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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,418
1,615
Deſſen lachte jederman vberlaut:
Dessen lachte jedermann überlaut:
de
de
fr
0.667
7.1342
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,419
1,615
Jm wehꝛenden Gelaͤchter ſahe ich einen auff der Poſt eylendts daher reiten/ der winckte mit dem Hut/ vnnd ſchrye/ daß man mit der execution jnnhalten ſolle:
Im wehrenden Gelächter sah ich einen auf der Post eilends daher reiten / der winkte mit dem Hut / und schrie / dass man mit der Exekution Inhalten solle:
de
de
de
1
5.6639
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,420
1,615
Vnnd als er herbey kam/ vbergab er dem Richter einen Koͤnigklichen Befelch/ deß jnnhalts/ daß die Koͤnigin mich außgebetten/ vnnd ich an ſtatt der woluerdienten Strangsſtraf drey Jarlang auff die Galeen zurudern condemnirt ſein ſolte.
Und als er herbeikam / übergab er dem Richter einen königlichen Befehl / des Inhalts / dass die Königin mich ausgebeten / und ich an statt der wohlverdienten Strangsstrafe drei Jarlang auf die Gallen zurudern kondemniert sein sollte.
de
de
de
1
5.76
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,421
1,615
Das ward nun mit hoͤchſtem meinem frolocken alſo exequirt vnnd vollzogen.
Das wurde nun mit höchstem meinem frohlocken also exequiert und vollzogen.
de
de
de
1
7.0531
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,422
1,615
Ende deß erſten Theils.
Ende des ersten Teils.
en
de
de
0.667
3.1537
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,423
1,615
Ander Theil begreifft/ was geſtallt Guſman ſich bekehꝛt/ vnd was er fuͤr ein ſeltzame aber herꝛliche vnd ſchoͤne Reiß gen Jeruſalem verꝛicht/ vnnd ſich darzu ſtaffiert vnnd verſehen hat.
Ander Teil begreift / was Gestalt Gusman sich bekehrt / und was er für ein seltsame aber herrliche und schöne Reise gen Jerusalem verrichtet / und sich dazu staffiert und versehen hat.
de
de
de
1
5.6145
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,424
1,615
Guſman kombt nach außgeſtandener drey Jaͤhrigen Galeen Gefaͤngknuß in einen Wald/ beklagt ſeinen vñ der Welt armſeligen ſtandt/ vnnd wirdt durch einen Einſidler auff den weg der pœnitentz gefuͤhꝛt.
Gusman kommt nach ausgestandener Dreijährigen Gallen Gefängnis in einen Wald / beklagt seinen und der Welt armseligen stand / und wird durch einen Einsiedler auf den Weg der Pönitenz geführt.
de
de
de
1
5.6753
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,425
1,615
NAch außgeſtandener drey Jaͤhꝛiger Galeen Gefaͤngknuß/ kam ich in einen Waldt/ ſetzte mich vnder einen Baum/ betrachtete mein vergangenes Leben vnd den armſeligen vnd gefaͤhꝛlichen Standt der Welt/ redete mit mir ſelbſt vnd ſpꝛach:
Nach ausgestandener Dreijähriger Gallen Gefängnis / kam ich in einen Wald / setzte mich unter einen Baum / betrachtete mein vergangenes Leben und den armseligen und gefährlichen Stand der Welt / redete mit mir selbst und sprach:
de
de
de
1
4.8946
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,426
1,615
O armſeliger Guſman was biſtu?
O armseliger Gusman was bist du?
en
en
pl
0
7.1216
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,427
1,615
was wiltu anfahen? wo wilſt hinauß?
was willst du anfangen? wo willst hinaus?
en
en
de
0.333
6.104
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,428
1,615
So vil dein Seel belangt/ iſt dieſelbe auß nichts erſchaffen/ vnnd gedencket/ begeret vnnd verlanget nichts anders/ als nichts/ Mit ſehꝛ ſchweren Suͤnden iſt ſie behafft/ im Verſtandt iſt ſie vnwiſſendt/ im affect verderbt/ im willen blindt/ in der Gedaͤchtnuß vergeßlich/ in der begirlichkeit mutwillig/ in dem Zorn gaͤch vnnd wuͤtig/ vnnd in allen jhꝛen potentijs vñ ſtaͤrcken ſchwach/ kranck/ vnd bloͤd:
So viel dein Seele belangt / ist dieselbe aus nichts erschaffen / und gedenkt / begehret und verlanget nichts anders / als nichts / Mit sehr schweren Sünden ist sie behafte / im verstand ist sie unwissend / im Affekt verderbt / im Willen blind / in der Gedächtnis vergesslich / in der begirlichkeit mutwillig / in dem Zorn gach und wütig / und in allen ihren potentijs und stärken schwach / krank / und blöd:
de
de
de
1
5.2344
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,429
1,615
Fuͤrwar groß iſt dein armſeligkeit/ ſeytemal du von dir ſelbſt niemaln keinen einigen guten Gedancken kanſt haben/ vnd nicht weiſt ob du in der gnad oder vngnad deines Gottes biſt.
