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2024-12-04 04:23:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachen_Georgiens | Das multiethnische Georgien ist ein Land des seit dem Altertum als völker- und sprachenreich bekannten Kaukasus. Viele Volksgruppen leben in abgelegenen Gebieten und sprechen nur ihre eigene Sprache. Insgesamt werden heute in Georgien 20–30 Sprachen aus sechs verschiedenen Sprachfamilien gesprochen. Amtssprache Georgiens ist das Georgische, das von etwa 4 Millionen Menschen gesprochen wird. Es gehört zur südkaukasischen Sprachfamilie und besitzt seit dem 5. Jahrhundert ein eigenes Alphabet. Über 80 % der georgischen Staatsbürger werden als ethnische Georgier klassifiziert, wozu in Georgien traditionell alle Sprecher südkaukasischer Sprachen gezählt werden, auch die etwa 500.000 Mingrelier, die ca. 25.000 Swanen und die etwa 2000 Lasen , weil sie neben ihren eigenen Sprachen auch Georgisch als gemeinsame Schriftsprache beherrschen und wegen der Zugehörigkeit zur georgisch-orthodoxen Kirche. Weitere bedeutende Sprachen des Landes sind das ebenfalls südkaukasische Mingrelische , das indogermanische Armenische , Russisch , die Turksprache Aserbaidschanisch , das zum Westkaukasischen zählende Abchasische und die ostiranische Sprache Ossetisch . Sprachen in Georgien mit mind. 100.000 Sprechern: Die Sprachen Georgiens gehören zu sechs verschiedenen Sprachfamilien. Drei davon – Südkaukasisch, Westkaukasisch und Ostkaukasisch – gelten als autochthone Kaukasussprachen. Diese drei Gruppen sind nach heutiger Auffassung nicht miteinander verwandt. Zu den drei anderen Sprachfamilien – Indogermanisch, Turkisch und Afroasiatisch – gehören die Sprachen, deren Träger erst später in den Kaukasus eingewandert sind . Die folgende Klassifikation beschreibt die Verwandtschaftsverhältnisse und Sprecherzahlen aller in Georgien gesprochener Sprachen. Hinweis zu den Sprecherzahlen: Sie beziehen sich ausschließlich auf die Sprecher dieser Sprachen in Georgien. "S2" umfasst Muttersprachler und Sprecher, die diese Sprache erlernt haben. Die Sprecherzahlen entstammen Ethnologue , dem Fischer Weltalmanach 2006 und der Fachliteratur zu den einzelnen Sprachfamilien. Die Klassifikation basiert auf dem unten angegebenen Weblink. Fettdruck kennzeichnet die Sprachfamilien und ihre Zweige . |
2024-11-23 21:17:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sermon | Sermon steht für: Sermon ist der Familienname folgender Person: Siehe auch: |
2024-11-23 12:01:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Volkspark_Rehberge#Rathenau-Denkmal | Der Volkspark Rehberge ist ein Volkspark im Berliner Ortsteil Wedding. Der Park wurde in den Jahren 1922–1929 gestaltet. Das Gartendenkmal hat eine Größe von rund 78 Hektar. Zusammen mit dem direkt im Südosten angrenzenden Goethepark bildet er eine Parklandschaft von etwa 115 ha. Direkt im Südwesten grenzen der Plötzensee und die ihn umgebenden Grünanlagen an den Park. Der Volkspark Rehberge bietet den Besuchern neben Spazier- und Radwegen und Liegewiesen auch Tiergehege, Spielplätze, eine Rodelbahn mit 20 Metern Höhenunterschied, Sportplätze, Gastronomie und eine Freilichtbühne. Seit 1953 sind Teile des Volksparks als Landschaftsschutzgebiet geschützt. Der Park entstand in einer eiszeitlichen Landschaft aus Flugsanddünen und einer eiszeitlichen Rinne, dem Langen Fenn. Im Rahmen der Parkgestaltung wurde diese Rinne in eine Kette aus drei Seen umgestaltet: den größeren Möwensee, den kleineren Sperlingssee und den mit dem Sperlingssee verbundenen Entenpfuhl. Im Park sind mehrere größere Sportanlagen. Das Stadion Rehberge ist Heimstätte des „BSC Rehberge 1945“, einem Berliner Sportverein. In der Nähe befindet sich der U-Bahnhof Rehberge. Die ehemalige Dünenlandschaft ist Teil des Berliner Urstromtals, speziell der Jungfernheide. Bis 1915 gehörte das Gelände nicht zur Stadt Berlin, sondern zum preußischen Gutsbezirk Plötzensee. Auf dem Gelände befanden sich Sümpfe und mehrere Hügelketten: Die namensgebenden Rehberge aber auch die Wurzelberge und die Fuchsberge. Geologisch wurden über Mittelsande im Spätglazial feinere Flugsande abgelagert, die teilweise hohe Dünen bildeten. Das Gebiet hatte bis in das frühe 19. Jahrhundert – mit Ausnahme der Gewässerufer – einen hohen Bestand an märkischen Kiefern und Traubeneichen. Bereits zu dieser Zeit nutzte die Berliner Verwaltung das Gelände zur Arbeitsbeschaffung und ließ die in den Rehbergen vorkommenden Sümpfe durch vormalige Arbeitslose trockenlegen. Die sogenannten Rehberger waren dann in der Märzrevolution von 1848 berühmt und berüchtigt. Auf dem Gelände des heutigen Volksparkes wurde teilweise der sandige Aushub des in den Jahren 1848–1859 erbauten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals abgeladen. Später diente der Sand der Rehberge als Sandquelle für die Reinigung der Fußböden der Berliner Wohnungen. Der sogenannte „Wittensand“, der dafür genutzt wurde, musste erst in Handarbeit unter den darüber liegenden Sandschichten ausgegraben werden und wurde dann mit Hunde- oder Pferdegespannen in die Berliner Innenstadt gebracht, wo ihn Händler an Hausfrauen verkauften. Das sandige Gebiet diente später dem preußischen Militär als Schießplatz und Übungsgelände. Diese konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet des heutigen Goetheparks und den Nordosten des heutigen Volksparks – dort wo heute der Leutnantsberg liegt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts plante Zoodirektor Carl Hagenbeck aus Hamburg, auf diesem Gebiet einen Ausstellungspark anzulegen. Laut Baedeker-Reiseführer sollten hier Tiere in einer Landschaft leben, die ihrer eigentlichen Heimat sehr nahekommt. Andere Quellen sprechen dagegen von einer Tier- und Völkerschau mit ähnlichen Darstellungsweisen wie auf der Deutschen Colonial-Ausstellung von 1896 im Treptower Park. Tiere und Menschen aus den damaligen deutschen Kolonien sollten im Park zur Schau gestellt werden. Wegen des Ersten Weltkriegs kam es jedoch nie zur Realisierung dieser Pläne. Die Bäume, die vormals in den Rehbergen wuchsen, glichen der Vegetation des Tegeler Forsts. Allerdings überlebte der Baumbestand nicht die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Der erste Winter nach Kriegsende in den Jahren 1918–1919 war besonders kalt, und so holzte die Berliner Bevölkerung den Baumbestand in diesem Gebiet ab. Franz Affeld beschrieb die Szenen mit 40 Jahren Abstand: „Jetzt kamen die Holzfäller mit ihren Handwagen von nah und fern, ja sogar aus Schöneberg mit Roß und Wagen. Und so mancher Stamm nahm seinen Weg durch die Müllerstraße.“ Der fehlende Bewuchs führte zu Erosion, es türmten sich Dünen auf, und der Flugsand war der Gesundheit der in der Nachbarschaft lebenden Menschen wenig zuträglich. Angeblich wurden in dieser Zeit sogar Wüstenfilme in den Rehbergen gedreht. Nachdem die Behörden angesichts der Not der Menschen die Abholzung zunächst gewähren ließen, schritten sie später – als die Abholzung kommerzialisiert wurde und die Probleme des Flugsandes offenkundiger waren – ein, und ließen den restlichen Baumbestand der Rehberge durch die Reichswehr schützen. Trotz dieses Schutzes beschrieb die Zeitschrift Die Gartenwelt in ihrem überschwänglichen Artikel zur Eröffnung des Parks von 1929 den Zustand nach dem Krieg noch als „und die Erde war wüst und leer“. Auf dem Gelände der Rehberge hatten sich zahlreiche wilde Laubenkolonien angesiedelt. Arbeiter hatten eine Hütte oder Laube gebaut und sich kleine Gärten angelegt. Diese Siedlungen waren teils größer, gut organisiert und in das florierende Kleingartenwesen eingebunden, teils kleiner und nur den Bewohnern zum Überleben dienend. Für den Bau des Volksparks wurden diese Siedlungen geräumt. Insgesamt in 348 Fällen kam es zu Schlichtungsverfahren zwischen der Stadt Berlin und den Bewohnern der Lauben. Ursprünglich plante der Berliner Magistrat das gesamte Gebiet durch neue Wohnsiedlungen zu überbauen. Hierzu bestanden bereits Pläne, die aber aufgrund der Weltwirtschaftskrise und den nun mangelnden Finanzmitteln nicht umgesetzt wurden. 1922 gab der Magistrat die Pläne offiziell auf und beschloss die Errichtung eines Volksparks in den Rehbergen. Stadtgartendirektor Albert Brodersen erwähnte dies erstmals am 6. März 1922 in seiner Erklärung zum „Plan für die Schaffung eines Volks- und Schulspielparks.“ Die Verhandlungen mit dem preußischen Staat über den Erwerb des Geländes zogen sich hin. Erst die hohe Arbeitslosigkeit, die mit 36.000 Erwerbslosen im Wedding weit über dem Reichs- und Berlindurchschnitt lag, führte hier eine Wende herbei. Berlin bezahlte den Kaufpreis fast ausschließlich aus Finanzmitteln der Notstandsprogramme gegen Arbeitslosigkeit. 1926 erwarb die Stadt Berlin schließlich das Gelände vom Gut Jungfernheide, das der Regierung Preußens gehörte, für etwas über 2 Millionen Reichsmark. Der Park folgt – wie schon der Volkspark Humboldthain – der Idee eines Landschaftsparks; auf geometrische Formen wurde verzichtet. Der Park sollte die bereits vorhandene Landschaft aufgreifen und für Menschen besser nutzbar machen. Dazu gehörte auch die Einrichtung zahlreicher Sport- und Spielanlagen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der Park sollte insbesondere für die Arbeiterschaft da sein, die nach Aussagen der Planer viel zu selten öffentliche Parks und Plätze aufsuchte. Ursprünglich zuerst 1918/1919 von Albert Brodersen konzipiert, wurde der Park schließlich nach den Plänen der Gartenbaudirektoren Rudolf Germer und Erwin Barth in den Jahren 1926–1929 neu gestaltet. Brodersens Pläne sahen vor, die vorhandenen Dünen zu erhalten und als Naturdenkmal für die Kinder als Anschauungsobjekte zu nutzen. Der Höhenunterschied im Park beträgt – für Berliner Verhältnisse beträchtliche – 17 Meter, so dass Brodersens Pläne auch schon die Anlage einer Rodelbahn von der höchsten Düne aus vorsahen. Der Volkspark ist dabei nur Teil einer größeren Parkanlage, zu der auch der benachbarte Goethepark und die Grünanlagen um den Plötzensee gehören. Ebenfalls in die Parkplanungen einbezogen wurde das Gelände der heutigen Julius-Leber-Kaserne nordwestlich des Parks. Hier sollten auf 140 Hektar noch einmal Wiesen, Sportplätze und ein 7 Hektar großes Waldschulgelände entstehen. Der Kasernenbau verhinderte jedoch diese Erweiterung des Parks. Der benachbarte Goethepark entstand zwischen 1922 und 1924 nach einem Entwurf von Germer. Die ersten Arbeiten auf dem Gelände des späteren Volksparks begannen 1926 als Bezirksgartendirektor Germer erste Notstandsarbeiten im Gelände durchführen ließ, um das Flugsandproblem in den Griff zu bekommen. Dies geschah noch, bevor Berlin das Gelände erworben hatte, gilt aber als erste konkrete Baumaßnahme für den Park. Erwin Barth beteiligte sich nach seinem Amtsantritt im März 1926, während die konkrete Durchführung der Arbeiten weiter in den Händen Germers lag. Zur Ausführung kam schließlich Barths Entwurf „Volkspark Rehberge“ aus dem Mai 1927, der die Ideen Brodersens und Germers modifizierte und ergänzte. Die Entwürfe für die Gebäude kamen vom Magistrats-Oberbaurat Friedrich Hellwig. Für die Umgestaltung wurden unter anderem mehrere kleine Hügel abgetragen, um ebene Flächen für die Sportanlagen zu schaffen. An Stellen, an denen Anpflanzungen vorgesehen waren, musste Mutterboden auf den Sand aufgebracht werden. Der Sand der Dünen wurde aus Kostengründen mit Straßendung verfestigt. Die eigentliche Gestaltung des Parks erfolgte als Großprojekt im Rahmen der Arbeitsbeschaffung. Bis zu 1.200 Arbeitslose waren bei den Arbeiten tätig, welche Teil des Notprogrammes gegen die Arbeitslosigkeit waren. Insgesamt wurden 296.000 Tagewerke geleistet. Die Hauptarbeiten am Park fanden dabei zwischen dem 1. Februar 1926 und dem 31. Mai 1928 statt. Die gärtnerische Ausgestaltung des Parks kostete 2,7 Millionen Reichsmark. Mit dem Park wurde auch die erste Dauerkleingartenanlage Berlins angelegt, die bis heute existiert. Offiziell eröffnet wurde der Park mit einem Volksfest am 22. Juni 1929. Zum Programm gehörten zahlreiche Sportveranstaltungen wie Staffelläufe und Turnvorführungen, aber auch Tanzdarbietungen und Auftritte von Kapellen und Orchestern. 1929/1930 kam der in den ursprünglich nicht in den Parkplanungen vorgesehene Bereich des Langen Fenns zum Park. Es entstanden die drei Seen. Nach 1930 gingen die weiteren Arbeiten an die zuständigen Abteilungen des Bezirksamts Wedding über. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten versuchten diese den Park nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dazu gehörte die Errichtung einer Rednertribüne an der Großen Übungswiese und das Einschmelzen des Denkmals für Emil und Walther Rathenau. Die Nationalsozialisten errichteten auch ein „Ehrenmal“ von Paul Birr an der Großen Übungswiese. Ebenfalls in die Zeit des Nationalsozialismus fällt die Errichtung der Freilichtbühne – gebaut als Thingplatz – sowie eines Kleinkaliberschießstandes im Park. Den Zweiten Weltkrieg überlebte der Park weitgehend unbeschädigt. In den letzten Kriegsjahren wurden allerdings Luftschutzbunker im Park errichtet, von denen es keine Spuren mehr gibt. Pläne für Bunker auch in der Kleingartenkolonie Rehberge wurden nicht mehr umgesetzt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von den Einwohnern wieder Holz zum Heizen entnommen, erst später konnte eine Aufforstung vorgenommen werden. Nach 1945 wurden die Sportanlagen um Tennisplätze erweitert. Die gesamten Sportanlagen wurden 1954 modernisiert. Dabei entstand auch ein Ballspielplatz am Ort des 1945 geschlossenen Planschbeckens. Ebenfalls im Jahre 1954 wurde im Freilichttheater Rehberge das 25-jährige Bestehen des Parks gefeiert mit dem Jubiläumsspiel Auf in die Rehberge! von Charlotte Sarcander mit Musik von Karl Fritz Bolt und Siegfried Protzer. Auswirkungen auf den Park hatte die Verlängerung der U-Bahn-Linie U6 nach Tegel. Durch die damit verbundenen Auswirkungen im Grundwasserspiegel während der Bauzeit 1956–1958 verlandeten die Seen im Volkspark komplett. Den Park prägt die hufeisenförmige Dünenkette. Die Dünen wurden im Rahmen der Parkgestaltung miteinander zu einem einheitlichen Höhenzug verbunden, der auch durch einen „Höhenwanderweg“ erlaufbar ist. Das Hufeisen umschließt die Sportanlagen mit dem Stadion Rehberge und der vier Hektar großen Wiese im Zentrum des Parks. Bei der Gestaltung achtete Barth darauf, die natürliche Landschaft zu betonen. So gibt es auch nur wenige formale Gestaltungselemente wie Alleen, Rondelle oder bewusst gesetzte Blickachsen. Um Stadion und Übungswiese errichten zu können, wurde das Gelände an dieser Stelle eingeebnet und mehrere kleinere Hügel abgetragen. Ein als solitär erhaltener Hügel ist der Leutnantsberg nördlich der Sportanlagen. Seine Spitze wird durch ein von Säuleneichen eingefasstes Aussichtsplateau gebildet. An seiner Flanke liegt die Freilichtbühne. Im Süden liegen mehrere Liege- und Spielwiesen, die durch freie Elemente wie Teiche oder Gehölzgruppen gegliedert sind. Prägendes Element des Parks sind mehrere große Wiesen, die sich im Zentrum und Südteil der Anlage befinden. Die größte und formal ausgestaltetste Wiese ist die Große Spielwiese, ehemals Große Übungswiese und umgangssprachlich wegen der an ihrem Rande aufgestellten Ringerskulptur auch „Catcherwiese“ genannt. Diese liegt im Herz der hufeisenförmigen Dünen. Dazu kommen südlich und westlich der Großen Spielwiese einige weitere Wiesen verschiedener Größe, die dem Konzept der Parkgestaltung nach möglichst natürlich und naturgewachsenen dienen sollen. Das Wegenetz des durch 30 Eingänge erschlossenen Parks beträgt 24 Kilometer. Von besonderer Bedeutung für den Volkspark sind einige zentrale Wege: Die Hauptzugangsachse zur Großen Spielwiese verläuft aus westlicher Richtung von einem Rundplatz aus unter der Fußgängerbrücke gerade an den zwei ehemaligen Umkleidehäusern von 1929 vorbei. Die breite Zugangsachse bot sich bereits bei ihrer Eröffnung zum eindrucksvollen Massenaufmarsch an. Nachdem dies zur Eröffnung vor allem jugendliche Sportler waren, nutzten in den Folgejahren, so lange dies noch möglich war, auch KPD und SPD den Platz, um ihre Veranstaltungen eindrucksvoll in Szene zu setzen. Über der Fußgängerbrücke verläuft der „Höhenwanderweg“, der zwischen Sportplatz, Tanzring und Stadion beginnt und sich dann im Bogen die Dünenlandschaft empor windet, um an der höchsten Stelle des Parks am Rathenaudenkmal zu enden. Den letzten Abschnitt des Wegs säumt eine Allee aus Spitzahorn und Berg-Ahorn, ursprünglich waren dort Ulmen gepflanzt. Die Brücke, auf der der Wanderweg den Zugang zur Großen Spielwiese überquert, entstand 1927 durch das Tiefbauamt Wedding aus Beton. Sie ist mit Bernburger Kalkstein verkleidet. Neben der praktischen Notwendigkeit, die beiden Wege zu kreuzen, dient sie auch als Sichtpunkt, die den Blick entlang der Zugangsachse auf die Spielwiese rahmt. Inmitten der Sichtachse durch die Brücke steht als Point de vue die Ringerskulptur von Wilhelm Haverkamp. Von der südlichen Düne hinab verlaufen Richtung Großer Spielwiese terrassenartig gestufte und symmetrisch geführte Wege, die den Blick über Wiese und Sportanlagen erschließen. Im Nordosten des Parks liegen die drei Seen, Möwensee, Sperlingssee und Entenpfuhl, die bei der Gestaltung des Parks aus einer glazialen Rinne, dem Langen Fenn, gebildet wurden. Umgeben sind diese von einem waldartigen Bereich mit einigen kleineren Wiesen. Der größte der drei Seen ist der 1,7 Hektar große, etwa 300 Meter lange Möwensee mit einer mittleren Tiefe von 1,5 m. Alle drei Seen führen das ganze Jahr über Wasser und sind vermutlich mit dem Grundwasserspiegel verbunden. Alle drei Seen werden von Umweltgutachtern als „naturnah“ beschrieben. Die beiden kleineren Seen sind stark verschlammt und weisen Verlandungstendenzen auf. Für einen Park dieser Größe enthalten die Rehberge vergleichsweise wenige verschiedene Arten an Tieren und Pflanzen. Auffallend ist, dass von dem Wald, der sich vor Ende des Ersten Weltkriegs an dieser Stelle befunden hat, heute keine Arten mehr vorhanden sind. An den Seen finden sich typische gewässerbegleitende Säume aus Fahl-Weiden und Erlen. Sehr vereinzelt kommen dort auch kleinere Röhrichtbestände aus Schilf, Kalmus und Seggen vor. Am Möwensee wurde die geschützte Sumpf-Schwertlilie nachgewiesen. Die einzige Fischart, die sich – abgesehen von Einzelsichtungen – im Möwensee nachweisen lässt, ist die Karausche. Im Sommer kommt es aufgrund sauerstoffzehrender Vorgänge immer wieder zu Fischsterben im See. Zu den wenigen formalen Elementen der Parkgestaltung gehört der Platanengang um die Übungswiese herum. Zur Parkgestaltung nutzten die Planer vor allem einheimische Arten. Alleen, Haine und Rondelle bestanden zum größten Teil aus Platanen, Birken, Eichen, Linden und Pappeln. Auf den Dünenhängen wurden Kiefern und Douglasien gepflanzt. Spielplätze wurden von Eichengruppen umschlossen, während der Leutnantsberg eine Heidelandschaft darstellen soll. Neben einer Gaststätte in der Kleingartenkolonie ist der einzige andere geöffnete Gastronomiebetrieb das Restaurant „Schatulle“. Dieses befindet sich gegenüber der Freiluftbühne an einer größeren Wegkreuzung und sitzt in einem 1936/1937 errichteten Umkleide- und Verwaltungsgebäude, das nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Gaststätte umgebaut wurde. Gemäß dem damaligen Volkspark-Konzept, das Parks vor allem als Erholungs- und Freizeitort für die Bevölkerung auffasste, legten die Planer beim Bau Wert auf zahlreiche Sportanlagen. Im Zentrum des Parks sind mehrere Sportplätze, eine große Wiese – die Übungswiese oder umgangssprachlich Catcherwiese – und das Stadion Rehberge. Östlich des Stadions liegen vier Tennisplätze. Von einer Erhöhung, auf der auch das Rathenau-Denkmal steht, geht eine Rodelbahn die Westseite einer Sanddüne hinab. Der Höhenunterschied der Bahn beträgt 20 Meter, sie ist insgesamt 300 Meter lang. Gegliedert sind die Sportanlagen durch eine vergleichsweise formale Parkgestaltung aus Hecken, Baumreihen, Alleen und Rondellen. Nutzer der Anlagen sind zahlreiche Freizeitsportler, die hier joggen. Allerdings findet auch organisiertes Vereinsleben statt. Der BSC Rehberge 1945 hat seine Heimat im Stadion Rehberge. Die Tennisanlagen werden vom BTC Rot-Gold und dem TSV Wedding genutzt. Zwischen 1949 und 1952 dienten die Hälfte der Tennisplätze exklusiv den Offizieren der französischen Besatzungsmacht. Der Berlin Cricket Club absolvierte in den 1990ern, noch unter dem Namen „The Refugees“, seine ersten Trainings- und Spielversuche im Cricket auf den Wiesen des Volksparks, bevor der Verein schließlich auf das Olympiagelände umzog. Am Eingang der Großen Spielwiese stehen zwei ehemalige Umkleiden in symmetrischer Anordnung. Die nördliche der beiden wurde 1929 von Friedrich Hellweg im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut. 1950 erfolgte der Umbau zur Gaststätte. Über lange Jahre befand sich in diesem Gebäude das „Café“, heute steht es leer. Das südliche Umkleidegebäude entstand 1935/1936 durch das Bauamt Wedding. Der Tanzring liegt nördlich des Dünengürtels. Der 1929 angelegte Ring inmitten einer Kulisse aus Douglasien sollte ursprünglich für „gymnastische Übungen und Volkstänze“ dienen. Der Ring liegt vertieft und hat eine Tribüne. Diese wurde nach dem Krieg 1951 mit 410 Sitzplätzen wieder hergestellt und 1979 vereinfacht erneuert. Das Sporthaus befindet sich oberhalb und nördlich der Wettkampfbahn. Das nach Plänen von Friedrich Hellweg im Stil der Neuen Sachlichkeit symmetrisch errichtete Gebäude bietet einen Aussichtspunkt über die tiefer liegenden Sportstätten. Geplant war es für die Versorgung und den geselligen Aufenthalt der Sportler. Die Freilichtbühne entstand 1935/1936 an der Flanke des Leutnantsbergs auf Veranlassung der Nationalsozialisten durch die bezirkliche Gartenverwaltung. Diese sollte als „Feierstätte“ oder Thingplatz im Rahmen der Thingbewegung entstehen und hat 4.000 Sitz- und 11.000 Stehplätze. Umgeben sind diese von diversen Nadelgehölzen. Den Eingang bildet ein ehemaliges Garderobenhaus von 1948/1949. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie vor allem zur Aufführung von Lustspielen und Operetten. Nach mehreren Jahren mit großen Schäden durch Vandalismus und der dadurch vergeblichen Suche nach einem neuen Betreiber, wurde 1998 die Freilichtbühne vom Bezirksamt als Veranstaltungsort geschlossen. 2008 wurde sie für den symbolischen Preis von 1 Euro an einen privaten Betreiber verkauft, der den Spielbetrieb mit Freilichtkino- und Theatervorführungen nach der nötigen Sanierung im Sommer 2009 wieder aufnahm. Im westlichen Teil des Parks sind mehrere Wildgehege. Zeitweise lebte nur noch ein Wildschweineber sowie Mufflons, Fasane und ein Damhirsch im Gehege. Ursprüngliche Planungen sahen vor, die Wildgehege nach seinem Tod zu renaturieren. Nach dem Tod des Ebers im Mai 2015 setzte sich eine breite Bewegung für den Erhalt der Gehege ein. Nachdem dann die Stadtbärin Schnute, die in einem kleinen Gehege im Ortsteil Mitte gelebt hatte, im Oktober 2015 verstarb, beschloss der Bezirk Mitte – sowohl für Schnute wie auch die Rehberge zuständig – die Kapazitäten, die bislang den Berliner Stadtbären zugedacht waren, komplett in die Rehberge zu investieren. Dadurch kamen nicht nur neue Gelder in die Rehberge, sondern auch eine hauptamtliche Tierpflegerin. Im Januar 2016 waren es insgesamt etwa 20 Tiere, die sich in den Gehegen aufhielten. Besonders attraktiv sind die Gehege für Kitas und Schulkinder, die diese besuchen. Auf dem Gelände der Rehberge hatten sich seit dem späten 19. Jahrhundert mehrere wilde Kleingartensiedlungen, sogenannte „Laubenkolonien“ gegründet. Diese sollten im Rahmen des Parkausbaus durch ein geordnetes Kleingartenwesen ersetzt werden. Die Kleingärtner sollten in der Anlage in den Rehbergen Ersatz erhalten. Während die Laubenkolonien ungeplant und improvisiert gewachsen waren, waren die Kleingartenkolonien durchgeplant. Die Zeitschrift die Gartenwelt lobte 1929, man habe sich bemüht „das leidige Kunterbunt der üblichen Kleingärten durch genaue Vorschriftung für die Aufteilung der Parzellen und den Bau und Anstrich der Lauben zu verhüten.“ Die Parzellen wurden in einem festen Schachbrettmuster aufgeteilt. Die Bewohner mussten sich an feste Vorgaben halten, mit denen beispielsweise Größe, Form und Farbanstrich der Lauben, Höhe der Zäune oder Breite der Wege fest vorgegeben waren, ebenso wie Art, Größe und Gestaltung der Anpflanzungen. Die Stadt legte dabei die Wege zwischen den Parzellen an, pflanzte Hecken- und Obstbaumalleen und verlegte eine Wasserleitung auf dem Gelände. Die restlichen Arbeiten fielen in die Hand der Parzellennutzer. Die zukünftigen Bewohner mussten gegenüber der Stadt nachweisen, dass sie bereits Erfahrungen mit Anlage und Pflege eines Gartens hatten und versichern, dass sie ihren Garten in einem ordentlichen Zustand hielten. Für die meisten Bewohner der Laubenkolonie kam ein Umzug in die Kleingartenkolonie allerdings nicht in Frage: die Pacht betrug 10 Reichsmark im Monat, dazu kam eine Einmalzahlung von 30 Reichsmark. Die durchschnittliche Miete für eine Zweizimmerwohnung in Berlin betrug zu dieser Zeit 43,75 Mark. Für die meisten Laubenkolonisten, oft Einwanderer der ersten oder zweiten Generation, die am Rande des Existenzminimums lebten, waren dies prohibitiv hohe Kosten. Die Nutzerschaft der Kleingartenanlagen veränderte sich durch die Anlage des Parks: waren dies vorher meist einfache Arbeiter, die in der Laubensiedlung ihren Lebensmittelpunkt hatten und sich vom dort gezogenen Gemüse ernährten, kamen nun vor allem Hobbygärtner, die neben der Laube noch eine richtige Wohnung hatten und den Garten vorwiegend zur Freizeitnutzung in Anspruch nahmen. Die Kleingartenkolonie ist als Dauergartenkolonie konzipiert, das heißt, das Gelände steht weiterer städtischer Entwicklung nicht mehr zur Verfügung. Die Kolonie im Nordwesten des Parks sollte als Muster für weitere Kolonien gelten und zeichnete sich durch strenge Vorgaben aus, was die Nutzung und Gestaltung der Gärten anging. So waren alle Grundstücke gleich geschnitten und es gab beispielsweise nur drei erlaubte Laubentypen, die Typen Sonntagsfreude, Kinderland und Erholung, die zwischen 800 und 1000 Reichsmark kosteten. Schon die Namen machten klar, dass die Lauben nicht zum Leben gedacht waren, sondern zur Freizeit- und Wochenendgestaltung. Die Laubentypen waren aus einem Wettbewerb des Reichsverbandes der Kleingartenvereine hervorgegangen, mussten durch die Gärtner selbst errichtet werden und hatten je eine Küche, einen Schlafraum und eine Veranda. Ursprünglich säumten japanische Tempeltore die Eingänge zu den Parzellen. Die Pläne für die Kolonie stammten von Barth und Germer. Während noch zahlreiche Lauben die Originalgestaltung zeigen, sind die Tore mittlerweile kaum noch erhalten. Die Hauptwege der Kolonie werden durch Hecken aus Hainbuchen gesäumt, die Nebenwege durch Hecken aus Blütensträuchern. Auf den Parzellen stand je ein Kirsch- oder Pflaumenhochstamm, um einen Allee-Effekt zu erzielen. Weitere Hochstämme durften nur in unmittelbarer Nähe der Lauben angepflanzt werden. Die Kleingartenkolonie wird durch einen mit Treppen zu erlaufenden Hügelkamm in zwei Teile getrennt. Im Oktober 1930 wurde am Ende der großen Sicheldüne auf Anregung des damaligen Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß der Rathenau-Brunnen aufgestellt. Eine ungewöhnlich lange Planungsphase war vorausgegangen: Georg Kolbes Idee, das Rathenau-Denkmal nicht figürlich, sondern als rein abstrakte Form zu gestalten, war anfangs auf Widerstand gestoßen. Der Bildhauer berichtete: „Ganz verdutzt war die Berliner Kunstdeputation , als sie zur Entscheidung über meinen Entwurf zum Rathenau-Brunnen zusammentrat. Keine einzige Figur gab es da zu sehen! Somit erfolgte einstimmige Ablehnung: Dank einiger einsichtsvoller Männer setzte sich die Brunnenidee nach einundeinhalbjährigem Hängen und Würgen durch. Sogar eine einfache Treppenanlage durfte ich ausführen.“ Vor allem dank der Unterstützung des Oberbürgermeisters Gustav Böß kam im November 1929 der Vertrag zur Errichtung des Rathenau-Brunnens zustande. Den Auftrag vergab die Stadt Berlin; die Finanzierung soll von der AEG übernommen worden sein. Die einfachen Formen der Treppenanlage und des großen Brunnens waren abgestimmt auf die einzigartige Lage am Ende eines lang gezogenen Höhenrückens. Dieser bildet gleichsam den Sockel für das plastische Bildwerk. Nur eine groß gesehene Form konnte hier bestehen. So ist es verständlich, dass Kolbe – obwohl sonst als figürlich arbeitender Bildhauer bekannt – leidenschaftlich für sein abstraktes Rathenau-Projekt kämpfte. 1931 beschreibt der bekannte Kunsthistoriker Paul Ortwin Rave die Anlage: „Die letzte Strecke geht, zwischen Reihen frisch gepflanzter Rüstern, schnurstracks auf den Brunnen zu, hinter dem dann das Rasengelände, winters als Rodelbahn genutzt, sacht abfällt. Man erfreut sich, diese Via triumphalis Weddingensis wandelnd, mannigfacher Ausblicke. Diese etwa 100 m lange Allee läuft am Ende auf einen gering erhöhten runden Platz aus. Acht Stufen führen hinauf, aus Granit, wie auch die seitlichen Treppenwangen, die an der Vorderseite die flachen Bronzetafeln mit den Bildnissen von Emil und Walther Rathenau tragen. Das kraftvoll stämmige Gebilde aus dunklem Erz soll der zarte Schleier ringsum niederrieselnden Wassers hüllen, damit der Eindruck einer sich dauernd kreisenden aufwärts windenden Bewegung, die künstlerische Verherrlichung eines kräfteumsetzenden Triebwerks, voll erstehe. Und das Wasser kreist in der riesigen Schale am Boden von außen nach innen geleitet durch die geschickte Führung der Ablaufbahnen, um in der Mitte strudelnd zu verschwinden.“ In einer zeitgenössischen Kritik hieß es: „Ein Brunnen ohne Symbolgestalten, ohne Denkmalswucht und Pathetik. In Deutschland, das die Wilhelminische Denkmäler-Inflation noch kaum überwunden hatte, war dieses Werk von besonderer Modernität. In seiner Größe, Einfachheit und Dynamik, war es ein adäquateres, ausdrucksstärkeres Zeichen, als figürliche Allegorien es sein konnten. Gerade wegen der abstrakt-strengen Form des Brunnens kann er heute noch zeitgemäß wirken – anders als viele Denkmäler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.“ Der Rathenau-Brunnen wurde im Volksmund, in Anspielung auf steigende Steuern, auch die Steuerschraube genannt. Er stand nur vier Jahre: 1934 wurde die Bronze-Spirale entfernt. Man gab vor, den Hügel als Aufmarsch-Gelände umgestalten zu wollen, was jedoch unterblieb. Tatsächlich duldeten die Nationalsozialisten keine Denkmäler für jüdische Bürger. Deshalb wurden auch die Bronzereliefs für Emil und Walther Rathenau entfernt, wohl unsachgemäß, was Ausbrüche am linken Granitpfeiler deutlich zeigten. Das Brunnenbecken wurde vorerst auf dem Gelände der Garten-Verwaltung Wedding gelagert. Zusicherungen, es an anderer Stelle wieder aufzurichten, wurden nicht eingehalten. 1941 schmolz man es ein und verwendete die Bronze zum Nachguss des beschädigten Schiller-Denkmals von Reinhold Begas. Diese Bronze steht heute im Schillerpark, Wedding. Die Marmorfigur des Dichters stand von 1952 bis 1987 im Lietzenseepark in Charlottenburg. Dann wurde sie anlässlich der 750-Jahr-Feier nach Ost-Berlin zurückgegeben. Hier wurde das rekonstruierte Denkmal 1988 auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt. Die Treppenanlage mit den seitlichen Granitpfeilern und die große Granitunterlage des Brunnens blieb erhalten. Deshalb wurde die Wiederherstellung des Rathenau-Brunnens mehrfach erwogen. Vor allem der Weddinger Bürgermeister Mattis setzte sich dafür ein. Der Bildhauer Richard Scheibe und Margrit Schwartzkopff, die erste Leiterin des Georg-Kolbe-Museums, wurden zu Rate gezogen. 1962 unterbreitete die Bildgießerei Noack einen ersten Kostenvoranschlag in Höhe von 250.000 DM. Die AEG stiftete 1964 58.000 DM. Doch dem damaligen Bürgermeister Mattis gelang es nicht, die restlichen Mittel zu beschaffen. Die AEG-Spende wurde später für den ‚Walther-Rathenau-Saal’ im Rathaus Wedding verwendet. Die Rekonstruktion des Bildwerkes und der beiden Porträt-Reliefs besorgte der Bildhauer Harald Haacke – Meisterschüler von Richard Scheibe – in Zusammenarbeit mit der auch schon beim Erstguss beauftragten Bildgießerei Hermann Noack unter der Projektleitung von Michael Hennemann. Haacke hatte 1951 den Georg-Kolbe-Preis erhalten und führte seitdem u. a. Aufträge für die Verwaltung der Schlösser und Gärten, für den Berliner Landeskonservator und vergleichbare Institutionen aus Der Bronzeguss des Rathenau-Brunnens erfolgte – letztendlich ein zweites Mal – in der Bildgießerei Noack. Die Mittel für die Realisierung wurden aus dem Sonderfonds für Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung des Stadtbildes Berlins bereitgestellt. Die Plastik zweier Ringer wurde 1906 von Wilhelm Haverkamp geschaffen. Ursprünglich befand sie sich an zentraler Stelle im Schillerpark, musste dort aber 1941 einem neu errichteten Schillerdenkmal weichen. Die auf einem Sockel aus Muschelkalk stehende Skulptur zeigt überlebensgroß den Kampf zweier nackter Ringer. Sie zeigt die Anspannung der Athleten und ist eine Reminiszenz an das Herkuläus-Antäus-Motiv. Gefertigt wurde die Statue aus Bronze. Ein Findling im Park ist ein geschütztes Naturdenkmal. Er befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen der Transvaalstraße und dem südlichen Ecke der Catcherwiese in einem Waldstück. Am Weinbergsweg | Friedrichshain | Glienicke | Hasenheide | Humboldthain | Jungfernheide | Köpenick | Lichtenrade | Mariendorf | Prenzlauer Berg | Rehberge | Schönholzer Heide | Wilmersdorf | Wuhlheide |
2024-11-22 17:30:00 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachassistent | Ein intelligenter persönlicher Assistent, auch Sprachassistent oder mobiler Assistent, ist eine Software, die es ermöglicht, mittels Kommunikation in natürlicher, menschlicher Sprache Informationen abzufragen, Dialoge zu führen und Assistenzdienste zu erbringen, indem sie zur Spracherkennung eine Sprachanalyse vollzieht, diese semantisch interpretiert, logisch verarbeitet und als Ergebnis durch Sprachsynthese eine Antwort formuliert. Verbreitung fanden solche Anwendungen ab ca. 2012 vor allem auf Smartphones. Abzugrenzen ist der Begriff des Sprachassistenten vom Smart Speaker, welcher nur eine bestimmte Art eines Frontends für diese bezeichnet. Damit eine sprachliche Eingabe durch den Nutzer erfolgen kann, muss diese erst erkannt und verstanden werden. Dabei kommen Spracherkennungs- und Parsingalgorithmen zum Einsatz. Ein erkannter Begriff wird anschließend an eine entsprechende Anwendung delegiert. Fortgeschrittenere Assistenten können bei Unklarheiten Rückfragen an den Nutzer stellen oder ihn um Bestätigungen bitten. Ziel der Entwicklung ist es, einen möglichst nahtlosen und vertrauenswürdigen Sprachdialog zwischen Mensch und Maschine herzustellen. Semantische Technologien können eingesetzt werden, um einem Computer sprachliche Zusammenhänge verständlich zu machen, sodass dieser relevante Schlüsselwörter als spezifische Befehle erkennen kann. Um möglichst schnelle Reaktionszeiten zu ermöglichen, werden die meisten Daten auf Servern der Anbieter verarbeitet, d. h. eine Internetverbindung ist notwendig. Ebenso wird meist eine Anmeldung über ein Benutzerkonto vorausgesetzt. Derzeit gibt es unter anderem Google Assistant, Siri, Alexa , Cortana, Bixby , Hallo Magenta , HiVoice und Mycroft. Mycroft ist Open-Source und bietet vollständige Quellcode-Offenheit. Von Loupventures wurden Google Assistent, Siri, Alexa und Cortana miteinander verglichen. Dies geschah auf folgende Art: An jedes System wurden 800 Fragen gestellt. Bewertet wurden folgende zwei Kriterien: Hat das System die Frage verstanden? War die Antwort korrekt? Der Google Assistant war im Herbst 2018 klarer Testsieger. Intelligente persönliche Assistenten sind angewandte Technologie aus Bereichen der Künstlichen Intelligenz, vor allem der maschinellen Sprachverarbeitung beziehungsweise der Computerlinguistik innerhalb von kognitiven Systemen. Sie funktionieren meist als Applikation auf einem Betriebssystemen oder sind in dieses integriert. Ein Virtueller Assistent bezeichnet eine Form des Outsourcing durch externes Personal. Intelligente virtuelle Agenten können solche Systeme als visuelle Verkörperung ergänzen, um eine persönliche und emotionale Verbindung zu ermöglichen. Sie stellen gegebenenfalls eine Weiterentwicklung der Sprachassistenten dar, denen es an Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation fehlt. Die persönlichen Assistenten waren anfangs primär noch auf die Nutzung via PCs bzw. Smartphones begrenzt, aber verschiedene Hersteller haben damit begonnen, für die persönlichen Assistenten auch eigene Hardware-Produkte anzubieten. Diese als Smart Speaker bezeichneten Geräte werden in der Regel kabellos mit dem Internet und einem Benutzerkonto verbunden und können dann den Dienst aufnehmen. Derzeitige Angebote umfassen beispielsweise Geräte wie Amazon Echo und Amazon Echo Dot, Google Home und Apples HomePod. Weitere Anbieter haben Endgeräte angekündigt oder vorgestellt, darunter auch neue Gerätekategorien . Die Leistungen der Endgeräte sind meist noch begrenzt auf die Software-Dienste des jeweiligen Anbieters, was die Flexibilität der Nutzer in der Auswahl begrenzt und somit auch kritisch betrachtet werden kann. Stand 2020, verwenden die meisten Verbraucher in Deutschland einen persönlichen Assistenten auf dem Smartphone. 66 Prozent derer, die einen digitalen Assistenten verwenden, machen dies auf dem Smartphone. Es folgen Tablet , Smart Speaker , Smart-TV sowie Smartwatches und Kopfhörer . Die meisten Nutzer von intelligenten persönlichen Assistenten verwenden diese, um per Stimme Geräte im Haushalt zu steuern bzw. die Musikwiedergabe oder das Radio zu steuern. Gut vier von fünf Nutzern der Assistenten haben das 2021 in einer repräsentativen Umfrage angegeben. Häufig werden auch Verkehrsnachrichten abgerufen . Ein gutes Drittel startet per Stimme Internetrecherchen. Durch Interaktion von Assistenten mit firmeneigenen Bots können Bestell- und Kaufvorgänge durch bloße Spracheingabe erledigt werden. Dazu müssen keine zusätzlichen Apps installiert werden. Diese Art des E-Commerce wird auch als Conversational Commerce , das Kundenerlebnis der Zukunft, bezeichnet. Durch Stimm- bzw. Sprechererkennung soll dabei ungewollten Bestellvorgängen vorgebeugt werden, was von Herstellern von "Smart Speakers" zu Beginn versäumt wurde. Moderatoren und Werbespots hatten für solche Fälle gesorgt. Umstritten ist auch der Einsatz solcher Lautsprechergeräte für plötzliche Werbedurchsagen. Patente von Amazon weisen auch auf die akustische Erkennung von Erkältungen der Anwender hin, wodurch ein Angebot für Erkältungsmedikamente durchgesagt werden könnte. Seitens der Nutzer von IPAs ist das Vertrauen in den Anbieter wesentlich für die Entscheidung, wie sie den Assistenten nutzen. Vor möglichem Missbrauch derartiger Software wird gewarnt. Das erleichterte Erfassen personenbezogener Daten zu Werbezwecken wird ebenfalls kritisch gesehen. Sowohl die Stimme als auch der Name derartiger Assistenzsysteme sind überwiegend weiblich. Ausnahmen sind beispielsweise die Sprachversionen von Siri auf Arabisch, Französisch, Niederländisch und in Britischem Englisch, da hier die voreingestellte Standardstimme männlich ist. In verschiedenen Science-Fiction-Filmen werden derartige Assistenten gezeigt, wobei die oben genannten Grenzen nicht klar bestimmbar sind, u. a: Besonders HAL-9000 hat durch den Erfolg des Films "2001: Odyssee im Weltraum" Popularität erlangt. Von der ersten sprachlich-interaktiven künstlichen Intelligenz in einem Blockbuster wurde folgender Satz berühmt: "Tut mir leid Dave, ich fürchte das kann ich nicht tun." Als Meme kursiert er oft heute noch u. a. in Foren. Die Entwicklung der Sprachassistenten geht etwa auf das Jahr 1877 zurück. Damals erfand Thomas Edison mit dem „Parlograph“ oder „Ediphone“ das erste rein mechanische Diktiergerät. Den nächsten Meilenstein legten die Bell Laboratories 1930 mit ihrem Voder. Dabei handelt es sich um ein tastaturgesteuertes elektronisches Gerät, das Sprache synthetisieren konnte. 22 Jahre später entwickelten die Bell Laboratories den Automatic Digit Recognizer „Audrey“. Das Gerät konnte Zahlen von 0 bis 9 verstehen. Zehn Jahre darauf löste IBMs „Shoebox“ einfache mathematische Aufgaben per Sprachbefehl. DARPA-Programm legte Grundstein für moderne Sprachassistenten Für große Durchbrüche bei der Entwicklung der Sprachassistenten sorgte ein Forschungsprogramm der Defense Advanced Research Projects Agency , einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums. Es fand von 1971 bis 1976 statt und brachte die Systeme „Harpy“, „Hearsay-II“ und „Dragon“ hervor. Letzteres wurde bis heute immer weiterentwickelt. Es ist als „Dragon NaturallySpeaking“ bekannt und wird inzwischen von Nuance Communications vertrieben. Anbieter bringen Sprachsteuerung auf Heimcomputer In den 1980er und 1990er Jahren beschäftigten sich unter anderem Apple, IBM und Microsoft damit, die Spracherkennung zu verbessern. Mit dem Beginn der 2000er Jahre integrierten sie die Spracherkennung in Computerprogramme, wie das 2007 erschienene Windows Vista. Zur gleichen Zeit begann die National Security Agency , Schlüsselbegriffe mit Spracherkennungssoftware aus abgehörten Gesprächen herauszufiltern. Verbreitung der Sprachassistenten über Smartphones In den 2010er Jahren sollten die intelligenten persönlichen Assistenten auch im Privatbereich Einzug halten. Den Anfang machte Siri, das seit 2007 von der SIRI Inc. entwickelt und 2010 von Apple gekauft wurde. Die Sprachassistentin erschien 2011 erstmals auf dem iPhone 4s und ist heute essenzieller Bestandteil aller Apple-Produkte. Über den sprachgesteuerten Telefonassistenten GOOG-411 und die Sprachsuche-App Google Now entwickelte auch der Suchmaschinenriese Google einen intelligenten Sprachassistenten. Der Google Assistent ist seit 2016 für Endverbraucher nutzbar und heute für Android, Google Home sowie iOS verfügbar. Bekannt als künstliche Intelligenz aus der Spiele-Reihe Halo, erblickte in der Zwischenzeit auch Microsofts Cortana das Licht der Welt. Die Sprachassistentin erschien erstmals auf Windows Phone 8.1 und ist heute für Windows 10 und iOS verfügbar. Seit 2015 unterstützt Amazons Alexa die Nutzer der intelligenten Echo-Lautsprecher im Alltag. Sie spielt Musik ab, legt Termine an oder informiert über aktuelle Nachrichten. Sprachassistenten steuern das intelligente Zuhause Heute können Verbraucher intelligente virtuelle Assistenten für weit mehr nutzen. Denn die Sprachassistenten steuern auf Zuruf das eigene Zuhause. Sie schalten Lichter ein, drehen die Heizung auf oder verschließen die Haustür. Ende 2019 haben bereits 60 Prozent aller Deutschen eigene Erfahrungen mit der Technologie gemacht. 11 Prozent nutzen sie sogar täglich. Besonders interessant dabei: Die Grundlage der modernen Sprachassistenten lieferten die Ergebnisse des DARPA-Programms der 70er Jahre, insbesondere das dabei entwickelte Dragon-System. |
