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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,519
1,615
Beſchließlichen ſoll die contritio nicht verſchoben werden/ damit ſie vns deſto leichter ankomme/ dann wie es denen/ welche zu Hof der guten vnnd zarten Speiſen vnd Bißlein gewohnt ſeindt/ ſchwer ankombt/ daß ſie/ wann ſie geurlaubt woꝛden/ nur magere Waſſerſuppen/ Ruben vnnd Kraut eſſen/ oder ſonſten ſich armſeliglich behelffen muͤſſen/ alſo ſehen wir/ daß denen in den Leibswolluͤſten eralteten Menſchen das faſten vnd andere bußfertige Werck vnd gute Tugendten zuuͤben allerdings zuwider vnnd beſchwerlich iſt.
Beschließlichen soll die contritio nicht verschoben werden / damit sie uns desto leichter ankomme / dann wie es denen / welche zu Hof der guten und zarten Speisen und Bisslein gewohnt sind / schwer ankommt / dass sie / wann sie geurlaubt worden / nur magere Wassersuppen / Ruben und Kraut essen / oder sonsten sich armselig behelfen müssen / also sehen wir / dass denen in den Leibswollüsten eralteten Menschen das fasten und andere bußfertige Werk und gute Tugenden zuüben allerdings zuwider und beschwerlich ist.
de
de
de
1
5.4815
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,520
1,615
Vſitata culpa ita obligat mentem vt nequaquam ſurgere poſſit ad rectitudinem.
Vsitata culpa ita obligat mentem ut nequaquam surgere possit ad rectitudinem.
la
qu
ca
0
5.7795
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,521
1,615
Von der andern Tagreiß der pœnitentz, nemblich von der Beicht vnnd was zu derſelben gehoͤrt.
Von der anderen Tagreise der Pönitenz, nämlich von der Beichte und was zu derselben gehört.
de
de
de
1
5.2089
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,522
1,615
WJE der Menſch vermittelſt der vorbemelten erſten Tagreiß nemblich der contrition, auß dem Landt vnnd Gebiet der Iuſtitiæ gelanget/ alſo gelanget er vermittelſt der andern Tagreiß/ nemblich der Bricht/ zum Pallaſt der Barmhertzigkeit/ vermuͤg der wort:
Wie der Mensch vermittels der vorbemehlten ersten Tagreise nämlich der contrition, aus dem Land und Gebiet der Justitia gelangt / also gelangt er vermittels der anderen Tagreise / nämlich der Bricht / zum Palast der Barmherzigkeit / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.7125
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,523
1,615
Introite portas eius in confeſſione.
Introite portas eius in confessione.
it
la
la
0
5.5322
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,524
1,615
Diſe Tagreiß hat verꝛicht der heilig Dauid/ als er ſagte:
Diese Tagreise hat verrichtet der heilig David / als er sagte:
de
de
de
1
6.8667
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,525
1,615
Media nocte ſurgebam ad cõfitendum tibi.
Media nocte surgebam ad cofitendum tibi.
la
de
la
0.333
7.6347
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,526
1,615
Item: Confitebor Domino nimis in ore meo.
Item: Confitebor Domino nimis in ore meo.
it
en
la
0
5.6536
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,527
1,615
Item: Præoccupemus faciem eius in confeſſione.
Item: Praeoccupemus faciem eius in confessione.
it
la
la
0
5.6142
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,528
1,615
Vnd eben diſe Tagreiß oder Beicht muß erſtlich beſchehen mit einer guten Vorbereitung vnnd vorhergangener gnugſamer erforſchung deß Gewiſſens vnnd aller Todtſuͤnd mit jhꝛen vmbſtaͤnden.
Und eben diese Tagreise oder Beichte muss erstlich geschehen mit einer guten Vorbereitung und vorhergangener genugsamer Erforschung des Gewissens und aller Todsünde mit ihren Umständen.
de
de
de
1
5.8603
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,529
1,615
Dann wie Plato ſich bißweiln im Spiegel beſchawte/ nicht zwar auß fuͤrwitz/ ſondern damit er ſehen moͤchte/ ob ſich ſein Geſtallt durch das embſige vnnd ſtaͤttige ſtudteren nicht etwann verendert haͤtte/ Allſo ſollen auch wir den Standt vnſers Gewiſſens im Spiegel der Seelen beſchawen/ nicht zwar auß fuͤrwitz/ ſondern damit wir ſehen vnnd warnemmen moͤgen/ ob vnnd wie vil wir durch vnſer vnordenliches Leben verlohren haben an vnſer natuͤrlichen diſpoſition, Jnnmaſſen Dauid gethan ſprechendt:
Dann wie Plato sich bisweilen im Spiegel beschaute / nicht zwar aus Fürwitz / sondern damit er sehen möchte / ob sich sein Gestalt durch das emsige und stetige staderen nicht etwan verändert hätte / also sollen auch wir den Stand unseres Gewissens im Spiegel der Seelen beschauen / nicht zwar aus Fürwitz / sondern damit wir sehen und wahrnehmen mögen / ob und wie viel wir durch unser vnordenliches Leben verloren haben an unser natürlichen Disposition, Inmassen David getan sprechend:
de
de
de
1
5.3839
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,530
1,615
Cogitaui vias meas & conuerti pedes meos in teſtimonia tua.
Cogitaui vias meas & conuerti pedes meos in testimonia tua.
it
la
la
0
5.8987
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,531
1,615
Wie auch ein Aduocat ſich mit ſeinen allegationibus gefaſt machet/ ehe vnd beuor er vor Gericht erſcheint/ alſo muͤſſen auch wir die allegationes vnſerer Suͤnden vor dem von GOTT nachgeſetzten Richter/ nemblich dem Prieſter/ wider vnns ſelbſt zu allegieren gefaſt erſcheinen/ Jnmaſſen Dauid gethan/ als er ſagte:
Wie auch ein Advokat sich mit seinen allegationibus gefast macht / ehe und bevor er vor Gericht erscheint / also müssen auch wir die allegationes unserer Sünden vor dem von GOTT nachgesetzten Richter / nämlich dem Priester / wider uns selbst zu allegieren gefast erscheinen / In Maßen David getan / als er sagte:
de
de
de
1
5.4101
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,532
1,615
Meditabar nocte cum corde meo peccata mea, & exercitabar ca lugendo & in vnum colligendo, & tunc ſcopebam ſpiritum meum vndique feces perquirendo, & per pallam linguæ in confeſſione eijciendo.