Fürwahr groß ist dein Armseligkeit / sintemal du von dir selbst niemals keinen einigen guten Gedanken kannst haben / und nicht weist ob du in der Gnade oder Ungnade deines Gottes bist.
de
de
de
1
4.8272
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,430
1,615
Was aber deinen Leib belangt/ iſt derſelb auß einer ſehꝛ ſchaͤndtlichen materi erſchaffen/ mit allerhandt vnflaͤtereyen/ vnreinigkeiten/ grauſamen Geſtanck/ der ſterblichkeit vñ verweſenheit beladen:
Was aber deinen Leib belangt / ist derselbe aus einer sehr schändlichen Materie erschaffen / mit allerhand vnflätereyen / Unreinigkeiten / grausamen Gestank / der Sterblichkeit und Wesenheit beladen:
de
de
de
1
5.592
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,431
1,615
Was ſoll ich aber ſagẽ von der boßheit/ vnbeſtaͤndigkeit vñ toꝛheit diſer welt? totus mundus in maligno poſitus, in malo igne, in ignibus malis:
Was soll ich aber sagen von der boßheit / vnbeständigkeit und torheit diser Welt? totus mundus in maligno positus, in malo igne, in ignibus malis:
de
de
de
1
5.6104
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,432
1,615
O wie offt hab ich diſen malignum gleichwol verſucht/ aber nicht vberwunden.
O wie oft habe ich diesen malignum gleichwohl versucht / aber nicht überwunden.
de
de
de
1
6.2581
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,433
1,615
O wie ſchaͤdlich iſt die Welt denen/ die ſie nicht recht wiſſen zugebrauchen/ dann alle jhꝛe grandezen, Hochheiten vnnd Wolluſt ſeindt je nichts anders als ein lautere eytelkeit/ betrug vnd bitterkeit:
O wie schädlich ist die Welt denen / die sie nicht recht wissen zu gebrauchen / dann alle ihre grandezen, Hochheiten und Wollust sind je nichts anders als ein lautere Eitelkeit / betrug und Bitterkeit:
de
de
de
1
5.5505
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,434
1,615
omnis gloria hominis ſtercus & vermis, Homo quafi ſterquiliniũ in fine perdetur.
omnis gloria hominis stercus & vermis, Homo quafi sterquiliniu in fine perdetur.
la
la
la
0
6.3582
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,435
1,615
Vbiq; luctus, vbique gemitus & plurima mortis imago.
Vbiq; luctus, vbique gemitus & plurima mortis imago.
es
fr
la
0
6.5327
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,436
1,615
Felix ergo homo, ſi malignus non tangit eum.
Felix ergo homo, sie malignus non tangit eum.
la
la
la
0
5.7384
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,437
1,615
Als ich diſer geſtallt mit mir ſelbſt redete/ vnd mich ſelbſt fragte/ wo ich doch hingehen vnnd mich wenden wolte?
Als ich dieser Gestalt mit mir selbst redete / und mich selbst fragte / wo ich doch hingehen und mich wenden wollte?
de
de
de
1
4.6038
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,438
1,615
Hoͤrte ich vnuerſehens ein Stimm/ die ſprach: ad pœnitentiam eas: das iſt:
Hörte ich unversehens ein Stimme / die sprach: ad poenitentiam eas: das ist:
de
de
de
1
5.2541
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,439
1,615
Gehe hin vnnd verfuͤge dich zu der buß.
Gehe hin und verfüge dich zu der Buße.
de
de
de
1
4.5724
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,440
1,615
Jch erſchrack/ weil ich niemandt ſahe: Letztlichen aber kroche ein alter Einſidler auß der hoͤle deß Baums (darinn er ſich bißweilen pfiegte auffzuhalten/ vnd vnder welchem ich damals ſaß vnnd verſtandener maſſen mit mir ſelbſt redete) herfuͤr/ lachet mich freundtlich an vnnd ſprach: Mein Freundt/ ich ſpuͤre/ daß du ein groſſer Suͤnder/ vnnd ſehr trawrig vnnd zweifelhafftig biſt/ vnnd nicht weiſt/ was du anfahen oder wohin du gehen ſolleſt:
Ich erschrak / weil ich niemand sah: Letztlich aber kroch ein alter Einsiedler aus der Hölle des Baums (darin er sich bisweilen pfiegte aufzuhalten / und unter welchem ich damals saß und verstandener Maßen mit mir selbst redete) herfür / lachet mich freundlich an und sprach: Mein Freund / ich spüre / dass du ein großer Sünder / und sehr traurig und zweifelhaft bist / und nicht weist / was du anfangen oder wohin du gehen sollest:
de
de
de
1
4.7333
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,441
1,615
Aber ich hab dir allbereit geantwort/ daß du dich zu der pœnitentz vnnd Buß verfuͤgen ſolleſt.
Aber ich habe dir allbereits Geantworte / dass du dich zu der Pönitenz und Buße verfügen sollest.
de
de
de
1
5.6498
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,442
1,615
Jch aber fragte den Einſidler/ was dann die pœnitentz fuͤr ein ding were?
Ich aber fragte den Einsiedler / was dann die Pönitenz für ein Ding wäre?
de
de
de
1
5.4075
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,443
1,615
Er antwortet: die pœnitentz vnnd Buß iſt nichts anders/ als ein Abſoͤnderung von dem Teuſel/ vnnd ein Bekehrung zu GOTT/ vermittelſt der vbung vnnd außſtehung groſſer Muͤhe vnd Arbeit: Sie iſt ein Aufferſtehung von Suͤnden/ oder ein pact mit GOTT eines beſſern Lebens:
Er antwortet: Die Pönitenz und Buße ist nichts anders / als ein Absonderung von dem Teufel / und ein Bekehrung zu GOTT / vermittels der Übung und Ausstehung großer Mühe und Arbeit: sie ist ein Auferstehung von Sünden / oder ein Pakt mit GOTT eines besseren Lebens:
de
de
de
1
4.262
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,444
1,615
Dann er ſelbſt begeret die Bekehrung von vns ſprechendt: Miſericorsſum, & diligens miſericordiam natura, longanimus, diligens viſcera miſericordiæ, benignus, filiorum amans, paratus conuerti propter humanas nequitias.
