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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,109 | 1,615 | Diſer geſtallt war mein Hauß auch ein kuppel: oder Hurenhauß/ vnnd ein Hauß der Vnreinigkeit. | Dieser Gestalt war mein Haus auch ein kuppel: oder Hurenhaus / und ein Haus der Unreinheit. | de | de | de | 1 | 4.968 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,110 | 1,615 | Jch brauchte auch allerhandt Buͤberey/ betrug/ verfaͤlſchung/ vermiſchung vnnd verbutterung deß Weins/ damit ich denſelben deſto beſſer hinbringẽ vñ außſchencken moͤchte: | Ich brauchte auch allerhand Büberei / betrug / Verfälschung / Vermischung und Verbutterung des Weins / damit ich denselben desto besser hinbringen und ausschenken möchte: | de | de | de | 1 | 5.6971 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,111 | 1,615 | Zu ſolchem end brauchte ich beym Tag die rechte/ vnnd bey der Nacht die falſche Maßkandel/ vnd fuͤhꝛte meinen gewinn auff mancherley weg/ manier vnd verꝛibene boſſen/ entweder durch vngetrewe darꝛeichung der verdoꝛbenen oder offt gekochten vnd gewaͤꝛmeten Speiſen/ oder deß Fleiſches von vmbgefallnen Viech oder abgeſtandenen Fiſchen/ oder durch verzuckung vnd veruntrewung einer oder anderer ſachen. | Zu solchem Ende brauchte ich beim Tag die rechte / und bei der Nacht die falsche Maßkandel / und führte meinen Gewinn auf mancherlei weg / Manier und verriebene bösen / entweder durch ungetreue Darreichung der verdorbenen oder oft gekochten und gewärmten Speisen / oder des Fleisches von umgefallenen Viech oder abgestandenen Fischen / oder durch Verzuckung und Veruntreuung einer oder anderer Sachen. | de | de | de | 1 | 5.0256 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,112 | 1,615 | Beſchließlichen trib ich auch den Fuͤrkauff mit Traid/ vnd wucherte dermaſſen mit dem Gelt/ daß ich jnnerhalb wenig Jahren vber 40000. | Beschließlichen trieb ich auch den Fürkauf mit Getreide / und wucherte dermaßen mit dem Geld / dass ich innerhalb wenig Jahren über 40000. | de | de | de | 1 | 5.7389 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,113 | 1,615 | Ducaten reich ward. | Dukaten reich wurde. | de | de | fy | 0.667 | 6.1919 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,114 | 1,615 | Deſſen lachte ich heimlich/ vnnd verſpottete die Doctores vnd andere ehꝛliche Leuth/ die ſich mit aller jhꝛer Kunſt/ Geſchicklichkeit/ ſawren Schweiß vnd Arbeit ſchwerlich ernehꝛen vnd hinbringen/ geſchweige bereichern/ oder etwas fuͤr ſich bringen vnd erobern koͤnnen. | Dessen lachte ich heimlich / und verspottete die Doctores und andere ehrliche Leute / die sich mit aller ihrer Kunst / Geschicklichkeit / sauren Schweiß und Arbeit schwerlich ernähren und hinbringen / geschweige bereichern / oder etwas für sich bringen und erobern können. | de | de | de | 1 | 4.8431 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,115 | 1,615 | Capvt XLIX. | Capvt XLIX. | en | en | ca | 0 | 9.5057 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,116 | 1,615 | Was geſtallt Guſman widerumb durch die Alchimiſterey verdorben. | Was Gestalt Gusman wiederum durch die Alchemisterei verdorben. | de | de | de | 1 | 7.0306 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,118 | 1,615 | das gefiel mir treflich wol/ vnnd ich bate ſie/ daß ſie mich diſe ſo ſchoͤne Kunſt lehꝛnen wolten. | das gefiel mir trefflich wohl / und ich bat sie / dass sie mich diese so schöne Kunst lernen wollten. | de | de | de | 1 | 5.2265 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,119 | 1,615 | Das thaten ſie gar gern/ vnderwiſen mich anfangs im diſtilliren der koͤſtlichen vnd kraͤfftigen Waͤſſer/ folgendts zeigten ſie mir/ wie man auß Bley vnnd Kupffer ein gutes gerechtes Goldt machen koͤndte. | Das taten sie gar gern / unterwiesen mich anfangs im Destillieren der köstlichen und kräftigen Wässer / folgend zeigten sie mir / wie man aus Blei und Kupfer ein gutes gerechtes Gold machen könnte. | de | de | de | 1 | 5.102 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,120 | 1,615 | Sie thaten auch ſolche augenſcheinliche proben in meiner gegenwertigkeit/ daß ich an jhꝛer Kunſt vnd redlichkeit nit zweifelte/ vnnd ſo gar einen deſto groͤſſern luſt darzu vberkam/ Aber ſie betrogen vnnd verfuͤhrten mich/ dann ſie machten das Goldt nicht auß Bley oder Kupffer/ ſonder auß Goldt/ vnd brachten mit groſſer muͤh vnnd vnkoſten vil Goldts in ein Puluer/ vermiſchten es hernacher vnder ein anders Metal vnd machten widerumb Gold drauß. | Sie taten auch solche augenscheinliche proben in meiner Gegenwertigkeit / dass ich an ihrer Kunst und Redlichkeit nicht zweifelte / und so gar einen desto größeren Lust dazu überkam / Aber sie betrogen und verführten mich / dann sie machten das Gold nicht aus Blei oder Kupfer / sonder aus Gold / und brachten mit großer Mühe und Unkosten viel Golds in ein Pulver / vermischten es hernach unter ein anders Metal und machten wiederum Gold daraus. | de | de | de | 1 | 4.882 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,121 | 1,615 | So gar narꝛeten vnnd vberꝛedeten ſie mich/ daß ſie Goldt auß nichts machen koͤndten vermittelſt deß Queckſilbers/ als einer Mutter vnnd Materi/ darauß das Gold von Natur gemacht wirdt/ vnnd durch die Kunſt gemacht werden kan/ welches aber ebenmaͤſſig ein lauterer Betrug vnnd Falſchheit war/ jnnmaſſen ichs ſelbſt erfahren/ dann ich verliebte mich dermaſſen inn diſe Leuth vnnd jhre Kunſt/ daß ich etliche tauſendt Ducaten verdiſtilltrte vnd verſchmeltzte/ vnd dannoch den rechten grundt vnd Kunſt nicht ergriffe/ als auch ſie vermerckten/ daß ich zu diſer Kunſt am allerhitzigſten vnd begierlichſten war/ vnnd daß ich noch ein anſehenlichen Schatz an Goldt beyſammen hatte/ vnnd als derwegen ich einsmals nicht bey Hauß war/ ſo vberfilen ſie vnuerſehens mein Haußfraw vnnd zwangen ſie/ daß ſie jhnen den Kaſten/ darin mein Goldtſchatz lag/ zeigte vnd eroͤffnete: | So gar narrten und überredeten sie mich / dass sie Gold aus nichts machen könnten vermittels des Quecksilbers / als einer Mutter und Materie / daraus das Gold von Natur gemacht wird / und durch die Kunst gemacht werden kann / welches aber ebenmäßig ein lauterer Betrug und Falschheit war / inmassen ich es selbst erfahren / dann ich verliebte mich dermaßen in diese Leute und ihre Kunst / dass ich etliche tausend Dukaten verdistilltrte und verschmelzt / und dennoch den rechten Grund und Kunst nicht ergriffe / als auch sie vermerkten / dass ich zu dieser Kunst am hitzigsten und begierlichsten war / und dass ich noch ein ansehenlichen Schatz an Gold beisammen hatte / und als derentwegen ich einsmals nicht bei Haus war / so überfielen sie unversehens mein Hausfrau und zwangen sie / dass sie ihnen den Kasten / darin mein Goldschatz lag / zeigte und eröffnete: | de | de | de | 1 | 4.7023 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,122 | 1,615 | Darauß namen vnnd klaubten ſie das allerbeſte vnnd meiſte Goldt/ ſetzten ſich auff Poſtroß vnd machten ſich abfuͤndig vnd vnſichtbar. | Daraus nahmen und klaubten sie das allerbeste und meiste Gold / setzten sich auf Postross und machten sich abfündig und