Meditabar nocte cum corde meo peccata mea, & exercitabar ca lugendo & in vnum colligendo, & tunc scopebam spiritum meum vndique feces perquirendo, & per pallam linguae in confessione eijciendo.
la
la
la
0
5.1805
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,533
1,615
Sicut oculi ancillæ in manibus Dominæſuæ, ita oculi noſtri ad Dominum Deum noſtrum.
Sicut oculi ancillae in manibus Dominaesuae, ita oculi nostri ad Dominum Deum nostrum.
la
la
co
0
4.7282
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,534
1,615
Nichts iſt Gott dem Herꝛen angenemer/ als eben die betrachtung vnd bekehꝛung der Suͤnden.
Nichts ist Gott dem Herren angenehmer / als eben die Betrachtung und Bekehrung der Sünden.
de
de
de
1
5.0619
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,535
1,615
Wie aber etliche Haußmaͤgd dermaſſen faul ſein/ daß ſie das Kehrkoth etwan in einem Winckel deß Hauſes ligen laſſen vnd dardurch einen Geſtanck vnnd faͤulnuß im Hauſe verurſachen/ alſo pflegen etliche Menſchen auß lauter Scham/ jhre Suͤnd nach dem examine, fahren zulaſſen vnd nicht zubeichten.
Wie aber etliche Haußmägd dermaßen faul sein / dass sie das Kehrkot etwan in einem Winkel des Hauses liegen lassen und dadurch einen Gestank und Fäulnis im Hause verursachen / also pflegen etliche Menschen aus lauter Scham / ihre Sünde nach dem examine, fahren zulassen und nicht zubeichten.
de
de
de
1
5.8175
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,536
1,615
Das ander requiſitum der Beicht iſt/ daß ſie particulariter vollkommenlich vnd vmbſtendtlich beſchehe/ dañ wañ der Menſch ſich entdeckt/ ſo pflegt Gott jhne zubedecken:
Das ander requisitum der Beichte ist / dass sie particulariter vollkommen und umständlich geschehe / dann wann der Mensch sich entdeckt / so pflegt Gott ihn zubedecken:
de
de
de
1
6.142
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,537
1,615
Hergegen wann der Menſch ſich bedecket/ ſo entdecket jhne Gott mit ſeiner Schandt vnd Schad/ vnnd es ſtehet geſchriben:
Hergegen wann der Mensch sich bedecket / so entdecket ihn Gott mit seiner Schande und Schad / und es steht geschrieben:
de
de
de
1
5.1902
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,538
1,615
Beati quorũ remiſſe ſunt iniquitates, & quorũ peccata tecta ſunt: Jtem:
Beati quoru remisse sunt iniquitates, & quoru peccata tecta sunt: Item:
en
la
la
0
4.9516
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,539
1,615
Vide te nudam & confeſſione plenam, & expandiamictum meum ſuper te, & operui ignominiam tuam.
Vide te nudam & confessione plenam, & expandiamictum meum super te, & operui ignominiam tuam.
la
la
la
0
6.3479
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,540
1,615
Das dritte requiſitum der Beicht iſt/ daß der Menſch ſich ſelbſt klaͤrlich anklage/ vnnd nichts hinderhalte/ dann GOtt ſuchet ein nackendes Gewiſſen deß Suͤnders/ damit ers mit den Kleidern ſeiner Gaben bekleiden moͤge/ dann er ſelbſt ſpricht:
Das dritte requisitum der Beichte ist / dass der Mensch sich selbst klärlich anklage / und nichts hinterhalte / dann Gott suchet ein nackendes Gewissen des Sünders / damit er es mit den Kleidern seiner Gaben bekleiden möge / dann er selbst spricht:
de
de
de
1
4.9753
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,541
1,615
Oſtende mihi faciem tuam, ſonet vox tua in auribus meis:
Ostende mihi faciem tuam, sonet vox tua in auribus meis:
la
la
la
0
5.941
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,542
1,615
Als wolte er ſagen:
Als wollte er sagen:
de
de
de
1
3.3964
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,543
1,615
Zeige mir dein Gewiſſen/ vnnd laß dein Stimm klingen in den Ohꝛen meiner Prieſter/ dann wie das Angeſicht deß Leibs nackent ſein ſoll/ alſo ſoll das Gewiſſen offen vnd bloß ſein/ vor Gott vnd dem Prteſter:
Zeige mir dein Gewissen / und lass dein Stimme klingen in den Ohren meiner Priester / dann wie das Angesicht des Leibs nackend sein soll / also soll das Gewissen offen und bloß sein / vor Gott und dem Prtester:
de
de
de
1
4.9203
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,544
1,615
Vnd weil die Fleck im Angeſicht ſchaͤndlich ſeindt/ ſo muß es vilmals gewaſchen aber nicht verdeckt werden/ dann die Suͤnd/ welche verborgen oder entſchuldigt wirdt/ ſchreyt allzeit wider den Suͤnder.
Und weil die Fleck im Angesicht schändlich sind / so muss es vielmals gewaschen aber nicht verdeckt werden / dann die Sünde / welche verborgen oder entschuldigt wird / schreit allzeit wider den Sünder.
de
de
de
1
5.597
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,545
1,615
Viertens ſoll die Beicht beſchehen auß andacht vnnd mit einer Gottsforcht/ dann etliche Menſchen beichten auß weltlicher forcht/ damit ſie nicht fuͤr Ketzer gehalten werden.
Viertens soll die Beichte geschehen aus Andacht und mit einer Gottsfurcht / dann etliche Menschen beichten aus weltlicher fürchtet / damit sie nicht für Ketzer gehalten werden.
de
de
de
1
5.259
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,546
1,615
Andere beichten nur auß Foꝛcht deß Todts/ wie Antiochus/ Pharao/ vnnd Herodes gethan/ aber kein Barmhertzigkeit erlangt.