Dann er selbst begeret die Bekehrung von uns sprechendt: Misericorssum, & diligens misericordiam natura, longanimus, diligens viscera misericordiae, benignus, filiorum amans, paratus conuerti propter humanas nequitias.
de
la
fr
0.333
4.5771
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,445
1,615
Derwegen ſpricht Bernardus:
Derentwegen spricht Bernardus:
de
de
lb
0.667
6.9955
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,446
1,615
O humilitas pœnitentium, ô beata ſpes confitentium, quantum vales apud omnipotentem; quam citò vincis inuincibilem, quam cito tremendum iudicẽ conuertis in clementiſſimum Patrem.
O humilitas poenitentium, o beata spes confitentium, quantum vales apud omnipotentem; quam cito vincis inuincibilem, quam cito tremendum iudicen conuertis in clementissimum Patrem.
la
la
la
0
4.5843
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,447
1,615
Damit du aber noch eygentlicher wiſſen moͤgeſt/ was die pœnitentz ſeye/ ſo gedencke an die Wort Exodi am 3. Cap. Allda geſchriben ſtehet:
Damit du aber noch eigentlicher wissen mögest / was die Pönitenz sei / so gedenke an die Wort Exodi am 3. Cap. Allda geschrieben steht:
de
de
de
1
5.4362
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,448
1,615
Ibimus viam trium dierum in ſolitudine:
Ibimus viam trium dierum in solitudine:
de
la
la
0.333
5.7174
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,450
1,615
Diſe drey Taͤg aber ſeindt die contritiones oder die wahre rew vnd laidweſen:
Diese drei Tage aber sind die contritiones oder die wahre Reue und Leidwesen:
de
de
de
1
6.1334
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,451
1,615
Jtem die Beicht vnnd die genugthuung.
Item die Beichte und die Genugtuung.
de
de
de
1
4.2665
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,452
1,615
Was die erſte Tagreiß nemblich die contritio belanget/ iſt dieſelbe nur drey kleine Meil lang.
Was die erste Tagreise nämlich die contritio belanget / ist dieselbe nur drei kleine Meil lang.
de
de
de
1
7.7853
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,453
1,615
Die erſte Meil beſtehet inn deme/ daß zugleicher weiß wie die Suͤnd den Menſchen zum hoͤlliſchen Galgen verurtheilet/ als die Contritio jhne daruon befreyet:
Die erste Meil bestehet in dem / dass zugleich weiß wie die Sünde den Menschen zum höllischen Galgen verurteilet / als die Contritio ihn davon befreiet:
de
de
de
1
5.1693
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,454
1,615
Dañ zugleicher weiß wie wañ ein auff einem offnen Diebſtal erwiſchter Dieb/ gefangen/ gebunden vnnd zum Galgen hinauß gefuͤhrt wurde/ vnd aber jhm ein Koͤnig begegnete vnd jhne fragte/ wo man jhne hinfuͤhre?
Dann zugleich weiß wie wann ein auf einem offenen Diebstahl erwischter Dieb / gefangen / gebunden und zum Galgen hinausgeführt wurde / und aber ihm ein König begegnete und ihn fragte / wo man ihn hinführe?
de
de
de
1
5.3263
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,455
1,615
Der Dieb antwortet: Herꝛ/ wegen meiner Dieberey werde ich zum Galgen gefuͤhrt:
Der Dieb antwortet: Herr / wegen meiner Dieberei werde ich zum Galgen geführt:
de
de
de
1
5.4362
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,456
1,615
Aber der Koͤnig ſpraͤche: Freundt/ du erbarmeſt mich/ woferꝛn du aber mir glauben vnd thun wilſt was ich dir ſagen werde/ ſo wil ich dich frey vnd ledig machen:
Aber der König spräche: Freund / du erbarmest mich / wofern du aber mir glauben und tun willst was ich dir sagen werde / so will ich dich frei und ledig machen:
de
de
de
1
3.8426
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,457
1,615
Was ich aber von dir begere/ iſt nichts anders/ als daß du wegen deines begangnen Diebſtals ein leydweſen habeſt.
Was ich aber von dir begehre / ist nichts anders / als dass du wegen deines begangnen Diebstals ein Leidwesen habest.
de
de
de
1
5.231
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,458
1,615
Alsdann wurde der Dieb ohne zweifel ja ſagen/ vñ ein leidweſen haben: Du O ſuͤndiger Guſman/ biſt auffm Diebſtal der ſuͤnden erwiſcht vñ gebundẽ woꝛdẽ/ damit du hinauß zum hoͤlliſchen Galgen gefuͤhrt werdeſt/ vermuͤg der Wort:
Alsdann wurde der Dieb ohne Zweifel ja sagen / und ein Leidwesen haben: Du O sündiger Gusman / bist aufm Diebstahl der Sünden erwischt und gebunden worden / damit du hinaus zum höllischen Galgen geführt werdest / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.9421
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,459
1,615
Funes peccatorum circumplexi ſunt me: Item iniquitates ſuæ capiunt impium & funibus peccatorum ſuorum vnuſquiſque conſtringitur.
Funes peccatorum circumplexi sunt me: Item iniquitates suae capiunt impium & funibus peccatorum suorum vnusquisque constringitur.
it
la
la
0
5.0554
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,460
1,615
Aber GOtt: der Herꝛ begegnet dir vnnd ſpricht:
Aber Gott: der Herr begegnet dir und spricht:
de
de
de
1
4.7379
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,461
1,615
Wo biſt du?