2024-11-22 15:26:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Misologie | Misologie bezeichnet allgemein die Ablehnung von vernünftig-logischem Denken. Als Problem findet sich dies bereits in Platons Phaidon, der darauf verweist, dass rechthaberische Argumente und logische Täuschungen, wie sie in der Eristik verwendet werden, den Getäuschten am Ende an der Vernunft zweifeln lassen. Nach Immanuel Kant ist die Misologie ein philosophischer Standpunkt, der sich zwar auf die Weisheit als oberstes Ziel der Philosophie beruft, die Wissenschaft aber ablehnt. Misologie – so Kant – entspringt einerseits der Leerheit wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer daraus folgenden Eitelkeit, andererseits auch einer Unbefriedigung in Bezug auf die wissenschaftliche Tätigkeit. In der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten übersetzt Kant „Misologie“ selbst mit „Haß der Vernunft“ . Kant beschreibt in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, dass Misologie dann folgt, wenn „eine kultivierte Vernunft sich mit der Absicht auf den Genuß des Lebens und der Glückseligkeit abgibt“. Diesen Schluss begründet er damit, dass je mehr sich die Vernunft mit der Glückseligkeit befasst, das Bewusstsein entsteht, dass der Vorteil, den sie von den Künsten und der Wissenschaft erwartet, mehr Mühseligkeit als Glückseligkeit ist und die Glückseligkeit viel näher „unter der Leitung des bloßen Naturinstinkts“ ist. Der Weg zur Glückseligkeit wird also viel weiter durch Vernunftgebrauch, als durch Instinktgebrauch. Diese Argumentation folgt nach der Festlegung, dass Glückseligkeit nicht der Zweck des Menschen, den die Natur demselben auferlegt hat, sein kann. Kant setzt die Gefahr der Misologie zur Unterstreichung dieser These ein, die Vernunft sei – im Gegensatz zum Instinkt – zu etwas viel würdigerem geschaffen, als zur Herbeiführung von Glückseligkeit. Demgegenüber bestimmt Kant das Verhältnis von Weisheit und Wissenschaft positiv. „Denn Wissenschaft hat einen innern wahren Wert nur als Organ der Weisheit.“ Er fügt aber hinzu, dass auch die Weisheit ohne die Wissenschaft nicht auskommt, sondern ohne sie zu einem bloßen „Schattenriss einer Vollkommenheit“ wird, „zu der wir nie gelangen werden.“ |
2024-12-03 23:40:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Pudelko | Klaus Pudelko ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Pudelko spielte seit der Saison 1969/70 in der Regionalliga Südwest als Torwart beim Pirmasenser Fußballklub. 1974 qualifizierte er sich mit der Mannschaft für die neueingeführte 2. Fußball-Bundesliga. Der Torwart absolvierte in den Jahren 1974 bis 1977 insgesamt 105 Spiele in der 2. Liga für den FK Pirmasens und erzielte dabei zwei Tore. Er erhielt in seiner Zeit als Profi in Deutschland nie eine gelbe oder rote Karte. 1977 wechselte Pudelko zum belgischen Zweitligisten THOR Waterschei, mit dem er in seiner Premierensaison direkt in die höchste belgische Fußballklasse aufstieg. Zwischen 1978 und 1986 spielte der Torhüter mit dem Verein aus Genk in der 1. Liga Belgiens und gewann während dieser Zeit zweimal den Belgischen Fußballpokal . Im Europapokal der Pokalsieger 1982/83 erreichte Waterschei mit Pudelko im Tor das Halbfinale des Wettbewerbes, in dem man am späteren Sieger des Pokals, dem FC Aberdeen, scheiterte. Anschließend ließ er seine Karriere beim VfR Übach-Palenberg ausklingen. |
2024-11-24 12:37:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ursus_minimus | Schädelfragment von Ursus minimus in Seiten- und Unteransicht Ursus minimus ist eine ausgestorbene Bärenart, die im Zeitalter des Pliozän in Kontinentaleuropa anzutreffen war, wobei das schwarze Meer als östliche Grenze ihres Verbreitungsgebiets gilt. Ursus minimus gilt als gemeinsamer Vorfahr aller rezenten Ursus-Arten. Der Schädel von Ursus minimus maß rund 25 cm, womit er der kleinste Vertreter seiner Gattung war und etwa die Größe eines Malaienbären erreichte. Sein Körperbau war vergleichbar mit dem der Asiatischen und Amerikanischen Schwarzbären . Als frühem Ursus fehlte ihm der stark ausgebildete Mittelfuß und in der Kiefermorphologie ähnelte er ursprünglicheren Bären mit relativ hohen Trigoniden der Reißzähne, wie sie etwa bei der Gattung Ursavus, nicht aber bei späteren Ursus-Arten zu finden sind. Ursus minimus bewohnte das Europa des frühen Pliozäns bis zum anbrechenden Pleistozän. Sein Körperbau spricht dafür, dass es sich um eine waldbewohnende Art handelte. Ursus minimus ist eine der frühesten Ursus-Formen. Zwischen Lumpern und Splittern existiert im Bezug auf U. minimus Uneinigkeit darüber, welche Fossilien und Formen die Art umfassen sollte. Als frühste Beschreibung hat Ursus minimus jedoch Priorität gegenüber möglicherweise synonymen Namen; die Validität der Art an sich wird unter Paläontologen nicht angezweifelt. Für die ältesten Fossilien, die bisher von Ursus gefunden wurden, existieren neben U. minimus die Bezeichnungen U. boeckhi sowie U. ruscinensis und U. avernicus pyrenaicus . Von diesen Namen wird in der Regel meist nur U. boeckhi Berechtigung eingeräumt. Da U. minimus eine starke Variabilität zeigt, jüngere Fossilien tendenziell kleiner sind als ältere und es gleichzeitig unwahrscheinlich ist, dass zwei Bären gleicher Größe ein gemeinsames Habitat bewohnen, tendiert die Forschung dazu, alle Ursus-Formen aus dem frühen Pleistozän als U. minimus bzw. als Chronosubspezies U. minimus boeckhi zusammenzufassen. Vorläufer der ersten Ursus-Arten waren wahrscheinlich Bären der Gattung Ursavus aus dem Miozän, deren Herkunft und genaue Identität jedoch nicht bekannt sind. Aus Ursus minimus geht im mittleren Pliozän zunächst der Lippenbär hervor, bevor sich an der Wende vom mittleren zum späten Pliozän zwei Kladen herausbilden: Einerseits die kleineren Schwarzbären – Amerikanischer Schwarzbär , Asiatischer Schwarzbär und Malaienbär – andererseits die größeren Braun- und Höhlenbären mit Braunbär , Eisbär und den Höhlenbärformen von U. etruscus bis U. spelaeus. |
2024-12-02 01:56:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Radarwarnger%C3%A4t | Eine Radarwarnanlage, auch Radarwarngerät, Radarwarnsystem, Radardetektor oder kurz Radarwarner, ist ein elektronisches Gerät, das die elektromagnetischen Wellen von Radaranlagen registrieren kann und eine Warnung davor abgibt oder andersartig darauf reagiert. Im einfachsten Fall besteht ein derartiges Gerät aus einer geeigneten Antenne mit nachgeschaltetem HF-Gleichrichter. Dieser bewirkt eine Demodulation der Radarimpulse und liefert ein im Hörbereich liegendes Signal der Impulsfolge . Oft umfasst eine Radarwarnanlage jedoch eine oder mehrere Antennen und eine an den Empfänger angeschlossene Melde-/Kommandoanlage. Radar-Detektoren können in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden, um vor Geschwindigkeitsüberwachungen mittels Dauerstrichradar zu warnen, noch bevor die Geschwindigkeit des Fahrzeugs erfasst wird. Es gibt auch sogenannte Radar Jammer, die durch Senden von Radiowellen versuchen, das CW-Radar zu stören. In Deutschland ist zwar das Handeln und Besitzen dieser Geräte legal, das Betreiben oder betriebsbereite Mitführen im Fahrzeug jedoch seit 2002 verboten. Es stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, deren Aufdeckung mindestens 75 Euro Bußgeld und einen Punkt im Fahreignungsregister sowie die Beschlagnahmung des Geräts nach sich zieht. In der Rechtsprechung werden Kaufverträge über Radarwarngeräte als sittenwidrig und deshalb nach § 138 BGB als nichtig eingestuft, so dass die Käufer unbrauchbare Geräte hinnehmen müssen. Ein Urteil des BGH vom 25. November 2009 schließt die Rückgabe trotz Sittenwidrigkeit nicht mehr generell aus. Trotzdem bleibt für Käufer eine Rechtsunsicherheit, da in den meisten gerichtlichen Entscheidungen das Rückgaberecht verneint wird. In Österreich und der Schweiz ist hingegen auch der Besitz und damit auch die Einfuhr aus dem Ausland untersagt. Erlaubt sind in Österreich hingegen solche Geräte, die in Navigationsgeräten oder Smartphones integriert sind und nur eine Anzeige von Radarstandorten ähnlich dem System der Point of Interest haben. Von solchen Geräten zu unterscheiden sind Radaranlagen als Abstandswarner, die sowohl den Abstand als auch die Geschwindigkeitsdifferenz zu anderen Fahrzeugen überwachen und so zur Fahrsicherheit beitragen sollen und als Notbremsassistent seit 2024 bei Neuzulassungen vorgeschrieben sind. Als Radarwarner oder Blitzerwarner werden auch Geräte bezeichnet, die vor Geschwindigkeitskontrollstellen warnen, selbst wenn diese nicht mit Radar arbeiten. Militärische Radarwarnsysteme sind Hilfsmittel zum Erkennen von Angriffen. RWS können in militärischen Fahrzeugen, Luftfahrzeugen oder Schiffen eingebaut oder tragbar sein. Sie erfassen elektromagnetische Ausstrahlungen von Radargeräten, werten diese aus, klassifizieren und priorisieren sie und zeigen optische oder akustisch an, wenn diese Ausstrahlungen als Indikator für eine Bedrohung bewertet werden. RWS sind Elektronische Unterstützungsmaßnahmen ). In aller Regel unterliegen die technischen und betrieblichen Details dieser Geräte der Geheimhaltung. Für diese Art von Geräten sind mehrere Begriffe gebräuchlich. Umgangssprachlich ist oft vom Radarwarner oder der Radarwarnanlage die Rede. In der deutschsprachigen Literatur werden sie meist als Radarwarnsystem oder Radarwarnempfänger bezeichnet. Im Englischen ist in neueren Texten die Bezeichnung Radar Warning Receiver üblich. In Dokumenten bis in die 1980er Jahre hinein wurde die Bezeichnung Radar Homing and Warning bzw. Radar Homing and Warning System, abgekürzt entweder RHWS oder RHAWS verwendet. Vorläufer der heutigen RWS waren die in den 1940er Jahren entwickelten und im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Detektoren für den taktischen Einsatz. In Deutschland wurde ab Herbst 1943 das FuG 350Z Naxos in Nachtjagdflugzeuge eingebaut. Es konnte die Radarsignale des britischen und amerikanischen H2S Navigationsradargerätes erfassen und zeigte die Richtung zum Bomber an. Eine passive Suche nach alliierten Bombern ermöglichte auch das ab 1944 in deutsche Nachtjäger eingebaute FuG 227 Flensburg, welches die Arbeitsfrequenzen des im Heck alliierter Bomber eingebauten Warnradars Monica abdeckte. Bei der Marine war der Warnempfänger FuMB 1 Metox ab 1940 auf Schiffen und ab 1942 auch auf U-Booten eingebaut. Er gab eine akustische Warnung aus, wenn Signale insbesondere des in britischen Flugzeugen eingebauten ASV Mk II Radars erfasst wurden. In Großbritannien kam ab Anfang der 1940er Jahre bei der Royal Air Force ein als Perfectos bezeichnetes Gerät in Mosquito Nachtjägern zum Einsatz. Damit konnte das in deutsche Flugzeuge eingebaute Freund-Feind-Kenngerät FuG 25 Erstling abgefragt und Richtung und Stärke des Antwortsignals angezeigt werden. Das ab 1943 in einigen RAF Nachtjägern eingebaute Gerät Serrate erfasste die Signale des deutschen Nachtjagdradargerätes Lichtenstein und zeigte Peilung und als Anhalt für die ungefähre Entfernung die Signalstärke an. Mit Hilfe dieser Informationen konnten Angriffe auf deutsche Nachtjäger mit passiver Ortung geflogen werden. Der Warnempfänger Boozer war in britischen Bombern eingebaut. Er zeigte eine Erfassung des Flugzeuges durch das deutsche Flak-Radar Würzburg bzw. das im gleichen Frequenzband sendende Lichtenstein Radar der Nachtjäger an. Die USA entwickelten in den 1940er Jahren den Empfänger APR-3. Dieser kam ab Mai 1944 in Boeing B-17 Bombern zum Einsatz und überwachte das Frequenzband der deutschen Radargeräte Würzburg und Lichtenstein. Es konnte Peilung und Signalstärke anzeigen und so Abwehrmaßnahmen ermöglichen. Erste RWS mit der heute üblichen automatischen Funktionsweise und einer Rundumsichtanzeige ) wurden in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre in den USA entwickelt. Hohe amerikanische Flugzeugverluste durch Flugabwehrraketen während des Vietnamkrieges waren Auslöser für eine beschleunigte Entwicklung. Der von Applied Technology entwickelte AN/APR-25 wurde schnell in Serie gefertigt und in jedes in Reichweite von radargesteuerten Flugabwehrsystemen des Vietcong operierende Kampfflugzeug eingerüstet. Er wurde durch den AN/APR-26 ergänzt, der auf die Lenksignale der SA-2 Flugabwehrrakete reagierte. Das AN/APR-25 wurde fortlaufend entsprechend neuer Erkenntnisse über die Bedrohungen weiterentwickelt und ist Ursprung einer ganzen Reihe von Folgemodellen. Das erste programmierbare digitale RWS war das AN/ALR-46. Zuvor arbeiteten die Geräte analog und waren nur umständlich an Änderungen der Bedrohung oder neue Erkenntnisse über Bedrohungsparameter anzupassen. Zudem bestand mit diesem Gerät erstmals die Möglichkeit, einen Störbehälter durch das RWS zu steuern. Dieses Verfahren trug den Codenamen Compass Tie. Heute gehören digitale RWS zur Standardausrüstung beim Militär. RWS sind bei Landstreitkräften meist eine Ergänzung. Sie sind z. B. in einige neuere Panzer eingebaut oder dienen bei Flugabwehrsystemen kurzer Reichweite als passive Sensoren, wie beispielsweise der Radarempfänger 9S16 im russischen Waffensystem 9K31 Strela-1 . Weiter verbreitet sind auf Grund des Bedrohungsspektrums Laserwarngeräte. Auf Grund der Verbreitung moderner Gefechtsfeldradargeräte gibt es Pläne, Soldaten mit tragbaren Warngeräten auszurüsten. Radar ist für Lageübersicht und Waffeneinsatz in der Seekriegsführung essentiell. Da auf Schiffen mehr Platz zur Verfügung steht und auch die Energieversorgung geringeren Restriktionen unterliegt als in den meisten Luftfahrzeugen, können hier größere und leistungsfähigere Anlagen eingebaut werden. Zudem können auf Schiffen mehr und größere Antennen angebracht werden. Die leistungsfähigen und komplexen Geräte an Bord werden meist nicht als RWS, sondern als ESM Ausrüstung bezeichnet. Oft werden diese Anlagen auch mit Stör- und Täuschsendern zu ESM/ECM Anlagen gekoppelt. Bei den Luftstreitkräften sind RWS für Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber zu einer Standardausrüstung geworden. Die Geräte sind in der Regel kompakt, voll digitalisiert, schnell an Bedrohungsänderungen anzupassen und decken ein breites Frequenzspektrum und eine Vielzahl von Betriebsarten ab. Inzwischen werden immer häufiger auch Transport- und Unterstützungsluftfahrzeuge mit RWS ausgestattet. Militärische RWS verfügen meist über mehrere Antennen, die eine möglichst kugelförmige 360°-Grad Abdeckung sicherstellen. Die Geräte verfügen über Breitbandempfänger mit nachgeschalteter Signalaufbereitung, die mindestens Amplitude, Frequenzbereich, Pulsdauer, Pulsfolgefrequenz und Abtastart für eine Auswertung bereitstellt. Die gemessenen Parameter werden mit den in einer Bedrohungsdatenbank gespeicherten Werten verglichen. Bei Übereinstimmung erfolgt eine Anzeige. Auf einer Rundsichtanzeige wird die Richtung des Bedrohungssignals relativ zur Fahrzeuglängsachse, ein Anhalt für die Entfernung basierend auf der empfangenen Feldstärke des Signals und die Art der Bedrohung dargestellt. Zugleich wird ein Audiosignal generiert. Bei mehreren zeitgleich vorliegenden Bedrohungssignalen kommen nur die am höchsten priorisierten zur Anzeige. Russische Systeme, wie z. B. der Sirena Warnempfänger, verwenden zur Richtungsanzeige anstelle eines Bildschirms mehrere Lämpchen, die um ein Flugzeugsymbol herum angeordnet sind und durch Aufleuchten den entsprechenden Quadranten oder Sektor anzeigen. Bei einem erkannten Angriff können je nach Gerätetyp und Einstellungen entweder automatisch Selbstschutzmaßnahmen ausgelöst werden oder es erfolgen manuelle Abwehrmaßnahmen. Grundsätzlich sind lageabhängig folgende Reaktionen möglich: Flugzeuge USA/NATO: Flugzeuge Russland: Schiffe: Einhandsegler, die alleine auf einem Segelboot unterwegs sind, verwenden Radarwarngeräte, um sich im Schlaf durch Radarsignale herannahender Schiffe wecken zu lassen. |
2024-12-04 00:33:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Peichl | Hermann Peichl OSB war ein österreichischer Benediktiner und der 70. Abt des Schottenstiftes in Wien. Richard Peichl aus der Diözese Königgrätz trat 1907 in das Noviziat des Schottenstifts ein, wo er den Ordensnamen Hermann annahm und 1912 die Priesterweihe empfing. Von 1916 bis 1918 war er Kooperator auf der Landpfarre Zellerndorf; danach begann er seine Tätigkeit als Religionsprofessor am Schottengymnasium und Prediger der Schottenpfarre. Im Jahr 1921 wurde er zum Dr. theol. im Fach Kirchengeschichte an der Universität Wien promoviert. Sein Doktorvater war der Schottenpater Cölestin Wolfsgruber. Von 1924 bis 1930 war Peichl Spiritual der Juniores. 1930 wurde er von der Religiosenkongregation zum Abt-Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge ernannt und zum Abt benediziert. Von 1932 bis 1936 leitete er interimistisch die Abtei St. Lambrecht als Administrator. Nach der Resignation von Abt Amand Oppitz 1938 wurde er Abt des Schottenklosters. Er diente im Jahr 1945 als Präsident der Wiener Katholischen Akademie. Er war seit 1930 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Marco-Danubia Wien. Politisch hatte er im autoritären Ständestaat von 1934 bis 1938 ein Mandat im Staatsrat inne. Äbte: Joachim I. Röck | Ferdinand Herzog | Joachim II. Suppan | Alexander Setznagel | Norbert Zechner | Othmar Murnik | Severin Kalcher | Wilhelm I. Zöhrer | Viktorin Weyer | Wilhelm II. Blaindorfer | Maximilian Aichern | Otto Strohmaier | Benedikt Plank Administratoren: Rupert Schmidmayer | Kilian Drocker | Viktorin Weyer | Hermann Peichl |
2024-11-30 19:52:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/CD_Santa_Clara | Clube Desportivo Santa Clara ist ein Fußballverein aus dem Vorort Santa Clara der portugiesischen Stadt Ponta Delgada auf den Azoren. Erstmals stieg der Verein 1999 in die Primeira Liga, die höchste portugiesische Spielklasse, auf, stieg allerdings nach der Saison 1999/2000 wieder ab. Nach dem Wiederaufstieg im Jahr 2001 stieg man nach zwei Jahren in der Saison 2002/03 wieder ab und spielte daraufhin in der Segunda Liga. In dieser Zeit nahm der Verein auch am UEFA Intertoto Cup 2002 teil und erreichte dort die 2. Runde. Am 6. Mai 2018 gelang CD Santa Clara durch einen 3:0-Heimsieg gegen den Real SC bereits am vorletzten Spieltag der Saison 2017/18 wieder der Aufstieg in die Primeira Liga. Am Ende der Saison 20/21 erreichte man mit dem 6. Platz zum zweiten Mal die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. In der 2. Qualifikationsrunde der UEFA Europa Conference League traf man auf den nordmazedonischen Vertreter FK Shkupi und gewann beide Spiele souverän. In der nächsten Runde gewann man ebenfalls beide Spiele gegen NK Olimpija Ljubljana aus Slowenien. In den Play-offs geht es in zwei Spielen gegen den serbischen Vertreter FK Partizan, um in die Gruppenphase einzuziehen. Das Hinspiel gewann Santa Clara 2:1, verlor das Rückspiel aber mit 0:2 und schied aus. Gesamtbilanz: 10 Spiele, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 17:15 Tore Stand: 3. März 2024 CF Estrela Amadora | FC Arouca | Sporting Braga | Casa Pia AC | GD Estoril Praia | FC Famalicão | SC Farense | Nacional Funchal | Gil Vicente FC | Vitória Guimarães | Moreirense FC | Benfica Lissabon | Sporting Lissabon | Boavista Porto | FC Porto | Rio Ave FC | CD Santa Clara | AVS Futebol SAD |
2024-11-23 15:18:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Tynwald | Der Tynwald , offizielle Bezeichnung High Court of Tynwald ist das Zweikammern-Parlament der Isle of Man. Im Jahr 1979 feierte das Volk der Manx das Jahrtausend seines Parlaments. Das Jahr wurde willkürlich ausgewählt. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass eine solche Versammlung im Jahr 979 stattfand. Der Tynwald besteht heute aus zwei Kammern, dem Oberhaus mit elf Mitgliedern, davon zwei von Amts wegen, und dem Unterhaus mit 24 gewählten Abgeordneten. Old Tynwald liegt in der Nähe eines Hügels in Killabane , neben dem Millennium Way. Der Ort wurde früher aufgesucht, um die neuen Gesetze der Insel zu verkünden, traditionell am Mittsommertag. House of Lords | House of Commons Nordirland: Northern Ireland Assembly | Schottland: Schottisches Parlament | Wales: Walisisches Parlament Anguilla: House of Assembly | Bermuda: Parliament of Bermuda | Britische Jungferninseln: House of Assembly | Cayman Islands: Parlament der Cayman Islands | Falklandinseln: Legislative Assembly | Gibraltar: Parlament von Gibraltar | Montserrat: Legislative Assembly | Pitcairninseln: Inselrat der Pitcairninseln | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha: Legislativrat, Inselrat von Ascension, Inselrat von Tristan da Cunha | Turks- und Caicosinseln: House of Assembly Guernsey: States of Guernsey | Isle of Man: Tynwald | Jersey: States of Jersey Staatenverbund: Europäische Union: Europäisches Parlament Souveräne Staaten: Albanien: Versammlung Albaniens | Andorra: Generalrat der Täler | Belarus: Repräsentantenhaus, Rat der Republik | Belgien: Parlament | Bosnien und Herzegowina: Parlamentarische Versammlung | Bulgarien: Nationalversammlung | Dänemark: Volksversammlung | Deutschland: Bundestag, Bundesrat | Estland: Riigikogu | Finnland: Reichstag | Frankreich: Parlament | Griechenland: Parlament | Irland: Oireachtas | Island: Althing | Italien: Parlament | Kroatien: Versammlung | Lettland: Saeima | Liechtenstein: Landtag | Litauen: Seimas | Luxemburg: Abgeordnetenkammer | Malta: Repräsentantenhaus | Moldau: Parlament | Monaco: Nationalrat | Montenegro: Parlament | Niederlande: Generalstaaten | Nordmazedonien: Parlament | Norwegen: Großversammlung | Österreich: Parlament | Polen: Sejm, Senat | Portugal: Versammlung der Republik | Rumänien: Parlament | Russland: Föderationsversammlung | San Marino: Großer und Allgemeiner Rat | Schweden: Reichstag | Schweiz: Bundesversammlung | Serbien: Nationalversammlung | Slowakei: Nationalrat | Slowenien: Nationalversammlung, Nationalrat | Spanien: Cortes Generales | Tschechien: Abgeordnetenhaus, Senat | Ukraine: Oberster Rat | Ungarn: Parlament | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich: Parlament | Zypern: Repräsentantenhaus Sonstige Gebiete: Åland: Lagting | Färöer: Løgting | Gibraltar: Parlament | Guernsey: States of Guernsey | Isle of Man: Tynwald | Jersey: States of Jersey Umstrittene Gebiete: Kosovo: Parlament | Transnistrien: Oberster Sowjet | Türkische Republik Nordzypern: Versammlung der Republik |
2024-12-02 11:30:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/Saarburg_(Burg) | Die Burgruine über der Altstadt Saarburgs Die Saarburg ist die Ruine einer Höhenburg auf einem südlichen Bergsporn des 206,5 m ü. NHN hohen Schloßbergs oberhalb der Stadt Saarburg im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie zählt zu den ältesten Höhenburgen im Westen Deutschlands. Die vermutlich im 10. Jahrhundert erbaute Burg wird urkundlich erstmals im Jahre 964 erwähnt. In diesem Jahr wurde sie vom Erzstift Trier als Lehen dem Grafen Siegfried von Luxemburg überlassen. Nach dem Tode von Siegfrieds Sohn Adelbero im Jahre 1046 fiel die Burg an das Erzstift Trier zurück. Über die Grafen von Luxemburg scheinen die Herren von Reuland Rechte an der Burg erworben zu haben. Aufgrund dieser Rechte wurde die Burg 1300 von Arnold von Reuland besetzt. Er gab die Burg erst wieder frei, nachdem Erzbischof Balduin von Trier ihm im Jahre 1313 seine Rechte abkaufte. Da gleichzeitig Johann von Luxemburg, auch genannt Johann von Böhmen bzw. der Blinde, auf alle Rechte der Grafen von Luxemburg an der Burg verzichtete, war Kurtrier seit dieser Zeit alleiniger Eigentümer der Burg. Die Erzbischöfe von Trier ließen in der Folgezeit die Burg ständig erweitern. 1431 überfiel Ulrich von Manderscheid die Burg und zerstörte sie. Johann II. von Baden baute die Burg wieder auf und ließ sich 1464 in der Burgkapelle zum Erzbischof von Trier weihen. 1522 wurde die Burg erfolgreich gegen die Truppen des Franz von Sickingen verteidigt, doch 30 Jahre später durch den Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach erneut zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte noch Ende des 16. Jahrhunderts. In den Eroberungskriegen Ludwigs XIV. wurde die Burg mehrfach von Franzosen und Spaniern besetzt. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Burg 1702 erneut durch die Franzosen erobert und erst 1704 durch die preußische Legion „Schwerin“ befreit. Seit 1734 kaum noch bewohnt, begann der Verfall der Anlage. Von der mittelalterlichen Burganlage mit ihrer Fläche von 137 mal 50 Metern existieren heute noch Reste der Umfassungsmauern sowie ein romanischer Wohnturm, ursprünglich ein dreigeschossiges Festes Haus, in den später ein runder Bergfried eingebaut wurde. Der Wohnturm verfügt über einen fast quadratischen Grundriss , hat eine Mauerstärke von 1,5 Metern und eine Höhe von 14 Metern. Der Bergfried hat einen Durchmesser von sieben Metern und ist mit dem überdachten Treppenüberbau etwa 21,5 Meter hoch. Sein Hocheingang liegt in einer Höhe von rund vier Metern. Von hier führt eine hölzerne Wendeltreppe zur 15,5 Meter hoch liegenden Aussichtsplattform. Die Ruine ist frei zugänglich und bietet vom Bergfried einen guten Ausblick auf Saarburg und ins Saartal. |
2024-11-22 18:09:24 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Wheels | Hot Wheels ist eine Spielzeugauto-Marke, die im Jahr 1968 vom Spielwarenhersteller Mattel eingeführt wurde, anfangs noch als „Heiße Räder von Mattel“. Besonderes Merkmal waren die sehr reibungsarm laufenden Achsen sowie die ausgefallenen und teilweise skurrilen Formen und Designs, wodurch sich Hot Wheels bis heute von den realitätstreuen Matchbox-Modellen unterscheidet. Die Hot-Wheels-Autos sind etwa sechs Zentimeter lang und haben im Allgemeinen einen Maßstab von 1:64. Zum Hot-Wheels-Sortiment zählen weiterhin eine Vielzahl an Rennbahnen und Spielsets für die Fahrzeuge. Bei den ersten Rennbahnen wurden die Fahrzeuge einfach auf einer geneigten Ebene beschleunigt. Heute sind viele der Sets mit batteriebetriebenen Beschleunigern ausgestattet. Unter der Marke Hot Wheels finden sich außerdem Sammlermodelle von Pkws, Sportwagen und Formel-1-Rennwagen verschiedener Teams im Maßstab 1:18 und 1:43. Es gibt auch spezielle Modelle im Maßstab 1:64, die nur für den US-amerikanischen, australischen und kanadischen Markt produziert werden. Sie werden als Hot Wheels 100% in transparenten Schaukästen verkauft , haben einen höheren Detailreichtum , bessere Qualität, Räder und Reifen; sie sind eher Sammlerobjekte als Spielzeug und werden von Firmen als Werbeträger genutzt. Eine weitere Serie von Hot Wheels waren die Real Riders mit breiten Echtgummireifen , verschiedenen Profilen und auch als Redline-Räder. Sie waren wegen der hohen Produktionskosten nur wenige Jahre auf dem US-Markt. In den 1980ern wurden auch Hot Wheels eingeführt, die ihre Farbe dank thermochromer Lacke bei Kontakt mit warmem oder kaltem Wasser ändern, sogenannte Color Shifters . Die Anfangsmodelle nennt man auch „Redlines“ oder als Abkürzung „RL“, aufgrund der roten Ringe um die Felgen. Dann kam eine veränderte Form der Redline-Räder. Die Felgen sahen anders aus; man nennt sie aber trotzdem Redlines . Danach kamen dann eine lange Zeit die „Basic Wheels“ oder „Black Walls“. Diese entsprachen den veränderten Redline-Rädern, aber ohne den roten Ring darum. Man nennt die Hot Wheels aus dieser Ära daher „BW’s“. Ab den 1990er-Jahren gab es dann viele verschiedene Radformen, daher gibt es keine genauere Bezeichnung für die Hot Wheels ab dieser Zeit. Bis heute entstehen immer mehr Radformen. Seit dem Sommer 2012 wird in Argentinien eine Serie mit vier Mini-Modellen des Bausteinsystems Rasti unter dem Markennamen Hot Wheels angeboten. Die ursprünglich in Deutschland entwickelte Idee für diese Bausteine war 2005 in Südamerika wiederbelebt worden. 2011 ging das dafür verantwortliche Unternehmen Dimare eine Kooperation mit Mattel ein. Seit 2015 gibt es eine Sonderserie mit Fahrzeugen aus der James-Bond-Filmreihe. Zum Jubiläum des fünfzigjährigen Bestehens von Hot Wheels brachte Chevrolet 2018 vom Camaro das Sondermodell Hot Wheels Edition in den Handel. Bis heute wurden laut Schätzung von Mattel mehr als drei Milliarden Fahrzeuge produziert. Durchschnittlich sei jeder Junge im Alter zwischen drei und zehn Jahren im Besitz von 50 Fahrzeugen. Besonders in den USA ist die Hot-Wheels-Sammlerszene stark etabliert. Der höchste bisher erzielte Preis für ein Hot-Wheels-Modell lag bei ca. 72.000 US-Dollar, die für einen 1969 VW Beach Bomb gezahlt wurden. In den 1990er-Jahren wurde die Marke von dem Sänger und Schauspieler David Hasselhoff beworben. |
2024-12-01 14:33:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bootkammergrab_von_Haithabu | Das Bootkammergrab von Haithabu in Schleswig-Holstein lag südlich des Halbkreiswalls, der die Stadt Haithabu umgibt, auf einer sandigen Fläche, in der sich zahllose Gräber anderer Art befinden. Es war als niedrige ovale Erhebung erkennbar. Im Jahre 1908 wurde die Stelle untersucht und Friedrich Knorr deckte ein der Form nach für Deutschland einmaliges Grab auf, in dem offenbar drei Tote beigesetzt waren. Der Beisetzung diente eine westöstlich ausgerichtete Grabkammer mit einer Basis von 3,7 × 2,4 m. Der hölzerne Boden lag in 1,9 m Tiefe. Die Kammerwände bestanden aus senkrecht in den Boden gesteckten Planken von 2 bis 3 cm Dicke. Eine niedrige, senkrechte Bohle unterteilte die Kammer in den kleineren westlichen und einen größeren östlichen Teil. In den Kammern lagen die kostbaren Grabbeigaben dreier Männer. Die kleinere Westkammer enthielt die reicheren Beigaben, darunter eine Bronzeschale, einen Glasbecher, Pfeile, Reste zweier Schilde, ein verziertes Schwert, Sporen, einen sorgfältig hergestellten Schmuck aus Silberfiligran und Zaumzeugteile. In der östlichen fanden sich unter anderem ein verhältnismäßig gut erhaltener, mit Eisen beschlagener Holzeimer, zwei Schildbuckel, zwei Schwerter und weitere Zaumzeugreste. Östlich der Grabkammer lagen die Skelette dreier Pferde in einer flachen Grube. Oberhalb der Grabkammer fanden sich die Reste eines großen Bootes, von dem außer den eisernen Nieten nur geringe Holzreste erhalten waren. Während die Bootsniete im Osten des Hügels abgegraben waren, lagen sie im Westen noch in der anfänglichen Ordnung. Die Länge des Bootes lässt sich wegen der Zerstörung nicht mit Sicherheit ermitteln. Niete konnten auf einer Länge von etwa 16 m festgestellt werden. Die Breite des Bootes betrug mittschiffs etwa drei Meter. Das Boot war mit dem Kiel nach unten über die Kammer gestellt und durch Steine unterfüttert. Einzelheiten über die Konstruktion lassen sich dem Grabungsbefund nicht entnehmen. Die Breite des Bootes spricht dafür, dass es sich um eines der auf der Ostsee häufigen Fahrzeuge der Wikinger von 15 bis 18 m Länge gehandelt hat. Aufgrund der Art der Grabanlage sowie der reichen Ausstattung wird angenommen, dass hier sozial hoch stehende Persönlichkeiten bestattet wurden. Zur Zeitbestimmung liefern die Beigaben einen Anhalt. Das Grab wird daher auf das Ende des 9. oder den Beginn des 10. Jahrhunderts datiert. Schwieriger zu beantworten ist die Frage, wer hier beigesetzt ist. Die Art des Grabbaus ist einmalig. Zwar gibt es in England ältere Bootsgräber und in Skandinavien seit der Vendelzeit zahlreiche Bootsgräber, aber die Toten dort sind jeweils im Boot bestattet worden. Entweder sind sie direkt im Boot niedergelegt oder man errichtete innerhalb des Schiffs hölzerne Grabkammern. Bestattungen, bei denen die Grabkammer unterhalb des Bootes angelegt wurde, sind ansonsten unbekannt. Der Befund lässt somit keine direkte Verknüpfung mit einem bestimmten Gebiet zu. Auch die Beigaben geben keinen Hinweis darauf, woher die Toten stammen. Man hat das Bootkammergrab insbesondere mit dem Hinweis darauf, dass es in Dänemark derartige Bootsbestattungen nicht gab, mit einem schwedischen Königsgeschlecht verbunden, das sich ausweislich verschiedener Quellen um das Jahr 900 in Haithabu niedergelassen hat. Da aber auch in Schweden entsprechende Bestattungen fehlen, in Dänemark in den 1930er Jahren aber ein Bootsgrab aus der Wikingerzeit bei Ladby auf Fünen angetroffen wurde , bleibt die Identifizierung mit einer schwedischen Dynastie unsicher. Die Verteilung wikingerzeitlicher Bootsgräber rund um die Ostsee und in Norwegen beträgt nach derzeitlichem Fundstand: 54.4876039.56317Koordinaten: 54° 29′ 15,4″ N, 9° 33′ 47,4″ O |
2024-12-03 14:17:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9partement_Grand%E2%80%99Anse | Das Département de la Grand’Anse ist ein Departement im Südwesten von Haiti. Es umfasst eine Fläche von 1912 km² und hat rund 468.000 Einwohner . Die Hauptstadt ist Jérémie. Namensgebend war eine seichte Meeresbucht an der Nordküste des Départements. Das Département de la Grand’Anse erstreckt sich auf der Nordseite der Tiburon-Halbinsel. Es grenzt im Westen und im Norden an das Karibische Meer, im Süden bildet der Hauptkamm des Massif de la Hotte die Grenze zum Département Sud. Das Departement gliedert sich in drei Arrondissemente: Artibonite | Centre | Grand’Anse | Nippes | Nord | Nord-Est | Nord-Ouest | Ouest | Sud | Sud-Est 18.5-74.2Koordinaten: 18° 30′ N, 74° 12′ W |
