Das beſtreichen vnd außrupffen der Haaren an der Stirn vñ Augenbraͤm iſt jhꝛ ordinarium. | Das Bestreichen und ausrupfen der Haaren an der Stirn und Augenbräm ist ihr ordinarium. | de | de | de | 1 | 5.8773 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,922 | 1,615 | Jhꝛ Angeſicht vnd jhꝛe Wangen roth zu machen/ kan ſie kein Mahler vbertreffen. | Ihr Angesicht und ihre Wangen rot zu machen / kann sie kein Maler übertreffen. | de | de | de | 1 | 5.6532 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,923 | 1,615 | Wer jhꝛen Halß vnd Bruſt betrachtet/ der moͤchte ſchier ohnmaͤchtig werden/ dann ob ſchon der vbrige theil jhꝛes Leibs braun/ gelb/ blaw oder ſchwartz iſt/ ſo muß doch der Halß vnd die Bruͤſt ſchneeweiß vnnd mit ſchoͤnen Halßbaͤndern/ guldenen Ketten/ Kleinodien vnnd zarten Netzlein geziert vnnd vberzogen ſein. | Wer ihren Hals und Brust betrachtet / der möchte schier ohnmächtig werden / dann ob schon der übrige Teil ihres Leibs braun / gelb / blau oder schwarz ist / so muss doch der Hals und die Brüste schneeweiß und mit schönen Halsbändern / goldenen Ketten / Kleinodien und zarten Netzlein geziert und überzogen sein. | de | de | de | 1 | 4.6964 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,924 | 1,615 | Beſchawet man den Leib/ ſo ſihet man denſelben bedeckt mit allerhandt ſo vilen vnderſchidlichen koͤſtlichen Kleidern/ daß es nit außzuſpꝛechen/ vnnd ſolches alles thun ſie nicht auß andacht/ ſonder auß Geylheit vnd Thoꝛheit/ vnnd zu erluſtigung der Maͤnner: | Beschauet man den Leib / so sieht man denselben bedeckt mit allerhand so vielen unterschiedlichen köstlichen Kleidern / dass es nicht auszusprechen / und solches alles tun sie nicht aus Andacht / sonder aus Geilheit und Torheit / und zu erlustigung der Männer: | de | de | de | 1 | 5.2896 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,925 | 1,615 | Alſo/ daß wir alle diſe frewd vñ wolluſt/ die wir von den Weibern haben/ der Thorheit zuſchreiben/ vnnd bekennen muͤſſen/ daß wir ſie durch ſie empfahen. | Also / dass wir alle diese Freude und Wollust / die wir von den Weibern haben / der Torheit zuschreiben / und bekennen müssen / dass wir sie durch sie empfangen. | de | de | de | 1 | 4.0794 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,926 | 1,615 | Vber diß alles thut auch die Thorheit in den Pancketen vnd Gaſtereyen das beſte/ dañ erſtlich ladet vnd beruffet man auch inſonderheit die Weiber zu den Gaſtereyen/ damit ſie den Tiſch mit jrer gegenwertigkeit/ lieblichen anblick vnd Thoꝛheit zieren/ vnd die Maͤnner mit jhꝛen hoͤflichen vnd zierlichen reden erluſtigen. | Über dies alles tut auch die Torheit in den Banketten und Gastereien das beste / dann erstlich ladet und beruft man auch in Sonderheit die Weiber zu den Gastereien / damit sie den Tisch mit ihrer Gegenwertigkeit / lieblichen Anblick und Torheit zieren / und die Männer mit ihren höflichen und zierlichen reden erlustigen. | de | de | de | 1 | 4.8809 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,927 | 1,615 | So herꝛſchet vnd regiret auch die Thoꝛheit ſehꝛ maͤchtigklich bey den Heureten/ verehelichungen vnd Hochzeiten/ dann voꝛ zeiten bewilligte man/ daß die Jungkfrawen jhren zukuͤnfftigen oder vermeinten Braͤutigam Mutter nackent eygentlich vnd wol beſchawen moͤchten/ hergegen ward den Juͤnglingen erlaubt/ den obern theil deß nackenden Leibs jhꝛer Braͤut fleiſſig vnd eygentlich zu beſehen/ damit ſie alſo nit vrſach hetten/ einander ins kuͤnfftig/ nach der Hochzeit/ die alsdann verſpuͤrte/ vnnd zuuor nicht gewuͤſte maͤngel zu verheben vnnd fuͤr zurupffen: | So herrschet und regieret auch die Torheit sehr mächtigklich bei den Heuerten / Verehelichungen und Hochzeiten / dann vor Zeiten bewilligte man / dass die Jungfrauen ihren zukünftigen oder vermeinten Bräutigam Mutter nackend eigentlich und wohl beschauen möchten / hingegen wurde den Jünglingen erlaubt / den oberen Teil des nackenden Leibs ihrer Bräut fleißig und eigentlich zu besehen / damit sie also nicht Ursache hätten / einander ins künftig / nach der Hochzeit / die alsdann verspürte / und zuvor nicht Gewüste Mängel zu verheben und für Zurupfen: | de | de | de | 1 | 5.6295 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,928 | 1,615 | Aber an jetzo will man gar geſcheid/ oder/ daß ich recht ſage/ vil naͤrꝛiſcher ſein/ dann zu diſen zeiten heuratet man nur nach dem Geſicht/ oder nach wohn/ oder auß Geitz/ oder auß Lieb. | Aber an jetzt will man gar gescheit / oder / dass ich recht sage / viel närrischer sein / dann zu diesen Zeiten heiratet man nur nach dem Gesicht / oder nach wohne / oder aus Geiz / oder aus Liebe. | de | de | de | 1 | 5.4962 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,929 | 1,615 | Etliche Geltnarꝛen nem̃en nit die Perſon der Braut/ ſonder das Gelt: Andere Schoͤnheit narꝛen nemmen nit zucht/ erbarkeit vnd haͤußlichkeit ſonder nur die Schoͤnheit vnnd holdſeligkeit deß Leibs: Andere Fantaſten heuraten vnnd bleiben nit im Adel/ oder zu jhꝛes gleichen/ ſonder zum Gut/ der ein nimbt ein alte geruntzelte Wittib/ wegen jhꝛer Reichthumb: | Etliche Geldnarren nehmen nicht die Person der Braut / sonder das Geld: Andere Schönheit narren nehmen nicht Zucht / Ehrbarkeit und Häuslichkeit sonder nur die Schönheit und Holdseligkeit des Leibs: Andere Fantasten heiraten und bleiben nicht im Adel / oder zu ihresgleichen / sonder zum Gut / der ein nimmt ein alte gerunzelte Wittib / wegen ihrer Reichtum: | de | de | de | 1 | 5.7471 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,930 | 1,615 | Die alte vnſinnige/ heßliche vnnd vnflaͤtige Wittib nimbt einen ſchoͤnen ſtarcken jungen Geſellen zu erſaͤttigung jrer geylheit: | Die alte unsinnige / hässliche und unflätige Wittib nimmt einen schönen starken jungen Gesellen zu Ersättigung ihrer Geilheit: | de | de | de | 1 | 5.839 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,931 | 1,615 | Vm̃ wie vil mehr aber ſie einander aufangs haben geliebt/ vmb ſo vil deſto mehr werden ſie einander feindt vnnd verhaſt. | um wie viel mehr aber sie einander aufangs haben geliebt / um so viel desto mehr werden sie einander Feind und verhasst. | de | de | de | 1 | 5.4513 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,932 | 1,615 | Woferꝛn aber die Braͤutgam weiſe vnnd verſtaͤndig weren/ vnnd dem leben vnnd ſitten ſeiner Braͤut/ oder die Braͤut der beſchaffenheit jhres Braͤutgams zuuor fleiſſig nachfragten/ ſo wurden ſie bißweiln ſo vil ſchoͤne ſachen von jhnen hoͤren vnnd vernemmen/ daß jhꝛer wenig heuraten wuͤrden: | Wofern aber die Bräutigam weise und verständig wären / und dem leben und Sitten seiner Bräut / oder die Bräut der Beschaffenheit ihres Bräutigams zuvor fleißig nachfragten / so wurden sie bisweilen so viel schöne Sachen von ihnen hören und Vernehmen / dass ihrer wenig heiraten würden: | de | de | de | 1 | 5.8268 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,933 | 1,615 | Deßgleichen woferꝛn