Wo bist du?
ds
vi
fr
0
1.2994
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,462
1,615
wo geheſt du hin? leua oculos tuos in directum & vide vbi nunc proſtratus ſis:
wo gehest du hin? leua oculos tuos in directum & vide vbi nunc prostratus sis:
en
la
es
0
5.5894
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,463
1,615
Erhebe deine Augen/ vnd ſchaw wo du an jetzo nider gefallen biſt: aber doleas, hab ein rew vnnd laidweſen daß du zur Hoͤllen geheſt/ allda der Teuffel dich hencken wirdt:
Erhebe deine Augen / und Schaf wo du an jetzt niedergefallen bist: aber doleas, habe ein Reue und Leidwesen dass du zur Höllen gehest / allda der Teufel dich henken wird:
de
de
de
1
6.0468
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,464
1,615
So wirſt du widerumb frey vnnd begnadet werden/ dann ich ſelbſt hab geredt:
So wirst du wiederum frei und begnadet werden / dann ich selbst habe geredet:
de
de
de
1
5.5608
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,465
1,615
Si impius egerit pœnitentiam ab omnibus peccatis quæ operatus eſt, & cuſtodiuerit omnia præcepta mea, & fecerit indicium & iuſtitiam, vita viuet & non morietur: omnium iniquitatum eius, quas operatus eſt non recordabor.
Si impius egerit poenitentiam ab omnibus peccatis quae operatus est, & custodiuerit omnia praecepta mea, & fecerit indicium & iustitiam, vita viuet & non morietur: omnium iniquitatum eius, quas operatus est non recordabor.
la
la
la
0
5.0369
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,466
1,615
Et quare moriemini domus Iſrael? quia nolo mortem morientis, dicit Dominus.
Et quare moriemini domus Israel? quia nolo mortem morientis, dicit Dominus.
en
la
la
0
6.1473
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,467
1,615
Die ander meil der erſten Tagreiß der contrition beſtehet in deme/ daß der Menſch dardurch verhindert wirdt der Goͤttlichen gnad weder allhie zeitlich/ noch dort ewiglich beraubt zuwerden/ Dann zugleicher weiß wie wann ein ſehꝛ reicher reittender Edelman vnder die Moͤrder fiel/ beraubt vnnd nackendt außgezogen were/ vnnd einem Koͤnig begegnete vnd gefragt wurde von wannen er kaͤme/ vnnd warumb er alſo vmbzihe?
Die ander Meilen der ersten Tagreise der contrition bestehet in dem / dass der Mensch dadurch verhindert wird der göttlichen Gnade weder allhier zeitlich / noch dort ewiglich beraubt zuwerden / Dann zugleich weiß wie wann ein sehr reicher reitender Edelmann unter die Mörder fiel / beraubt und nackend ausgezogen wäre / und einem König begegnete und gefragt wurde von wannen er käme / und warum er also umziehe?
de
de
de
1
5.8047
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,468
1,615
Vnnd der Ritter jhme zu der antwort gebe/ daß er inn ſeinem Landt beraubt vnd auß Thorheit vnd vnbeſonnenheit inn die Haͤnd der Moͤrder gefallen were:
Und der Ritter ihm zu der Antwort gebe / dass er in seinem Land beraubt und aus Torheit und Unbesonnenheit in die Hände der Mörder gefallen wäre:
de
de
de
1
4.8853
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,469
1,615
Der Koͤnig aber zu jhm ſpraͤche:
Der König aber zu ihm spräche:
de
de
de
1
4.0986
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,470
1,615
Laß dirs laid ſein/ daß du deine Guͤter alſo verlohren/ ſo will ich dirs alles vnd noch mehr darzu wider geben:
Lass dir es leid sein / dass du deine Güter also verloren / so will ich dir es alles und noch mehr dazu wieder geben:
de
de
de
1
5.2633
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,471
1,615
Alsdann were kein zweifel/ daß er gar leichtlich ein Laidweſen haben wurde wegen des verlohrnen Guts: Du O Guſman biſt reich geweſt/ dann du haſt GOTT den HERren gehabt/ vnnd wer jhne hat/ der beſitzet alles/ hergegen wer jhne nicht hat/ der iſt arm/ vnnd hat nichts/ vnangeſehen er noch ſo reich were.
Alsdann wäre kein zweifel / dass er gar leichtlich ein Leidwesen haben wurde wegen des verlorenen Gutes: Du O Gusman bist reich gewesen / dann du hast GOTT den Herren gehabt / und wer ihn hat / der besitzet alles / hingegen wer ihn nicht hat / der ist arm / und hat nichts / unangesehen er noch so reich wäre.
de
de
de
1
5.3506
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,472
1,615
Nun biſtu auch ein Reutter geweſt/ vnd auff einem Pferdt geſeſſen/ dann die Seel verhaͤlt ſich gegen dem Leib wie ein Reutter gegen dem Pferdt/ dann ſie beherꝛſchet den Leib/ aber vnuerſehens faͤllt ſie vnder die Moͤrder/ das iſt/ in die Todtſuͤnd/ dieſeldige berauben ſie aller jhrer Guͤter/ Aber der Koͤnig begegnet jhr vnnd machet/ daß ſie an jhre Armut vnnd Ellendigkeit gedencket/ vnnd derwegen fleiſſig auff ſich mercket.
Nun bist du auch ein Reutter gewesen / und auf einem Pferd gesessen / dann die Seele verhält sich gegen dem Leib wie ein Reutter gegen dem Pferd / dann sie beherrschet den Leib / aber unversehens fällt sie unter die Mörder / das ist / in die Todsünde / dieseldige berauben sie aller ihrer Güter / Aber der König begegnet ihr und macht / dass sie an ihre Armut und Elendigkeit gedenkt / und derentwegen fleißig auf sich merkt.
de
de
de
1
4.9679
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,473
1,615
Die dritte Meil der erſten Tagreiß der contrition beſtehet in deme/ daß der Menſch dardurch abgehalten wirdt/ inn den Zorn GOttes zufallen.
