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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,909
1,615
Sie ſagen auch/ dz die Seelen der Weiber nicht/ wie die Seelen der Maͤñer/ vnſterblich/ ſonder den Seelen dern andern wilden Thieren vnd beſtien gleich ſeyen: derwegen hat die Goͤttliche Thoꝛheit ein groſſes gefallen an diſem Weiber Geſchlecht.
Sie sagen auch / dass die Seelen der Weiber nicht / wie die Seelen der Männer / unsterblich / sonder den Seelen deren anderen wilden Tieren und Bestien gleich seien: derentwegen hat die Göttliche Torheit ein großes gefallen an diesem Weiber Geschlecht.
de
de
de
1
5.0599
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,910
1,615
Man findt etliche vnder jhnen/ welche ſich vnderſtehen/ jhꝛer natuͤrlichen Thorheit zu renunciren vnd abzuſagen/ vnd woͤllen gelehꝛt/ weiſe vnd dermaſſen fuͤrſichtig vnd geſcheid ſein/ daß ſie an ſtatt deß nehens/ ſpinnens/ haßpelns/ vnd anderer weiblicher Arbeit/ ſich vm̃ das Regiment der Landen vnnd Leuthen annemmen/ oder ſich mit der Philoſophia oder Theologia, oder Aſtrologia bekuͤmmeren/ vnnd/ ſamb waͤren ſie newe Ariſtoteles oder fuͤrtreffliche Philoſophi vnd Theologi, argumentiren, ja predigen/ lehꝛen vnd vnderweiſen.
Man findet etliche unter ihnen / welche sich unterstehen / ihrer natürlichen Torheit zu renunzieren und abzusagen / und wollen gelehrt / weise und dermaßen vorsichtig und gescheit sein / dass sie anstatt des Nähens / Spinnens / Haspelns / und anderer weiblicher Arbeit / sich vmm das Regiment der Landen und Leuten annehmen / oder sich mit der Philosophia oder Theologia, oder Astrologia bekümmere / und / samt wären sie neue Aristoteles oder fürtreffliche Philosophie und Theologen, argumentieren, ja predigen / lehren und unterweisen.
de
de
de
1
5.0269
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,911
1,615
Etliche andere woͤllen Muſiciſtæ ſeyn/ ſchlagen auff Jnſtrumenten/ Harpffen vnd Lauten/ vnd ſingen drein.
Etliche andere wollen Musicistae sein / schlagen auf Instrumenten / Harfen und Lauten / und singen drein.
de
de
lb
0.667
5.6049
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,912
1,615
Etliche andere verlieben ſich dermaſſen ins tantzen/ daß ſie ſchier nichts and’s thun/ als wie die Geißdoͤck/ hin vnd wider/ auff vñ nider hupffen/ ſpringen vnd allerhand paſſames vñ Galiart tantzen.
Etliche andere verlieben sich dermaßen ins Tanzen / dass sie schier nichts and's tun / als wie die Geißdöck / hin und wieder / auf und nieder hupfen / springen und allerhand passames und Galiart tanzen.
de
de
de
1
5.5867
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,913
1,615
Etliche andere befleiſſe ſich nur ſchoͤn zu ſein/ vnd andern liderlichen Leuten beſſer vnd mehꝛ zu gefallen/ als Gott vnd jhꝛen Maͤnnern/ vñ zu ſolchem end brauchẽ ſie tauſenterley kuͤnſt/ geheimnuſſen vnd mittel.
Etliche andere befleiße sich nur schön zu sein / und anderen liederlichen Leuten besser und mehr zu gefallen / als Gott und ihren Männern / und zu solchem Ende brauchen sie tausenderlei kühnst / Geheimnissen und Mittel.
de
de
de
1
5.0125
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,914
1,615
Jch wil gleichwol nichts ſagen von den zauberiſchen/ ſchwartzen vnd andern aberglaubiſchen teufliſchẽ Kuͤnſtẽ/ mit denen ſie die Maͤñer bißweiln bethoͤꝛẽ/ raſent vnd vnſinnig machen/ vnd zu zeiten vmb jhꝛ Leben bringen/ ſondern ich rede nur allein von jhꝛem habitu, Kleidern vnd Geſchmuck.
Ich will gleichwohl nichts sagen von den zauberischen / schwarzen und anderen abergläubischen teuflischen Künsten / mit denen sie die Männer bisweilen betören / rasend und unsinnig machen / und zu Zeiten um ihr Leben bringen / sondern ich rede nur allein von ihrem habitu, Kleidern und Geschmack.
de
de
de
1
4.7611
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,915
1,615
Dann wer jhꝛe Fuͤß betrachtet/ der ſihet ſo hohe Bandtoffel odeꝛ Schuch/ daß ſie alleinig drauff nit gehen koͤnnen/ ſonder einen haben muͤſſen/ der ſie an der Handt fuͤhꝛe vnnd auffhalte/ damit ſie nit fallen:
Dann wer ihre Füße betrachtet / der sieht so hohe Bandtoffel oder Schuh / dass sie alleinig drauf nicht gehen können / sonder einen haben müssen / der sie an der Hand führe und aufhalte / damit sie nicht fallen:
de
de
de
1
5.6173
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,916
1,615
Was ſoll ich auch ſagen von andern ſchoͤnen/ zarten/ ſchneeweiſſen/ oder ſammetenen mit Perlin geſtiekten vnnd koͤſtlich gezierten Schuchen vnnd Bandtofflen/ mit denen ſie herein prangen vnd den Zelt gehen?
Was soll ich auch sagen von anderen schönen / zarten / schneeweißen / oder samtenen mit Perlen gestickten und köstlich gezierten Schachen und Bandtoffeln / mit denen sie herein prangen und den Zelt gehen?
de
de
de
1
5.0982
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,917
1,615
Wer jhꝛen Kopff betrachtet/ der ſihet denſelben geziert nit mit jhꝛen eygnen keſtenbraunen oder kohlſchwartzẽ/ ſonder mit fremd dem entlehentem Haar/ mit guldinen vnd geſtrickten Hauben/ mit hohen ſpitzigen Huͤten/ guldinen Schnuͤren/ koͤſtlichen Roſen vnd Medalten:
Wer ihren Kopf betrachtet / der sieht denselben geziert nicht mit ihren eigenen kastenbraunen oder Kohlschwarzen / sonder mit fremd dem entlehntem Haar / mit goldenen und gestrickten Hauben / mit hohen spitzigen Hüten / goldenen Schnüren / köstlichen Rosen und Medalten:
de
de
de
1
5.5843
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,918
1,615
Was ſoll ich ſagen von den hohen vnd groſſen Bockshoͤrnern/ die ſie oben auff der Stirn tragen/ zum zeichen der Hoͤrner/ die ſie bißweilen jhꝛen Maͤnnern auffſetzen?
Was soll ich sagen von den hohen und großen Bockshörnern / die sie oben auf der Stirn tragen / zum Zeichen der Hörner / die sie bisweilen ihren Männern aufsetzen?
de
de
de
1
4.5059
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,919
1,615
Etliche tragen koͤſtliche Perlein vnnd Kleinodien an den Ohrlaͤplein:
Etliche tragen köstliche Perllein und Kleinodien an den Ohrläplein:
de
de
de
1
6.7143
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,920
1,615
Etliche binden vnnd hefften ſie an die Haar/ dieſelbige krollen vnnd krauſen ſie mit gluͤenden Eyſen zieren vnd ſchmucken es mit Queckſilber oder Goldt/ oder mit ſchoͤnen Kraͤntzen.
Etliche binden und heften sie an die Haar / dieselbige krollen und krausen sie mit glühenden Eisen zieren und schmucken es mit Quecksilber oder Gold / oder mit schönen Kränzen.
de
de
de
1
4.8315
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,921
1,615
Das beſtreichen vnd außrupffen der Haaren an der Stirn vñ Augenbraͤm iſt jhꝛ ordinarium.
Das Bestreichen und ausrupfen der Haaren an der Stirn und Augenbräm ist ihr ordinarium.
de
de
de
1
5.8773
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,922
1,615
Jhꝛ Angeſicht vnd jhꝛe Wangen roth zu machen/ kan ſie kein Mahler vbertreffen.
Ihr Angesicht und ihre Wangen rot zu machen / kann sie kein Maler übertreffen.
de
de
de
1
5.6532
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,923
1,615
Wer jhꝛen Halß vnd Bruſt betrachtet/ der moͤchte ſchier ohnmaͤchtig werden/ dann ob ſchon der vbrige theil jhꝛes Leibs braun/ gelb/ blaw oder ſchwartz iſt/ ſo muß doch der Halß vnd die Bruͤſt ſchneeweiß vnnd mit ſchoͤnen Halßbaͤndern/ guldenen Ketten/ Kleinodien vnnd zarten Netzlein geziert vnnd vberzogen ſein.