die Ehleut nach der Hochzeit ſteiſſig mercken vnd obacht geben wolten auff die hernach gefundene jrꝛthumb/ defect vnnd maͤngel/ ſo wuͤrde ein armſeliges weſen/ weitlaͤuffigkeit vnnd vneinigkeit drauß entſtehen: gewißlich wuͤrden ſie nimmer lang beyſamen hauſen/ ſonder ſich ſcheiden laſſen/ vnnd vnendtlich vil diuortia vnnd eheſcheidungen wurden ſich begeben/ woferꝛn die Thorheit nicht das beſte darbey thete/ Dann an der Hochzeitnacht iſt die lieb ſolcher jungen Lappen vnnd Eheleut dermaſſen groß/ daß ſie die maͤngel vnnd gebrechen deß einen oder andern theils entweder nicht warnemmen/ oder doch diſſimuliren, vnnd mit einer ſo groſſen lieb vnd freundlichkeit beyſamen leben/ daß es das anſehen hat/ als ſeye nur ein Seel in zweyen Leibern: | Desgleichen wofern die Eheleute nach der Hochzeit steissig merken und Obacht geben wollten auf die hernach gefundene Irrtum / defekt und Mängel / so würde ein armseliges Wesen / Weitläufigkeit und Uneinigkeit daraus entstehen: gewisslich würden sie nimmer lang beisammen hausen / sonder sich scheiden lassen / und unendlich viel diuortia und Ehescheidungen wurden sich begeben / wofern die Torheit nicht das beste dabei täte / Dann an der Hochzeitnacht ist die lieb solcher jungen Lappen und Eheleut dermaßen groß / dass sie die Mängel und gebrechen des einen oder anderen teils entweder nicht wahrnehmen / oder doch dissimulieren, und mit einer so großen lieb und Freundlichkeit beisammen leben / dass es das ansehen hat / als sei nur ein Seele in zweien Leibern: | de | de | de | 1 | 5.276 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,934 | 1,615 | Es iſt die lieb der Maͤnnern gegen ſolchen jhren Weibern bißweiln dermaſſen groß/ daß ſie dieſelbigen/ wie Goͤttinnen/ verehren/ jhnen alle jhre Thorheiten/ eytelkeiten vnd vnheußlichheiten verſtatten/ gutheiſſen/ noch ſie im wenigſten erzuͤrnen doͤrffen: | Es ist die lieb der Männern gegen solchen ihren Weibern bisweilen dermaßen groß / dass sie dieselbigen / wie Göttinnen / verehren / ihnen alle ihre Torheiten / Eitelkeiten und vnheußlichheiten verstatten / gutheißen / noch sie im wenigsten erzürnen dürfen: | de | de | de | 1 | 5.3111 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,935 | 1,615 | Ja was mehr iſt/ dermaſſen blindt vnnd vertrewlich ſeind ſie/ daß ſie jhren ſchoͤnen Frawen ſonderbare ſchoͤne vnnd ſtarcke galanes halten/ ſo jhnen hofiren vnnd auff den dienſt warten muͤſſen: | Ja was mehr ist / dermaßen blind und vertraulich sind sie / dass sie ihren schönen Frauen sonderbare schöne und starke Galans halten / so ihnen hofieren und auf den Dienst warten müssen: | de | de | de | 1 | 5.9425 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,936 | 1,615 | Daß nun nicht deſtoweniger vnder ſolchem Eheuolck die ſchnoͤde eyferſucht nicht regiret/ vnnd aller zanck/ hader vnnd vneinigkeit vermitten bleibet/ daran iſt die loͤbliche Thorheit ſchuldig. | Dass nun nicht desto weniger unter solchem Eheuolck die schnöde Eifersucht nicht regieret / und aller Zank / hader und Uneinigkeit vermitten bleibt / daran ist die löbliche Torheit schuldig. | de | de | de | 1 | 5.2605 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,937 | 1,615 | Alſo auch iſt gewiß vnnd wahr/ daß die allerherꝛlichſte vnnd fuͤrtrefflichſte thaten/ auß eingebung vnnd mithuͤlff der Thorheit herflieſſen/ dann durch diſes mittel ſeindt entſtanden/ die allerhoͤchſte authoritates’ der Koͤnige/ welche die gantze Welt mit jhꝛem Kriegsheer erſchroͤckt haben/ dann was kan naͤrꝛiſcher ſein/ als eben die Feldtſchlachten/ in denen man mehꝛ verliert/ denn gewinnet/ vnd in denen nur menſchliches Blut vergoſſen/ vnd vil arme Witwen vnnd Waiſen gemacht werden? | Also auch ist gewiss und wahr / dass die allerherrlichste und fürtrefflichste taten / aus Eingebung und mithülff der Torheit herfließen / dann durch dieses Mittel sind entstanden / die allerhöchste authoritates' der Könige / welche die ganze Welt mit ihrem Kriegsheer erschreckt haben / dann was kann närrischer sein / als eben die Feldschlachten / in denen man mehr verliert / denn gewinnet / und in denen nur menschliches Blut vergossen / und viel arme Witwen und Waisen gemacht werden? | de | de | de | 1 | 4.719 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,938 | 1,615 | Ob wol Alexander der groß/ vnnd Iulius Cæſar fuͤr die aller fuͤrtreflichſte Potentaten gehalten woꝛden/ ſo ſeind ſie doch die aller groͤſte vnd wunderbarlichſte Narꝛen geweſt/ ſo jemals gelebt/ dann was hette naͤrꝛiſcher ſein koͤnnen/ als daß er Alexander in Jndien in beſtuͤrmung einer ſtarcken Feſtung vber die Mawren mitten vnder die Feinde geſprungen/ vnd nur ſelbſt dritt ſo lang mit jnen geſtritten/ biß jhm ſeine Leuth zu huͤlff kamen/ vnd aller blutig vnnd ohnmaͤchtig fanden? | Ob wohl Alexander der groß / und Iulius Cäsar für die aller fürtrefflichste Potentaten gehalten worden / so sind sie doch die allergrößte und wunderbarlichste Narren gewesen / so jemals gelebt / dann was hätte närrischer sein können / als dass er Alexander in Indien in Bestürmung einer starken Festung über die Mauern mitten unter die Feinde gesprungen / und nur selbst dritt so lang mit ihnen gestritten / bis ihm seine Leute zu Hilfe kamen / und aller blutig und ohnmächtig fanden? | de | de | de | 1 | 5.1404 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,939 | 1,615 | Jtem/ daß er ſich vnderſtanden/ einen grim̃igen Loͤwen anzugreiffen vñ vmbzubringen? | Item / dass er sich unterstanden / einen grimmigen Löwen anzugreifen und umzubringen? | de | de | de | 1 | 5.746 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,940 | 1,615 | Was koͤndte auch naͤrꝛiſcher ſein/ als daß Iulius Cæſar nach erhaltener Farſaliſcher ſchlacht/ mit einem einigen Schifflein vber den Heleſpontum fuhꝛ/ vnnd dem Lucio Caſſio deß Pompei Hauptman mit zehen groſſen Kriegsſchiffen begegnete/ vnd nit deſto weniger dermaſſen keck vnnd vermeſſen war/ daß er jhm ſchaffte/ ſich jhme zuergeben. | Was könnte auch närrischer sein / als dass Iulius Cäsar nach erhaltener Farsalischer Schlacht / mit einem einigen Schifflein über den Helespontum fuhr / und dem Lucio Cassio des Pompei Hauptmann mit zehn großen Kriegsschiffen begegnete / und nicht desto weniger dermaßen keck und vermessen war / dass er ihm schaffte / sich ihm zuergeben. | de | de | de | 1 | 5.2795 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,941 | 1,615 | Ob ſchon auch die Koͤnige vnnd Fuͤrſten vilmals durch jre weiſe/ gelehꝛte vnd verſtaͤndig Raͤth erjnnert werden/ von jren naͤrꝛiſchen vnd vngereimten impreſen, vorhaben vnnd anſchlaͤgen abzuſtehen/ ſo wollen ſie doch bißweilen nit folgen/ ſonder halten vilmehꝛ von jhren Schmaichlern vnd Fuchßſchwaͤntzern/ dann weil die Rathſchlaͤg vnnd Meynungen der fauoriten vnnd Gelehꝛten vilmals vngleich/ widerwertig/ verſchraufft vnnd weder kalt noch warm/ auch dermaſſen beſchaffen ſeind/ daß man die Warheit nicht drauß vernemmen kan/ ſo werden ſie den Fuͤrſten