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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,312 | 1,615 | Die Jungkfrawen tragen deſto ſchweꝛer an jren Jungfraͤwlichen kraͤntzlein/ verzetten es bißweiln durch die voͤllerey/ auff den Hochzeiten/ Taͤntzen/ vnnd anderſtwo. | Die Jungfrauen tragen desto schwerer an ihren Jungfräulichen Kränzlein / verzetten es bisweilen durch die Völlerei / auf den Hochzeiten / Tänzen / und anderswo. | de | de | de | 1 | 4.7828 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,313 | 1,615 | Deßgleichen vergeſſen die Eheweiber in ſolcher voller weiß jhre trew vnnd ehr/ tretten auß dem Geſchirꝛ/ werden Schlepſaͤck/ vnd ſetzen jhren Maͤnnern Bockshoͤrn er auff/ zumaln wann dieſelbigen jhnen verwilligen vnnd zuſehen/ daß ſie circularia oder Krantzmahl halten/ jhꝛe vertrawteſte vnd beſte Geſpilen vnd Tautzſchweſtern darzu laden/ vnd jhnen dardurch jhre ſubſtantz auß dem Beuttel vernaſchen vnd ſo gar verſpilen moͤgen/ dardurch dann ſolche Weibernarꝛen vnd F. Liendl deſto ehender auff Straßburg vnd Bettelberg zuziehen fertig werden. | Desgleichen vergessen die Eheweiber in solcher voller weiß ihre treu und Ehre / treten aus dem Geschirr / werden Schlepsäck / und setzen ihren Männern Bockshorn er auf / zumal wann dieselbigen ihnen bewilligen und zusehen / dass sie circularia oder Kranzmal halten / ihre vertrauteste und beste Gespielen und Tausschwestern dazu laden / und ihnen dadurch ihre Substanz aus dem Beutel vernaschen und so gar verspielen mögen / dadurch dann solche Weibernarren und F. Liendl desto eher auf Straßburg und Bettelberg zuziehen fertig werden. | de | de | de | 1 | 6.2187 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,314 | 1,615 | Eben diſes freſſen vnd ſauffen der Weiber machet/ daß man nirgendts feiſtere/ dickere/ großwampetere Bauchkloͤtz vnder jhnen findet/ als eben in Teutſchlandt/ dann auß dem beſtialiſchen jm̃erwehꝛenden Fleiſchfraß vnd fleiſchzigel erfolgẽ ſolche großmaͤchtige großbatzende/ anſehenliche/ aber kleinwitzige vnnd vnhaͤußliche Weiber/ faule vnnd zu nichtem nuͤtzige Maͤnner. | Eben dieses fressen und saufen der Weiber macht / dass man nirgends feistere / dickere / großwampetere Bauchklötze unter ihnen findet / als eben in Deutschland / dann aus dem bestialischen immerwährenden Fleischfraß und Fleischziegel erfolgen solche großmächtige großbatzende / ansehenliche / aber kleinwitzige und unhäusliche Weiber / faule und zu nichtem nützige Männer. | de | de | de | 1 | 5.851 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,315 | 1,615 | Einsmals ſahe ich ein ſolche großmaͤchtige/ dickt/ faiſte vnnd ſchoͤne Fraw/ vnnd ich fragte mein Wirthin/ was doch dieſelbe Fraw guts eſſe/ ſeytemal ſie ſo ſchoͤn vnd faiſt were? | Einsmals sah ich ein solche großmächtige / dickt / feiste und schöne Frau / und ich fragte mein Wirtin / was doch dieselbe Frau Gutes esse / sintemal sie so schön und feist wäre? | de | de | de | 1 | 5.0894 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,316 | 1,615 | Sie antwoꝛtet: Verwundere dich deßwegen nicht/ dann jhre Klugheit vnnd Maͤſſigkeit machet ſie ſchoͤn vnd faiſt/ vnd in jhꝛen Kindtbethen iſt ſie vil eingezogner/ deñ andere Frawen/ vnd weil jhꝛ geſagt woꝛden/ daß die dewung im Magen zu morgen fruͤh bey ſuͤſſem ſchlaf geſchehe/ ſo aß ſie worgens fruͤh vmb 3. Vhꝛ/ oder ein wenig daruor ein Suppen mit drey Eyer/ vnnd jhren Specereyen darein/ ſchlieffe darauff biß auff fuͤnff vhr/ vnnd weil ſie zu ſolcher Stundt jhꝛ Kindt ſaͤugen ſolte/ damit jhr nicht etwan ein Ohnmacht oder ſchwaͤche zuging/ nam ſie ein Eyermuß von drey Eyern/ ſambt einer guten Hennenſuppen zu jhꝛ. | Sie antwortet: Verwundere dich deswegen nicht / dann ihre Klugheit und Mäßigkeit macht sie schön und feist / und in ihren Kindbeten ist sie viel eingezogener / denn andere Frauen / und weil ihr gesagt worden / dass die dewung im Magen zu morgen früh bei süßem Schlaf geschehe / so aß sie worgens früh um 3. Uhr / oder ein wenig davor ein Suppen mit drei Eier / und ihren Spezereien darein / schliefe darauf bis auf fünf Uhr / und weil sie zu solcher Stand ihr Kind säugen sollte / damit ihr nicht etwan ein Ohnmacht oder schwäche zuging / nahm sie ein Eiermus von drei Eiern / samt einer guten Hennensuppen zu ihr. | de | de | de | 1 | 5.1386 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,317 | 1,615 | Vmb die ſibne/ bracht jhꝛ die pflegamm ein bar friſche Eyer/ vmb neun Vhr ein gutes Dotterſuͤple/ mit Specereyen vnnd etlichen Straͤublen/ mit einem guten Trunck gerechter Traminner/ der wermet die Mutter wol. | Um die sibne / brachte ihr die pflegamm ein bar frische Eier / um neun Uhr ein gutes Dottersüple / mit Spezereien und etlichen Sträublen / mit einem guten Trunk gerechter Traminer / der wärmet die Mutter wohl. | de | de | de | 1 | 6.4365 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,318 | 1,615 | Hierauff folget das mittagmahl mit einem Kopaun/ etliche gebratne Voͤgel/ ein wild Rephuͤnl/ vnd zum beſchluß ein Silberne Schal mit Wein vnd Brot vberſchuͤtt/ mit einem Triſet/ das iſt/ mit Zucker vnd allerley Specerey vnder einander. | Hierauf folget das Mittagmal mit einem Kapaun / etliche gebratene Vögel / ein wild Rephünl / und zum Beschluss ein silberne Schal mit Wein und Brot überschütte / mit einem Trist / das ist / mit Zucker und allerlei Spezerei untereinander. | de | de | de | 1 | 5.9787 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,319 | 1,615 | Hierauff ging ein Schlaͤfle/ nach welchem wider das Kind ſaugete/ vnd ſie vmb ein vhꝛ etliche Brandtkuͤchl/ ſambt einẽ guten trunck Wein zu ſich name. | Hierauf ging ein Schläfle / nach welchem wieder das Kind saugte / und sie um ein Uhr etliche Brandtküchl / samt einen guten Trunk Wein zu sich Name. | de | de | de | 1 | 6.1966 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,320 | 1,615 | Vmb 3. vhꝛen folget die Moͤꝛend oder jauſen/ nem̃lich ein gebratenes Kopaͤunl/ neben einem ſchuͤſſele voll kleiner Fiſchen/ Grundlen/ vnd Pfrillen vnder einander/ dañ man diſe gar fuͤr geſund haͤlt/ vnd die Moͤrend ohne das etwas ſeltzambs vñ luſtigers als die andern Malzeitẽ ſein ſol. | Um 3. Uhren folget die Mörend oder jausen / nämlich ein gebratenes Kopäunl / neben einem schussele voll kleiner Fischen / Grundeln / und Pfrillen untereinander / dann man diese gar für gesund hält / und die Mörend ohne das etwas seltsam und lustigeres als die anderen Malzeiten sein soll. | de | de | de | 1 | 6.0415 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,321 | 1,615 | Der Moͤꝛend beſchluß war jhr Wein vñ Brot mit Triſet. | Der Mörend Beschluss war ihr Wein und Brot mit Trist. | de | de | de | 1 | 8.4989 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,323 | 1,615 | Vnd damit ſie deſto luſtiger zum eſſen wer/ ladet vnnd beruffet ſie jhren Mann zu jhr/ der jhr Geſellſchafft leiſtete. | Und damit sie desto lustiger zum Essen wer / ladet und beruft sie ihren Mann zu ihr / der ihr Gesellschaft leistete. | de | de | de | 1 | 5.4138 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,324 | 1,615 | Vmb ſiben vhr gegen Nacht trancke ſie nur ein gute Koppenſuppen. | Um sieben Uhr gegen Nacht Tranke sie nur ein gute Koppensuppen. | de | de | de | 1 | 7.7726 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,325 | 1,615 | Vmb neun vhr vor dem Schlaf vnnd vor dem Kindtſaugen/ namb ſie widerumb etlich Brandtkuͤchlein/ dann ſie ſagte/ daß ſie auff die Nacht gering vnnd gut zuuerdewen ſein/ vnd beſchloſſe mit einem Wein vnnd Brot/ vnnd Triſet. | Um neun Uhr vor dem Schlaf und vor dem Kindsaugen / nahm sie wiederum etlich Brandküchlein / dann sie sagte / dass sie auf die Nacht gering und gut zuuerdewen sein / und beschloss mit einem Wein und Brot / und trist. | de | de | de | 1 | 5.568 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,326 | 1,615 | Wann ſie aber vmb mitter Nacht erwachte/ lieſſe ſie jhr ein gutes Dotterſuͤple mit Specereyen machen/ vnnd diß war der Beſchluß deß vberauß maͤſſigen vnnd eingezogenen Lebens diſer Frawen in der Kindtbeth. | Wann sie aber um Mitte Nacht erwachte / ließe sie ihr ein gutes Dottersüple mit Spezereien machen / und dies war der Beschluss des überaus mäßigen und eingezogenen Lebens dieser Frauen in der Kindtbeth. | de | de | de | 1 | 6.1728 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,327 | 1,615 | O ſchoͤne maͤſſigkeit vnnd Eingezogenheit. | O schöne Mäßigkeit und Eingezogenheit. | de | de | is | 0.667 | 5.5405 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,328 | 1,615 | Weil dann im Teutſchlandt die maͤſſige Weiber in der Kindtbeth alſo leben/ ſo iſt leichtlich zuerachten/ wie die vnmaͤſſige zu leben vnnd ſich zuuerhalten pflegen. | Weil dann im Deutschland die mäßige Weiber in der Kindtbeth also leben / so ist leichtlich zuerachten / wie die unmäßige zu leben und sich zuverhalten pflegen. | de | de | de | 1 | 6.2917 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,329 | 1,615 | Wuͤnſchen wolte ich/ daß vnſerer Spanniſcher gebrauch vñ Artzney auch in Teutſchlandt vblich were/ dañ wir habẽ ein ſonderbaꝛe Guͤrtel vñ gewiſſe Maß/ mit dern man jaͤhrlich alle ledige vñ andere weiber (außgenom̃en die Schwangern) vmbguͤrtet/ vnnd die jenigen/ welche jhre Wampen vngebuͤhrlich angeſchopt haben/ offentlich auff den Pranger ſtellet/ damit jhre Wampen vnd groſſe Baͤuch wol geſehen werden. | Wünschen wollte ich / dass unserer spanischer Gebrauch und Arznei auch in Deutschland vblich wäre / dann wir haben ein sonderbare Gürtel und gewisse Maß / mit deren man jährlich alle ledige und andere Weiber (ausgenommen die Schwangeren) umgürtet / und diejenigen / welche ihre Wampen ungebührlich angeschopt haben / öffentlich auf den Pranger stellet / damit ihre Wampen und große Bäuche wohl gesehen werden. | de | de | de | 1 | 5.285 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,330 | 1,615 | Woferꝛn die Artzney in Teutſchlandt practiſirt wuͤrde/ ſo wurden verhoffentlich alle fruͤchte der Erden/ deß Luffts vnd deß Waſſers beſſer erſprieſſen/ alle ding wolfailer werden/ vnnd nit ſouil ſauffſucht vnnd Kranckheiten/ nem̃lich die Waſſerſucht/ der Auſſatz/ die vnſinnigkeit/ die melancoley/ vergicht/ ſchlafſucht/ der Schlag/ das zittern/ die Laͤme vnnd kruͤmme der Haͤnden/ die hitzige vnnd gifftige Fieber/ vnd der gaͤhe Todt regieren. | Wofern die Arznei in Deutschland practisirt würde / so wurden verhoffentlich alle Früchte der Erden / des Lofts und des Wassers besser ersprießen / alle Ding wohlfeiler werden / und nicht souil Saufsucht und Krankheiten / nämlich die Wassersucht / der Aufsatz / die Unsinnigkeit / die melancoley / Gicht / Schlafsucht / der Schlag / das Zittern / die Lähme und krümme der Händen / die hitzige und giftige Fieber / und der gähe Tod regieren. | de | de | de | 1 | 4.9866 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,331 | 1,615 | Capvt LVIII. | Capvt LVIII. | en | en | et | 0 | 9.3252 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,332 | 1,615 | Guſman erzehlt/ wie es jhm vnnd ſeiner Geſellſchafft in Weſtphalen ergangen/ vnd was ſie einem Jubilirer zu Luͤttich fuͤr einen boſſen geriſſen. | Gusman erzählt / wie es ihm und seiner Gesellschaft in Westfalen ergangen / und was sie einem Jubilierer zu Lüttich für einen bösen gerissen. | de | de | de | 1 | 6.0774 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,333 | 1,615 | ALs wir gantz Oberteutſchlandt/ durchſtrichen hatten/ kamen wir letztlichen in Weſtphalen/ daſelbſt gings vns vbel/ dann etliche Waloniſche Freybeuter begegneten vns auff der Straß nach Muͤnſter/ vnnd namen vns nicht allein vnſeren Comediantiſchen Zeug vnd Kleider/ ſondern zohen vns auch alle vnſere Leibskleider biß auff das Hem̃et auß. | Als wir ganz Oberteutschlandt / durchstrichen hatten / kamen wir letztlichen in Westfalen / daselbst ging es uns übel / dann etliche Wallonische Freibeuter begegneten uns auf der Strass nach Münster / und nahmen uns nicht allein unseren Komödiantischen Zeug und Kleider / sondern zogen uns auch alle unsere Leibskleider bis auf das Hemd aus. | de | de | de | 1 | 5.0358 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,334 | 1,615 | Vñ weil ſich vnſer obriſter Meiſter Pantaleon wolte zur wehꝛ ſtellẽ/ ſo ward er in der furi erſchoſſen: | Und weil sich unser oberster Meister Pantaleon wollte zur wehr stellen / so wurde er in der furi erschossen: | de | de | lb | 0.667 | 6.0214 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,336 | 1,615 | Jn diſer armſeligen vnd bloſſen geſtalt kamen wir gen Muͤnſter (welches die Hauptſtatt inn Weſtphalen vnnd deß Biſchoffs Reſidentz iſt) vnnd wurden durch huͤlff vnſers vmbbrachten Meiſters Frawen widerumb geklaidt. | In dieser armseligen und bloßen Gestalt kamen wir gen Münster (welches die Hauptstadt in Westfalen und des Bischofs Residenz ist) und wurden durch Hilfe unseres umbrachten Meisters Frauen wiederum gekleidet. | de | de | lb | 0.667 | 5.3477 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,337 | 1,615 | Jn wehrendem vnſers Meiſters Lebzeiten hatte ich vilmals ein freundtliches Aug auff ſein Fraw geworffen/ deßgleichen ſie auff mich/ derwegen gedunckte mich an jetzo ein rechte zeit zu ſein/ daß ich meinen Angel außwuͤrffe/ vnd mein heyl verſuchte/ damit ſie mir zu theil wurde: Mein intent vnnd verlangen gerieth mir/ dann ſie war willig/ vnnd wir verehelichten vns mit einander anfangs heimlich/ folgendts offentlich: | In währendem unseres Meisters Lebzeiten hatte ich vielmals ein freundliches Auge auf sein Frau geworfen / desgleichen sie auf mich / derentwegen gedunkte mich an jetzt ein rechte Zeit zu sein / dass ich meinen Angel auswürfe / und mein Heil versuchte / damit sie mir zuteilwurde: Mein Intent und verlangen geriet mir / dann sie war willig / und wir verehelichten uns miteinander anfangs heimlich / folgend öffentlich: | de | de | de | 1 | 5.9315 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,338 | 1,615 | Jch vberꝛedete auch meine Geſellen/ daß wir von dannen durchs Niderlandt vnnd Franckreich/ folgendts in Hiſpanien gen Valentia auff deß Koͤnigs Philippi deß dritten Hochzeit/ die er mit deß Ertzhertzogs Caroli Tochter Fraͤwlein Margret halten wurde/ ziehen/ vnd daſelbſt mit vnſern Comedien vil Gelts loͤſen wolten. | Ich überredete auch meine Gesellen / dass wir von dannen durchs Niederland und Frankreich / folgend in Hispanien gen Valentia auf des Königs Philippi des dritten Hochzeit / die er mit des Erzherzogs Caroli Tochter Fräulein Margret halten wurde / ziehen / und daselbst mit unsern Comedian viel Geld lösen wollten. | de | de | de | 1 | 5.6374 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,339 | 1,615 | Weil aber wir Geltloß waren/ vnnd mein Fraw jhre Kleynodien vngern hergab/ ſo gedachte ich auff alle Mittel vnnd weg/ damit wir Gelt zuwegen bringen: vnnd mit Ehren weiter kommen moͤchten. | Weil aber wir Geltloß waren / und mein Frau ihre Kleinodien ungern hergab / so gedachte ich auf alle Mittel und weg / damit wir Geld zuwegen bringen: und mit Ehren weiter kommen möchten. | de | de | de | 1 | 6.6026 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,340 | 1,615 | Einsmals vnder wegs begegnete vns ein ſehꝛ ſchoͤner junger anſehenlicher/ aber zerꝛißner vnnd vbelgekleidter Menſch/ der ſahe vns fuͤr Herꝛen an/ vnnd bate vmb ein Allmuſen: | Einsmals unter Wegs begegnete uns ein sehr schöner junger ansehenlicher / aber zerrissener und übelgekleideter Mensch / der sah uns für Herren an / und bat um ein Allmusen: | de | de | de | 1 | 5.6382 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,341 | 1,615 | Jch gab jhm eins/ vnnd gab jhme zuuerſtehen/ daß/ woferꝛn er vnſern Rath folgen/ vnnd alles das jenig thun wolte/ was wir jhm befehlen wurden/ wir jhne in Sammet vnnd Seiden kleiden vnnd einen anſehenlichen Grafen auß jhme machen wolten. | Ich gab ihm eins / und gab ihm zuverstehen / dass / wofern er unsern Rat folgen / und alles das jenig tun wollte / was wir ihm befehlen wurden / wir ihn in Samt und Seiden kleiden und einen ansehenlichen Grafen aus ihm machen wollten. | de | de | de | 1 | 4.7439 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,342 | 1,615 | Das hoͤrte er gern vnnd gab ſeinen willen darein. | Das hörte er gern und gab seinen Willen darein. | de | de | de | 1 | 5.0628 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,343 | 1,615 | Da kleideten wir jhne in lauter Sammet vnd Seiden/ henckten jm ein ſcilicet guldene Ketten an halß/ gaben jhm gnug zueſſen vnd zutrincken/ vnd als wir gen Luͤttich in die Statt kamen/ zohen wir in ein ſtattlichs Wirtshauß ein/ vnd lieſſen vns herꝛlich tractiren: | Da kleideten wir ihn in lauter Samt und Seiden / henkten ihm ein scilicet güldene Ketten an Hals / gaben ihm genug zuessen und zutrinken / und als wir gen Lüttich in die Stadt kamen / zogen wir in ein stattliches Wirtshaus ein / und ließen uns herrlich traktieren: | de | de | de | 1 | 4.8874 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,344 | 1,615 | Jetzt vermelter junger Kerl war vnſer Herꝛ/ wir hieſſen jhne einen gnaͤdigen Herꝛn/ biegten vnd buckten vns vor jm/ vñ erzeigten jm aller orten auf der Gaſſen vñ im Hauſe alle gebuͤrliche reuerenz. | Jetzt gemehlter junger Kerl war unser Herr / wir hießen ihn einen gnädigen Herrn / biegten und bückten uns vor ihm / und erzeigten ihm aller Orten auf der Gassen und im Hause alle gebührliche Reverenz. | de | de | de | 1 | 5.4309 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,345 | 1,615 | Einsmals als wir beyſam̃en zu Tiſch ſaſſen/ weidlich zechten vnd vnſern Grafen voll ſoffen/ ich aber ſambt meiner Geſellen einen baten den Wirth/ daß er vns doch zu etwan einem Jubilierer fuͤhren wolte/ der allerhandt ſchoͤne Ring vnd edle Geſtein hette/ ſeytemal vnſer gnaͤdiger Herꝛ voꝛhabens were vmb etlich tauſent Gulden werth zukauffen: | Einsmals als wir beisammen zu Tisch saßen / weidlich zechten und unsern Grafen voll soffen / ich aber samt meiner Gesellen einen baten den Wirt / dass er uns doch zu etwan einem Jubilierer führen wollte / der allerhand schöne Ring und edle Gestein hätte / sintemal unser gnädiger Herr Vorhabens wäre um etlich tausend Gulden wert zukaufen: | de | de | de | 1 | 5.6358 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,346 | 1,615 | Der Wirth brachte vns geſchwind einen zu wegen/ der zeigte vns außbuͤndige koͤſtliche Kleinoder/ ſo biß inn 10000. | Der Wirt brachte uns geschwind einen zu wegen / der zeigte uns ausbündige köstliche Kleinod / so bis in 10000. | de | de | de | 1 | 6.81 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,347 | 1,615 | Gulden werth waren: | Gulden wert waren: | de | de | de | 1 | 6.8195 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,348 | 1,615 | Jch nam ſie zu mir/ ging zu vnſerem am Tiſch ſitzenden Herꝛen Grafen/ vnnd ſtellte mich/ als wolte ich jhms zeigen vnnd fragen ob ers kauffen wolte: | Ich nahm sie zu mir / ging zu unserem am Tisch sitzenden Herren Grafen / und stellte mich / als wollte ich ihms zeigen und fragen ob er es kaufen wollte: | de | de | de | 1 | 4.8813 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,350 | 1,615 | Der Jubilirer war hoͤflich vnd ſagte/ er woͤlle gleichwol wider kommen/ aber die Kleynoter moͤge man wol ſo lang behalten vnnd nach notturfft beſchawen. | Der Jubilierer war höflich und sagte / er wolle gleichwohl wieder kommen / aber die Kleynoter möge man wohl so lang behalten und nach Notdurft beschauen. | de | de | de | 1 | 5.9576 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,351 | 1,615 | Das war nun eben das rechte/ was wir ſuchten vñ begerten/ dann alsbaldt ich die Kleynoter inn meine Haͤnd bracht hatte/ gab ichs meinen Mitgeſellen heimblich zuuerſtehen/ vnd ſie vnnd ich ſtahlen vns allgemach einer nach dem andern auß dẽ Wirtshauß/ vñ auß der Statt/ lieſſen vnſeren gnaͤdigen Herꝛen den Grafen an dem Tiſch ſchlaffendt ſitzen/ vnnd eylten auß dem Luͤtticher Gebiet. | Das war nun eben das rechte / was wir suchten und begehrten / dann alsbald ich die Kleynoter in meine Hände brachte hatte / gab ich es meinen Mitgesellen heimlich zuverstehen / und sie und ich stahlen uns allgemach einer nach dem anderen aus den Wirtshaus / und aus der Stadt / ließen unseren gnädigen Herren den Grafen an dem Tisch schlaffend sitzen / und eilten aus dem Lütticher Gebiet. | de | de | de | 1 | 4.9387 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,352 | 1,615 | Vber zwo Stundt hernacher kam der Jubilirer/ vnnd begerte audientz beym Herꝛn Grafen/ weil aber kein einiger ſeiner Diener verhanden war/ der Graf noch ſtarck ſchlief/ vnnd der Wirth vermeinte/ daß wir Diener ſonſten in der Statt ſpacieren gangen waren/ ſo ermahnte er den Jubilirer zur Gedult/ je laͤnger nun der Jubilirer wartete/ je weniger vnnd langſamer kamen wir Diener widerumb heimb/ derwegen verluhr er vnnd der Wirth die Gedult/ wolten