Die dritte Meil der ersten Tagreise der contrition bestehet in dem / dass der Mensch dadurch abgehalten wird / in den Zorn Gottes zufallen.
de
de
de
1
5.8552
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,474
1,615
Dann zugleicher weiß/ wie wann ein Prieſter vom Biſchoff die vertroͤſtung eines feiſten beneficij oder Pfruͤnde erlangt haͤtte/ er aber durch ſein boͤſes verhalten vrſach gebe daß jhms der Biſchoff wider neme/ Der Biſchoff aber zu jhm ſpraͤche:
Dann zugleich weiß / wie wann ein Priester vom Bischof die Vertröstung eines feisten beneficij oder Pfründe erlangt hätte / er aber durch sein böses verhalten Ursache gebe dass ihms der Bischof wieder nehme / Der Bischof aber zu ihm spräche:
de
de
de
1
5.4953
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,475
1,615
Freundt/ du haſt gleichwol vnrecht gehandlet/ aber hab nur ein Laidweſen/ ſo will ich wider geben/ was ich dir entzogen:
Freund / du hast gleichwohl Unrecht gehandelt / aber habe nur ein Leidwesen / so will ich wieder geben / was ich dir entzogen:
de
de
de
1
5.5797
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,476
1,615
Eben alſo iſt der Menſch der jenig/ der GOTT dienet vnnd dardurch die groſſe Pfruͤndt der ewigen Glory zuerlangen verhoffet/ aber er erzuͤrnet jhne durch die Suͤnd vnnd verſchertzet dardurch die verhoffte Glory:
Eben also ist der Mensch der jenig / der GOTT dient und dadurch die große Pfründt der ewigen Glory zuerlangen verhoffet / aber er erzürnet ihn durch die Sünde und verscherzet dadurch die verhoffte Glory:
de
de
de
1
4.9506
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,477
1,615
Der allerhoͤchſt Biſchoff aber CHriſtus begegnet jhm vnnd gibt jhm ein/ daß er ein laidweſen empfinde vmb daß er jhne erzuͤrnt hatte/ vnnd dardurch wider erlanget er die jhm entzogene gnad.
Der allerhöchst Bischof aber Christus begegnet ihm und gibt ihm ein / dass er ein Leidwesen empfinde um dass er ihn erzürnt hatte / und dadurch wieder erlanget er die ihm entzogene Gnade.
de
de
de
1
4.923
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,478
1,615
Capvt II.
Capvt II.
en
en
xh
0
8.4675
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,479
1,615
Der Einſidel vnderweiſet den Guſman was zu der wahren contrition gehoͤre.
Der Einsiedel unterweiset den Gusman was zu der wahren contrition gehöre.
de
de
de
1
6.7314
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,480
1,615
VJl aber (ſprach der Einſidler ferꝛner) gehoͤrt zu der wahꝛen contrition, erſtlich der ſchmertzen oder ein trawriges Gemuͤth/ dann erſtlich wie/ wann du ein Hand außgefallen haſt/ ſie nicht widerumb eingeſetzt vñ mit dem Leib vereiniget kan werden ohne gꝛoſſen ſchmertzen/ alſo muß ein von Gott durch die Suͤnd abgefallne Seel/ widerumb mit jhm vereiniget werden durch ein groſſes laidweſen deß Hertzens/ dann weil die Suͤnd erſtlich im Hertzen begangen iſt worden/ ſo muß der anfang der genugthuung im hertzen beſchehen.
Viel aber (sprach der Einsiedler ferner) gehört zu der wahren contrition, erstlich der Schmerzen oder ein trauriges Gemüt / dann erstlich wie / wann du ein Hand ausgefallen hast / sie nicht wiederum eingesetzt und mit dem Leib vereiniget kann werden ohne großen Schmerzen / also muss ein von Gott durch die Sünde abgefallene Seele / wiederum mit ihm vereiniget werden durch ein großes Leidwesen des Herzens / dann weil die Sünde erstlich im Herzen begangen ist worden / so muss der Anfang der Genugtuung im Herzen geschehen.
de
de
de
1
5.1177
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,481
1,615
Am andern iſt die ſuͤnd gleichſam ein Ruſt/ derwegẽ muß ſie durch vil attritiones vnnd contritiones werden vertriben:
Am anderen ist die Sünde gleichsam ein Rust / derentwegen muss sie durch viel attritiones und contritiones werden vertrieben:
de
de
de
1
6.8675
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,482
1,615
das woͤllen aber vil Suͤnder nicht erkennen/ derwegen beklagt ſich Ezechiel vnnd ſpricht:
das wollen aber viel Sünder nicht erkennen / derentwegen beklagt sich Ezechiel und spricht:
de
de
de
1
5.5304
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,483
1,615
multo ſudore ſudatum eſt, non exiuit ex ea rubigo.
multo sudore sudatum est, non exiuit ex ea rubigo.
ia
la
es
0
6.05
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,484
1,615
Das ander/ ſo zur contrition gehoͤrt/ iſt ein genugſame diſcuſſio oder erforſchung der Suͤnden vnd gewiſſens/ vermuͤg der woꝛt: diſſolue cogitationes impietatis, ſolue faſciculos deprimentes, & omne onus dirumpe.
Das ander / so zur contrition gehört / ist ein genugsame discussio oder erforschung der Sünden und gewissens / vermüg der wort: dissolue cogitationes impietatis, solue fasciculos deprimentes, & omne onus dirumpe.
de
de
de
1
6.2631
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,485
1,615
Drittens gehoͤrt darzu daß man alle vnnd jede begangene Suͤnd/ deren man ſich kan erjnnern/ beichte vnnd verhaſſe/ wie auch mit den Zaͤhern deß hertzens beweine.