bißweilen ſuſpect vnd verdaͤchtig/ vnd derwegen glauben ſie jhnen nicht allezeit/ aber weil die Narꝛen warhafft vnnd ohne einige ſimulation, verſchlagenheit vñ argliſtig ſeind/ ſo hoͤren vnd vernemmen die Fuͤrſten nit allein die durch ſie fuͤrbrachte einfaͤltige Warheit gar gern/ ſonder ſie hoͤren auch gern jhꝛe grobe vnflaͤtige poſſen vnnd zotten/ ſo gar ſchencken vnnd verehren ſie jhnen bißweilen ſtattliche Kleider/ Ketten vnd Kleynodien/ dann wegen jhrer Thorheit ſeind ſie deſſen beſſer wuͤrdig/ weder andere wegen jhrer gelehrtheit vnd geſchicklichkeit. | Ob schon auch die Könige und Fürsten vielmals durch ihre weise / gelehrte und verständig rät erinnert werden / von ihren närrischen und ungereimten Impressen, vorhaben und Anschlägen abzustehen / so wollen sie doch bisweilen nicht folgen / sonder halten vielmehr von ihren Schmeichlern und Fuchßschwäntzern / dann weil die Ratschläge und Meinungen der Favoriten und Gelehrten vielmals ungleich / widerwärtig / verschraufft und weder kalt noch warm / auch dermaßen beschaffen sind / dass man die Wahrheit nicht daraus Vernehmen kann / so werden sie den Fürsten bisweilen suspekt und verdächtig / und derentwegen glauben sie ihnen nicht allezeit / aber weil die Narren wahrhaft und ohne einige Simulation, Verschlagenheit und arglistig sind / so hören und Vernehmen die Fürsten nicht allein die durch sie vorbrachte einfältige Wahrheit gar gern / sonder sie hören auch gern ihre grobe unflätige Possen und Zotten / so gar schenken und verehren sie ihnen bisweilen stattliche Kleider / Ketten und Kleinodien / dann wegen ihrer Torheit sind sie dessen besser würdig / weder andere wegen ihrer Gelehrtheit und Geschicklichkeit. | de | de | de | 1 | 4.9126 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,942 | 1,615 | Dann die gelehꝛten treffens mit aller jhrer gelehrtheit vnnd ſpitzfindigkeit nit allzeit recht/ zumaln in Kriegsſachen/ dann weil ſie gemeingklich verzagt vnnd eines kleinen Gemuͤths ſeind/ ſo geben ſie verzagte vnnd kleinmuͤtige Rathſchlaͤg auß. | Dann die gelehrten Treffens mit aller ihrer Gelehrtheit und Spitzfindigkeit nicht allzeit recht / zumal in Kriegssachen / dann weil sie gemeiniglich verzagt und eines kleinen Gemüts sind / so geben sie verzagte und kleinmütige Ratschläge aus. | de | de | de | 1 | 5.1464 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,943 | 1,615 | Aber der ſtoltze vermeſſene vnnd naͤrꝛiſche Rath der großmuͤtigen vnnd dapfferen Kriegsgurgeln/ Obriſten vnnd Hauptleut/ tringt bißweilen fuͤr vnnd ſetzet ſie in die Noth. | Aber der stolze vermessene und närrische Rat der großmütigen und tapferen Kriegsgurgeln / Obristen und Hauptleut / dringt bisweilen für und setzet sie in die Not. | de | de | de | 1 | 5.6994 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,944 | 1,615 | Wer war gelehrter vnnd beredter/ als eben Demoſthenes vnnd M. Tullius Cicero, aber doch waren ſie alle bey de ſehꝛ forchtſamb/ Als derwegen Demoſthenes ſich in einer durch jhne ſelbſt gerathener ſchlacht befandt/ vnd den ernſt ſahe/ warff er bey zeiten das Haſen Banier auff/ vnnd ſagte/ daß der jenig/ der da fliehet/ zum andern mal mit dem feindt ſchlagen koͤnne/ vnnd daß das fliehen alte Kriegsleuth mache: | Wer war gelehrter und beredter / als eben Demosthenes und M. Tullius Cicero, aber doch waren sie alle bei de sehr furchtsam / Als derentwegen Demosthenes sich in einer durch ihn selbst geratener Schlacht befand / und den ernst sah / warf er beizeiten das Hasen Banier auf / und sagte / dass der jenig / der da fliehet / zum anderen Mal mit dem Feind schlagen könne / und dass das Fliehen alte Kriegsleut mache: | de | de | de | 1 | 4.8935 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,945 | 1,615 | Er gab auch hierdurch zu verſtehen/ daß es beſſer ſeye/ die Ehr/ denn das Leben zu verlieren. | Er gab auch hierdurch zu verstehen / dass es besser sei / die Ehre / denn das Leben zu verlieren. | de | de | de | 1 | 4.636 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,946 | 1,615 | Wer die Hiſtorten liſet/ der wirdt befinden/ daß die weiſe/ gelehrte vnd wolbeleſene Maͤnner vil Laͤnder verderbt haben/ wie zu ſehen iſt an dem vorbemelten Demoſthene vnnd Tullio, dann weil ſie in jhren Buͤchern vil von Kriegsſachen vnd Politiſchem weſen geleſen haben/ ſo vermeinen ſie/ daß ſie es alles gar wol/ ja beſſer wiſſen vnd verſtehen/ denn andere/ aber wann es darzu kompt/ daß ſie jhꝛe Kunſt vnnd wiſſenſchafft ſollen ins werck richten/ alsdann ſihet vnnd erfaͤhret man/ was ſie fuͤr gewaltige Kriegsleuth ſeyen/ vnnd was fuͤr ein vnderſchidt ſeye zwiſchen der praxi vnnd theoria, zwiſchen dem leſen vnd vben. | Wer die Heftorten liest / der wird befinden / dass die weise / gelehrte und wohlbelesene Männer viel Länder verderbt haben / wie zu sehen ist an dem vorbemehlten Demosthene und Tullio, dann weil sie in ihren Büchern viel von Kriegssachen und Politischem Wesen gelesen haben / so vermeinen sie / dass sie es alles gar wohl / ja besser wissen und verstehen / denn andere / aber wann es dazukommt / dass sie ihre Kunst und Wissenschaft sollen ins Werk richten / alsdann sieht und erfährt man / was sie für gewaltige Kriegsleut seien / und was für ein Unterschied sei zwischen der praxi und theoria, zwischen dem lesen und üben. | de | de | de | 1 | 4.8616 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,947 | 1,615 | Vnlaugbar iſts/ daß bey allen Staͤnden/ wo die thorheit nit regiert/ muͤh vñ arbeit verhanden/ dann die armſelige/ weiſe vnnd gelehꝛte Maͤnner muͤſſen jhre zarte Jugend vnd den beſten theil jhres Lebens vnder der ſtrengen zucht jhrer Schulmeiſter verzehren/ vil leiden/ vil ſchwitzen vnd vil vbertragen/ wenig eſſen/ wenig trincken/ wenig ſchlaffen/ vnnd eben diſes beſchicht auch den vnuernuͤnfftigen Thieren/ welche jmmerdar von den Menſchẽ gepeinigt werden/ dann was kan armſeliger ſein/ als eben die vnſchuldige einfaͤltige Ochſen/ welche jhꝛ Leben im Ackerpfluͤgen verzehren/ vil ſchlaͤg vnnd ſtachel einnemmen/ vnnd letztlichen geſchlachtet vnnd gefreſſen werden muͤſſen. | Unlaugbar ist es / dass bei allen Ständen / wo die Torheit nicht regiert / Mühe und Arbeit vorhanden / dann die armselige / weise und gelehrte Männer müssen ihre zarte Jugend und den besten Teil ihres Lebens unter der strengen Zucht ihrer Schulmeister verzehren / viel leiden / viel schwitzen und viel übertragen / wenig essen / wenig trinken / wenig schlafen / und eben dieses beschichte auch den unvernünftigen Tieren / welche immerdar von den Menschen gepeinigt werden / dann was kann armseliger sein / als eben die unschuldige einfältige Ochsen / welche ihr Leben im Ackerpflügen verzehren / viel Schläge und stachel einnehmen / und letztlichen geschlachtet und gefressen werden müssen. | de | de | de | 1 | 4.48 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,948 | 1,615 | Was ſoll ich ſagen von den edlen Roſſen/ welche dem Menſchen in fridens vñ Kriegszeiten ſo gar