auch laͤnger nicht warten/ ſondern gingen inns ſchlaffenden Herꝛen Grafens Zimmer/ weckten jhne auff/ vnd fragten jhne/ ob er die Kleinoͤder gedaͤchte zu kauffen? | Über zwei Stand hernach kam der Jubilierer / und begehrte Audienz beim Herrn Grafen / weil aber kein einiger seiner Diener vorhanden war / der Graf noch stark schlief / und der Wirt vermeinte / dass wir Diener sonsten in der Stadt spazieren gegangen waren / so ermahnte er den Jubilierer zur Geduld / je länger nun der Jubilierer wartete / je weniger und langsamer kamen wir Diener wiederum heim / derentwegen verlor er und der Wirt die Geduld / wollten auch länger nicht warten / sondern gingen ins schlaffenden Herren Grafen Zimmer / weckten ihn auf / und fragten ihn / ob er die Kleinöder gedächte zu kaufen? | de | de | de | 1 | 5.0484 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,353 | 1,615 | Er gab zur antwort/ daß er vmb keine wiſſe/ aber man moͤchte ſeinen Hofmeiſter fragen. | Er gab zur Antwort / dass er um keine wisse / aber man möchte seinen Hofmeister fragen. | de | de | de | 1 | 5.9964 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,355 | 1,615 | Der bekennte gleichwol alles was ſich mit jhme vno ſeinen Leuthen verloffen/ vnd was geſtallt ſie jhne von ohngefaͤhr/ auff der Straſſen aufgeklaubt/ zu einem Grafen gemacht/ ſtattlich gekleidt/ in diſes Wirthshauß gebracht vnnd vollgeſoffen/ aber daß jhm weder vmb die Kleinoͤter/ noch vmb ſein Leuth/ vnnd wohin ſie kommen/ im wenigſten nichts bewuſt were. | Der bekennte gleichwohl alles was sich mit ihm vno seinen Leuten verloffen / und was Gestalt sie ihn von ungefähr / auf der Straßen aufgeklaubt / zu einem Grafen gemacht / stattlich gekleidet / in dieses Wirtshaus gebracht und vollgesoffen / aber dass ihm weder um die Kleinöter / noch um sein Leute / und wohin sie kommen / im wenigsten nichts bewusst wäre. | de | de | de | 1 | 6.0544 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,356 | 1,615 | Dem allem vnangeſehen aber ward deß Herꝛen Grafen gnad mit Ruthen auß der Statt gehawen/ vnd muſte der Wirth ſein Gelt/ vnd der Jubilirer ſeine Kleinoter verlohꝛen haben. | Dem allem unangesehen aber wurde des Herren Grafen Gnade mit Ruten aus der Stadt gehauen / und musste der Wirt sein Geld / und der Jubilierer seine Kleinotter verloren haben. | de | de | de | 1 | 5.6328 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,357 | 1,615 | Capvt LIX. | Capvt LIX. | en | en | ca | 0 | 9.202 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,358 | 1,615 | Guſman vnnd ſein Comediantiſche Geſellſchafft kombt gen Amiens in Franckreich/ zeucht von dannen in Hiſpanien gen Valentz ꝛc. wirdt daſelbſt gefangen vnd zum Galgen verurtheilt. | Gusman und sein Comediantische Gesellschaft kommt gen Amiens in Frankreich / zieht von dannen in Hispanien gen Valenz etc. wird daselbst gefangen und zum Galgen verurteilt. | de | de | de | 1 | 5.6545 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,359 | 1,615 | DEr boſſen mit dem Jubilierer war vns gerathen/ vnnd ich brachte einen anſehenlichen Schatz an Kleinodien zuwegen/ vnnd kam darmit gen Amiens inn Franckreich/ daſelbſthin verfuͤgten ſich auch meine Geſellen veranlaſter maſſen: | Der bösen mit dem Jubilierer war uns geraten / und ich brachte einen ansehenlichen Schatz an Kleinodien zuwegen / und kam damit gen Amiens in Frankreich / daselbsthin verfügten sich auch meine Gesellen veranlasster Maßen: | de | de | de | 1 | 6.3764 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,360 | 1,615 | Wir zohen aber nicht inn einerley Herberg/ damit wir nicht von Luͤttich auß verkundiſchafft wuͤrden. | Wir zogen aber nicht in einerlei Herberge / damit wir nicht von Lüttich aus verkundischafft würden. | de | de | de | 1 | 6.4025 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,361 | 1,615 | Von dannen zohen wir auff Paris/ folgendts durch Gaſconien vnnd Nauarra, vnnd erꝛeichten letztlichen die Hiſpaniſche grainitzen/ daſelbſt vermeinte ich ſicher zuſein/ verkauffte einen guten theil vnſer Kleinoͤter/ kleidete mich vnd meine Geſellen ſehꝛ ſtattlich vñ verſahen vns nicht allem deme/ was zu agirung aller ſchoͤnen vnnd kurtzweiligen Comedien gehoͤrte. | Von dannen zogen wir auf Paris / folgend durch Gasconien und Nauarra, und erreichten letztlichen die Hispanische grainitzen / daselbst vermeinte ich sicher zu sein / verkaufte einen guten Teil unser Kleinöter / kleidete mich und meine Gesellen sehr stattlich und versahen uns nicht allem dem / was zu Agierung aller schönen und kurzweiligen Comedian gehörte. | de | de | de | 1 | 6.3314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,362 | 1,615 | Mein Fraw Gemahl zohe mit vns/ vnnd wir hatten aller orten einen herꝛlichen vnnd guten muth/ lebten ſtattlich/ vnd ſparten weder den Wein noch Gelt/ dann wir hattens leichtlich gewunnen. | Mein Frau Gemahl zog mit uns / und wir hatten aller Orten einen herrlichen und guten Mut / lebten stattlich / und sparten weder den Wein noch Geld / dann wir hatten leichtlich gewonnen. | de | de | de | 1 | 5.5039 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,363 | 1,615 | Mein Fraw war ein Teutſchin vnnd deß ſauffens gewohnt/ deßgleichen ſpaꝛtens meine Geſellen auch nicht/ vnnd weil es damals in Hundtstagen vnd ein vberauß heiſſe zeit war/ ſo war der durſt meiner Frawen deſtogroͤſſer/ denſelben loͤſchte ſie ſo lang/ biß ſich Lung vnd Leber in jhꝛ entzuͤndete/ erkranckte/ inn wenig tagen zu Liſabona in Portugal diſem Leben vrlaub gab vnd jhꝛe Taͤg mit vollendung deß Todts beſchloſſe. | Mein Frau war ein Teutschin und des Saufens gewohnt / desgleichen Spartes meine Gesellen auch nicht / und weil es damals in Hundstagen und ein überaus heiße Zeit war / so war der Durst meiner Frauen destogrösser / denselben löschte sie so lang / bis sich Lunge und Leber in ihr entzündete / erkrankte / in wenig Tagen zu Lisabona in Portugal diesem Leben Urlaub gab und ihre Tage mit Vollendung des Tods beschloss. | de | de | de | 1 | 5.8027 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,365 | 1,615 | Daſelbſt zu Valentia ward deß vorbemelten Koͤnigs Philippi Hochzeit gehalten/ vnd ich hielt ein Comedi vnd Tragœdi, vnnd ward dardurch ſehr bekandt/ beruͤhmbt/ vnnd von ſchoͤnen Frawen geliebt/ vnd ſonderlich von einer die hieß Jſabella/ die war auch außbuͤndig vnd dermaſſen ſchoͤn vnnd holdtſelig/ daß ich mich inn ſie vernarꝛete vnd ſie zur Ehe nam/ aber mit meinem euſſerſten ſchaden vnnd verderben/ dann ſie war faul/ zerhafft/ vernaſcht/ gail/ hoffaͤrtig vnnd vnerſaͤttlich: | Daselbst zu Valentia wurde des vorbemehlten Königs Philippi Hochzeit gehalten / und ich hielt ein Comedi und Tragoedi, und wurde dadurch sehr bekannt / berühmt / und von schönen Frauen geliebt / und sonderlich von einer die hieß Isabelle / die war auch ausbündig und dermaßen schön und holdselig / dass ich mich in sie vernarrte und sie zur Ehe nahm / aber mit meinem äußersten schaden und verderben / dann sie war faul / Haft / vernascht / geil / hoffärtig und unersättlich: | de | de | de | 1 | 5.063 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,366 | 1,615 | Alles was ich jhr gab/ war zu wenig/ nichts wolte bey jhꝛ erſpꝛieſſen/ dann ſie henckte es alles jhren alt bekandten ſeruidorn vnnd Galanen an/ dardurch ward ich geſchwindt fertig/ Vnnd weil ich jhr nichts mehr hatte zugeben/ vnnd ſie jmmerdar vil wolte haben/ ich auch jhr nichts verſagen oder abſchlagen doͤrffte/ ſo begab ich mich abermals auffs ſtehlen vnd rauberey. | Alles was ich ihr gab / war zu wenig / nichts wollte bei ihr ersprießen / dann sie henkte es alles ihren alt bekannten seruidorn und Galanen an / dadurch wurde ich geschwind fertig / Und weil ich ihr nichts mehr hatte zugeben / und sie immerdar viel wollte haben / ich auch ihr nichts versagen oder abschlagen dürfte / so begab ich mich abermals aufs Stehlen und Rauberei. | de | de | de | 1 | 4.9808 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,367 | 1,615 | O wie recht vnnd wol hat der weiſe Mann geſagt/ daß drey ding vnerſaͤttlich ſeind/ nemblich die Hoͤll/ ein vnkeuſches Weib/ vnnd die Erde/ keinen vnderſchid machet er zwiſchen jhr vnd der Hoͤllen/ von der Hoͤllen vnerſaͤttlichkeit redet Zacharias vnd ſpricht: dilatauit infernus animã ſuam, & aperuit os ſuum abſque vllo termine: | O wie recht und wohl hat der weise Mann gesagt / dass drei Ding unersättlich sind / nämlich die Höll / ein unkeusches Weib / und die Erde / keinen Unterschied macht er zwischen ihr und der Höllen / von der Höllen Unersättlichkeit redet Zacharias und spricht: dilatauit infernus anima suam, & aperuit os suum absque vllo termine: | de | de | de | 1 | 4.9636 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,368 | 1,615 | Als wolte er ſagen/ die Hoͤll hat jhren ſchlundt dermaſſen weit auffgethan/ daß/ ob ſchon noch ſo vil hundert tauſent Seelen hinein kommen/ doch mans nicht verſpuͤret oder mercket. | Als wollte er sagen / die Höll hat ihren Schlund dermaßen weit aufgetan / dass / ob schon noch so viel hunderttausend Seelen hineinkommen / doch man es nicht verspüret oder merkt. | de | de | de | 1 | 4.893 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,369 | 1,615 | Zugleich er weiß auch wie die Hoͤll pfleget die Seelen nicht allein zu ſich zunemmen/ ſonder auch in jhꝛen Flam̃en zubrennen/ vnd zupeinigen: | Zugleich er weiß auch wie die Höll pflegt die Seelen nicht allein zu sich zunehmen / sonder auch in ihren Flammen zubrennen / und zupeinigen: | de | de | de | 1 | 5.4463 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,370 | 1,615 | Alſo ſehen wir/ dz ein vnkeuſches Weib niemaln erſaͤttigt wird/ jhre Buler in jhren begirlichkeiten zuuerbrinnen zupeinigen vnd zumarteren. | Also sehen wir / dass ein unkeusches Weib niemals ersättigt wird / ihre Buhler in ihren begirlichkeiten zuverbrennen zupeinigen und zumartere. | de | de | de | 1 | 5.7583 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,371 | 1,615 | Vilaͤrger iſt das Fewr deß boͤſen Weibs/ weder das Fewer der Hoͤllen/ dann das Hoͤlliſche Fewer brauchet dannocht ein diſcretion vnd beſcheidenheit/ vnnd peiniget einen jeden/ nach ſeinen verdienſten/ aber das Fewer vnd die ſchnoͤde Begierd vnd Geitz eines boͤſen Weibs peiniget ſo wol jhren ehelichen als vnehelichen Mann. | Vielärger ist das Feuer des bösen Weibs / weder das Feuer der Höllen / dann das Höllische Feuer brauchet dennoch ein Diskretion und Bescheidenheit / und peiniget einen jeden / nach seinen Verdiensten / aber das Feuer und die schnöde Begierde und Geiz eines bösen Weibs peiniget so wohl ihren ehelichen als unehelichen Mann. | de | de | de | 1 | 4.4744 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,372 | 1,615 | Das Hoͤlliſch Fewer peiniget die Verdambten/ wegen der beleidigungen/ die ſie wider Gott begangen/ aber ein boͤß Weib peiniget jhren Liebhaber wegen deren jhr erwiſenen guten dienſten/ Jnmaſſen auch mir beſchehen/ dañ je mehꝛ ich diſer meiner Jſabella guts thate/ je mehr ſie mich peinigte/ außmergelte vnnd verurſachte/ daß ich ſambt meinen Geſellen den Leuthen bey der Nacht jhre Maͤntel vom Leib riſſe/ verkauffte vnnd das darauß geloͤſte Gelt meiner ſchoͤnen Frawen anhenckte. | Das höllisch Feuer peiniget die verdammten / wegen der Beleidigungen / die sie wider Gott begangen / aber ein böse Weib peiniget ihren Liebhaber wegen deren ihr erwiesenen guten Diensten / In Maßen auch mir geschehen / dann je mehr ich dieser meiner Isabelle Gutes tat / je mehr sie mich peinigte / außmergelte und verursachte / dass ich samt meinen Gesellen den Leuten bei der Nacht ihre Mäntel vom Leib risse / verkaufte und das daraus gelöste Geld meiner schönen Frauen anhängte. | de | de | de | 1 | 5.1252 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,373 | 1,615 | Diſes mein Nachtgejaidt/ Kappenrucken vnnd Maͤntel ſtehlen trib ich ſo lang/ biß man mich letztlichen erdapte/ befaͤngknuſte ernſtlich beſprachte vnd zum Galgen verurtheilte/ welches dann eben das rechte war/ darnach ich jederzeit ſo ſehr gerungen: | Dieses mein Nachtgejaidt / Kappenrucken und Mäntel stehlen trieb ich so lang / bis man mich letztlichen erdapte / befängknuste ernstlich bespracht und zum Galgen verurteilte / welches dann eben das rechte war / danach ich jederzeit so sehr gerungen: | de | de | de | 1 | 6.9204 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,374 | 1,615 | Were mir auch ohne zweifel zu theyl worden/ woferꝛn ich nicht erbetten worden were/ jnmaſſen auß nachfolgendem Capitel zuuernemmen. | Wäre mir auch ohne Zweifel zuteilworden / wofern ich nicht erbeten worden wäre / in Maßen aus nachfolgendem Kapitel zuvernehmen. | de | de | de | 1 | 5.4076 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,375 | 1,615 | Capvt LX. | Capvt LX. | zh | en | fa | 0 | 7.843 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,376 | 1,615 | Guſman wirdt in der Gefaͤngknuß heimbgeſucht/ getroͤſt/ hinauß zum Galgen gefuͤhrt/ aber erbetten vnnd auff die Galeen verurtheilt. | Gusman wird in der Gefängnis heimgesucht / getrost / hinaus zum Galgen geführt / aber erbeten und auf die Gallen verurteilt. | de | de | de | 1 | 5.6707 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,377 | 1,615 | JN wehrender meiner Gefaͤngknuß hoffte ich jmmerdar der erledigung/ ſeytemal ich inn der außgeſtandenen tortur mehrers nicht bekennt hatte/ als den erſt newlich mit den Maͤnteln begangenen Diebſtal/ aber einsmals viſitiert mich ein Beyſitzer deß Hofgerichts/ diſcurierte mit mir von meinem Handel vnd ließ ſich darneben vernemen/ daß ich gar wol verdient hette/ daß man mir das Prouiant Hauß verſperꝛte. | In währender meiner Gefängnis hoffte ich immerdar der Erledigung / sintemal ich in der ausgestandenen Tortur mehreres nicht bekennt hatte / als den erst neulich mit den Mänteln begangenen Diebstahl / aber einsmals visitiert mich ein Beisitzer des Hofgerichts / diskurrierte mit mir von meinem Handel