Andere beichten nur aus Furcht des Tods / wie Antiochus / Pharao / und Herodes getan / aber kein Barmherzigkeit erlangt.
de
de
de
1
5.4961
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,547
1,615
Andere beichten wegen der Weltlichen ehr/ damit ſie fuͤr fromb gehalten werden/ Jnmaſſen jener Fuchs gethan/ welcher ſich ſtellte/ als were er todt/ damit er die Huͤner deſto beſſer fahen moͤchte.
Andere beichten wegen der weltlichen Ehre / damit sie für fromm gehalten werden / In Maßen jener Fuchs getan / welcher sich stellte / als wäre er tot / damit er die Hühner desto besser fangen möchte.
de
de
de
1
5.423
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,548
1,615
Zum fuͤnfften muß die Beicht freywilligklich vngezwungen vnd demuͤtigklich beſchehen/ dann etliche Leut thuns nur jhren Herꝛen zugefallen/ damit ſie entweder jhre Hofſuppen oder dienſt nicht verlieren/ Andere aber beichten erſt in todtsnoͤthen/ wann ſie ſehen daß es je nicht anderſt ſein kan/ dann ſie ſagen es ſey noch nicht zeit/ vnnd ſie ſeyen nit kranck genug.
Zum fünften muss die Beichte freiwilligelich ungezwungen und demütigend geschehen / dann etliche Leute Tuns nur ihren Herren zugefallen / damit sie entweder ihre Hofsuppen oder Dienst nicht verlieren / Andere aber beichten erst in todtsnöthen / wann sie sehen dass es je nicht anders sein kann / dann sie sagen es sei noch nicht Zeit / und sie seien nicht krank genug.
de
de
de
1
5.7207
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,549
1,615
Dergleichen gezwungene dienſt aber ſeind Gott nit angenemb.
Dergleichen gezwungene Dienst aber sind Gott nicht angenehm.
de
de
de
1
6.9553
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,550
1,615
Sechſtens ſoll man geſchwindt vnd vnuerzogentlich beichten/ erſtlich wegen der gefahr deß Todts/ derwegen ſinget die Kirch in der Faſten: Emendemus in melius quæ ignoranter peccauimus, ne ſubito præoccupati die mortis quæramus ſpacium pœnitentiæ & inuenire non poſſimus.
Sechstens soll man geschwindt und vnuerzogentlich beichten / erstlich wegen der Gefahr des Todts / derentwegen singet die Kirche in der Fasten: Emendemus in melius quae ignoranter peccauimus, ne subito praeoccupati die mortis quaeramus spacium poenitentiae & inuenire non possimus.
de
de
de
1
5.5452
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,551
1,615
Dann der Todt iſt vnerbittlich/ vnbeweglich vnnd gibt dem Menſchen keinen einigen Tag noch Stundt jnſtandts- Am andern wegen der ſchwachheit vnnd angſthafftigkeit/ darin ſich der Menſch in ſeiner kranckheit befindet/ dann wie ein Fechter oder Ringer vil ſicherer vnnd bewoͤhrter iſt/ wann er auff ſeinen Fuͤſſen ſtehet/ weder wann er ligt/ alſo kan der Menſch vil beſſer mit Gott reden vnnd handlen wann er noch geſund iſt/ weder wann er im Todtbeth ligt/ derwegen ſpricht der weiſe Mann: viuus & ſanus confiteberis.
Dann der Tod ist unerbittlich / unbeweglich und gibt dem Menschen keinen einigen Tag noch Stand jnstandts-Am anderen wegen der Schwachheit und Angsthaftigkeit / darin sich der Mensch in seiner Krankheit befindet / dann wie ein Fechter oder Ringer viel sicherer und bewährter ist / wann er auf seinen Füßen steht / weder wann er liegt / also kann der Mensch viel besser mit Gott reden und handeln wann er noch gesund ist / weder wann er im Todtbeth liegt / derentwegen spricht der weise Mann: viuus & sanus confiteberis.
de
de
de
1
5.1605
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,552
1,615
Beſchließlichen ſoll die Beicht offtermals im Jahr beſchehen/ Jnmaſſen Dauid gethan/ ſprechendt: confitebimur tibi Deus confitebimur:
Beschließlichen soll die Beichte öftermals im Jahr geschehen / In Maßen David getan / sprechend: confitebimur tibi Deus confitebimur:
de
de
de
1
5.6994
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,553
1,615
Item: confitebor Domino nimis.
Item: confitebor Domino nimis.
fi
es
la
0
6.203
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,554
1,615
Wer offt beichtet/ der iſt deſto ſicherer/ dann bißweiln beſchichts/ daß die erſte Beicht nicht gerecht noch vollkommenlich geweſt.
Wer oft beichtet / der ist desto sicherer / dann bisweilen beschichte / dass die erste Beichte nicht gerecht noch vollkommen gewesen.
de
de
de
1
6.4793
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,555
1,615
Qui autem ſepè humiliatur in confeſſione, ei datur gratia confeſſionis veræ:
Qui autem sepe humiliatur in confessione, ei datur gratia confessionis verae:
da
la
ro
0
4.8057
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,556
1,615
Derwegen tregt ſich vilmals zu/ daß einer ohne genugſame contrition zur Beicht kombt/ aber doch durch die Krafft der Beicht wie ein wahꝛer contritus wider hinweg gehet.
Derentwegen trägt sich vielmals zu / dass einer ohne genugsame contrition zur Beichte kommt / aber doch durch die Kraft der Beichte wie ein wahrer contritus wieder hinweggeht.
de
de
de
1
5.9219
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,557
1,615
Zu dem ſoll man beichten zu erlangung der wahꝛen weißheit/ dann wie es nicht genug iſt/ daß ein Schuler die Schul nur 1. oder 2. mal jaͤrlich beſuche/ dann er wurde wenig darmit lehrnen/ alſo kan der jenig fuͤr keinen guten Studenten deß Glaubens gehalten werden/ der im Jahr die Schul der Beicht nur ein oder zwey mahl beſuchet/ ſondern er muß ein ſolcher Schuler ſein wie Dauid einer geweſt vnnd geſagt hat: Meditabar nocte cum corde meo: Item:
Zudem soll man beichten zu Erlangung der wahren Weisheit / dann wie es nicht genug ist / dass ein Schüler die Schule nur 1. oder 2. Mal jährlich besuche / dann er wurde wenig damit lernen / also kann der jenig für keinen guten Studenten des Glaubens gehalten werden / der im Jahr die Schule der Beichte nur ein oder zweimal besuchet / sondern er muss ein solcher Schüler sein wie David einer gewesen und gesagt hat: Meditabar nocte cum corde meo: Item:
de
de
de
1
4.9422
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,558
1,615
Media nocte ſurgebam ad confitendum tibi; & exercitabar exercitium.