Drittens gehört dazu dass man alle und jede begangene Sünde / deren man sich kann erinnern / beichte und verhasse / wie auch mit den Zäheren des Herzens beweine.
de
de
de
1
5.8884
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,486
1,615
Das Waſſer der contrition aber muß erſtlich heiß ſein/ vermittelſt der bekehꝛung zu Gott/ welche ein Fewr iſt/ ſo die Suͤnd verzehꝛet/ dann wie der Menſch/ welcher ſich von Gott zu den Creaturen abwendet/ pflegt die vnſauberkeiten an ſich zuziehen/ auch kalt vnnd andaͤchtig zuwerden/ alſo wirdt er hingegen durch diſes Waſſer der bekehrung vnnd contrition gereiniget.
Das Wasser der contrition aber muss erstlich heiß sein / vermittels der Bekehrung zu Gott / welche ein Feuer ist / so die Sünde verzehret / dann wie der Mensch / welcher sich von Gott zu den Kreaturen abwendet / pflegt die Unsauberkeiten an sich zuziehen / auch kalt und andächtig zuwerden / also wird er hingegen durch dieses Wasser der Bekehrung und contrition gereinigt.
de
de
de
1
4.6691
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,487
1,615
Durch diß Waſſer wirdt die Schrifft deß Teufels geloͤſcht/ vnd das Fewer der Hoͤllen vertilgt:
Durch dies Wasser wird die Schrift des Teufels gelöscht / und das Feuer der Höllen vertilgt:
de
de
de
1
4.527
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,488
1,615
Durch diß Waſſer wirdt der Teufel verjaget/ damit er vns nicht verſuche: vermuͤg der Wort:
Durch dies Wasser wird der Teufel verjaget / damit er uns nicht versuche: vermög der Wort:
de
de
de
1
5.5687
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,489
1,615
Nemoloquebatur ei verbum, videbant enim dolorem eſſe vehementem.
Nemoloquebatur ei verbum, videbant enim dolorem esse vehementem.
de
de
la
0.667
6.2497
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,490
1,615
Zu gleicher weiß wie ſich keine Fliegen oder Mucken auff einen ſiedenden Hafen ſetzen/ alſo pflegt der Teufel in niemandte zufahren/ der jhm kein freundtliches Angeſicht zeiget/ welches aber in der contrition nicht gefunden wirdt.
Zu gleicher weiß wie sich keine Fliegen oder Mücken auf einen siedenden Hafen setzen / also pflegt der Teufel in niemand zufahren / der ihm kein freundliches Angesicht zeiget / welches aber in der contrition nicht gefunden wird.
de
de
de
1
5.6385
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,491
1,615
Am anderen muß das Waſſer der contrition rein vnnd ſauber ſein/ Jnnmaſſen die Zaͤher Petri vnnd Magdalenæ waren/ dann diſes reine Waſſer machet auß einem Goͤtzenhauß ein Hauß GOTTES vnnd Wohnung deß heiligen Geiſtes.
Am anderen muss das Wasser der contrition rein und sauber sein / Inmassen die Zäher Petri und Magdalenae waren / dann dieses reine Wasser macht aus einem Götzenhaus ein Haus GOTTES und Wohnung des Heiligen Geistes.
de
de
de
1
5.7676
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,492
1,615
Zugleicher weiß wie die ſtarck flieſſende Waſſerbaͤch pflegen die Doͤrffer zureinigen vnd auß der Aſchen vnd Waſſer ein Laug gemacht wirdt/ die vnreinigkeiten deß Kopffs vnd Kleider hinweg zunemmen/ alſo wirdt auß dem Aſchen der bitteren contrition vnnd auß dem Waſſer der Zaͤhern ein purgatio der Seelen.
Zugleich weiß wie die stark fließende Wasserbäche pflegen die Dörfer zureinigen und aus der Aschen und Wasser ein Laug gemacht wird / die Unreinigkeiten des Kopfs und Kleider hinwegzunehmen / also wird aus dem Aschen der bitteren contrition und aus dem Wasser der Zäheren ein purgatio der Seelen.
de
de
de
1
5.7905
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,493
1,615
Wer aber den fuͤrſatz hat widerumb zuſuͤndigen/ oder von ſeinem concubinat oder Wucher nicht abzuſtehen/ der hat diſes Waſſer nicht/ vnnd wirdt nicht allein nicht rein/ ſondern vil kotiger vnd vnreiner/ vnd heiſt als dann:
Wer aber den Vorsatz hat wiederum zusündigen / oder von seinem Konkubinat oder Wucher nicht abzustehen / der hat dieses Wasser nicht / und wird nicht allein nicht rein / sondern viel kotiger und unreiner / und heißt als dann:
de
de
de
1
5.1155
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,494
1,615
Infixus ſum in limo profundi & non eſt ſubſtantia.
Infixus sum in limo profundi & non est substantia.
it
la
su
0
6.2838
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,495
1,615
Drittens muß diß Waſſer bitter ſein/ junmaſſen das Waſſer Dauids war/ welcher ſagte: recogitabo tibi omnes annos meos in amaritudine animæ meæ.
Drittens muss dies Wasser bitter sein / junmassen das Wasser Davids war / welcher sagte: recogitabo tibi omnes annos meos in amaritudine animae meae.
de
la
de
0.667
6.3064
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,496
1,615
Diſes Waſſer trincken die jenigen nit/ ſo jm̃erdar wolluſtiglich leben/ vnd nit wiſſen daß man durch muͤhe vnnd arbeit zur ruhe/ durch den Krieg zum Friden/ durch den Schmertzen zur Frewd/ vnnd durch die Finſternuß zum Liecht gelanget:
Dieses Wasser trinken diejenigen nicht / so immerdar wollüstig leben / und nicht wissen dass man durch Mühe und Arbeit zur Ruhe / durch den Krieg zum Frieden / durch den Schmerzen zur Freude / und durch die Finsternis zum Licht gelangt:
de
de
de
1
4.9597
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,497
1,615
Wie im bitteren Meer ein ſuͤſſer Fiſch gezigelt wirdt/ alſo wirdt die ſuͤſſigkeit deß Gemuͤts gezigelt in der bitterkeit der contrition.