unsichtbar. | de | de | de | 1 | 6.1216 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,123 | 1,615 | Mein Haußfraw entſetzte ſich druͤber dermaſſen/ daß ſie erkranckte/ vnnd jhren Geiſt auffgab: | Mein Hausfrau entsetzte sich drüber dermaßen / dass sie erkrankte / und ihren Geist aufgab: | de | de | de | 1 | 5.1752 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,124 | 1,615 | Jch aber fandt zu meiner heimbkunfft einen laͤren Kaſten/ darauß mein lang erſchundenes vnnd vbel erobertes Goldt geflogen/ vnd/ wie gewunnen/ alſo entrunnen war. | Ich aber fand zu meiner Heimkunft einen leeren Kasten / daraus mein lang erschundenes und übel erobertes Gold geflogen / und / wie gewonnen / also entronnen war. | de | de | de | 1 | 5.8617 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,125 | 1,615 | Diſer geſtalt erfuhꝛ ich mit meinem ſchaden/ daß jener Doctor recht vnnd wol von der falſchen vñ naͤrꝛiſchen Alchimiſtiſchen Kunſt geredt hatte/ ſprechendt: | Dieser Gestalt erfuhr ich mit meinem schaden / dass jener Doktor recht und wohl von der falschen und närrischen Alchimistischen Kunst geredet hatte / sprechend: | de | de | de | 1 | 6.1231 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,126 | 1,615 | Nunquam ſanè ſtultitiæ & imprudentiæ euadit, qui ex hac arte lucrum quærit, ſemper enim ſtultus eſt mercator, qui in illud negociationis genus incumbit quo videt nullum, vel de millibus aliquot vnum, lucrũ feciſſe, omnes vero vel mille contra vnũ facultates ſuas abſumpſiſſe. | Nunquam sane stultitiae & imprudentiae euadit, qui ex hac arte lucrum quaerit, semper enim stultus est mercator, qui in illud negociationis Genus incumbit quo videt nullum, vel de millibus aliquot vnum, lucru fecisse, omnes vero vel mille contra vnu facultates suas absumpsisse. | la | la | la | 0 | 4.9942 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,127 | 1,615 | Capvt L. | Capvt L. | en | en | ca | 0 | 9.1899 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,128 | 1,615 | Guſman wirdt ein Kramer/ folgendts ein Hauſirer/ vnd letztlichen ein Maußkopff/ vnd mit Ruthen außgehawen. | Gusman wird ein Kramer / folgend ein Hausierer / und letztlichen ein Mauskopf / und mit Ruten ausgehauen. | de | de | de | 1 | 5.8114 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,129 | 1,615 | VNendtlich vil vnd groſſe Narꝛen vnnd Narꝛetheyen findt man in der Welt/ dern ich etliche vnnd ſchier die meiſte allbereit verſucht hatte/ aber kein einige Narꝛheit halte ich fuͤr gemeiner vnd ſchaͤndtlicher/ als eben die Torheit deß Geitzes/ mit welchem ſchier alle vnnd jede Staͤnd der Welt behafft vnd ſchwanger ſeind. | Unendlich viel und große Narren und Narrethein findet man in der Welt / deren ich etliche und schier die meiste allbereits versucht hatte / aber kein einige Narrheit halte ich für gemeiner und schändlicher / als eben die Torheit des Geizes / mit welchem schier alle und jede Stände der Welt behafte und schwanger sind. | de | de | de | 1 | 5.1142 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,130 | 1,615 | Von dem Adel aber wiſſen wir/ wie derſelb mit dem Pfeyl der Geitz Thorheit geſchoſſen vnd getroffen ſeye/ dañ ich hab etliche gekennt/ welche jhꝛe ſchuch ſelbſt geflickt/ vnnd jhre Hembder gewaſchen/ vil andere aber/ welche ſich in alle vnnd jede ſchaͤndliche gewinn/ ſo jhnen in Saͤckel getragen/ einlaſſen/ vnd treflich vnd außbuͤndig abgericht ſeind auffs Gelt einnem̃en/ Baurenſchinden/ vnderthanen trucken/ den Arbeitern vñ armen Witwen vnd Waiſen jren woluerdienten Lohn aufhalten/ ſchmaͤhlern oder abbrechen/ dannenhero numehꝛ nit edle vñ veſte Junckern/ ſonder edle vnnd geſtrenge Herꝛn geneñt werden woͤllen/ ſeytemal ſie in den wercken der Guͤte vnnd Barmhertzigkeit nit veſt/ ſonder in der vngnad vnnd vnbarmhertzigkeit ſehꝛ geſtreng ſeind. | Von dem Adel aber wissen wir / wie derselbe mit dem Pfeil der Geiz Torheit geschossen und getroffen sei / dann ich habe etliche gekannt / welche ihre Schuh selbst geflickt / und ihre Hemde gewaschen / viel andere aber / welche sich in alle und jede schändliche Gewinn / so ihnen in Säckel getragen / einlassen / und trefflich und ausbündig abgerecht sind aufs Geld einnehmen / Bauernschinden / untertanen trocken / den Arbeitern und armen Witwen und Waisen ihren wohlverdienten Lohn aufhalten / schmälern oder abbrechen / dannenher Nummer nicht edle und feste Junkern / sonder edle und gestrenge Herrn genannt werden wollen / sintemal sie in den Werken der Güte und Barmherzigkeit nicht fest / sonder in der Ungnade und Unbarmherzigkeit sehr gestreng sind. | de | de | de | 1 | 5.3283 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,131 | 1,615 | Vil Raͤth vnnd Beambten ſeind mit der Kranckheit deß Geitzes dermaſſen beladen/ dz ſie nur die Gold vnd Silberſalben brauchen vnnd darmit geſchmirt werden muͤſſen. | Viel Rät und Beamten sind mit der Krankheit des Geizes dermaßen beladen / dass sie nur die Gold und Silbersalben brauchen und damit geschmiert werden müssen. | de | de | de | 1 | 5.3467 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,132 | 1,615 | Vil Kriegsobriſten verꝛathen auß Geitz die Veſtungen/ Landt vnd Leut/ wann nur Kauffleut vnd gelegenheiten verhanden. | Viel Kriegsobristen verraten aus Geiz die Festungen / Land und Leute / wann nur Kaufleut und Gelegenheiten vorhanden. | de | de | de | 1 | 6.6821 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,133 | 1,615 | Vil Juriſten vnd andere gelehrten fuͤhꝛen das Narꝛenwappen (nemblich das Gelt) in jhrem Schildt/ dann ein jeder Narꝛ auff diſer Welt/ meint/ er hab Gluͤck/ wann er hat Gelt. | Viel Juristen und andere gelehrten führen das Narrenwappen (nämlich das Geld) in ihrem Schild / dann ein jeder Narr auf dieser Welt / meint / er habe Glück / wann er hat Geld. | de | de | de | 1 | 5.3525 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,134 | 1,615 | Wo iſt ein gemeiner Kauff: oder Handelsman/ der ſich mit einem gerechten vñ offt anſehenlichen gewinn benuͤgen/ vnd nit vom Geitz vbergehen lieſſe/ wie auch alles Gewerb allein zu haben begehꝛet/ vnnd ſich vmb die Narꝛenkappen deß Geitzes reiſſet? | Wo ist ein gemeiner Kauf: oder Handelsmann / der sich mit einem gerechten und oft ansehenlichen Gewinn begnügen / und nicht vom Geiz übergehen ließe / wie auch alles Gewerbe allein zu haben begehret / und sich um die Narrenkappen des Geizes reißet? | de | de | de | 1 | 5.2975 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,135 | 1,615 | Mit diſem Geitzteuffel war auch ich inſonderheit behafft/ dann weil ich obgehoͤrter maſſen durch die Alchimiſterey vnnd Alch imiſten betrogen vnnd verderbt war woꝛden/ ſo begab ich mich geſchwindt auff die Kramerey/ kauffte allerhandt Waaren wolfeyl ein/ ſchlug aber ſtarck drauff/ verkauffte ſie bißweilen anheimbs vmb doppelts Gelt/ ging faͤlſchlich mit der Meſſerey vnnd Gewicht/ vmb/ brauchte darneben Factoreyen/ vnnd hatte einen groſſen Gewinn bey der Muͤntz: | Mit diesem Geizteufel war auch ich in Sonderheit behafte / dann weil ich gehörter Maßen durch die Alchemisterei und Alk imisten betrogen und verderbt war worden / so begab ich mich geschwind auf die