Wer ihren Hals und Brust betrachtet / der möchte schier ohnmächtig werden / dann ob schon der übrige Teil ihres Leibs braun / gelb / blau oder schwarz ist / so muss doch der Hals und die Brüste schneeweiß und mit schönen Halsbändern / goldenen Ketten / Kleinodien und zarten Netzlein geziert und überzogen sein.
de
de
de
1
4.6964
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,924
1,615
Beſchawet man den Leib/ ſo ſihet man denſelben bedeckt mit allerhandt ſo vilen vnderſchidlichen koͤſtlichen Kleidern/ daß es nit außzuſpꝛechen/ vnnd ſolches alles thun ſie nicht auß andacht/ ſonder auß Geylheit vnd Thoꝛheit/ vnnd zu erluſtigung der Maͤnner:
Beschauet man den Leib / so sieht man denselben bedeckt mit allerhand so vielen unterschiedlichen köstlichen Kleidern / dass es nicht auszusprechen / und solches alles tun sie nicht aus Andacht / sonder aus Geilheit und Torheit / und zu erlustigung der Männer:
de
de
de
1
5.2896
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,925
1,615
Alſo/ daß wir alle diſe frewd vñ wolluſt/ die wir von den Weibern haben/ der Thorheit zuſchreiben/ vnnd bekennen muͤſſen/ daß wir ſie durch ſie empfahen.
Also / dass wir alle diese Freude und Wollust / die wir von den Weibern haben / der Torheit zuschreiben / und bekennen müssen / dass wir sie durch sie empfangen.
de
de
de
1
4.0794
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,926
1,615
Vber diß alles thut auch die Thorheit in den Pancketen vnd Gaſtereyen das beſte/ dañ erſtlich ladet vnd beruffet man auch inſonderheit die Weiber zu den Gaſtereyen/ damit ſie den Tiſch mit jrer gegenwertigkeit/ lieblichen anblick vnd Thoꝛheit zieren/ vnd die Maͤnner mit jhꝛen hoͤflichen vnd zierlichen reden erluſtigen.
Über dies alles tut auch die Torheit in den Banketten und Gastereien das beste / dann erstlich ladet und beruft man auch in Sonderheit die Weiber zu den Gastereien / damit sie den Tisch mit ihrer Gegenwertigkeit / lieblichen Anblick und Torheit zieren / und die Männer mit ihren höflichen und zierlichen reden erlustigen.
de
de
de
1
4.8809
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,927
1,615
So herꝛſchet vnd regiret auch die Thoꝛheit ſehꝛ maͤchtigklich bey den Heureten/ verehelichungen vnd Hochzeiten/ dann voꝛ zeiten bewilligte man/ daß die Jungkfrawen jhren zukuͤnfftigen oder vermeinten Braͤutigam Mutter nackent eygentlich vnd wol beſchawen moͤchten/ hergegen ward den Juͤnglingen erlaubt/ den obern theil deß nackenden Leibs jhꝛer Braͤut fleiſſig vnd eygentlich zu beſehen/ damit ſie alſo nit vrſach hetten/ einander ins kuͤnfftig/ nach der Hochzeit/ die alsdann verſpuͤrte/ vnnd zuuor nicht gewuͤſte maͤngel zu verheben vnnd fuͤr zurupffen:
So herrschet und regieret auch die Torheit sehr mächtigklich bei den Heuerten / Verehelichungen und Hochzeiten / dann vor Zeiten bewilligte man / dass die Jungfrauen ihren zukünftigen oder vermeinten Bräutigam Mutter nackend eigentlich und wohl beschauen möchten / hingegen wurde den Jünglingen erlaubt / den oberen Teil des nackenden Leibs ihrer Bräut fleißig und eigentlich zu besehen / damit sie also nicht Ursache hätten / einander ins künftig / nach der Hochzeit / die alsdann verspürte / und zuvor nicht Gewüste Mängel zu verheben und für Zurupfen:
de
de
de
1
5.6295
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,928
1,615
Aber an jetzo will man gar geſcheid/ oder/ daß ich recht ſage/ vil naͤrꝛiſcher ſein/ dann zu diſen zeiten heuratet man nur nach dem Geſicht/ oder nach wohn/ oder auß Geitz/ oder auß Lieb.
Aber an jetzt will man gar gescheit / oder / dass ich recht sage / viel närrischer sein / dann zu diesen Zeiten heiratet man nur nach dem Gesicht / oder nach wohne / oder aus Geiz / oder aus Liebe.
de
de
de
1
5.4962
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,929
1,615
Etliche Geltnarꝛen nem̃en nit die Perſon der Braut/ ſonder das Gelt: Andere Schoͤnheit narꝛen nemmen nit zucht/ erbarkeit vnd haͤußlichkeit ſonder nur die Schoͤnheit vnnd holdſeligkeit deß Leibs: Andere Fantaſten heuraten vnnd bleiben nit im Adel/ oder zu jhꝛes gleichen/ ſonder zum Gut/ der ein nimbt ein alte geruntzelte Wittib/ wegen jhꝛer Reichthumb:
Etliche Geldnarren nehmen nicht die Person der Braut / sonder das Geld: Andere Schönheit narren nehmen nicht Zucht / Ehrbarkeit und Häuslichkeit sonder nur die Schönheit und Holdseligkeit des Leibs: Andere Fantasten heiraten und bleiben nicht im Adel / oder zu ihresgleichen / sonder zum Gut / der ein nimmt ein alte gerunzelte Wittib / wegen ihrer Reichtum:
de
de
de
1
5.7471
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,930
1,615
Die alte vnſinnige/ heßliche vnnd vnflaͤtige Wittib nimbt einen ſchoͤnen ſtarcken jungen Geſellen zu erſaͤttigung jrer geylheit:
Die alte unsinnige / hässliche und unflätige Wittib nimmt einen schönen starken jungen Gesellen zu Ersättigung ihrer Geilheit:
de
de
de
1
5.839
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,931
1,615
Vm̃ wie vil mehr aber ſie einander aufangs haben geliebt/ vmb ſo vil deſto mehr werden ſie einander feindt vnnd verhaſt.
um wie viel mehr aber sie einander aufangs haben geliebt / um so viel desto mehr werden sie einander Feind und verhasst.
de
de
de
1
5.4513
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,932
1,615
Woferꝛn aber die Braͤutgam weiſe vnnd verſtaͤndig weren/ vnnd dem leben vnnd ſitten ſeiner Braͤut/ oder die Braͤut der beſchaffenheit jhres Braͤutgams zuuor fleiſſig nachfragten/ ſo wurden ſie bißweiln ſo vil ſchoͤne ſachen von jhnen hoͤren vnnd vernemmen/ daß jhꝛer wenig heuraten wuͤrden:
Wofern aber die Bräutigam weise und verständig wären / und dem leben und Sitten seiner Bräut / oder die Bräut der Beschaffenheit ihres Bräutigams zuvor fleißig nachfragten / so wurden sie bisweilen so viel schöne Sachen von ihnen hören und Vernehmen / dass ihrer wenig heiraten würden:
de
de
de
1
5.8268
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,933
1,615
Deßgleichen woferꝛn die Ehleut nach der Hochzeit ſteiſſig mercken vnd obacht geben wolten auff die hernach gefundene jrꝛthumb/ defect vnnd maͤngel/ ſo wuͤrde ein armſeliges weſen/ weitlaͤuffigkeit vnnd vneinigkeit drauß entſtehen: gewißlich wuͤrden ſie nimmer lang beyſamen hauſen/ ſonder ſich ſcheiden laſſen/ vnnd vnendtlich vil diuortia vnnd eheſcheidungen wurden ſich begeben/ woferꝛn die Thorheit nicht das beſte darbey thete/ Dann an der Hochzeitnacht iſt die lieb ſolcher jungen Lappen vnnd Eheleut dermaſſen groß/ daß ſie die maͤngel vnnd gebrechen deß einen oder andern theils entweder nicht warnemmen/ oder doch diſſimuliren, vnnd mit einer ſo groſſen lieb vnd freundlichkeit beyſamen leben/ daß es das anſehen hat/ als ſeye nur ein Seel in zweyen Leibern:
Desgleichen wofern die Eheleute nach der Hochzeit steissig merken und Obacht geben wollten auf die hernach gefundene Irrtum / defekt und Mängel / so würde ein armseliges Wesen / Weitläufigkeit und Uneinigkeit daraus entstehen: gewisslich würden sie nimmer lang beisammen hausen / sonder sich scheiden lassen / und unendlich viel diuortia und Ehescheidungen wurden sich begeben / wofern die Torheit nicht das beste dabei täte / Dann an der Hochzeitnacht ist die lieb solcher jungen Lappen und Eheleut dermaßen groß / dass sie die Mängel und gebrechen des einen oder anderen teils entweder nicht wahrnehmen / oder doch dissimulieren, und mit einer so großen lieb und Freundlichkeit beisammen leben / dass es das ansehen hat / als sei nur ein Seele in zweien Leibern:
de
de
de
1
5.276
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,934
1,615
Es iſt die lieb der Maͤnnern gegen ſolchen jhren Weibern bißweiln dermaſſen groß/ daß ſie dieſelbigen/ wie Goͤttinnen/ verehren/ jhnen alle jhre Thorheiten/ eytelkeiten vnd vnheußlichheiten verſtatten/ gutheiſſen/ noch ſie im wenigſten erzuͤrnen doͤrffen:
Es ist die lieb der Männern gegen solchen ihren Weibern bisweilen dermaßen groß / dass sie dieselbigen / wie Göttinnen / verehren / ihnen alle ihre Torheiten / Eitelkeiten und vnheußlichheiten verstatten / gutheißen / noch sie im wenigsten erzürnen dürfen:
de
de
de
1
5.3111
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,935
1,615
Ja was mehr iſt/ dermaſſen blindt vnnd vertrewlich ſeind ſie/ daß ſie jhren ſchoͤnen Frawen ſonderbare ſchoͤne vnnd ſtarcke galanes halten/ ſo jhnen hofiren vnnd auff den dienſt warten muͤſſen:
Ja was mehr ist / dermaßen blind und vertraulich sind sie / dass sie ihren schönen Frauen sonderbare schöne und starke Galans halten / so ihnen hofieren und auf den Dienst warten müssen:
de
de
de
1
5.9425
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,936
1,615
Daß nun nicht deſtoweniger vnder ſolchem Eheuolck die ſchnoͤde eyferſucht nicht regiret/ vnnd aller zanck/ hader vnnd vneinigkeit vermitten bleibet/ daran iſt die loͤbliche Thorheit ſchuldig.