2024-12-02 03:52:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalherr | Feudalismus , auch Feudalsystem oder Feudalität genannt, bezeichnet in den Sozial-, Rechts- und Geschichtswissenschaften vor allem die Gesellschafts- und Wirtschaftsform des europäischen Mittelalters. Der Begriff wurde in Frankreich im frühen Zeitalter der Aufklärung geprägt, durch Montesquieu 1748 bekannt gemacht und insbesondere von Voltaire erläutert. In der Französischen Revolution 1789 spielte er als Kampfbegriff zur Charakterisierung der früheren Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung eine große Rolle. Im deutschsprachigen Raum kam der Ausdruck Feudalismus Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Später klassifizierte Karl Marx den Feudalismus als notwendige Vorstufe des Kapitalismus. Eine idealtypische feudale Gesellschaft kann durch folgende Merkmale beschrieben werden: Streng genommen beinhaltet der Begriff Feudalismus daher zwei voneinander getrennte Dimensionen: Die Produktion des Feudalismus war stark von der Naturalwirtschaft geprägt. Die Mehrheit der Bevölkerung bestand aus Bauernfamilien. Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes. Dieses Land war Eigentum der wenigen Grundherrn. Die Bauern befanden sich im Zustand der Hörigkeit, sie waren also persönlich abhängig vom Grundherrn und unfrei. Das bedeutet: Allerdings konnten Teile dieser Rechte auch in verschiedenen Händen sein, beispielsweise als getrennte Gerichts- und Grundherrschaft. Der Grundherr war gegenüber den Hörigen auch nicht vollkommen souverän in der Erteilung und Entziehung des Rechtes auf Landnutzung. Wesentliche bekannte Formen sind ein erbliches Nutzungsrecht innerhalb der Familie des Hörigen, ein Nutzungsrecht auf Lebenszeit oder auf mehrere Jahre sowie als für die Hörigen unsicherste Form ein jederzeit widerrufbares Nutzungsrecht. Das Eigentum des Grundherrn war auch nur bedingt, denn er hatte es als Lehen von einem höhergestellten Adligen erhalten, dem er dafür Kriegsdienste schuldete und dessen Vasall er war. Allerdings konnten auch Landesherren oder der König unmittelbar als Grundherren auftreten. Tendenziell waren Landes- und Grundherr im frühen Feudalwesen häufiger identisch. Im weiteren Zeitverlauf nahmen mittelbare Grundherrschaften zu, während die Domänen oder Kammergüter als Reste unmittelbarer landesherrlicher Grundherrschaft verblieben. Zur Beurteilung des Feudalismus als Wirtschaftssystem gehört auch die Beobachtung, dass ein Teil der Einnahmen des Feudalherrn wieder verteilt wurde, als patriarchalisches Almosen, als Geschenk an „treue“ Vasallen o. ä. Es war nämlich Teil der Aufgabe des Feudalherrn, für einen Ausgleich zu sorgen . Das Interesse der Feudalherren an möglichst großen Überschüssen der bäuerlichen Haushalte führte zu einer allgemeinen Produktivitätssteigerung. Dies hatte gesamtgesellschaftlich auch die Folge eines größeren Potenzials für nicht-landwirtschaftlich produktive Menschen, insbesondere Handwerker an Herrensitzen und in Städten. Die Kette dieser abhängigen, mit Kriegsdienst verbundenen Lehen reichte bis zum König, dessen hoheitliche Domäne letzten Endes alles Land war. In der mittelalterlichen Vorstellung war er allerdings auch nur ein Vasall, er war Gott unterstellt. Die politische Souveränität war nach unten hin quasi parzelliert und das Feudalsystem damit der Träger von Machtausübung, öffentlicher Ordnung und Verwaltung bis hinab zur örtlichen Ebene. Der König war in diesem System nur das Oberhaupt seiner Vasallen, an die er durch gegenseitige Bande der Lehnstreue gebunden war, aber er hatte keinen direkten Zugang zu einem Großteil seiner Untertanen. Hieraus ergibt sich eine bestimmte Entwicklungsdynamik: Einzelne Aspekte des Feudalismus konnten sich mancherorts für lange Zeit in Gesellschaften erhalten, die insgesamt nicht mehr feudal geprägt waren. So folgte das schottische Immobilienrecht noch bis 2002 einem als feudal tenure bezeichneten System, in dem etwa der Käufer eines Grundstücks formell Vasall eines Lehnsherrn wurde. Die feudale Gesellschaft entstand im Frühmittelalter durch eine Verschmelzung der sich auflösenden antiken Gesellschaft und der keltischen und germanischen Gesellschaften. Dabei dürfte das römische Kolonat mit seinen halbfreien Bauern, das vor allem außerhalb Italiens verbreitet war, eine wesentliche Quelle für das Feudalsystem gewesen sein. Möglicherweise war auch die antike Sklaverei bereits zu diesem Zeitpunkt und später wiederholt durch die Rezeption römischer Überlieferungen ein Vorbild. Auch die heute nicht mehr klar fassbare keltische Vasallität mag sich fortgesetzt haben. Die persönliche Gefolgschaft dürfte dabei das wesentliche von den Germanen übernommene Element gewesen sein, auch wenn es mit dem Patronat auch ein ähnliches römisches System gab. Nach der Völkerwanderung entstanden auf dem Gebiet des ehemaligen Römischen Reiches mehrere germanische Königreiche. Die oben beschriebenen feudalen Institutionen entwickelten sich erst nach dem Jahr 800 im Reich der Franken, als eine vormals zum Teil freie Bauernschaft durch ständige Kriege und Invasionen der Wikinger, Sarazenen, Magyaren usw. ökonomisch ruiniert und so in die Abhängigkeit von den Feudalherren gezwungen wurde. Der Eingang in die Vasallität bot auch eine Möglichkeit, die persönliche Teilnahme an kostspieligen Kriegszügen zu vermeiden. Andere Autoren sehen in der Schwächung der Ressourcen der Zentralgewalt durch die Invasionen und im Verlust ihrer Fähigkeit zur Durchsetzung allgemein anerkannter Rechte, also im Verlust ihres Gewaltmonopols, eine Hauptursache des Aufstiegs lokaler Herrschaften, welche nur in befestigten Wohnsitzen ihre Besitzrechte sichern und gegebenenfalls gewaltsam durchsetzen konnten. Anfangs dürfte der rechtliche Status der Bauern sich nicht wesentlich von dem der Freien unterschieden haben, im Verlauf der Jahrhunderte wurde die persönliche Freiheit aber immer weiter eingeschränkt. Es gab aber auch gewaltsame Einverleibungen durch Feudalherren . Im Verlauf des Mittelalters und der Neuzeit veränderte sich der Feudalismus nicht nur aufgrund der immer stärkeren Rechtsstellung der Feudalherren gegenüber den Hörigen, sondern auch wegen der Entwicklung des gesamten Wirtschaftssystems. Im Bereich des späteren Deutschland beschränkten sich die Wirtschaftsverhältnisse bis etwa 1150 weitgehend auf die Leistungserbringung innerhalb der Villikation oder allenfalls in regionalen Bezügen. Daran anschließend entstanden erste Handelsbeziehungen im Rahmen der sich entwickelnden Geldwirtschaft, meist auf regionale städtische Zentren bezogen. Von etwa 1470 an weitete sich der Handel mit Agrarprodukten hin zu europaweiten, später interkontinentalen Handelsströmen aus. Mit zunehmendem Geldmangel der Zentralgewalten wurden diese zur Gewährung von Privilegien und Konzessionen im Austausch gegen Geld gezwungen, was ihre Stellung gegenüber den Feudalherren weiter schwächte. Nach Günter Vogler gerieten Deutschland und Europa Ende des 15. Jahrhunderts in die Epoche des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus, wodurch die konstituierenden Merkmale für den Typus frühbürgerliche Revolutionen erreicht wurden. Europa trat damit in die Epoche bürgerlicher Revolutionen ein, in denen sich das Bürgertum schrittweise die politische Macht erkämpfte. Während sich in den Niederlanden und England die bürgerliche Klasse allmählich etablieren konnte, behielt der Adelsstand im zentralen und östlichen Europa bis ins fortgeschrittene 19. Jahrhundert seine Machtpositionen, und das Bürgertum wurde zurückgedrängt. Refeudalisierung im engeren Sinne bedeutet die Wiederherstellung einer feudalen Ordnung, also die Rückkehr zu originären Formen feudaler Organisation von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert in Süd- und Südosteuropa vorkam. Neo-Feudalismus bedeutet die teilweise oder umfassende spontane Entstehung oder planmäßige Einführung feudalismus-analoger Organisationsformen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft während der Hochphase der kapitalistischen Entwicklung. Zu Vertretern dieser These im Hinblick auf die USA gehören Emmanuel Todd, Joel Kotkin und Vladimir Shlapentokh, der diese Tendenz auch für Russland nach 1991 sowie auch für die USA konstatiert. Die Sicherung von Monopolrenten für Unternehmen in Form von Privilegien, Lizenzen, Konzessionen, Subventionen oder der Bereitstellung öffentlicher Güter im Austausch gegen die Förderung von Politikern z. B. durch die Finanzierung von Parteien und Wahlkämpfen sei ein feudales Merkmal moderner politischer Systeme; Unternehmen fördern Politiker, die ihnen Monopol- oder Zusatzrenten versprechen, denen keine adäquaten Leistungen gegenüberstehen. Der amerikanische Historiker Robert Lewis Koehl prägte – orientiert am Feudalismus-Konzept – den Begriff „Neofeudalismus“ zur Charakterisierung der nationalsozialistischen Herrschaft insbesondere im von Deutschland deutsch besetzten Osteuropa, wo die deutsche Herrschaft personalisiert war und örtliche Befehlshaber eine absolute Machtfülle besaßen. Hinweisend auf Gemeinsamkeiten zwischen den charismatischen Elementen mittelalterlicher und nationalsozialistischer Herrschaft versuchte er damit, die irrationalen Aspekte des Nationalsozialismus zu verdeutlichen. Koehls Annahme, diese feudalistischen Machtbeziehungen wären der atavistischen Ideologie des Nationalsozialismus entsprungen, folgt die neuere Forschung jedoch nicht. Angesichts aktueller Entwicklungen im 20. und 21. Jahrhundert sprechen Sozialwissenschaftler wie Jürgen Habermas heute von einer „Refeudalisierung“ der Gesellschaft, indem „mit der Verschränkung und privatem Bereich nicht nur politische Instanzen gewisse Funktionen in der Sphäre des Warenverkehrs und der gesellschaftlichen Arbeit, sondern auch umgekehrt gesellschaftliche Mächte politische Funktionen übernehmen“. Charakteristika seien unter anderem die zunehmende Ungleichheit der Vermögensverteilung, die bloße Inszenierung von Öffentlichkeit, das Darstellen von Partikularinteressen von Personen oder Verbänden als Allgemeininteressen, der Ausschluss der Öffentlichkeit bei Entscheidungen von öffentlichem Interesse, soziale Herkunft als entscheidender Faktor für Wohlstand. Die allgemeine Fokussierung auf Geldvermögen und Status als äußerlichen Messgrößen des Erfolgs und deren zunehmende Vererbung ist ein weiterer Aspekt einer Refeudalisierung der Gesellschaft, „in der Reichtum ebenso wie Armut innerhalb abgegrenzter sozialer Gruppen ‚vererbt‘ werden, und zwar nicht nur durch die Weitergabe bzw. das Fehlen von materiellen Gütern, sondern – sozialisatorisch weit früher und tiefgreifender – insbesondere durch die soziale Determination von Bildungs- und Aufstiegschancen. So sind heute die Chancen eines Kindes aus einem Elternhaus mit hohem sozialem Status mehr als siebenmal größer, ein Studium aufzunehmen, als die eines Arbeiterkindes. Einem ‚Adel der Chancen‘ am einen, stehen am anderen Ende die Gruppen der Besitz- und Ressourcenlosen ohne Perspektiven gegenüber.“ Im Finanzmarktkapitalismus werden nach Auffassung des Hamburger Soziologen Sighard Neckel Einkommen und Macht nach vormodernen Mustern verteilt. „Während auf der einen Seite die Zahl derjenigen beständig wächst, die unter Bedingungen arbeiten, die eher an Leibeigenschaft und Sklaverei erinnern als an bürgerlich-kapitalistische Vertragsverhältnisse, werden in der Beletage die Privilegien nach ebenso vormodernen Methoden verteilt: Reichtum wird vor allem vererbt, eine ständisch organisierte Managerklasse schanzt sich exorbitante Gehälter zu.“ In die gleiche Richtung argumentiert der Historiker Olaf Kaltmeier für Lateinamerika, der hier im frühen 21. Jahrhundert eine Tendenz zur Refeudalisierung ausmacht. Eine solche vom großen Kapital getriebene Tendenz sieht auch Vladimir Shlapentokh für die USA und das postkommunistische Russland. Die neoreaktionäre Bewegung strebt die Umwandlung von Staaten in neofeudale Aktiengesellschaften an, welche von Anteilseignern und einem Geschäftsführer beherrscht werden sollen. In Anlehnung an die formale Soziologie Georg Simmels sieht Vladimir Shlapentokh den Feudalismus nicht nur als spezifische Gesellschaftsformation, sondern als eine besondere Interaktionsform an, die über alle Epochen und Gesellschaftsformationen verbreitet war und auch in der Moderne nie ganz verschwand. Sie ergibt sich aus dem Bedürfnis nach Schutz und der Bereitschaft der Menschen, für diesen Schutz mit militärischer Gefolgschaft, Naturalien, Arbeitsleistung oder Geld zu zahlen. In dieser Perspektive können mittelalterliche Gefolgschaften, Systeme der politischen Patronage und Begünstigung im Tausch gegen Wohlverhalten, Abhängigkeitsstrukturen in der Netzwerkökonomie oder Schattenwirtschaft, Oligarchenherrschaften mit ihrem Klientelismus, aber auch hierarchisch organisierte Mafiabanden als feudale Interaktionsformen angesehen werden. Ähnlich argumentiert der Politikwissenschaftler und Anthropologe Aaron B. Wildavsky, der die Existenz feudaler Strukturen auch im Reich der Kassiten, im Mittleren Reich Ägyptens und in Japan feststellt. Shlapentokh und der Soziologe Joshua Woods postulieren, dass heutige gesellschaftliche Strukturen, die vom Idealtypus des mittelalterlichen europäischen Feudalismus abweichen, nicht als dessen Varianten, sondern als Mischformen verschiedener Gesellschaftssegmente einschließlich verschiedener Wirtschafts- und politischer Herrschaftsformen betrachtet werden sollten, wie sie z. B. in den USA und in Russland nebeneinander existieren können. Die Fortexistenz und Neuentstehung feudaler Interaktionsmuster und Strukturen wie die Herausbildung von Politikerdynastien, Privatarmeen oder Gated Communities sei von Soziologen in der Tradition Max Webers oder Anthony Giddens, die sich einem Modernisierungs- oder Rationalisierungsansatz verschrieben haben, zu lange nicht beachtet worden. Der von Shlapentokh vertretene „segmentäre“ Ansatz widerspricht allen systemisch-holistischen und integrativen Gesellschaftsmodellen wie etwa dem von Talcott Parsons, der von der Verdrängung partikularer durch universelle Werte ausgeht, oder der Systemtheorie Niklas Luhmann. Hingegen erscheint die Annahme „hybrider“ Gesellschaften bzw. Ökonomien mit dem marxistischen Gesellschaftsmodell teilweise vereinbar, sofern dieses nicht von die gesamte Gesellschaft durchdringenden einheitlichen Produktionsverhältnissen ausgeht. |
2024-12-03 21:25:36 | https://de.wikipedia.org/wiki/Speckhorn/Bockholt | Speckhorn/Bockholt ist ein Stadtteil im Norden des Gebiets von Recklinghausen. Der Stadtteil grenzt an Oer-Erkenschwick , Marl-Sinsen und Herten-Scherlebeck an. Niedrigster Punkt mit rund 60 m ü. NHN ist der Austritt des Nieringbachs nach Sinsen im Norden, der höchste natürliche Punkt liegt mit etwa 108 m an der Grenze zum Westviertel, nah dem Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen, im äußersten Südwesten. Höchster Erdpunkt insgesamt ist mit 124 m der während der 1960er Jahre aus Erdaushub entstandene Rodelberg an der Mollbeck im Süden. Der namentlich noch junge Stadtteil Speckhorn/Bockholt besteht aus den Siedlungen Bockholt, Beising und Speckhorn mit seiner Unterbauerschaft Börste. Berghausen | Essel | Grullbad | Hillen | Hillerheide | Hochlarmark | Hochlar | Innenstadt | König Ludwig | Nordviertel | Ostviertel | Paulusviertel | Röllinghausen | Speckhorn/Bockholt mit Speckhorn | Stuckenbusch | Süd | Suderwich | Westviertel |
2024-12-01 21:03:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Blaine_Lindgren | Blaine Lindgren war ein US-amerikanischer Hürdenläufer, der sich auf die 110-Meter-Distanz spezialisiert hatte. Bei den Panamerikanischen Spielen 1963 in São Paulo gewann er Gold und bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio mit 13,7 s Silber hinter seinem Landsmann Hayes Jones und vor dem zeitgleichen Anatoli Michailow aus der Sowjetunion. 1962 wurde er Englischer Meister über 120 Yards Hürden und 220 Yards Hürden. Seine persönliche Bestzeit über 120 Yards Hürden von 13,5 s stellte er am 21. Juni 1963 in St. Louis auf. Blaine Lindgren graduierte an der University of Utah. |
2024-12-03 16:08:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Meinolphus | Der heilige Meinolf war ein Priester, Archidiakon und Gründer des Klosters Böddeken. Der Name Meinolf kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „kräftig wie ein Wolf“. Meinolf wurde um 795 geboren und war adliger Herkunft. Sein Taufpate war Karl der Große. Unter Bischof Hathumar erhielt Meinolf in der Domschule von Paderborn seine Ausbildung und wurde danach ins Paderborner Domstift aufgenommen. Er erhielt die Weihe zum Diakon und wurde 836 Archidiakon des Bistums Paderborn. Im selben Jahr führte er die Paderborner Delegation an, die die Reliquien des Heiligen Liborius aus Le Mans holte. Aus Anlass dieser Translation schlossen die beiden Kirchen von Paderborn und Le Mans einen „Liebesbund ewiger Bruderschaft“, der heute noch besteht. 837 gründete Meinolf das Kanonissenstift Böddeken bei Büren. Der Ort gehört heute zum Stadtteil Wewelsburg der Stadt Büren. Meinolf starb am 5. Oktober 857 in Böddeken. Die Gründung des Klosters Böddeken erfolgte der Legende nach an der Stelle, die Meinolf ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih zeigte. Der Gedenktag für Meinolf in der katholischen Kirche ist sein Todestag, der 5. Oktober. Er ist der älteste Heilige des Bürener Landes und wird im Paderborner Regionalkalender verehrt. Wesentlichen Anteil an der Wiederaufnahme und der Verbreitung der Meinolfverehrung hat Gobelin Person: Nach dem Niedergang des Klosters im 14. Jahrhundert reformiert er dieses und übergibt es 1409 Augustinerchorherren aus Zwolle. Das wieder aufblühende Böddeken wird zu einem der größten Klöster Deutschlands. Die Verehrung des Heiligen blüht wieder auf, unterstützt durch die von Gobelin Person verfasste Lebensbeschreibung, die „Vita Sancti Meinulfi“. Der Heilige wird gemeinsam mit einem Hirsch, häufig mit einem Kreuz zwischen dem Geweih, dargestellt und trägt ein Modell des von ihm gegründeten Klosters Böddeken in der Hand. |
2024-12-01 13:08:50 | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Brief_(1999) | Der Brief ist ein Filmdrama des portugiesischen Regisseurs Manoel de Oliveira aus dem Jahr 1999. Es ist eine in die Moderne übertragene Adaption des Romans Die Prinzessin von Clèves von Madame de Lafayette aus dem Jahr 1678. Der junge Herr de Guise macht der jungen Mademoiselle de Chartres den Hof. Er begehrt sie sehr, sucht aber eine andere Art von Beziehung als sie, so dass sie sich von ihm fernhält. Am Rande eines Klavierkonzertes stellt ihr dann Madame da Silva, eine intime Freundin ihrer Mutter, einen renommierten Arzt vor, Jacques de Clèves. Dieser hatte sich bereits in sie verliebt, als sie Tage zuvor bei einem bekannten Juwelier an der Place Vendôme mit ihrer Mutter ein Collier auswählte. Sie heiraten, wiewohl die junge Mademoiselle keine große Leidenschaft für den wohlhabenden de Clèves empfindet, ihn aber für sympathisch, aufrichtig und anständig hält und ihn guten Gewissens aus Vernunftgründen ehelicht. Als sie auf den populären Sänger Pedro Abrunhosa trifft, fühlt sie sich augenblicklich zu ihm hingezogen, was ihrer aufmerksamen Mutter nicht verborgen bleibt. Die bisherige Mademoiselle de Chartes und jetzige Madame de Clèves bleibt jedoch auf Abstand zu Abrunhosa. Als die Mutter ernsthaft erkrankt, warnt sie ihre Tochter, vorsichtig zu sein, was Madame de Clèves Willen, ihrem Gatten treu und vertrauenswürdig zu bleiben, verstärkt und sie weiter auf Abstand zu Abrunhosa hält. Nach dem raschen Tod der Mutter bleibt Madame de Clèves ohne deren moralische Unterstützung und vertraut sich einer alten Schulfreundin an, die in einem Kloster in Paris lebt und die sie dort regelmäßig besucht. Als Abrunhosa nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus direkt neben dem Kloster eingeliefert wird, fragt sie dort nach seinem Gesundheitszustand und trifft dort auf de Guise, der sie nun wieder bedrängt und von ihr zurückgewiesen wird. Er verfolgt sie und wird dabei tödlich von einem Auto angefahren. Ihr Mann erfährt von der Episode und gerät in Aufruhr und Zweifel. Da beschließt Madame de Clèves, die immer stärker ihrer Leidenschaft für Abrunhosa bewusst wird, sich ihrem Mann anzuvertrauen und ihn um Hilfe bei ihrem emotionalen Dilemma zu bitten. Doch dieser sieht nun sein erstes Misstrauen bestätigt, ist völlig verzweifelt und stirbt kurze Zeit später darüber. Die junge Witwe fühlt sich weiterhin ihrem verstorbenen Mann verpflichtet und fürchtet zudem, ein zweites Mal in Liebesdingen enttäuscht zu werden. Entgegen dem Rat ihrer Freundin im Kloster geht sie deshalb keine Beziehung zu dem von der Frauenwelt so begehrten Sänger ein. Ohne sich jemandem mitzuteilen, verschwindet sie einfach. Abrunhosa sucht sie unermüdlich, doch weder Madame da Silva noch die Nonne können ihm weiterhelfen. Eines Tages erhält die Nonne im Kloster einen Brief von ihrer verschwundenen Freundin aus Afrika. Darin erzählt sie ihr, dass sie mit einer Gruppe Missionarinnen dorthin gegangen sei und dort nun den vor Bürgerkrieg geflohenen Menschen und in der Folge unter Krankheiten und Hunger leidenden Bevölkerung helfe. Sie berichtet sowohl vom unermesslichen menschlichen Leid als Folge von unmenschlicher Machtpolitik als auch von ihrer persönlichen Unfähigkeit, die Zustände vor Ort länger auszuhalten. Sie kündigt ihre erneute Flucht vor ihrem neuerlichen emotionalen Dilemma an und schreibt von ihren Plänen, ihre Wohnung in Paris zu verkaufen und in das Landhaus ihrer glücklichen Kindheit zurückzukehren. Der Film wurde in Paris und in französischer Sprache gedreht und von den Filmproduktionsgesellschaften Madragoa Filmes , Gemini Films und Wanda Films produziert, mit finanzieller Unterstützung durch die Filmförderungsanstalten ICAM , CNC und Eurimages , den öffentlich-rechtlichen portugiesischen Fernsehsender RTP und den privaten französischen Fernsehsender Canal+. Die Filmmusik stammt überwiegend von Pedro Abrunhosa, der hier fünf Lieder beisteuert, dazu interpretiert die portugiesische Pianistin Maria João Pires Klavierstücke von Franz Schubert . Beide spielen auch im Film mit, Abrunhosa sogar in der männlichen Hauptrolle. Die gegenseitige Bewunderung Oliveiras und Abrunhosas zeigte sich danach auch in dem Videoclip, den Oliveira für Abrunhosas Stück Momento 2002 drehte, was eine besonders bemerkenswerte Tatsache ist angesichts der Beschäftigung des damals ältesten lebenden Regisseurs der Welt mit einem so jungen Medium. Die Uraufführung des Films war am 21. Mai 1999 beim Filmfestival von Cannes 1999, wo er für eine Goldene Palme nominiert war und den Preis der Jury gewann. Er lief danach auf einer Reihe weiterer internationaler Filmfestivals, darunter das Toronto International Film Festival 1999, das Montreal World Film Festival 1999, das Pusan International Film Festival 1999, das Chicago International Film Festival 1999, das Festival Internacional de Cine de Mar del Plata 1999, das Hong Kong International Film Festival 2000 und das Internationale Filmfestival Thessaloniki 2000. Er kam am 22. September 1999 in die französischen Kinos, in Portugal erfolgte der Kinostart am 24. September 1999, wo er mit 19.500 Besuchern relativ erfolgreich war. Die Kritik nahm den Film positiv auf. So zählten die Cahiers du Cinéma den Film zu den zehn besten Filmen des Jahres, und Filmkritiker Jorge Leitão Ramos hob in seiner Besprechung im Expresso hervor, wie Oliveiras sichere Inszenierung den historischen Stoff und dessen Sprache überzeugend in die heutige Gesellschaft überführe. „Aktualisierte Verfilmung eines Gesellschaftsromans aus dem 17. Jahrhundert, vom Altmeister des portugiesischen Kinos als eine Art Edelsoap inszeniert. Dabei verdichten sich die elegante Inszenierung und die bewusste Überhöhung der melodramatischen Form zu einer zeitlosen Kritik am Großbürgertum. Ein ebenso satirischer wie zutiefst humanistischer Film, getragen von großer Sprach- und Schauspielkunst.“ A Carta erschien in Portugal zunächst als VHS-Kassette bei Atalanta Filmes und danach als DVD bei ZON Lusomundo , 2008 nochmal in einer DVD-Box als Teil einer Werkschau zum hundertjährigen Geburtstag de Oliveiras. |
2024-12-01 21:45:18 | https://de.wikipedia.org/wiki/Molesey | 51.401388888889-0.34444444444444Koordinaten: 51° 24′ N, 0° 21′ W Molesey ist ein Ort im Borough von Elmbridge im Norden der englischen Grafschaft Surrey, südwestlich von London. Die Pendlergemeinde besteht aus den Ortsteilen West Molesey und East Molesey. Molesey liegt zwischen der Themse, die die nördliche Begrenzung der Gemeinde bildet, und dem River Mole im Süden, der unmittelbar östlich von Molesey in die Themse mündet. Benannt ist Molesey nach Mul, der Landbesitzer in der Gegend war . Der Ort ist vor allem durch seinen Themseübergang bedeutsam: Die Hampton Court Bridge verbindet den Ortsteil East Molesey mit dem Hampton Court Palace. Sehenswert ist in Molesey unter anderem das „Crooked Bell“, ein im 14. Jh. erbautes Haus. Bekannt ist Molesey auch durch seine Tradition als englisches Boxzentrum und durch seine Trabrennbahn am Ufer der Themse. Molesey ist erreichbar über den Bahnhof Hampton Court; außerdem bestehen Busverbindungen nach Kingston und Richmond. In Molesey befinden sich größere Wasserspeicher, die der Wasserversorgung von London dienen. Molesey ist die Heimat von Matt Willis, Mitglied der Band Busted. Der neuseeländische Premierminister Julius Vogel starb 1899 in East Molesey. Der Jazz-Fusion-Gitarrist John Goodsall wurde 1953 in East Molesey geboren. |
2024-12-03 16:50:42 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Buddenhagen | Hermann Buddenhagen war ein deutscher Lehrer, Autor und Verlagslektor. Buddenhagen wurde als Sohn eines Schiffszimmermanns geboren. Von 1909 bis 1911 besuchte er das Lehrerseminar in Neukloster und übernahm 1911 eine einklassige Landschule. Er lehrte von 1913 bis 1922 am Landesseminar. Von 1922 bis 1938 war er Lehrer an einer Mittelschule in Warnemünde. Seine Entlassung aus dem Schuldienst erfolgte wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war er bis 1946 Bezirksschulrat, dann Rektor und Ausbildungsleiter in Rostock. Seit 1952 arbeitete er als Lektor im Hinstorff Verlag. |
2024-12-04 06:17:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Linsburg | In der Liste der Baudenkmale in Linsburg sind alle Baudenkmale der niedersächsischen Gemeinde Linsburg aufgelistet. Die Quelle der Baudenkmale ist der Denkmalatlas Niedersachsen. Der Stand der Liste ist der 30. Oktober 2020. In den Spalten befinden sich folgende Informationen: ID Balge | Binnen | Bücken | Diepenau | Drakenburg | Estorf | Eystrup | Gandesbergen | Hämelhausen* | Haßbergen | Hassel | Heemsen | Hilgermissen | Hoya | Hoyerhagen | Husum | Landesbergen | Leese | Liebenau | Linsburg | Marklohe | Nienburg/Weser | Pennigsehl* | Raddestorf | Rehburg-Loccum | Rodewald | Rohrsen | Schweringen | Steimbke | Steyerberg | Stöckse | Stolzenau | Uchte | Warmsen | Warpe | Wietzen * Für diese Gemeinden sind keine Baudenkmale ausgewiesen |
2024-12-04 05:00:02 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sachrang_(Film) | Sachrang ist ein deutscher Fernsehfilm in drei Teilen aus dem Jahr 1978. Er basiert auf dem Roman Der Müllner-Peter von Sachrang von Carl Oskar Renner. Der Film erzählt die Geschichte des historisch belegten Müllersohns Peter Huber aus Sachrang in der Zeit der Napoleonischen Kriege von 1792 bis 1815. Als fünftes von sieben Kindern sollte Peter zunächst Pfarrer werden. Allerdings brach er das Studium ab, um die väterliche Getreidemühle zu übernehmen. Er kehrt als Außenseiter in sein Heimatdorf zurück und gerät ins Visier der willkürlichen Obrigkeit. Das grenznahe Sachrang – nur etwa einen Kilometer von Tirol entfernt – wurde versehentlich von französischen Truppen angegriffen, die sich auf österreichischem Gebiet befindlich glaubten. Auch die Mühle des Müllnerpeters war Ziel der Übergriffe. Als die napoleonischen Kriege zu Ende gehen, herrscht im ganzen Land eine Hungersnot. Nicht einmal genügend Korn zum Säen ist den Bauern geblieben. Peter Huber, der sich im Ort mit aller Kraft für Gerechtigkeit und Fortschritt einsetzt, wird 1810 zum Amtsvorsteher von Sachrang. Dieses Amt erlaubt ihm, seine Vorstellungen in der Gemeinde zu realisieren und die Bevölkerung durch die Hungersnot zu führen. Das private Scheitern seiner Ehe und die Liebe zu einer anderen Frau führen Huber einige Jahre nach Italien. 1814 kehrt er nach Sachrang zurück und setzt sein gewohntes Leben fort. Extra für den Film wurden die bis dahin sichtbaren Stromleitungen unterirdisch verlegt. Einige asphaltierte Straßen wurden mit Schotter und Kies verdeckt und die zahlreichen Fernsehantennen abgebaut. Hunderte Bewohner Sachrangs, auch viele Kinder, spielten als Komparsen in dem Film mit. Die Abendschau des Bayerischen Fernsehens zeigte 2004 einen Beitrag von Brigitte Kornberger über die damaligen Dreharbeiten und die Auswirkungen für den Ort der mit 3,5 Millionen DM bis dahin teuersten Eigenproduktion des Bayerischen Rundfunks. Die Kostüme sind von Ursula Welter. Der Filmdienst schrieb: „Die Lebensgeschichte des Peter Huber, der als Müllner Peter in die Geschichte des Chiemgau einging. Der Film stellt einen der Heimat verwurzelten Menschen vor, der eigentlich Pfarrer werden sollte, sein Studium abbrach und in sein Dorf Sachrang zurückkehrte. Er wurde Müller und Chorleiter, komponierte eigene Werke, betätigte sich als Mediziner und richtete eine Apotheke ein. Trotz seiner Leutseligkeit blieb er ein weitgehend unverstandener Außenseiter, wozu auch seine Ehe mit Maria Hell, genannt Marei, beitrug, die wie er seiner Zeit weit voraus und eine Seelenverwandte war. Ein umfassender Bilderbogen der Jahre von 1791 bis 1814, der auch damaliges Zeitgeschehen einbezieht.“ |
2024-12-02 06:53:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Breuer | Clemens Breuer ist ein deutscher Theologe. Er studierte von 1985 bis 1990 Philosophie und Theologie an den Universitäten in Bonn, Freiburg im Breisgau und Augsburg. Von 1991 bis 2004 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Oberassistent am Lehrstuhl für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. Nach der Promotion 1994 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg und der Habilitation 2000 an der Theologischen Fakultät Trier lehrt er seit 2001 als Privatdozent für Christliche Sozialwissenschaften an der Theologischen Fakultät Trier und seit 2005 als außerordentlicher Professor für Moraltheologie und Dozent für Theologie der Ehe und Familie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Hauptberuflich ist Clemens Breuer seit 2006 als pädagogischer Mitarbeiter beim Katholischen Bildungswerk Köln tätig, einer Zweigstelle des Bildungswerks der Erzdiözese Köln. Er verantwortet dort unter anderem aktuelle Vortrags- und Gesprächsangebote im Domforum und in einigen Kölner Stadtteilen. Daneben unterrichtet er seit 2011 als Dozent für Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten, seit 2012 als Dozent für Moraltheologie am Diakoneninstitut des Erzbistums Köln und als Dozent für Christliche Sozialwissenschaften und Moraltheologie am Institut „Studium Rudolphinum“ in Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind medizinethische Fragestellungen. |
2024-12-03 22:47:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Wirich_Philipp_Graf_Daun | Wirich Philipp Lorenz Graf von und zu Daun, seit 1710 Fürst von Teano, war kaiserlicher Feldmarschall, Ritter vom Goldenen Vlies, kaiserlicher Geheimer Rat und Kämmerer. Er ist der Vater des bekannteren Feldmarschalls Leopold Daun, des Feldherrn Maria Theresias. Wirich Daun stammte aus dem Adelsgeschlecht der Daun, das seit langem die Burg und das Städtchen Daun in der Eifel bei Koblenz besaß und 1643 in den Reichsgrafenstand aufgenommen worden war. Sein Vater war der Graf Wilhelm Johann Anton von Daun , der 1657 in österreichische Dienste getreten und 1694 ebenfalls Feldmarschall geworden war. Seine Mutter war Anna Maria Magdalena Gräfin von Althann , seine Geschwister waren Heinrich Dietrich Martin Joseph Graf Daun, kaiserlicher Feldmarschall und Hofkriegsrat und der Feldmarschalleutnant Heinrich Richard Lorenz Graf Daun . Er begann seine militärische Laufbahn im Regiment seines Vaters. Wirich Daun nahm 1696/97 am Feldzug in Ungarn teil und kämpfte dort auch bei Zenta mit. Ab 1701 diente er im Spanischen Erbfolgekrieg unter Prinz Eugen in Italien. Bekannt wurde er 1706 durch die zähe, dreieinhalbmonatige Verteidigung Turins gegen die Belagerungstruppen des Herzogs de la Feuillade. Dies ermöglichte Eugen einen Zeitgewinn, sodass er das überlegene französische Heer des Philipp von Orleans und des Marschalls Marsin in der Schlacht bei Turin schlagen konnte. 1707 zog der indessen zum Feldzeugmeister beförderte Daun nach Süden, um das Königreich Neapel zu erobern. Der Widerstand der Neapolitaner wurde durch den Sturm auf die Festung Gaeta gebrochen. Dabei setzte er ein in Genua gekauftes Schiff ein, das fortan den Grundstock der österreichischen Marine bildete. Erzherzog Karl, damals Titular-König von Spanien und König von Neapel, ernannte Daun daraufhin eigenmächtig, d. h. ohne Zustimmung Kaiser Josephs I., zum Feldmarschall der spanisch-italienischen Truppen in Neapel. Als Nachfolger von Georg Adam Graf von Martinitz Vizekönig von Neapel 1707–1708, leitete Daun die erfolgreiche Eroberung Sardiniens ein. Karl verlieh ihm das Fürstentum Teano , welches vorher der Herzogin von Medina-Sidonia konfisziert worden war. Daun stellte dieses Lehen aber gegen Ablöse zurück, der gleichzeitig verliehene Titel eines Fürsten von Teano blieb jedoch in der Familie Daun und ging im 19. Jahrhundert auf die Pálffy von Erdőd als deren Erben über. Schließlich als Nachfolger Eugens zum Feldmarschall und Oberkommandierenden in Italien mit Sitz in Mailand ernannt, drang Daun 1708 im Comacchiokrieg gegen Rom vor, vertrieb Marschall Claude-Louis-Hector de Villars, besetzte die päpstlichen Legationen in Mittelitalien und zwang Papst Clemens XI. zum Frieden mit Joseph I. Dafür wurde er zum spanischen Granden ernannt, mit dem Goldenen Vlies ausgezeichnet und 1713 erneut Vizekönig von Neapel, wo er sich beim Volk beliebt zu machen wusste. Seine Amtszeit endete im Jahre 1719. 1719 bis 1725 war er Direktor der Artillerie und Stadtkommandant von Wien. In dieser Zeit ließ er das heutige Palais Daun-Kinsky nach Plänen von Johann Lucas von Hildebrand errichten. Danach diente Daun vorübergehend als Statthalter der Niederlande , nachdem Prinz Eugen von Savoyen sein Gouverneursamt niedergelegt hatte. 1728 wurde Daun Gouverneur des Herzogtums Mailand. Als solcher musste er 1733 die Stadt einer französischen Übermacht unter König Karl Emanuel III. von Sardinien überlassen, weshalb er von Feldmarschall Mercy abgelöst wurde und in Ungnade fiel. Er konnte sich jedoch gegen alle Anschuldigen rechtfertigen und wurde rehabilitiert. Sein Grabmal befindet sich in der Georgskapelle der Wiener Augustinerkirche, in der auch sein Sohn, Leopold Joseph von Daun, beigesetzt ist. Er heiratete 1696 die Gräfin Maria Barbara von Herberstein , eine Tochter des Generalfeldwachtmeisters Johann Ferdinand von Herberstein . Das Paar hatte fünf Söhne, darunter: |
2024-12-01 18:24:36 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dudley_Chase | Dudley Chase war ein US-amerikanischer Jurist und Politiker, der den Bundesstaat Vermont im US-Senat vertrat. Nach dem Besuch der öffentlichen Schulen machte Chase 1791 seinen Abschluss am Dartmouth College. Danach studierte er die Rechtswissenschaften, wurde 1793 in die Anwaltskammer aufgenommen und begann in Randolph als Jurist zu praktizieren. Von 1803 bis 1812 war er Staatsanwalt des Orange County. Im Jahr 1805 wurde Chase in das Repräsentantenhaus von Vermont gewählt, dem er bis 1812 angehörte; ab 1808 war er dabei der Speaker der Parlamentskammer. In den Jahren 1814 und 1822 war er jeweils Delegierter zum Verfassungskonvent des Bundesstaates. Am 4. März 1813 zog er schließlich als Mitglied der Demokratisch-Republikanischen Partei in den US-Senat ein, wo er bis zu seiner Mandatsniederlegung am 3. November 1817 verblieb. Während dieser Zeit stand er unter anderem dem Justizausschuss des Senats vor. Chase trat zurück, um Oberster Richter am Vermont Supreme Court zu werden. Dieses Amt hatte er bis 1821 inne; danach war er zwischen 1823 und 1824 wieder Abgeordneter im Repräsentantenhaus seines Staates, ehe er am 4. März 1825 in den Senat in Washington zurückkehrte. Diesmal vertrat er dort bis zum 3. März 1831 die Interessen der National Republican Party. Nach seinem Abschied aus der Politik widmete er sich der Landwirtschaft. Dudley Chase war der Onkel von Salmon P. Chase, dem späteren US-Finanzminister und Obersten Bundesrichter. Ein weiterer Neffe, der nach ihm benannte Dudley Chase Denison, saß von 1875 bis 1879 für Vermont im US-Repräsentantenhaus. Klasse 1: M. Robinson | Tichenor | Chipman | Smith | J. Robinson | Tichenor | Seymour | Swift | Phelps | Foot | Edmunds | Proctor | Stewart | Page | Greene | Partridge | Austin | Flanders | Prouty | Stafford | Jeffords | Sanders Klasse 3: Bradley | Paine | Bradley | Chase | Fisk | Palmer | Chase | Prentiss | Crafts | Upham | Phelps | Brainerd | Collamer | Poland | Morrill | Ross | Dillingham | Dale | Gibson Sr. | Gibson Jr. | Aiken | Leahy Bowker | Clark | Chandler | Robinson | Porter | Moseley | Tichenor | Niles | Bradley | Strong | Olin | D. Buck | Morris | Spencer | Farrand | Marsh | Spencer | Harrington | Leland | Chase | Chipman | Griswold | Skinner | Griswold | D.A.A. Buck | Wales | Fletcher | D.A.A. Buck | Bates | D.A.A. Buck | Bates | J. Smith | Briggs | Coolidge | Foot | Coolidge | Tracy | Briggs | Foot | Kittredge | T. Powers | Needham | Grandey | Edmunds | Hunton | J.G. Smith | Gardner | Stewart | Grandey | Joyce | Fairbanks | H.H. Powers | Grout | Stewart | J. Martin | Batchelder | Grout | Start | Mann | Stickney | Lord | Haskins | F. Proctor | Merrifield | Cheney | Howe | Plumley | Weeks | Wilson | Dana | Billings | O. Martin | Austin | Pierce | Williams | Deavitt | Aiken | Moore | M. Proctor | Shepard | Emerson | Bloomer | Denny | Prouty | Stacey | Fay | Bailey | Hancock | Brown | Keyser | Lawrence | Billings Jr. | Mallary | Burgess | Kennedy | O’Connor | Morse | Wright | Obuchowski | Freed | Symington | S. Smith | Johnson |