Media nocte surgebam ad confitendum tibi; & exercitabar exercitium.
la
la
la
0
6.4747
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,559
1,615
O wie ein hohe notturfft iſts/ daß man ſich inn diſer ſcientz deß Beichtens vbe wegen deß ſehr groſſen darauß erfolgenden Nutzes/ dann alle andere ſcientzen beſcheren vns nur den zeitlichen gewinn/ Nahrung vnnd Reichthumb/ aber die ſcientz der Andacht vnnd beichtens beſcheret vns den gewinn der Gnaden: Wer im Buch deß Gewiſſens am beſten vnd fleiſſigiſten ſtudieret/ der wirdt der aller gelehrtiſt vnd reich iſt:
O wie ein hohe Notdurft ist es / dass man sich in dieser scientz des Beichtens übe wegen des sehr großen daraus erfolgenden Nutzens / dann alle andere scientzen bescheren uns nur den zeitlichen Gewinn / Nahrung und Reichtum / aber die scientz der Andacht und Beichtens beschert uns den Gewinn der Gnaden: Wer im Buch des Gewissens am besten und fleissigisten studieret / der wird der aller gelehrtest und reich ist:
de
de
de
1
5.1411
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,560
1,615
O wie ein groſſes gelaͤchter vnnd Geſpoͤtt aber wirdt ergehen vber die jenige Doctores vnd Aduocaten, welche in diſer ſcientz nichts woͤllen ſtudieren vnd im Jahr kaum einmal/ vnnd zwar nur curſoriè, oben hin auff der Poſt/ halb vnd halb beichten.
O wie ein großes Gelächter und Gespött aber wird ergehen über diejenige Doctores und Aduocaten, welche in dieser scientz nichts wollen studieren und im Jahr kaum einmal / und zwar nur cursorie, oben hin auf der Post / halb und halb beichten.
de
de
de
1
6.1745
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,561
1,615
Obmucteſcent tanquam concluſi & ducti ad metam redargutionis; Qui habitat in cœlis, irridebit eos.
Obmuctescent tanquam conclusi & ducti ad metam redargutionis; Qui habitat in coelis, irridebit eos.
la
la
la
0
6.4801
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,562
1,615
Dergleichen Leut ſeindt nur fuͤrwitzig vnnd embſig/ frembder Leuth Leben zuerforſchen/ vnnd bemuͤhen ſich nur jmmerdar mit frembden ſachen/ aber vnfleiſſig ſeindt ſie in Corꝛigirung jhꝛes eygnen Lebens.
Dergleichen Leute sind nur fürwitzig und emsig / fremder Leute Leben zuerforschen / und bemühen sich nur immerdar mit fremden Sachen / aber unfleißig sind sie in Korrigierung ihres eigenen Lebens.
de
de
de
1
5.1044
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,563
1,615
Allzeit zihlen/ dichten vnd trachten ſie nur nach dem zeitlichen gewinn vnnd eygennuͤtzigkeit/ vnd vermeinen daß es mit einer einigen kalten Jahrsbeicht außgericht ſeye: Aber Pecunia in malum Domini ſui.
Allzeit Zielen / dichten und trachten sie nur nach dem zeitlichen Gewinn und Eigennützigkeit / und vermeinen dass es mit einer einigen kalten Jahrsbeichte ausgerecht sei: Aber Pecunia in malum Domini sui.
de
de
de
1
6.1326
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,564
1,615
Die jenigen/ ſo im Jahr nur einmal beichten vnd bald widerum̃ anfahen zuſuͤndigen/ ſeind dem Abſolon gleich/ werden jaͤhrlich nur einmal beſchoren vnd jhꝛe Haar wachſen geſchwindt wider.
Diejenigen / so im Jahr nur einmal beichten und bald wiederum anfangen zusündigen / sind dem Absolon gleich / werden jährlich nur einmal beschoren und ihre Haar wachsen geschwind wieder.
de
de
de
1
6.3219
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,565
1,615
Das iſt auch ein Fuchsbeicht/ dann als der Fuchs ſolte gehenckt werden/ vnnd der Dachs jhne nach der Beicht an deß Loͤwen Hof fuͤhrte/ ſahe er am ſelbigen Tag etliche Hennen bey eines Bawren Hof/ vnd ſprach:
Das ist auch ein Fuchsbeichte / dann als der Fuchs sollte gehängt werden / und der Dachs ihn nach der Beichte an des Löwen Hof führte / sah er am selbigen Tag etliche Hennen bei eines Bauern Hof / und sprach:
de
de
de
1
5.0175
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,566
1,615
das iſt der weg/ welchen wir gehen muͤſſen/ nahe bey diſem Hauß muͤſſen wir fuͤruͤber.
das ist der weg / welchen wir gehen müssen / nahe bei diesem Haus müssen wir vorüber.
de
de
ku
0.667
5.7542
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,567
1,615
Der Dachs antwortet: Du armſeliger Schelm/ haſt mir erſt alle deine Suͤnd gebeicht/ vnnd bekennt daß du vil Hennen gefreſſen/ vnd haſt mir verheiſſen/ daß du es nimmer thun woͤlleſt.
Der Dachs antwortet: Du armseliger Schelm / hast mir erst alle deine Sünde gebeichtet / und bekennt dass du viel Hennen gefressen / und hast mir verheißen / dass du es nimmer tun willst.
de
de
de
1
4.1532
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,568
1,615
Der Fuchs aber gab jhm zur antwortija du ſagſt die warheit/ Aber ich habs vergeſſen gehabt.