Wie im bitteren Meer ein süßer Fisch gezigelt wird / also wird die Süßigkeit des Gemüts gezigelt in der Bitterkeit der contrition.
de
de
de
1
5.3706
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,498
1,615
Viertens muß es lebendig ſein/ vnd allzeit flieſſen/ dergleichen Danid gewuͤnſcht/ ſprechendt: quis dabit capiti meo aquam & oculis meis fontem lachrymarum?
Viertens muss es lebendig sein / und allzeit fließen / dergleichen Danid gewünscht / sprechend: quis dabit capiti meo aquam & oculis meis fontem lachrymarum?
de
de
de
1
6.2699
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,499
1,615
Dann weil wir taͤglich vil laͤßliche Suͤnd begehen/ ſo muͤſſen die Zaͤher jmmerdar flieſſen/ damit die Suͤnd vertilgt werden.
Dann weil wir täglich viel lässliche Sünde begehen / so müssen die Zäher immerdar fließen / damit die Sünde vertilgt werden.
de
de
de
1
5.2748
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,500
1,615
Zum fuͤnfften muß das Waſſer der contrition heylſamb ſein/ vermuͤg der Woꝛt: Aqua ſapientiæ ſalutaris potabis illum.
Zum fünften muss das Wasser der contrition heilsam sein / vermög der Wort: Aqua sapientiae salutaris potabis illum.
de
la
de
0.667
5.6563
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,501
1,615
Etliche Waſſer ſeind wolgeſchmackig/ aber nit heilſamb/ als da iſt das Weltwaſſer vnnd die Weltliche ſorgfaͤltigkeiten/ welche dem Hertzen der weltmenſchen gleichwol annemblich vnd wolſchmeckendt aber nicht geſundt ſeind/ multi enim propter diuitias perierunt, vil Menſchen ſeindt durch jhre Reichthumb verlohren vnd verdambt woꝛden.
Etliche Wasser sind wohlgeschmackig / aber nicht heilsam / als da ist das Weltwasser und die Weltliche Sorgfältigkeiten / welche dem Herzen der Weltmenschen gleichwohl annemblich und wohlschmeckend aber nicht gesund sind / multi enim propter diuitias perierunt, viel Menschen sind durch ihre Reichtum verloren und verdammt worden.
de
de
de
1
5.6976
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,502
1,615
Beſchließlichen muß diß Waſſer dermaſſen kraͤfftig ſein/ daß es den Menſchen renouire vnd vernewere/ dann es machet auß dem alten einen newen Menſchen/ vnd auß einem in Suͤnden eralteten alten Mann einen jungen vnd ſtarcken zum gut thun.
Beschließlichen muss dies Wasser dermaßen kräftig sein / dass es den Menschen renouire und neuere / dann es macht aus dem alten einen neuen Menschen / und aus einem in Sünden eralteten alten Mann einen jungen und starken zum guttun.
de
de
de
1
6.0744
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,503
1,615
Derwegen wirdt diß Waſſer gemeingklich das Jugentliche Waſſer genennt.
Derentwegen wird dies Wasser gemeiniglich das Jugendliche Wasser genannt.
de
de
de
1
5.9233
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,504
1,615
Wie die Stimm einer Turteltauben ein zeichen der verenderung der zeit iſt/ alſo iſt das ſeufftzen/ heulen vnd weinen der contritorũ vñ bußfertigen ein zeichen der verenderung deß Gemuͤts: vermuͤg der wort:
Wie die Stimme einer Turteltauben ein Zeichen der Veränderung der Zeit ist / also ist das seufzen / heulen und weinen der contritoru und bußfertigen ein Zeichen der Veränderung des Gemüts: vermög der Wort:
de
de
de
1
5.5864
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,505
1,615
Vox turturis audita eſt in terra noſtra: tempus putationis aduenit.
Vox turturis audita est in terra nostra: tempus putationis aduenit.
la
la
la
0
5.6852
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,506
1,615
Zugleicher weiß wie der Adler/ wann er ſeinen Schnabl an einem Stein zerbrochen hat vnnd ſich ins Waſſer begibt vnd dardurch widerumb jung wirdt/ alſo wann der Suͤnder die haͤrtigkeit ſeines Hertzens an dem Stein CHriſto hat zerbrochen/ alsdann legt er ſein Seel ins Waſſer der Zaͤhren der contrition, legt einen newen Menſchen an/ vnd wirdt ein anderer Mann/ ꝛc.
Zugleich weiß wie der Adler / wann er seinen Schnabel an einem Stein zerbrochen hat und sich ins Wasser begibt und dadurch wiederum jung wird / also wann der Sünder die härtigkeit seines Herzens an dem Stein Christo hat zerbrochen / alsdann legt er sein Seele ins Wasser der Zähren der contrition, legt einen neuen Menschen an / und wird ein anderer Mann / etc.
de
de
de
1
5.5088
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,507
1,615
Ferꝛner vnd drittens gehoͤrt zu der contrition ein ſteiffer Fuͤrſatz/ hinfuͤran von ſuͤnden abzuſtehen/ ſie zubeichten vnnd darfuͤr genug zuthun/ dann vil Menſchen erlangen die verzeyhung jhrer Suͤnden nicht/ allweil ſie entweder die Suͤnd nicht verlaſſen/ oder aber vorhabens ſeindt jhre Jugendt in Suͤnden zuuerzehꝛen vnnd jhr alter GOtt dem HERREN zu dediciren, vnangeſehen ſie ſich letztlichen betrogen befinden/ dann wer in ſeiner Jugent allzeit verzagt vnnd faul geweſt/ der gibt ſelten im Alter einen dapfferen Soldaten ab.