2024-12-03 14:52:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Saue_(Stadt) | Saue ist eine Stadt im Norden Estlands 18 km südwestlich von Tallinn. Sie ist Teil der Landgemeinde Saue. Von 1994 bis 2017 war Saue eine eigenständige Stadtgemeinde. Weitere Städte in der Umgebung sind Keila , Saku und Laagri . 130 ha der eher kleinen Stadtfläche sind in privatem Besitz, 35 ha werden von kommunalen Gebäuden und Einrichtungen eingenommen. Außerdem hat Saue ein 25 ha großes Industriegebiet, 112 ha Wälder und Parks und 15 ha Ackerfläche. 1920 wurde der Vorläufer der heutigen Stadt gegründet. 1960 wurde das Dorf zu Tallinn eingemeindet, um 1993 zur Stadt erhoben und 1994 dann eigenständig zu werden. 1973 wurde der ursprüngliche Name „Saue aedlinn“ in „Saue alevik“ geändert. Heute ist er offiziell „Saue linn“ . Die Einwohnerzahl steigt seit Jahren langsam, aber kontinuierlich an. 93 % der Einwohner sind ethnische Esten, das Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre. Saue hat eine ganze Reihe von Sportvereinen, die verschiedenste Sportarten, wie zum Beispiel Tennis, Volleyball, Basketball, Boxen und Karate anbieten. Saue hat 62 Straßen mit einer Gesamtlänge von ca. 21 km, die 30 ha des Stadtgebiets einnehmen. Die Stadt verfügt über ein Gymnasium, eine Musikschule, einen Kindergarten und ein Jugendzentrum. Stadtgemeinden: Keila | Loksa | Maardu | Tallinn. Landgemeinden: Anija | Harku | Jõelähtme | Kiili | Kose | Kuusalu | Lääne-Harju | Raasiku | Rae | Saku | Saue | Viimsi. Stadt in Landgemeinde: Kehra | Paldiski | Saue |
2024-12-01 23:25:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/Speicherkartenleseger%C3%A4t | Ein Speicherkartenlesegerät, Speicherkartenleser, kurz Kartenleser, engl. Card Reader genannt, ist ein Gerät, zum Lesen und Beschreiben von Speicherkarten, wie zum Beispiel CF- oder SD-Karten, auf denen u. a. Bilder von Digitalkameras oder Audiodateien von MP3-Spielern gespeichert werden können. Dazu ist meist ein PC notwendig sowie ggf. die für das Gerät benötigte Software. Mittels USB OTG können die Geräte auch an viele Handys und Tablets angeschlossen werden, die allerdings nicht immer einen exFAT-Treiber für Kapazitäten über 32 GB haben. Speicherkartenleser gibt es in externer wie auch in interner Form. Die externe Form ist ein kleines Kästchen, das mit einem USB- oder selten einem FireWire-Kabel an den PC angeschlossen wird oder in Stiftform direkt in eine USB-Buchse gesteckt werden kann. Die interne Form befindet sich als fest installierter Einschub im PC-Gehäuse, meist im 3,5″-Format und ist über ein Kabel mit der Hauptplatine verbunden. Diese Verbindung kann über USB, SATA oder IDE erfolgen. Oft bietet er auch USB- und Audio-Anschlüsse. Für Notebooks gibt es auch Lesegeräte in Form einer PCMCIA/CardBus-Karte. Für CompactFlash-Karten genügt hier ein passiver Adapter, da CompactFlash kompatibel zum PCMCIA-Steckplatz ist. Heutige Speicherkartenlesegeräte können wie folgt nach der Anzahl und Art der Steckplätze kategorisiert werden: Single Card Reader , Multi Card Reader und Series Card Reader . Ein Unterscheidungsmerkmal bei Speicherkartenlesern mit mehreren Steckplätzen ist der gleichzeitige Datenverkehr. Geräte mit dieser Funktionalität ermöglichen es von mindestens zwei in beliebigen Steckplätzen eingesetzten Speicherkarten gleichzeitig lesen oder schreiben zu können, bis hin zum Datentransfer von Karte zu Karte. Die Anzahl der gleichzeitigen Datenströme ist je nach Modell fest vorgegeben und kleiner oder gleich der Anzahl von Steckplätzen. Sie entspricht der Anzahl der im Computer erscheinenden Laufwerke. Ein Gerät für simultanen Datenverkehr mit zwei Karten meldet zwei Laufwerke an. Bei Geräten für maximal vier gleichzeitige Datenströme sind es vier Laufwerke, bei denen für so viele Karten wie maximal eingesteckt werden können, ist es für jeden Steckplatz jeweils ein Laufwerk. Kartenlesegeräte ohne die Fähigkeit zum gleichzeitigen Datenverkehr melden sich als nur ein einziges Laufwerk und leiten den Datenstrom zu dem Steckplatz mit einer Speicherkarte darin. Sobald in mehr als nur einem Steckplatz eine Karte steckt, werden die Lese- und Schreibzugriffe abgebrochen. Einige als Cardreader-Combo-Laufwerk bezeichnete Geräte enthalten zusätzlich ein Laufwerk für 3,5″-Disketten. Keine Kartenleser im engeren Sinn sind Geräte, die nach dem Einbau in den Computer im normalen Betrieb von außen nicht zugänglich sind, wie etwa interne Adapter von CompactFlash auf IDE, die mit dauerhaft eingesteckter CompactFlash-Karte als Ersatz für eine IDE-Festplatte zum Einsatz kommen. Bei vielen Notebooks und Mini-PCs ist der Speicherkartenslot inzwischen Teil der Hauptplatine und kein einzelnes Gerät. |
2024-12-02 09:45:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_B%C3%A9gon | Michel Bégon war ein französischer Marineoffizier. Da traditionsgemäß viele Familienmitglieder den Vornamen Michel hatten, ist er als Michel Bégon V. oder ‚der Ältere‘ oder ‚der Intendant‘ genannt worden. Michel Bégon stammte aus Blois. Sein Vater hatte eine hohe Position am Hofe inne, sodass der junge Michel nicht nur in der reichhaltigen väterlichen Bibliothek stöbern konnte, sondern auch zu Bibliothek und Sammlungen sowie den Gärten von Jean-Baptiste Gaston de Bourbon Duc d’Orléans im Schloss Blois Zugang hatte und sich den schönen Künsten widmen konnte. Er trat 1677 der Marine bei, in der er in der Folgezeit Karriere machte. Er war auch Intendant und stand damit über den Gouverneuren der französischen Inseln in der Karibik . Unter anderem wurde er Kommandant von Le Havre, Gouverneur von Haiti und 1694 Kommandant des Hafens von Rochefort-sur-Mer. Dort wurde in der 1666 begründeten Seilerei La Corderie Royale das Seilwerk für die Kriegsschiffe hergestellt. Das Gebäude zählt heute zu den wichtigsten Industriebauwerken des einst florierenden Marine- und Handelsstützpunktes. Er sammelte Bücher, Antiquitäten, Kuriosa und Pflanzen und korrespondierte mit vielen Gelehrten. |
2024-12-04 00:05:08 | https://de.wikipedia.org/wiki/Brand_des_Piers_in_Hoboken_1900 | 40.738754-74.026866Koordinaten: 40° 44′ 20″ N, 74° 1′ 37″ W Der Brand des Piers in Hoboken war ein Großbrand, der am Samstag, den 30. Juni 1900 ausbrach und ungefähr dreihundert Menschenleben forderte. Das Feuer richtete in den Hafenanlagen des Norddeutschen Lloyd in Hoboken und an den festgemachten Linienschiffen 5,35 Mio. US-Dollar Schaden an. Der Brand gilt als eine der größten Katastrophen im New Yorker Hafen und eine der größten Brandkatastrophen in den Vereinigten Staaten. Hoboken war Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Anlegestelle im New Yorker Hafen für die Linienschifffahrt mit Europa. Norddeutscher Lloyd, Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft , Scandinavian America Line und die Holland-America Line liefen den Hafen an, wobei die Verbindungen hauptsächlich von Einwanderern aus Europa genutzt wurden. Die Hafenanlagen befanden sich nördlich des heutigen Hoboken Terminal. Bei der 5. und 6. Straße waren die Anleger der Holland-America Line, zwischen der 4. und 2. Straße befanden sich ein Anleger der Scandinavian America Line und drei Anleger des Norddeutschen Lloyds. Südlich daran anschließend folgten die drei Anleger der Hamburg-Amerika Linie. Die Anleger von Lloyd und Hapag waren von Norden nach Süden aufsteigend nummeriert. Diese beiden Gesellschaften hatten damals die schnellsten Passagierschiffe im Dienst. Die Scandinavian America Line wird in zeitgenössischen Dokumenten noch als Thingvalla-Linie bezeichnet, obwohl die Passagierschifffahrt der Gesellschaft bereits zur DFDS gehörte. Zum Zeitpunkt des Brandes waren die folgenden Schiffe an den Anlegern: Holland-America Line Scandinavian America Line Norddeutscher Lloyd Hapag-Pier Das Feuer brach kurz vor 4 Uhr nachmittags auf dem Pier 3 aus. Die hölzernen Gebäude und die gelagerten Waren gaben dem Feuer viel Nahrung, so dass sich dieses angefacht durch den Wind schnell in nördliche Richtung ausbreitete. Noch bevor die Feuerwehr eintraf, griff der Brand auf die Kabinen des Schiffs Saale über, welche die Pier 2 und die Bremen in Brand steckte. Kurz darauf erreichte das Feuer auch Pier 1, wo die Kaiser Wilhelm der Große und die Main lagen. Innerhalb einer Viertelstunde waren die ganzen Dockanlagen des Norddeutschen Lloyd im Vollbrand. Die Flammen zerstörten danach auch noch den Anleger der Scandinavian America Line, eine Lagerhalle von Campbell, den Wagenschuppen der Hafenbahn, sowie mehrere Güterwagen. Einzig das Zolllager und die Piers der Hamburg-Amerika Linie konnten gerettet werden. Letztere ließen sich nur retten, indem Teile des an die Piers der Norddeutschen Lloyd angrenzenden Schuppens von der Feuerwehr eingerissen wurden. Der Versuch, die Schiffe zu retten, wurde dadurch erschwert, dass die Mannschaften auf den Schiffen wegen Landgangs reduziert waren und sich zudem wegen des Wochenendes viele Besucher aus der lokalen Bevölkerung auf den Schiffen befanden. Es gelang einzig die Kaiser Wilhelm der Große mit vergleichsweise kleinen Schäden zu retten. Die Bremen und die Saale trieben im Vollbrand aus den Dockanlagen in den Hudson River, die Main brannte noch am Pier liegend aus. Außer den Schiffen des Norddeutschen Lloyd verbrannten 15 Leichter und 12 Binnenschiffe an den Dockanlagen. Auf dem Fluss treibende Schiffe und Trümmer steckten teilweise Dockanlagen am gegenüber liegenden Ufer in Manhattan in Brand. Die vor Ort bereitstehenden Feuerwehren konnten größere Schäden verhindern. Auch einige Schlepper nahmen durch die Feuer leichten Schaden. Das Hauptaugenmerk galt der Kaiser Wilhelm der Große. Sie war damals die Trägerin des Blauen Bandes und das Flaggschiff des Norddeutschen Lloyds. Sie wurde etwa eine Viertelstunde nach Brandausbruch als erstes von Schleppern aus den Dockanlagen gezogen. Die Mannschaft befand sich zum Zeitpunkt des Brandes fast vollzählig auf dem Schiff. Es gelang ihr, die Besucher noch rechtzeitig an Land in Sicherheit zu bringen und die Leinen zu lösen. An der Außenhaut des Schiffs brannte teilweise die Farbe und hölzernes Zierwerk. Die Mannschaft konnte diese Brände löschen, ohne dass größerer Schaden entstand. Ein Feuer am Bug, das durch einen brennenden Kohlenleichter verursacht wurde, sowie ein kleineres Feuer am Heck konnten von Schleppern gelöscht werden. Im Gesamten brannten etwa sechzig Meter Farbe auf der Steuerbordseite ab. Weiter wurden Decksplanken und Rettungsboote beschädigt. Durch die Hitze barsten etliche Bullaugen. Die Kaiser Wilhelm der Große wurde in die Mitte des Hudson Rivers gezogen, wo sie vorerst ankerte. Sie musste aber schnell umgesetzt werden, um nicht mit der brennend auf den Fluss treibenden Bremen zu kollidieren und wurde deshalb von Schleppern bis auf die Höhe der 46. Straße gezogen. Die Leinen der Saale wurden sofort gelöst und das Schiff trieb etwa eine Viertelstunde nach Ausbruch des Feuers brennend auf den Hudson River hinaus. Etwa fünfzig Personen sprangen über Bord, wovon einige ertranken; mindestens vierzig verbrannten in den unteren Decks, weil sie nicht durch die kleinen Bullaugen aus den Passagierkabinen entkommen konnten. Das vollständig in Flammen stehende Schiff trieb etwa eine Stunde den Hudson River hinunter, bevor es von Schleppern zu einer seichten Uferzone bei Communipaw gezogen werden konnte. Dort sank das Wrack nach kurzer Zeit in den Schlamm. Unter den Opfern war der Kapitän des Schiffs, August Johann Mirow. Die Bremen konnte noch vor der Saale vom Dock gelöst werden und driftete ebenfalls brennend auf den Hudson River hinaus. Von den ungefähr zweihundert Leuten an Bord konnten viele noch auf die Pier flüchten, bevor das Schiff abtrieb, der Rest sprang über Bord oder konnte durch die Bullaugen entkommen. Nach etwa zwanzig Minuten war niemand mehr auf dem Schiff, das vor allem auf Deck Feuer gefangen hatte, aber unter Deck keine großen Brände aufwies. Ein Bergungsschlepper brachte das Wrack an das Ufer von Manhattan an die Pier 32 auf Höhe der Desbrosses Street. Die Pier fing sofort Feuer, weshalb das Wrack wieder vom Ufer weg geschleppt und auf Höhe der Warren Street gehalten wurde, um dort die Löscharbeiten fort zu setzen. Als das Schiff gegen Abend Schlagseite nach Backbord bekam, wurde es nach Weehawken geschleppt und dort in einer seichten Uferzone auf Grund gesetzt. Die Main konnte nicht rechtzeitig gelöst werden und brannte deshalb am Pier vollständig aus. Erst nach mehr als sieben Stunden gelang es einem Schlepper, ein Seil um das Ruder des Wracks zu befestigen und dieses nach Weehawken zu schleppen, wo es neben dem Wrack der Bremen auf Grund gesetzt wurde. Erstaunlicherweise überlebten von der Schiffsbesatzung 16 Kohlentrimmer, welche das Schiff nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten und deshalb in einem leeren Kohlebunker vor dem Feuer Schutz suchten, den sie erst in Weehawken, als das Schiff auf Grund gesetzt war, wieder verließen. Verschiedene Dinge machten diese Brandkatastrophe besonders verheerend: Das trockene heiße Wetter in den Vortagen und der über 50 km/h starke Wind aus Süden ließen die Dockanlage mit den hölzernen Gebäuden besonders schnell in Flammen aufgehen. Einzig Pier 1, die 1897 speziell für die Abfertigung der Kaiser Wilhelm der Große gebaut wurde, hatte eine Metallstruktur. Zusätzliche Nahrung fand das Feuer in der großen Menge an brennbarer Fracht, welche auf den Piers lagerte. Neben Baumwolle befanden sich auch Fässer mit Öl, Terpentin und Whisky auf dem Kai. Durch die vielen Besucher auf den Schiffen – besonders auf der Kaiser Wilhelm der Große und der beinahe werftneuen Main – sowie die fehlenden Mannschaften gestaltete sich die Rettung auf den Schiffen schwierig. Die damalige Bevölkerung konnte größtenteils nicht schwimmen, so dass diejenigen, welche sich durch einen Sprung ins Wasser vor den Flammen retten konnten, meist ertranken, wenn sie nicht sofort von einem Schlepper aufgenommen wurden. Leute, die in den brennenden Schiffen unter Deck eingeschlossen waren, konnten sich nicht durch die Bullaugen befreien, wenn diese einen zu kleinen Durchmesser hatten. Sie verbrannten bei lebendigem Leibe vor den Augen der Löschmannschaften, was diese Katastrophe neben dem großen materiellen Schaden und der hohen Opferzahl besonders grausam machte. Die Brandursache konnte nicht geklärt werden. Im Auftrag des Norddeutschen Lloyds wurde die Untersuchung von Hugh Bonner, Brandmeister, und James Mitchel, Brandermittler, durchgeführt. Beide waren Feuerwehrleute in Rente, welche zuvor für die New Yorker Berufsfeuerwehr gearbeitet hatten. New Jersey hatte damals noch keine Behörde für Brandursachenermittlung. Der Bericht bestätigte nur, dass das Feuer von einem Baumwollballen ausging, die Feuerwehr unverzüglich bei Ausbruch alarmiert wurde und sofort zur Stelle war, sowie dass das Feuer nicht durch Nachlässigkeit verursacht wurde. Einige Quellen vermuten, dass das Feuer entweder durch Selbstentzündung der Baumwolle oder Brandstiftung verursacht wurde. Letzteres wird aber im offiziellen Bericht für eher unwahrscheinlich gehalten. |
2024-11-30 18:22:24 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gep%C3%A4ck | Als Gepäck bezeichnet man die Gesamtheit aller für eine Ortsveränderung mitgenommenen Gegenstände. Nicht als Gepäck gelten aktuell getragene Kleidung und Gehhilfen wie Krücken oder Gehstöcke. Gepäck befindet sich meistens in Form von Gepäckstücken in zum Transport vorgesehenen Behältern, z. B. Kisten, Koffern, Rucksäcken, Taschen und Kleidersäcken. Am typischsten ist das zu einer Reise mitgenommene Reisegepäck. Für den Transport von Gepäck gibt es im Regelfall besondere Regelungen im Rahmen der Beförderungsbedingungen des Verkehrsträgers. In der Anfangszeit des Luftverkehrs war die Mitnahme von Gepäck nur ganz beschränkt möglich. In Deutschland beförderte deshalb die Deutsche Reichsbahn ab 1924 das Gepäck von Flugreisenden, das gegen Vorlage des Flugscheins wie Reisegepäck von Bahnreisenden aufgegeben werden konnte und befördert wurde. Auf Flugreisen wird zwischen Bordgepäck und aufgegebenem Gepäck unterschieden. Bordgepäck sind Gepäckstücke, beispielsweise ein Trolley oder eine Plastiktüte, die in die Kabine mitgenommen werden. In Flugzeugen wird es in der Regel im Stauraum oberhalb der Sitze aufbewahrt. Im Bordgepäck dürfen bestimmte Gegenstände entweder gar nicht oder nur eingeschränkt mitgenommen werden, beispielsweise dürfen Flüssigkeiten nur eingeschränkt mitgenommen werden und gefährliche Gegenstände sind verboten. Reisende benutzen in Flughäfen oft einen Kofferkuli, um schweres Gepäck über längere Fußstrecken zu befördern. Das aufgegebene Gepäck ist meist das Hauptgepäck. Je nach Fluggesellschaft und Tarif ist es im Fahrpreis enthalten oder nicht. Die Menge und das Gewicht des aufgegebenen Gepäcks, das im Ticketpreis enthalten ist, nennt man Freigepäck. Viele Fahrzeuge haben einen Gepäck- oder Kofferraum. Es gibt auch zusätzliche Autogepäckträger. Gepäck ist so zu verstauen, dass es die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt . Bei der Eisenbahn wurde nach dem Umfang und der Art, wie das Gepäck transportiert wurde, unterschieden: Noch bis in die 1980er Jahre trugen an manchen Bahnhöfen Gepäckträger oder Dienstmänner das Gepäck von Reisenden gegen ein Trinkgeld auch individuell bis ins Zugabteil oder vom Ankunftsbahnsteig zur Droschke . Bei der Deutschen Bundesbahn benutzten Reisende in Bahnhöfen oft einen Kofferkuli, um schweres Gepäck über längere Fußstrecken zu befördern. Seit überwiegend Rollkoffer genutzt werden, etwa seit den 1990er Jahren, wurde dieser Service eingestellt. Die Bahn-Reise-Publikation Beiderseits vom Schienenweg beschrieb in ihrer Ausgabe Berlin–Beuthen von 1930 das Reisegepäck so: „Reisegepäck darf in die Abteile mitgenommen werden, soweit es ohne Mühe über dem Sitz des Reisenden im Gepäcknetz untergebracht werden kann . Es darf aber das Gewicht von 25 kg nicht übersteigen. Größere Gepäckstücke können am Gepäckschalter unter Vorzeigung der Fahrkarte ‚aufgegeben‘ werden. Die Gebühr ist gering und richtet sich nach dem Gewicht und der Entfernung.“ Das von den Reisenden selbst mitgeführte Gepäck wird in Zügen in den Ablagen oberhalb der Sitzbänke oder in Gepäckfächern am Waggonende verstaut. In der Seefahrt wird das frachtfreie Gepäck der Schiffsbesatzung auch Portage oder Pakotille genannt. In Hotels gehobener Kategorie wird das Gepäck der Gäste bei der Ankunft von dem Portier in Empfang genommen und von dem Pagen auf das Zimmer gebracht. Das Gepäck von Expeditions- oder Abenteuerreisenden wird in abgelegenen oder unwegsamen Gegenden dieser Erde auch heute noch oft von einheimischen Trägern von Camp zu Camp transportiert. Im elsässischen Hagenau besteht seit 2016 ein Gepäckmuseum mit über 600 Exponaten, das Musée du Bagage. |
2024-12-02 11:12:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/VDSt_Halle-Wittenberg | Der VDSt Halle-Wittenberg ist eine am 10. Februar 1881 gegründete, farbenführende und nichtschlagende Studentenverbindung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie führt die Farben schwarz-weiß-rot und ist Mitglied des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten . Der Verein deutscher Studenten Halle-Wittenberg wurde am 10. Februar 1881 in der Gaststätte zum „Goldenen Schiffchen“ gegründet. Ziel der Gründung der Verbindung war, sich von der weitestgehend unpolitischen Studentenschaft abzuheben. Zu Beginn dominierten Theologen die Aktivitas. Der Bund war neben den VDSt-Bünden aus Berlin, Leipzig, Breslau, Greifswald und Kiel an der Gründung des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten beteiligt. Mit insgesamt etwa 800 Studenten fanden sich die Mitglieder des VDSt Halle-Wittenberg am 6. August 1881 zum ersten Kyffhäuserfest zusammen, zu dessen Anlass sich die anwesenden VDSt-Bünde zum Verband der Vereine Deutscher Studenten) zusammenschlossen. Am 2. September 1888 wurde der Altherrenbund gegründet. Für den Verband der Vereine Deutscher Studenten übernahm der Bund in den Jahren 1882/83, 1883/84, 1893/94, 1905/06, 192/29 und 1934/35 den Vorort. Im Sommersemester 1896 traten etwa zwei Dutzend Mitglieder aus der Verbindung aus, um die suspendierte farbentragende und schlagende Verbindung Salingia zu reaktivieren. Trotz dieses personellen Umbruchs hatte die Verbindung im Wintersemester 1896/97 den Vorsitz im Verband der nichtfarbentragenden Studentenschaft und dem Studentenausschuss inne. Im Jahr 1897 trat der VDSt dem Altdeutschen Verband, der Kolonialgesellschaft und dem Ostmarkenverein bei. Im Sommersemester 1909 wurde ein Heimverein gegründet, welcher sich um ein Bundeshaus kümmern sollte und am 17. August 1910 den Kauf des Hauses in der Wettiner Straße beschloss. Während des Ersten Weltkrieges konnte das Verbindungsleben zwar aufrechterhalten werden, die Verbindung beklagte allerdings 62 Kriegstote. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Bundeshaus einem Lazarett zur Verfügung gestellt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges schloss sich der Bund den Regierungstruppen an und beteiligte sich an der Gründung des Hochschulrings Deutscher Art. 1931 zählte der VDSt Halle-Wittenberg 347 Alte Herren, 42 Aktive und Inaktive Studenten sowie 39 exmatrikulierte Mitglieder und auswärtige Inaktive. Im Sommer 1937 ging die Altherrenbund des VDSt Halle-Wittenberg im Zuge der Gleichschaltung der Studentenverbindungen in der Altherrenschaft der neuen Kameradschaft General Maercker auf, die nun an die Stelle der ehemaligen Aktivitas trat. In dieser wurden von Anfang an korporative Bräuche und Formen des VDSt Halle-Wittenberg weitergelebt. Der Altherrenbund der ATV Gothia Halle schloss sich der Altherrenschaft der Kameradschaft an. Während sich in den westdeutschen Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg bereits Anfang der 50er Jahre Verbindungen wiedergründen konnten, war dies unter sowjetischer Besatzungsmacht nicht möglich. Im Jahr 1956 zählte die Verbindung noch 81 Alte Herren. Nach Verhandlungen mit verschiedenen Bünden schloss sich der Altherrenbund im Jahr 1957 dem VDSt Münster an. Beide Altherrenbünde fusionierten am 30. Juni 1962 zum VDSt Münster Halle-Wittenberg. Am 7. Dezember 1990 kam es in Halle mit einem Kommers mit fast allen noch lebenden Alten Herren zur Wiedergründung des VDSt Halle-Wittenberg. Die 110. Verbandstagung in Münster nahm den VDSt Halle-Wittenberg mit damals 5 aktiven Studenten wieder in den Verband der Vereine Deutscher Studenten auf. Im Oktober 1991 wurde ein neues Haus in den Weingärten 30 gekauft, welches bis heute als Bundeshaus der Verbindung dient. Das Bundeshaus vor dem Zweiten Weltkrieg in der Karl-Liebknecht-Straße konnte nicht wieder in Besitz genommen werden. 2009 konnte das Grundstück bis hin zur Saale erweitert werden und die Verbindung nennt einen Teil der ältesten Badeanstalt an der Saale ihr Eigen. Noch bevor das frisch renovierte Bootshaus eingeweiht werden konnte, trat die Saale im Sommersemester 2013 8,10 m über die Ufer, überflutete das Saalegründstück und richtete starke Schäden an. In den vergangenen Jahren konnte die Verbindung unter anderem die ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalts Wolfgang Böhmer und Christoph Bergner als Redner begrüßen. Zum Thema „Bildungsstandort Deutschland“ war im Sommersemester 2014 der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby zu Gast. Europaabgeordneter Sven Schulze referierte im Sommersemester 2015 zum Thema „Quo vadis EU?“. Im Wintersemester 2016/17 hielt der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt einen Vortrag zum Thema „Staat und Religion“. |
2024-12-02 02:47:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/De-Gerlache-Seamounts | f Die De-Gerlache-Seamounts sind Tiefseeberge im Südlichen Ozean etwa 450 km nördlich der Bellingshausensee. Sie befinden sich etwa 400 km nördlich der Peter-I.-Insel, mit der sie durch die Bellingshausen-Schwereanomalie verbunden sind, die von der Küste Westantarktikas nordwärts bis 62° südlicher Breite verläuft. Die beiden höchsten Berge der De-Gerlache-Seamounts sind der Belgica- und der Lecointe-Guyot, deren flache Gipfelplateaus von 600 bzw. 200 km² Fläche zwischen 350 und 600 m unter dem Meeresspiegel liegen. Sie sind die südlichsten bekannten Guyots. Gesteinsproben, die am Belgica-Guyot gesammelt wurden, haben ein Alter von 20 bis 23 Millionen Jahren. Die De-Gerlache-Seamounts wurden 1970 auf der 42. Fahrt des Vermessungsschiffs USNS Eltanin entdeckt. 1995 wurden sie von der Besatzung des deutschen Forschungsschiffs Polarstern systematisch untersucht. Namensgeber ist seit 1988 Adrien de Gerlache de Gomery, der Leiter der Belgica-Expedition in die Antarktis. |
2024-12-03 19:02:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_B._Strauss | Joseph Baermann Strauss war ein US-amerikanischer Brückenbau-Ingenieur deutscher Herkunft. Strauss wurde in eine Künstlerfamilie geboren. Seine Mutter war Pianistin, sein Vater Raphael Strauss Schriftsteller und Maler.:12–13 1892 schloss er ein Studium zum Bauingenieur an der Universität von Cincinnati ab. Nach seinem Abschluss arbeitete Strauss zunächst einige Jahre für zwei Stahlbauunternehmen, bevor er von Ralph Modjeski in dessen Büro in Chicago aufgenommen wurde, wo er Klappbrücken entwickelte. 1902 eröffnete er in Chicago seine eigene Firma, die Strauss Bascule and Concrete Bridge Company, welche den Klappmechanismus für zahlreiche Brücken lieferte. Wie der Name des Unternehmens vermuten lässt, zeichneten sich Strauss’ Entwürfe unter anderem durch die Verwendung von Beton aus – dies war im Brückenbau bis dahin ungewöhnlich. Später wurde das Unternehmen in Strauss Bascule Bridge Company umbenannt.:13 Strauss patentierte darüber hinaus zahlreiche Bauformen von Klappbrücken – darunter eine im Englischen bis heute als Strauss-heel trunnion bascule bridge bezeichnete Variante. Hierbei handelt es sich um eine Fachwerkbrücke, bei der das Gegengewicht nicht an der Klappe selbst angebracht, sondern mittels einer zweiten Fachwerkskonstruktion oberhalb der Verkehrsebene positioniert ist. Wird die Brücke geöffnet, so bewegen sich die Klappe und das Gegengewicht um unterschiedliche Rotationsachsen, wodurch ein verhältnismäßig platz- und materialeffizienter Aufbau möglich ist und größere Spannweiten erreichbar sind, als bei herkömmlichen Klappbrücken.:13 Ein Beispiel für diese Bauweise ist die St. Charles Air Line Bridge, eine Eisenbahnbrücke über den Südarm des Chicago Rivers. Auf eine Anfrage der Stadtverwaltung von San Francisco lieferte Strauss 1921 erste Pläne für eine Brücke über das Golden Gate. Anschließend wandte er viel Zeit und Energie auf, das Brückenprojekt durchzusetzen. 1929 wurde er zum Chefingenieur der Golden Gate Bridge ernannt und leitete deren Bau vom Beginn im Jahr 1933 bis zur Fertigstellung im April 1937. Weitere von Strauss entworfene Brücken sind die Skansenbrua in Trondheim sowie die Burnside Bridge und die Lewis and Clark Bridge . Strauss schrieb mehrere Gedichte, darunter eines über die Stadt Chicago :13–14 und ein weiteres über die Sequoias Nordkaliforniens. Im Jahr 1921 veröffentlichte er einen Gedichtband mit dem Titel By-Products of Idle Hours.:13 Strauss starb am 16. Mai 1938 an einem Herzinfarkt. |
2024-12-01 22:17:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Stars_Dance_Tour | Konzerte insgesamt Die Tour Stars Dance ist die erste Konzert-Tournee von US-Sängerin Selena Gomez. Dabei promotet sie ihr erstes Studio-Album Stars Dance. Die Tournee startete am 14. August 2013 in Vancouver, Kanada, und endete am 27. November 2013 in Inglewood . Als Opening Act in Amerika treten Emblem3 und Christina Grimmie auf. Die Tournee „Stars Dance“ startete im August 2013 in Vancouver und wurde gefolgt von Konzerten in Lethbridge und Edmonton. Der Europa-Leg der Tournee startete am 30. August 2013 in Kopenhagen, Dänemark, und endete mit einem Konzert in Moskau, Russland, am 25. September 2013. Der letzte Leg der Tournee startete am 10. Oktober 2013 in Fairfax, Virginia, und endete am 27. November 2013 in Inglewood. Offiziell bestätigte Songliste für die Tournee: Zugaben |
2024-12-03 17:30:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/Torna_H%C3%A4llestad | Torna Hällestad ist ein Ort in der südschwedischen Provinz Skåne län und der historischen Provinz Schonen. Der Ort in der Gemeinde Lund liegt etwa 15 Kilometer östlich der Stadt Lund und etwa fünf Kilometer östlich von Dalby in der Nähe des Krankesjön. In der Mauer der Kirche sind die Runensteine in der Hällestads kyrka eingearbeitet, die Toke Gormsson einen ansonsten vage überlieferten Wikinger hohen Standes erwähnen. Tätorter: Dalby | Genarp | Lund | Revingeby | Södra Sandby | Stångby | Torna Hällestad | Vallkärra | Veberöd Småorter: Assartorp och Hässleberga | Björnstorp | Björnstorp | Flyinge kungsgård | Flyingeby | Håstad | Humlamaden och Hemmestorps boke | Igelösa | Lilla Håstad | Östra Odarslöv | Silvåkra | Skatteberga | Södergård | Stångby kyrkby | Sularp | Trällekilla | Vallkärra gård | Västra Hoby | Vomb |
2024-12-03 20:51:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Forrester_%E2%80%93_Gefunden! | Forrester – Gefunden! ist ein US-amerikanisch-britisches Filmdrama aus dem Jahr 2000 über einen afroamerikanischen 16-Jährigen, der in einem zurückgezogen lebenden und verbitterten Weltklasseautor einen Mentor seiner außergewöhnlichen literarischen Fähigkeiten findet. Der begabte Schüler Jamal Wallace lebt in der Bronx und besucht eine öffentliche Schule, bis nach einem staatlichen Test eine Privatschule auf ihn aufmerksam wird. In dieser Zeit lernt er den zurückgezogen lebenden William Forrester kennen. Dieser hat Jahrzehnte zuvor einen der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts geschrieben, seitdem jedoch kein weiteres Buch veröffentlicht. Wallace und Forrester freunden sich an. Der Schriftsteller hilft dem Schüler, sein literarisches Talent zu entwickeln. Jamal schreibt übungshalber Texte, indem er den Titel und ersten Absatz von Texten Forresters übernimmt. Jamal reicht einen solchen Text bei einem Schreibwettbewerb der Schule ein. Es stellt sich aber heraus, dass Forresters Originaltext bereits vor Jahrzehnten veröffentlicht worden war. Wallace wird von dem missgünstigen Professor Crawford des Plagiats bezichtigt. Einzig die Erlaubnis des Originalautors könnte ihn vor einer Suspendierung retten, aber dafür müsste er sein Versprechen brechen, niemandem von seiner geheimen Freundschaft mit Forrester zu erzählen. Jamal hält sein Versprechen. Obwohl Forrester seine Wohnung seit Jahren nicht mehr verlassen hat, erscheint er, auch für Jamal überraschend, in der Schule, um die Angelegenheit selbst aufzuklären. Forrester liest einen Text vor, als wäre er von ihm, woraufhin Prof. Crawford an Forresters Brillanz gar nicht zweifelt und nach dem Grund seines Besuchs fragt. Forrester erklärt daraufhin, dass Jamal sein Freund sei und er ihm die Erlaubnis erteilt habe, seinen Text zu verwenden. Weiterhin erklärt er, dass die vorgetragenen Worte von Wallace selbst stammen, und reicht anschließend, gegen den Protest von Crawford, diesen Text beim Wettbewerb ein. Crawford versucht letztmals die Situation für sich zu entscheiden, wird jedoch von der Schulleitung in die Schranken gewiesen. Wallace wird von jeglicher Schuld freigesprochen und sein Aufsatz angenommen. Forrester fährt, von Wallace zu neuen Abenteuern ermutigt, in seine alte Heimat Schottland. Ein Jahr später erhält Wallace die Nachricht von Forresters Krebstod. In einem persönlichen Brief bedankt dieser sich bei Wallace dafür, dass er durch ihn zurück ins Leben gefunden habe. Außerdem liegt dem Schreiben das Manuskript seines zweiten Romans bei, mit der Bitte, das Vorwort zu schreiben. Dem literaturbegeisterten Connery war dieser Film sehr wichtig. Er war als Co-Produzent auch auf der Berlinale 2001 zugegen. Die Figur des William Forrester ist an den amerikanischen Schriftsteller J. D. Salinger angelehnt. In diesem Film trifft Sean Connery auf seinen alten Filmwidersacher F. Murray Abraham aus der Umberto-Eco-Verfilmung Der Name der Rose. Jamals Bruder, der angehende Musiker Terrell Wallace, wird von US-Hip-Hop-Star Busta Rhymes dargestellt. Matt Damon hat gegen Ende des Films einen Kurzauftritt als Rechtsanwalt. Sean Connery wurde im Jahr 2001 für den Golden Satellite Award nominiert. Rob Brown gewann den Young Artist Award und den Las Vegas Film Critics Society Award; für den Black Reel Award wurde er nominiert. Ein vergleichbarer Film mit ähnlicher Handlung, in der ein zurückgezogen lebender Einsiedler einem Jugendlichen schulische Nachhilfe gewährt, ist das Sozialdrama Der Mann ohne Gesicht mit Mel Gibson und Nick Stahl von 1993. Mala Noche | Drugstore Cowboy | My Private Idaho | Even Cowgirls Get the Blues | To Die For | Good Will Hunting | Psycho | Forrester – Gefunden! | Gerry | Elephant | Last Days | Paris, je t’aime | Paranoid Park | Milk | Restless | Promised Land | The Sea of Trees | Don’t Worry, weglaufen geht nicht |
2024-12-02 04:16:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ureterstenose | Eine Ureterstenose ist eine Engstelle des Harnleiters, auch Harnleiterstenose genannt. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff „Ureterstenose“ eine angeborene Ureterenge, im Gegensatz zur Striktur als erworbene Einengung des Ureters. Die Definition der Ureterstenose ist uneinheitlich. Einmal wird zwischen den natürlichen Engstellen und den krankhaften Einengungen unterschieden. Außerdem wird mitunter das Hinzukommen einer Aufstauung oberhalb der Stenose gefordert: „Eine Ureterstenose ist die Einengung des Harnleiters mit konsekutiver Aufstauung des darüber liegenden Abschnitts des ableitenden Harnsystems, also des oberen Harnleiters und des Nierenbeckenkelchsystems.“ Das Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete kennt zwei Bedeutungen einer Ureterenge: Je nach Lokalisation der pathologischen Stenose können unterschieden werden: Ursachen der primären angeborenen Ureterstenose Ursachen der sekundär entstandenen oder erworbenen Ureterstenosen Bei einzelnen Syndromen kann eine Ureterstenose als Kriterium oder klinische Erscheinung mit auftreten, beispielsweise beim McKusick-Kaufman-Syndrom. Abzugrenzen sind Abflussbehinderungen durch Ureterklappen . |
2024-12-04 00:43:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Tochter_des_Optimisten | Die Tochter des Optimisten ist ein Roman von Eudora Welty, für den die Autorin 1973 mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet wurde. Der pensionierte Richter Clinton McKelva ist in seiner kleinen Heimatstadt Mount Salus, Mississippi, einer der angesehensten Bürger. Seine erste Ehefrau Becky stammte aus West Virginia und starb schon vor vielen Jahren; seine zweite Frau Fay ist etwa im selben Alter wie seine Tochter Laurel. Laurel ist verwitwet: Ihr Ehemann Phil war Marineoffizier und starb ein Jahr nach der Hochzeit im Zweiten Weltkrieg. Sie lebt in Chicago, wo sie die Kunsthochschule besuchte und nun als Textildesignerin arbeitet. Als Clinton sich von seinem Arzt und altem Freund Nate Courtland wegen eines Augenleidens untersuchen lässt, diagnostiziert dieser eine Netzhautablösung. Clinton besteht darauf, dass Nate ihn selbst operiert. Daraufhin liegt Clinton mehrere Wochen in New Orleans im Krankenhaus, wartet auf die Heilung des Auges und darf sich dabei nie bewegen, sondern kann nur die Decke anstarren. Laurel kommt aus Chicago angereist, um sich gemeinsam mit Fay um ihren Vater zu kümmern. Fay verhält sich egozentrisch und abweisend, den Arzt beschuldigt sie, ihren Mann falsch behandelt und unnötig operiert zu haben. Deswegen kommt es zwischen den beiden Frauen immer wieder zu Konflikten. Eines Tages kommt Laurel ins Krankenhaus, um Fay am Krankenbett abzulösen, und hört vom Flur aus, wie Fay ihren Mann anschreit, bedroht und von einer Krankenschwester gewaltsam aus dem Zimmer entfernt werden muss. Kurz darauf verstirbt Clinton, obwohl sein Auge sich auf dem Weg der Besserung befand. Im Zug reisen Fay und Laurel mit Clintons Leichnam zurück nach Mount Salus. Bei der Ankunft ist Clintons Haus angefüllt mit Freunden, Nachbarn und Verwandten, darunter auch die sechs Brautjungfern von Laurels Hochzeit, die bis heute ihre besten Freundinnen sind. Fay macht jedoch deutlich, dass sie niemanden sehen möchte und dass die Beerdigung erst am nächsten Morgen stattfindet. Am nächsten Morgen wird Clintons Sarg im Salon des Hauses aufgebahrt, und die halbe Stadt kommt, um von ihm Abschied zu nehmen. Die Leute erzählen sich Geschichten über Clinton, bei denen er immer in einem sehr positiven Licht erscheint. Laurel hält dies für Heuchelei und glaubt, auch ihr Vater selbst hätte sich mehr Ehrlichkeit gewünscht. Sie traut sich jedoch nicht, den Geschichten zu widersprechen. Unerwartet erscheinen auch einige von Fays Verwandten aus Texas bei der Trauerfeier. Zuvor hatte Fay immer behauptet, sie habe keine Familie mehr. Fay selbst lässt auf sich warten, erscheint erst spät im Salon, wirft sich mit einer theatralischen Trauergeste über den offenen Sarg und bricht zusammen. Die Trauergesellschaft macht sich auf dem Weg zur Kirche und nach dem Gottesdienst zum Friedhof. Fay bestand darauf, dass Clinton nicht neben seiner ersten Frau beerdigt wird, sondern im neuen Teil des Friedhofs, der jedoch direkt neben einer neu gebauten Autobahn liegt. Zurück im Haus beschließt Fay spontan, für ein paar Tage mit ihren Verwandten nach Texas zurückzukehren. Sie merkt, dass sie bei den Bewohnern von Mount Salus nicht gern gesehen ist. Laurel möchte noch zwei Tage in ihrem Elternhaus verbringen und dann nach Chicago zurückkehren. Sie hofft, Fay bis dahin nicht noch einmal zu begegnen. Am nächsten Tag, einem Samstag, arbeitet Laurel im Garten, während vier ältere Damen, Freundinnen und Nachbarinnen Clintons, im Garten sitzen und sich über die Beerdigung unterhalten. Sie drücken deutlich ihre Ablehnung gegenüber Fay und ihrer Verwandtschaft aus. Vergeblich versuchen sie Laurel davon zu überzeugen, ihre Arbeit in Chicago aufzugeben und nach Mount Salus zurückzukehren. Laurel geht ins Arbeitszimmer ihres Vaters und vertieft sich in alten Büchern und Akten, die viele Erinnerungen wieder aufleben lassen – etwa daran, wie ihre Eltern sich abends immer gegenseitig vorlasen. Clintons Schreibtisch ist leer, offenbar hat Fay bereits alles, was darin war, an sich gebracht oder vernichtet. Am Sonntag trifft sich Laurel mit ihren Brautjungfern und abends mit Major Bullock und Miss Tennyson Bullock, einem mit ihrem Vater befreundeten Paar. Auch hier schwelgt sie in Erinnerungen an ihre eigene Vergangenheit und die ihrer Eltern. Bei ihrer Rückkehr fliegt ein Schornsteinsegler ins Haus und Laurel versucht verzweifelt, ihn wieder herauszubekommen. Letztendlich flüchtet sie sich ins frühere Schlafzimmer ihrer Eltern und das angrenzende Nähzimmer, wo auch der alte Schreibsekretär ihrer Mutter steht. Sie liest alte Briefe ihres Vaters an ihre Mutter sowie Briefe ihrer Großeltern mütterlicherseits. Nun tauchen weitere Ereignisse ihrer Familiengeschichte in ihrer Erinnerung auf, die sie nur aus Erzählungen kennt: Wie ihre Mutter Becky als junges Mädchen versuchte, ihren Vater wegen eines Blinddarmdurchbruchs ins Krankenhaus zu bringen, und mit dem toten Vater zurückkehren musste. Becky hat ihre Heimat in West Virginia immer vermisst und kehrte jedes Jahr für einen Monat dorthin zurück, auch Laurel begleitete sie als Kind. Später ließ Beckys Sehkraft immer mehr nach, sie verfiel in Depressionen und machte ihrem Mann Clinton immer mehr Vorwürfe, ein Feigling zu sein und ihr nicht zu helfen. Laurel schlief über den Briefen ein und erwacht am Montagmorgen, dem Tag ihrer Abreise. Sie träumte von ihrem verstorbenen Mann Phil und von ihrer gemeinsamen Reise von Chicago zu ihrer Hochzeit in Mount Salus. Mit Hilfe einer Hausangestellten, der Schwarzen Köchin Missouri, gelingt es ihr, den Vogel aus dem Haus zu bringen. Dann verbrennt sie die Briefe aus dem Sekretär ihrer Mutter, damit nichts von den Erinnerungen an ihre Eltern in Fays Hände fällt. Sie geht noch einmal in die Küche und findet dort ein Brett, das ihre Mutter immer zum Kneten von Brotteig verwendet hat. Phil hat es einst gemacht, und Becky hat es immer in einem guten Zustand erhalten. Nun ist es dreckig, von Ratten angenagt und durch Kratzer und ausgedrückte Zigaretten verunstaltet. In diesem Moment kommt Fay aus Texas zurück, und Laurel konfrontiert sie damit, dass man an dem Brett sehe, wie gleichgültig ihr das Andenken Beckys ist. Außerdem beschuldigt sie Fay, an Clintons Tod mitschuldig zu sein. Laurel verlangt, das Brett mitnehmen zu dürfen. Fay reagiert völlig hart und empathielos und Laurel ist kurz davor, sie mit dem Brett zu schlagen, lässt dann aber das Brett wieder sinken. Draußen warten schon die Brautjungfern, um Laurel zum Flughafen zu begleiten. Sie steigt zu ihnen ins Auto und verlässt die Stadt. Die Handlung wird aus der Perspektive Laurels wiedergegeben. Ihre Gedanken, Gefühle und Erinnerungen sind ein bedeutender Teil des Romans und nehmen teilweise mehr Raum ein als die äußere Handlung. Zentrale Themen sind Trauer, Erinnerung und die Komplexität von Familienbeziehungen. Einzelne Motive werden allegorisch bzw. symbolisch aufgeladen, etwa die Befreiung des Vogels. Der Roman erschien zunächst im März 1969 in der Zeitschrift The New Yorker. Die überarbeitete und erweiterte Buchausgabe erschien 1972 im Verlag Random House. In den folgenden drei Jahren erschienen Übersetzungen in chinesischer, deutscher, französischer, japanischer und russischer Sprache. Die deutsche Übersetzung stammt von Kai Molvig und erschien 1973 im Rowohlt Verlag. Helen McNeil geht in ihrem Vorwort für eine Ausgabe von 1984 unter anderem auf die autobiografischen Bezüge zu Weltys familiärer Vergangenheit ein. Zudem stellt sie dar, dass die rein negative Darstellung von Fay eine Ausnahme in Weltys Werk darstellt, denn: “Her critical reputation has been based on the extraordinary empathy she is able to give to characters that other Southern writers have been able to approach only through the grotesque. The temptation of the realist is irony: looking from above upon the pullulating human spectacle. Welty resists this. Although she is a resolutely secular writer, lacking the sense of immanence that infuses Flannery O'Connor's writing, Welty achieves a kind of filtering of love into everyday life. The Optimist's daughter is a display of her method.” „Ihr kritischer Ruf beruht auf der außergewöhnlichen Empathie, die sie Charakteren zu geben vermag, denen sich andere Südstaaten-Autoren nur über das Groteske nähern konnten. Die Versuchung des Realisten ist die Ironie: der Blick von oben auf das wuchernde menschliche Spektakel. Welty widersteht ihr. Obwohl sie eine entschieden säkulare Schriftstellerin ist, der der Sinn für Immanenz fehlt, der Flannery O'Connors Schreiben durchdringt, erreicht Welty eine Art Filterung der Liebe in das Alltagsleben. Die Tochter des Optimisten ist ein Beispiel für ihre Methode.“ |