Kramerei / kaufte allerhand Waren wohlfeil ein / schlug aber stark drauf / verkaufte sie bisweilen anheim um doppeltes Geld / ging fälschlich mit der Messerei und Gewicht / um / brauchte daneben Faktoreien / und hatte einen großen Gewinn bei der Münze: | de | de | de | 1 | 5.4263 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,136 | 1,615 | Es erkleckte aber alles nichts/ ſonder ich verthate es alles mit einander mit heiloſen Leuten/ verſpilte vnnd verhurte es. | Es erkleckte aber alles nichts / sonder ich vertat es alles miteinander mit heillosen Leuten / verspielte und verhurte es. | de | de | de | 1 | 5.8735 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,137 | 1,615 | Letztlichen ward ich ein Hauſirer/ vnnd hauſirte mit meiner Kramerey auffm Landt herumb/ vnnd betrog die ein faͤltige Bawren vnd Prælaten mit meinen falſchen Waaren. | Letztlich wurde ich ein Hausierer / und hausierte mit meiner Kramerei aufm Land herum / und betrog die ein fältige Bauern und Prälaten mit meinen falschen Waren. | de | de | de | 1 | 5.3649 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,138 | 1,615 | Weil auch mein Haußfraw vor verſtandener maſſen/ loß gedruckt hatte/ vnnd auß diſer zeitlichen Wanderſchafft geſchiden war/ ſo bewarb ich mich vm̃ ein ſchoͤne ſtarcke Metze/ die brauchte ich vnder Tags an ſtat einer Eſelin/ dann ſie halff mir meinen Kram tragen/ vnnd deß nachts brauchte ich ſie ſonſten fuͤr mein weib/ vñ lihe ſie bißweilen auch einem andern guten geſellen. | Weil auch mein Hausfrau vor verstandener Maßen / los gedruckt hatte / und aus dieser zeitlichen Wanderschaft geschieden war / so bewarb ich mich vmm ein schöne starke Metze / die brauchte ich unter Tags anstatt einer Eselin / dann sie half mir meinen Kram tragen / und des Nachts brauchte ich sie sonsten für mein Weib / und liehe sie bisweilen auch einem anderen guten gesellen. | de | de | de | 1 | 5.8096 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,139 | 1,615 | Diſer geſtallt behalff ich mich ein zeitlang/ vnnd brachte mich taliter qualiter vnd mit ſchlechten ehren hin/ Dann wann einer gar verdoꝛben/ vnd ein Bettler woꝛden iſt/ ſo ſuchet er letztlichen einen liſt/ wirdt ein Kramer vnd Hauſirer/ vnd hat fuͤnffzehen Kreutzer in der Handt/ ſo will er ziehen mit der waar ins Landt/ vnangeſehen er ein Schelm vnnd Dieb darneben iſt/ vnd ſo lang hin vnd wider vmbzeucht/ biß er letztlichen an einem duͤrꝛen Holtz behencken bleibt/ jnnmaſſen auch mir ſchier widerfahren waͤre. | Dieser Gestalt behalf ich mich ein Zeitlang / und brachte mich taliter qualiter und mit schlechten ehren hin / Dann wann einer gar verdorben / und ein Bettler worden ist / so suchet er letztlichen einen List / wird ein Kramer und Hausierer / und hat fünfzehn Kreuzer in der Hand / so will er ziehen mit der wahr ins Land / unangesehen er ein Schelm und Dieb daneben ist / und so lang hin und wieder umbezeucht / bis er letztlichen an einem dürren Holz behencken bleibt / inmassen auch mir schier widerfahren wäre. | de | de | de | 1 | 5.4503 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,140 | 1,615 | Dann nach dem ich lang hin vnd wider geſtrichen vnnd geloffen/ gerieth ich letztlich in einem Wirthshauß zu etlichen Geſellen/ die waren meines gleichen vnd Maußkoͤpff/ ernehꝛten ſich mit aufklauben oder mit der vnbegerten arbeit/ waideten bißweilen den Kauffleuten jhre Bulgen auß/ damit ſie nicht ſtinckendt wuͤrden/ vnnd brachten mich leichtlich in jhre geſellſchafft/ vnd ſo weit/ daß wir ſamptlich befengnuſt vñ vnſer etliche mit Ruthen außgeſtrichen wurden. | Dann nach dem ich lang hin und wieder gestrichen und gelaufen / geriet ich letztlich in einem Wirtshaus zu etlichen Gesellen / die waren meines gleichen und Maußköpff / ernährten sich mit aufklauben oder mit der unbegehrten Arbeit / weideten bisweilen den Kaufleuten ihre Buhlen aus / damit sie nicht stinkend würden / und brachten mich leichtlich in ihre Gesellschaft / und so weit / dass wir samtlich befengnust und unser etliche mit Ruten ausgestrichen wurden. | de | de | de | 1 | 5.4857 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,141 | 1,615 | Capvt LI. | Capvt LI. | en | en | bg | 0 | 8.1083 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,142 | 1,615 | Guſman begibt ſich in ein Benedietiner Kloſter/ vnnd wirdt vnderwiſen wie er ſich im Orden verhalten muͤſſe. | Gusman begibt sich in ein Benedietiner Kloster / und wird unterwiesen wie er sich im Orden verhalten müsse. | de | de | de | 1 | 5.5145 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,143 | 1,615 | ALs ich vorerzehlter maſſen außgekramt vnd widerumb Blut arm/ elendig/ vnduͤchtig vñ fluͤchtig worden/ begab ich mich in ein Benedictiner Kloſter im Schweitzerlandt/ vnnd weil ich gut Jtalieniſch vnnd Lateiniſch/ vnd benebens wol ſchwaͤtzen kondte/ ſo bewegte ich den Patrem Priorem, daß er mich auff prob vnd verſuchung acceptirte vnd einnam/ Zuuoꝛ aber erzehlte er mir alle vnd jede muͤh/ arbeit vnnd vngelegenheiten/ die man anfangs vnd hernacher in dem Orden außſtehen muß/ vnnd ſprach: | Als ich vorerzählter maßen ausgekramt und wiederum Blut arm / elendig / untüchtig und flüchtig worden / begab ich mich in ein Benediktiner Kloster im Schweizerland / und weil ich gut Italienisch und Lateinisch / und benebens wohl schwätzen konnte / so bewegte ich den Patrem Priorem, dass er mich auf prob und Versuchung akzeptierte und einnahm / Zuvor aber erzählte er mir alle und jede Mühe / Arbeit und Ungelegenheiten / die man anfangs und hernach in dem Orden ausstehen muss / und sprach: | de | de | de | 1 | 5.1291 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,144 | 1,615 | Mein Sohn/ weil ich von dir verſtehe/ wie es dir inder Welt ſo gar vbel ergangen/ ſo gedenck nicht/ daß du anjetzo im Kloſter gute Taͤg antreffen/ gleichſamb ins gelobte Landt oder Schlaraffenlandt kommen/ vnnd nichts anders thun werdeſt/ als eſſen/ trincken vnd muͤſſiggehen/ ſonder fuͤrnemblich zwey ding muſt du thun vnnd in obacht nemmen/ wofern du anders begerſt ein frommer vnd gerechter religios zu werden. | Mein Sohn / weil ich von dir verstehe / wie es dir Inder Welt so gar übel ergangen / so gedenk nicht / dass du jetzt im Kloster gute Tage antreffen / gleichsam ins gelobte Land oder Schlaraffenland kommen / und nichts anders tun werdest / als essen / trinken und Müßiggehen / sonder vornehmlich zwei Ding musst du tun und in Obacht nehmen / sofern du anders begehrst ein frommer und gerechter religios zu werden. | de | de | de | 1 | 5.0117 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,145 | 1,615 | Das erſte heiſt F A C E R E, vnd bedeut/ daß ein religios ſich dermaſſen in den handel ſchicken vnd verhalten muͤſſe/ damit er Gott dem HErꝛn/ ſeinen Vorſtehern/ ſeiner Religion/ ſeinem Naͤchſten/ jhm ſelbſt vnd den erſchaffnen Creaturen ein ſatisfaction vnnd gnuͤgen thue: | Das erste heißt F A C E R E, und bedeute / dass ein religios sich dermaßen in den handel schicken und verhalten müsse / damit er Gott dem Herrn / seinen Vorstehern / seiner Religion / seinem Nächsten / ihm selbst und den erschaffenen Kreaturen ein Satisfaktion und genügen tue: | de | de | de | 1 | 5.3519 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,146 | 1,615 | Als dann aber thut er GOtt dem HErꝛn ein gnuͤgen/ wann nemblich er denſelben vber alle ding nebet/ ſeine Gebott vnd Euangeliſche Raͤth fleiſſig helt/ jhne mit gantzem Hertzen lobet/ ehꝛet vñ dancket/ ſo wol zur zen deß Wolſtandts als widerwertigkeit. | Als dann aber tut er Gott dem Herrn ein Genügen / wann nämlich er denselben über alle Ding nebet / seine Gebot und Evangelische rät fleißig hält / ihn mit ganzem Herzen lobet / ehret und danket / so wohl zur Zähne des Wohlstands als Widerwärtigkeit. | de | de | de | 1 | 6.3537 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,147 | 1,615 | Jtem/ wann er tauſentmal lieber ſterben/ weder ſeinen GOtt vnnd Erſchaffer in den aller geringſten dingen erzuͤrnẽ/ oder ſich von ſeinem Goͤttlichen willen abſonderen wolte: | Item / wann er tausendmal lieber sterben / weder seinen Gott und Erschaffer in den aller geringsten Dingen erzürnen / oder sich von seinem Göttlichen Willen absondere wollte: | de | de | de | 1 | 5.6753 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,148 | 1,615 | Jn ſumma/ wann all ſein thun vnnd laſſen zu der Glori vnd Ehꝛ Gottes gereichet. | In summa / wann all sein tun und lassen zu der Glorie und Ehre Gottes gereichet. | de | de | vi | 0.667 | 5.2332 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,149 | 1,615 | Seinen Vorſtehern thut er ein gnuͤgen/ wann nemblich er jhnen auff das aller wenigſie wincken oder deuten/ gantz williglieh vnnd mit frewden gehorſamet/ ſamb were es Gottes vnd nit eines Menſchen ſtim̃: Jtem/ wañ er ſie ehret vñ liebet als von Gott verordnete Vaͤtter vñ verſorger ſeiner ſeelen. | Seinen Vorstehern tut er ein Genügen / wann nämlich er ihnen auf das aller wenigsie winken oder deuten / ganz williglieh und mit Freuden Gehorsammet / samt wäre es Gottes und nicht eines Menschen stimm: Item / wann er sie ehret und liebet als von Gott verordnete Väter und Versorger seiner Seelen. | de | de | de | 1 | 6.3075 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,150 | 1,615 | Jtem wann er alle jhre befelch/ verordnungen/ geſchaͤfft vnnd werck im beſten auffnimbe/ die darwider murꝛende beſcheidenlich ſtraffet/ vnnd ſeine Vorſteher verthaͤdiget. | Item wann er alle ihre Befehl / Verordnungen / Geschäft und Werk im besten auffnimbe / die dawider murrende bescheidenlich straft / und seine Vorsteher verteidigt. | de | de | de | 1 | 6.5316 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,151 | 1,615 | Seiner Religion thut er ein gnuͤgen/ wañ er ſich gegen derſelben/ wie ein from̃es Kindt gegen ſeiner lieben Mutter gehorſamb vnnd willigklich verhelt/ vnd ſeine gethane Geluͤbd trewlich vollziehet. | Seiner Religion tut er ein Genügen / wann er sich gegen derselben / wie ein frommes Kind gegen seiner lieben Mutter Gehorsam und willigelich verhält / und seine getane Gelübde treulich vollziehet. | de | de | de | 1 | 5.3534 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,152 | 1,615 | Seinem naͤchſten thut er ein gnuͤgen/ erſtlich wañ er ſeine Bruͤder vnd mitreligioſen mit einer reinen Lieb liebet/ jhr Wolfahrt fuͤr ſein eygne helt/ vnd in jhren widerwertigkeiten ein mitleiden hat/ jhre gebrechen vbertraͤgt/ vnnd jhnen zu jhrer Geiſtlichen aufferbawung hilfft vnd befuͤrdert. | Seinem nächsten tut er ein Genügen / erstlich wann er seine Brüder und Mitreligiosen mit einer reinen Liebe liebet / ihr Wohlfahrt für sein eigene hält / und in ihren Wiederwertigkeiten ein mitleiden hat / ihre gebrechen überträgt / und ihnen zu ihrer Geistlichen Auferbauung hilft und befördert. | de | de | de | 1 | 6.0264 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,153 | 1,615 | Am andern wañ er die weltlichen vnnd jhrer Seelen heylliebet vnd befuͤrdert/ vnnd jhnen im wenigſten kein boͤſes Exempel vnd aͤrgernuß gibt. | Am anderen wann er die weltlichen und ihrer Seelen heylliebet und befördert / und ihnen im wenigsten kein böses Exempel und Ärgernis gibt. | de | de | de | 1 | 6.7399 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,154 | 1,615 | Jhm ſelbſt thut er ein gnuͤgen/ wann er ſeine vnordenliche appetiten bezwinget/ ſein Fleiſch zaͤhmet/ die Welt veraͤchtet/ alle derſelben eytelkeiten in Windt ſchlaͤgt/ ſich inn allen dingen von GOttes wegen mortificiret, ſich ſelbſt vberwindet/ ſeinem Leib nur die bloſſe notturfft gibt/ der Welt vnd ſich ſelbſt abſtirbt/ vnd allein ſeinem Gott vnd Erſchaffer lebet. | Ihm selbst tut er ein Genügen / wann er seine vnordenliche Appetiten bezwinget / sein Fleisch zähmet / die Welt ächtet / alle derselben Eitelkeiten in Wind schlägt / sich in allen Dingen von Gottes wegen mortifizieret, sich selbst überwindet / seinem Leib nur die bloße Notdurft gibt / der Welt und sich selbst abstirbt / und allein seinem Gott und Erschaffer lebet. | de | de | de | 1 | 4.9387 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,155 | 1,615 | Beſchließlichen thut er den erſchaffenen dingen ein gnuͤgen/ wann er von denſelbigen nur die notturfft nimbt/ vnd mehr nicht/ weil auch er waiſt/ daß ſie nur zu dem Endt von GOtt erſchaffen ſeind/ damit ſie dem Menſchen helffen ſein verlangtes ziel zuerꝛaichen/ ſo erwoͤhlet er nur das jenig daruon/ was jhne darzu kan befuͤrdern/ hergegen verwirfft er was jhne daran kan verhinderen: | Beschließlichen tut er den erschaffenen Dingen ein Genügen / wann er von denselbigen nur die Notdurft nimmt / und mehr nicht / weil auch er weist / dass sie nur zu dem Ende von Gott erschaffen sind / damit sie dem Menschen helfen sein verlangtes Ziel zuerreichen / so erwählt er nur das jenig davon / was ihn dazukann befördern / hingegen verwirft er was ihn daran kann verhindere: | de | de | de | 1 | 5.0464 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,156 | 1,615 | Durch diſes mittel machet der Menſch jhm ſelbſt von der Creatur ein Leiter in Himmel zugelangen. | Durch dieses Mittel macht der Mensch ihm selbst von der Kreatur ein Leiter in Himmel zugelangen. | de | de | de | 1 | 6.0131 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,157 | 1,615 | Das ander/ welches ein frommer religios thun ſoll/ heiſt: Pati, oder leiden: | Das ander / welches ein frommer religios tun soll / heißt: Pati, oder leiden: | de | en | de | 0.667 | 6.783 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,158 | 1,615 | Dann wann man anfangs ſich in die Religion will begeben/ als dann verheiſſet ein jeglicher/ daß er alles thun vnnd leiden woͤlle/ Aber wenig ſeind deren/ ſo es in obacht nemmen vnnd halten/ derwegen ſeind wenig religioſen vollkommen. | Dann wann man anfangs sich in die Religion will begeben / als dann verheißt ein jeglicher / dass er alles tun und leiden wolle / Aber wenig sind deren / so es in Obacht nehmen und halten / derentwegen sind wenig religiösen vollkommen. | de | de | de | 1 | 6.1272 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,159 | 1,615 | Durch das Wort: pati, wirdt bedeut/ daß der religios ſich durchs leiden reinige vñ vollkommen mache/ vnd daß er/ ohne das pati oder leiden/ kein vollkommner religios ſein koͤnne. | Durch das Wort: pati, wird bedeute / dass der religios sich durchs Leiden reinige und vollkommen mache / und dass er / ohne das pati oder leiden / kein vollkommener religios sein könne. | de | de | de | 1 | 5.131 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,160 | 1,615 | Jn der heiligen Schrifft wirdt die perfectio oder vollkommenheit ein Berg genennt/ auff denſelben aber kan niemandt ſteigen/ ohne muͤh vnd arbeit leiden. | In der heiligen Schrift wird die perfectio oder Vollkommenheit ein Berg genannt / auf denselben aber kann niemand steigen / ohne Mühe und Arbeit leiden. | de | de | de | 1 | 5.0655 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,161 | 1,615 | Ein vollkomner religios pflegt ſich in ſeinem leiden nicht zubeklagen/ daß jhm GOtt Kranckheiten/ Truͤbſal vnnd verfolgungen zuſthicket/ ſonder er helts alles fuͤr ein himmliſche Gab/ vnnd nimbts zu danck an vom himmliſchen Vatter. | Ein vollkommener religios pflegt sich in seinem leiden nicht zubeklagen / dass ihm Gott Krankheiten / Trübsal und Verfolgungen zusticket / sonder er hält es alles für ein himmlische Gab / und nimmts zu Dank an vom himmlischen Vater. | de | de | de | 1 | 5.4237 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,162 | 1,615 | Durch diſes mittel ſchoͤpffet er gutes auß boͤſem: | Durch dieses Mittel schöpfet er gutes aus bösem: | de | de | de | 1 | 6.8467 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,163 | 1,615 | Wann aber ein religios von Gottes wegen nicht gern etwas leidet/ iſt ſolches ein zeichen/ daß er jhne wenig/ ſich ſelbſt aber liebe. | Wann aber ein religios von Gottes wegen nicht gern etwas leidet / ist solches ein Zeichen / dass er ihn wenig / sich selbst aber liebe. | de | de | de | 1 | 5.6825 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,164 | 1,615 | Sonſten muſtu auch die Regel vnſers heiligen Ordens vnnd drey Geluͤbd der Armut/ Keuſchheit vnd gehorſambs fleiſſig vnnd vnfehlbarlich halten/ fuͤrnemblich vnd inſonderheit aber die Keuſchheit/ welche ein Engliſche Tugend iſt/ vnnd den Menſchen einem Engel gleich machet/ vnd benebens verurſachet/ daß er wie ein Engel lebet. | Sonsten musst du auch die Regel unseres heiligen Ordens und drei Gelübde der Armut / Keuschheit und Gehorsams fleißig und unfehlbar halten / vornehmlich und in Sonderheit aber die Keuschheit / welche ein englische Tugend ist / und den Menschen einem Engel gleich macht / und benebens verursachet / dass er wie ein Engel lebet. | de | de | de | 1 | 4.7847 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,165 | 1,615 | Woferꝛn die fundatores oder Stiffter der Religionen kein keuſches Leben gefuͤhrt hetten/ ſo wurden ſie niemaln ſolche herꝛliche vnnd ſchwere impreſen vnnd thaten begangen/ vnnd die fundationes der Religionen nit zu werck gezogen haben. | Wofern die Fundatores oder Stifter der Religionen kein keusches Leben geführt hätten / so wurden sie niemals solche herrliche und schwere Impressen und taten begangen / und die fundationes der Religionen nicht zu Werk gezogen haben. | de | de | de | 1 | 5.6288 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,166 | 1,615 | Woferꝛn auch die Apoſteln an Weiber vnnd Kinder gebunden geweſt weren/ ſo wuͤrden ſie die Welt nit bekehrt/ vnnd das Evangelium anzunem̃en bewegt haben. | Wofern auch die Aposteln an Weiber und Kinder gebunden gewesen wären / so würden sie die Welt nicht bekehrt / und das Evangelium anzunehmen bewegt haben. | de | de | de | 1 | 4.8322 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,167 | 1,615 | Derwegen ſeind die jenigen/ ſo ein reines vnd kenſches Gemuͤt haben/ vil tauglicher vnnd bequem er erleuchtet vnnd von GOtt begnadet zu werden/ wie auch die Himmliſche ding/ die Goͤttliche attributa, die heilige Geiſter/ die Guͤter der ewigen Seligkeit zu contempliren. | Derentwegen sind diejenigen / so ein reines und kensches Gemüt haben / viel tauglicher und bequem er erleuchtet und von Gott begnadet zu werden / wie auch die Himmlische Ding / die Göttliche attributa, die heilige Geister / die Güter der ewigen Seligkeit zu kontemplieren. | de | de | de | 1 | 4.9835 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,168 | 1,615 | Sehr nothwendig vnnd wichtig iſt den religioſis die Keuſchheit. | Sehr notwendig und wichtig ist den religiosis die Keuschheit. | de | de | de | 1 | 4.5143 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,169 | 1,615 | Jn einem weiſſen vnnd reinen ding wiedt ein jeglicher fleck/ der ſey ſo klein wie er jmmer woͤlle/ leichtlich verſpuͤrt/ vmb wie vil zarter vnnd weiſſer es auch iſt/ vmb ſo vil ſcheinlicher vnnd ſchaͤndlicher iſt der Fleck darinn: | In einem weißen und reinen Ding Wit ein jeglicher Fleck / der sei so klein wie er immer wolle / leichtlich verspürt / um wie viel zarter und weißer es auch ist / um so viel scheinlicher und schändlicher ist der Fleck darin: | de | de | de | 1 | 5.665 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,170 | 1,615 | Weil dann das Leben der religioſen ſehr weiß vnnd zart iſt/ ſo wirdt es durch ein ſehr leichtes vnd ſchlechtes verbrechen der Vnkeuſchheit geſchendt vnnd beleidigt. | Weil dann das Leben der religiösen sehr weiß und zart ist / so wird es durch ein sehr leichtes und schlechtes Verbrechen der Unkeuschheit geschändet und beleidigt. | de | de | de | 1 | 4.5425 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,171 | 1,615 | Die Weltlichen halten vns religioſen fuͤr Spiegel der Tugenden/ wie aber ein Spiegel/ welcher nit rein vnd klar iſt/ vns pflegt zubeleidigen vnd vnluſtig zu machen/ alſo wann der religios mangelhafft vnnd vnlauter iſt in der Keuſchheit/ alsdann aͤrgeren vnnd beleidigen ſie alle Geiſtliche vnnd Weltliche Perſonen. | Die Weltlichen halten uns religiösen für Spiegel der Tugenden / wie aber ein Spiegel / welcher nicht rein und klar ist / uns pflegt zubeleidigen und unlustig zu machen / also wann der religios mangelhaft und unlauter ist in der Keuschheit / alsdann ärgeren und beleidigen sie alle Geistliche und weltliche Personen. | de | de | de | 1 | 4.8297 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,172 | 1,615 | Jn den andern Tugendten pflegt ein ſchlechtes verbrechen dem religioſo nicht ſo ſchaͤdlich zu ſeyn/ wie der mangel der Keuſchheit: | In den anderen Tugenden pflegt ein schlechtes Verbrechen dem religioso nicht so schädlich zu sein / wie der Mangel der Keuschheit: | de | de | de | 1 | 5.2201 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,173 | 1,615 | Ob ſchon der religios in der Sanfftmuͤtigkeit/ mangelhafft vnnd etlicher maſſen koleriſch vnd zornmuͤtig iſt: | Ob schon der religios in der Sanftmütigkeit / mangelhaft und etlicher Maßen kolerisch und zornmütig ist: | de | de | de | 1 | 5.5007 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,174 | 1,615 | Ob ſchon er auch etwas hoffertig vñ ehꝛgeitzig/ oder ſonſten mit einem Laſter oder mangel behafft iſt/ ſo verleurt er doch dardurch bey andern das concept eines guten religioſen nicht/ Aber leyder/ der defect vnnd mangel der vnkeuſchheit machet/ daß ein religios ſeinen guten namen vnnd den von jhm geſchoͤpfften guten wohn vnd hoffnung verlieret/ dann wo vnkeuſchheit iſt/ da