und ließ sich daneben Vernehmen / dass ich gar wohl verdient hätte / dass man mir das Proviant Haus versperrte. | de | de | de | 1 | 5.2459 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,378 | 1,615 | Das vberhoͤꝛte ich gleichſamb vnnd verantwortete es ſonderbars nicht: | Das überhörte ich gleichsam und verantwortete es sonderbar nicht: | de | de | de | 1 | 6.064 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,379 | 1,615 | Derwegen vnnd damit ich jhne noch beſſer verſtehen ſolte/ ſo redet er gar vil von den heiloſen Leuthen vnnd Landtſtoͤrtzern vnnd ſagte/ daß es je ein boͤſer handel were/ dann was ſolche Geſellen lang an den Fuͤſſen erſparen/ das muͤſſen ſie letztlichen an dem Halß erſparen. | Derentwegen und damit ich ihn noch besser verstehen sollte / so redet er gar viel von den heillosen Leuten und Landtstörtzern und sagte / dass es je ein böser handel wäre / dann was solche Gesellen lang an den Füßen ersparen / das müssen sie letztlichen an dem Hals ersparen. | de | de | de | 1 | 5.5862 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,380 | 1,615 | Diß wolte ich noch nicht recht verſtehn noch einnemen/ ſondern nams inn ſchertz auff: | Dies wollte ich noch nicht recht verstehen noch einnehmen / sondern Nahms in Scherz auf: | de | de | de | 1 | 7.6347 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,381 | 1,615 | Derwegen gab er mir letztlichen zuuerſtehn/ dz ich mich wol gehaben ſolte/ ſeytemal man mich baldt außlaſſen/ erhoͤhen vnnd in Lufft arreſtiren laſſen wurde: | Derentwegen gab er mir letztlichen zuverstehen / dass ich mich wohl gehaben sollte / sintemal man mich bald auslassen / erhöhen und in Luft Arresttieren lassen wurde: | de | de | de | 1 | 6.1258 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,382 | 1,615 | Jch fragte vnnd bate jhne/ daß er mir doch eygentlich ſagen wolte/ wie ers vermeine/ vnd wie es muͤglich were/ daß man einen in die Lufft verarꝛeſtiren koͤnne? | Ich fragte und bat ihn / dass er mir doch eigentlich sagen wollte / wie er es vermeine / und wie es möglich wäre / dass man einen in die Luft verhaften könne? | de | de | de | 1 | 4.3293 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,383 | 1,615 | Aber er laͤchelte/ nam vrlaub von mir/ vnnd ſagte/ daß gar baldander Leuth zu mir kommen vnd mir ſein mainung erklaͤren wuͤrden. | Aber er lächelte / nahm Urlaub von mir / und sagte / dass gar baldander Leute zu mir kommen und mir sein Meinung erklären würden. | de | de | de | 1 | 5.0757 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,384 | 1,615 | Da fing ich erſt an zu zweiflen/ vnd gedachte daß er villeicht durch die obberuͤhꝛte Phraſes das hencken vermeint haben moͤchte/ derwegen machte ich mir je laͤnger je mehꝛ boͤſe Gedancken/ gedachte zu ruck/ hinder mich vnnd fuͤr mich/ das vergangene/ das gegenwertige vnd zukuͤnfftige: | Da fing ich erst an zu zweifeln / und gedachte dass er vielleicht durch die obberührte Phrases das Henken vermeint haben möchte / derentwegen machte ich mir je länger je mehr böse Gedanken / gedachte zu Ruck / hinter mich und für mich / das vergangene / das gegenwärtige und zukünftige: | de | de | de | 1 | 5.2789 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,385 | 1,615 | O hette ichs ehe gethan/ ſo wurde ich mich an jetzo in keinem ſolchen boͤſen Standt befunden haben: | O hätte ich es ehe getan / so wurde ich mich an jetzt in keinem solchen bösen Stand befunden haben: | de | de | de | 1 | 6.5902 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,386 | 1,615 | Aber leyder/ es war nunmehr zuſpat/ derwegen vnd weil ich Gott meinen Herꝛen ſo offt vnd vilmals verlaſſen/ vnd gleichſamb mit gewalt von mir geſtoſſen vnd getriben hette/ ſo gedunckt mich an jetzo/ daß er mich gleichfals verlaſſen/ vnnd ſein Goͤttliche Hand von mir abgezogen hatte/ dannenhero fing ich an mich ſehr vbel zugehaben/ vnnd gleichſamb in verzweiflung zugerathen. | Aber leider / es war nunmehr zuspate / derentwegen und weil ich Gott meinen Herren so oft und vielmals verlassen / und gleichsam mit Gewalt von mir gestoßen und getrieben hätte / so gedunkt mich an jetzt / dass er mich gleichfalls verlassen / und sein Göttliche Hand von mir abgezogen hatte / dannenher fing ich an mich sehr übel zugehaben / und gleichsam in Verzweiflung zugeraten. | de | de | de | 1 | 5.356 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,387 | 1,615 | Als ſolches der Kerckermeiſter vermerckte/ holte er zween Barfuͤſſer Muͤnch/ deren einer fing an von weittem mit mir zu diſcurrieren, vnnd mich vmb meine gelegenheit vnnd anligen zu fragen/ vnd als er vermerckte/ daß ich faſt kleinmuͤtig war/ ſprach er: Mein Freundt/ du ſolleſt wiſſen/ daß der Teufel vnſer abgeſagter feind vns Menſchen mit allerhand verſuchungen/ vnnd ſonderlich mit zweyerley anfichtet: | Als solches der Kerkermeister vermerkte / holte er zweien Barfusser Münch / deren einer fing an von weitem mit mir zu diskurrieren, und mich um meine Gelegenheit und Anliegen zu fragen / und als er vermerkte / dass ich fast kleinmütig war / sprach er: Mein Freund / du sollest wissen / dass der Teufel unser abgesagter Feind uns Menschen mit allerhand Versuchungen / und sonderlich mit zweierlei anfichtet: | de | de | de | 1 | 5.269 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,388 | 1,615 | Mit der einen treibt er vns zu der vermeſſenheit/ vnnd mit der andern zu der verzweiflung. | Mit der einen treibt er uns zu der Vermessenheit / und mit der anderen zu der Verzweiflung. | de | de | de | 1 | 4.1895 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,389 | 1,615 | Was das erſte/ nemblich die vermeſſenheit belangt/ ſihe vnnd ſpuͤre ich an dir/ daß der boͤß Feindt dich von deiner zarten Jugendt hero dermaſſen vberredt vnnd eingenommen/ daß du inn deinen Suͤnden/ Laſtern vnnd boßheit jederzeit halßſtarꝛigklich beharꝛet/ vnnd dich vor der allen Gottloſen betrohten Goͤttlichen Straff im wenigſten gefoͤrcht haſt/ vnnd biſtu derwegen biß dato eben der jenig geweſt von welchem geſchriben ſtehet: | Was das erste / nämlich die Vermessenheit belangt / siehe und spüre ich an dir / dass der böse Feind dich von deiner zarten Jugend her dermaßen überredet und eingenommen / dass du in deinen Sünden / Lastern und Bosheit jederzeit halßstarrigklich beharret / und dich vor der allen Gottlosen bedrohten göttlichen Strafe im wenigsten geförcht hast / und bist du derentwegen bis dato eben der jenig gewesen von welchem geschrieben steht: | de | de | de | 1 | 5.5837 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,390 | 1,615 | Peccator cum in profundum venerit: contemnit. | Peccator cum in profundum venerit: contemnit. | la | it | la | 0 | 6.0372 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,391 | 1,615 | So vil aber das ander/ nemblich die verzweiflung belangt/ wann die Vbelthaͤter letztlichen inn die Haͤnd der iuſtitiæ oder weltlichen Obrigkeit gerathen/ alsdann erjnnert vnnd mahnet der boͤſe Feindt