Der Fuchs aber gab ihm zur antwortija du sagst die Wahrheit / Aber ich habe es vergessen gehabt.
de
de
de
1
7.22
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,569
1,615
Beſchließlichen ſoll man darumb offt beichten/ allweil dardurch die Goͤttliche genad vermehrt vnnd die verdiente Straff geringert wirdt.
Beschließlichen soll man darum oft beichten / allweil dadurch die göttliche Gnade vermehrt und die verdiente Strafe verringert wird.
de
de
de
1
6.1234
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,570
1,615
Weil der jenig fuͤr einen vnerbarn vnſauberen Geſellen gehalten wirdt/ der im jahr ſeine Haͤnd vnd Fuͤß nur einmahl waſchet/ ſo iſt der jenig fuͤr vil vnerbarer/ gottloſer vnd vnreiner zuhalten/ welcher im Jahr nur einmahl beichtet/ dann es laͤſt ſich anſehen/ daß er jhm mehꝛ angelegen ſein laͤſt die ſauberkeit ſeiner Schuch/ weder die Reinigkeit der Seelen.
Weil der jenig für einen vnerbarn unsauberen Gesellen gehalten wird / der im Jahr seine Hände und Füße nur einmal waschet / so ist der jenig für viel unehrbarer / gottloser und unreiner zuhalten / welcher im Jahr nur einmal beichtet / dann es lässt sich ansehen / dass er ihm mehr angelegen sein lässt die Sauberkeit seiner Schuh / weder die Reinheit der Seelen.
de
de
de
1
5.0134
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,571
1,615
Naͤrꝛiſch iſt der Strauß/ welcher/ wann er ſeinen Halß im Geſtraͤuß bedeckt hat/ vermeinet daß ſein gantzer Leib bedeckt vnnd vnſichtbar ſeye/ Aber vil naͤrriſcher iſt ein ſolcher Suͤnder/ der da vermeint/ daß ſeine Suͤnd bedeckt vnnd verboꝛgen ſeyen vor GOTT vnnd den Menſchen/ dann alle ſeine Decken ſeindt nur Geſtraͤuß vnnd Blaͤtter/ ſo da baldt verwelcken vnd verduͤrꝛen/ derwegen werden ſolche Menſchen einsmals vergeblich ſprechen:
Närrisch ist der Strauß / welcher / wann er seinen Hals im Gesträuß bedeckt hat / vermeinet dass sein ganzer Leib bedeckt und unsichtbar sei / Aber viel närrischer ist ein solcher Sünder / der da vermeint / dass seine Sünde bedeckt und verborgen seien vor GOTT und den Menschen / dann alle seine Decken sind nur Gesträuß und Blätter / so da bald verwelken und dürren / derentwegen werden solche Menschen einsmals vergeblich sprechen:
de
de
de
1
5.0517
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,572
1,615
Jhꝛ Berg fallet vber vns/ vnd jhr Buͤhel bedecket vns:
Ihr Berg fallet über uns / und ihr Bühl bedecket uns:
en
de
da
0.333
5.7543
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,573
1,615
Quia non eſt operimentum perditioni.
Quia non est operimentum perditioni.
it
la
la
0
6.3419
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,574
1,615
Von der dritten Tagreiß der pœnitentz, welche da iſt die Satisfactio oder genugthuung.
Von der dritten Tagreise der Pönitenz, welche da ist die Satisfactio oder Genugtuung.
de
de
de
1
4.935
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,575
1,615
DJE dritte Tagreiß der pœnitentz iſt die Satisfactio oder genugthuung.
Die dritte Tagreise der Pönitenz ist die Satisfactio oder Genugtuung.
de
de
de
1
4.7609
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,577
1,615
Vnd zwar erſtlich muß der pœnitent oder Buͤſſer drob ſein/ daß ſein Buß vnnd genugthuung gleichfoꝛmig ſeye ſeinẽ verbrechẽ/ vermuͤg der wort:
Und zwar erstlich muss der poenitent oder Büsser drob sein / dass sein Buße und Genugtuung gleichförmig sei seinen verbrechen / vermög der Wort:
de
de
ku
0.667
6.0528
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,578
1,615
Pro menſura delicti erit & plagarum modus.
Pro mensura delicti erit & plagarum modus.
la
it
la
0
6.1006
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,579
1,615
Item: Humanum dico propter infirmitatem carnis; vt ſicut exhibuiſtis membra veſtra ſeruire immunditiæ & iniquitati ad iniquitatem, ita nunc exhibete ſeruire iuſtitiæ in ſanctificationem.
Item: Humanum dico propter infirmitatem carnis; ut sicut exhibuistis membra vestra seruire immunditiae & iniquitati ad iniquitatem, ita nunc exhibete seruire iustitiae in sanctificationem.
it
la
la
0
5.0801
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,580
1,615
Am andern muß die genugthuung rechtmaͤſſig vnd dermaſſen beſchaffen ſein/ daß das faſten den Fraß/ das Allmuſen den Geitz/ vnd das Gebett die Hoffart toͤdte.
Am anderen muss die Genugtuung rechtmäßig und dermaßen beschaffen sein / dass das fasten den Fraß / das Allmusen den Geiz / und das Gebet die Hoffart töte.
de
de
de
1
5.2464
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,581
1,615
Sprechen muͤſſen die Suͤnder zu GOtt:
Sprechen müssen die Sünder zu Gott:
de
de
de
1
5.7027
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,582
1,615
Zu deiner/ das iſt/ deß Lebens der Seelen/ widererlangung/ laſſen wir vns mortificiren vnd ſeind allzeit bereit den Geiſtlichen todt auß zuſtehen.
Zu deiner / das ist / des Lebens der Seelen / Wiedererlangung / lassen wir uns mortifizieren und sind allzeit bereit den Geistlichen tot aus zustehen.
de
de
de
1
5.5938
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,583
1,615
Aber laider/ wenig ſeind dern/ welche diſen Geiſtlichen Todt begeren gedultiglich außzuſtehen/ ſonder flihen jhne ſo vil muͤglich/ aller maſſen ein boͤſer Zahler thut/ welcher jmmerdar einen verzug ſuchet vnnd ſambt den Raben von dem einen Tag zum andern cras cras ſchreyt.