Dass nun nicht desto weniger unter solchem Eheuolck die schnöde Eifersucht nicht regieret / und aller Zank / hader und Uneinigkeit vermitten bleibt / daran ist die löbliche Torheit schuldig.
de
de
de
1
5.2605
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,937
1,615
Alſo auch iſt gewiß vnnd wahr/ daß die allerherꝛlichſte vnnd fuͤrtrefflichſte thaten/ auß eingebung vnnd mithuͤlff der Thorheit herflieſſen/ dann durch diſes mittel ſeindt entſtanden/ die allerhoͤchſte authoritates’ der Koͤnige/ welche die gantze Welt mit jhꝛem Kriegsheer erſchroͤckt haben/ dann was kan naͤrꝛiſcher ſein/ als eben die Feldtſchlachten/ in denen man mehꝛ verliert/ denn gewinnet/ vnd in denen nur menſchliches Blut vergoſſen/ vnd vil arme Witwen vnnd Waiſen gemacht werden?
Also auch ist gewiss und wahr / dass die allerherrlichste und fürtrefflichste taten / aus Eingebung und mithülff der Torheit herfließen / dann durch dieses Mittel sind entstanden / die allerhöchste authoritates' der Könige / welche die ganze Welt mit ihrem Kriegsheer erschreckt haben / dann was kann närrischer sein / als eben die Feldschlachten / in denen man mehr verliert / denn gewinnet / und in denen nur menschliches Blut vergossen / und viel arme Witwen und Waisen gemacht werden?
de
de
de
1
4.719
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,938
1,615
Ob wol Alexander der groß/ vnnd Iulius Cæſar fuͤr die aller fuͤrtreflichſte Potentaten gehalten woꝛden/ ſo ſeind ſie doch die aller groͤſte vnd wunderbarlichſte Narꝛen geweſt/ ſo jemals gelebt/ dann was hette naͤrꝛiſcher ſein koͤnnen/ als daß er Alexander in Jndien in beſtuͤrmung einer ſtarcken Feſtung vber die Mawren mitten vnder die Feinde geſprungen/ vnd nur ſelbſt dritt ſo lang mit jnen geſtritten/ biß jhm ſeine Leuth zu huͤlff kamen/ vnd aller blutig vnnd ohnmaͤchtig fanden?
Ob wohl Alexander der groß / und Iulius Cäsar für die aller fürtrefflichste Potentaten gehalten worden / so sind sie doch die allergrößte und wunderbarlichste Narren gewesen / so jemals gelebt / dann was hätte närrischer sein können / als dass er Alexander in Indien in Bestürmung einer starken Festung über die Mauern mitten unter die Feinde gesprungen / und nur selbst dritt so lang mit ihnen gestritten / bis ihm seine Leute zu Hilfe kamen / und aller blutig und ohnmächtig fanden?
de
de
de
1
5.1404
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,939
1,615
Jtem/ daß er ſich vnderſtanden/ einen grim̃igen Loͤwen anzugreiffen vñ vmbzubringen?
Item / dass er sich unterstanden / einen grimmigen Löwen anzugreifen und umzubringen?
de
de
de
1
5.746
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,940
1,615
Was koͤndte auch naͤrꝛiſcher ſein/ als daß Iulius Cæſar nach erhaltener Farſaliſcher ſchlacht/ mit einem einigen Schifflein vber den Heleſpontum fuhꝛ/ vnnd dem Lucio Caſſio deß Pompei Hauptman mit zehen groſſen Kriegsſchiffen begegnete/ vnd nit deſto weniger dermaſſen keck vnnd vermeſſen war/ daß er jhm ſchaffte/ ſich jhme zuergeben.
Was könnte auch närrischer sein / als dass Iulius Cäsar nach erhaltener Farsalischer Schlacht / mit einem einigen Schifflein über den Helespontum fuhr / und dem Lucio Cassio des Pompei Hauptmann mit zehn großen Kriegsschiffen begegnete / und nicht desto weniger dermaßen keck und vermessen war / dass er ihm schaffte / sich ihm zuergeben.
de
de
de
1
5.2795
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,941
1,615
Ob ſchon auch die Koͤnige vnnd Fuͤrſten vilmals durch jre weiſe/ gelehꝛte vnd verſtaͤndig Raͤth erjnnert werden/ von jren naͤrꝛiſchen vnd vngereimten impreſen, vorhaben vnnd anſchlaͤgen abzuſtehen/ ſo wollen ſie doch bißweilen nit folgen/ ſonder halten vilmehꝛ von jhren Schmaichlern vnd Fuchßſchwaͤntzern/ dann weil die Rathſchlaͤg vnnd Meynungen der fauoriten vnnd Gelehꝛten vilmals vngleich/ widerwertig/ verſchraufft vnnd weder kalt noch warm/ auch dermaſſen beſchaffen ſeind/ daß man die Warheit nicht drauß vernemmen kan/ ſo werden ſie den Fuͤrſten bißweilen ſuſpect vnd verdaͤchtig/ vnd derwegen glauben ſie jhnen nicht allezeit/ aber weil die Narꝛen warhafft vnnd ohne einige ſimulation, verſchlagenheit vñ argliſtig ſeind/ ſo hoͤren vnd vernemmen die Fuͤrſten nit allein die durch ſie fuͤrbrachte einfaͤltige Warheit gar gern/ ſonder ſie hoͤren auch gern jhꝛe grobe vnflaͤtige poſſen vnnd zotten/ ſo gar ſchencken vnnd verehren ſie jhnen bißweilen ſtattliche Kleider/ Ketten vnd Kleynodien/ dann wegen jhrer Thorheit ſeind ſie deſſen beſſer wuͤrdig/ weder andere wegen jhrer gelehrtheit vnd geſchicklichkeit.
Ob schon auch die Könige und Fürsten vielmals durch ihre weise / gelehrte und verständig rät erinnert werden / von ihren närrischen und ungereimten Impressen, vorhaben und Anschlägen abzustehen / so wollen sie doch bisweilen nicht folgen / sonder halten vielmehr von ihren Schmeichlern und Fuchßschwäntzern / dann weil die Ratschläge und Meinungen der Favoriten und Gelehrten vielmals ungleich / widerwärtig / verschraufft und weder kalt noch warm / auch dermaßen beschaffen sind / dass man die Wahrheit nicht daraus Vernehmen kann / so werden sie den Fürsten bisweilen suspekt und verdächtig / und derentwegen glauben sie ihnen nicht allezeit / aber weil die Narren wahrhaft und ohne einige Simulation, Verschlagenheit und arglistig sind / so hören und Vernehmen die Fürsten nicht allein die durch sie vorbrachte einfältige Wahrheit gar gern / sonder sie hören auch gern ihre grobe unflätige Possen und Zotten / so gar schenken und verehren sie ihnen bisweilen stattliche Kleider / Ketten und Kleinodien / dann wegen ihrer Torheit sind sie dessen besser würdig / weder andere wegen ihrer Gelehrtheit und Geschicklichkeit.
de
de
de
1
4.9126
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,942
1,615
Dann die gelehꝛten treffens mit aller jhrer gelehrtheit vnnd ſpitzfindigkeit nit allzeit recht/ zumaln in Kriegsſachen/ dann weil ſie gemeingklich verzagt vnnd eines kleinen Gemuͤths ſeind/ ſo geben ſie verzagte vnnd kleinmuͤtige Rathſchlaͤg auß.
Dann die gelehrten Treffens mit aller ihrer Gelehrtheit und Spitzfindigkeit nicht allzeit recht / zumal in Kriegssachen / dann weil sie gemeiniglich verzagt und eines kleinen Gemüts sind / so geben sie verzagte und kleinmütige Ratschläge aus.
de
de
de
1
5.1464
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,943
1,615
Aber der ſtoltze vermeſſene vnnd naͤrꝛiſche Rath der großmuͤtigen vnnd dapfferen Kriegsgurgeln/ Obriſten vnnd Hauptleut/ tringt bißweilen fuͤr vnnd ſetzet ſie in die Noth.