2024-12-02 06:06:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothy_Garrod | Dorothy Annie Elizabeth Garrod war eine der bedeutendsten Prähistorikerinnen Großbritanniens. Sie erforschte die Altsteinzeit , die Kulturstufe der jüngeren Altsteinzeit in Europa und der Mittelsteinzeit in Palästina. Sie gilt als zweite Frau, nach Johanna Mestorf, die das Leben der frühen Menschen erforschte. Sie war die erste Frau, die eine Professur an der Universität Cambridge erhielt. Dorothy Garrod wurde am 5. Mai 1892 als eines von vier Kindern einer Arztfamilie geboren. Ihr Vater Archibald Garrod, der am St Bartholomew’s Hospital arbeitete, gilt als einer der Entdecker der biochemischen Vererbungslehre. Ihre Brüder Alfred-Noel und Thomas fielen im Ersten Weltkrieg, ihr jüngerer Bruder Basil starb 1919 an der Spanischen Grippe. Nach dem Besuch einer Privatschule, der Birklands School in St Albans, studierte Garrod von 1913 bis 1916 am Newnham College in Cambridge Geschichte. Im Ersten Weltkrieg lebte ihre Familie auf Malta, während sie selbst zwischen 1917 und 1919 in Frankreich in der Catholic Women’s League verletzte Soldaten pflegte. 1919 folgte sie ihrer Familie nach Malta. Hier besuchte sie die Tempelausgrabungen des Archäologen Themistocles Żammit, wodurch sie einen Eindruck von der Prähistorie des Mittelmeerraums bekam. 1921 begann sie an der University of Oxford Anthropologie zu studieren, unter anderem bei Robert Ranulph Marett, der in Frankreich La Cotte von St Brelade erforscht hatte und seine Begeisterung für die Religionen der frühen Menschen auf Garrod übertrug. Er brachte sie mit den französischen Prähistorikern Henri Èdouard Breuil und Henri Graf Bégouën in Kontakt. Von 1922 bis 1924 arbeitete Dorothy Garrod unter Henri Breuil am Institut de Paléontologie Humaine in Paris und forschte u. a. in La Quina. In dieser Zeit freundete sie sich mit Pierre Teilhard de Chardin an, der damals asiatische Skelette untersuchte. Auf Anregung von Henri Breuil untersuchte Garrod 1925 bis 1927 das Felsdach Devil’s Tower . Hier konnte sie 1926 50.000 Jahre alte Reste eines jugendlichen Neandertalers bergen. Ebenfalls während dieses Aufenthalts in Frankreich kam sie in Kontakt mit dem US-Archeologen und Anthropologen George Grant MacCurdy von der Yale University, der sie ermunterte, eine Übersichtsarbeit über Funde aus dem Paläolithikum in Großbritannien zu verfassen. Der Text erschien 1926 als Buch unter dem Titel The Upper Paleolithic in Britain, von der University of Oxford wurde ihr aufgrund dieses Buches der Bachelor-Grad zugesprochen. Während Garrod in Gibraltar tätig war, wurden in der Nähe von Jerusalem hominine Fossilien entdeckt. Dies veranlasste George Grant MacCurdy, eine anglo-amerikanische archäologische Expedition nach Palästina zu organisieren, geleitet von 1928 bis 1934 von Dorothy Garrod. In diesen Jahren hat sie die Shuqba-Höhle im Wadi an-Natuf untersucht und Zeugnisse der später von ihr als „Natufien“ bezeichneten Kulturstufe entdeckt. Das Natufien, das zwischen dem 10. und 8. Jahrtausend v. Chr. in Palästina existierte, stellt den Übergang zwischen später Altsteinzeit und früher Jungsteinzeit dar. Nach einer Expedition in Kurdistan war Garrod Leiterin von Ausgrabungen im Karmelgebirge. Auch hier gelangen ihrem Team Aufsehen erregende Funde. An der Westseite des Karmel entdeckte man in der Tabun-Höhle unter anderem das Begräbnis einer Neandertalerin, und in der Skhul-Höhle fand ihr damaliger wissenschaftlicher Assistent, Theodore D. McCown, zehn rund 100.000 Jahre alte Skelette von fünf Männern, zwei Frauen und drei Kindern. Teil des Teams war auch die Archäozoologin Dorothea Bate, die verschiedene nicht-menschliche Fossilien entdeckte und beschrieb. Der 1938 von Garrod eingeführte Fachausdruck Gravettien bezeichnet eine Kulturstufe der Altsteinzeit vor rund 35.000 bis 24.000 Jahren, abgeleitet von Halbhöhle La Gravette bei Bayac im französischen Département Dordogne. Das Gravettien war in Spanien, Frankreich, Italien, Belgien, Deutschland, Österreich, in Tschechien und in Russland verbreitet. Für ihre Veröffentlichung von The Stone Age of Mount Carmel verlieh ihr die Universität Oxford den Titel Doctor of Science . Von 1939 bis 1952 war sie Professorin für Archäologie in Cambridge und somit die erste Professorin dort. Von 1949 bis zu ihrem Ausscheiden 1952 leitete Garrod in Cambridge das Department for Archaeology and Anthropology. Im Zweiten Weltkrieg stagnierte die wissenschaftliche Arbeit in Cambridge. Von 1942 bis 1945 arbeitete Garrod für den Photographic Intelligence Service, wodurch sie wertvolle Erfahrungen für die Auswertung von Luftbildern gewann, die sie zum Erkennen archäologischer Fundstellen nutzte. Aufbauend auf diesen Erfahrungen förderte sie später die Luftbildarchäologie. Nach ihrem Ausscheiden als Professorin forschte sie weiterhin, so beispielsweise von 1958 bis 1962 bei Ausgrabungen im Libanon. Sie besaß seit 1952 ein kleines Haus in Villebois-Lavalette , genannt „Chamtoine“, wobei sie den Winter jeweils in Paris verbrachte. Ab 1965 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Nach einem Schlaganfall am 30. Juni 1968 zog sie nach Cambridge, wo sie am 18. Dezember 1968 im Alter von 76 Jahren starb. |
2024-12-02 08:46:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Josiah_Hasbrouck | Josiah Hasbrouck war ein US-amerikanischer Politiker. Er vertrat zwischen 1803 und 1805 sowie zwischen 1817 und 1819 den Bundesstaat New York im US-Repräsentantenhaus. Josiah Hasbrouck wuchs während der britischen Kolonialzeit auf, studierte und schloss sein Vorstudium ab. Er ging gängigen Kaufgeschäften nach. Während des Unabhängigkeitskrieges diente er 1780 als Second Lieutenant im dritten Regiment der Ulster County Miliz. Nach dem Krieg war er zwischen 1784 und 1786, 1793, 1794 sowie zwischen 1799 und 1805 Town Supervisor von New Paltz. Er saß 1796, 1797, 1802 und 1806 in der New York State Assembly. Als Gegner einer zu starken Zentralregierung schloss er sich in jener Zeit der von Thomas Jefferson gegründeten Demokratisch-Republikanischen Partei an. Am 28. April 1803 wurde er in einer Nachwahl im siebten Wahlbezirk von New York in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, um dort die Vakanz zu füllen, die durch den Tod von David Thomas entstand. Er schied nach dem 3. März 1805 aus dem Kongress aus. Danach war er in der Landwirtschaft tätig. Während dieser Zeit ließ er 1814 Locust Lawn auf seiner 1.000 Acre großen Farm erbauen, welches in Federal Style gestaltet war. Es steht seit 1974 auf der Liste des National Register of Historic Places. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1816 wurde er im siebten Wahlbezirk von New York in das US-Repräsentantenhaus wiedergewählt, wo er am 4. März 1817 die Nachfolge von Samuel R. Betts antrat. Er schied nach dem 3. März 1819 aus dem Kongress aus. Als Kongressabgeordneter hatte er den Vorsitz über das Committee on Expenditures im Außenministerium . Er verstarb am 19. März 1821 bei Plattekill und wurde dann auf dem Familienfriedhof beigesetzt, später allerdings auf den New Paltz Rural Cemetery in New Paltz umgebettet. 7. Distrikt: J. E. Van Alen | J. Thompson | D. Thomas | J. Hasbrouck | Schuneman | Gardenier | K. Van Rensselaer | Bleecker | A. J. Hasbrouck | Betts | J. Hasbrouck | J. H. De Witt | Ruggles | Jenkins | A. B. Hasbrouck | Belden | C. G. De Witt | Brodhead | Bodle | Sickles | Brodhead | Palen | J. Van Buren | Anderson | Nelson | Stephens | Walker | Child | E. Ward | Briggs | E. Ward | Chanler | Calkin | S. Ely | Creamer | S. Ely | Field | Eickhoff | Einstein | Dugro | Dorsheimer | J. J. Adams | Bryce | Dunphy | Bartlett | Vehslage | Muller | Lessler | Fitzgerald | J. J. Delaney | Maher | Hogan | Quayle | J. J. Delaney | Heller | J. J. Delaney | Addabbo | Rosenthal | Ackerman | Manton | Crowley | Velázquez • 8. Distrikt: Glen | K. Van Rensselaer | H. W. Livingston | J. I. Van Alen | J. Thompson | Pond | Sherwood | J. Adams | Root | Kirtland | Clark | McCarty | Strong | King | J. Adams* | Efner* | Pratt* | J Ely* | Houck* | Van der Poel* | McClellan* | Van der Poel* | McClellan* | Davis | Woodworth | Warren | Halloway | Dean | Cutting | Wakeman | Clark | Delaplaine | Brooks | Dodge | Brooks | Lawson | E. Ward | McCook | J. J. Adams | Cox | T. J. Campbell | McCarthy | T. J. Campbell | Dunphy | Walsh | Mitchell | Riordan | Creamer | Sullivan | Riordan | Griffin | Cleary | Bond | Cleary | Carley | Tonry | O’Toole | Pfeifer | Anfuso | Heller | Anfuso | Rosenthal | Scheuer | Nadler | Jeffries • 9. Distrikt: Gordon | Williams | Platt | Walker | K. Van Rensselaer | Sammons | Lovett | Westerlo | S. Van Rensselaer | S. Van Rensselaer III | Hogeboom | McManur | Dickinson | Pierson | Hunt | Vai | Hunt | Clinton | Niven | St. John | McKissock | Murray | Peck | Clarke | Haskin | Haight | Herrick | Darling | F. Wood | Mellish | Schell | F. Wood | Hardy | Pulitzer | Cox | Cummings | T. J. Campbell | Miner | Bradley | Goldfogle | O’Brien | Swift | O’Connell | Petersen | O’Connell | Rudd | Keogh | J. J. Delaney | Ferraro | Manton | Schumer | Weiner | Turner | Clarke * Der Wahlbezirk wurde während dieser Zeit von mehreren Kongressabgeordneten vertreten. |
2024-12-02 11:26:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Erich-Weinert-Siedlung | Beatrice-Zweig-Straße ist eine Straße der Erich-Weinert-Siedlung im Berliner Ortsteil Niederschönhausen des Bezirks Pankow. Die 210 Meter lange Straße verbindet die Heinrich-Mann-Straße mit der Homeyerstraße und verläuft in Südwest-Nordost-Richtung. Die Straße entstand bis 1950 auf einem ehemaligen Sandplatz in der Nähe der Schönholzer Heide auf Anordnung der DDR-Regierung als eine von mehreren „Intelligenzsiedlungen“. Mit den dort errichteten 23 relativ einfachen Wohnhäusern zumeist einheitlichen Bautyps, die von Hanns Hopp entworfen worden waren, sollten bis dahin vor allem im Westen Deutschlands bzw. Berlins lebende Künstler für ein Leben in der DDR gewonnen werden. Zudem war die Straße nur etwa 500 Meter vom Majakowskiring, dem damaligen Wohngebiet der DDR-Führung, entfernt. In Ost-Berlin wurden zwei weitere ähnliche Siedlungen gleichen Bautyps in Niederschönhausen in der Waldstraße und in Grünau an der Dahme angelegt. Auch außerhalb Berlins, in Kleinmachnow, konnten weitere Künstler, Akademiker und Vertreter der geistigen Elite der jungen DDR Mieter werden. Als erste Bewohner zogen 1951 die Familien der Schriftsteller Erich Weinert, Willi Bredel und des Grafikers und Publizisten Herbert Sandberg in die nach dem Bebauungsplan Straße 201 genannte Erschließungsstraße. Später folgten der Maler Max Lingner, der Dichter Kurt Barthel , der Schriftsteller Kurt Stern mit seiner Ehefrau Jeanne Stern, der Jurist Walther Neye, der Historiker Eduard Winter und die Bildhauerin Ruthild Hahne, die hier von 1953 bis 1965 an einem Modell für ein von der DDR-Führung in Auftrag gegebenes monumentales Denkmal für Ernst Thälmann arbeitete, das aber nie realisiert wurde. Teile des Denkmal-Modells im Maßstab 1:10 und 1:2 sind mit anderen Arbeiten im Atelier-Museum zu besichtigen. Nach dem Tod Erich Weinerts im Jahr 1953 bekam das durch die Neubauten an der Straße 201 sowie der Heinrich-Mann-, Hermann-Hesse- und der Homeyerstraße gebildete Viertel die amtliche Bezeichnung Erich-Weinert-Siedlung. An der Ecke Heinrich-Mann-/Hermann-Hesse-Straße wurde in den 1960er Jahren eine Gedenkmauer für Erich Weinert errichtet. Hier bzw. in unmittelbarer Nähe wohnten darüber hinaus der Sänger Ernst Busch, der Komponist Hanns Eisler, der Bildhauer Theo Balden und der Schriftsteller Arnold Zweig mit seiner Frau, der Malerin Beatrice Zweig. Der Berliner Senat stellte in den späten 1990er Jahren die ganze Siedlung unter Denkmalschutz . Das Bezirksamt Pankow, zuständig für den Ortsteil Niederschönhausen, fasste in am 13. Mai 2014 auf Initiative des Frauenbeirats Berlin-Pankow den Beschluss, die Straße 201 nach Beatrice Zweig zu benennen. Das Benennungsvorhaben hatte das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum und Bezirkliche Geschichtsarbeit, befürwortet. Nach Abschluss und Umsetzung der Ausführungsvorschriften zu § 5 des Berliner Straßengesetzes erfolgte am 15. Oktober 2014 die feierliche Namensgebung. Das Atelier der Bildhauerin Ruthild Hahne im Haus Nr. 1 kann nach Voranmeldung besichtigt werden. 52.57416666666713.392222222222Koordinaten: 52° 34′ 27″ N, 13° 23′ 32″ O |
2024-12-01 19:36:50 | https://de.wikipedia.org/wiki/George_S._Houston | George Smith Houston war ein US-amerikanischer Politiker , der den Bundesstaat Alabama in beiden Kammern des US-Kongresses vertrat. Zudem war er dessen 24. Gouverneur. Um 1811 zog Houstons Familie ins Lauderdale County, Alabama, wo er die Lauderdale County Academy besuchte. Er studierte mit dem späteren Richter George Colater Jura in Florence und schloss dann sein Studium an der Boyle’s Law School in Harrodsburg in Kentucky ab. Seine Zulassung als Anwalt bekam er 1831. Houston begann 1832 seine politische Karriere mit der Wahl ins Abgeordnetenhaus von Alabama. Danach wählte man ihn zum Solicitor, ein Amt, das er bis 1841 innehatte. Anschließend wurde er ins US-Repräsentantenhaus gewählt, wo er von 1841 bis 1849 sowie von 1851 bis 1861 tätig war. Wegen der Sezession Alabamas trat er 1861 zurück. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg wurde er 1866 in den US-Senat gewählt, jedoch wurde Alabama die Vertretung verweigert. Ferner war er 1866 ein Delegierter der National Union Convention. Am 3. November 1874 wurde Houston zum 24. Gouverneur von Alabama gewählt und am 24. November 1874 vereidigt. Anschließend wurde er 1876 wiedergewählt und war die volle Amtszeit bis 1878 im Amt. Während seiner Amtszeit wurde 1875 die neue Verfassung von Alabama ratifiziert, das öffentliche Schulsystem wurde reorganisiert und Alabamas Gesundheitsbehörde wurde gegründet. Bei Ende seiner Amtszeit leitete er eine Steuerermäßigung ein und brachte die Staatsausgaben unter Kontrolle. Houston wurde im August 1878 in den US-Senat gewählt, wo er bis zu seinem Tod am 31. Dezember 1879 diente. Er wurde auf dem Friedhof von Athens beigesetzt. Er war zwei Mal verheiratet, und zwar mit Mary I. Beatty sowie mit Ellen Irvine. Das Ergebnis dieser Verbindungen waren zehn Kinder. Nach ihm ist Houston County in Alabama benannt. Delegierte aus dem Alabama-Territorium : Crowell Abgeordnete aus dem Bundesstaat Alabama : 1. Distrikt: Crowell | G. Moore | Clay | Chapman | Dellet | Dargan | Gayle | Alston | Bragg | Phillips | Walker | Stallworth | Kellogg | Buck | Turner | Bromberg | Haralson | J. Jones | Herndon | J. Jones | Clarke | Taylor | Gray | J. McDuffie | Boykin | Huddleston, Jr. | Edwards | Callahan | Bonner | Byrne | Carl • 2. Distrikt: McKee | Baylor | Mardis | McKinley | J.L. Martin | Hubbard | Houston | Belser | H. Hilliard | J. Abercrombie | Shorter | Pugh | Buckley | Rapier | J. Williams | Herbert | Stallings | A. Wiley | O. Wiley | Dent | Tyson | Hill | Grant | Dickinson | Everett | Bright | Roby | B. Moore • 3. Distrikt: Owen | D. Lewis | Mardis | Lawler | Crabb | D. Lewis | Yancey | Cottrell | S.W. Harris | Dowdell | Clopton | Norris | R.S. Heflin | Handley | Pelham | Bradford | J. Williams | Samford | Oates | Harrison | Clayton | Mulkey | Steagall | G.W. Andrews | E. Andrews | Nichols | Browder | Riley | Rogers • 4. Distrikt: D. Lewis | Payne | Inge | W. Smith | S. Moore | Pierce | Hays | Shelley | G. Craig | Davidson | Turpin | J.V. McDuffie | Turpin | Robbins | W. Aldrich | Plowman | W. Aldrich | Robbins | W. Aldrich | Bowie | W. Craig | Blackmon | Jeffers | Hobbs | Roberts | G. Andrews | Nichols | Bevill | Aderholt • 5. Distrikt: Murphy | Lyon | Dellet | Shields | Houston | Hubbard | Houston | Callis | Dox | Caldwell | Ligon | T. Williams | Sadler | J. Cobb | Goodwyn | Brewer | Thompson | J.T. Heflin | Bowling | Patterson | Allgood | Starnes | Rains | Selden | Flowers | R. Jones | Flippo | Cramer | Griffith | Brooks | Strong • 6. Distrikt: Chapman | W. Cobb | Haughey | Sherrod | Sloss | Hewitt | B. Lewis | Clements | Hewitt | J.M. Martin | J.H. Bankhead | Hobson | Oliver | Jarman | deGraffenried | Selden | Rains | Buchanan | A. Smith | Erdreich | Bachus | Palmer • 7. Distrikt: McConnell | Bowdon | White | Dowdell | S.W. Harris | Curry | Sheats | Forney | Denson | Howard | Burnett | Rainey | Allgood | W.B. Bankhead | Weatherford | W.W. Bankhead | Manasco | Elliott | J.D. Martin | Bevill | Flowers | Shelby | C. Harris | E. Hilliard | Davis | Sewell • 8. Distrikt: White | B. Lewis | Garth | Lowe | Wheeler | Lowe | Wheeler | Pryor | Wheeler | Richardson | C.C. Harris | Almon | Carmichael | Sparkman | R. Jones • 9. Distrikt: Turpin | Underwood | T. Aldrich | Underwood | Huddleston | Patrick | Newsome | Patrick | Battle | Huddleston, Jr. • 10. Distrikt: J.W. Abercrombie | W.B. Bankhead Alabama-Territorium: W. Bibb Bundesstaat Alabama: W. Bibb | T. Bibb | Pickens | Murphy | G. Moore | S. Moore | Gayle | Clay | McVay | Bagby | Fitzpatrick | Martin | Chapman | Collier | Winston | A. Moore | Shorter | Watts | Parsons | Patton | Swayne | Smith | Lindsay | Lewis | Houston | Cobb | E. A. O'Neal | Seay | Jones | Oates | Johnston | Jelks | Samford | Jelks | Cunningham | Jelks | Comer | E. O’Neal | Henderson | Kilby | Brandon | McDowell | Brandon | Graves | Miller | Graves | Dixon | Sparks | Folsom Sr. | Persons | Folsom Sr. | Patterson | G. Wallace | L. Wallace | Brewer | G. Wallace | Beasley | G. Wallace | James | G. Wallace | Hunt | Folsom Jr. | James | Siegelman | Riley | Bentley | Ivey Klasse 2: King | Lewis | Fitzpatrick | Clemens | Clay Jr. | Warner | Goldthwaite | Morgan | Bankhead Sr. | Comer | J. Heflin | Bankhead Jr. | Swift | Sparkman | H. Heflin | Sessions | Strange | Jones | Tuberville Klasse 3: Walker | Kelly | Chambers | Pickens | McKinley | Moore | McKinley | Clay | Bagby | King | Fitzpatrick | Spencer | Houston | Pryor | Pugh | Pettus | Johnston | White | Underwood | Black | Graves | Hill | J. Allen | M. Allen | Stewart | Denton | Shelby | Britt |
2024-11-24 13:13:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Format | Format steht in verschiedenen Zusammensetzungen für: Werktitel: FORMAT bezeichnet Siehe auch: |
2024-12-03 20:39:44 | https://de.wikipedia.org/wiki/Autobahnkreuz_L%C3%BCbeck | Das Autobahnkreuz Lübeck ist ein Autobahnkreuz bei Lübeck in Schleswig-Holstein. Es verbindet die Bundesautobahn 1 mit der Bundesautobahn 20 . Die am stärksten befahrenen Verbindungsfahrbahnen im Kreuz sind die Verbindungen von Hamburg nach Rostock und umgekehrt. Das Autobahnkreuz liegt auf dem Gemeindegebiet von Hamberge im Kreis Stormarn, an der Grenze zur kreisfreien Hansestadt Lübeck. Umliegende Ortschaften sind die Gemeinde Badendorf sowie die Lübecker Stadtteile Buntekuh, Moisling und St. Lorenz. Es befindet sich etwa 5 km südwestlich der Lübecker Altstadt, etwa 50 km nordöstlich von Hamburg und etwa 100 km westlich von Rostock. Rund einen Kilometer südlich verläuft die Trave, welche von der A 20 in Richtung Rostock überquert wird. Das Autobahnkreuz Lübeck trägt auf der A 1 die Anschlussstellennummer 24, auf der A 20 die Nummer 1. Die Nummerierung der Anschlussstellen der A 20 wird möglicherweise angepasst werden, wenn die westliche Verlängerung bis nach Niedersachsen komplett erfolgt ist. Eröffnet wurde das Kreuzungsbauwerk am 18. Dezember 2001 in der Bauform des sogenannten halben Kleeblatts, da die Fahrbahnen der A 20 nach Nordwesten noch nicht errichtet waren. Die Freigabe dieses Teilstückes erfolgte am 28. Juli 2009, seitdem ist das Autobahnkreuz vollständig in Betrieb. Die A 1 existiert in diesem Bereich bereits seit 1937 und ist damit das älteste Autobahnteilstück in Schleswig-Holstein. Die A 1 ist sechsstreifig ausgebaut, die A 20 vierstreifig. Die direkten Verbindungsrampen sind zweispurig, die indirekten Rampen einspurig ausgeführt. Das Autobahnkreuz wurde als angepasstes Kleeblatt ausgeführt. Das Hauptbrückenbauwerk führt die A 1 über die A 20. Im südlichen Ohr befindet sich ein Rückhaltebecken. Im Nord- und Südwesten des Kreuzes werden niederrangige Straßen über die Autobahnen geführt. Das Kreuz wird im Durchschnitt von täglich rund 100.000 Fahrzeugen befahren. Seit Juni 2019 ist auf der A 1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck der eHighway Schleswig-Holstein in Betrieb. Ziel dieses Feldversuchs ist es, elektrisch angetriebene Oberleitungs-LKW unter realen Bedingungen zu testen. Das Autobahnkreuz Lübeck stellt auch einen Knotenpunkt von Europastraßen dar. Es endet von Schweden bzw. Fehmarn kommend die Europastraße 47 an der Europastraße 22, welche von Hamburg nach Rostock abzweigt. Ein früherer Arbeitstitel des Bauprojekts war „Kreuz Hamberge“. AD Bad Schwartau | AK Lübeck | AK Bargteheide | AK Hamburg-Ost | AD Hamburg-Südost | AD Norderelbe | Maschener Kreuz | Horster Dreieck | Buchholzer Dreieck | Bremer Kreuz | AD Stuhr | AD Ahlhorner Heide | AK Lotte/Osnabrück | AK Münster-Süd | Kamener Kreuz | AK Dortmund/Unna | Westhofener Kreuz | AK Wuppertal-Nord | AK Leverkusen | AK Leverkusen-West | AK Köln-Nord | AK Köln-West | AD Erfttal | AK Bliesheim | AD Vulkaneifel | AK Wittlich | AD Moseltal | AD Nonnweiler | AK Saarbrücken AK Lübeck | AK Wismar | AK Rostock | AD Kreuz Uckermark |
2024-12-02 08:04:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A9odore_Edmond_Dupuis | Théodore Edmond Dupuis war ein französischer Seeoffizier und Konteradmiral , der unter anderem zwischen 1894 und 1896 Oberkommandierender der Marinedivision Fernost war. Théodore Edmond Dupuis, Sohn von Jean Edmond Dupuis und Rose Nicole Vaquerie, begann nach dem Schulbesuch als Angehöriger der Promotion 1851 als Élève-officier seine Ausbildung zum Seeoffizier an der Marineschule , die er am 1. August 1853 auf dem Schulschiff Borda abschloss. Er nahm am Krimkrieg teil und wurde am 7. März 1855 als Aspirant de première classe zur Marinebasis Brest verlegt. Er wurde am 7. März 1857 zum Leutnant zur See befördert und war Teilnehmer am Zweiten Opiumkrieg sowie am Sardinischen Krieg . Am 16. August 1862 erhielt er seine Beförderung zum Kapitänleutnant und wurde für seine militärischen Verdienste am 13. August 1863 mit dem Ritterkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Nach verschiedenen weiteren Verwendungen nahm er am Deutsch-Französischen Krieg teil und wurde nach dessen Beendigung am 4. Juni 1871 zum Fregattenkapitän befördert. Am 1. Januar 1872 wurde er wiederum zur Marinebasis Brest verlegt und übernahm am 1. Januar 1876 den Posten als stellvertretender Kommandant der École navale sowie als Erster Offizier des dazugehörigen Schulschiffs Borda. Am 21. Dezember 1878 wurde Dupuis Kommandant des mit drei Kanonen ausgestatteten Kanonenbootes Crocodile sowie zugleich Kommandant des Marinestützpunktes Granville. Dort wurde ihm am 3. Februar 1880 das Offizierskreuz der Ehrenlegion verliehen. Am 7. Januar 1881 wurde er zum Militärhafen Toulon versetzt und empfing am 5. November 1883 seine Beförderung zum Kapitän zur See . Am 25. Dezember 1884 wurde er Kommandant des Panzerschiffs Dévastation, behielt dieses Kommando allerdings nur bis zum 31. Januar 1885. Am 1. Januar 1886 wurde er Kommandant des zur Marinedivision Fernost gehörenden Panzerschiffs Turenne, das zugleich Flaggschiff des Oberkommandierenden der Marinedivision Fernost, Konteradmiral Henri Rieunier, war. Im Anschluss fungierte er zwischen 1888 und 1890 auf der Marinebasis Brest als Kommandant der École des mousses, eine Marineausbildungsschule auf der Marinebasis Brest. Am 18. Februar 1891 wurde er ebenfalls zum Konteradmiral befördert und wurde am 1. Januar 1891 auf dem Schlachtschiff Formidable Chef des Stabes von Vizeadmiral Henri Rieunier, der nunmehr Oberbefehlshaber des Geschwaders Westliches Mittelmeer und Levante war. Für seine Verdienste wurde ihm am 12. Juli 1893 die Würde eines Kommandeurs der Ehrenlegion verliehen. Zuletzt wurde er am 1. Januar 1894 Oberkommandierender der Marinedivision Fernost mit dem Panzerschiff Bayard als Flaggschiff. Am 1. Januar 1896 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus und wurde in die Reserve versetzt. Dupuis, der auch Mitglied der Société académique de Brest war, war mit Marie Caroline Alleaume verheiratet. |
2024-11-22 17:34:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanisch | Die Mechanik ist in den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften die Lehre von der Bewegung und Verformung von Körpern sowie den dabei wirkenden Kräften. In der Physik wird unter Mechanik meist die klassische Mechanik verstanden. Im Teilgebiet der theoretischen Physik wird der Begriff oft abkürzend für die theoretische Mechanik verwendet. In den Ingenieurwissenschaften versteht man darunter meist die Technische Mechanik, die Methoden und Grundlagen der klassischen Mechanik zur Berechnung von Maschinen oder Bauwerken nutzt. Sowohl die Relativitätstheorie als auch die Quantenmechanik enthalten die klassische Mechanik als Spezialfall. Die Klassische Mechanik wurde im 17. Jahrhundert im Wesentlichen durch die Arbeiten von Isaac Newton begründet und war damit die erste Naturwissenschaft im modernen Sinn . Die Mechanik kann grob in verschiedene Teilgebiete untergliedert werden: Die Kinematik befasst sich mit der Bewegung von Körpern und beschreibt vor allem die Bahnkurve, Geschwindigkeit und Beschleunigung von Körpern, ohne dabei Masse oder Kräfte zu berücksichtigen. Die Dynamik erweitert die Beschreibung der Bewegungen durch die Masse und die wirkenden Kräfte. Die Dynamik wird häufig unterteilt in die Statik und die Kinetik . In der Technischen Mechanik teilt man sie dagegen auch ein in Kinematik und Kinetik und fasst sie als Teilgebiet auf, das neben der Statik steht. Zudem lassen sich spezielle Teilgebiete der Mechanik nach vielen verschiedenen Kriterien einteilen. Die oben schon beschriebene Einteilung nach der Berücksichtigung von Kräften ergibt: Eine Einteilung nach Aggregatzustand sieht wie folgt aus: Die Einteilung nach Anwendungsgebiet führt zu: Eine Einteilung nach der Art der Idealisierung führt auf: Die Mechanik wird einerseits als Teil des Physikstudiums, andererseits als Teil einer Ingenieursausbildung gelehrt, beispielsweise im Studium des Maschinenbaus oder des Bauingenieurwesens. Daneben gibt es noch vereinzelt spezielle Studiengänge der Mechanik, zum Teil unter der Bezeichnung Angewandte Mechanik: Verbindungen zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen ergeben sich zwischen der klassischen Mechanik und einigen naturwissenschaftlichen Disziplinen sowie zwischen der Technischen Mechanik und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. In der Biologie ist die Biomechanik eine spezielle Anwendung der Mechanik und in der Chemie die Reaktionskinetik, die sich mit kinetischen Energien von Reaktionspartnern und chemischen Reaktionen befasst. Im Theoriengebäude der Physik ergeben sich vielfältige Verbindungen: Die Hamilton-Mechanik ist eine sehr allgemeine Formulierung der Klassischen Mechanik die als Spezialfälle sowohl die newtonsche Mechanik als auch die Quantenmechanik enthält. Systeme die aus sehr vielen Körpern bestehen, können theoretisch beschrieben werden durch die Bewegungen der einzelnen Körper. Praktisch ist die Lösung der zahlreichen Gleichungen die dazu benötigt werden ab einer gewissen Anzahl an Körpern nicht mehr möglich; die Statistische Mechanik befasst sich dann mit Aussagen zu solchen Vielteilchensystemen. Ab einer Größenordnung von etwa 1023 Teilchen, stimmen die Voraussagen der statistischen Mechanik sehr gut mit jenen der Thermodynamik überein. Die Relativitätstheorie enthält für kleine Geschwindigkeiten die klassische Mechanik als Spezialfall. Die Technische Mechanik stellt grundsätzlich allgemeine Berechnungsverfahren zur Verfügung, ohne dabei auf spezielle Konstruktionswerkstoffe einzugehen und behandelt auch nicht spezielle Bauteile. Erkenntnisse der eigenständigen, ingenieurwissenschaftlichen Disziplin der Werkstofftechnik werden in der Festigkeitslehre integriert, die ein Gebiet der Technischen Mechanik ist. Im Maschinenbau weist das Fachgebiet der Maschinenelemente eine große Nähe zur Mechanik auf. Für die jeweiligen Maschinenelemente gibt es spezielle Gleichungen zur Berechnung der nötigen Maße. Die Fahrdynamik ist sowohl Teil der Dynamik als auch der Fahrzeugtechnik. Die Mechatronik stellt ein interdisziplinäres Gebiet dar, das aus Anteilen von Mechanik/Maschinenbau und Elektrotechnik besteht. Spezialgebiete der Technischen Mechanik im Maschinenbau sind die Maschinendynamik und die Rotordynamik. Bei Gasturbinen weist die Strömungsmechanik eine so enge Verbindung zur Thermodynamik auf, dass teilweise von einer Aero-Thermodynamik die Rede ist. Im Bauingenieurwesen weist eine besondere Nähe zur Baustatik der Konstruktive Ingenieurbau auf. Dieser berücksichtigt die Besonderheiten spezieller Baustoffe und gliedert sich unter anderem in Holzbau und Stahlbau sowie Beton- und Stahlbetonbau, während die Baustatik Berechnungsverfahren schafft und bereitstellt, die von der Bauweise unabhängig sind und deshalb eine technikwissenschaftliche Grundlagendisziplin ist. Weitere Gebiete sind die Bodenmechanik, die Felsmechanik und die Hydromechanik. |
2024-12-01 12:42:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlschrift_des_Aryabhata | Der Aryabhata-Code, auch Zahlsystem des Aryabhata, ist eine Darstellung von Zahlen durch Silben, die der indische Astronom und Mathematiker Aryabhata definierte, um seine mathematischen Formeln in Sanskrit-Versen zu schreiben. Der Code verwendet die 33 Konsonanten und 9 Vokale des indischen Alphabets und kann die ganzen Zahlen von 1 bis 1018 darstellen. Da einigen Zahlen mehrere Silbenfolgen zugeordnet werden können, ist der Code nicht eineindeutig. Man weiß nur sehr wenig über die Entstehungsgeschichte des Codes. Wohl noch aus der Zeit der alexandrinischen Feldzüge um 330 v. Chr., aber auch durch die engen Beziehungen Indiens zum Persischen Reich der Sassaniden-Dynastie 226–641 n. Chr., erhielten indische Gelehrte Kenntnisse der griechischen und damit der babylonischen Astronomie, sowie von deren sexagesimalen Stellenwertsystem. Die ersten Stellenwertdarstellungen sind indischen Astronomen bereits um 500 bekannt. Die Zahlen sind aber noch nicht in Ziffern, sondern in Wortzahlen oder Sinnbildern abgefasst und in Verse gehalten. Interessanterweise existierten zwar bereits seit etwa 250 v. Chr. die Brahmi-Ziffern, also Schriftzeichen, die ausschließlich zur Darstellung von Zahlen verwendet wurden und die die Vorläufer unserer heutigen Zahlsymbole werden sollten, offenbar wurden sie jedoch bis ins 7. Jahrhundert nur im Alltag, nicht aber für religiöse oder wissenschaftliche Schriften in Sanskrit verwendet. Aryabhata bediente sich um 510 im ersten Kapitel Gitikapada seines Buchs Aryabhatiya eines eigenen Zahlsystems zur Basis 100, indem er die Zahlen durch Silben bezeichnete. Die Vokale a , i , u {\displaystyle a,i,u} und so weiter geben die Potenzen von 100 an, die von Aryabhata so genannten Varga-Konsonanten von k a {\displaystyle ka} bis m a {\displaystyle ma} haben die Werte 1 bis 25 (beispielsweise c a = 6 , g a = 3 , ṇa = 5 , c h a = 7 {\displaystyle ca=6,ga=3,{\mbox{ṇa}}=5,cha=7} ), und die übrigen 8 Avarga-Konsonanten von y a {\displaystyle ya} bis h a {\displaystyle ha} haben die Werte 30, 40, …, 100. Die Silben mit a {\displaystyle a} geben also die Einer und Zehner an, die Silben mit i {\displaystyle i} die Hunderter und Tausender und so fort, also beispielsweise und Aryabhatas Zahlensystem ist also kein Positionssystem, eine Zahl wird als Summe ihrer Hunderterpotenzen geschrieben. Zudem ist das System nicht eindeutig, beispielsweise ist h a = k i = 100 {\displaystyle ha=ki=100} oder n ˙ m a = y a = 30 {\displaystyle {\dot {n}}ma=ya=30} . Diese Mehrdeutigkeiten waren Aryabhata aber durchaus bewusst, letztere erwähnt er sogar ausdrücklich, vermutlich wollte er so mehr Freiheitsgrade zur Zahldarstellung im metrischen Versmaß ermöglichen. Eine Null ist in diesem System bemerkenswerterweise gar nicht nötig, fehlende Summenglieder werden einfach weggelassen. Dennoch verwendet Aryabhata in der Erklärung seines Systems das Wort k h a {\displaystyle kha} für "Leere", "Stelle" oder "Null", was oft als Hinweis dafür genommen wird, dass er das Dezimalsystem mit der Null bereits kannte. Allerdings verwendete erst ein Jahrhundert nach Aryabhata dessen Schüler Bhaskara I. in seinem Kommentar zur Aryabhatiya aus dem Jahr 629 erstmals unser heutiges Dezimalsystem mit den ersten neun Brahmi-Ziffern und der Null. Aryabhatas Code blieb ohne weitere mathematische Anwendungen und ist damit mathematikhistorisch eher eine Randerscheinung, allerdings war sein Einfluss auf unser heutiges Zahlsystem vermutlich wesentlich. Über die Gründe Aryabhatas zur Entwicklung seines Zahlsystems kann nur spekuliert werden. Die durch die Buchstaben gebildeten Zahlen sind zunächst nicht leicht verständlich und mussten auch von den alten Indern in die gewöhnlichen Zahlwörter übertragen werden. Auch zum effizienten Rechnen eignet sich das System kaum, zudem sind einige der Lautkombinationen ausgesprochene Zungenbrecher. In der Literatur werden folgende Vorteile des Codes genannt: Ägyptisch | Arabisch | Armenisch | Babylonisch | Brahmi | Chinesisch | Etruskisch | Glagolitisch | Griechisch | Hebräisch | Indisch | Japanisch | Khmer | Koptisch | Koreanisch | Kyrillisch | Maya | Römisch | Sanskrit | Thai |
2024-12-04 07:33:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/RhB_Xrot_e | Als Xrot e wird bei der Rhätischen Bahn die elektrisch betriebene Schneeschleuder bezeichnet. Die Dampfschneeschleudern waren sehr kosten- und personalintensiv, dazu kam, dass nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Kohle knapper wurde. Die Berninabahn versuchte den Einsatz der Dampfschneeschleudern zu minimieren und entschied sich 1940, in der eigenen Werkstätte in Poschiavo eine elektrische Schneeschleuder in Eigenkonstruktion zu bauen. Als Basis diente der ausrangierte Küchenwagen Xü 31. An einem Ende wurden 2 gegenläufige Schleuderräder mit je einem Durchmesser von 1 480 mm und einer Drehzahl von 322 min−1 montiert. Betrieben werden die beiden Schleuderräder von einem Gleichstrommotor in Nebenschlussbetrieb, welcher mit der vollen Fahrleitungsspannung von 1 kV versorgt wurde. Die Räummasse von 3,1 m Breite und 1,6 m Höhe reichen aus, um bei kleineren Schneemengen die Schneeräumung zu bewerkstelligen. Auch nach der Übernahme der Berninabahn durch die Rhätische Bahn war das Fahrzeug noch bis 1967 im Einsatz. Danach diente sie als Ersatz und wurde schliesslich 1983 abgebrochen. Dampfloks: G 3/4 · G 2x2/2 · G 2/2+2/3 · G 2/3+2/2 · G 4/5 Elektroloks: Ge 2/2 · Ge 3/3 · Ge 2/4 · Gea 2/4 · Ge 4/4 I · Ge 4/4 II · Ge 4/4 III · Ge 4/6 · Ge 6/6 I · Ge 6/6 II · Geaf 2/2 · Ge 4/4 181 · Ge 4/4 182 Zweikraftloks: Gem 2/4 · Gem 4/4 Dieselloks: Gm 3/3 · Gm 4/4 · Gmf 4/4 · Gmf 4/4 II Triebwagen: ABe 4/4 · ABe 4/4 · ABe 4/4 I · ABe 4/4 II · ABe 4/4 III · ABe 8/12 · ABe 4/16 · ABe 4/16 · ABDe 4/4 · Be 4/4 · De 2/2 · De 4/4 Traktoren: Te 2/2 · Tm 2/2 · Tmf 2/2 Schneeschleudern: Xrot d 9211 und 9212 · Xrot d 9213 und 9214 · Xrot e · Xrot et · Xrot m · Xrot mt Steuerwagen: ABt/ABDt · At · BDt · Bt · Niederflursteuerwagen Personenwagen: Mitteleinstiegswagen · Einheitswagen I · FFA-Umbauwagen · Einheitswagen II · Einheitswagen III · Einheitswagen IV · Panoramawagen · Schwerer Stahlwagen · Aussichtswagen · Albula-Gliederzug |