kan kein Heiligkeit noch Andacht ſeyn: wo das Fleiſch herꝛſchet/ da kan der Geiſt nit beſtehen. | Ob schon er auch etwas hoffertig und ehrgeizig / oder sonsten mit einem Laster oder Mangel behafte ist / so verliert er doch dadurch bei anderen das concept eines guten religiösen nicht / Aber leider / der Defekt und Mangel der Unkeuschheit macht / dass ein religios seinen guten Namen und den von ihm geschöpften guten wohne und Hoffnung verlieret / dann wo Unkeuschheit ist / da kann kein Heiligkeit noch Andacht sein: wo das Fleisch herrschet / da kann der Geist nicht bestehen. | de | de | de | 1 | 4.9753 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,175 | 1,615 | Jederman helt darfuͤr/ daß die religioſen das Saltz vnd das Liecht der Welt ſeyen/ derwegen iſt ein notturfft/ daß ſie ſich vor allen denen dingen huͤten/ welche dem Saltz vnnd dem Liecht jhꝛe eygenſchafft vnnd Krafft benemmen koͤñen: | Jedermann hält dafür / dass die religiösen das Salz und das Licht der Welt seien / derentwegen ist ein Notdurft / dass sie sich vor allen denen Dingen hüten / welche dem Salz und dem Licht ihre Eigenschaft und Kraft benehmen können: | de | de | de | 1 | 4.8125 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,176 | 1,615 | Das Saltz pflegt das fleiſch vorm verfaulen zuerhalten/ woferꝛn aber das Saltz vnrein vnd mit Erd vermiſcht iſt/ alsdañ pflegt es das Fleiſch nit allein nit zu præſeruiren vnd zuerhalten/ ſonder deſto ehen der zuuerfaulen: | Das Salz pflegt das Fleisch vorm verfaulen zu erhalten / wofern aber das Salz unrein und mit Erde vermischt ist / alsdann pflegt es das Fleisch nicht allein nicht zu Präseruieren und zu erhalten / sonder desto Ehen der zuverfaulen: | de | de | de | 1 | 5.332 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,177 | 1,615 | Eben alſo wann der religios rein vnd keuſch iſt/ alsdann pflegt er durch ſeine Reden vnd Predigen/ vñ durch ſeine Raͤth vnnd gute ermahnungen andere Leut zu præſeruiren vnd zuerhalten: | Eben also wann der religios rein und keusch ist / alsdann pflegt er durch seine Reden und Predigen / und durch seine Rät und gute Ermahnungen andere Leute zu Präseruieren und zu erhalten: | de | de | de | 1 | 5.3289 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,178 | 1,615 | Wann aber er mit dem Laſter der Vnkeuſchheit inficirt iſt/ alsdann inficiret er alles mit ſeinem boͤſen Exempel. | Wann aber er mit dem Laster der Unkeuschheit infiziert ist / alsdann infizieret er alles mit seinem bösen Exempel. | de | de | de | 1 | 4.8179 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,179 | 1,615 | Wie das Liecht andern leuchtet/ vnd jhnen die im weeg ligende Stein vnnd gefahr zeiget/ woferꝛn aber das Dacht deß Liechts vnrein oder genetzt iſt/ alsdann nur einen rauch vnnd kein Liecht von ſich gibt/ alſo wann der religios nicht rein von Hertzen iſt/ kan er andern nit allein nit leuchten/ ſonder er machet auch jnen den weg dunckel/ vnd gibt nit allein kein Liecht/ ſonder vilmehr einen boͤſen Geſtanck von ſich: | Wie das Licht anderen leuchtet / und ihnen die im Weg liegende Stein und Gefahr zeiget / wofern aber das Dachte des Lichts unrein oder genetzt ist / alsdann nur einen rauch und kein Licht von sich gibt / also wann der religios nicht rein von Herzen ist / kann er anderen nicht allein nicht leuchten / sonder er macht auch ihnen den weg dunkel / und gibt nicht allein kein Licht / sonder vielmehr einen bösen Gestank von sich: | de | de | de | 1 | 5.1045 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,180 | 1,615 | Schwerlich kan der jenig andere erhalten vñ erleuchten/ welcher ſich ſelbſt nit erleuchtet/ vnd jhm ſelbſt im Liecht ſtehet. | Schwerlich kann der jenig andere erhalten und erleuchten / welcher sich selbst nicht erleuchtet / und ihm selbst im Licht steht. | de | de | de | 1 | 5.1803 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,181 | 1,615 | Das Hertz eines religioſen iſt ein Tempel vnd Wohnung Gottes/ damit derwegen daſſelbe ſein Hauß in der Reinigkeit erhalten werde/ vnnd er ſteths darinn wohnen moͤge/ ſo iſt ſolches Hauß der Keuſchheit zu einer quardi oder bewahꝛung gegeben woꝛden/ wer derwegen die Keuſchheit auß ſeinem Hertzen vertreibt/ vnnd der vnkeuſchheit ſtatt thut/ der vertreibt GOtt den HErꝛn auß ſeiner wohnung begehet dardurch ein ſehꝛ groſſe Suͤnd/ beflecket den Tempel GOTtes/ vnnd ſoll derwegen durch jhne zerſtoͤret vnd außgereut werden. | Das Herz eines religiösen ist ein Tempel und Wohnung Gottes / damit derentwegen dasselbe sein Haus in der Reinheit erhalten werde / und er stets darin wohnen möge / so ist solches Haus der Keuschheit zu einer quardi oder Bewahrung gegeben worden / wer derentwegen die Keuschheit aus seinem Herzen vertreibt / und der Unkeuschheit statt tut / der vertreibt Gott den Herrn aus seiner Wohnung begehet dadurch ein sehr große Sünde / beflecket den Tempel Gottes / und soll derentwegen durch ihn zerstöret und außgereut werden. | de | de | de | 1 | 4.786 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,182 | 1,615 | Nicht allein ſoll der religios nit vnkeuſch/ ſonder auch vollkommlich keuſch ſein/ vnnd alle boͤſe vnreine Gedaucken vnnd eingebungen von ſich treiben/ vnd im wenigſten nichts vnzuͤchtiges reden/ noch auch mit vnzuͤchtigen Perſonen gemeinſchafft haben/ ſonder alle Anlaͤß vnnd gefahr die Keuſchheit zuuerlieren/ meiden/ vnd zu jhꝛer præſentirung vñ Behaltung das Fleiſch mit Faſten/ diſeiplinirungen/ haͤrinen Kleydern vnnd wachen mortificiren. | Nicht allein soll der religios nicht unkeusch / sonder auch vollkommen keusch sein / und alle böse unreine Gedaucken und Eingebungen von sich treiben / und im wenigsten nichts Unzüchtiges reden / noch auch mit unzüchtigen Personen Gemeinschaft haben / sonder alle Anlass und Gefahr die Keuschheit zuverlieren / meiden / und zu ihrer Präsentierung und Behaltung das Fleisch mit Fasten / diseiplinirungen / härenen Kleidern und wachen mortifizieren. | de | de | de | 1 | 5.0027 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,183 | 1,615 | Wofern nun du diſes alles in fleiſſige obacht nemmen vnnd vollzihen wilſt/ woͤllen wir dich ins Kloſter annemmen/ vnnd auff ein Jahr probiren/ darauff erklaͤrte ich mich/ daß ich vermittelſt Goͤttlicher huͤlff/ mich/ wie einem frommen religioſen gebuͤrt/ verhalten wolte. | Sofern nun du dieses alles in fleißige Obacht nehmen und vollziehen willst / wollen wir dich ins Kloster annehmen / und auf ein Jahr probieren / darauf erklärte ich mich / dass ich vermittels göttlicher Hilfe / mich / wie einem frommen religiösen gebührt / verhalten wollte. | de | de | de | 1 | 5.3151 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,184 | 1,615 | Capvt LII. | Capvt LII. | en | en | bg | 0 | 8.7782 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,185 | 1,615 | Wie ſich Guſman im Kloſter verhalten vnd außgeſprungen | Wie sich Gusman im Kloster verhalten und ausgesprungen | de | de | lb | 0.667 | 7.9455 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,186 | 1,615 | JM erſten Probierjahr hielt ich mich dermaſſen wol/ daß man mich zu der profeſſion kommen ließ/ in wehrendem meinem nouitiat aber