Aber der stolze vermessene und närrische Rat der großmütigen und tapferen Kriegsgurgeln / Obristen und Hauptleut / dringt bisweilen für und setzet sie in die Not.
de
de
de
1
5.6994
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,944
1,615
Wer war gelehrter vnnd beredter/ als eben Demoſthenes vnnd M. Tullius Cicero, aber doch waren ſie alle bey de ſehꝛ forchtſamb/ Als derwegen Demoſthenes ſich in einer durch jhne ſelbſt gerathener ſchlacht befandt/ vnd den ernſt ſahe/ warff er bey zeiten das Haſen Banier auff/ vnnd ſagte/ daß der jenig/ der da fliehet/ zum andern mal mit dem feindt ſchlagen koͤnne/ vnnd daß das fliehen alte Kriegsleuth mache:
Wer war gelehrter und beredter / als eben Demosthenes und M. Tullius Cicero, aber doch waren sie alle bei de sehr furchtsam / Als derentwegen Demosthenes sich in einer durch ihn selbst geratener Schlacht befand / und den ernst sah / warf er beizeiten das Hasen Banier auf / und sagte / dass der jenig / der da fliehet / zum anderen Mal mit dem Feind schlagen könne / und dass das Fliehen alte Kriegsleut mache:
de
de
de
1
4.8935
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,945
1,615
Er gab auch hierdurch zu verſtehen/ daß es beſſer ſeye/ die Ehr/ denn das Leben zu verlieren.
Er gab auch hierdurch zu verstehen / dass es besser sei / die Ehre / denn das Leben zu verlieren.
de
de
de
1
4.636
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,946
1,615
Wer die Hiſtorten liſet/ der wirdt befinden/ daß die weiſe/ gelehrte vnd wolbeleſene Maͤnner vil Laͤnder verderbt haben/ wie zu ſehen iſt an dem vorbemelten Demoſthene vnnd Tullio, dann weil ſie in jhren Buͤchern vil von Kriegsſachen vnd Politiſchem weſen geleſen haben/ ſo vermeinen ſie/ daß ſie es alles gar wol/ ja beſſer wiſſen vnd verſtehen/ denn andere/ aber wann es darzu kompt/ daß ſie jhꝛe Kunſt vnnd wiſſenſchafft ſollen ins werck richten/ alsdann ſihet vnnd erfaͤhret man/ was ſie fuͤr gewaltige Kriegsleuth ſeyen/ vnnd was fuͤr ein vnderſchidt ſeye zwiſchen der praxi vnnd theoria, zwiſchen dem leſen vnd vben.
Wer die Heftorten liest / der wird befinden / dass die weise / gelehrte und wohlbelesene Männer viel Länder verderbt haben / wie zu sehen ist an dem vorbemehlten Demosthene und Tullio, dann weil sie in ihren Büchern viel von Kriegssachen und Politischem Wesen gelesen haben / so vermeinen sie / dass sie es alles gar wohl / ja besser wissen und verstehen / denn andere / aber wann es dazukommt / dass sie ihre Kunst und Wissenschaft sollen ins Werk richten / alsdann sieht und erfährt man / was sie für gewaltige Kriegsleut seien / und was für ein Unterschied sei zwischen der praxi und theoria, zwischen dem lesen und üben.
de
de
de
1
4.8616
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,947
1,615
Vnlaugbar iſts/ daß bey allen Staͤnden/ wo die thorheit nit regiert/ muͤh vñ arbeit verhanden/ dann die armſelige/ weiſe vnnd gelehꝛte Maͤnner muͤſſen jhre zarte Jugend vnd den beſten theil jhres Lebens vnder der ſtrengen zucht jhrer Schulmeiſter verzehren/ vil leiden/ vil ſchwitzen vnd vil vbertragen/ wenig eſſen/ wenig trincken/ wenig ſchlaffen/ vnnd eben diſes beſchicht auch den vnuernuͤnfftigen Thieren/ welche jmmerdar von den Menſchẽ gepeinigt werden/ dann was kan armſeliger ſein/ als eben die vnſchuldige einfaͤltige Ochſen/ welche jhꝛ Leben im Ackerpfluͤgen verzehren/ vil ſchlaͤg vnnd ſtachel einnemmen/ vnnd letztlichen geſchlachtet vnnd gefreſſen werden muͤſſen.
Unlaugbar ist es / dass bei allen Ständen / wo die Torheit nicht regiert / Mühe und Arbeit vorhanden / dann die armselige / weise und gelehrte Männer müssen ihre zarte Jugend und den besten Teil ihres Lebens unter der strengen Zucht ihrer Schulmeister verzehren / viel leiden / viel schwitzen und viel übertragen / wenig essen / wenig trinken / wenig schlafen / und eben dieses beschichte auch den unvernünftigen Tieren / welche immerdar von den Menschen gepeinigt werden / dann was kann armseliger sein / als eben die unschuldige einfältige Ochsen / welche ihr Leben im Ackerpflügen verzehren / viel Schläge und stachel einnehmen / und letztlichen geschlachtet und gefressen werden müssen.
de
de
de
1
4.48
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1,948
1,615
Was ſoll ich ſagen von den edlen Roſſen/ welche dem Menſchen in fridens vñ Kriegszeiten ſo gar vil guts thun/ vnnd jhne beym Leben erhalten/ vnd nicht deſto weniger jmmerdar im Stall gefaͤngklich enthalten/ vbel tractirt, geſchlagen/ mit Sporen geſtochen/ mit Geiſeln gehawen/ an einen Karꝛen geſpannt/ gar verlaſſen/ vnnd letztlichen von Hunden vnd Woͤlfen zerꝛiſſen vnnd gefreſſen werden.
Was soll ich sagen von den edlen Rossen / welche dem Menschen in Friedens und Kriegszeiten so gar viel Gutes tun / und ihn beim Leben erhalten / und nicht desto weniger immerdar im Stall gefänglich enthalten / übel traktiert, geschlagen / mit Sporen gestochen / mit Geiseln gehauen / an einen Karren gespannt / gar verlassen / und letztlichen von Hunden und Wölfen zerrissen und gefressen werden.
de
de
de
1
4.9409
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,949
1,615
Deßgleichen ſehen wir/ daß die gehoꝛſame vnd getrewe Hund jhren Herꝛen ſehꝛ dienſtlich vnnd nutzlich ſeind auffm Gejaidt oder in den Haͤuſern vnd Hoͤfen/ aber werden bißweilen verwundt/ oder ſchebig/ vertriben/ verjagt oder gehenckt oder erſchlagen: Nit vil beſſer gehets den armẽ voͤglen/ welche in dẽ engen haͤußlen jre Herꝛn mit ſingen vñ ſchertzen erluſtigen/ vnd letztlichen in ſolcher jhꝛer Gefaͤngnuß ſterben vnd verderben muͤſſen:
Desgleichen sehen wir / dass die gehorsame und getreue Hund ihren Herren sehr dienstlich und nützlich sind aufm Gejaidt oder in den Häusern und Höfen / aber werden bisweilen verwundet / oder schäbig / vertrieben / verjagt oder gehängt oder erschlagen: Nicht viel besser geht es den armen Vögeln / welche in den engen Häuslen ihre Herrn mit singen und scherzen erlustigen / und letztlichen in solcher ihrer Gefängnis sterben und verderben müssen:
de
de
de
1
5.2209
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,950
1,615
Hergegen ſeind die jenige Thier vñ Voͤgel gluͤckſelig/ welche die vndanckbare Menſchen fliehen/ vnd ſich auff jhꝛer Waid in aller freyheit erluſtigen:
Hergegen sind diejenige Tier und Vögel glückselig / welche die undankbare Menschen fliehen / und sich auf ihrer Waid in aller Freiheit erlustigen:
de
de
de
1
5.5557
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,951
1,615
Eben diſe meynung hats auch mit den Menſchen/ dann wer hats beſſer/ als eben die vngelehꝛte vñ naͤrꝛiſche Idioten welche den gelben Suͤplein vñ Hofbißlein vñ der Hofgnad wenig nachfragen/ ſondern ſich in aller freyheit/ ohne alle ſoꝛg/ auffm Landt/ mit jagen/ puͤrſchen/ baitzen/ mit bancketiren/ ſpilen/ freſſen vnd ſauffen erluſtigen/ vnd jmmerdar einen guten muth haben?
Eben diese Meinung hat es auch mit den Menschen / dann wer hat es besser / als eben die ungelehrte und närrische Idioten welche den gelben Süplein und Hofbisslein und der Hofgnad wenig nachfragen / sondern sich in aller Freiheit / ohne alle sorg / aufm Land / mit jagen / pirschen / Beizen / mit bankettieren / spielen / fressen und saufen erlustigen / und immerdar einen guten Mut haben?
de
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de
1
5.4032
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,952
1,615
Vnderſchidliche Thorheiten vnnd Narren aber findt man/ etliche ſeindt von Natur naͤrꝛiſch vnd einfaͤltig geboren/ vnnd werden gemeinglich in den Spitaͤln erhalten Andere ſeind wuͤtig/ beſtialiſch/ ſchaͤdlich vnnd Teufeliſch/ jnmaſſen Oreſtes, Aiax, Saul vnnd Nabuchdonoſor geweſt/ welche naͤrꝛiſch/ vnſinnig vnnd wuͤtig worden/ vnnd vil Blutſchanden/ Tyranneyen vnd erſchroͤcklichkeiten begangen.