Aber leider / wenig sind deren / welche diesen geistlichen Tod Begehren geduldig auszustehen / sonder fliehen ihn so viel möglich / aller Maßen ein böser Zahler tut / welcher immerdar einen Verzug suchet und samt den Raben von dem einen Tag zum anderen cras cras schreit.
de
de
de
1
6.0542
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,584
1,615
Wie aber etliche Edelleuth jhre Hoͤf vnnd Gruͤndt verſetzen vnnd je laͤnger ſie die wider einloͤſung verſchieben/ je mehꝛ vnd tieffer ſich verobligiren vnd letztlichen gar drumb kommen/ Alſo ergehts denen/ ſo die ſatisfaction vnnd genugthuung verſchieben/ vnnd heiſt:
Wie aber etliche Edelleute ihre Höfe und Grünt versetzen und je länger sie die wieder Einlösung verschieben / je mehr und tiefer sich verobligieren und letztlichen gar darum kommen / Also ergehts denen / so die Satisfaktion und Genugtuung verschieben / und heißt:
de
de
de
1
5.6317
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,585
1,615
Qui non eſt hodie cras minus aptus erit.
Qui non est hodie cras minus aptus erit.
la
la
la
0
5.5684
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,586
1,615
Ferꝛner wie ein boͤſer Zahler pflegt zumurren vnd boͤſe Wort außzuziehen wann er gemahnt wirdt/ alſo pflegen etlich Suͤnder wider jhre Beichtuaͤtter oder Prælaten/ die ſie zur Buß vnnd widererſtattung ermahnen/ zu murꝛen vnd ſie zu ſchelten/ vermuͤg der Wort: Pro eo quod me diligerent detrahebant mihi.
Ferner wie ein böser Zahler pflegt zumurren und böse Wort auszuziehen wann er gemahnt wird / also pflegen etlich Sünder wider ihre Beichtväter oder Prälaten / die sie zur Buße und Wiedererstattung ermahnen / zu murren und sie zu schelten / vermög der Wort: Pro eo quod me diligerent detrahebant mihi.
de
de
de
1
5.4758
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,587
1,615
Beſchließlichen wie ein boͤſer Zahler ſich jm̃erdar mit der vngelegenheit der boͤſen zeiten entſchuldiget/ vnd ſeinen Gelter warten laͤſt/ alſo ſprechen vnnd entſchuldigen ſich etliche Suͤnder vnnd ſagen/ daß die zeit vil zu heiß/ oder zu kalt/ oder zu lang/ oder zu thewr ſeye/ vnd daß derwegen ſie je nicht faſten noch etwas abzahlen koͤñen/ vnangeſehen ſie darneben nit vnderlaſſen zuſuͤndigen.
Beschließlichen wie ein böser Zahler sich immerdar mit der Ungelegenheit der bösen Zeiten entschuldiget / und seinen Gelter warten lässt / also sprechen und entschuldigen sich etliche Sünder und sagen / dass die Zeit viel zu heiß / oder zu kalt / oder zu lang / oder zu teuer sei / und dass derentwegen sie je nicht fasten noch etwas abzahlen können / unangesehen sie daneben nicht unterlassen zusündigen.
de
de
de
1
5.4691
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,588
1,615
Weil derwegen ſie allhie auff Erden kein zeit finden woͤllen/ die jhnen tauglich oder annemblich were/ ſo wehret jhre Boßheit jmmerdar biß ſie letztlichen die ewige Hoͤlliſche zeit antreffen.
Weil derentwegen sie allhier auf Erden kein Zeit finden wollen / die ihnen tauglich oder annemblich wäre / so wehret ihre Bosheit immerdar bis sie letztlichen die ewige höllische Zeit antreffen.
de
de
de
1
5.5858
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,589
1,615
Die Satisfactio oder genugthuung muß auch zum dritten freywilligklich beſchehen/ dann weil das Fleiſch den Geiſt durch den wolluſt gezogen vnnd vndertruckt hat vnnd ſein Feindt iſt/ ſo iſt billich daß es jhm hergegen vnderwoꝛffen vermittelſt der affliction, vnnd alſo der Feind gerochen werde.
Die Satisfactio oder Genugtuung muss auch zum dritten freiwilligelich geschehen / dann weil das Fleisch den Geist durch den Wollust gezogen und vndertruckt hat und sein Feind ist / so ist billig dass es ihm hingegen unterworfen vermittels der affliction, und also der Feind gerächt werde.
de
de
de
1
5.994
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,590
1,615
Groſſe nutzbarkeiten entſtehen auß diſer freywilligen genugthuung/ dann die pœnitentz iſt ein Bret/ darauff der Menſch vom Schiffbruch der Hoͤllen befreyt vnnd erloͤſt wirdt: wie derwegen einer ſich frewet/ der vom Schiffbruch erloͤſt wirdt/ alſo ſoll ſich ein Bußfertiger frewen/ wann er durch die genugthuung erloͤſt wirdt von der Hoͤllen: Aber laider/ vil Leuth ſchlagen diſe nutzbarkeit in Windt/ vnnd woͤllen vil lieber den hoͤlliſchen Schiffbruch außſtehen/ denn ſich ſaluieren, vnangeſehen man jhnen noch ſo vil vorprediget vnnd zu der Satisfaction vnnd erſtattung ermahnet/ derwegen gehoͤren auff ſie die Wort:
Große Nutzbarkeiten entstehen aus dieser freiwilligen Genugtuung / dann die Pönitenz ist ein Brett / darauf der Mensch vom Schiffbruch der Höllen befreit und erlöst wird: wie derentwegen einer sich freuet / der vom Schiffbruch erlöst wird / also soll sich ein Bußfertiger freuen / wann er durch die Genugtuung erlöst wird von der Höllen: Aber leider / viel Leute schlagen diese Nutzbarkeit in Wind / und wollen viel lieber den höllischen Schiffbruch ausstehen / denn sich salvieren, unangesehen man ihnen noch so viel vorprediget und zu der Satisfaktion und Erstattung ermahnet / derentwegen gehören auf sie die Wort:
de
de
de
1
4.8394
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,591
1,615
Cecinimus vobis & non ſaltaſtis, lamentauimus & non planxiſtis, &c.