ſie an das ſehr ſtrenge vrthel GOttes wider die Suͤnden/ Jtem an die ſchwere vnd ſchendlichkeit ſeiner Suͤnden/ an die vnmuͤglichkeit der Satisfaction vnd genugthuung/ vnnd an die geſchaͤmigkeit deß beichtens/ vnnd vermittelſt diſer Gedancken bringet er jhne inn verzweiflung: | So viel aber das ander / nämlich die Verzweiflung belangt / wann die Übeltäter letztlichen in die Hände der iustitiae oder weltlichen Obrigkeit geraten / alsdann erinnert und mahnet der böse Feind sie an das sehr strenge vrthel Gottes wider die Sünden / Item an die schwere und Schändlichkeit seiner Sünden / an die Unmöglichkeit der Satisfaktion und Genugtuung / und an die Geschämigkeit des Beichtens / und vermittels dieser Gedanken bringt er ihn in Verzweiflung: | de | de | de | 1 | 4.7338 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,392 | 1,615 | Eben alſo ergehts auch dir/ vnnd zu gleicher weiß wie ein Nachtigal/ wann ſie gefangen worden/ ſich dermaſſen erzuͤrnet/ daß ſie ſtirbt/ allſo weil du dich an jetzo nicht allein inn den Haͤnden der Iuſtitiæ ſondern auch deß Teuffels banden gefangen befindeſt/ ſo erzuͤrneſtu dich dermaſſen wider dich ſelbſt/ daß du verzweifelſt vnd ſam̃t jenem ſpꝛichſt: deſperaui, nequaquam vltra iam viuam: | Eben also ergehts auch dir / und zu gleicher weiß wie ein Nachtigall / wann sie gefangen worden / sich dermaßen erzürnet / dass sie stirbt / also weil du dich an jetzt nicht allein in den Händen der Justitia sondern auch des Teufels banden gefangen befindest / so erzürnest dich dermaßen wider dich selbst / dass du verzweifelst und samt jenem sprichst: desperaui, nequaquam ultra iam viuam: | de | de | de | 1 | 5.4121 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,393 | 1,615 | Aber mein lieber Freundt/ nicht lauffe alſo zum ewigen Todt/ nicht begib dich der verzweiflung zum raub/ nicht thue ſtatt den boͤſen gedancken/ nit ſprich ſampt jenen: deſperauimus, poſt cogitationes noſtras ibimus: ſonder lauffe vnd eyle zum heilſamen remedio vnd port der Goͤttlichen barmhertzigkeit/ dann ob ſchon deine Suͤnd die anzahl deß Sandts am Meer vbertreffen vnnd vil groͤſſer weren/ dann die Suͤnd Judæ/ Pilati/ Sodomæ/ aller Juden vnd vbelthaͤter/ ſo iſt doch Gott willig vnd bereit dich zubegnaden/ woferꝛn du zu jhm lauffeſt/ wahre rew vnd leydweſen haſt/ vnnd jhne vmb gnad anruffeſt. | Aber mein lieber Freund / nicht laufe also zum ewigen Tod / nicht begib dich der Verzweiflung zum raub / nicht tue statt den bösen Gedanken / nicht sprich samt jenen: desperauimus, post cogitationes nostras ibimus: sonder laufe und Eile zum heilsamen remedio und Port der göttlichen Barmherzigkeit / dann ob schon deine Sünde die Anzahl des Sands am Meer übertreffen und viel größer wären / dann die Sünde Jude / Pilati / Sodomae / aller Juden und Übeltäter / so ist doch Gott willig und bereit dich zubegnaden / wofern du zu ihm lauffest / wahre Reue und Leidwesen hast / und ihn um Gnade anruffest. | de | de | de | 1 | 5.7398 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,394 | 1,615 | Vnendtlich vil groͤſſer iſt ſein Barmhertzigkeit/ weder da ſein kan dein Boßheit: | Unendlich viel größer ist sein Barmherzigkeit / weder da sein kann dein Bosheit: | de | de | de | 1 | 5.8105 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,395 | 1,615 | Seine allerheiligſte Wunden bezeugen/ daß du mit jhm verſoͤhnt kanſt werden/ woferꝛn du ein wahꝛe rew haſt vber deine Suͤnd/ vnd jhne von hertzen begereſt zulieben: | Seine allerheiligste Wunden bezeugen / dass du mit ihm versöhnt kannst werden / wofern du ein wahre Reue hast über deine Sünde / und ihn von Herzen begehrest zulieben: | de | de | de | 1 | 4.8493 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,396 | 1,615 | Seine allerheiligſte Armẽ ſtreckt er am Creutz auß/ damit er die Suͤnder auffneme vnd vmbfahe/ woferꝛn du in denſelbigen begereſt zu leben vnd zu ſterben. | Seine allerheiligste Armen streckt er am Kreuz aus / damit er die Sünder aufnehme und vmbfahe / wofern du in denselbigen begehrest zu leben und zu sterben. | de | de | de | 1 | 5.0141 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,397 | 1,615 | Capvt LXI. | Capvt LXI. | fi | en | en | 0 | 7.0728 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,398 | 1,615 | Guſman wirdt noch durch einen andern Geiſtlichen heimbgeſucht/ vnnd getroͤſt/ zur Beicht vnd Communion bewegt. | Gusman wird noch durch einen anderen Geistlichen heimgesucht / und getrost / zur Beichte und Kommunion bewegt. | de | de | de | 1 | 5.0288 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,399 | 1,615 | Vor Gericht gefuͤhꝛt/ zum Strang verurtheilt/ aber erbetten vnnd auff die Galeen geſchmidt. | Vor Gericht geführt / zum Strang verurteilt / aber erbeten und auf die Gallen geschmiedet. | de | de | de | 1 | 7.3975 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,401 | 1,615 | Diſpone domui tui, quia morieris tu, & nõ viues, Weil ich dann von dem jenigen religioſo, der dich geſtern heimbgeſucht/ vernommen/ daß du gleichfals kranck/ vnnd dich deß ſterbens beſorgeſt/ ſo hab ich dich ebenmaͤſſig heimbſuchen vnnd ermahnen woͤllen/ daß du dein Hauß oder Gewiſſen verſoꝛgen/ dir ein gute fahrt zum Himmel beraiten/ den vnreinen Geiſt vnd deſſen boͤſe eingebungen auß deinem Hertzen vnnd Sinn ſchlagen vnd vertreiben/ dich mit deinem GOtt/ vermittelſt der wahren contrition, beicht vnnd genugthuung/ ſo vil jmmer muͤglich/ verſoͤhnen/ vnd ein Kind deß ewigen Lebens werden muͤgeſt. | Dispone domui tui, quia morieris tu, & no viues, weil ich dann von demjenigen religioso, der dich gestern heimgesucht / vernommen / dass du gleichfalls krank / und dich des Sterbens besorgest / so habe ich dich ebenmäßig heimsuchen und ermahnen wollen / dass du dein Haus oder Gewissen versorgen / dir ein gute fahrt zum Himmel bereiten / den unreinen Geist und dessen böse Eingebungen aus deinem Herzen und Sinn schlagen und vertreiben / dich mit deinem Gott / vermittels der wahren contrition, beichte und Genugtuung / so viel immer möglich / versöhnen / und ein Kind des ewigen Lebens werden mögest. | de | de | de | 1 | 4.7657 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,402 | 1,615 | Vnd ob ſchon dein pœnitentz vnnd bußfertigkeit nicht genugſamb iſt/ deine Suͤnd zuuertilgen/ ſo erſetzet es doch die groſſe vnd vnentliche Barmhertzigkeit GOttes/ dieſelbe vermiſchet ſich mit deiner Bußfertigkeit vnnd vberwindet deine Boßheit. | Und ob schon dein Pönitenz und Bußfertigkeit nicht genugsam ist / deine Sünde zuvertilgen / so ersetzet es doch die große und unetliche Barmherzigkeit Gottes / dieselbe vermischet sich mit deiner Bußfertigkeit und überwindet deine Bosheit. | de | de | de | 1 | 5.087 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,403 | 1,615 | Nicht ſprich: | Nicht sprich: | de | de | de | 1 | 8.6903 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,404 | 1,615 | ich hab zuuil geſuͤndigt/ vnnd kan nicht ſelig werden/ noch auch den