2024-11-29 10:25:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Outsider_(Film) | Die Outsider ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1983. Die Handlung beruht auf dem gleichnamigen Roman Die Outsider von Susan E. Hinton aus dem Jahr 1967. Zum Start des Films waren viele der Darsteller des Films noch unbekannte Jungschauspieler, einige gehörten später jedoch zum Brat Pack des Hollywoods der 1980er-Jahre. 1990 folgte noch eine kurzlebige Fernsehserie. Tulsa, Oklahoma. Mitte der 1960er-Jahre: Der vierzehnjährige Ponyboy Curtis lebt mit seinen älteren Brüdern Darrel und Sodapop in einem heruntergekommenen Haus am Stadtrand. Seit dem Tod der Eltern lastet die Verantwortung auf dem ältesten Bruder Darrel, der die Familie zusammenhalten will und daher sehr streng mit Ponyboy umgeht. Die Brüder sind Mitglieder in der Jugendgang „The Greasers“, die durch eine Vorliebe für Rock, Lederklamotten und längere Haare auffallen und aus sozial schwachen Familien kommen. Sie geraten häufiger in Streitereien mit anderen Gangs, dazu gehören insbesondere die aus wohlhabenderen Verhältnissen kommenden „The Socs“ . Dallas „Dally“ Winston, ein eben erst aus dem Gefängnis entlassener Greaser, spricht in einem Autokino zwei Mädchen an: Cherry und Marcia, die ihn abweisen. Ponyboy Curtis und Johnny Cade, die zu den jüngsten Greasern gehören, unterhalten sich dagegen mit den beiden Mädchen, die die beiden Jungen sympathisch finden. Cherry und Marcia treffen dann ihre Dauerfreunde, die Socs, die sie mit einem Ford Mustang, das typische Fortbewegungsmittel der Straßengang, heimbringen und wütend über deren Bekanntschaft mit den Greasern sind. Nachts werden Ponyboy und Johnny in einem Park von einer Gruppe betrunkener Socs provoziert. Im Wasser eines Brunnens wird Pony von den Kontrahenten fast ertränkt, weshalb Johnny sein Messer zückt und damit Bob Sheldon ersticht, den Anführer der „Socs“. Auf Anraten von Dallas entschließen sich Ponyboy und Johnny, in eine verfallene Kirche nahe Windrixville zu fliehen und sich dort versteckt zu halten. In der Ruhe der Abgeschiedenheit auf dem Land fernab der Großstadt lesen sie gemeinsam den Roman Vom Winde verweht von der Schriftstellerin Margaret Mitchell und unterhalten sich intensiv über das, was für sie das Leben auszeichnet und was sie sich von diesem erhoffen. Dabei quälen Johnny schwere Schuldgefühle in Bezug auf die Tatsache, einen Menschen umgebracht zu haben. In diesem Zusammenhang plagt ihn die Frage, wie er mit diesem Gewissen weiterleben soll. Als sie von einem kurzen Abstecher zurückkehren, sehen Dallas, Johnny und Ponyboy ein Feuer in der Kirchenruine brennen, in der sie zuvor Zigaretten geraucht haben. Sie retten die dort auf einem Schulausflug befindlichen Kinder. Johnny wird unglücklicherweise von einem herabfallenden Holzbalken getroffen und erst in letzter Sekunde von Dallas Winston gerettet. Johnny wird schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, Ponyboy und Dallas kommen mit Rauchvergiftungen und leichten Verbrennungen davon. Zwischen den Gangs kommt es unterdessen in der Dunkelheit und bei strömendem Regen zu einer Schlägerei, die die „Greasers“ gewinnen. Dallas und Ponyboy erzählen sofort Johnny im Krankenhaus von diesem Sieg, der aber nichts mehr von solchen Kämpfen wissen will. Kurz vor seinem Tod gibt der körperlich geschwächte Johnny flüsternd seinem Freund Ponyboy ein wohlmeinendes Motto für dessen weiteres Leben mit auf den Weg, in Anlehnung an das Gedicht Nothing Gold Can Stay des Schriftstellers Robert Frost, das die beiden Jugendlichen auf der Flucht zu interpretieren versuchten: „Bleib golden!“ . Dallas ist verzweifelt, da Johnny der einzige Mensch war, den er wirklich ins Herz geschlossen hatte. Er dreht schließlich durch, bedroht den Besitzer eines Zeitschriftenladens mit einer nicht geladenen Pistole, flieht und will Ponyboy und seine Brüder im Park treffen, wird dort aber von der Polizei gestellt. Der suizidale Dallas legt mit seiner ungeladenen Pistole auf Polizisten an, da Johnny das Einzige war, das ihm etwas bedeutete. Ponyboy wird wegen des Todes von Bob Sheldon vor Gericht gestellt, aber – auch dank der fairen Aussagen der Socs – als unschuldig freigesprochen und darf bei seinen Brüdern bleiben. Zwischen den verfeindeten Gruppen ist etwas Ruhe eingekehrt, die Kluft bleibt allerdings bestehen. Beim Blättern durch Johnnys Ausgabe von Vom Winde verweht fällt Ponyboy ein Brief von diesem auf, in dem er die Rettung der Kinder für die richtige Entscheidung erklärt, da diese sowieso mehr Chancen in ihrem Leben als er hätten. Nachdenklich schreibt Ponyboy einen Schulaufsatz über seine Erlebnisse. 1967 erschien das Buch Die Outsider der damals erst neunzehnjährigen Autorin Susan E. Hinton, die darin auch autobiografische Elemente verarbeitete. Hintons Buch ist bis heute – insbesondere in den USA – ein Longseller und häufiger Bestandteil des Schulunterrichts. Francis Ford Coppola wurde auf das Buch durch einen Brief von Jo Ellen Misakian, einer Bibliothekarin einer Schule im kalifornischen Fresno, im Jahr 1980 aufmerksam. Da The Outsiders oft das einzige Buch war, an dem insbesondere Jungen auf der Schule Interesse hatten, schrieb sie im Namen der Siebt- und Achtklässler ihrer Schule den Wunsch nach einer Verfilmung des Buches an Coppola. Sie schrieb an diesen Regisseur, da er mit Der schwarze Hengst gerade die erfolgreiche Verfilmung eines Jugendbuches produziert hatte. Coppola las daraufhin The Outsiders und war der Meinung, dass die Handlung das Potenzial zu einem guten Film hätte. Die Dreharbeiten fanden zwischen März und Mai 1982 in Tulsa, dem Handlungsort von Hintons Roman, statt. Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise zehn Millionen US-Dollar. Obgleich ein guter Teil der Besetzung später sehr bekannt werden sollte, galt bei der Veröffentlichung des Filmes nur Matt Dillon als wirklich bekannter Name. Während der Dreharbeiten spielten einige der jungen Schauspieler anderen Beteiligten am Film viele Streiche. Coppola selbst bezeichnete den Film, der einen deutlich kommerzielleren Charakter als einige seiner vorherigen Filme hatte, als „ein Vom Winde verweht für vierzehnjährige Mädchen“. Das Buch Vom Winde verweht nimmt eine wichtige Stellung im Film ein, zudem referenzieren einige Szenen den Filmklassiker . Bereits während der Dreharbeiten arbeitete Coppola mit S. E. Hinton am Drehbuch zu Rumble Fish, ebenfalls basierend auf einem Buch Hintons. Nur wenige Wochen nach Drehschluss von The Outsiders wurde Rumble Fish begonnen, teilweise mit denselben Mitgliedern aus Filmcrew und Besetzung. Der expressionistisch und Noir-artig inszenierte Rumble Fish wird daher häufig als „Schattenzwilling“ mit The Outsiders verglichen. Der Verleiher des Films, Warner Brothers, ließ den Film gegen Coppolas Wunsch auf etwa 90 Minuten kürzen, weil man der Meinung war, dass er sonst für die relativ junge Zielgruppe zu lang werden würde. Im Jahr 2005 wurde eine neu geschnittene Version mit dem Untertitel The Complete Novel veröffentlicht, die gemeinsam von Francis Ford Coppola und Kim Aubry produziert wurde. Ein wesentlicher Grund für die Herausgabe der neuen Version bestand für Coppola darin, den Film an die Buchvorlage von Susan E. Hinton anzupassen und die Geschichte somit zu vervollständigen, außerdem die Charaktere genauer zu erfassen. Die neue Version ist mit 113 Minuten 22 Minuten länger als die Kinoversion von 1983. Die größte Ergänzung ist die im Kinofilm fehlende Eingangsszene, bei der Ponyboy aus einem Kino kommt und von einer Gruppe Socs verfolgt und überfallen wird, zusammen mit den darauf folgenden Szenen vor dem Haus der Curtis-Brüder. Auch am Soundtrack wurden Veränderungen vorgenommen: Er umfasst nun auch Stücke von Elvis Presley, die Coppola in der alten Version nicht unterbringen konnte. Die neue Version ist im November 2011 in Deutschland erschienen . Eingefügte beziehungsweise verlängerte Szenen sind in englischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln belassen. Am 12. August 2012 zeigte der deutsch-französische Kulturkanal Arte erstmals die komplett neu synchronisierte Langfassung im Fernsehen. Die alte, kürzere Version ist in Spanien unter dem Titel Rebeldes auf DVD erschienen und umfasst neben der spanischen auch die englische Tonspur. Die deutsche Synchronisation entstand im Jahr 1983 in West-Berlin, nach einem Dialogbuch von Rainer Brandt unter der Dialogregie von Ronald Nitschke. Für die neu geschnittene Version des Filmes gab der deutsch-französische Kulturkanal Arte im Jahr 2012 eine neue Synchro in Auftrag. Die Synchronisation entstand diesmal bei der Cinephon Filmproduktions GmbH unter der Dialogregie von Martin Schmitz in Berlin. Das Lexikon des internationalen Films befindet: „Unverkennbar an den James-Dean-Mythos anknüpfend, beschwört der Film die Erinnerung an Vergangenes, wobei Coppola ebenso routiniert wie virtuos lyrische Szenen entwirft, die gelegentlich bewußt die Nähe zu nostalgischem Kitsch suchen. Dabei entsteht eine ungewöhnliche Atmosphäre von großer Intensität und Dichte, die zu einer distanzierenden Haltung zwingt und für eine reflektierende, die Gegensätze überwindende Vernunft plädiert.“ Anlässlich der Präsentation der Neufassung schrieb Manohla Dargis 2005 in der New York Times, der Film hätte bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1983 neutrale und sogar negative Kritiken gehabt. So nannte etwa New-York-Times-Filmkritiker Vincent Canby Die Outsider „ein goldüberglänztes Melodram um Akne und Angst.“ Roger Ebert kritisiert in der Chicago Sun-Times, der Regisseur sei so fixiert auf seine Vorstellungen eines bestimmten Film-Looks der 1950er Jahre, was Sound und Inszenierung angeht, dass die Figuren auf der Leinwand wie in gerahmten Gemälden erscheinen. Für Matt Dillon etwa, der in der Verfilmung des Hinton-Romans Tex überzeugend einen dreidimensionalen Charakter verkörperte, bleibe wenig mehr zu tun als das übliche … denn sie wissen nicht, was sie tun-Gebaren. Ebert bezeichnet den Film als Stilübung, der es an Leben und Spontanität fehle. Auch der Spiegel moniert: „Hat nun auch der beharrlichste Avantgardist Hollywoods auf das gesetzt, was die Branche als Selbstgänger erkannt hat: den Teenie-Film? Aber Coppola wäre nicht, der er ist, wenn er nicht versuchte, das Genre zu überhöhen, ein Epos zu schaffen, wo eine Novelle angebrachter wäre. Ständig auf der Suche nach amerikanischen Mythen“ werden hier sämtliche „Klassiker der Jugendnostalgie hemmungslos zitiert“, von … denn sie wissen nicht, was sie tun und West Side Story bis zu American Graffiti und The Last Picture Show, allerdings, so die Rezensentin Barbara von Jhering, auch „witz- und wirkungslos“. Coppola inszeniere den Jugendbuch-Bestseller von 1967 „wie in die eigene verlorene Jugend verliebt, voll kalkulierter Sentimentalität und ungeachtet der Tatsache, daß inzwischen die Arbeitslosigkeit im Leben junger Leute breiteren Raum einnimmt als Bandenromantik.“ An der sozialen Dimension, die der Geschichte innewohne, sei Coppola nicht interessiert, konstatiert von Jhering, ihm ginge es „um das Mythologisieren eines längst besser behandelten Themas.“ Francis Ford Coppola wurde im Jahr 1983 für einen Preis des Moskauer Internationalen Filmfestivals nominiert. C. Thomas Howell gewann 1984 den Young Artist Award, der Film als bester Familienfilm und Diane Lane wurden für den Young Artist Award nominiert. The Terror – Schloß des Schreckens | Dementia 13 | Big Boy, jetzt wirst Du ein Mann! | Der goldene Regenbogen | Liebe niemals einen Fremden | Der Pate | Der Dialog | Der Pate – Teil II | Der Pate: Die Saga | Apocalypse Now | Einer mit Herz | Die Outsider | Rumble Fish | Cotton Club | Peggy Sue hat geheiratet | Der steinerne Garten | Tucker | New Yorker Geschichten | Der Pate III | Bram Stoker’s Dracula | Jack | Der Regenmacher | Jugend ohne Jugend | Tetro | Twixt | Megalopolis |
2024-11-22 22:47:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pueblo_(Siedlung) | Ein Pueblo ist eine vor allem in New Mexico und Colorado verbreitete Siedlungsform der Pueblo-Kultur. Gab es vor der europäischen Eroberung zum Beispiel in New Mexico noch über hundert solcher Siedlungen, sind dort heute nur noch neunzehn bewohnt. Sie wurden entweder in Adobe-Bauweise oder aus Stein errichtet, wobei eine Mischung aus Sand, Lehm und Wasser als Mörtel diente. Die Wände erhielten zum Teil einen Verputz aus hellem Lehm. Ein Pueblo kann bis zu fünf Stockwerke haben und mehrere hundert Räume umfassen. Beispiel: Pueblo Bonito im Chaco Canyon mit etwa 800 Räumen und über 30 Kivas. Die höheren Stockwerke wurden immer ein Stück zurückversetzt und waren über außen angelehnte Leitern zu erreichen, so dass der Komplex ein treppenförmiges Aussehen erhielt. In der Grundform variieren die Anlagen, sie können viereckig, D-förmig oder oval sein. Meistens zentral gelegen befindet sich innerhalb des Pueblos eine freie Fläche mit einer großen Kiva. Um diese herum gruppiert sind die Blöcke der Wohn- und Lagerräume sowie weitere Kivas. Die einzelnen Räume waren zum Teil mit Türöffnungen in Reihe miteinander verbunden, konnten aber auch separate Eingänge haben. Generell war der Zutritt zu den Räumen niemals direkt von außen möglich, Türöffnungen waren stets zum Inneren des Komplexes gerichtet. An den heute noch erhaltenen Ruinen der Pueblos sind auch Unterschiede im Zugang zu den Anlagen festzustellen. Zum einen gab es Pueblos mit einer fast ganz offenen Seite, bei anderen, zum Beispiel im Aztec Ruins National Monument, fanden sich mehrere Eingänge in den Außenmauern. Zum Schutz vor Feinden konnte die Siedlung aber auch eine geschlossene Außenmauer haben. Der Weg hinein oder heraus führte dann ausschließlich über Leitern. Insgesamt stand beim Bau der früheren Pueblos das Ziel im Vordergrund, sich verteidigen zu können. Die heute noch bewohnten Pueblos zeigen im Gegensatz dazu zwar noch immer den typischen Baustil, haben jedoch nicht mehr den Charakter einer fast unzugänglichen Festung wie die alten Siedlungen. Die Pueblos ähneln den Ksur der Berber in der Sahara. |
2024-11-23 20:25:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressivum | Ein Antidepressivum ist ein Arzneimittel aus der Klasse der Psychopharmaka, das vornehmlich in der Behandlung von Depressionen verwendet wird. Antidepressiva können darüber hinaus aber auch bei einer Vielzahl von anderen psychischen Störungen eingesetzt werden. Weitere Anwendungsgebiete sind z. B. Mit über 1,4 Milliarden DDD waren Antidepressiva 2016 in Deutschland die mit Abstand am häufigsten ambulant verordnete Gruppe von Psychopharmaka. Die ersten klassischen Antidepressiva wurden in den 1950er Jahren eingeführt. Auf dem deutschen Markt gibt es über 30 zugelassene Wirkstoffe mit unterschiedlich gewichteten Wirkungs- und Einsatzprofilen. Die depressionslösende Wirkung tritt in der Regel erst nach einer längeren Verzögerungszeit ein. Die klinische Wirksamkeit von Antidepressiva ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Während bei leichtem Schweregrad verschiedene Metaanalysen keine Wirksamkeit belegen, ist sie bei mittlerer bis schwerer Depression empirisch nachweisbar. Bei den schwersten Formen profitieren bis zu 30 % der behandelten Patienten über die Placeborate hinaus von Antidepressiva. Metaanalysen weisen darauf hin, dass antidepressive Medikamente in ihrer Wirksamkeit von Patient zu Patient große Unterschiede zeigen und in manchen Fällen eine Kombination verschiedener Medikamente Vorteile haben kann. Die aktuelle S3-Leitlinie weist darauf hin, dass in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit die Wirksamkeit von Antidepressiva eher überschätzt wird, da Studien, in denen das Antidepressivum besser als Placebo abschnitt, sehr viel häufiger in Fachjournalen publiziert werden, als solche, in denen das Antidepressivum Placebo nicht überlegen war. Ein Publication Bias sei allerdings auch bei Studien zur Wirksamkeit von Psychotherapien vorhanden. Die verschiedenen Antidepressiva unterscheiden sich hinsichtlich ihres Wirkungsprofils. So können sie neben einer stimmungsaufhellenden Wirkung auch antriebssteigernde , antriebsneutrale oder antriebsdämpfende sowie beruhigende und angstlösende Wirkungen entfalten. Die häufigsten Nebenwirkungen der Antidepressiva betreffen das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem und die Sexualität. Auch hier können zwischen einzelnen Antidepressiva beträchtliche Unterschiede bestehen. Bei einer Vielzahl von Antidepressivatypen entfaltet sich die volle Wirkung erst nach einigen Tagen bis Wochen kontinuierlicher Einnahme. Grund dafür dürfte die neurophysiologische Anpassung des Gehirngewebes sein, die eine gewisse Zeit beansprucht. Dazu gehören Veränderungen in der Empfindlichkeit und Häufigkeit von Rezeptoren und ähnlicher Strukturen. Die dauerhafte Besserung tritt demnach vermutlich indirekt aufgrund zellulärer Anpassungsprozesse unter konstantem Wirkstoffspiegel auf. In der Praxis werden bei mittelschweren bis schweren depressiven Perioden Antidepressiva als gleichwertig mit einer Psychotherapie angesehen, dies beruht auf verschiedenen psychometrischen Studien und schlägt sich in einer Nationalen Leitlinie nieder. Bei schweren Depressionen wird eine Kombination von Psychotherapie und antidepressiver Medikation empfohlen. Sie können bei schweren Depressionen eine Psychotherapie erst ermöglichen, da in diesen Fällen die, als Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie, notwendige Ansprechbarkeit oft nicht gegeben ist. Andererseits bewirkt anscheinend die Psychotherapie auch, dass eine Pharmakotherapie besser möglich ist, indem psychotherapeutisch behandelte Patienten ihre Medikamente regelmäßiger einnehmen. Die Grundlagenforschung an Mäusen fand in neuerer Zeit Hinweise darauf, dass Antidepressiva ihre Wirksamkeit nicht nur über ihren Einfluss auf die Verschaltung von Nerven , sondern möglicherweise zu einem Teil auch durch die Erhöhung des Wachstumsfaktors BDNF im Gehirn entfalten. Nicht jeder Erkrankte spricht auf das erste verordnete Antidepressivum an und es kann mitunter mehrere Behandlungsversuche benötigen, bis ein wirkendes Medikament gefunden wird. Körperliche Aktivität kann bei milden oder moderaten Symptomen von Angst und Depression ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie eine Psychotherapie und medikamentöse Behandlungen. Teilweise ist körperliche Aktivität sogar effektiver darin, Symptome zu reduzieren als Psychopharmaka. Trizyklische Antidepressiva, kürzer Trizyklika, leiten ihren Namen von der dreifachen Ringstruktur dieser Wirkstoffe ab. Strukturelle und damit auch neurophysiologische Unterschiede zeigen sich in der Substitution und in den Seitenketten dieser Aromate. Das erste trizyklische Antidepressivum Imipramin wurde 1956 von Ciba-Geigy entwickelt. Als weitere Substanzen folgten zum Beispiel Clomipramin und Amitriptylin. Sie greifen in mehrere Neurotransmittersysteme gleichzeitig ein, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin hemmen und auf Acetylcholin-, Histamin- oder auch Adrenozeptoren wirken. Daher sind bei trizyklischen Antidepressiva auch die Nebenwirkungen vielfältig. Traditionell werden Trizyklika nach dem Kielholz-Schema in drei Grundtypen eingeteilt: Diese Einteilung stammt aus einer Zeit, als das Wissen um Neuro-Rezeptoren, Neurotransmitter und deren Wirkmechanismen noch relativ gering war und Antidepressiva nach Zielsymptomen eingeteilt wurden. Heute werden auch die trizyklischen Antidepressiva anhand ihrer Wirkung auf die Monoamin-Neurotransmittersysteme in die folgenden vier Gruppen eingeteilt, wobei zu beachten ist, dass für die Einordnung in eine der Gruppen das hauptsächlich beeinflusste System maßgeblich ist, die anderen Neurotransmittersysteme aber immer in unterschiedlichem Maße mitbeeinflusst werden: Wegen dieser nicht selektiven Wirkung werden die trizyklischen Antidepressiva den nicht selektiven Monoamin-Wiederaufnahmehemmern zugerechnet. Beispiele für trizyklische Wirkstoffe sind: Doxepin, Imipramin, Clomipramin, Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Trimipramin, Opipramol. Einige trizyklische Antidepressiva sind bei Angst- und Panikstörungen wirksam und werden auch in der Behandlung von Zwangsstörungen eingesetzt. Manche Trizyklika, vor allem Amitriptylin und Clomipramin, werden in der Schmerztherapie bei neuropathischen oder anderen chronischen Schmerzen eingesetzt. Die schmerzlindernde Wirkung kommt vermutlich durch noradrenerge Aktivierung des absteigenden schmerzhemmenden Systems im Zentralnervensystem zustande und hängt nicht mit der antidepressiven Wirkung zusammen. Die trizyklischen Antidepressiva sind struktur-chemisch verwandt mit den trizyklischen Neuroleptika. Je nach der dreidimensionalen Konformation des trizyklischen Ringsystems wirken die Substanzen entweder antidepressiv oder dämpfend: Sind die Ringe nahezu eben zueinander angeordnet, ist die neuroleptische Wirkung wahrscheinlicher, sind sie stark gegeneinander verwinkelt, so ist die antidepressive Wirkung wahrscheinlicher. Bei den tetrazyklischen Antidepressiva wird durch den vierten Ring die räumliche Struktur der anderen drei Ringe positiv zugunsten der antidepressiv wirksamen Konformation stabilisiert. Die tetrazyklischen Antidepressiva sind sowohl in ihrer Wirkung als auch Struktur den trizyklischen sehr ähnlich; einige Substanzen beeinflussen insbesondere das Noradrenalin stärker. Trotz ihrer engen Verwandtschaft zu den Trizyklika werden sie nicht einfach unter diesen subsumiert und in der Praxis auch nicht in eine eigene Gruppe der Tetrazyklika zusammengefasst. Vielmehr werden sie in die Gruppe Noradrenerges und spezifisch serotonerges Antidepressivum eingeordnet oder – wie im Falle von Maprotilin – als Einzelsubstanz stehen gelassen. Maprotilin kann jedoch wirkungsmäßig den trizyklischen Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern zugeordnet werden. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sind Trizyklika heutzutage selten Mittel der ersten Wahl. Man greift jedoch bei schweren und/oder chronischen Fällen auf sie zurück, etwa wenn die Patienten nicht auf neuere, vegetativ verträglichere Substanzen ansprechen. Dann stellen Trizyklika eine Alternative in der medikamentösen Therapie dar. Ältere Menschen und Männer scheinen besonders gut auf TZA anzusprechen. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Trizyklische SRI wirken vor allem als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Wirkstoffe sind: Clomipramin. Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Trizyklische NRI wirken vor allem als Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Wirkstoffe sind: Desipramin, Lofepramin, Nortriptylin. Daneben noch Maprotilin – als Trizyklikum aufgefasst. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Trizyklische SNRI wirken vor allem als Serotonin-und-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Wirkstoffe sind: Amitriptylin, Dibenzepin, Doxepin, Imipramin. TZA mit unsicherem Wirkmechanismus Trimipramin ist ein trizyklischer Wirkstoff, bei dem die hauptsächliche monoaminerge Wirkkomponente noch nicht sicher geklärt werden konnte. Genotoxisches Potential der TZA Einige trizyklische Antidepressiva führten bei der Fruchtfliege zu Erbgutschäden und erhöhen nach neuen Studien möglicherweise das Brustkrebsrisiko. Dazu zählen: Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Imipramin, Trimipramin sowie weitere in Deutschland nicht zugelassene trizyklische Antidepressiva. Bei anderen trizyklischen Antidepressiva konnte kein mutagenes oder karzinogenes Potential nachgewiesen werden. Dazu zählen Amitriptylin und andere, jedoch in Deutschland nicht zugelassene Wirkstoffe. Die SSRI blockieren speziell die Rezeptoren, die für die Wiederaufnahme des Botenstoffes Serotonin zuständig sind. Die durch Eingriff in weitere Transmittersysteme verursachten Nebenwirkungen der trizyklischen Antidepressiva spielen bei der SSRI-Behandlung eine entsprechend geringere Rolle. Wirkstoffe dieser Gruppe sind zum Beispiel Fluvoxamin, Fluoxetin, Citalopram, Escitalopram, Sertralin, Paroxetin. Mehrere Medikamente dieser Gruppe werden auch zur Behandlung von Angststörungen, Panikattacken, Zwangsstörungen und Bulimie eingesetzt. SSRI sind die am häufigsten eingesetzten Antidepressiva. Die Wirkung der SSRI auf das depressive Syndrom ist abhängig von der Schwere der Erkrankung. So ist bei leichtgradigen Depressionen häufig keine statistisch nachweisbare Überlegenheit gegenüber der Gabe von Scheinmedikamenten festzustellen. Bei schwerer ausgeprägten Depressionen hingegen sprechen etwa 50–75 % der Patienten auf ein SSRI an, während etwa 25–33 % der Patienten auf Placebo ansprechen. Schon kurz nach Einführung der ersten Wirkstoffe dieser Gruppe wurde über gewalttätiges Verhalten und Suizide unter SSRI-Medikation berichtet; eine möglicherweise suizidalitätssteigernde Wirkung dieser Substanzen ist bislang weder gesichert noch widerlegt. Beim Absetzen von SSRI nach längerer Einnahme kann sich ein Absetzsyndrom entwickeln. Eine Abhängigkeit von SSRI entsprechend der DSM-IV-Definition ist aber nicht bekannt. Multimodales Antidepressivum Vortioxetin besitzt einen multimodalen Wirkmechanismus und somit gleichzeitig an fünf verschiedene Serotonin-Untereinheiten effektiv ist. Die NARI hemmen den Transporter, der Noradrenalin nach erfolgter Signalübertragung natürlicherweise wieder zu den Speicherplätzen zurückbefördert. Noradrenalin verbleibt länger am Wirkort, und seine Wirksamkeit als Signalüberträger steigt. Wirkstoffe dieser Gruppe sind zum Beispiel Reboxetin und Viloxazin. Anwendungsgebiete sind akute depressive Erkrankungen, darunter mit Antriebsstörungen einhergehende Depressionen. Viloxazin wurde im Juli 2006 vom Markt genommen. Reboxetin hingegen ist in Deutschland weiterhin auf dem Markt. Jedoch müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Medikamente mit dem Wirkstoff Reboxetin seit 1. April 2011 nicht mehr tragen. Die Kosten muss der Patient nun selbst bezahlen, falls die Krankenkasse des Patienten keine Ausnahme macht. Amineptin ist seit 2005 gemäß BtMG nicht mehr verschreibungsfähig. Es war die einzige verschreibungsfähige, arzneilich als Antidepressivum verwendete Substanz, die eine Abhängigkeit auslösen konnte. Weitere DRI sind Nomifensin und Medifoxamin, die aber wegen starker Nebenwirkungen mittlerweile nicht mehr gebräuchlich sind. Die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Einsatzgebiete sind Depressionen und Angststörungen. Wirkstoffe sind Venlafaxin, Duloxetin, Milnacipran und Desvenlafaxin. Die NDRI hemmen die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin. Einsatzgebiete sind Depressionen, vor allem bei Antriebsschwäche, und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung . Die bisher einzigen Wirkstoffe in dieser Klasse sind Bupropion, Amineptin und Methylphenidat, wobei letzterer Wirkstoff für die antidepressive Therapie keine Zulassung hat. MAO-Hemmer wirken durch eine Blockade der Monoaminoxidase Enzyme. Diese Enzyme bauen normalerweise Monoamine wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ab und verringern dadurch deren Verfügbarkeit zur Signalübertragung im Gehirn. MAO-Hemmer werden in selektiv oder nichtselektiv sowie reversibel oder irreversibel unterteilt. Selektive Inhibitoren der MAO-A hemmen nur den Typ A der Monoaminoxidase. Sie zeigen eine antidepressive Wirkung und sind meist gut verträglich. Selektiv MAO-B-hemmende Wirkstoffe werden in erster Linie in der Parkinson-Behandlung eingesetzt. Nichtselektive MAO-Hemmer hemmen MAO-A und MAO-B und sind wirksam bei Depressionen und Angststörungen. Irreversible MAO-Hemmer binden die MAO-A bzw. MAO-B dauerhaft. Um diese Wirkung aufzuheben, muss das betroffene Enzym vom Körper erst neu gebildet werden, was Wochen dauern kann. Reversibilität bedeutet, dass das Medikament nur schwach an die MAO bindet, und MAO-A bzw. MAO-B spätestens mit dem Abbau des Medikaments wieder intakt frei gibt. Patienten, die nichtselektive, irreversible MAO-Hemmer einnehmen, müssen eine strenge, tyraminarme Diät halten. Denn in Verbindung mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel kann die Einnahme von nichtselektiven irreversiblen MAO-Hemmern zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg führen. Außerdem muss zwischen der Einnahme eines irreversiblen MAO-A-Hemmers und einem anderen Antidepressivum eine Wartezeit eingehalten werden, um schwerwiegende Interaktionen zu vermeiden . Deswegen werden heute nach Möglichkeit reversible MAO-A-Hemmer als Antidepressiva angewendet, etwa Moclobemid. Dieses gilt als gut wirksam und frei von diesen Nebenwirkungen. Nicht-selektive MAO-Hemmer haben zudem eine stärkere noradrenerge Wirkung als selektive MAO-A Hemmer, was erklären könnte, dass sie verglichen mit RIMA und SSRI als wirksamer gelten. Moclobemid und Tranylcypromin werden in etwa gleich oft verschrieben. Diese tetrazyklischen, im Englischen als Noradrenergic and Specific Serotonergic Antidepressants bezeichneten Wirkstoffe sind Antagonisten an präsynaptischen Auto-Rezeptoren des Alpha-2 Adrenozeptortyps und bewirken dadurch eine verstärkte Ausschüttung von Noradrenalin. Zudem sind sie Antagonisten an spezifischen Serotoninrezeptoren, meist 5-HT2A und 5-HT2C. Meist wirken sie als H1-Antihistaminika sedierend. NaSSA werden bei Depressionen , teilweise auch als Schlafmittel eingesetzt. Wirkstoffe: zum Beispiel Mirtazapin und Mianserin. Diese im Englischen Serotonin Antagonist and Reuptake Inhibitor heißenden Wirkstoffe sind Antagonisten an Serotoninrezeptoren, meist . Zudem sind sie meist Antagonisten des Alpha-1 Adrenozeptortyps. Ein Wirkstoff aus dieser Gruppe ist das Trazodon. Es wird eingesetzt zur Behandlung von Depressionen unterschiedlicher Ätiologie mit oder ohne Angstkomponente, anhaltenden Schlafstörungen bei Depressionen sowie zur Behandlung von im Rahmen von Depressionen auftretenden erektilen Dysfunktionen ohne schwerwiegende organische Ursachen. Tianeptin hat eine modulierende Wirkung auf glutamerge NMDA- und AMPA-Rezeptoren und scheint auf diese Weise stressbedingte Veränderungen im Hippocampus und präfrontalen Cortex verhindern bzw. rückgängig machen zu können. Agomelatin wirkt agonistisch auf die melatonergen MT1- und MT2-Rezeptoren und antagonistisch auf die serotonergen 5HT2C-Rezeptoren. Die dem Melatonin strukturell verwandte chemische Verbindung aus der Gruppe der Antidepressiva wird in der Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen eingesetzt. Bei depressiven Notfällen bestätigten mehrere Studien eine schnelle antidepressive Wirkung von Ketamin, einem Antagonisten am Glutamat-NMDA-Rezeptorkomplex. In einer Studie von 2014 mit 21 Patienten mit bipolarer Störung wurden durch bildgebende Verfahren Effekte durch Ketamin in Gehirnregionen registriert, die besondere Bedeutung bei Depressionen haben. Unter anderem war die Besserung der Symptome durch Ketamin korreliert mit Änderungen im rechten ventralen Striatum. Weitere Studienergebnisse zeigten bei einmaliger Gabe eine signifikante Besserung über einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen. Für Ketamin besteht keine EU-Arzneimittelzulassung zur Behandlung von Depressionen. Trotz möglicher Nebenwirkungen gibt es Empfehlungen zur off-label Verordnung. Am 12. Februar 2019 empfahl ein unabhängiger Expertenausschuss der US Food and Drug Administration die Zulassung des enantiomerenreinen Eutomers -Ketamin als Nasenspray zur Behandlung von behandlungsresistenter Depression, im März 2019 folgte die Zulassung unter strengen Bedingungen als Spravato. In Deutschland wurde Spravato zum 1. März 2021 eingeführt. Standardisierte Extrakte aus dem Echten Johanniskraut werden als pflanzliche Arzneimittel bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Sie sind apothekenpflichtig, Präparate zur Behandlung mittelschwerer Depressionen zudem in Deutschland verschreibungspflichtig. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft geht davon aus, dass Johanniskraut eine Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Depressionen hat. Im Allgemeinen zeigte sich jedoch eine deutliche Abhängigkeit der Effektstärke von der Studienqualität: Je schlechter die Qualität der Studien ist, desto größer stellt sich das Ausmaß der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung allein derjenigen Studien mit der besten methodischen Qualität zeigt Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Dagegen gibt es keine Evidenz, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen hilft. Es erwies sich bei schweren Depressionen in keiner Studie als dem Placebo überlegen. 2018 gewährte die US-amerikanische Food and Drug Administration Psilocybin für die Therapie von behandlungsresistenten Depressionen den Status einer „Durchbruchstherapie“ verliehen. Der Status soll eine beschleunigte Entwicklung eines Arzneimittels zur Behandlung einer schweren Erkrankung ermöglichen, indem die Behörde die Entwicklung bereits in frühen klinischen Stadien intensiv begleitet und die regulatorische Prüfung zeitlich abkürzt. Anfang 2020 vergab die FDA den Status „Durchbruchstherapie“ auch einem Programm zur Behandlung von schweren Depressionen mit Psilocybin; eine Behandlungsresistenz ist hier keine Voraussetzung mehr für den Psilocybin-Einsatz in der Studie. Für die Prophylaxe von Depressionen werden andere Arzneimittel verwendet als für die Akuttherapie. Dabei wird zwischen monopolarem Verlauf und bipolarem Verlauf unterschieden. Während der Behandlung können verschiedene unerwünschte Wirkungen auftreten. Diese hängen aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Antidepressiva von der jeweiligen Substanz ab. Beim Absetzen von einigen Antidepressiva können unter Umständen sowohl Reboundphänomene als auch Absetzerscheinungen auftreten. Die Entzugserscheinungen beim Absetzen werden sehr oft unterschätzt, wie sich in diversen Übersichtsarbeiten zwischen 2011 und 2018 herausstellte. Falls ein Einsatz von Antidepressiva nach einer genauen Analyse der Ursachen erforderlich ist, sollten diese daher nur temporär und optimalerweise in Kombination mit einer Psychotherapie zum Einsatz kommen. Bei der nach Ansicht mancher Betroffenengruppen notwendigen Dosisreduktion in sehr kleinen Schritten kann sich das Absetzen dabei über mehrere Jahre hinziehen. Hinsichtlich der Anwendung von SSRI und SSNRI bei Kindern und Jugendlichen mit depressiven Störungen liegen aus Studien Hinweise für eine unter dieser Therapie erhöhte Suizidalität vor. Insbesondere das Risiko für suizidale Gedanken und feindselige, gegen die eigene Person oder andere gerichtete Handlungen scheint erhöht zu sein, während vollendete Suizide nicht berichtet wurden. Bei Erwachsenen konnte eine erhöhte Suizidalität unter SSRI nicht nachgewiesen werden. Die Befunde werden in der Psychiatrie kontrovers diskutiert. Die depressive Erkrankung selbst ist der wichtigste Risikofaktor für Suizidalität. Um diesen Hauptrisikofaktor in Hinblick auf die Kausalität herauszurechnen, wird in der Meta-Forschung oft der ATT verwendet. Die Einnahme in der Schwangerschaft kann laut mehreren Studien das Risiko für eine Störung aus dem Spektrum des Autismus beim Kind erhöhen. Dies gilt sowohl für die oft verschriebenen SSRIs als auch für ältere trizyklische Antidepressiva. Zudem treten laut einer neuen Studie unter Antidepressiva in der späten Schwangerschaft häufiger postpartale Blutungen auf. Die Einnahme von Antidepressiva erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken. Die gemittelte Risikoerhöhung liegt bei 75 %, für trizyklische Antidepressiva bei 113 % und bei Monoaminoxidasehemmern bei 179 %. SSRIs und SNRIs können PSSD, eine nach Absetzen der Antidepressiva manchmal dauerhafte sexuelle Funktionsstörung, auslösen. Bei einigen Antidepressiva kann es durch eine Verlängerung der QTc-Zeit zu Herzrhythmusstörungen kommen. Schlafstörungen sind bei SSRI häufige unerwünschte Wirkungen. Aber auch bei allen anderen Antidepressiva kommen sie vor. Auf der anderen Seite kann beispielsweise Doxepin als schlaffördernde Substanz eingesetzt werden. Zur Behandlung depressiver Störungen wurden in Deutschland im Jahr 2002 etwa 4 Milliarden Euro ausgegeben . Der Anteil der Kosten für Medikamente an den gesamten direkten Kosten ist international vergleichbar und beträgt etwa 4–11 %. Die klassische Theorie, die Monoaminmangel-Hypothese, postuliert, dass ein Mangel an Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn die Ursache für Depressionen ist und bildete die Grundlage für die Entwicklung vieler Antidepressiva. Jedoch wird die Wirksamkeit dieser Medikamente zunehmend infrage gestellt. Forschungsergebnisse, insbesondere die von Irving Kirsch und Kollegen, legen nahe, dass der therapeutische Nutzen von Antidepressiva im Vergleich zu Placebos gering ist. Kirschs Metaanalysen zeigen, dass etwa 40 % der klinischen Studien keine signifikante Wirksamkeit im Vergleich zu Placebos aufweisen. Die Studien, die einen Nutzen zeigen, deuten auf eine Verbesserung von lediglich 1,8 Punkten auf der Hamilton-Depressionsskala hin, was klinisch oft nicht relevant ist. Ein wesentlicher Teil des wahrgenommenen Effekts von Antidepressiva kann auf den sogenannten aktiven Placebo-Effekt zurückgeführt werden. Dieser Effekt tritt auf, weil Patienten aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente erkennen, dass sie das aktive Medikament und nicht das Placebo erhalten, was den Placebo-Effekt verstärkt. Klinische Richtlinien und Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie empfehlen daher, bei leichten bis mittelschweren Depressionen primär nicht-medikamentöse Behandlungen wie Psychotherapie, Sport und Bewegungstherapie, Kunst- und Musiktherapie sowie psychosoziale Unterstützung anzuwenden. Antidepressiva sollten vorwiegend bei schweren depressiven Episoden eingesetzt werden. Eine systematische Überprüfung und Netzwerk-Metaanalyse, die 21 Antidepressiva für die akute Behandlung von Erwachsenen mit Major Depression verglich, bestätigte, dass die Wirksamkeit dieser Medikamente zwar statistisch signifikant ist, es jedoch teils große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirkstoffen gab. |