Cecinimus vobis & non saltastis, lamentauimus & non planxistis, etc.
it
eo
la
0
5.6927
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,592
1,615
Ferꝛner ſoll die Satisfactio oder Buß beſcheidenlich beſchehen/ dann man findt etliche vnbeſcheidene pœnitenten, welche es mit der mortificir- vnd diſciplinirung jres Leibs den heiligen nachthun woͤllen vnd dardurch ſich ſelbſt vmbs Leben deß Leibs vnnd der Seelen bringen:
Ferner soll die Satisfactio oder Buße bescheidenlich geschehen / dann man findet etliche unbescheidene Pönitenten, welche es mit der mortificir- und Disziplinierung ihres Leibs den heiligen nachtun wollen und dadurch sich selbst ums Leben des Leibs und der Seelen bringen:
de
de
de
1
5.427
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,593
1,615
Sic ergo diſcretè affligatur caro, vt non ſuperbiat, ſic nutriatur vt non deficiat.
Sic ergo discrete affligatur caro, ut non superbiat, sic nutriatur ut non deficiat.
it
ht
la
0
5.9027
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,594
1,615
Beſchließlichen gehoͤꝛt zu der Satisfaction das Gebett/ Faſten vnd Allmuſen.
Beschließlichen gehört zu der Satisfaktion das Gebet / Fasten und Allmusen.
de
de
de
1
5.972
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,595
1,615
Von dem Faſten.
Von dem Fasten.
de
de
de
1
7.3012
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,596
1,615
WAS das erſte Stuck der Satisfaction oder Genugthuung nemblich das faſten belangt/ iſt zuwiſſen/ daß der Menſch ſibenerley Vrſachen halben faſtet/ erſtlich damit er ſich in den heiligen vnd andaͤchtigen dingen deſto beſſer vben/ vnd etwan ein Geiſtliche Gab zuwegen bringen moͤge/ jnnmaſſen Daniel vnd ſeine Geſellen gefaſtet vnd erfuͤllt ſeind worden mit der Lehr vnd heiligem Geiſt.
WAS das erste Stück der Satisfaktion oder Genugtuung nämlich das Fasten belangt / ist zuwissen / dass der Mensch siebenerlei Ursachen halben fastet / erstlich damit er sich in den heiligen und andächtigen Dingen desto besser üben / und etwan ein Geistliche Gab zuwegen bringen möge / inmassen Daniel und seine Gesellen gefastet und erfüllt sind worden mit der Lehre und heiligem Geist.
de
de
de
1
5.8658
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,597
1,615
Jtem die Heiligen in der erſten Kirchen wohnten in den Waͤlden vnd ſchlechten Huͤtten/ vnd aſſen nur die wurtzeln der Kraͤutern/ ehrten vnd lobten Gott darneben vnd vergaſſen alle menſchliche refectiones vnnd collationes.
Item die Heiligen in der ersten Kirchen wohnten in den Wälden und schlechten Hütten / und aßen nur die Wurzeln der Kräutern / ehrten und lobten Gott daneben und vergaßen alle menschliche refectiones und collationes.
de
de
de
1
5.3279
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,598
1,615
Dann plenus venter non ſtudet libenter.
Dann plenus venter non studet libenter.
en
ht
bg-Latn
0
7.6879
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,599
1,615
Auff faiſte vnnd feuchte Haͤut kan man ſchwerlich ſchreiben.
Auf feiste und feuchte Häute kann man schwerlich schreiben.
de
de
de
1
4.3915
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,600
1,615
Am andern faſtet man auß ſchuldigkeit/ jnmaſſen die Nazareer zu erlangung der Heiligkeit ſchuldig vnnd ver obligiert waren vil ding zuhalten.
Am anderen fastet man aus Schuldigkeit / in Maßen die Nazareer zu Erlangung der Heiligkeit schuldig und ver obligiert waren viel Ding zuhalten.
de
de
de
1
6.4895
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,601
1,615
Drittens auß andacht/ Jnnmaſſen gemeinglich inn den vigilijs der Heiligen beſchicht.
Drittens aus Andacht / Inmassen gemeiniglich in den vigilijs der Heiligen beschichte.
de
de
de
1
6.3245
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,602
1,615
Viertens auß noth/ jnnmaſſen die Niniuiter gethan/ als ſie vom Holoferne belegert waren.
Viertens aus Not / inmassen die Niniuiter getan / als sie vom Haloferne beleget waren.
de
de
de
1
6.8286
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,603
1,615
Zum fuͤnfften auß mitleyden/ wie die Maͤnner Jabes vber den Saul gefaſtet vnd Dauid wegen ſeines krancken Kindts/ in ſolcher Geſtallt faſten wir am Tag paraſceues.
Zum fünften aus mitleiden / wie die Männer Jabs über den Saul gefastet und David wegen seines kranken Kinds / in solcher Gestalt fasten wir am Tag parasceues.
de
de
de
1
6.7412
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,604
1,615
Sechſtens faſtet man zubezwingung deß kitzels vnnd geilheit deß Fleiſches/ jnnmaſſen vil heilige Maͤnner vnd Weiber/ deßgleichen Dauid gethan/ ſprechendt: humiliabam in ieiunio animam meam.
Sechstens fastet man zubezwingung des Kitzels und Geilheit des Fleisches / inmassen viel heilige Männer und Weiber / desgleichen David getan / sprechend: humiliabam in ieiunio animam meam.
de
de
lb
0.667
5.8821
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,605
1,615
Beſchließlichen faſtet man wegen der durch den Beichtuatter aufferlegten pœnitentz vnd Buß.
Beschließlichen fastet man wegen der durch den Beichtvater auferlegten Pönitenz und Buße.
de
de
lb
0.667
4.9868
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,606
1,615
Fuͤrnemblich aber vnd ins gemein faſtet man in der faſten/ zu erlangung der gnaden Gottes/ zu verhuͤtung der beſoꝛgenden gefaͤhrlichkeiten vnd Straff Gottes/ Jtem auß andacht/ nach dem Exempel CHriſti/ zubezwingung deß Fleiſches vnnd verꝛichtung der Buß fuͤr die Suͤnd.