begabs ſich/ daß der Pater Schaffner vom Prælaten Erlaubnuß vberkam/ ein zeitlang außzuzihen/ ſich zu recreiren, vnnd mich mit ſich zunemmen. | JM ersten Probierjahr hielt ich mich dermaßen wohl / dass man mich zu der profession kommen ließ / in währendem meinem nouitiat aber begab es sich / dass der Pater Schaffner vom Prälaten Erlaubnis überkam / ein Zeitlang auszuziehen / sich zu rekreieren, und mich mit sich zunehmen. | de | de | de | 1 | 5.7166 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,187 | 1,615 | Das war nun ein gewuͤnſchter handel fuͤr mich/ dann als wir mit einander gegen dem Abendt auß dem Kloſter gingen/ kamen wir in ein Wirths hauß/ welches dem Kloſter zugehoͤrte/ die Wirthin war huͤbſch vñ ſchoͤn/ vnnd ſie hatte ein Schweſter bey ſich/ die war nit heßlich. | Das war nun ein gewünschter Handel für mich / dann als wir miteinander gegen dem Abend aus dem Kloster gingen / kamen wir in ein Wirts Haus / welches dem Kloster zugehörte / die Wirtin war hübsch und schön / und sie hatte ein Schwester bei sich / die war nicht hässlich. | de | de | de | 1 | 4.135 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,188 | 1,615 | Jch ſahr daß der Pater Schaffner die Wirthin wol kennte/ vnd gar vertreulich mit jhꝛ conuerſirte, derwegen geſellete ich mich zu der Schweſter/ vñ verzehꝛten zwo Nacht daſelbſt im guten muth/ von dannen gingen wir weiter/ beſuchten die fratres in etlichen nahe gelegenen Kloͤſtern/ vnd recreirten vns more ſolito. | Ich Saar dass der Pater Schaffner die Wirtin wohl kennte / und gar vertraulich mit ihr conuersirte, derentwegen gesellte ich mich zu der Schwester / und verzehrten zwei Nacht daselbst im guten Mut / von dannen gingen wir weiter / besuchten die fratres in etlichen nahe gelegenen Klöstern / und rekreierten uns more solito. | de | de | de | 1 | 5.2725 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,189 | 1,615 | Jm widerumb heimzihen/ kehꝛten wir in dem voꝛbemeltẽ Wirthshauß widerumb ein/ waren ſehꝛ liebe Gaͤſt/ wurden wol tractirt vnd gehalten/ vnd verbliben abermals zwo Nachilang daſelbſt. | Im wiederum heimziehen / kehrten wir in dem vorbemehlten Wirtshaus wiederum ein / waren sehr liebe Gäste / wurden wohl traktiert und gehalten / und verblieben abermals zwei Nachilang daselbst. | de | de | de | 1 | 6.2587 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,190 | 1,615 | Als wir nun widerumb in vnſer Kloſter kamen/ ſahen wir/ daß man vns allbereit beym Herꝛn Prælaten hatte auffgeſtochen vnd angegeben/ als waͤre der Pater Schaffner bey der Wirthin/ vnd ich bey jhrer Schweſter gelegen/ vnd ob ſchon wir ſtarck darfuͤr laugneten/ vnnd vns jhm vnſere vnſchuld darbotten/ ſo muſten wie doch die ſchuld haben/ turniren vnd buß thun. | Als wir nun wiederum in unser Kloster kamen / sahen wir / dass man uns allbereits beim Herrn Prälaten hatte aufgestochen und angegeben / als wäre der Pater Schaffner bei der Wirtin / und ich bei ihrer Schwester gelegen / und ob schon wir stark dafür laugneten / und uns ihm unsere Unschuld darboten / so mussten wie doch die schuld haben / turnieren und Buße tun. | de | de | de | 1 | 4.9448 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,191 | 1,615 | Es ward auch der P. Schaffner ſeines Ampts entſetzt/ vnnd widerumb hinden ins Conuent geſchafft: | Es wurde auch der P. Schaffner seines Amts entsetzt / und wiederum hinten ins Convent geschafft: | de | de | de | 1 | 6.6762 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,193 | 1,615 | Weil aber der abgeſetzte Pater Schaffner letztlichen vermerckte/ daß ſeine beſchehene falſche delationes den ſtich in die leng nit halten wurden/ vnd daß es endtlichen vber jne ſelbſt außgehen wuͤrde/ ſo wolte er deß außſchlags nit erwarten/ ſonder vberꝛedete mich/ daß wir beyde mit einander vnuerſehens außſprangen/ gleichwol aber nit mit laͤrer handt/ dañ der Schafner hatte in wehꝛendem ſeinem Schafnerambt/ vil ſchoͤne Ducaten vnd harte Thaler zuſammen geklaubt. | Weil aber der abgesetzte Pater Schaffner letztlichen vermerkte / dass seine geschehene falsche delationes den Stich in die läng nicht halten wurden / und dass es endlichen über jene selbst ausgehen würde / so wollte er des Ausschlags nicht erwarten / sonder überredete mich / dass wir beide miteinander unversehens aussprangen / gleichwohl aber nicht mit Lehrer Hand / dann der Schaffner hatte in wehrendem seinem Schaffneramt / viel schöne Dukaten und harte Taler zusammen geklaubt. | de | de | de | 1 | 6.0675 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,194 | 1,615 | Alsbaldt die vorbemelte Wirthin vnd jhre Schweſter deſſen durch vns heimblich auiſirt vnd erjnnert worden/ zohen ſie vns nach/ vnnd fanden vns in einem Marcktflecken nahe bey Baſel/ daſelbſt hielten wir vns in einem Wirthshauß in weltlichen Kleydern auff/ vnnd hatten etliche tag einen guten muth mit einander. | alsbald die vorbemehlte Wirtin und ihre Schwester dessen durch uns heimlich avisiert und erinnert worden / zogen sie uns nach / und fanden uns in einem Marktflecken nahe bei Basel / daselbst hielten wir uns in einem Wirtshaus in weltlichen Kleidern auf / und hatten etliche tag einen guten Mut miteinander. | de | de | de | 1 | 5.2788 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,195 | 1,615 | Das kondte aber ſo gar geheimb nicht bleiben/ daß es vnſer Prælat nicht erfuhr/ dann er hatte vns aller Orthen laſſen nachſtellen/ vnnd brachte ſo vil zu wegen/ daß wir vnuerſehens vberfallen/ befaͤngnuſt/ vnnd widerumb in vnſer Kloſter gefuͤhrt wurden. | Das konnte aber so gar geheim nicht bleiben / dass es unser Prälat nicht erfuhr / dann er hatte uns aller Orten lassen nachstellen / und brachte so viel zu wegen / dass wir unversehens überfallen / befängnust / und wiederum in unser Kloster geführt wurden. | de | de | de | 1 | 5.1533 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,196 | 1,615 | Was nun dem Schaffner fuͤr ein ſtraff angethan ward/ das weiß ich nicht/ dann es ward alles in groſſer geheimb gehalten/ aber ich hatte keinen luſt laͤnger daſelbſt zu bleiben/ ſondern nam hinder der Thuͤr vrlaub/ warff die Kutten von mir/ vnnd ward widerumb der jenig/ der ich von anfangs meiner zarten jugendt geweſt/ nemblich ein Stoͤrtzer/ Landtlaͤuffer/ vnd nichtiger Schelm. | Was nun dem Schaffner für ein Strafe angetan wurde / das weiß ich nicht / dann es wurde alles in großer geheim gehalten / aber ich hatte keinen Lust länger daselbst zu bleiben / sondern nahm hinter der Tür Urlaub / warf die Kutten von mir / und wurde wiederum der jenig / der ich von anfangs meiner zarten Jugend gewesen / nämlich ein Störtzer / Landläufer / und nichtiger Schelm. | de | de | de | 1 | 4.9398 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,197 | 1,615 | Daß es aber vns alſo in dem Cloſter ergangen/ daran waren gleichwol wir ſelbſt vnnd vnſere boͤſe Art vnnd Eygenſchafften ſchuldig/ aber doch verurſachte es auch fuͤrnemblich die vil zu groſſe Freyheit/ die man vns mit dem außlauffen veꝛſtattete/ dann wie der Fiſch ins Waſſer/ alſo gehoͤren die Muͤnch in die Cloͤſter: Stythero die religioſi hin vnnd wider vagieren/ auch auß vnnd einlauffen/ iſt die