2024-12-01 20:42:08 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sid_Smith_(Boxer) | Sid Smith war ein britischer Boxer im Fliegengewicht. Im Jahre 1907 begann er erfolgreich seine Profikarriere. Am 11. April 1913 boxte er gegen Eugene Criqui um die universelle Weltmeisterschaft und gewann durch einstimmige Punktrichterentscheidung. Er war zugleich der erste universelle Weltmeister in dieser Gewichtsklasse. Diesen Gürtel verlor er allerdings bereits in seiner ersten Titelverteidigung im Juni desselben Jahres an Bill Ladbury durch Knockout. Im Jahre 1919 beendete er seine Karriere. |
2024-11-23 12:11:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/Otthein_Rammstedt | Otto-Heinrich „Otthein“ Rammstedt war ein deutscher Soziologe. Rammstedt studierte bei dem Simmel-Schüler Gottfried Salomon-Delatour sowie bei Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in Frankfurt am Main und bei Helmut Schelsky in Münster, bei dem er mit einer historisch-soziologischen Studie über die Täufer-Sekte als Soziale Bewegung zum Dr. phil. promoviert wurde. Zunächst arbeitete er als Assistent von Niklas Luhmann an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund, ab 1968 an der Universität Bielefeld. 1980 wurde er dort auf eine Professur für „Soziologie, insbesondere Soziologiegeschichte und Sozialphilosophie“ berufen. 2003 wurde er ebendort emeritiert. In dieser Zeit forschte er vor allem zu den Themen Risiko, Neue soziale Bewegungen, insbesondere der Umwelt- und Friedensbewegung sowie der Frage der Bürgerbeteiligung. Rammtedt gab 1969 die Klassiker des Anarchismus heraus. Er war federführender Herausgeber der 24-bändigen Gesamtausgabe der Werke von Georg Simmel, die er 2018 abschloss. Begonnen hatte er seine systematische Arbeit an Simmel 1982. Rammstedts bekannteste Schrift ist die fachgeschichtliche Untersuchung Deutsche Soziologie 1933-1945. Diese Arbeit trug zur Diskussion um die Existenz einer Soziologie im Nationalsozialismus bei, wurde aber von prominenten Fachvertretern wegen methodischer Mängel kritisiert. Sein Aufsatz über das Alltagsbewusstsein von Zeit wurde häufig zitiert. Rammstedt ist der Vater des Schriftstellers und Musikers Tilman Rammstedt . Rammstedts Frau verstarb 2018. |
2024-11-23 21:09:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_(Internationale_Beziehungen) | Der Realismus, in Abgrenzung zum sogenannten Neorealismus in vielen Fällen genauer auch als Klassischer Realismus bezeichnet, ist eine Denkschule innerhalb der politikwissenschaftlichen Disziplin Internationale Beziehungen, die sich mit dem Charakter und der Verteilung der Macht im internationalen System auseinandersetzt. Nach realistischer Auffassung ist das wichtigste Ziel jedes Staates das eigene Überleben. Das lasse sich am besten dadurch sichern, dass er mächtiger ist als seine potentiellen Gegner. Durch diese Betrachtungsweise ist der Realismus dem überwiegend optimistischen Ansatz des Idealismus entgegengesetzt. Der Realismus begründete die Internationalen Beziehungen als systematische Sozialwissenschaft und Forschungsgegenstand. Die meisten nachfolgenden Theoriebildungen wurden entweder in modifizierender Anknüpfung an ihn oder auf Basis seiner Ablehnung formuliert. In den 1930er Jahren begannen einige Wissenschaftler wie Frederick Sherwood Dunn, Frederick L. Schuman, Georg Schwarzenberger und Nicholas J. Spykman einen in den Internationalen Beziehungen vorherrschenden Konsens anzuzweifeln, den spätere Realisten als „Idealismus“ geringschätzten. Denn, einem Gründungsmitglied des Institute of International Studies an der Yale University zufolge, sollten sich die Internationalen Beziehungen vorwiegend mit der „besonderen Art der Machtbeziehungen“ befassen, die ein „Gemeinwesen in Abwesenheit einer Autorität“ ausmachen würden. Im Gegensatz dazu standen die Internationalen Beziehungen zu dieser Zeit unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges und versuchten vorwiegend, Wege zu einer friedlichen Weltordnung zu entdecken. Ab dem Ende der 1930er diskreditierten sowohl das weltpolitische Geschehen wie auch darauf aufbauende Analysen den Idealismus. Edward Hallett Carr, ein ehemaliger britischer Diplomat, veröffentlichte im Jahr 1939 sein einflussreiches Werk The Twenty Years Crisis. Hans Morgenthau legte 1948 in seinem einflussreichen Werk Politics Among Nations als einer der ersten Theoretiker einen systematischen Gegenentwurf zum Idealismus vor, den er Realismus nannte. Ihre Kritik begründeten sie vor allem anthropologisch, indem sie den Idealismus als mit der nach Macht strebenden menschlichen Natur für unvereinbar erklärten. Dabei beriefen sich Carr, Morgenthau und andere vor allem auf die Schriften von Thukydides, Thomas Hobbes und Niccolò Machiavelli. Durch diesen Rückgriff auf klassische Schriften der politischen Theorie und Geschichtsschreibung und die lange wissenschaftliche Dominanz dieser Thesen kam während der zunehmenden Fächerung des Realismus der Begriff Klassischer Realismus für diesen Erklärungsansatz der internationalen Politik auf. Durch den Kalten Krieg und den Einzug behavioralistischer Methoden in die Internationalen Beziehungen verschob sich der Erklärungsansatz der internationalen Politik. Hier ragte vor allem Kenneth Waltz hervor, der die anthropologische Herleitung der klassischen Realisten als unzureichend empfand und 1953 in Man, the State and War darlegte, dass Kriege vor allem durch das Fehlen einer Hierarchie in der internationalen Politik zustande kämen, eine These, die sich an Rousseaus Fragment De l’etat de guerre anlehnt. Sein Opus magnum Theory of International Politics veröffentlichte Waltz im Jahr 1979. Hierin konstatierte er, dass die anarchische Struktur des internationalen Systems eine Logik der Selbsthilfe bedinge. Da Waltz einen systemischen, stark mikroökonomisch geprägten Ansatz wählte, wurde sein Erklärungsmodell nicht nur als Neorealismus, sondern auch als struktureller Realismus bekannt. Einige Autoren, darunter die in Deutschland für ihre kontroverse Veröffentlichung The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy bekannten John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt , entwickelten innerhalb des Neorealismus eine theoretische Zweiteilung. Mearsheimer und andere offensive Realisten nehmen an, dass sich ein Staat erst dann relativ sicher wähnen kann, wenn er das internationale System hegemonial dominiert. Damit bestreiten sie die These defensiver Realisten wie Waltz und Walt, die das Streben nach Hegemonie grundsätzlich für zu riskant und zu weit entfernt vom unmittelbaren Überleben im Staatensystem halten. Auch Henry Kissinger wird der realistischen Schule zugerechnet. Der Realismus fußt auf zwei Grundannahmen: Der Realismus stellt ebenfalls eine politische Ethik zur Verfügung, deren minimalistische Prinzipien die Selbstentwicklungsfähigkeit von Gesellschaften betonen und teleologische politische Praktiken als gefährlich einordnen. Ab der zweiten Auflage des Werks „Politics Among Nations“ definierte Hans Morgenthau die sechs Prinzipien des politischen Realismus, die als integraler Bestandteil dieser Denkschule interpretiert werden: In Deutschland bemühen sich Carlo Masala, Werner Link und Christian Hacke um eine empirische Anwendung des Realismus; Gottfried-Karl Kindermann, Alexander Siedschlag und Christoph Rohde erweitern den monovariablen Ansatz Morgenthaus mithilfe revisionsoffener Analysekategorien. |
2024-12-03 18:52:08 | https://de.wikipedia.org/wiki/Fechtweltmeisterschaften_1986 | Die 35. Fechtweltmeisterschaft fand 1986 in Sofia statt. Es wurden acht Wettbewerbe ausgetragen, sechs für Herren und zwei für Damen. Paris 1921 | Ostende/Paris 1922 | Den Haag 1923 | Ostende 1925 | Ostende/Budapest 1926 | Vichy 1927 | Neapel 1929 | Lüttich 1930 | Wien 1931 | Kopenhagen 1932 | Budapest 1933 | Warschau 1934 | Lausanne 1935 | San Remo 1936 Paris 1937 | Piešťany 1938 | Lissabon 1947 | Den Haag 1948 | Kairo 1949 | Monte Carlo 1950 | Stockholm 1951 | Kopenhagen 1952 | Brüssel 1953 | Luxemburg 1954 | Rom 1955 | London 1956 | Paris 1957 | Philadelphia 1958 | Budapest 1959 | Turin 1961 | Buenos Aires 1962 | Danzig 1963 | Paris 1965 | Moskau 1966 | Montreal 1967 | Havanna 1969 | Ankara 1970 | Wien 1971 | Göteborg 1973 | Grenoble 1974 | Budapest 1975 | Buenos Aires 1977 | Hamburg 1978 | Melbourne 1979 | Clermont-Ferrand 1981 | Rom 1982 | Wien 1983 | Barcelona 1985 | Sofia 1986 | Lausanne 1987 | Orléans 1988 | Denver 1989 | Lyon 1990 | Budapest 1991 | Havanna 1992 | Essen 1993 | Athen 1994 | Den Haag 1995 | Kapstadt 1997 | La Chaux-de-Fonds 1998 | Seoul 1999 | Budapest 2000 | Nîmes 2001 | Lissabon 2002 | Havanna 2003 | New York 2004 | Leipzig 2005 | Turin 2006 | St. Petersburg 2007 | Peking 2008 | Antalya 2009 | Paris 2010 | Catania 2011 | Kiew 2012 | Budapest 2013 | Kasan 2014 | Moskau 2015 | Rio de Janeiro 2016 | Leipzig 2017 | Wuxi 2018 | Budapest 2019 | Kairo 2022 | Mailand 2023 |
2024-12-01 18:19:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hunor_Kelemen | Hunor Kelemen ist ein rumänischer Tierarzt, Schriftsteller und Politiker ungarischer Volkszugehörigkeit. Er war von 2020 bis zum 15. Juni 2023 stellvertretender Ministerpräsident Rumäniens. Kelemen stammt aus dem Kreis Harghita im Szeklerland in Ost-Siebenbürgen. Er begann seine Schullaufbahn im Nachbardorf Ineu, besuchte die 5. bis 8. Klasse in der Schule seiner Heimatgemeinde Cârța, legte die Hochschulreifeprüfung jedoch in der Stadt Târgu Mureș ab. Er studierte in der zweitgrößten rumänischen Stadt, Cluj-Napoca, zunächst Tiermedizin an der Universität für Agrarwissenschaften und Veterinärmedizin, wo er 1993 seinen Abschluss erlangte, und dann Philosophie an der Babeș-Bolyai-Universität mit dem Abschluss im Jahre 1998. Er ist promoviert. Kelemen gehörte 1990 nach der rumänischen Revolution zu den Gründern der ungarischsprachigen Kulturzeitschrift Jelenlét . Zwischen 1990 und 1997 arbeitete er als Redakteur beim Radiosender „Radio Cluj“. Von 1993 bis 1997 arbeitete er bei der Kulturzeitung Korunk mit. 1995 und 2001 veröffentlichte er Gedichtbände und 1999 einen Roman in ungarischer Sprache. Hunor Kelemens politische Karriere begann 1997, als er zum Staatssekretär im Kulturministerium ernannt wurde. Dies blieb er, bis er im Jahr 2000 in die Abgeordnetenkammer, das Unterhaus des rumänischen Parlaments, gewählt wurde. Von Dezember 2009 bis Mai 2012 und von März bis November 2014 war er rumänischer Kulturminister. Seit Februar 2011 ist Hunor Kelemen Vorsitzender der Partei der ungarischen Minderheit in Rumänien, UDMR ; seit 2009 trat er regelmäßig bei Präsidentschaftswahlen als Kandidat seiner Partei an. Ab dem 23. Dezember 2020 war er im Kabinett Cîțu und vom 25. November 2021 bis zum 15. Juni 2023 im Kabinett Ciucă stellvertretender Ministerpräsident seines Landes. Er kandidierte bei der Präsidentschaftswahl in Rumänien 2024, verpasste jedoch den Einzug in die Stichwahl. Kelemen ist seit 2012 verheiratet mit Éva Czézár und hat zwei Kinder. |
2024-12-02 01:41:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Leichenbrand | Leichenbrand ist die Bezeichnung für die Asche von Toten nach einer Brandbestattung. Die Bezeichnung wird vor allem in der archäologischen Literatur verwendet. Im engeren Sinne bezieht sich der Ausdruck Leichenbrand meist auf die verbrannten und kalzinierten Knochen der Verstorbenen. Leichenbrand ist in archäologischen Untersuchungen ein wichtiger Anhaltspunkt, um den Bestattungsritualen der Vergangenheit auf die Spur zu kommen. So gibt die Verteilung des Leichenbrandes im Grab einen Hinweis darauf, ob die Bestattung der Asche in einem organischen Behälter vorgenommen wurde. Auch bei der Unterscheidung von Verbrennungsplätzen und sonstigen Feuerstellen auf ur- und frühgeschichtlichen Gräberfeldern spielt er eine wichtige Rolle. Für die Paläodemographie und für anthropologische Untersuchungen kann er hingegen oft nur bedingt herangezogen werden. |
2024-11-23 13:36:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Lorenz_(Priester) | Friedrich Lorenz OMI war ein katholischer Ordenspriester und Opfer der NS-Militärjustiz. Friedrich Lorenz wurde 1897 als Sohn eines Postboten in Klein Freden im heutigen Landkreis Hildesheim/Niedersachsen geboren. 1902 zog die Familie nach Hildesheim, in der dortigen St.-Bernward-Gemeinde wuchs er auf. Hier hatte Lorenz den ersten Kontakt mit den Oblaten. Das ordenseigene Internat St. Karl in Niederländisch-Limburg besuchte er von 1911 bis 1916. Im Anschluss daran trat er im August 1916 das Noviziat der Oblaten in Maria Engelport an, musste das Kloster jedoch einen Monat später aufgrund seiner Einberufung zur Armee wieder verlassen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter und Unteroffizier an der Westfront. Aufgrund seiner Tapferkeit wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg trat er wieder ins Kloster ein, legte am 25. Juli 1923 seine ewigen Gelübde ab und wurde ein Jahr darauf vom Fuldaer Bischof Joseph Damian Schmitt zum Priester geweiht. Seinen ersten Einsatz hatte Lorenz in der Volksmission. Weil ihm die Missionspredigt schwerfiel, wurde er 1934 nach Schwerin versetzt. Am 1. September 1939 musste er als Militärpfarrer in den Krieg. Auch hierbei wurde er wegen seiner Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1940 kehrte er nach Schwerin zurück. Hier hatte er Kontakt zum „Mittwochskreis“, einem Gesprächskreis für Männer aus dem Seelsorgegebiet Stettin. Sein Orden entsandte ihn 1942 als Kaplan nach St. Johannes der Täufer in Stettin. Dort wirkte P. Friedrich Lorenz bis zu seiner Verhaftung. In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1943 wurde der „Mittwochskreis“ von der Gestapo gestürmt . Dabei wurden 40 Menschen verhaftet, unter ihnen Friedrich Lorenz. Lorenz wurde am 28. Juli 1944 in Torgau wegen „Hören von Feindsendern“, „Zersetzung der Wehrkraft“ und „Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in einer neuen Verhandlung vom 2. bis 4. September bestätigt. Am 13. November 1944, 16 Uhr, wurde Pater Friedrich Lorenz OMI in Halle enthauptet. Sein Leichnam wurde verbrannt. Die Beisetzung der Urne fand am 3. November 1947 auf dem Hünfelder Klosterfriedhof statt. Die katholische Kirche hat Pater Friedrich Lorenz im Jahr 1999 als Glaubenszeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen. In Hildesheim, einem seiner ehemaligen Wohnorte, erinnert seit 2022 ein Stolperstein an Pater Friedrich Lorenz. |
2024-12-03 23:22:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Alpha_Virginis | {{{Planeten}}} Spica , auch α Virginis, Azimech oder Alaraph genannt, ist der hellste Stern im Sternbild Jungfrau und der fünfzehnthellste Stern am nächtlichen Sternenhimmel. Im Sternbild Jungfrau stellt Spica die Kornähre in der Hand der Jungfrau dar. In Mesopotamien war Spica unter dšala šubultu , später auch Göttliche Jungfrau der Kornähre, bekannt. Die Römer glaubten, in Spica die Göttin Ceres zu sehen. Römische Namen sind Spicum, Spigha, Stachys und Aristae Puella . Die IAU hat am 30. Juni 2016 den Eigennamen Spica als standardisierten Eigennamen festgelegt. Spica ist ein spektroskopischer Doppelstern und ein ellipsoid veränderlicher Stern. Spica A ist ein pulsationsveränderlicher Stern vom Typ der Beta-Cephei-Sterne. Die Helligkeit der Spica verändert sich mit einer Periode von 4,0142 Tagen zwischen +0,92 mag und +0,98 mag. Diese geringe Helligkeitsschwankung ist visuell kaum feststellbar. Beide Komponenten von Spica gehören zum Spektraltyp B , wobei sich der hellere Stern nahe am Ende seiner stabilen Zeit als Hauptreihenstern befindet. Die beiden Sterne gehören zu den heißesten und somit bläulichsten der hellen Sterne am Nachthimmel. Durch die hohe Temperatur wird ein Großteil des Lichtes im unsichtbaren ultravioletten Bereich abgestrahlt. Die Bestrahlungsstärke beider Sterne zusammen ist größer als die Bestrahlungsstärke des hellsten Fixstern Sirius, trotzdem scheint Sirius für das Auge heller zu sein als Spica. Der hellere Stern hat eine Temperatur von 25.300 K und eine 20.512-fache Sonnenleuchtkraft. Der Radius beträgt das 7,8-fache des Sonnenradius und erstreckt sich auf fast 30 % des Abstandes der beiden Sterne. Die Masse des helleren Sternes beträgt das Elffache der Sonne. Das ist genug, um den Stern als Supernova enden zu lassen. Der nicht so bekannte weniger helle Begleitstern hat eine Oberflächentemperatur von 20.900 K, 2.254-fache Sonnenleuchtkraft, vierfachen Sonnenradius und etwas weniger als die siebenfache Sonnenmasse. Spica kann als ekliptiknaher Stern vom Mond und von Planeten bedeckt werden. Zum letzten Mal von einem Planeten bedeckt wurde Spica am 10. November 1783 durch die Venus, die nächste Bedeckung wird am 2. September 2197 wieder durch die Venus erfolgen. Spica ist in der Flagge Brasiliens abgebildet, wo er den Bundesstaat Pará repräsentiert. |
2024-12-02 11:25:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Anastasia,_die_falsche_Zarentochter | und Gerhard Dammann, Georg John, Paul Günther, Ernst Behmer, Harry Grunwald, Hugo Döblin, Anna von Palen, Erwin Kalser, Wilhelm Bendow Anastasia, die falsche Zarentochter ist ein deutscher Historienstummfilm aus dem Jahre 1928 von Arthur Bergen mit Lee Parry in der Titelrolle. In dieser fiktiven Handlung, die auf der seit 2007 als falsch erwiesenen Prämisse beruht, dass es sich bei der jungen Frau tatsächlich um die jüngste Zarentochter Anastasia handelt, taucht zu Beginn der 1920er Jahre eine junge Frau, halb verhungert und in einem elendigen Zustand, in Berlin auf und behauptet, Anastasia, die Tochter des ermordeten Zaren von Russland, Nikolaus II., zu sein. Sie ist nur eine von mehreren Frauen, die nach 1918 irgendwo auftauchten und vorgaben, Anastasia zu sein. Daher wird ihr zunächst nicht allzu viel Aufmerksamkeit beigemessen. Die junge Frau findet zunächst Beschäftigung als Statistin bei einem in Berlin gedrehten „Anastasia“-Film, wo bereits eine falsche Anastasia eingesetzt wird. Auch die „neue Anastasia“ geht den Weg aller anderen Anastasias und meldet sich beim in Berlin residierenden russischen Großfürsten Michael, in der Hoffnung durch sein Plazet die Anerkennung als einzige und wahre Anastasia zu bekommen. Doch der Großfürst weist sie ebenso ab wie all die anderen falschen Anastasias. Trost findet die junge Frau bei Leutnant Iwan Wolkoff, der sie einst in Russland halbtot aufgelesen und sie über die Grenze nach Deutschland geschmuggelt hatte. Wolkoff ist, politisch gesehen, Weißrusse, das heißt: er ist durch und durch zarentreu. Jetzt, im Westen, hat er mit einigen Getreuen eine Kosakentruppe auf die Beine gestellt und tritt mit ihnen in Varietés auf. Wolkoff erreicht, dass sein Schützling von der Tante der echten Anastasia vorgelassen und von ihr als echte Zarentochter anerkannt wird. Doch die junge Frau findet nur sehr schwer in dieses höfische Leben von Luxus und Reichtum zurück, das sich immer mehr als eine Scheinwelt erweist. Als man sie in eine Ehe zwingen will, flüchtet Anastasia aus den Fängen der Großfürsten-Entourage und in die Arme von Wolkoff, dem längst ihr Herz gehört. Sie will lieber ein armes aber erfülltes Leben führen als ein solches hinter goldenen Käfiggittern. Anastasia, die falsche Zarentochter entstand im National-Film-Atelier in Berlin-Tempelhof, passierte die Filmzensur am 24. November 1928 und wurde zu Beginn des darauffolgenden Monats uraufgeführt. Die Filmbauten stammen von Otto Moldenhauer, Ernst Körner übernahm die Aufnahmeleitung. Stummfilmveteran Max Landa gab in diesem Film seine Abschiedsvorstellung. Die historisch verbürgte Anastasia, jüngste Tochter von Nikolaus II., dem letzten Zaren Russlands, wurde, wie der Zar und die Zarin mitsamt deren Kindern, am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg ermordet. Bis zum Jahr 2007 gab es keine absolute Gewissheit, ob nicht doch ein direktes Mitglied der Zarenfamilie die Massenhinrichtung überlebt haben könnte. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg war in Berlin eine junge Frau aufgetaucht, die behauptete, Anastasia zu sein und die Erschießung durch die Bolschewiki überlebt zu haben. Sie ging in die Geschichte als Anna Anderson ein und sollte sich erst nach ihrem Tod als Betrügerin herausstellen. |
2024-12-03 20:54:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Club_Deportivo_B%C3%A1sico_Oviedo_Balonmano_Femenino | Club Deportivo Básico Oviedo Balonmano Femenino ist ein spanischer Frauen-Handballverein aus Oviedo. Aus Sponsoringgründen tritt der Verein als Lobas Global Atac Oviedo an. Im Jahr 1986 wurde der Club Deportivo Estadio Asturias gegründet, aus dem der heutige Verein im Jahr 2010 hervorging. Ursprünglich gab es Abteilungen für Handball der Frauen und der Männer, Volleyball der Männer und Basketball der Frauen, letztlich blieb nur der Handball der Frauen übrig. 2004 gelang der Aufstieg in die Primera División, die zweite Liga Spaniens, aus der man 2010 wieder abstieg. Von 2011 bis 2015 spielte der Verein erneut in der zweiten spanischen Liga, nun División de Honor Plata. 2015 gelang der Aufstieg in die División de Honor, aus der das Team aber nach nur einer Saison abstieg. Von 2016 bis 2022 war der Verein wieder in der División de Honor Plata aktiv; seit 2022 in der neuen zweiten Liga, der División de Honor Oro. Im Mai 2023 stand das Team als Aufsteiger in die División de Honor fest. Nach einem Jahr in der höchsten Liga stieg der Verein nach der Spielzeit 2023/2024 direkt wieder ab. Zu den Spielerinnen zählten Ana Temprano, die hier in ihrer Jugend spielte, sowie Irene Espínola Pérez . Heimspielstätte des Vereins ist die Polideportivo Municipal Florida Arena. Zuvor spielte man im Estadio de la Juventud, Polideportivo de San Claudio und Polideportivo de Pumarín. Super Amara Bera Bera | Caja Rural Aula Valladolid | Costa del Sol Málaga | motive.co Gijón | Mecalia Atl. Guardes | Rocasa Gran Canaria | Conservas Orbe Rubensa BM Porriño | KH-7 BM. Granollers | atticgo Balonmano Elche | Gurpea Beti Onak Azparren Gestión | Elda Prestigo | Sporting La Rioja | BM Morvedre | BM Zuazo |
2024-12-04 04:32:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bigwig | Bigwig ist eine Hardcore-Punk-, Punkrock- und Thrash-Band aus New Jersey. Seit ihrer Gründung haben sie ständig an Popularität gewonnen, insbesondere da sie mit Bands wie Pennywise, Less Than Jake, The Vandals, The Suicide Machines, Agnostic Front, Lagwagon, und Reel Big Fish gespielt haben. |
2024-12-02 07:12:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/RAW-Friedrichshain | Das RAW-Friedrichshain ist ein Kultur-, Sport- und Veranstaltungsgelände im Ortsteil Friedrichshain des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk Berlin nahe dem S-Bahnhof Warschauer Straße grenzt im Westen an die Warschauer Straße, im Norden an die Revaler Straße, im Osten an die Modersohnstraße und im Süden an die Trasse der Berliner Stadtbahn. Die fünf Tore des „letzten Berliner Freiraums“ sind rund um die Uhr geöffnet. Als selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum gehört es zu den Kunst-Institutionen Berlins. Das RAW-Gelände ist die letzte große Industriebrache in Friedrichshain. Heute ist der überwiegende Teil des Areals an verschiedene Kultur- und Sporteinrichtungen , Konzerthallen , Ateliers und Galerien , Clubs , alternativkulturelle Veranstaltungsorte und gastronomische Betriebe vermietet. Im Sommer erweitert sich das Angebot um ein Open-Air-Kino und an Sonntagen finden Flohmärkte statt. Die Skatehalle Berlin ist eine Indoor-Skatehalle, die im Winter 2004/2005 eröffnet wurde. Der Kinderzirkus Zack bietet – auch für Erwachsene – täglich Kurse wie Akrobatik und Clownerie an. Viele Werkstätten wie die Keramik-Werkstatt bieten Kurse an und die Akademie im Beamtenwohnhaus gibt Akt- und Porträtzeichenkurse. Die Radiosender BLN.FM und PIradio haben Studios auf dem RAW. Seit 2017 befindet sich der Verein Drop in e.V. auf dem Gelände, der interkulturelle Jugendarbeit durchführt. Viele Häuser des RAW, vorwiegend die Atelier-Häuser, befinden sich in basisdemokratischer Selbstverwaltung. Das heißt, die Nutzer organisieren sich in Hausplena, welche wiederum in Delegiertenversammlungen und Arbeitskreisen zusammenkommen. 2018 schlossen sich Künstler, Sportstätten, Kulturvereine und alternative Gastronomie-Betriebe im sogenannten „soziokulturellen L“ zusammen und gründeten die RAW Kultur L e.G. Die Genossenschaft vertritt die Nutzer nach außen, organisiert unter anderen den Tag der Offenen Häuser und führt Jubiläen und Kooperationen durch. Die auf dem Gelände befindlichen Clubs Haubentaucher, Suicid Circus, Astra, Urban Spree, Badehaus, Weißer Hase und Friedrichshain werden von Privatpersonen betrieben, die sich bisher nicht an der Selbstverwaltung beteiligen. Das RAW ist seit 1994 Privatgelände und teilt sich aktuell unter vier Eigentümern auf. Das Reichsbahnausbesserungswerk Berlin an der Warschauer Straße war seinerzeit der älteste Betrieb in Friedrichshain. Lediglich die westliche Begrenzung des Grundstücks reicht an die Warschauer Straße heran. Die Hauptgebäude des Werkes lagen dabei südlich der Revaler Straße. Eröffnet wurde der Betrieb am 1. Oktober 1867 als „Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II“ der Königlichen Direktion der Ostbahn in Bromberg . Die Königliche Ostbahn führte damals über Königsberg bis zur russischen Grenze und hatte ihren westlichen Endpunkt im alten Ostbahnhof am Küstriner Platz, dem heutigen Franz-Mehring-Platz. Der Betrieb diente der Instandhaltung von Lokomotiven sowie Personen- und Güterwagen, zuletzt vornehmlich von Kühlwagen. Die Anzahl der hier angestellten Arbeiter erreichte bereits nach wenigen Jahren 600 Personen und der Betrieb wurde entsprechend ausgebaut. Ein weiterer Ausbau erfolgte 1882 nach Eröffnung der Stadtbahn, die Beschäftigtenzahl stieg auf 1200 Angestellte. Mit der Bildung der Deutschen Reichseisenbahnen nach Ende der Novemberrevolution 1919 erhielt das Areal den Namen Reichsbahnausbesserungswerk, kurz RAW – das Kürzel hat sich bis heute gehalten. Am 14. Oktober 1967 erhielt das Werk zum 100-jährigen Jubiläum den Namen des während der NS-Zeit ermordeten bayerischen Kommunisten Franz Stenzer und wurde so zum Raw „Franz Stenzer“. Am 31. Oktober 1991 wurde die schrittweise Stilllegung des Werks aufgrund der „gestiegenen Reparatur- und Wartungskapazitäten im wiedervereinigten Deutschland“ bis 1995 verkündet und durchgeführt. Die Farbgebungshalle wurde erweitert und seit 1995 vom internationalen spanischen Schienenfahrzeugunternehmen Talgo zur Restaurierung von Talgo-Nachtzügen verwendet. Sie bietet 100 Beschäftigten Arbeit. Ab 1999 ist die ersten Präsenz von Künstlern auf dem Gelände belegt. In dem Jahr gründete sich der RAW Tempel e. V. mit dem Ziel, „einen Freiraum soziokultureller Nutzung inmitten einer europäischen Metropole zu gestalten, in dem sich individuelle Selbstverwirklichung mit dem solidarischen Handeln für ein Gemeinwesen verbindet.“ Die Bahntochter Vivico Real Estate GmbH übernahm die Geländeverwaltung für die DB. Der Zweck des Unternehmens ist die Veräußerung stillgelegter Bahnliegenschaften. Einige Gebäude wurden zwischen 1999 und 2015 an den Friedrichshainer Kulturverein RAW-tempel e. V. durch einen Generalmietvertrag vermietet, der hier vor allem kulturelle Projekte durchführte. Der Verein versuchte mehrmals, einzelne Gebäude von Vivico zu kaufen, jedoch verkaufte diese das Gelände für 4 Millionen Euro an die R.E.D. BERLIN Development GmbH um Klaus Wagner und seine isländischen Partner. Im Frühjahr 2015 meldet der RAW-tempel e. V. Insolvenz an. Seit 2007 kam es zu mehreren Eigentümerwechseln. Aktuell teilt sich das Gelände in vier Eigentümer: Der westliche Abschnitt gehört der Göttinger Immobilienfirma Kurth Immobilien GmbH, ein kleineres zentrales Stück der Sewan Verwaltungs GmbH von Peter Mast und Frank Trenkle und der östliche Teil der International Campus AG aus München. Der Streifen von Talgo befindet sich im Süden. Seit der Insolvenz des RAW Tempel e. V. 2015 als Generalmieter schließen die Nutzer von Flächen ihre Mietverträge direkt mit den jeweiligen Eigentümern. Heute ist der überwiegende Teil des Areals an verschiedene Kultur- und Sporteinrichtungen, Künstlerateliers, Konzerthallen und Liveclubs, Galerien, Clubs und gastronomische Betriebe vermietet . Sonntags findet regelmäßig ein Flohmarkt statt. Ab 2022 soll das Gelände weitgehend um- und ausgebaut werden. Vieles vom Altbaubestand soll erhalten bleiben, hier gilt 30 Jahre Bestandsschutz. Aber auch neue Gebäude sind geplant. Dafür wurden vier Architekturbüros ausgewählt: Ortner&Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH, Holzer Kobler Architekturen und Cobe/MVRDV aus Berlin sowie Astoc Architects and Planners aus Köln. Die Anwohner-Initiative Die Anrainer setzt sich aktiv für Lärmschutz und für neue Grünflächen ein sowie für den Erhalt der kulturellen und sportlichen Angebote zur Tageszeit und eine weniger intensive Nutzung in der Nacht. Sie sprechen sich auch für den Erhalt der günstigen Ateliers aus. Im Oktober 2014 machte die Initiative eine Anwohnerumfrage mit 1029 Befragten, von denen 92 % die Bebauungspläne des Investors ablehnten. Medien berichten über das RAW-Gelände oft im Zusammenhang mit dem Drogenhandel im Görlitzer Park. Die unsichere Zukunft des Geländes verhinderte lange Zeit ein Sicherheitskonzept für das gesamte Gelände. Meistens ist nur ein Security-Mitarbeiter vor Ort. 2015 erreichte die Kriminalität auf dem Gelände ihren statistischen und dramatischen Höhepunkt, als ein Freund der Sängerin der Band Jennifer Rostock bei einem Raubüberfall verletzt wurde. Der Konflikt betrifft ebenso die zu kleine Warschauer Brücke und die Tourismus-Meile um die Simon-Dach-Straße. Seit Ende 2015 ist die Kriminalität wieder rückläufig. Eine Petition der Anrainer für die „Konsequente Bekämpfung des Drogenhandels rund um das RAW-Gelände in Berlln-Friedrichshain“ unterzeichneten 3000 Menschen zwischen 2016 und 2018. Die isländisch-deutsche Investorengruppe Real Estate Development Berlin GmbH kaufte das Gelände – ohne die Talgo-Werke – von der Bahntochter Vivico für 4 Millionen Euro und versprachen „grüne Neubauten“ und versuchten ein Fair-Trade-Zentrum zu errichten. Die Pläne scheiterten am Widerstand des Bezirks, der Nachbarn und der Nutzer, nachdem Pläne für Hochhäuser bekannt wurden. Wagner verkaufte das Gelände bis auf einen kleinen Teil um das Badehaus. Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass der östliche Teil des Areals an die International Campus AG aus München verkauft wurde, die dort Studentenwohnungen errichten möchte. Der Bezirk schloss eine solche Nutzung jedoch bereits vor dem Kauf aus. Die IC meldet auf ihrer Internetseite, sie würden „Grundstücke in Zentraleuropa“ kaufen. Seit 2018 gehört dem kanadischen Immobilienfond Brookfield Asset Management Inc. die Mehrheit an der IC. Es finden bereits Abrissarbeiten statt und es gibt Pläne für private Schulen und Kitas und ein Schwimmbad . Dafür erwarten die Investoren, von bis zu 10 Stockwerken Neubau. Auf dem Teil des Geländes befanden sich die Clubs Neue Heimat und Mikz. Ebenfalls 2015 wurde der größere westliche Teil an die Kurth-Gruppe aus Göttingen für 20 bis 25 Millionen Euro verkauft. Der Bebauungsplan der Immobilienfirma mit Neubauten scheiterte bisher am Widerstand des Bezirks, der Anwohner und der Nutzer. Nachdem zum Kauf angekündigt wurde, die „Kiezkultur“ zu erhalten, wurden später Pläne mehrerer Hochhäuser bekannt. Zur Einigung wurden 2018 vom Bezirk Dialogwerkstätten durchgeführt, in denen der „Investorenfamilie“ nahegelegt wurde, mindestens einen Teil, das denkmalgeschützte Ensembles einer Kulturstiftung zu verkaufen. Der Friedrichshainer Stadtplaner Carsten Jost berichtet auf seiner Webseite, dass die als „Beteiligungsverfahren“ angekündigte Dialogwerkstatt gescheitert sei und unter anderen sogar der ehemalige Bürgermeister Schulz den Prozess verlassen hätte. Es gäbe bis heute keinen Beleg dafür, dass eine Bebauung für den kostendeckenden Betrieb des RAW nötig wäre. Der Bezirk hätte die Planungshoheit auf dem Gelände. Die Grünen Kreuzberg, die stärkste Fraktion in Friedrichshain-Kreuzberg, stellen Anträge um die Mieter von den Bauvorhaben der Investorengruppe zu schützen. Schon beim von Kurth Immobilien angeregten Verfahren 2015 entschlossen sich die Akteure, eigene Ideen für das Gelände zu entwickeln. Die Gebäude entlang der Revaler Straße stehen unter Ensemble-Schutz Lediglich der beliebte Kletterkegel, einer der 200 zwischen den Weltkriegen in Deutschland errichteten ehemalige Hochbunker der Bauart Winkel, ist ein Baudenkmal. Eine Initiative versucht 2019 bei dem Bezirksparlament mit einem Anwohnerantrag mit dem Wortlaut „RAW als städtebauliches Erhaltungsgebiet sichern!“. Dafür wurden bis April 2019 über 5000 Unterschriften gesammelt. 1000 waren nötig. Laut der Erklärung der Initiative wäre von den Investoren „eine Transformation geplant, die in der Gesamtbetrachtung die städtebauliche Funktion des RAW ignoriert – nämlich das RAW als innerstädtischer Freiraum für Kultur, für Freizeit, Erholung und lokales Gewerbe.“ Die städtebauliche Erhaltungsverordnung nach § 172 BauGB schützt „die städtebauliche Eigenart aufgrund der städtebaulichen Gestalt“, im weitesten Sinne also Milieuschutz für Häuser und Freiflächen, inklusive Vorkaufsrecht für den Bezirk. Die Initiative RAW-Kulturensemble hatte 2013 auf diesem Weg bereits erfolgreich die Bebauung mit Wohnungen auf dem gesamten Gelände untersagen lassen. Weil die aktuellen Eigentümer bauen wollen, fanden im Jahr 2018 mehrere sogenannte „Dialogwerkstätten“ zur Zukunft des Geländes statt. Auf Grundlage dieses sogenannten Bürgerbeteiligungsverfahrens sowie direkter Gespräche zwischen den derzeitigen Nutzern und Eigentümern wird ein B-Plan-Verfahren für 2019 vorbereitet. In den Verhandlungen ist die GSE g.GmbH im Gespräch, die vom Berliner Senat unter anderen den Auftrag hat: „Die Bereitstellung und Sicherung von Arbeitsstätten und Ateliers für bildende Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des Anmietprogrammes des Landes Berlin“. Auf ihrer Internetseite steht bereits: „Die GSE gGmbH wird Generalmieterin des Soziokulturellen L auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain.“ Die BVV Friedrichshain-Kreuzberg beschloss am 5. Juni 2019 mit geschlossener Mehrheit von Grünen, SPD und CDU und der Hälfte der Linken, mit geschlossener Gegenstimme der Partei die Erstellung eines umstrittenen Bebauungsplans. „Gleichzeitig lehnte sie den von der Initiative RAW Kulturensemble initiierten Einwohnerantrag ebenfalls deutlich ab. Der hatte vor allem gefordert, das Gelände als Erhaltungsgebiet zu sichern.“ Die derzeitigen Nutzer sprachen sich in der Sitzung für den Kompromiss aus, da er den Erhalt ihres Nutzungsteils des Areals für 30 Jahre sicherstellt. Neutrale Beobachter wie Anwohner-, Mieter- und Stadtteil-Verbände gehen angesichts der auslaufenden Mietverträge von Erpressung aus. Die Bebauung sieht circa 150.000 Quadratmetern Baumasse vor, ein Faktor von 2,9, also fast das Dreifache der 52.000 Quadratmeter Grundfläche. Lediglich die denkmalgeschützten Gebäude sollen erhalten bleiben. Wie die Gewerbeflächen genutzt werden, wurde nicht festgehalten. Im Oktober 2019 bekannt wurde bekannt, dass Amazon den geplanten Büroturm Edge East Side Tower schräg gegenüber dem RAW mieten will. Baustadtrat Florian Schmidt prüfte den Bau kurz vor Baubeginn. Wenige Tage später, am 19. Oktober 2019, schrieb die Morgenpost, dass die Kurth Immobilien ein Haus auf dem RAW-Gelände für die Film-Branche herrichten will. Am 1. April 2019 bereits eröffnete die Firmengruppe aus Göttingen, der 20 Gesellschaften gehören, in der aufwändig renovierten Radsatzdreherei das House of Music u. a. für Bandproberäume, die stundenweise vermietet werden. Internationale britische, US-amerikanische und japanische Unternehmen gehören zu den festen Mietern, sowie das Musicboard Berlin. Ein Hochhaus von bis zu 100 Meter Höhe ist auf dem RAW geplant. Die Planungsagentur von Carsten Joost, Architekt und früherer Mitorganisator der „Mediaspree versenken“ – Kampagne hat alternative Pläne entworfen, die sowohl tragfähig wären als auch den Wünschen der Nutzer und Anwohner gerecht würden. Vertreter der hauptstädtischen Kreativwirtschaft kritisieren die Bauvorhaben scharf. Die Berliner Clubcommission redet von „Clubsterben“ und bemängelt mangelnde Planungssicherheit für Clubkultutschaffende. In ihrer Studie “Clubkultur Berlin” vom Oktober 2019 gaben die Clubbetreiber an, der Schutz vor Verdrängung wäre die wichtigste Forderung der Berliner Clubbetreibenden. Die Koalition der freien Szene mahnt in einem offenen Brief im Mai 2019 den Regierenden Bürgermeister von Berlin eine „Verschleppung des Raumproblems“ an. Zum Soziokulturellen L zählen die Häuser und Projekte BWH, SGL, VWG, FIVE-O, Ambulatorium, Crack Bellmer, Zum Schmutzigen Hobby und Emma Pea. Die Regisseurin Louise Culot drehte eine Dokumentation über das 2009 schon stark umkämpfte RAW, welche unter anderen den ersten Preis des NoDogma Filmfestivals verliehen bekam, den dritten Platz bei Kiezkieken belegte und auf der Globale in Leipzig lief. 52.507113.4532Koordinaten: 52° 30′ 25,6″ N, 13° 27′ 11,5″ O |