Ferner und drittens gehört zu der contrition ein steifer Vorsatz / hinfüran von Sünden abzustehen / sie zubeichten und dafür genug zutun / dann viel Menschen erlangen die Verzeihung ihrer Sünden nicht / allweil sie entweder die Sünde nicht verlassen / oder aber Vorhabens sind ihre Jugend in Sünden zuverzehren und ihr alter Gott dem HERREN zu dedizieren, unangesehen sie sich letztlichen betrogen befinden / dann wer in seiner Jugent allzeit verzagt und faul gewesen / der gibt selten im Alter einen tapferen Soldaten ab.
de
de
de
1
5.7462
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,508
1,615
Nicht zuglauben iſt/ daß ein Baum/ der niemaln gꝛuͤn noch fruchtbar geweſt/ erſt nach vil Jahren/ wann er abgehawen vnnd ins Fewer geworffen werden ſoll/ bluͤhen vnnd fruͤchte tragen werde.
Nicht zuglauben ist / dass ein Baum / der niemals grün noch fruchtbar gewesen / erst nach viel Jahren / wann er abgehauen und ins Feuer geworfen werden soll / blühen und Früchte tragen werde.
de
de
de
1
4.4911
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,509
1,615
Viertens gehoͤrt zu der contrition daß ſie von Gottes vnnd ſeiner Lieb wegen beſchehe/ vnd keines wegs auß etwan einer Weltlichen forcht/ oder einer Hoͤlliſchen forcht/ vnnd beſorgung der zeitlichen vnnd ewigen Straff/ dann dergleichen contritiones ſeindt Gott dem Herꝛen zuwider.
Viertens gehört zu der contrition dass sie von Gottes und seiner Liebe wegen geschehe / und keines Wegs aus etwan einer Weltlichen fürchtet / oder einer Höllischen fürchtet / und Besorgung der zeitlichen und ewigen Strafe / dann dergleichen contritiones sind Gott dem Herren zuwider.
de
de
de
1
5.5779
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,510
1,615
Beſchließlichen muß die contritio baldt beſchehen/ erſtlichen wegen der Gefahr der gewonheit deß ſuͤndigens: conſuetudo enim eſt altera natura:
Beschließlichen muss die contritio bald geschehen / erstlichen wegen der Gefahr der Gewohnheit des Sündigens: consuetudo enim est altera natura:
de
de
de
1
6.0533
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,511
1,615
& difficile eſt aſſueta relinquere: vnnd es ſtehet geſchribene Hieronym. 13. Si poteſt Ætiops mutare pellem & pardus varietates, & vos poteritis benefacere cum didiceritis malum.
& diffizile est assueta relinquere: und es steht geschribene Hieronym. 13. Si potest Aetiops mutare pellem & pardus varietates, & vos poteritis benefacere cum didiceritis malum.
la
la
fr
0
6.6251
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,512
1,615
Zugleicher weiß wie der Menſch durch das ſchnelle anlauffende vnd wachſende Waſſer letztlichen hinweg geriſſen vnnd erfuͤllt wirdt/ alſo wirdt er durch die lange Gewonheit vnnd vermehrung der Suͤnden hinab zur Hoͤllen geriſſen/ Jnnmaſſen jener ſolches beklagt ſprechendt:
Zugleich weiß wie der Mensch durch das schnelle anlaufende und wachsende Wasser letztlichen hinweg gerissen und erfüllt wird / also wird er durch die lange Gewohnheit und Vermehrung der Sünden hinab zur Höllen gerissen / Inmassen jener solches beklagt sprechend:
de
de
de
1
6.4499
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,513
1,615
Pelagus aperuit caput meum: Item:
Pelagus aperuit caput meum: Item:
pt
nl
la
0
5.1624
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,514
1,615
Inundauerunt aquæſuper caput meum, dixi, perij.
Inundauerunt aquaesuper caput meum, dixi, perij.
la
la
la
0
6.4516
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,515
1,615
Am andern muß die contritio darumb baldt beſchehen/ allweil der jenig/ welcher lang in der Suͤnd ligt/ gar leichtlich von der einen in die ander fellt/ aber Væ illis qui longam reſtem trahunt:
Am anderen muss die contritio darum bald geschehen / allweil der jenig / welcher lang in der Sünde liegt / gar leichtlich von der einen in die ander fehlt / aber Vae illis qui longam restem trahunt:
de
de
de
1
6.3371
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,516
1,615
Derwegen ſpricht der weiſe Mann:
Derentwegen spricht der weise Mann:
de
de
de
1
5.5071
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,517
1,615
Fili ſi peccaſti, ne adijcias iterum, ſed & de priſtinis depræcare vt tibi dimittantur.
Fili sie peccasti, ne adijcias iterum, sed & de pristinis depraecare ut tibi dimittantur.
fr
la
sq
0
5.945
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,518
1,615
Drittens muß ſie geſchwindt vollzogen werden wegen der gefahr deß vngewiſſen vnuerſehenen vnnd gaͤhen Todts/ dann wir wiſſen je nicht/ wann der Herꝛ kommen vnnd zum naͤrꝛiſchen ſchlafenden Suͤnder ſprechen wirdt: Stulte, hac nocte repetent à te animam tuam.
Drittens muss sie geschwind vollzogen werden wegen der Gefahr des ungewissen unversehenen und gähen Tods / dann wir wissen je nicht / wann der Herr kommen und zum närrischen schlafenden Sünder sprechen wird: Stulte, hac nocte repetent à te animam tuam.
de
de
de
1
5.4704