vil guts thun/ vnnd jhne beym Leben erhalten/ vnd nicht deſto weniger jmmerdar im Stall gefaͤngklich enthalten/ vbel tractirt, geſchlagen/ mit Sporen geſtochen/ mit Geiſeln gehawen/ an einen Karꝛen geſpannt/ gar verlaſſen/ vnnd letztlichen von Hunden vnd Woͤlfen zerꝛiſſen vnnd gefreſſen werden. | Was soll ich sagen von den edlen Rossen / welche dem Menschen in Friedens und Kriegszeiten so gar viel Gutes tun / und ihn beim Leben erhalten / und nicht desto weniger immerdar im Stall gefänglich enthalten / übel traktiert, geschlagen / mit Sporen gestochen / mit Geiseln gehauen / an einen Karren gespannt / gar verlassen / und letztlichen von Hunden und Wölfen zerrissen und gefressen werden. | de | de | de | 1 | 4.9409 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,949 | 1,615 | Deßgleichen ſehen wir/ daß die gehoꝛſame vnd getrewe Hund jhren Herꝛen ſehꝛ dienſtlich vnnd nutzlich ſeind auffm Gejaidt oder in den Haͤuſern vnd Hoͤfen/ aber werden bißweilen verwundt/ oder ſchebig/ vertriben/ verjagt oder gehenckt oder erſchlagen: Nit vil beſſer gehets den armẽ voͤglen/ welche in dẽ engen haͤußlen jre Herꝛn mit ſingen vñ ſchertzen erluſtigen/ vnd letztlichen in ſolcher jhꝛer Gefaͤngnuß ſterben vnd verderben muͤſſen: | Desgleichen sehen wir / dass die gehorsame und getreue Hund ihren Herren sehr dienstlich und nützlich sind aufm Gejaidt oder in den Häusern und Höfen / aber werden bisweilen verwundet / oder schäbig / vertrieben / verjagt oder gehängt oder erschlagen: Nicht viel besser geht es den armen Vögeln / welche in den engen Häuslen ihre Herrn mit singen und scherzen erlustigen / und letztlichen in solcher ihrer Gefängnis sterben und verderben müssen: | de | de | de | 1 | 5.2209 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,950 | 1,615 | Hergegen ſeind die jenige Thier vñ Voͤgel gluͤckſelig/ welche die vndanckbare Menſchen fliehen/ vnd ſich auff jhꝛer Waid in aller freyheit erluſtigen: | Hergegen sind diejenige Tier und Vögel glückselig / welche die undankbare Menschen fliehen / und sich auf ihrer Waid in aller Freiheit erlustigen: | de | de | de | 1 | 5.5557 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,951 | 1,615 | Eben diſe meynung hats auch mit den Menſchen/ dann wer hats beſſer/ als eben die vngelehꝛte vñ naͤrꝛiſche Idioten welche den gelben Suͤplein vñ Hofbißlein vñ der Hofgnad wenig nachfragen/ ſondern ſich in aller freyheit/ ohne alle ſoꝛg/ auffm Landt/ mit jagen/ puͤrſchen/ baitzen/ mit bancketiren/ ſpilen/ freſſen vnd ſauffen erluſtigen/ vnd jmmerdar einen guten muth haben? | Eben diese Meinung hat es auch mit den Menschen / dann wer hat es besser / als eben die ungelehrte und närrische Idioten welche den gelben Süplein und Hofbisslein und der Hofgnad wenig nachfragen / sondern sich in aller Freiheit / ohne alle sorg / aufm Land / mit jagen / pirschen / Beizen / mit bankettieren / spielen / fressen und saufen erlustigen / und immerdar einen guten Mut haben? | de | de | de | 1 | 5.4032 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,952 | 1,615 | Vnderſchidliche Thorheiten vnnd Narren aber findt man/ etliche ſeindt von Natur naͤrꝛiſch vnd einfaͤltig geboren/ vnnd werden gemeinglich in den Spitaͤln erhalten Andere ſeind wuͤtig/ beſtialiſch/ ſchaͤdlich vnnd Teufeliſch/ jnmaſſen Oreſtes, Aiax, Saul vnnd Nabuchdonoſor geweſt/ welche naͤrꝛiſch/ vnſinnig vnnd wuͤtig worden/ vnnd vil Blutſchanden/ Tyranneyen vnd erſchroͤcklichkeiten begangen. | Unterschiedliche Torheiten und Narren aber findet man / etliche sind von Natur närrisch und einfältig geboren / und werden gemeiniglich in den Spitäln erhalten Andere sind wütig / bestialisch / schädlich und teuflisch / in Maßen Orestes, Aiax, Saul und Nabuchdonosor gewesen / welche närrisch / unsinnig und wütig worden / und viel Blutschanden / Tyranneien und Erschröcklichkeiten begangen. | de | de | de | 1 | 4.9325 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,953 | 1,615 | Andere ſeind halb naͤrꝛiſch vnd halb geſcheid/ jnnmaſſen die Schalcksnarꝛen zu Hof ſeind/ welche den Fuͤrſten vnd Herꝛen ein kurtzweil machen: | Andere sind halb närrisch und halb gescheit / inmassen die Schalksnarren zu Hof sind / welche den Fürsten und Herren ein kurzweil machen: | de | de | de | 1 | 5.7237 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,954 | 1,615 | Andere ſeind zweymal geſcheid/ dreymal vmbgedraͤht/ vnnd daruͤber naͤrꝛiſch vnd taͤppiſch worden/ vnnd dern iſt je ein groſſe anzahl verhanden. | Andere sind zweimal gescheit / dreimal umgedreht / und darüber närrisch und täppisch worden / und deren ist je ein große Anzahl vorhanden. | de | de | de | 1 | 5.5066 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,955 | 1,615 | Andere Fantaſten vnd Narꝛen findt man/ welche jhnen ſelbſt perſuadiren vnnd einbilden/ daß ſie in den theatris vmbgehen/ vnd nichts anders ſehen/ als newe Spiel/ Comedien/ derwegen lachen/ bewegen vnnd ſtellen ſie ſich/ als waͤren ſie ſelbſt gegenwertig. | Andere Fantasten und Narren findet man / welche ihnen selbst persuadieren und einbilden / dass sie in den theatris umgehen / und nichts anders sehen / als neue Spiel / Comedian / derentwegen lachen / bewegen und stellen sie sich / als wären sie selbst gegenwärtig. | de | de | de | 1 | 5.3483 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,956 | 1,615 | Andere Fantaſten thun nichts/ als verſificiren vnd Carmina machen/ vnnd vberꝛeden ſich ſelbſt/ daß ſie es dem Virgilio vnd Petrarcha beuor thun/ wann aber einer thut zuſam̃en klauben/ ſechs Poeten mit jhren Tauben: ſechs componiſten mit jhꝛen ſtucken/ vñ ſechs Organiſten mit jhꝛen Mucken: vñ man ſie ſetzet auff einen Karꝛen/ ſo hat man eben anderthalb dutzet Narꝛen. | Andere Fantasten tun nichts / als versifizieren und Carmina machen / und überreden sich selbst / dass sie es dem Virgilio und Petrarca bevor tun / wann aber einer tut zusammen klauben / sechs Poeten mit ihren Tauben: sechs Komponisten mit ihren stucken / und sechs Organisten mit ihren Mücken: und man sie setzet auf einen Karren / so hat man eben anderthalb Dutzend Narren. | de | de | de | 1 | 5.5314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,957 | 1,615 | Andere componiren ſchmaichleriſche orationes vnd verlogene hiſtorias, vnd vermeinen in jhꝛem Sinn/ daß ſie die alt Roͤmiſche eloquentz renouirt habẽ. | Andere komponieren schmeichlerische orationes und verlogene historias, und vermeinen in ihrem Sinn / dass sie die alt römische Eloquenz renouirt haben. | de | de | de | 1 | 5.7712 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,958 | 1,615 | Andere thun nichts anders/ als daß ſie in den concepten vnd ſchrifften die ortographiam obſeruirẽ vnd corrigiren, jnmaſſen jener gethan/ welcher wegen deß einigen vberſchꝛidenen worts/ beniuolentia, das jhm zugefertigte ſchreiben nit angenom̃en/ ſonder gewoͤlt hat/ daß beneuolentia geſchriben wuͤrde/ gleichſamb waͤren die accentus tituli. | Andere tun nichts anders / als dass sie