diſciplina monaſtica vbel geſtanden/ vnnd es vberkommen die religioſen vil occaſiones, anlaͤß vnnd gelegenheit jhr allerbeſtes Kleynot der Keuſchheit zuuerſchertzen/ vnnd ſich in weitlaͤuffigkeit vnnd vnwiderbringliche verderben zu ſtuͤrtzen. | Dass es aber uns also in dem Kloster ergangen / daran waren gleichwohl wir selbst und unsere böse Art und Eigenschaften schuldig / aber doch verursachte es auch vornehmlich die viel zu große Freiheit / die man uns mit dem auslaufen verstattete / dann wie der Fisch ins Wasser / also gehören die Münch in die Klöster: Stythero die religiosi hin und wieder vagieren / auch aus und einlaufen / ist die disciplina monastica übel gestanden / und es überkommen die religiösen viel occasiones, Anlass und Gelegenheit ihr allerbestes Kleinod der Keuschheit zuverscherzen / und sich in Weitläufigkeit und unwiederbringliche verderben zu stürzen. | de | de | de | 1 | 5.3789 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,198 | 1,615 | Was mich belangt/ gedachte ich damals in ſolchem meinem aber mahligen armſeligen zuſtandt/ gar offt an jenen verlohrnen Sohn welcher/ als er das koͤſtliche vnnd vberfluͤſſige Hauß ſeines Vatters verlaſſen hatte/ groſſen hunger litte/ der Schwein huͤtete/ vnd ſeinen vorigen gluͤckſeligen ſtandt/ hergegen ſein jetziges armſeliges weſen betrachtete anfing zuweinen vnd ſprach: | Was mich belangt / gedachte ich damals in solchem meinem aber Maliern armseligen Zustand / gar oft an jenen verlorenen Sohn welcher / als er das köstliche und überflüssige Haus seines Vaters verlassen hatte / großen Hunger litte / der Schwein hütete / und seinen vorigen glückseligen stand / hingegen sein jetziges armseliges Wesen betrachtete anfing zuweinen und sprach: | de | de | de | 1 | 5.3677 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,199 | 1,615 | O wie vil Tagloͤhner ſemdt in meines Vatters Hauß vnd haben vberfluͤſſig zueſſen/ aber ich muß allhie deß Hungers ſterben. | O wie viel Taglöhner sämt in meines Vaters Haus und haben überflüssig zuessen / aber ich muss allhier des Hungers sterben. | de | de | de | 1 | 5.5508 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,200 | 1,615 | Durch diſe Wort gab er zuuerſtehen/ was er fuͤr Gutthaten hatte verloren/ vnnd in was fuͤr einem boͤſen Stand er ſich an jetzo befand. | Durch diese Wort gab er zuverstehen / was er für Guttaten hatte verloren / und in was für einem bösen Stand er sich an jetzt befand. | en | de | de | 0.667 | 5.0807 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,201 | 1,615 | O Menſch/ ô religios, der du diſes liſeſt/ nimb ein Exempel an mir armſeligen/ vnnd huͤte dich/ daß du das koͤſtliche Hauß deines Vatters/ die Religion/ nit ſo liderlich verlaſſeſt/ damit du nicht auß einem Sohn Got es ein Sclaue vnd Leibeigner deß Teufels werdeſt. | O Mensch / o religios, der du dieses lesest / nimm ein Exempel an mir armseligen / und hüte dich / dass du das köstliche Haus deines Vaters / die Religion / nicht so liederlich verlassest / damit du nicht aus einem Sohn Gott es ein Sclaue und Leibeigner des Teufels werdest. | de | de | de | 1 | 5.0194 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,202 | 1,615 | Die Ehr vnd Wolluͤſt der Welt ſeind ſchwach wie ein Glaß/ vnnd nur ein Schatten der wahren himmliſchen Reichthumben: | Die Ehre und Wollüste der Welt sind schwach wie ein Glas / und nur ein Schatten der wahren himmlischen Reichtümer: | de | de | de | 1 | 5.2207 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,203 | 1,615 | Der Teuffel/ die Welt/ vnd das Fleiſch ſeind ſehr falſche Kramer/ die dich locken etwas auß jhrem Kram zukauffen/ vnnd nach der Prælatur vnnd wolluſtbarkeiten zutrachten: | Der Teufel / die Welt / und das Fleisch sind sehr falsche Kramer / die dich locken etwas aus ihrem Kram zukaufen / und nach der Prälatur und Wohllustbarkeiten zutrachten: | de | de | de | 1 | 5.9648 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,204 | 1,615 | Aber du fliehe jre vergiffte peſtilentziſche waaren vnnd Kauffmanſchafften: | Aber du fliehe ihre vergifte pestilentzische Waren und Kaufmannschaften: | de | de | lb | 0.667 | 6.6803 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,205 | 1,615 | Weil du der Welt allbereit haſt abgeſagt/ vnd alle jhre eytelkeiten verſchworen/ warum̃ lauffeſt du dañ wider hinein? | Weil du der Welt allbereits hast abgesagt / und alle ihre Eitelkeiten verschworen / warum lauffest du dann wieder hinein? | de | de | de | 1 | 5.6427 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,206 | 1,615 | Weil du den gehorſamb vnnd demut haſt angelobt/ warumb biſtu dann deinem Vorſteher vngehorſam̃ vnd vntrew/ vnd ſucheſt jhne zuuerdringen? | Weil du den Gehorsam und Demut hast angelobt / warum bist du dann deinem Vorsteher Ungehorsam und untreu / und suchest ihn zuuerdringen? | de | de | lb | 0.667 | 5.5032 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,207 | 1,615 | Weil du dich der Armut vnnd Keuſchheit allerdings ergeben/ warumb biſtu dann ein proprietarius vnnd concubinarius? | Weil du dich der Armut und Keuschheit allerdings ergeben / warum bist du dann ein proprietarius und concubinarius? | de | de | de | 1 | 5.5466 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,208 | 1,615 | Nicht alſo/ nit alſo/ ô religioſe, nit bemuͤhe dich mit ſolchen veraͤchtlichen vnnd nichtigen dingen: | Nicht also / nicht also / o religiose, nicht bemühe dich mit solchen verächtlichen und nichtigen Dingen: | de | de | de | 1 | 5.5811 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,209 | 1,615 | Nicht verliere wegen einer ſehꝛ kurtzen vnd ſchnoͤden wolluſt deinen GOtt/ vnd ſampt jhme die Guͤter ſeiner Glori/ die Geſellſchafft der Engeln vnnd Heiligen im Himmel: Du verliereſt dein Seel/ zerſtoͤreſt dein Gewiſſen/ vnd gewinneſt die Hoͤll: Du verleurſt GOTT wegen der Welt/ vnnd den jnnerlichen Troſt deß Herren/ vnd die ewige Glori an ſtatt der Hepffen vnd geſtancks der ſuͤnden. | Nicht verliere wegen einer sehr kurzen und schnöden Wollust deinen Gott / und samt ihm die Güter seiner Glorie / die Gesellschaft der Engeln und Heiligen im Himmel: Du verlierest dein Seele / zerstörest dein Gewissen / und gewinnest die Höll: Du verlierst GOTT wegen der Welt / und den innerlichen Trost des Herren / und die ewige Glorie anstatt der Hepffen und Gestanks der Sünden. | de | de | de | 1 | 4.9164 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,210 | 1,615 | Weil diſes zeitliche Leben nur ein einiges Puͤnctlein iſt/ wañ es gegen dem zukuͤnfftigen ewigen gehalten wirdt/ ſo biſtu je ein groſſer Narꝛ/ daß du diſes kurtze vnd zergaͤngliche Leben/ vnd die bald verſchwindende wolluſt nit verachteſt/ damit du genieſſen vñ beſitzen moͤgeſt jenes ewiges vnnd ſeliges Leben: | Weil dieses zeitliche Leben nur ein einiges Pünktlein ist / wann es gegen dem zukünftigen ewigen gehalten wird / so bist du je ein großer Narr / dass du dieses kurze und gängliche Leben / und die bald verschwindende Wollust nicht verachtest / damit du genießen und besitzen mögest jenes ewiges und seliges Leben: | de | de | de | 1 | 4.8923 |
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