Unterschiedliche Torheiten und Narren aber findet man / etliche sind von Natur närrisch und einfältig geboren / und werden gemeiniglich in den Spitäln erhalten Andere sind wütig / bestialisch / schädlich und teuflisch / in Maßen Orestes, Aiax, Saul und Nabuchdonosor gewesen / welche närrisch / unsinnig und wütig worden / und viel Blutschanden / Tyranneien und Erschröcklichkeiten begangen.
de
de
de
1
4.9325
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,953
1,615
Andere ſeind halb naͤrꝛiſch vnd halb geſcheid/ jnnmaſſen die Schalcksnarꝛen zu Hof ſeind/ welche den Fuͤrſten vnd Herꝛen ein kurtzweil machen:
Andere sind halb närrisch und halb gescheit / inmassen die Schalksnarren zu Hof sind / welche den Fürsten und Herren ein kurzweil machen:
de
de
de
1
5.7237
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,954
1,615
Andere ſeind zweymal geſcheid/ dreymal vmbgedraͤht/ vnnd daruͤber naͤrꝛiſch vnd taͤppiſch worden/ vnnd dern iſt je ein groſſe anzahl verhanden.
Andere sind zweimal gescheit / dreimal umgedreht / und darüber närrisch und täppisch worden / und deren ist je ein große Anzahl vorhanden.
de
de
de
1
5.5066
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,955
1,615
Andere Fantaſten vnd Narꝛen findt man/ welche jhnen ſelbſt perſuadiren vnnd einbilden/ daß ſie in den theatris vmbgehen/ vnd nichts anders ſehen/ als newe Spiel/ Comedien/ derwegen lachen/ bewegen vnnd ſtellen ſie ſich/ als waͤren ſie ſelbſt gegenwertig.
Andere Fantasten und Narren findet man / welche ihnen selbst persuadieren und einbilden / dass sie in den theatris umgehen / und nichts anders sehen / als neue Spiel / Comedian / derentwegen lachen / bewegen und stellen sie sich / als wären sie selbst gegenwärtig.
de
de
de
1
5.3483
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1,956
1,615
Andere Fantaſten thun nichts/ als verſificiren vnd Carmina machen/ vnnd vberꝛeden ſich ſelbſt/ daß ſie es dem Virgilio vnd Petrarcha beuor thun/ wann aber einer thut zuſam̃en klauben/ ſechs Poeten mit jhren Tauben: ſechs componiſten mit jhꝛen ſtucken/ vñ ſechs Organiſten mit jhꝛen Mucken: vñ man ſie ſetzet auff einen Karꝛen/ ſo hat man eben anderthalb dutzet Narꝛen.
Andere Fantasten tun nichts / als versifizieren und Carmina machen / und überreden sich selbst / dass sie es dem Virgilio und Petrarca bevor tun / wann aber einer tut zusammen klauben / sechs Poeten mit ihren Tauben: sechs Komponisten mit ihren stucken / und sechs Organisten mit ihren Mücken: und man sie setzet auf einen Karren / so hat man eben anderthalb Dutzend Narren.
de
de
de
1
5.5314
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,957
1,615
Andere componiren ſchmaichleriſche orationes vnd verlogene hiſtorias, vnd vermeinen in jhꝛem Sinn/ daß ſie die alt Roͤmiſche eloquentz renouirt habẽ.
Andere komponieren schmeichlerische orationes und verlogene historias, und vermeinen in ihrem Sinn / dass sie die alt römische Eloquenz renouirt haben.
de
de
de
1
5.7712
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1,958
1,615
Andere thun nichts anders/ als daß ſie in den concepten vnd ſchrifften die ortographiam obſeruirẽ vnd corrigiren, jnmaſſen jener gethan/ welcher wegen deß einigen vberſchꝛidenen worts/ beniuolentia, das jhm zugefertigte ſchreiben nit angenom̃en/ ſonder gewoͤlt hat/ daß beneuolentia geſchriben wuͤrde/ gleichſamb waͤren die accentus tituli.
Andere tun nichts anders / als dass sie in den Konzepten und Schriften die ortographiam observieren und korrigieren, in Maßen jener getan / welcher wegen des einigen vberschridenen Worts / beniuolentia, das ihm zugefertigte schreiben nicht angenommen / sonder gewöllt hat / dass beneuolentia geschrieben würde / gleichsam wären die accentus tituli.
de
de
de
1
6.2486
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1,959
1,615
Andere pflegen wegen eines einigen inortographiſch geſchribenen Worts/ als nemblich/ wann der ſchreiber das Wort Iulius mit einem G. vnd Guilius, oder das wort fleiß per V. geſchriben/ einen gantzen Brieff zu zerꝛeiſſen/ vnnd ſich wider den Scribenten auffs hefftig iſt zu erzuͤrnen vnd zu kollern.
Andere pflegen wegen eines einigen inorthographisch geschriebenen Worts / als nämlich / wann der Schreiber das Wort Iulius mit einem G. und Geoileus, oder das Wort Fleiß per V. geschrieben / einen ganzen Brief zu zerreißen / und sich wider den Skribenten aufs heftig ist zu erzürnen und zu kollern.
de
de
de
1
5.5259
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,960
1,615
Andere thun nichts/ als Leut peinigen/ verfolgen vnnd jhꝛ maͤngel vnd gebrechen inueſtigiren, aber ſich ſelbſt vñ jre eigne gebꝛechen ſehen ſie nicht: Andere haben ſehr holdſelige andern wolbekandte gemeine Ehefrauwen/ halten dieſelbige fuͤr Samias, vnnd fuͤr vil ſchoͤner/ deñ die ſchoͤne Venus, vnd fuͤr vil keuſcher/ denn die Griechiſche Penelopem oder die Roͤmiſche Lucretiam/ derwegen prangen vnd gehen ſie mit jhnen auf der Gaſſen ſpatzieren/ vnd zeigen menniglichen ſolche jhꝛe ſchoͤne Frawen/ ſamb kennte man ſie nit vorhin beſſer/ denn ſie ſelbſt.
Andere tun nichts / als Leute peinigen / verfolgen und ihr Mängel und gebrechen investigieren, aber sich selbst und ihre eigene gebrechen sehen sie nicht: Andere haben sehr holdselige anderen wohlbekannte gemeine Ehefrauen / halten dieselbige für Samias, und für viel schöner / denn die schöne Venus, und für viel keuscher / denn die Griechische Penelopem oder die Römische Lucretiam / derentwegen prangen und gehen sie mit ihnen auf der Gassen spazieren / und zeigen menniglichen solche ihre schöne Frauen / samt kennte man sie nicht vorhin besser / denn sie selbst.
de
de
de
1
5.2269
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1,961
1,615
Andere ſeindt hergegen Eyfernarꝛen/ vnnd thun nichts anders/ als mit jhren ehꝛlichen vnnd keuſchen Frawen eyfern/ vnd ſie einſperꝛen/ vnangeſehen ſie ſelbſt kein nutz ſeind/ vnnd alle Hurenwinckel durchlauffen.
Andere sind hingegen Eifernarren / und tun nichts anders / als mit ihren ehrlichen und keuschen Frauen eifern / und sie einsperren / unangesehen sie selbst kein Nutz sind / und alle Hurenwinkel durchlaufen.
de
de
de
1
5.1076
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,962
1,615
Andere thun nichts/ als jmmerdar/ deß Morgendts fruͤh vnnd deß Abendts ſpat muſiciren vnnd auff der Lauten ſchlagen/ ſamb beſtunde die Menſchliche Gluͤckſeligkeit in einem ſolchen narꝛenwerck:
Andere tun nichts / als immerdar / des Morgendes früh und des Abends spät musizieren und auf der Lauten schlagen / samt bestünde die menschliche Glückseligkeit in einem solchen Narrenwerk:
de
de
de
1
6.0123
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1,963
1,615
Andere thun nichts als bawen/ abbꝛechen vnnd widerumb bawen/ renouiren vnd letztlichen druͤber erarmen vñ ſterben.
Andere tun nichts als bauen / abbrechen und wiederum bauen / renovieren und letztlichen drüber erarmen und sterben.
de
de
lb
0.667
6.1562
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1,964
1,615
Zu denſelbigen aber ſpꝛechen die Engel alſo:
Zu denselbigen aber sprechen die Engel also:
de
de
de
1
4.9808
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,965
1,615
Vns Engel wundert alle zugleich/ daß die Menſchen auff Erdtreich:
Uns Engel wundert alle zugleich / dass die Menschen auf Erdreich:
de
de
de
1
7.4471
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1,966
1,615
Bawen Haͤuſer/ Staͤtt vnnd Voͤſt/ ſeind doch allhie nur elende Gaͤſt: vnnd dahin ſie ſollen ewig ſchawen/ dorthin woͤllen ſie nimmer bawen.