in den Konzepten und Schriften die ortographiam observieren und korrigieren, in Maßen jener getan / welcher wegen des einigen vberschridenen Worts / beniuolentia, das ihm zugefertigte schreiben nicht angenommen / sonder gewöllt hat / dass beneuolentia geschrieben würde / gleichsam wären die accentus tituli. | de | de | de | 1 | 6.2486 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,959 | 1,615 | Andere pflegen wegen eines einigen inortographiſch geſchribenen Worts/ als nemblich/ wann der ſchreiber das Wort Iulius mit einem G. vnd Guilius, oder das wort fleiß per V. geſchriben/ einen gantzen Brieff zu zerꝛeiſſen/ vnnd ſich wider den Scribenten auffs hefftig iſt zu erzuͤrnen vnd zu kollern. | Andere pflegen wegen eines einigen inorthographisch geschriebenen Worts / als nämlich / wann der Schreiber das Wort Iulius mit einem G. und Geoileus, oder das Wort Fleiß per V. geschrieben / einen ganzen Brief zu zerreißen / und sich wider den Skribenten aufs heftig ist zu erzürnen und zu kollern. | de | de | de | 1 | 5.5259 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,960 | 1,615 | Andere thun nichts/ als Leut peinigen/ verfolgen vnnd jhꝛ maͤngel vnd gebrechen inueſtigiren, aber ſich ſelbſt vñ jre eigne gebꝛechen ſehen ſie nicht: Andere haben ſehr holdſelige andern wolbekandte gemeine Ehefrauwen/ halten dieſelbige fuͤr Samias, vnnd fuͤr vil ſchoͤner/ deñ die ſchoͤne Venus, vnd fuͤr vil keuſcher/ denn die Griechiſche Penelopem oder die Roͤmiſche Lucretiam/ derwegen prangen vnd gehen ſie mit jhnen auf der Gaſſen ſpatzieren/ vnd zeigen menniglichen ſolche jhꝛe ſchoͤne Frawen/ ſamb kennte man ſie nit vorhin beſſer/ denn ſie ſelbſt. | Andere tun nichts / als Leute peinigen / verfolgen und ihr Mängel und gebrechen investigieren, aber sich selbst und ihre eigene gebrechen sehen sie nicht: Andere haben sehr holdselige anderen wohlbekannte gemeine Ehefrauen / halten dieselbige für Samias, und für viel schöner / denn die schöne Venus, und für viel keuscher / denn die Griechische Penelopem oder die Römische Lucretiam / derentwegen prangen und gehen sie mit ihnen auf der Gassen spazieren / und zeigen menniglichen solche ihre schöne Frauen / samt kennte man sie nicht vorhin besser / denn sie selbst. | de | de | de | 1 | 5.2269 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,961 | 1,615 | Andere ſeindt hergegen Eyfernarꝛen/ vnnd thun nichts anders/ als mit jhren ehꝛlichen vnnd keuſchen Frawen eyfern/ vnd ſie einſperꝛen/ vnangeſehen ſie ſelbſt kein nutz ſeind/ vnnd alle Hurenwinckel durchlauffen. | Andere sind hingegen Eifernarren / und tun nichts anders / als mit ihren ehrlichen und keuschen Frauen eifern / und sie einsperren / unangesehen sie selbst kein Nutz sind / und alle Hurenwinkel durchlaufen. | de | de | de | 1 | 5.1076 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,962 | 1,615 | Andere thun nichts/ als jmmerdar/ deß Morgendts fruͤh vnnd deß Abendts ſpat muſiciren vnnd auff der Lauten ſchlagen/ ſamb beſtunde die Menſchliche Gluͤckſeligkeit in einem ſolchen narꝛenwerck: | Andere tun nichts / als immerdar / des Morgendes früh und des Abends spät musizieren und auf der Lauten schlagen / samt bestünde die menschliche Glückseligkeit in einem solchen Narrenwerk: | de | de | de | 1 | 6.0123 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,963 | 1,615 | Andere thun nichts als bawen/ abbꝛechen vnnd widerumb bawen/ renouiren vnd letztlichen druͤber erarmen vñ ſterben. | Andere tun nichts als bauen / abbrechen und wiederum bauen / renovieren und letztlichen drüber erarmen und sterben. | de | de | lb | 0.667 | 6.1562 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,964 | 1,615 | Zu denſelbigen aber ſpꝛechen die Engel alſo: | Zu denselbigen aber sprechen die Engel also: | de | de | de | 1 | 4.9808 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,965 | 1,615 | Vns Engel wundert alle zugleich/ daß die Menſchen auff Erdtreich: | Uns Engel wundert alle zugleich / dass die Menschen auf Erdreich: | de | de | de | 1 | 7.4471 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,966 | 1,615 | Bawen Haͤuſer/ Staͤtt vnnd Voͤſt/ ſeind doch allhie nur elende Gaͤſt: vnnd dahin ſie ſollen ewig ſchawen/ dorthin woͤllen ſie nimmer bawen. | Ban Häuser / Stät und Vöst / sind doch allhier nur elende Gäste: und dahin sie sollen ewig schauen / dorthin wollen sie nimmer bauen. | de | de | de | 1 | 6.3843 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,967 | 1,615 | Andere grimmige vnd wuͤtige Greinkatzen thun nichts anders/ als jm̃er dar rechten/ voꝛ Gericht ligen/ den einen gꝛein- oder rechtshandel nach dem andern anfahen/ die ſtrittigkeiten vnſterblich machen/ falſch ſchwerẽ/ den Aduocaten/ Procuratorn vnnd Schreibern das Gelt anhencken/ vnnd letztlich druͤber zu Bettler werden. | Andere grimmige und wütige Greinkatzen tun nichts anders / als immer dar rechten / vor Gericht liegen / den einen grein- oder Rechtshandel nach dem anderen anfangen / die Strittigkeiten unsterblich machen / falsch schweren / den Aduocaten / Prokuratoren und Schreibern das Geld anhängen / und letztlich drüber zu Bettler werden. | de | de | de | 1 | 5.7048 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,968 | 1,615 | Andere Archimiſten vnnd Ertznarꝛen verzehꝛen jhꝛe zeit/ geſundtheit vnd Ehꝛ in erforſchung deß wahꝛen Philoſophiſchen lapidis, vnd der quinten eſſentz, wann auch ſie vermeinen/ daß ſie es in dem Tegel haben/ als dañ fleugt alles im Rauch auff. | Andere Archemisten und Erznarren verzehren ihre Zeit / Gesundheit und Ehre in Erforschung des wahren Philosophischen lapidis, und der Quinten Essenz, wann auch sie vermeinen / dass sie es in dem Tegel haben / als dann fliegt alles im Rauch auf. | de | de | de | 1 | 5.7693 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,969 | 1,615 | Sie verhoffen allerhandt Metal in lauter Goldt zu verkehren/ vnnd in kurtzer zeit am Reichthumb den Creſum vnnd Craſſum zu vbertreffen/ wie auch Fuͤrſten vnnd Herꝛen reich zu machen/ da doch ſie ſich ſelbſt nit koͤñen reich machen/ ſonder arme Bettler/ Schelmen vnnd Landtſtoͤrtzer ſeind vnd bleiben. | Sie verhoffen allerhand Metal in lauter Gold zu verkehren / und in kurzer Zeit am Reichtum den Cresum und Crassum zu übertreffen / wie auch Fürsten und Herren reich zu machen / da doch sie sich selbst nicht können reich machen / sonder arme Bettler / Schelmen und Landstörzer sind und bleiben. | de | de | de | 1 | 5.3629 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,970 | 1,615 | Andere verzehꝛen jhꝛe edle Zeit/ Gelt/ Gut vnnd Seel mit ſpielen/ in hoffnung vil zu gewinnen/ vnangeſehen auch ſie in jhꝛem Haußweſen ſehꝛ karg vnd klug ſeind/ vñ wegen eines einigen Haͤllers mit jren weibern ein jaͤm̃erliches greinen vnd zancken anfahen/ ſo ſeind ſie doch auſſer Hauſes vnd beym ſpielen dermaſſen koſtfrey/ daß ſie 20. 50. 