zornigen GOTT bitten/ es iſt vil zu ſpat/ ſondern ſprich ſambt dem Dauid: | ich habe zuuil gesündigt / und kann nicht selig werden / noch auch den zornigen GOTT bitten / es ist viel zu spät / sondern sprich samt dem David: | de | de | de | 1 | 5.1035 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,405 | 1,615 | Miſerere mei Deus ſecundum multitudinem miſerationum tuarum dele iniquitates meas: | Miserere mei Deus secundum multitudinem miserationum tuarum dele iniquitates meas: | la | la | la | 0 | 5.0449 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,406 | 1,615 | Dann die groſſe Barmhertzigkeit deß HERREN vertilget groſſe Laſter/ vnnd die meng ſeiner Barmhertzigkeit verzeihet die meng der Suͤnden: | Dann die große Barmherzigkeit des HERREN vertilget große Laster / und die meng seiner Barmherzigkeit verzeihet die meng der Sünden: | de | de | af | 0.667 | 6.4567 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,407 | 1,615 | Zu allen vnnd jeden Stunden vnnd Zeiten iſt er willig vnnd berait die bekehꝛte Suͤnder zu gnaden auff zunemmen/ Dann er ſelbſt ſpricht: reuertere ad me, & ego ſuſcipiam te: Wer aber an ſolchem ſeinem guten willen vnnd Barmhertzigkeit zweifelt/ der iſt jhrer nicht wuͤrdig vnnd wirdt vnder die vnbußfertigen gezehlt: | Zu allen und jeden Stunden und Zeiten ist er willig und bereit die bekehrte Sünder zu Gnaden aufzunehmen / Dann er selbst spricht: reuertere ad me, & ego suscipiam te: Wer aber an solchem seinem guten Willen und Barmherzigkeit zweifelt / der ist ihrer nicht würdig und wird unter die unbußfertigen gezählt: | de | de | de | 1 | 5.7362 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,408 | 1,615 | Aber die auff den Herꝛen hoffen/ werden mit Barmhertzigkeit vmbgeben. | Aber die auf den Herren hoffen / werden mit Barmherzigkeit umgeben. | de | de | de | 1 | 6.6456 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,409 | 1,615 | Jnnmittelſt nun du wahre Rew vnnd Buß haſt/ hoffeſt vnnd betteſt/ bitten die Heiligen fuͤr dich/ die Engel bringen dem Herꝛn dein noth vnd verlangen fuͤr/ vnnd CHriſtus ſelbſt bittet den Vatter fuͤr dich/ dann er iſt ein Aduocat/ Fuͤrſprecher vnnd Aduocat der Bußfertigen/ keines wegs aber der vnbußfertigen vnnd verſtockten Suͤnder/ ſondern vilmehꝛ iſt er jhꝛ ſtrenger Richter. | Inmittelst nun du wahre Reue und Buße hast / hoffest und bettest / bitten die Heiligen für dich / die Engel bringen dem Herrn dein Not und verlangen für / und Christus selbst bittet den Vater für dich / dann er ist ein Advokat / Fürsprecher und Advokat der Bußfertigen / keines Wegs aber der unbußfertigen und verstockten Sünder / sondern vielmehr ist er ihr strenger Richter. | de | de | lb | 0.667 | 4.9188 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,410 | 1,615 | Jch ließ mir diſe erjnnerung zu Hertzen gehen/ beichtete vnd Communicirte/ ward deß andern Tags hernacher voꝛ Gericht gefuͤhrt vñ zum Strang verurtheilt/ deſſen beſchwerte ich mich/ gab mich fuͤr einen gebornen Edelmann auß/ beruffte mich auff die priuilegia; welche die Edelleuth von den Geſaͤtzen/ von Fuͤrſten vnd von den gebꝛaͤuchen hergebꝛacht/ ſo vnder anderen auch diß vermuͤgen/ daß nemblich kein Edelman mit Ruthen gezuͤchtiget/ noch gefoltert oder an der ſtrengen frag gewoꝛffen/ ſonder allzeit gnaͤdiglicher geſtꝛaft/ keins wegs aber gehenckt/ aber wol gekoͤpfft werden ſolle/ derwegen ſpricht Euripides: | Ich ließ mir diese Erinnerung zu Herzen gehen / beichtete und Kommunizierte / wurde des anderen Tags hernach vor Gericht geführt und zum Strang verurteilt / dessen beschwerte ich mich / gab mich für einen geborenen Edelmann aus / beruft mich auf die priuilegia; welche die Edelleute von den Gesetzen / von Fürsten und von den Gebräuchen hergebracht / so unter anderen auch dies vermögen / dass nämlich kein Edelmann mit Ruten gezüchtigt / noch gefoltert oder an der strengen frag geworfen / sonder allzeit gnädiglicher gestraft / keins Wegs aber gehängt / aber wohl geköpft werden solle / derentwegen spricht Euripides: | de | de | de | 1 | 5.2248 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,411 | 1,615 | Turpes quidem laquei ſublimes &c. vnd Virgilius ſpricht: | Turpes quidem laquei sublimes & c. und Virgilius spricht: | pt | la | fr | 0 | 6.0095 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,412 | 1,615 | Et nodum informis lethi trabe nectit ab alta. | Et nodum informis lethi trabe nectit ab alta. | fi | en | zu | 0 | 6.4044 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,413 | 1,615 | Hierauff aber ward mir zur antwort gegeben/ daß man den Edelman lauffen/ aber den Dieb hencken laſſen wurde. | Hierauf aber wurde mir zur Antwort gegeben / dass man den Edelmann laufen / aber den Dieb henken lassen wurde. | de | de | de | 1 | 5.6655 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,414 | 1,615 | Vnd ob wol ich ſtarck darwider proteſtirte, vnnd jhnen zuuerſtehen gab/ daß ich im wenigſten gedaͤchte mich hencken zulaſſen/ ſie moͤchtẽ gleich darauß machen was ſie woͤlten. | Und ob wohl ich stark dawider protestierte, und ihnen zuverstehen gab / dass ich im wenigsten gedächte mich henken zulassen / sie möchten gleich daraus machen was sie wollten. | de | de | de | 1 | 5.8298 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,415 | 1,615 | Deßgleichen wehꝛete ich mich vnnd appellirte von dem vngerechten vnnd vnbarmhertzigen Vrthel deß maſculini generis, oder Mannsgeſchlechts an das gerechte vnd barmhertzige fœminimum genus, oder Weibsgeſchlecht vnnd ſonderlich an die Koͤnigkliche Braut: | Desgleichen wehrte ich mich und appellierte von dem ungerechten und unbarmherzigen Urteil des masculini generis, oder Mannsgeschlechts an das gerechte und barmherzige foeminimum Genus, oder Weibsgeschlecht und sonderlich an die königliche Braut: | de | de | de | 1 | 4.6577 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,416 | 1,615 | Mit bitt/ man woͤlle es jhꝛer Majeſtaͤt alſo fuͤrbringen vnnd bey derſelben vmb ein allergnaͤdigſte interceſſion vnd fuͤrbitt anhalten: | Mit bitte / man wolle es ihrer Majestät also vorbringen und bei derselben um ein allergnädigste Interzession und fürbitt anhalten: | de | de | de | 1 | 6.4303 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,417 | 1,615 | Dem allem aber vnangeſehen/ fuͤhrte man mich hinauß zu der Gerichtſtatt/ vnnd auff die Laiter/ vnnd als man mir den ſtrick vmb den halß legen wolte/ verwiderte ich mich deſſen/ vnnd ſagte zum Hencker/ er ſolls bleiben laſſen/ dann ich koͤnne je nichts enges vmb den Halß leiden/ vnnd were es nicht gewohnt: | Dem allem aber unangesehen / führte man mich hinaus zu der Gerichtstatt / und auf die Leiter / und als man mir den strick um den Hals legen wollte / widerte ich mich dessen / und sagte zum Henker / er soll es bleiben lassen / dann ich könne je nichts Enges um den Hals leiden / und wäre es nicht gewohnt: | de | de | de | 1 | 4.5727 |
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