Ban Häuser / Stät und Vöst / sind doch allhier nur elende Gäste: und dahin sie sollen ewig schauen / dorthin wollen sie nimmer bauen.
de
de
de
1
6.3843
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,967
1,615
Andere grimmige vnd wuͤtige Greinkatzen thun nichts anders/ als jm̃er dar rechten/ voꝛ Gericht ligen/ den einen gꝛein- oder rechtshandel nach dem andern anfahen/ die ſtrittigkeiten vnſterblich machen/ falſch ſchwerẽ/ den Aduocaten/ Procuratorn vnnd Schreibern das Gelt anhencken/ vnnd letztlich druͤber zu Bettler werden.
Andere grimmige und wütige Greinkatzen tun nichts anders / als immer dar rechten / vor Gericht liegen / den einen grein- oder Rechtshandel nach dem anderen anfangen / die Strittigkeiten unsterblich machen / falsch schweren / den Aduocaten / Prokuratoren und Schreibern das Geld anhängen / und letztlich drüber zu Bettler werden.
de
de
de
1
5.7048
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1,968
1,615
Andere Archimiſten vnnd Ertznarꝛen verzehꝛen jhꝛe zeit/ geſundtheit vnd Ehꝛ in erforſchung deß wahꝛen Philoſophiſchen lapidis, vnd der quinten eſſentz, wann auch ſie vermeinen/ daß ſie es in dem Tegel haben/ als dañ fleugt alles im Rauch auff.
Andere Archemisten und Erznarren verzehren ihre Zeit / Gesundheit und Ehre in Erforschung des wahren Philosophischen lapidis, und der Quinten Essenz, wann auch sie vermeinen / dass sie es in dem Tegel haben / als dann fliegt alles im Rauch auf.
de
de
de
1
5.7693
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,969
1,615
Sie verhoffen allerhandt Metal in lauter Goldt zu verkehren/ vnnd in kurtzer zeit am Reichthumb den Creſum vnnd Craſſum zu vbertreffen/ wie auch Fuͤrſten vnnd Herꝛen reich zu machen/ da doch ſie ſich ſelbſt nit koͤñen reich machen/ ſonder arme Bettler/ Schelmen vnnd Landtſtoͤrtzer ſeind vnd bleiben.
Sie verhoffen allerhand Metal in lauter Gold zu verkehren / und in kurzer Zeit am Reichtum den Cresum und Crassum zu übertreffen / wie auch Fürsten und Herren reich zu machen / da doch sie sich selbst nicht können reich machen / sonder arme Bettler / Schelmen und Landstörzer sind und bleiben.
de
de
de
1
5.3629
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1,970
1,615
Andere verzehꝛen jhꝛe edle Zeit/ Gelt/ Gut vnnd Seel mit ſpielen/ in hoffnung vil zu gewinnen/ vnangeſehen auch ſie in jhꝛem Haußweſen ſehꝛ karg vnd klug ſeind/ vñ wegen eines einigen Haͤllers mit jren weibern ein jaͤm̃erliches greinen vnd zancken anfahen/ ſo ſeind ſie doch auſſer Hauſes vnd beym ſpielen dermaſſen koſtfrey/ daß ſie 20. 50. 80. ja 100. Thaler in Reſt vnnd in die Schantz ſchlagen vnd verwagen:
Andere verzehren ihre edle Zeit / Geld / Gut und Seele mit spielen / in Hoffnung viel zu gewinnen / unangesehen auch sie in ihrem Hauswesen sehr karg und klug sind / und wegen eines einigen Hellers mit ihren Weibern ein jämmerliches greinen und zanken anfangen / so sind sie doch außer Hauses und beim Spielen dermaßen kostfrei / dass sie 20. 50. 80 . ja 100. Taler in Rest und in die Schanz schlagen und wagen:
de
de
de
1
5.804
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,971
1,615
Wann auch ſie es verlieren/ alsdañ fahen ſie an hertzlich zu ſeufftzẽ/ den Kopff zu kratzen/ vnd der maſſen zu fluchen/ zu ſcheltẽ vnnd zu wuͤten/ daß einem die Haar gen berg ſtehen moͤchten.
Wann auch sie es verlieren / alsdann fangen sie an herzlich zu seufzen / den Kopf zu kratzen / und der Maßen zu fluchen / zu schelten und zu wüten / dass einem die Haar gen Berg stehen möchten.
de
de
de
1
4.7409
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1,972
1,615
Sie laſſen auch nit nach/ biß ſie alles verſpielt/ wz ſie gehabt/ dardurch verlieren ſie jhre Ehꝛ vnnd reputation, werden letztlichen gar vnduͤchtig/ verzweifeln vñ verlieren jhꝛ Leben ſampt der Seel.
Sie lassen auch nicht nach / bis sie alles verspielt / was sie gehabt / dadurch verlieren sie ihre Ehre und Reputation, werden letztlichen gar untüchtig / verzweifeln und verlieren ihr Leben samt der Seele.
de
de
de
1
4.8762
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1,973
1,615
Andere Narꝛen find ich/ die nennet man Aſtrologos’ oder Nigromanticos’ oder ſchwartzkuͤnſtler/ ſo da vermeinen/ daß ſie mit jhꝛen circulis, Kraiſſen/ charactern, Buchſtaben/ beſchwoͤrungen vnd pentacolis, den Him̃el turbiren, die Sonn vnd den Mohn verfinſtern/ die Erd vnd Elementen zitterendt machen/ die Todten aufferwecken/ mit dem Schatten reden/ die Leiber transformiren, vnnd vermittelſt deß Rings Gigis vnſichtbar gehen/ vnd vil geſchwinder/ denn der Windt fliegen.
Andere Narren finde ich / die nennt man Astrologos oder Nigromanticos ’ oder Schwarzkünstler / so da vermeinen / dass sie mit ihren circulis, Kreißen / Charaktern, Buchstaben / Beschwörungen und pentacolis, den Himmel turbieren, die Sonne und den Mohn verfinstern / die Erde und Elementen zitternd machen / die Toten auferwecken / mit dem Schatten reden / die Leiber transformieren, und vermittels des Rings Gigis unsichtbar gehen / und viel geschwinder / denn der Wind fliegen.
de
de
de
1
4.9753
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,974
1,615
Jhrer etliche vermeinen/ daß ſie die Geiſter in den Ringen oder im Chriſtall/ wie ein Papagey im Korb/ behalten/ durch ſie alle geheimnuß der zukuͤnfftigen dingen erforſchen/ alle vergrabene vnnd verborgene Schaͤtz finden/ vnnd die Lieb vnd den gunſt der Herꝛen vnnd ſchoͤnen Frawen erlangen werden/ gleichſam̃ hetten die Teufel zu diſen vnſern zeiten nichts anders zuſchaffen/ als mit ſolchem jhrem Narꝛenwerck vmbzugehen.
Ihrer etliche vermeinen / dass sie die Geister in den Ringen oder im Christall / wie ein Papagei im Korb / behalten / durch sie alle Geheimnis der zukünftigen Dingen erforschen / alle vergrabene und verborgene Schätze finden / und die Liebe und den Gunst der Herren und schönen Frauen erlangen werden / gleichsam hätten die Teufel zu diesen unsern Zeiten nichts anders zuschaffen / als mit solchem ihrem Narrenwerk umzugehen.
de
de
de
1
5.2388
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,975
1,615
Was ſoll ich ſagen von etlichen naͤrꝛiſchen alten Weibern/ welche ſich auß lauter geilheit/ hoffart vñ fuͤr witz anſtreichen/ bemahlen/ von der Lieb reden vnnd ſchertzen/ vnangeſehen ſie heßlich/ vnflaͤtig vnnd ſchaͤndtlich ſeindt/ keinen Zahn mehꝛ im Maul vnnd einen ſehr vblen ſtinckenden Athem haben.
Was soll ich sagen von etlichen närrischen alten Weibern / welche sich aus lauter Geilheit / Hoffart und für Witz anstreichen / bemalen / von der Liebe reden und scherzen / unangesehen sie hässlich / unflätig und schändlich sind / keinen Zahn mehr im Maul und einen sehr vblen stinkenden Atem haben.
de
de
de
1
4.7963
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,976
1,615
Was geduncket euch aber von denen Weibern/ ſo auff die Gabel hinauß fahren vnnd ſprechen:
Was gedunkt euch aber von denen Weibern / so auf die Gabel hinaus fahren und sprechen:
de
de
de
1
6.5811
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1,977
1,615
Oben auß vnnd nindert an:
Oben aus und nindert an:
de
de
lb
0.667
7.9133
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,978
1,615
Jtem/ welche vermeinen/ daß ſie alsbaldt in Katzen verkehꝛt werden/ den Hexen Taͤntzen vnd Mahlzeiten beywohnen/ vnnd alles das jenig thun/ was der Herꝛ Mirandola, vñ P. Delrio von jhnen ſchreibt.