80. ja 100. Thaler in Reſt vnnd in die Schantz ſchlagen vnd verwagen: | Andere verzehren ihre edle Zeit / Geld / Gut und Seele mit spielen / in Hoffnung viel zu gewinnen / unangesehen auch sie in ihrem Hauswesen sehr karg und klug sind / und wegen eines einigen Hellers mit ihren Weibern ein jämmerliches greinen und zanken anfangen / so sind sie doch außer Hauses und beim Spielen dermaßen kostfrei / dass sie 20. 50. 80 . ja 100. Taler in Rest und in die Schanz schlagen und wagen: | de | de | de | 1 | 5.804 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,971 | 1,615 | Wann auch ſie es verlieren/ alsdañ fahen ſie an hertzlich zu ſeufftzẽ/ den Kopff zu kratzen/ vnd der maſſen zu fluchen/ zu ſcheltẽ vnnd zu wuͤten/ daß einem die Haar gen berg ſtehen moͤchten. | Wann auch sie es verlieren / alsdann fangen sie an herzlich zu seufzen / den Kopf zu kratzen / und der Maßen zu fluchen / zu schelten und zu wüten / dass einem die Haar gen Berg stehen möchten. | de | de | de | 1 | 4.7409 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,972 | 1,615 | Sie laſſen auch nit nach/ biß ſie alles verſpielt/ wz ſie gehabt/ dardurch verlieren ſie jhre Ehꝛ vnnd reputation, werden letztlichen gar vnduͤchtig/ verzweifeln vñ verlieren jhꝛ Leben ſampt der Seel. | Sie lassen auch nicht nach / bis sie alles verspielt / was sie gehabt / dadurch verlieren sie ihre Ehre und Reputation, werden letztlichen gar untüchtig / verzweifeln und verlieren ihr Leben samt der Seele. | de | de | de | 1 | 4.8762 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,973 | 1,615 | Andere Narꝛen find ich/ die nennet man Aſtrologos’ oder Nigromanticos’ oder ſchwartzkuͤnſtler/ ſo da vermeinen/ daß ſie mit jhꝛen circulis, Kraiſſen/ charactern, Buchſtaben/ beſchwoͤrungen vnd pentacolis, den Him̃el turbiren, die Sonn vnd den Mohn verfinſtern/ die Erd vnd Elementen zitterendt machen/ die Todten aufferwecken/ mit dem Schatten reden/ die Leiber transformiren, vnnd vermittelſt deß Rings Gigis vnſichtbar gehen/ vnd vil geſchwinder/ denn der Windt fliegen. | Andere Narren finde ich / die nennt man Astrologos oder Nigromanticos ’ oder Schwarzkünstler / so da vermeinen / dass sie mit ihren circulis, Kreißen / Charaktern, Buchstaben / Beschwörungen und pentacolis, den Himmel turbieren, die Sonne und den Mohn verfinstern / die Erde und Elementen zitternd machen / die Toten auferwecken / mit dem Schatten reden / die Leiber transformieren, und vermittels des Rings Gigis unsichtbar gehen / und viel geschwinder / denn der Wind fliegen. | de | de | de | 1 | 4.9753 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,974 | 1,615 | Jhrer etliche vermeinen/ daß ſie die Geiſter in den Ringen oder im Chriſtall/ wie ein Papagey im Korb/ behalten/ durch ſie alle geheimnuß der zukuͤnfftigen dingen erforſchen/ alle vergrabene vnnd verborgene Schaͤtz finden/ vnnd die Lieb vnd den gunſt der Herꝛen vnnd ſchoͤnen Frawen erlangen werden/ gleichſam̃ hetten die Teufel zu diſen vnſern zeiten nichts anders zuſchaffen/ als mit ſolchem jhrem Narꝛenwerck vmbzugehen. | Ihrer etliche vermeinen / dass sie die Geister in den Ringen oder im Christall / wie ein Papagei im Korb / behalten / durch sie alle Geheimnis der zukünftigen Dingen erforschen / alle vergrabene und verborgene Schätze finden / und die Liebe und den Gunst der Herren und schönen Frauen erlangen werden / gleichsam hätten die Teufel zu diesen unsern Zeiten nichts anders zuschaffen / als mit solchem ihrem Narrenwerk umzugehen. | de | de | de | 1 | 5.2388 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,975 | 1,615 | Was ſoll ich ſagen von etlichen naͤrꝛiſchen alten Weibern/ welche ſich auß lauter geilheit/ hoffart vñ fuͤr witz anſtreichen/ bemahlen/ von der Lieb reden vnnd ſchertzen/ vnangeſehen ſie heßlich/ vnflaͤtig vnnd ſchaͤndtlich ſeindt/ keinen Zahn mehꝛ im Maul vnnd einen ſehr vblen ſtinckenden Athem haben. | Was soll ich sagen von etlichen närrischen alten Weibern / welche sich aus lauter Geilheit / Hoffart und für Witz anstreichen / bemalen / von der Liebe reden und scherzen / unangesehen sie hässlich / unflätig und schändlich sind / keinen Zahn mehr im Maul und einen sehr vblen stinkenden Atem haben. | de | de | de | 1 | 4.7963 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,976 | 1,615 | Was geduncket euch aber von denen Weibern/ ſo auff die Gabel hinauß fahren vnnd ſprechen: | Was gedunkt euch aber von denen Weibern / so auf die Gabel hinaus fahren und sprechen: | de | de | de | 1 | 6.5811 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,977 | 1,615 | Oben auß vnnd nindert an: | Oben aus und nindert an: | de | de | lb | 0.667 | 7.9133 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,978 | 1,615 | Jtem/ welche vermeinen/ daß ſie alsbaldt in Katzen verkehꝛt werden/ den Hexen Taͤntzen vnd Mahlzeiten beywohnen/ vnnd alles das jenig thun/ was der Herꝛ Mirandola, vñ P. Delrio von jhnen ſchreibt. | Item / welche vermeinen / dass sie alsbald in Katzen verkehrt werden / den Hexen Tänzen und Mahlzeiten beiwohnen / und alles das jenig tun / was der Herr Mirandola, und P. Delrio von ihnen schreibt. | de | de | de | 1 | 5.5882 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,979 | 1,615 | Jtem die jenige Weiber/ welche ſich vnderſtehen zu warſagen/ vnnd/ wie die Zigeiner/ zultegen/ auch Viech vnd Leuth anzuſegnen oder anzuſpꝛechen. | Item diejenige Weiber / welche sich unterstehen zu wahrsagen / und / wie die Zigeuner / zullten / auch Viech und Leute anzusegnen oder anzusprechen. | de | de | de | 1 | 6.1402 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,980 | 1,615 | Endtlichen vnd beſchließlichen find ich noch andere etwas kurtzweiligere vnnd paſſirlichere Narꝛen vnd Jgnoranten/ welche ſich in jhren diſcurſis vnnd ſchreiben der Lateiniſchen phraſen vnd Wort gebrauchen/ vnnd dermaſſen mit Latein zuwerffen/ als hetten ſie ſtattlich ſtudirt/ vnd ob ſchon ſie im grundt eben nichts wiſſen/ nicht deſto weniger iſt jhre præſumption dermaſſen groß/ daß ſie vermeinen/ daß ſie das Graß wachſen hoͤren/ vnd daß die Stein vnnd Pflaſter voꝛ jhnen auffſtehen/ jhnen reuerentz erzeigen/ vnd mit der gnad zuwerffen muͤſſen. | Endlichen und beschließlichen finde ich noch andere etwas kurzweiligere und possierlichere Narren und Ignoranten / welche sich in ihren discursis und schreiben der lateinischen Phrasen und Wort gebrauchen / und dermaßen mit Latein zuwerfen / als hätten sie stattlich studiert / und ob schon sie im Grund eben nichts wissen / nicht desto weniger ist ihre Präsumtion dermaßen groß / dass sie vermeinen / dass sie das Gras wachsen hören / und dass die Stein und Pflaster vor ihnen aufstehen / ihnen reuerentz erzeigen / und mit der Gnade zuwerfen müssen. | de | de | de | 1 | 5.0855 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,981 | 1,615 | Etliche andere Federhanſen koͤnnen kaum drey Woꝛt oder Zeil correcte; ſchꝛeiben/ vnd woͤllens doch alles regieren. | Etliche andere Federhansen können kaum drei Wort oder Zeile korrekte; schreiben / und wöllen doch alles regieren. | de | de | lb | 0.667 | 7.7097 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,982 | 1,615 | Andere prangen vnder Tags auff den gaſſen mit jhꝛen Federn/ Wehꝛen/ Hirſch: vnnd Loͤwenhaͤuten/ wie die Hectores, Achilles vnnd Hercules, aber wann es bey der Nacht auff der Gaſſen an einen ernſt gehet/ alsdann entlauffen ſie wie die Haſen/ vnnd laſſen Hut/ Mantel vnd Woͤhꝛ im ſtich. | Andere prangen unter Tags auf den Gassen mit ihren Federn / Wehren / Hirsch: und Löwenhäuten / wie die Hectores, Achilles und Herkules, aber wann es bei der Nacht auf der Gassen an einen ernst geht / alsdann entlaufen sie wie die Hasen / und lassen Hut / Mantel und Wöhr im Stich. | de | de | de | 1 | 5.535 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,983 | 1,615 | Andere thun nichts anders/ als nach zeitungen fragen/ vnd von dem Concilio vnnd Rath deß Bapſts/ Keyſers vnd Tuͤrcken dermaſſen eygentlich reden/ als waͤren ſie einsmals in jhrem geheimen Rath geſeſſen: Sie diſcurriren vnnd reden/ ob der Fried einen beſtandt haben/ vnd der zwiſchen den Koͤnigen in Franckreich vnnd Engellandt oder Spanien getroffener Heuret rathſamb/ nutzlich vñ beſtaͤndig ſeyn werde/ vnnd was die Vnderthanen darzu ſagen/ vnd nicht vil mehꝛ einen Krieg abgeben werde: | Andere tun nichts anders / als nach Zeitungen fragen / und von dem Concilio und Rat des Papsts / Kaisers und Türken dermaßen eigentlich reden / als wären sie einsmals in ihrem geheimen Rat gesessen: Sie diskurrieren und reden / ob der Frieden einen Bestand haben / und der zwischen den Königen in Frankreich und Engelland oder Spanien getroffener Heuert ratsam / nützlich und beständig sein werde / und was die Untertanen dazusagen / und nicht viel mehr einen Krieg abgeben werde: | de | de | de | 1 | 5.4457 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,984 | 1,615 | Diſer geſtallt ſchwaͤtzen ſie von dergleichen dingen/ vñ wiſſen doch keinen grundt/ was die Koͤnige vnnd Fuͤrſten im Schildt fuͤhren/ vnnd fuͤr einen verſtandt mit einander haben. | Dieser Gestalt schwätzen sie von dergleichen Dingen / und wissen doch keinen Grund / was die Könige und Fürsten im Schild führen / und für einen verstand miteinander haben. | de | de | de | 1 | 5.9478 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,985 | 1,615 | Andere Narꝛen ſind ich/ welche die Schaͤtz verbergen/ vnd doch darneben jhre Armut beklagen: | Andere Narren sind ich / welche die Schätze verbergen / und doch daneben ihre Armut beklagen: | de | de | de | 1 | 6.1328 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,986 | 1,615 | Hergegen ſihe ich andere/ welche jhren Reichthumb vnd pꝛacht nur herauſſen auf den Gaſſen erzeigen/ vñ ſich ſtatlich ſehen laſſen/ aber anheimbs in jhꝛen Haͤuſern am hungertuch nagen/ vnd nichts wedeꝛ im zipfl noch ſack haben. | Hergegen siehe ich andere / welche ihren Reichtum und Pracht nur heraußen auf den Gassen erzeigen / und sich staatlich sehen lassen / aber anheim in ihren Häusern am Hungertuch nagen / und nichts weder im zipfle noch sack haben. | de | de | de | 1 | 5.4552 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,987 | 1,615 | Andere ſamblen vil Gelts vñ guts/ vnd kauffen Haͤuſer vnd Schloͤſſer veꝛmittelſt jres wucherens: hergegẽ ſihe ich etliche Kaufleut vñ wechſelherꝛn banckerotirn/ falliren vñ verderben. | Andere samblen viel Geld und Gutes / und kaufen Häuser und Schlösser vermittelst ihres Wucherns: hergegen siehe ich etliche Kaufleut und Wechselherrn banckerotirn / fallieren und verderben. | de | la | lb | 0.333 | 6.7684 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,988 | 1,615 | Andere armſelige Narꝛen find ich/ welche jnen ſelbſt die weißheit vermeſſentlich zuſchreiben/ da doch ſie ſich auff die jenige ding/ dern erkendtnuß ſie ſich beruͤhmen/ im wenigſten verſtehen/ vnd nit deſto weniger geſcheide Rathsherꝛẽ ſein woͤllen. | Andere armselige Narren finde ich / welche ihnen selbst die Weisheit vermessentlich zuschreiben / da doch sie sich auf diejenige Ding / deren Erkenntnis sie sich berühmen / im wenigsten verstehen / und nicht desto weniger gescheite Ratsherren sein wollen. | de | de | de | 1 | 5.2613 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,989 | 1,615 | Alle diſe Narren haben einen ſonderbaren Freybrief von der groſſen Schoͤlnkoͤnigin auß Naragonia außbracht/ daß ſie jhꝛ lebenlang von der Witz vnd weißheit befreyt ſein ſollen/ vnd in jhꝛem Koͤnigreich gewiſſe Ambter/ beſoldung vnnd vnderhaltung biß an jhr Endt haben werden. | Alle diese Narren haben einen sonderbaren Freibrief von der großen Schölnkönigin aus Naragonia ausbracht / dass sie ihr Leben lang von der Witz und Weisheit befreit sein sollen / und in ihrem Königreich gewisse Amter / Besoldung und Unterhaltung bis an ihr Ende haben werden. | de | de | de | 1 | 5.1523 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,990 | 1,615 | Beſchließlichen iſt ſtultorum numerus in finitus: | Beschließlichen ist stultorum numerus in finitus: | de | de | de | 1 | 7.4938 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,991 | 1,615 | Der Narꝛen zahl iſt kein End/ vnd wer gern in der eyl einen Narꝛen haben wil/ der greiffe in ſeinen eignen Buſen/ ſo wirdt er villeicht einen herauß ziehen. | Der Narren Zahl ist kein Ende / und wer gern in der Eile einen Narren haben will / der greife in seinen eigenen Busen / so wird er vielleicht einen herausziehen. | de | de | de | 1 | 4.926 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,992 | 1,615 | Capvt XLV. | Capvt XLV. | en | en | sr | 0 | 8.6934 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,993 | 1,615 | Was geſtallt Guſman ein ſehꝛ reiche Fraw vberkom̃en vnd betrogen. | Was Gestalt Gusman ein sehr reiche Frau überkommen und betrogen. | de | de | de | 1 | 7.764 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,994 | 1,615 | NAch dem ich mich vngefaͤhrlich ein halbs Jahrlang in meines Herꝛn deß Cardinals dienſten auffgehalten/ auch jederzeit ſauberer vñ ſtatlicheꝛ kleider befliſſen/ vnd bißweiln ſambt andern meinen mitgeſellen auf die bulſchafft gangen/ ward mir angedeut/ wz geſtalt ein ſehꝛ ſchoͤne fraw oder Cortiſanin verhandẽ/ welche vber auß reich waͤre/ derwegen gedachte ich auf alle mittel vñ weg/ ſie vnd jhr Gelt zu wegen zu bringen. | Nachdem ich mich ungefährlich ein halbes Jahrlang in meines Herrn des Kardinals Diensten aufgehalten / auch jederzeit sauberer und staatlicher Kleider beflissen / und bisweilen samt anderen meinen mitgesellen auf die bulschafft gegangen / wurde mir Angedeute / was Gestalt ein sehr schöne Frau oder Cortisanin verhanden / welche über aus reich wäre / derentwegen gedachte ich auf alle Mittel und weg / sie und ihr Geld zu wegen zu bringen. | de | de | de | 1 | 6.0795 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,995 | 1,615 | Jch gab mich fuͤr einen anſehenlichen ſpaniſchen Rittermeſſigen vom Adel auß/ kam durch huͤlf der Kupplerin in jre kundtſchafft vnd vertrewliche freundſchaft/ vñ gab jr letztlichẽ zuuerſtehẽ/ dz ich nit vngeneigt were/ mich ſo gar mit jrer frawen zuuer ehelichẽ. | Ich gab mich für einen ansehenlichen spanischen Rittermäßigen vom Adel aus / kam durch hilf der Kupplerin in ihre Kundschaft und vertrauliche Freundschaft / und gab ihr letztlichen zuverstehen / dass ich nicht ungeneigt wäre / mich so gar mit ihrer Frauen zuuer ehelichen. | de | de | de | 1 | 6.1088 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,996 | 1,615 | Damit man aber ſolchẽ meinẽ woꝛtẽ deſto ehendeꝛ glaubẽ/ vñ mir deſto beſſer trawen geben ſolte/ ſo verfuͤgte ich mich zu jhrer befreundten einem/ der war ein anſehenlicher Thumbherꝛ vnnd gelehꝛter Mann/ vnd pflegte vilmahls bey meinem Herꝛn dem Cardinal zu eſſen: | Damit man aber solchen meinen worten desto ehender glauben / und mir desto besser trauen geben sollte / so verfügte ich mich zu ihrer befreundeten einem / der war ein ansehenlicher Tumbherr und gelehrter Mann / und pflegte vielmals bei meinem Herrn dem Kardinal zu essen: | de | de | de | 1 | 6.2092 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,997 | 1,615 | Jch entdeckte jhm mein vorhaben/ was geſtalt nemblich ich entſchloſſen waͤre/ mich zu verheureten/ vnnd daß es mir villeicht an guten ſubiectis vnnd mitteln nit wurde ermangeln: | Ich entdeckte ihm mein Vorhaben / was Gestalt nämlich ich entschlossen wäre / mich zu verheuerten / und dass es mir vielleicht an guten subiectis und mitteln nicht wurde ermangeln: | de | de | de | 1 | 6.5282 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,998 | 1,615 | Jch bate jhne auch vmb einen guten Rath/ ob nemblich ich ein reiche/ oder arme/ oder ſchoͤne/ oder heßliche/ oder edle Fraw nemmen ſolte? | Ich bat ihn auch um einen guten Rat / ob nämlich ich ein reiche / oder arme / oder schöne / oder hässliche / oder edle Frau nehmen sollte? | de | de | de | 1 | 4.4404 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 1,999 | 1,615 | Er laͤchelte druͤber; antwortet vnnd ſprach: | Er lächelte drüber; antwortet und sprach: | de | de | de | 1 | 6.0384 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,000 | 1,615 | Mein Don Guſman, ich lobe dein gutes voꝛhaben/ vnnd rathe dir erſtlich zu keiner kleinen Frawen/ dann weil du ein kleines Maͤndl biſt/ vñ wañ du ein lange Fraw vberkaͤmeſt/ ſo muͤſeſtu allzeit auffhupffen/ wann du ſie kuſſen wolteſt/ du muͤſteſt auch dich beſoꝛgen/ daß ein ſolche groſſe Fraw dich/ als ein kleines Maͤndel/ leichtlich meiſteren vnnd abſchmiren wurde koͤnden. | Mein Don Gusman, ich lobe dein gutes vorhaben / und rate dir erstlich zu keiner kleinen Frauen / dann weil du ein kleines Mandl bist / und wann du ein lange Frau überkämest / so müssest allzeit aufhüpfen / wann du sie küssen wolltest / du müsstest auch dich besorgen / dass ein solche große Frau dich / als ein kleines Mäntel / leichtlich Meisteren und abschmieren wurde könnten. | de | de | de | 1 | 5.4904 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,001 | 1,615 | Vil weniger rathe ich dir zu einem reichen Weib/ dann/ kein ſchwerere Buͤrd kan dem Mañ angehenckt werden/ weder wañ er ein reiche Fraw vberkuͤmpt: | Viel weniger rate ich dir zu einem reichen Weib / dann / kein schwerere Bürde kann dem Mann angehängt werden / weder wann er ein reiche Frau vberkümpt: | de | de | de | 1 | 5.477 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,002 | 1,615 | Wer ruͤhwig vnd fridlich im Eheſtandt begert zuleben/ der nemme kein Fraw/ die jhm ein ſtattliches Heuretgut/ oder koͤſtliche guldine Zierd mitbringt: dañ die jenigen/ welche reiche Weiber haben/ ſeind nit Maͤnner/ nit Oberherꝛen/ nit jhres gleichen/ ſonder jhre Sclauen: folge dißfals dem rath deſſen/ der da ſpricht: pondus ſuper ſe tollit qui honeſtiori ſe communicat, & ditiori te ne ſocius fueris. | Wer rühwig und friedlich im Ehestand begehrt zuleben / der nehme kein Frau / die ihm ein stattliches Heuertgut / oder köstliche goldene Zierde mitbringt: dann diejenigen / welche reiche Weiber haben / sind nicht Männer / nicht Oberherren / nicht ihresgleichen / sonder ihre Sklaven: folge diesfalls dem Rat dessen / der da spricht: pondus super se tollit qui honestiori se communicat, & ditiori te ne socius fueris. | de | de | de | 1 | 5.9144 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,003 | 1,615 | Bey diſem fall iſt auch zubedenckẽ/ wie der reichthumb eines Weibs eygentlich beſchaffen ſeye/ ob nemblich jhꝛ Gelt mit gutem ehrlichen Tittel entweder erworben/ oder ererbt worden/ dann die vbel vnnd vnrecht erlangte Reichthumb haben in die leng keinen beſtand: | Bei diesem Fall ist auch zubedenken / wie der Reichtum eines Weibs eigentlich beschaffen sei / ob nämlich ihr Geld mit gutem ehrlichen Titel entweder erworben / oder ererbt worden / dann die übel und Unrecht erlangte Reichtum haben in die läng keinen bestand: | de | de | de | 1 | 5.9865 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,004 | 1,615 | Kanſtu aber eine vberkommen/ welche mit ehren reich iſt/ ſo nimb ſie ehender/ weder ein arme/ dann die arme werden gemeingklich eben ſo ſtoltz/ boͤß/ ſtuͤtzig vnd zaͤnckiſch/ als die Reichen. | Kannst du aber eine überkommen / welche mit ehren reich ist / so nimm sie eher / weder ein arme / dann die arme werden gemeiniglich eben so stolz / böse / stützig und zänkisch / als die Reichen. | de | de | de | 1 | 5.7927 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,005 | 1,615 | Drittens nimb kein ſehꝛ ſchoͤne Fraw/ dañ die allerſchoͤnſten Frawen gerathen ins bordel, vnnd die aller ſchoͤnſten Knaben an Galgen. | Drittens nimm kein sehr schöne Frau / dann die allerschönsten Frauen geraten ins bördel, und die allerschönsten Knaben an Galgen. | de | de | de | 1 | 5.1575 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,006 | 1,615 | Die ſchoͤnheit der Weiber verurſachet den Maͤnnern vilmals vil boͤſes/ Erwoͤhle ein mittelmaͤſſige/ ſchoͤne vnnd holdſelige/ dann die Holdſeligkeit vbertrifft alle ſchoͤnheit: | Die Schönheit der Weiber verursachet den Männern vielmals viel Böses / Erwähle ein mittelmäßige / schöne und holdselige / dann die Holdseligkeit übertrifft alle Schönheit: | de | de | de | 1 | 5.7244 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,007 | 1,615 | Folge dem Rath Ambroſij, welcher ſpricht: | Folge dem Rat Ambrosij, welcher spricht: | de | de | da | 0.667 | 5.7905 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,008 | 1,615 | non quærenda eſt vxor pulcherrima, quæ communis, neq; deformiſiſſima, quæ pœna, ſed ſtata, ſiue media forma, reuera vxoria, quæ vtilitati & cõſolationi iuſtæ ac ſecuræ ſit futuræ. | non quaerenda est vxor pulcherrima, quae communis, neq; deformisissima, quae poena, sed stata, siue media forma, reuera vxoria, quae vtilitati & cosolationi iustae ac securae sit futurae. | no | la | ca | 0 | 5.138 |
Subsets and Splits
No community queries yet
The top public SQL queries from the community will appear here once available.