Vornehmlich aber und ins gemein fastet man in der fasten / zu Erlangung der Gnaden Gottes / zu Verhütung der besorgenden Gefährlichkeiten und Strafe Gottes / Item aus Andacht / nach dem Exempel Christi / zubezwingung des Fleisches und Verrichtung der Buße für die Sünde.
de
de
de
1
5.409
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,607
1,615
Soll nun vnſer faſten verdienſtlich ſein/ ſo muß es erſtlich beſchehen mit einer guten intention vnd zu einem guten Endt/ nemblich zu der chꝛ vnd glory Gottes:
Soll nun unser Fasten verdienstlich sein / so muss es erstlich geschehen mit einer guten Intention und zu einem guten Ende / nämlich zu der chr und Glorie Gottes:
de
de
de
1
5.19
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,608
1,615
Keines wegs ſoll man auß dem Leib deß faſtens einen Fuchsſchwantz machen/ Jnnmaſſen jene Heuchler thun/ von denen der Herꝛ geredt vnnd geſagt hat:
Keines Wegs soll man aus dem Leib des Fastens einen Fuchsschwanz machen / Inmassen jene Heuchler tun / von denen der Herr geredet und gesagt hat:
de
de
de
1
5.0006
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,609
1,615
Wann jhr faſtet/ ſollet jhr nicht trawrig werden/ wie die Gleißner/ als wolte er ſagen:
Wann ihr fastet / sollet ihr nicht traurig werden / wie die Gleisner / als wollte er sagen:
de
de
de
1
5.0858
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,610
1,615
Etliche Heuchler ſtellen ſich in jhrem faſten/ als weren ſie trawrig/ verſtellen jhre Angeſichter vnd Leiber/ damit ſie fuͤr faſtende Leuth gehalten vnd angeſehen werden.
Etliche Heuchler stellen sich in ihrem fasten / als wären sie traurig / verstellen ihre Angesichter und Leiber / damit sie für fastende Leute gehalten und angesehen werden.
de
de
de
1
4.3729
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,611
1,615
Ferꝛner muß das faſten andaͤchtiglich beſchehen vnd beglaidt werden mit dem Gebett/ damit alſo das faſten durch den Fluͤgel deß Gebetts gen Himmel erhebt werde.
Ferner muss das fasten andächtig geschehen und Begleit werden mit dem Gebet / damit also das Fasten durch den Flügel des Gebets gen Himmel erhebt werde.
de
de
de
1
5.7864
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,612
1,615
Diſes Gebett iſt die Salb/ von dern der HERR meldung thut/ da er ſpricht:
Dieses Gebet ist die Salbe / von deren der Herr Meldung tut / da er spricht:
de
de
de
1
5.5113
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,613
1,615
Wann du faſten wilſt/ ſo ſalbe dein Haupt/ Jnnmaſſen Magdalena das Haupt CHriſti geſalbt hat/ mit dem Oel der Andacht/ dann duͤrꝛ iſt alles faſten welches ohne das Oel der andacht beſchicht.
Wann du fasten willst / so salbe dein Haupt / Inmassen Magdalena das Haupt Christi gesalbt hat / mit dem Öl der Andacht / dann dürr ist alles fasten welches ohne das Öl der Andacht beschichte.
de
de
gd
0.667
5.4813
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,614
1,615
Hoc eſt perfectum ieiunium quando homo noſter exterior ieiunat & interior orat: facilius enim ieiunium per orationem penetrat cœlum.
Hoc est perfectum ieiunium quando homo noster exterior ieiunat & interior orat: facilius enim ieiunium per orationem penetrat coelum.
la
la
la
0
5.0225
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,615
1,615
Wer derwegen wuͤrdiglich begert zu faſten/ der ſalbe ſein Haupt mit dreyerley Oel/ nemblich deß mitleydens gegen den Armen:
Wer derentwegen würdig begehrt zu fasten / der salbe sein Haupt mit dreierlei Öl / nämlich des Mitleidens gegen den Armen:
de
de
de
1
5.6628
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,616
1,615
Jtem deß reinen gewiſſens/ welches jene naͤrꝛiſche Jungfrawen nit hatten: Jtem der Andacht.
Item des reinen Gewissens / welches jene närrische Jungfrauen nicht hatten: Item der Andacht.
de
de
de
1
5.3357
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,617
1,615
Damit die Hoſleuth jhꝛen Herꝛen gefallen moͤgen/ ſo pflegen ſie dieſelbigen mit glatten/ ſchoͤnen vnd ſuͤßmuͤndigen Worten zuſchmiren/ aber nit zuſtechen/ aber das Hofgeſindt GOttes ſalbet jhne mit dem Oel der Andacht/ dann nicht genug iſts daß man im faſten maͤſſiglich vnnd nuͤchtern lebe/ ſondern es muß auch beglaidt werden mit der heiligen Andacht/ dann ſonſten wurde in der gantzen Welt kein groͤſſerer Heiliger ſein/ als eben der Teuffel/ ſeytemal er niemaln nichts jſſet.
Damit die Hosleuth ihren Herren gefallen mögen / so pflegen sie dieselbigen mit glatten / schönen und süßmündigen Worten zuschmieren / aber nicht zustechen / aber das Hofgesinde Gottes salbet ihn mit dem Öl der Andacht / dann nicht genug ist es dass man im Fasten mäßig und nüchtern lebe / sondern es muss auch Begleit werden mit der heiligen Andacht / dann sonsten wurde in der ganzen Welt kein größerer Heiliger sein / als eben der Teufel / sintemal er niemals nichts isst.
de
de
de
1
5.235
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,618
1,615
Drittens gehoͤrt zum faſten das lauatorium contritionis: vermuͤg der Wort:
Drittens gehört zum Fasten das lauatorium contritionis: vermög der Wort:
de
de
lb
0.667
7.6963
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,619
1,615
Faciem tuam laua:
Faciem tuam laua:
es
en
la
0
6.8733