Item / welche vermeinen / dass sie alsbald in Katzen verkehrt werden / den Hexen Tänzen und Mahlzeiten beiwohnen / und alles das jenig tun / was der Herr Mirandola, und P. Delrio von ihnen schreibt.
de
de
de
1
5.5882
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1,979
1,615
Jtem die jenige Weiber/ welche ſich vnderſtehen zu warſagen/ vnnd/ wie die Zigeiner/ zultegen/ auch Viech vnd Leuth anzuſegnen oder anzuſpꝛechen.
Item diejenige Weiber / welche sich unterstehen zu wahrsagen / und / wie die Zigeuner / zullten / auch Viech und Leute anzusegnen oder anzusprechen.
de
de
de
1
6.1402
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1,980
1,615
Endtlichen vnd beſchließlichen find ich noch andere etwas kurtzweiligere vnnd paſſirlichere Narꝛen vnd Jgnoranten/ welche ſich in jhren diſcurſis vnnd ſchreiben der Lateiniſchen phraſen vnd Wort gebrauchen/ vnnd dermaſſen mit Latein zuwerffen/ als hetten ſie ſtattlich ſtudirt/ vnd ob ſchon ſie im grundt eben nichts wiſſen/ nicht deſto weniger iſt jhre præſumption dermaſſen groß/ daß ſie vermeinen/ daß ſie das Graß wachſen hoͤren/ vnd daß die Stein vnnd Pflaſter voꝛ jhnen auffſtehen/ jhnen reuerentz erzeigen/ vnd mit der gnad zuwerffen muͤſſen.
Endlichen und beschließlichen finde ich noch andere etwas kurzweiligere und possierlichere Narren und Ignoranten / welche sich in ihren discursis und schreiben der lateinischen Phrasen und Wort gebrauchen / und dermaßen mit Latein zuwerfen / als hätten sie stattlich studiert / und ob schon sie im Grund eben nichts wissen / nicht desto weniger ist ihre Präsumtion dermaßen groß / dass sie vermeinen / dass sie das Gras wachsen hören / und dass die Stein und Pflaster vor ihnen aufstehen / ihnen reuerentz erzeigen / und mit der Gnade zuwerfen müssen.
de
de
de
1
5.0855
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1,981
1,615
Etliche andere Federhanſen koͤnnen kaum drey Woꝛt oder Zeil correcte; ſchꝛeiben/ vnd woͤllens doch alles regieren.
Etliche andere Federhansen können kaum drei Wort oder Zeile korrekte; schreiben / und wöllen doch alles regieren.
de
de
lb
0.667
7.7097
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,982
1,615
Andere prangen vnder Tags auff den gaſſen mit jhꝛen Federn/ Wehꝛen/ Hirſch: vnnd Loͤwenhaͤuten/ wie die Hectores, Achilles vnnd Hercules, aber wann es bey der Nacht auff der Gaſſen an einen ernſt gehet/ alsdann entlauffen ſie wie die Haſen/ vnnd laſſen Hut/ Mantel vnd Woͤhꝛ im ſtich.
Andere prangen unter Tags auf den Gassen mit ihren Federn / Wehren / Hirsch: und Löwenhäuten / wie die Hectores, Achilles und Herkules, aber wann es bei der Nacht auf der Gassen an einen ernst geht / alsdann entlaufen sie wie die Hasen / und lassen Hut / Mantel und Wöhr im Stich.
de
de
de
1
5.535
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1,983
1,615
Andere thun nichts anders/ als nach zeitungen fragen/ vnd von dem Concilio vnnd Rath deß Bapſts/ Keyſers vnd Tuͤrcken dermaſſen eygentlich reden/ als waͤren ſie einsmals in jhrem geheimen Rath geſeſſen: Sie diſcurriren vnnd reden/ ob der Fried einen beſtandt haben/ vnd der zwiſchen den Koͤnigen in Franckreich vnnd Engellandt oder Spanien getroffener Heuret rathſamb/ nutzlich vñ beſtaͤndig ſeyn werde/ vnnd was die Vnderthanen darzu ſagen/ vnd nicht vil mehꝛ einen Krieg abgeben werde:
Andere tun nichts anders / als nach Zeitungen fragen / und von dem Concilio und Rat des Papsts / Kaisers und Türken dermaßen eigentlich reden / als wären sie einsmals in ihrem geheimen Rat gesessen: Sie diskurrieren und reden / ob der Frieden einen Bestand haben / und der zwischen den Königen in Frankreich und Engelland oder Spanien getroffener Heuert ratsam / nützlich und beständig sein werde / und was die Untertanen dazusagen / und nicht viel mehr einen Krieg abgeben werde:
de
de
de
1
5.4457
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1,984
1,615
Diſer geſtallt ſchwaͤtzen ſie von dergleichen dingen/ vñ wiſſen doch keinen grundt/ was die Koͤnige vnnd Fuͤrſten im Schildt fuͤhren/ vnnd fuͤr einen verſtandt mit einander haben.
Dieser Gestalt schwätzen sie von dergleichen Dingen / und wissen doch keinen Grund / was die Könige und Fürsten im Schild führen / und für einen verstand miteinander haben.
de
de
de
1
5.9478
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1,985
1,615
Andere Narꝛen ſind ich/ welche die Schaͤtz verbergen/ vnd doch darneben jhre Armut beklagen:
Andere Narren sind ich / welche die Schätze verbergen / und doch daneben ihre Armut beklagen:
de
de
de
1
6.1328
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,986
1,615
Hergegen ſihe ich andere/ welche jhren Reichthumb vnd pꝛacht nur herauſſen auf den Gaſſen erzeigen/ vñ ſich ſtatlich ſehen laſſen/ aber anheimbs in jhꝛen Haͤuſern am hungertuch nagen/ vnd nichts wedeꝛ im zipfl noch ſack haben.
Hergegen siehe ich andere / welche ihren Reichtum und Pracht nur heraußen auf den Gassen erzeigen / und sich staatlich sehen lassen / aber anheim in ihren Häusern am Hungertuch nagen / und nichts weder im zipfle noch sack haben.
de
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de
1
5.4552
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,987
1,615
Andere ſamblen vil Gelts vñ guts/ vnd kauffen Haͤuſer vnd Schloͤſſer veꝛmittelſt jres wucherens: hergegẽ ſihe ich etliche Kaufleut vñ wechſelherꝛn banckerotirn/ falliren vñ verderben.
Andere samblen viel Geld und Gutes / und kaufen Häuser und Schlösser vermittelst ihres Wucherns: hergegen siehe ich etliche Kaufleut und Wechselherrn banckerotirn / fallieren und verderben.
de
la
lb
0.333
6.7684
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,988
1,615
Andere armſelige Narꝛen find ich/ welche jnen ſelbſt die weißheit vermeſſentlich zuſchreiben/ da doch ſie ſich auff die jenige ding/ dern erkendtnuß ſie ſich beruͤhmen/ im wenigſten verſtehen/ vnd nit deſto weniger geſcheide Rathsherꝛẽ ſein woͤllen.
Andere armselige Narren finde ich / welche ihnen selbst die Weisheit vermessentlich zuschreiben / da doch sie sich auf diejenige Ding / deren Erkenntnis sie sich berühmen / im wenigsten verstehen / und nicht desto weniger gescheite Ratsherren sein wollen.
de
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de
1
5.2613
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,989
1,615
Alle diſe Narren haben einen ſonderbaren Freybrief von der groſſen Schoͤlnkoͤnigin auß Naragonia außbracht/ daß ſie jhꝛ lebenlang von der Witz vnd weißheit befreyt ſein ſollen/ vnd in jhꝛem Koͤnigreich gewiſſe Ambter/ beſoldung vnnd vnderhaltung biß an jhr Endt haben werden.
Alle diese Narren haben einen sonderbaren Freibrief von der großen Schölnkönigin aus Naragonia ausbracht / dass sie ihr Leben lang von der Witz und Weisheit befreit sein sollen / und in ihrem Königreich gewisse Amter / Besoldung und Unterhaltung bis an ihr Ende haben werden.
de
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de
1
5.1523
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,990
1,615
Beſchließlichen iſt ſtultorum numerus in finitus:
Beschließlichen ist stultorum numerus in finitus:
de
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1
7.4938
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,991
1,615
Der Narꝛen zahl iſt kein End/ vnd wer gern in der eyl einen Narꝛen haben wil/ der greiffe in ſeinen eignen Buſen/ ſo wirdt er villeicht einen herauß ziehen.
Der Narren Zahl ist kein Ende / und wer gern in der Eile einen Narren haben will / der greife in seinen eigenen Busen / so wird er vielleicht einen herausziehen.
de
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de
1
4.926
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,992
1,615
Capvt XLV.
Capvt XLV.
en
en
sr
0
8.6934
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,993
1,615
Was geſtallt Guſman ein ſehꝛ reiche Fraw vberkom̃en vnd betrogen.
Was Gestalt Gusman ein sehr reiche Frau überkommen und betrogen.
de
de
de
1
7.764
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,994
1,615
NAch dem ich mich vngefaͤhrlich ein halbs Jahrlang in meines Herꝛn deß Cardinals dienſten auffgehalten/ auch jederzeit ſauberer vñ ſtatlicheꝛ kleider befliſſen/ vnd bißweiln ſambt andern meinen mitgeſellen auf die bulſchafft gangen/ ward mir angedeut/ wz geſtalt ein ſehꝛ ſchoͤne fraw oder Cortiſanin verhandẽ/ welche vber auß reich waͤre/ derwegen gedachte ich auf alle mittel vñ weg/ ſie vnd jhr Gelt zu wegen zu bringen.
Nachdem ich mich ungefährlich ein halbes Jahrlang in meines Herrn des Kardinals Diensten aufgehalten / auch jederzeit sauberer und staatlicher Kleider beflissen / und bisweilen samt anderen meinen mitgesellen auf die bulschafft gegangen / wurde mir Angedeute / was Gestalt ein sehr schöne Frau oder Cortisanin verhanden / welche über aus reich wäre / derentwegen gedachte ich auf alle Mittel und weg / sie und ihr Geld zu wegen zu bringen.
de
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de
1
6.0795
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,995
1,615
Jch gab mich fuͤr einen anſehenlichen ſpaniſchen Rittermeſſigen vom Adel auß/ kam durch huͤlf der Kupplerin in jre kundtſchafft vnd vertrewliche freundſchaft/ vñ gab jr letztlichẽ zuuerſtehẽ/ dz ich nit vngeneigt were/ mich ſo gar mit jrer frawen zuuer ehelichẽ.
Ich gab mich für einen ansehenlichen spanischen Rittermäßigen vom Adel aus / kam durch hilf der Kupplerin in ihre Kundschaft und vertrauliche Freundschaft / und gab ihr letztlichen zuverstehen / dass ich nicht ungeneigt wäre / mich so gar mit ihrer Frauen zuuer ehelichen.
de
de
de
1
6.1088
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,996
1,615
Damit man aber ſolchẽ meinẽ woꝛtẽ deſto ehendeꝛ glaubẽ/ vñ mir deſto beſſer trawen geben ſolte/ ſo verfuͤgte ich mich zu jhrer befreundten einem/ der war ein anſehenlicher Thumbherꝛ vnnd gelehꝛter Mann/ vnd pflegte vilmahls bey meinem Herꝛn dem Cardinal zu eſſen:
Damit man aber solchen meinen worten desto ehender glauben / und mir desto besser trauen geben sollte / so verfügte ich mich zu ihrer befreundeten einem / der war ein ansehenlicher Tumbherr und gelehrter Mann / und pflegte vielmals bei meinem Herrn dem Kardinal zu essen:
de
de
de
1
6.2092
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,997
1,615
Jch entdeckte jhm mein vorhaben/ was geſtalt nemblich ich entſchloſſen waͤre/ mich zu verheureten/ vnnd daß es mir villeicht an guten ſubiectis vnnd mitteln nit wurde ermangeln:
Ich entdeckte ihm mein Vorhaben / was Gestalt nämlich ich entschlossen wäre / mich zu verheuerten / und dass es mir vielleicht an guten subiectis und mitteln nicht wurde ermangeln:
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1
6.5282
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,998
1,615
Jch bate jhne auch vmb einen guten Rath/ ob nemblich ich ein reiche/ oder arme/ oder ſchoͤne/ oder heßliche/ oder edle Fraw nemmen ſolte?
Ich bat ihn auch um einen guten Rat / ob nämlich ich ein reiche / oder arme / oder schöne / oder hässliche / oder edle Frau nehmen sollte?
de
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de
1
4.4404
albertinus_landtstoertzer01_1615
1,999
1,615
Er laͤchelte druͤber; antwortet vnnd ſprach:
Er lächelte drüber; antwortet und sprach:
de
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de
1
6.0384
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,000
1,615
Mein Don Guſman, ich lobe dein gutes voꝛhaben/ vnnd rathe dir erſtlich zu keiner kleinen Frawen/ dann weil du ein kleines Maͤndl biſt/ vñ wañ du ein lange Fraw vberkaͤmeſt/ ſo muͤſeſtu allzeit auffhupffen/ wann du ſie kuſſen wolteſt/ du muͤſteſt auch dich beſoꝛgen/ daß ein ſolche groſſe Fraw dich/ als ein kleines Maͤndel/ leichtlich meiſteren vnnd abſchmiren wurde koͤnden.
Mein Don Gusman, ich lobe dein gutes vorhaben / und rate dir erstlich zu keiner kleinen Frauen / dann weil du ein kleines Mandl bist / und wann du ein lange Frau überkämest / so müssest allzeit aufhüpfen / wann du sie küssen wolltest / du müsstest auch dich besorgen / dass ein solche große Frau dich / als ein kleines Mäntel / leichtlich Meisteren und abschmieren wurde könnten.
de
de
de
1
5.4904
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,001
1,615
Vil weniger rathe ich dir zu einem reichen Weib/ dann/ kein ſchwerere Buͤrd kan dem Mañ angehenckt werden/ weder wañ er ein reiche Fraw vberkuͤmpt:
Viel weniger rate ich dir zu einem reichen Weib / dann / kein schwerere Bürde kann dem Mann angehängt werden / weder wann er ein reiche Frau vberkümpt:
de
de
de
1
5.477
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,002
1,615
Wer ruͤhwig vnd fridlich im Eheſtandt begert zuleben/ der nemme kein Fraw/ die jhm ein ſtattliches Heuretgut/ oder koͤſtliche guldine Zierd mitbringt: dañ die jenigen/ welche reiche Weiber haben/ ſeind nit Maͤnner/ nit Oberherꝛen/ nit jhres gleichen/ ſonder jhre Sclauen: folge dißfals dem rath deſſen/ der da ſpricht: pondus ſuper ſe tollit qui honeſtiori ſe communicat, & ditiori te ne ſocius fueris.
Wer rühwig und friedlich im Ehestand begehrt zuleben / der nehme kein Frau / die ihm ein stattliches Heuertgut / oder köstliche goldene Zierde mitbringt: dann diejenigen / welche reiche Weiber haben / sind nicht Männer / nicht Oberherren / nicht ihresgleichen / sonder ihre Sklaven: folge diesfalls dem Rat dessen / der da spricht: pondus super se tollit qui honestiori se communicat, & ditiori te ne socius fueris.
de
de
de
1
5.9144
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,003
1,615
Bey diſem fall iſt auch zubedenckẽ/ wie der reichthumb eines Weibs eygentlich beſchaffen ſeye/ ob nemblich jhꝛ Gelt mit gutem ehrlichen Tittel entweder erworben/ oder ererbt worden/ dann die vbel vnnd vnrecht erlangte Reichthumb haben in die leng keinen beſtand:
Bei diesem Fall ist auch zubedenken / wie der Reichtum eines Weibs eigentlich beschaffen sei / ob nämlich ihr Geld mit gutem ehrlichen Titel entweder erworben / oder ererbt worden / dann die übel und Unrecht erlangte Reichtum haben in die läng keinen bestand:
de
de
de
1
5.9865
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,004
1,615
Kanſtu aber eine vberkommen/ welche mit ehren reich iſt/ ſo nimb ſie ehender/ weder ein arme/ dann die arme werden gemeingklich eben ſo ſtoltz/ boͤß/ ſtuͤtzig vnd zaͤnckiſch/ als die Reichen.
Kannst du aber eine überkommen / welche mit ehren reich ist / so nimm sie eher / weder ein arme / dann die arme werden gemeiniglich eben so stolz / böse / stützig und zänkisch / als die Reichen.
de
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de
1
5.7927
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,005
1,615
Drittens nimb kein ſehꝛ ſchoͤne Fraw/ dañ die allerſchoͤnſten Frawen gerathen ins bordel, vnnd die aller ſchoͤnſten Knaben an Galgen.
Drittens nimm kein sehr schöne Frau / dann die allerschönsten Frauen geraten ins bördel, und die allerschönsten Knaben an Galgen.
de
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de
1
5.1575
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,006
1,615
Die ſchoͤnheit der Weiber verurſachet den Maͤnnern vilmals vil boͤſes/ Erwoͤhle ein mittelmaͤſſige/ ſchoͤne vnnd holdſelige/ dann die Holdſeligkeit vbertrifft alle ſchoͤnheit:
Die Schönheit der Weiber verursachet den Männern vielmals viel Böses / Erwähle ein mittelmäßige / schöne und holdselige / dann die Holdseligkeit übertrifft alle Schönheit:
de
de
de
1
5.7244
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,007
1,615
Folge dem Rath Ambroſij, welcher ſpricht:
Folge dem Rat Ambrosij, welcher spricht:
de
de
da
0.667
5.7905
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,008
1,615
non quærenda eſt vxor pulcherrima, quæ communis, neq; deformiſiſſima, quæ pœna, ſed ſtata, ſiue media forma, reuera vxoria, quæ vtilitati & cõſolationi iuſtæ ac ſecuræ ſit futuræ.
non quaerenda est vxor pulcherrima, quae communis, neq; deformisissima, quae poena, sed stata, siue media forma, reuera vxoria, quae vtilitati & cosolationi iustae ac securae sit futurae.
no
la
ca
0
5.138