2024-12-04 05:15:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Challes-la-Montagne | Challes-la-Montagne ist eine französische Gemeinde mit 189 Einwohnern im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Pont-d’Ain und zum Arrondissement Nantua. Challes-la-Montagne liegt auf 497 m, etwa 20 Kilometer östlich der Präfektur Bourg-en-Bresse im südlichen französischen Jura-Gebirge. Die Fläche des 7,65 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Teil der Montagne de Berthiand, ein Höhenzug im Bugey mit einer gewellten Hochfläche zwischen dem Ain-Tal und dem Tal des Oignin. Hier wechseln sich sanfte Mulden mit Kuppen und langgezogenen Kämmen ab. Trotz einer leichten Reliefstruktur weist das Gemeindegebiet keine oberirdischen Fließgewässer auf, weil das Niederschlagswasser sofort im porösen kalkhaltigen Untergrund versickert. Der westliche Rand der Gemeinde folgt der Geländekante, hinter der die etwa 200 m eingetiefte Schlucht des Ain beginnt. Neben der eigentlichen Ortschaft Challes gehören noch die beiden Weiler Cizod und Samériat zur Gemeinde. Sie liegen südwestlich von Challes auf derselben Hochfläche. Nachbargemeinden von Challes-la-Montagne sind Serrières-sur-Ain und Leyssard im Norden, Ceignes im Osten, Saint-Alban im Süden sowie Poncin im Westen. Der Gemeindegebiet von Challes-la-Montagne gehörte zu den Besitztümern der Herren von Poncin und Cerdon, die im 12. und 13. Jahrhundert erst den Grafen von Coligny und dann den Thoire-Villars unterstanden. Im 13. Jahrhundert werden die Ortschaft Challes und Cizod erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert kam die Gemeinde unter die Oberhoheit der Grafen von Savoyen, und mit dem Vertrag von Lyon gelangte sie 1601 an Frankreich. Die ursprünglich nur „Challes“ genannte Gemeinde gab sich 2006 den heutigen Namen „Challes-la-Montagne“. Mit 189 Einwohnern gehört Challes-la-Montagne zu den kleinen Gemeinden des Départements Ain. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts etwas abgenommen hatte , schwankt sie seit Beginn der 1990er Jahre um den heutigen Wert. Die Ortsbewohner von Challes-la-Montagne heißen auf Französisch Chaléens. Challes-la-Montagne war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Milchwirtschaft und Viehzucht, sowie die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Von den 22 Kleinbetrieben sind auch heute noch etwa die Hälfte landwirtschaftlich. Die übrigen Erwerbstätigen sind großenteils Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen. Die kleine Departementsstraße D 85 verbindet die Gemeinde mit Poncin und der Verbindungsstraße D 1084 zwischen Bourg-en-Bresse und Nantua. Die Autobahn A 40 verläuft entlang der südlichen Gemeindegrenze, der nächste Anschluss befindet sich jedoch erst zwölf Kilometer entfernt in Saint-Martin-du-Frêne. Apremont | Arbent | Béard-Géovreissiat | Belleydoux | Bellignat | Billiat | Bolozon | Boyeux-Saint-Jérôme | Brénod | Brion | Ceignes | Cerdon | Challes-la-Montagne | Champfromier | Chanay | Charix | Chevillard | Condamine | Confort | Dortan | Échallon | Géovreisset | Giron | Groissiat | Injoux-Génissiat | Izenave | Izernore | Jujurieux | Labalme | Lantenay | Le Poizat-Lalleyriat | Les Neyrolles | Leyssard | Maillat | Martignat | Matafelon-Granges | Mérignat | Montanges | Montréal-la-Cluse | Nantua | Neuville-sur-Ain | Nurieux-Volognat | Outriaz | Oyonnax | Peyriat | Plagne | Poncin | Pont-d’Ain | Port | Priay | Saint-Alban | Saint-Germain-de-Joux | Saint-Jean-le-Vieux | Saint-Martin-du-Frêne | Samognat | Serrières-sur-Ain | Sonthonnax-la-Montagne | Surjoux-Lhopital | Valserhône | Varambon | Vieu-d’Izenave | Villes |
2024-11-30 18:16:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Wolff | Volker Wolff ist ein deutscher Wirtschaftsjournalist und Journalismuslehrer. Nach dem Abitur 1969 am Beethoven-Gymnasium Bonn studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln . 1978 wurde er mit der Dissertation Marktbearbeitungsstrategien des Versicherungsunternehmens zum Dr. rer. pol. promoviert. Er war dann Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Colonia Versicherung. 1980 wurde er Redakteur beim Handelsblatt in Düsseldorf und nach kurzer Unterbrechung 1985 bei Capital. Er übte dort die Funktion eines Ressortleiters aus und wechselte schließlich 1991 als Chefredakteur zur Wirtschaftswoche. Von 1995 bis 2014 war er Professor am Journalistischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war zwischenzeitlich auch Dekan und Prodekan . Von 1998 bis 2000 war er Geschäftsführender Leiter des Instituts für Publizistik in Mainz. Von 2001 bis 2008 gab er die Fachzeitschrift Wirtschaftsjournalist heraus. Wolff war Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation und Beiratsmitglied der HUK-Coburg. Von 2003 bis Ende 2014 war er Kuratoriumsmitglied der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln und ist seit 2012 Verwaltungsratsmitglied der Stiftung Warentest. |
2024-12-02 09:46:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_L%C3%BCtetsburg | Schloss Lütetsburg Das Schloss Lütetsburg ist ein Wasserschloss in der Gemeinde Lütetsburg in Ostfriesland. Die Schlossanlage ist namensgebend für die Gemeinde und besteht aus einem Wohnhaus, einer Vorburg und einem Park. Das Schloss liegt östlich der Stadt Norden und wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach grundlegend umgebaut. Die dreiflügelige Vorburg gehört zur zweiten, vom Häuptling Unico Manninga von 1557 bis 1576 erbauten Anlage, ihr Torturm von 1731 zur dritten. Das Schloss selbst entstand in den Jahren 1959 bis 1960 auf den Grundmauern des niedergebrannten Vorgängerbaus. In Lütetsburg stand seit 1212 ein Uthof des Häuptlingsgeschlechts der Manninga, der Herren von Westeel, Pewsum und Bergum. Diesen ließ Lütet I. Manninga vermutlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Steinhaus ausbauen. Er wurde so zum Namensgeber des Schlosses und der sich darum entwickelnden Ortschaft. Sein Neffe Lütet II. verlegte schließlich den Stammsitz des Geschlechts auf den sturmflutsicheren Geestrand östlich der Stadt Norden, nachdem die alte Residenz in Westeel im Jahre 1374 durch die Erste Dionysiusflut verloren gegangen war. Dessen Enkel, Lütet III., baute das dortige Steinhaus bis 1430 zu einer vierflügeligen Burg aus. Die Grundmauern des heutigen Schlosses stammen noch aus dieser Zeit. Während der Sächsischen Fehde zerstörten Truppen der Schwarzen Garde die Burg im Jahre 1514 aus Rache dafür, dass ihnen der ostfriesische Graf Edzard II. drei Munitionsschiffe geraubt hatte. Häuptling Unico Manninga ließ die von einer Graft umgebene Burg in den Jahren 1557 bis 1576 an der ursprünglichen Stelle als Schloss im Stil der Renaissance wieder aufbauen und fügte der Anlage eine Vorburg hinzu, die bis heute erhalten ist. Nach Unico Manningas Tod erbte seine einzige Tochter Hyma die Burg. Durch ihre Heirat mit dem Reichsfreiherrn Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen gelangte Lütetsburg im Jahre 1588 in den Besitz der Familie Knyphausen , die bis heute Besitzer von Schloss Lütetsburg mit Park und Wald sind. Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten Truppen des Ernst von Mansfeld im Jahre 1632 das Schloss und die umliegenden Dörfer. Sie belasteten die Umgebung mit hohen Kontributionen. Und das, obwohl Dodo zu Innhausen und Knyphausen, der Sohn des Schlossherrn Wilhelm zu Inn- und Knyphausen, in Mansfelder Diensten stand. Schwer litten Schloss und Dorfbevölkerung auch unter der Einquartierung kaiserlicher Truppen unter Oberst Matthias Gallas sowie der Besetzung durch Truppen der antikaiserlichen Allianz . Nach dem Abzug der Besatzer war die Bausubstanz des Schlosses marode. In den folgenden Jahren verfiel es immer mehr, bis Dodo zu Innhausen und Knyphausen die Anlage von 1677 bis 1679 im Stil des Klassizistischen Barock umbaute. Carl Philipp zu Innhausen und Knyphausen ließ Anfang des 18. Jahrhunderts den alten Torturm der Vorburg und die Zugbrücken niederreißen. Die halbmondförmige Brücke wich einer geraden und an der Stelle des alten Torturms erhielt das Gebäude 1731 einen zentralen, zweigeschossigen barocken Torturm, der nach Verlegung der Hauptzufahrt von der Ost- auf die Nordseite entstand. Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen, General und Oberkommandierender der hessischen Truppen in Nordamerika wurde hier am 4. November 1716 geboren und verbrachte seine letzten Jahre ab 1788 daselbst. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1893 kam es in Lütetsburg zu einem schweren Brand. Auslöser war ein umgestürzter Weihnachtsbaum. Dieser entzündete die Leinwandtapeten. Es dauerte sehr lange, bis die Feuerwehren aus Hage und Norden in Lütetsburg eintrafen, so dass sie ein nahezu vollständiges Niederbrennen der innerhalb einer breiten Graft gelegenen Hauptburg nicht mehr verhindern konnten. Dabei gingen auch viele künstlerisch und historisch wertvolle Objekte verloren, so etwa hunderte von Gemälden holländischer Maler des 17. Jahrhunderts, ein Ölgemälde des preußischen Hofmalers Antoine Pesne, wertvolle friesische und holländische Schränke, Tapisserien sowie die gesamten Rüstkammerbestände. Graf Edzard zu Innhausen und Knyphausen ließ das Schloss von 1894 bis 1896 durch den renommierten Hannoverschen Architekten Hermann Schaedtler im Stil der Neorenaissance wieder aufbauen. Schaedtler orientierte sich mit seinem Entwurf einerseits an historischen Vorbildern der niederländisch-dänischen Renaissance, andererseits aber auch an jüngeren Schlossbauten in der Verwandtschaft des Bauherrn. Ein weiterer Ausbau des Schlosses erfolgte bis 1908. Während des Zweiten Weltkriegs fielen im März 1944 140 schwere Bomben auf das Burggelände. Dadurch kamen mehrere Personen ums Leben, und das Schloss erlitt schwere Beschädigungen. Es wurde danach provisorisch wieder hergerichtet, so dass es teilweise bewohnbar war. 1956 fiel es aus ungeklärter Ursache erneut einem Großfeuer zum Opfer. Fürst Wilhelm Edzard zu Innhausen und Knyphausen ließ daraufhin den heute vorhandenen Bau in modernerem Stil auf den Grundmauern früherer Schlösser wieder aufbauen. Von den Vorgängerbauten sind nur der lang gestreckte Backsteinbau der Vorburg und der Torturm erhalten. Das Schloss besteht aus einer zweigeschossigen Vierflügelanlage aus Backstein mit zwei Türmen. Es entstand in den Jahren 1959 bis 1960 nach auf den barocken Vorgängerbau zurückgehenden Entwürfen von Wilhelm Edzard zu Inn- und Knyphausen. Diese setzte der Architekt Hans-Heinrich von Oppeln-Bronikowski um. Wesentlich älter ist die Vorburg: Den parallel zur Straße gelegenen, langgestreckten Backsteinbau ließ die Familie Inn- und Knyphausen im 16. Jahrhundert in der Formensprache der niederländischen Renaissance erbauen. Der zweigeschossige Torturm mit rundbogiger Durchfahrt, seitlichen Pilastern, geschwungenem Sandsteingiebel und wappenhaltenden Löwen entstand 1731 im Zentrum der Vorburg. Der Schlosspark Lütetsburg wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im Stil des niederländischen Barock gestaltet und wies dem damaligen Zeitgeist entsprechend eine kleinteilige Parzellierung auf. Ende des 18. Jahrhunderts fiel er wüst. Edzard Mauritz Freiherr von Inn- und Knyphausen ließ ihn daraufhin in den Jahren 1790–1813 von dem Oldenburger Hofgärtner Carl Ferdinand Bosse neu anlegen. Nach seinen Plänen entstand auf dem etwa 30 Hektar großen Areal der größte private Englische Landschaftsgarten Norddeutschlands. Deutlich ist der Anlage die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzende Hinwendung zur Romantik im Sinne Jean-Jacques Rousseaus anzusehen. Er zählt zu den wenigen auf dem Kontinent erhaltenen Beispielen dieses frühromantischen Gartentyps. Durch den Park führt ein Wegenetz von ca. 5 km Länge, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Seit 2015 wird alljährlich im Frühherbst im Schlosspark von Lütetsburg das Lichtkunstfestival „Illumina“ durchgeführt. Dabei werden Bäume illuminiert, aber auch Lichtinstallationen aufgebaut. Die Darbietung wird durch Klangeffekte und gesprochene Texte akustisch untermalt. Zu den vierzehn Szenarien führte 2017 ein ca. zwei Kilometer langer Rundkurs. nach Autoren alphabetisch geordnet |
2024-12-04 01:39:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/1._Allgemeine_Verunsicherung | Veröffent-lichung 1978 Format LP, CD Genre Rockkabarett Titel 11 Produktion Wilfried Scheutz 1. Allgemeine Verunsicherung ist das 1978 erschienene Debütalbum der gleichnamigen österreichischen Rockband Erste Allgemeine Verunsicherung. Das Album wurde als Begleitmaterial der Live-Konzerte, die den Namen Uschi im Glück trugen, produziert. Musikalisch ist das Album deutlich vom Rockkabarett geprägt. Zu ironischen, satirischen Texten, die in breitem österreichischem Dialekt vorgetragen werden, werden Musikstile zum jeweiligen Thema imitiert. Die LP-Version des Albums erschien in einer Auflage von nur 2.000 Exemplaren, da die Band zu Beginn ihrer Karriere noch wenig Zielpublikum fand. Offiziell erschien das Album mit der Interpretenangabe „1. Allgemeine Verunsicherung & Wilfried“, da Sänger Wilfried Scheutz als einziges Bandmitglied als Solokünstler über einen Plattenvertrag bei der EMI verfügte und er seine Plattenfirma überreden konnte, das Album als sein Solowerk zu veröffentlichen. Da das Album nach der ersten Veröffentlichung nicht mehr neu aufgelegt wurde, hat es mittlerweile aufgrund des späteren kommerziellen Erfolgs der EAV einen hohen Sammlerwert. Im Jahr 1999 gab es eine Neuveröffentlichung des Albums mit einer CD-ROM als Beilage, die in limitierter Auflage durch ausgewählte Plattenhändler vertrieben wurde. Der Unterschied zur LP neben dem Tonträgerformat war das grau abgedruckte Cover der CD. Die CD ist heute nicht mehr im Handel erhältlich. Einige Titel des Albums erschienen jedoch separat und in überarbeiteter Klangqualität auf späteren EAV-Kompilationen. Im November 2015 ist das Album – diesmal mit dem originalen Artwork in gelb – in einer digital restaurierten Fassung neuerlich auf CD erschienen – eine Wiederveröffentlichung auf Vinyl folgte im Januar 2016. |
2024-11-24 19:30:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager_Dachau | Das Internierungslager Dachau errichtete die US-Armee nach der Ende April 1945 erfolgten Befreiung des KZ Dachau. Gesammelt wurden in diesem Internierungslager mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher, KZ-Personal, Angehörige der Sicherheitspolizei und Personen, denen die Ermordung notgelandeter amerikanischer Flieger vorgeworfen wurde. Nach der Umnutzung des Internierungslagers Ludwigsburg wurden diese Personengruppen Mitte 1946 in Dachau zentral zusammengefasst. Das Lager wurde als letztes in der US-Zone und erst nach den Nürnberger Prozessen im September 1948 in die Verantwortung deutscher Behörden übergeben. In Zusammenarbeit mit dem Häftlingskomitee Comité International de Dachau musste die US-Armee zwischen April und August 1945 zuerst den organisatorischen Betrieb des Lagers weiterführen, die Überfüllung der Wohnblöcke beenden, ehemalige Häftlinge teils an andere Orte verlegen und hygienische Verhältnisse wiederherstellen. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten war durch die Amerikaner anfangs sichergestellt. Die schwierigste Aufgabe war die Bewältigung der hohen Sterblichkeit und die Eindämmung der Epidemien. Häftlingsärzte und US-Soldaten impften alle Insassen gegen Typhus, isolierten einen Teil der Wohnblöcke und schufen einen engen Durchgang. Hier wurden alle hindurchgehenden Personen jeweils mit DDT besprüht. Über dessen Schädlichkeit wusste man noch nicht viel. Die Läuse als Krankheitsüberträger verschwanden, die Epidemie konnte eingedämmt werden. In der US-Zone wurden insgesamt 46 Internierungsstätten errichtet, davon 37 Internierungslager, zwei Internierungs-Gefängnisse und sieben Internierungs-Krankenhäuser. Als Haftstätte für mutmaßliche Kriegsverbrecher hatte Dachau eine Sonderstellung inne. Bekannte NS-Funktionäre und Personen wurden vorbeugend interniert. Dies geschah im Zusammenhang mit der Demokratisierung des Landes, das vor den Nazis unbedingt zu schützen sei, und mit der endgültigen Zerschlagung des Nationalsozialismus. Diese vorbeugenden Inhaftierungen durch die US-Armee wurden später teilweise in diffamierender Absicht mit der Vorbeugehaft und der sogenannten Schutzhaft unter dem NS-Regime verglichen. Die Amerikaner gelten in der historischen Forschung als die Alliierten mit dem größten „demokratischen Sendungsbewusstsein“. Sie werden als Wegbereiter der Entnazifizierung angesehen. Schon vor Ende des Krieges hatten sie Verdächtige verhaftet, ohne dass es dazu gemeinsame Beschlüsse der Alliierten gegeben hätte. Die Besatzungsmacht ging konsequent vor, was die hohen Belegungszahlen zeigen. Allein bis Dezember 1945 wurden insgesamt 117.512 Personen festgenommen. Von Anfang an wurde an ihrer Praxis Kritik geübt, dass sich die Inhaftierung nicht auf individuelle Schuld gründete, sondern nach schematischen Kriterien wie eine führende Position in NSDAP-Organisationen richtete. Innerhalb des Lagers gab es vier Funktionsbereiche: Innerhalb des Lagers fanden ständig Verlegungen statt, so dass sich die vier Lagerbereiche stetig wandelten. Die Belegung des Internierungslagers variierte stark. Die Quartiere der „normalen“ Internierten galten als überbelegt, im Gegensatz zu denen der Kriegsverbrecher. Das Lager stand anfangs unter amerikanischer Verwaltung, mit einem Lagerkommandanten an der Spitze. Die Wachmannschaften waren die Besatzungstruppen, ab November 1945 auch polnische Soldaten. Als Teile des Lagers unter deutsche Verantwortung gestellt wurden, waren hier deutsche Wachmannschaften, die Fluchtrate stieg. Einem Inspektionsbericht ist zu entnehmen, dass diese Wachmannschaften schlecht bezahlt wurden und deshalb als bestechlich galten. Die amerikanische Lagerleitung wusste um diese Missstände, dennoch griff sie nicht ein, solange die Fluchtraten niedrig blieben und die Disziplin im Lager nicht gefährdet war. Die amerikanische Militärregierung war stark bemüht, trotz der teilweise gravierenden Versorgungsengpässe keinen Lebensmittelmangel im Internierungslager aufkommen zu lassen. Einerseits wurden Vergleiche zwischen dem Internierungslager und dem KZ Dachau gezogen, andererseits war man bestrebt, schwer belasteten Kriegsgefangenen ein Mindestmaß an Lebensbedingungen zu erfüllen. Die US-Zone wurde zum einzigen Bereich der vier Besatzungsmächte, in der angeblich kein Internierter an Hunger starb. In der britischen und der französischen Zone starben vereinzelte Internierte durch die schlechte Ernährung. In der sowjetischen Zone lag die offizielle Sterblichkeitsrate bei 36 Prozent. Dort kamen etwa 43.000 Menschen zu Tode. Die Amerikaner wurden einerseits wegen der KZ-ähnlichen Zustände kritisiert, sahen sich andererseits der Kritik der „Verhätschelung von NS-Funktionären“ ausgesetzt. Die Ernährung stellte sich als großes Problem heraus, da die Amerikaner mit größeren deutschen Vorratsbeständen gerechnet hatten. Nach der Ernte im Herbst entspannte sich die Lage etwa ab Oktober 1945. Bereits im Januar 1946 wurde jedoch angesichts neuer Versorgungsnotstände eine zonenweite Kontrolle des Gewichts der Internierten und der Kalorienmengen eingeführt. Es stellte sich heraus, dass eine schlechte organisatorische Verteilung der Kalorienmengen die Ursache war. Von nun an wurden die Kalorienmengen aufgeteilt in Nicht-Arbeiter, leicht oder schwer arbeitende Personen. Trotz der Umschichtung der Lebensmittelverteilungen kam es zu einigen Unterernährungen. Im Internierungslager Dachau litten im November 600 Personen an Unterernährung, obwohl ausreichend Lebensmittel vorhanden waren. Zu Engpässen kam es auch bei Kleidung und Seife, die hygienischen Verhältnisse im Lager waren alles andere als zufriedenstellend. Seit August 1945 sorgten Geistliche für die Seelsorge der Internierten. Sie trafen auf erhebliche Widerstände aufgrund der ablehnenden Haltung der Nationalsozialisten gegenüber den Kirchen. Das galt besonders für in den Dachauer Prozessen angeklagte ehemalige Gestapo-Angehörige, SS-Führer und SS-Ärzte, von denen viele aus der Kirche ausgetreten waren und sich als „gottgläubig“ bezeichnet hatten. Im Januar 1946 kam es zum gewaltsamen Widerstand von 475 Sowjetbürgern, die in der SS gedient hatten. Sie widersetzten sich der zwangsweisen Repatriierung in die Sowjetunion. Daraufhin gingen mit Schlagwaffen ausgerüstete US-Soldaten gegen sie vor. Während der Auseinandersetzungen nahmen sich 14 Gefangene das Leben. Dieser Vorgang löste ein breites Presseecho in den USA aus, in dem die Praxis der zwangsweisen Rückführung in die Sowjetunion mehrheitlich scharf kritisiert wurde. Am 31. August 1948 wurde das US-Internierungslager aufgelöst und das Gelände dem Bayerischen Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung übergeben. Aus dem Lager entließen die bayerischen Behörden die letzten Gefangenen am 29. September 1948. Personen, die an diesem Tag ohne weitere Nachforschungen entlassen wurden, waren Joachim Ruoff , Helmut Sündermann , Fritz Reinhardt , Max Köglmaier , Dr. Hartmann und einige weitere. Werner Grothmann war am Tag zuvor entlassen worden. Hingegen war der frühere Direktor der Universität München, Walther Wüst, auf dem Weg ins Arbeitslager Ungererstraße. Obwohl es Versorgungsprobleme gab, schuf die US-Besatzungsmacht ein funktionierendes Internierungslager, das kein rechtsfreier Raum war und in dem als schuldig geltende Personen nach humanitären amerikanischen Maßstäben behandelt wurden. Die US-Armee leistete mit dieser Arbeit ein positives Beispiel für den Umgang mit politischen Gefangenen. Die deutschen Gefangenen betonten die Entbehrungen im US-Internierungslager, sie verglichen es mit dem Konzentrationslager, stellten Verfahrensfehler und Mängel fest. Obwohl die Versorgung der Haftinsassen in der Tat nur ausreichend bis mangelhaft war, gab es im Unterschied zur ehemaligen KZ-Lagerordnung keine Körperstrafen und auch keine alleinige Gerichtsbarkeit des Lagerkommandanten. Es herrschten demokratisch-juristische Vorgehensweisen, auch bei der Behandlung der Gefangenen. Die Sterblichkeit im Lager entsprach der Sterblichkeitsrate der übrigen Bevölkerung. Das US-Militärgericht erreichten in der Zeit der amerikanischen Verwaltung zahlreiche schriftliche Gnadengesuche zu den Prozessen, beispielsweise von den Angehörigen des KZ-Personals und von NSDAP-Funktionären selbst. Ebenso trafen schriftliche Gesuche gegensätzlicher Art ein: München, den 29.I.46 Herrn General McNarney! Soeben lese ich in der Presse von drei Begnadigungen von den Henkern von Dachau, die durch Herrn Generalleutnant Truscott ausgesprochen wurden. Gestatten Sie, Herr General, einer unglücklichen Mutter, deren Sohn man als pol. Gegner 1933 verhaftete, nach Dachau brachte, und all diese Jahre ohne einen Lebenszeichen vom ihm ist, geben Sie, Herr General, der Begnadigung keine Bestätigung. Befreien Sie uns von dieser Sorte Menschen. Zwölf Jahre habe ich mich schon geschämt, Deutsche zu sein, als man einen arbeitsscheuen, staatenlosen Hochstapler an die Spitze des deutschen Reiches stellte. Und seine Anhänger, die soviel Unglück über die Menschen brachten, soll man begnadigen? Bitte, Herr General, tun Sie es nicht. Im Zuge der Demokratisierungspolitik verfolgten die Amerikaner als pädagogisches Ziel, das deutsche Volk mit den Geschehnissen und den Orten des nationalsozialistischen Terrors zu konfrontieren. So wurden Broschüren über das Lager Dachau und andere Konzentrations- und Vernichtungslager erstellt und verteilt. Ein Dokumentarfilm „Die Todesmühlen“ wurde zusammengestellt, er kam ab Januar 1946 in die Kinos. In einem amerikanischen Bericht heißt es dazu: „Die große Besucherzahl in den Kinos zeigt deutlich, dass die Deutschen es im großen und ganzen nicht vermieden, sich diese Anklage der deutschen Nation anzusehen. Anscheinend ist es dem Film mehr als jedem anderen Versuch gelungen, bei den Deutschen ein Bewusstsein der großen Schuld des Hitler-Regimes hervorzurufen.“ Die amerikanischen Offiziere registrierten die Reaktionen des Volks auf diesen Film. Einerseits kam es zur beschämten Haltung von Zuschauern, die den Wahrheitsgehalt des Filmes nicht bezweifelten. Andererseits kam es zu Aussagen, die NS-Gräuel seien nur ein Teil der Geschichte, man müsse auch die Bombardierungen deutscher Städte bedenken, dürfe das Schicksal deutscher Kriegsgefangener nicht vergessen und die Vertreibung der Zivilbevölkerung aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs. |
2024-12-04 00:03:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Clock-Signal | Die Benutzung eines Taktsignals ist ein Verfahren, den richtigen zeitlichen Ablauf beim Betrieb einer elektronischen Schaltung sicherzustellen. Insbesondere benötigen viele digitale Schaltungen ein entsprechendes Signal zur zeitlichen Koordination bzw. Synchronisation der Aktionen mehrerer Schaltkreise innerhalb komplexer digitaler Systeme . Daneben kann die Frequenz des Taktsignals als Referenzfrequenz dienen; sie sorgt so für den gleichmäßigen Gang beispielsweise elektronischer Uhren. Auch bestimmte analoge Schaltungen, beispielsweise Switched-Capacitor-Filter, benötigen eine genaue Taktfrequenz. Meistens ist es ein periodisches Signal, das durch seine Frequenz bzw. deren Kehrwert charakterisiert ist. Es wechselt dabei zwischen zwei Logikpegeln, in nebenstehender Skizze mit H für High und L für Low bezeichnet. Prominentes Beispiel eines Taktsignals ist der Systemtakt in einem Computer, der die Arbeitsgeschwindigkeit vieler Komponenten, insbesondere des Mikroprozessors, bestimmt. Ein Beispiel für ein aperiodisches Taktsignal ist die getaktete Datenübertragung, wie beispielsweise bei den Schnittstellen SPI oder I²C. Im Technikerjargon wird häufig bloß von Takt gesprochen, wobei dem Zusammenhang entnommen werden muss, ob damit Taktsignal, Taktfrequenz oder Taktzyklus gemeint ist. Wenn ein periodisches Taktsignal vorliegt, wird es von einem Oszillator, wie beispielsweise einem Quarzoszillator, erzeugt. Als weitere charakteristische Eigenschaften eines Taktsignals seien die Genauigkeit , die Amplitude und der Tastgrad genannt. Aus der Anwendung ergeben sich diesbezügliche Anforderungen, die sich auf die Auswahl bzw. das Konstruktionsprinzip des Oszillators auswirken bei höheren oder Atomuhr bei höchsten Genauigkeitsanforderungen). In der Idealvorstellung ist ein Taktsignal ein Rechtecksignal. Tatsächlich jedoch ist die Kurvenform eines Taktsignals häufig eher sinusförmig. Häufig ist die Taktfrequenz fast so hoch wie die technologisch bedingte Maximalfrequenz des Schaltwerks. Zur Befriedigung der Anforderung an die Flankensteilheit genügt in diesem Fall eine Wellenform mit geringem Anteil an Harmonischen, die zudem potenziell weniger Störausstrahlung verursacht. Zur Takterzeugung eines Rechtecktakts werden heute bei elektronischen Schaltungen neben den Schwingquarzen samt der Ansteuerschaltung auch Quarzoszillatoren verwendet. Die Vorteile dieser Bauelemente sind die geringe Toleranz der erzeugten Frequenz und die hohe Stabilität der Frequenz über den zulässigen Temperaturbereich, der Alterungsbeständigkeit des Bauelements und den zulässigen Bereich bei der Betriebsspannung der Bauelemente. Bei historischen Computern, die mit Trommelspeichern arbeiteten, wurde das Taktsignal mitunter von einer speziellen Magnetspur auf dem Trommelspeicher gelesen, siehe dazu im Artikel Trommelspeicher. Moderne Prozessoren sowie ihre Hilfsbausteine auf der Hauptplatine eines Computers benötigen mehrere verschiedene Taktsignale, da beispielsweise die CPU mit sehr viel höherer Taktfrequenz läuft als externe Schnittstellen. Auch innerhalb der CPU werden vor allem zwecks Energieeinsparung Frequenzen dynamisch je nach Betriebssituation umgeschaltet. Für die Bereitstellung solcher vielfältiger Taktsignale ist üblicherweise ein Master-Oszillator zuständig, der über eigene Frequenzteiler bzw. Phasenregelschleifen alle benötigten Frequenzen aus einer Quarzfrequenz ableitet. CPUs und GPUs werden in Ausführungen für bestimmte Taktfrequenzbereiche angeboten, für die sie bei der Entwicklung spezifiziert und bei der Herstellung getestet wurden. Da in diese Bereiche wegen der Betriebssicherheit und wegen unvermeidlicher Produktionstoleranzen Reserven eingeplant sind, streben viele Anwender – vor allem aus dem Computerspiel-Bereich – an, die Grenzen auszureizen. Viele Prozessoren bieten für dieses Übertakten spezielle Steuerregister an, über die man einen Teilerfaktor – den Multiplikator – einstellen kann, der angibt, wie die Arbeitsfrequenz aus der Taktfrequenz geteilt werden soll. Solche Einstellungen sind jedoch riskant, da es im Extremfall zu Datenverlusten oder auch der Zerstörung des Prozessors kommen kann. Daher gibt es Firmen, die als Teil ihres Dienstleistungsangebots solche übertakteten Rechner oder Grafikkarten anbieten, die sie vorher auf ausreichende Betriebssicherheit getestet haben. Die Schaltkreise, die das Taktsignal zur Synchronisierung benutzen, können je nach Bauart entweder während der steigenden oder der fallenden Signalflanke aktiv werden werden beide Flanken genutzt); man spricht dabei von Flankensteuerung oder Flankentriggerung. In Datenblättern und Diagrammen wird das Taktsignal häufig mit CLK bezeichnet. Mittels Clock-Gating kann in integrierten Schaltungen das Taktsignal selektiv bei bestimmten, momentan nicht benötigten Schaltungsteilen weggeschaltet werden, um die mittlere Leistungsaufnahme zu reduzieren. Die meisten komplexeren integrierten Schaltkreise erfordern ein Taktsignal, um unterschiedliche Teile der Chips zu synchronisieren und Gate-Delays auszugleichen. Da diese Bauelemente aufgrund des technischen Fortschritts sowohl immer komplexer als auch tendenziell schneller werden, wird die Lieferung eines akkuraten und überall gleichen Taktsignals an alle Schaltkreise für die Chipentwickler zu einer immer größeren Herausforderung. Das Paradebeispiel für solche komplexen Chips sind Mikroprozessoren, die zentralen Bestandteile moderner Computer. Die Taktfrequenz eines Prozessors gibt an, mit welcher Frequenz die Verarbeitungseinheiten getaktet werden. Sie wird in Hertz angegeben. Da die Frequenz mehrere Milliarden Hertz betragen kann, werden die Zahlen oft mit Hilfe von Vorsätzen wie Giga für Milliarden oder Mega für Millionen abgekürzt . Zum Beispiel bedeutet eine Prozessor-Taktfrequenz von 1 GHz eine Taktperiode von einer Nanosekunde. Bei aktuellen Prozessoren entspricht die Taktfrequenz der Frequenz, mit der Maschinenzyklen beginnen können, bei älteren Prozessoren konnte diese auch deutlich geringer als die Taktfrequenz sein. Z. B: Auch daraus lässt sich die effektive Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht definitiv schlussfolgern, denn auf manchen Prozessoren dauern selbst simple Befehle dann immer noch 10 bis 20 Zyklen, auf anderen können jeden Zyklus mehrere komplexe Befehle begonnen werden. Was auf einer CPU in 4 Takten erledigt ist, dauert auf anderen hunderttausend Takte. Multikernprozessoren erlauben getrennte Taktfrequenzen für jeden Kern sowohl für global genutzte Ressourcen , weiterhin können diese sich entsprechend der aktuellen Anforderungen dauernd ändern. Der Datendurchsatz eines Prozessors ergibt sich aus seiner Taktfrequenz und der Datenübertragungsrate seiner Anbindung an den Hauptspeicher. Die Rechenleistung ist nicht nur von der Frequenz, sondern auch von der gesamten Architektur des Prozessors abhängig. Selbst bei Prozessoren, die den gleichen Befehlssatz verwenden, können sich bei gleicher Taktrate gravierende Rechenleistungsunterschiede zeigen, deren Ursache zum Beispiel in der IPC-Rate , firmenspezifischen Merkmalen oder in der bereits angesprochenen Speicherbandbreite begründet liegen kann. Die IPC-Rate gibt an, wie viele Instruktionen pro Taktzyklus ein Prozessor durch Parallelisierung gleichzeitig abarbeiten kann. Der Prozessor mit höherer IPC-Rate schafft daher pro Taktzyklus mehr Rechenoperationen und rechnet daher schneller. |
2024-12-04 02:43:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Dachenstein | Die Burgruine Dachenstein ist eine abgegangene Höhenburg und liegt am südlichen Ende der Gutensteiner Alpen , im Gemeindegebiet von Winzendorf, Niederösterreich. Die Burg wurde auf einem Plateau der westlichen Ausläufer des 476 Meter hohen Schlossberges der Fischauer Vorberge, zwischen den Ortschaften Netting und Dörfles, erbaut. Nach Nordwesten hin fällt das Gelände fast senkrecht ab. Die Burg Dachenstein dürfte gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut worden sein. In dieser Zeit wird im Traditionskodex des Stift Klosterneuburg ein Fridericus liber de Tahenstein genannt. Ob es sich dabei um den tatsächlichen Bauherrn handelt, ist allerdings nicht gesichert. Andere Historiker vermuten Wulfing von Prosset als Bauherrn, der als Ahnherr der Stubenberg gilt. Erst im Jahr 1323 wird die Feste eines Herrn von Tachenstein urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten verblieb die Burg im Besitz dieses Geschlechtes. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts starb das Geschlecht aus und die Burg gelangte an die Herren von Hohenegg, Eitzing und Gruber von Grub. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mussten die Gruber jedoch Teile ihrer Herrschaft versteigern. Dachenstein gelangte an Wolf Adam Perchtold zum Sachsengang, der die Feste dem Abt des Stiftes Neukloster in Wiener Neustadt verkaufte. 1662 erwarb Abt Robert von Stift Seckau den nahe gelegenen Strelzhof. Dieser war wesentlich wohnlicher und leichter zu erreichen als Dachenstein, so dass Strelzhof zum Verwaltungssitz der umliegenden Güter bestimmt wurde. Aus einem Inventar von 1683 ist zu entnehmen, dass die Burg damals noch gut ausgestattet war. Die Burg Dachenstein wurde danach verlassen und geriet langsam in Verfall. Im Jahr 1811 vernichtete ein Brand, der durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, die noch vorhandenen Bauten der Burg völlig. Die baulichen Überreste der Burg nutzen die Bewohner von Netting als Steinbruch und verwendeten das noch brauchbare Material zum Häuserbau. 1835 war die Anlage bereits fast völlig verschwunden. 1878 erfolgte durch das Stift Neukloster die Veräußerung der zu Dachenstein gehörenden Grundstücke an Private. Heute befindet sich das Burggelände in Privatbesitz. Von der einstigen Hochburg ist bis auf einige Mauerreste praktisch nichts mehr erhalten. Auf den Resten der Grundmauern steht heute eine Jagdhütte. |
2024-12-04 05:01:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/August_Schmidt_(Gewerkschafter) | August Schmidt war ein deutscher Gewerkschafter, Mitbegründer der IG Bergbau und deren erster Vorsitzender. August Schmidt wurde in Oespel, einem Dortmunder Vorort, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er auf der Zeche Germania in Marten zu arbeiten und war 17 Jahre als Bergmann tätig. Im Jahr 1902 trat er in die SPD ein und war seit 1903 Mitglied des Gemeinderates von Oespel. In den Jahren 1909 bis 1933 übernahm er leitende Funktionen im freigewerkschaftlichen Verband der Bergarbeiter Deutschlands, bei dem er 1909 Bezirksleiter in Essen war. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär eingezogen und wurde nach einer Verwundung bereits 1914 wieder entlassen. Schmidt wurde im Jahr 1918 Mitglied des Gesamtvorstandes und 1928 zweiter Vorsitzender der freigewerkschaftlichen Bergarbeitergewerkschaft. Er war auch Mitarbeiter der Hauptverwaltung der Gewerkschaft mit Sitz in Bochum. Außerdem gehörte er dem Internationalen Arbeitsamt Genf an. Daneben war er seit 1922 Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates. Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und der Zerschlagung der Gewerkschaften wurde Schmidt entlassen. Vorübergehend wurde er in „Schutzhaft“ genommen. In den Jahren 1934 und 1938 betrieb er eine Brotverkaufsstelle in Barop. Danach war er Knappschaftsrentner. Bereits im Mai 1945 fanden unter seiner maßgeblichen Beteiligung erste Gespräche zur Wiedergründung freier Gewerkschaften in Dortmund statt. Schmidt war zwischen März 1946 und Dezember 1946 Vorsitzender der provisorischen Ruhrgebietsleitung der Gewerkschaften. Er begründete am 8./9. Dezember 1946 den Industrieverband Bergbau britische Zone mit, aus dem später die IG Bergbau hervorging. Schmidt war bis November 1948 Vorsitzender der Organisation und danach März 1949 in der Bizone. Er war auch 1947 bis 1949 Mitglied im Zonenvorstand des DGB für die britische Zone. In den Jahren nach 1947 gehörte er auch der Deutschen Kohlenbergbauleitung an. Zwischen März 1949 und Juli 1953 war Schmidt Vorsitzender der IG Bergbau, die im Jahr 1953 eine Mitgliederzahl von 650.000 hatte. Danach war er bis zu seinem Tod Ehrenvorsitzender der Organisation. Außerdem war er von 1949 bis 1953 Beisitzer im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand. August Schmidt starb 1965 in Dortmund. August Schmidt | Heinrich Imig | Heinrich Gutermuth | Walter Arendt | Adolf Schmidt | Heinz-Werner Meyer | Hans Berger |
2024-12-02 10:13:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbert_Jaschinski | Adalbert Jaschinski war ein deutscher Maler und Grafiker mit eigener Galerie. „AJA“ studierte von 1924 bis 1928 an der Staatlichen Kunst- und Gewerkschule in Königsberg. Er wurde Meisterschüler und Mitarbeiter von Rudi Schön. Ab 1930 war er selbständiger Maler und Grafiker. Seit 1942 Soldat der Wehrmacht, geriet er 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. „Bei meiner Tätigkeit als Auswertungszeichner der Luftwaffe hatte ich immer noch Gelegenheit, Skizzen vorn fremden Landschaften bis hinunter zum Plattensee zu machen, die ich dann später für größere Bildwerke verwenden konnte. Auch nach Kriegsende, in amerikanischer Gefangenschaft, konnte ich durch Porträtzeichnungen unserer Bewacher mir und meinen Kameraden das Lagerleben erleichtern.“ 1946 aus der Gefangenschaft entlassen, wurde er 1947 Privatdozent in Heidelberg. 1950 wurde er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Heidelberg – Karlsruhe. 1956 ließ er sich in Köln als freischaffender Künstler nieder. Er betrieb ab 1961 die Galerie „AJA“ am Neumarkt und ab 1964 in Köln-Deutz. 1987 gab er sie aus Altersgründen auf. Das Atelier mit seinen Arbeiten besteht noch heute. AJA unternahm vielfältige Studienreisen durch Europa und in die Mittelmeerländer. Auf zahlreichen Kunstausstellungen im In- und Ausland konnte er seine Arbeiten präsentieren. In jüngerer Zeit präsentierte Glinde, Kreis Stormarn, vom 6. Mai bis zum 12. Juni 2012 die Retrospektive 34 Jahre Kunst und Musik. Sein Werk umfasst Wandmalereien, Zeichnungen, Aquarelle, Pastellarbeiten, Porträts, Lackkompositionen und Ölgemälde. Neben verschiedenen Ansichten der Stadt Köln interessierten ihn als freischaffenden Künstler vor allem aber Landschaftsbilder. Den teilweise geradezu impressionistisch aufgefassten Motiven aus Jaschinskis ostpreußischer Heimat galt seine ganz besondere Vorliebe: in ihnen spürt man die Tiefe und Weite dieser von Wolken und Wasser geprägten Landschaft. „Die Verbundenheit mit der Natur kommt immer wieder in meinen Landschaften zum Ausdruck und bleibt mir auch weiterhin Vorbild und Leitfaden.“ |
2024-12-04 06:16:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Radio | Smart Radio ist ein Lokalradio in Augsburg, das seit September 1999 besteht. Das Programm umfasst Non-Stop-Musik der Genres Jazz, Swing, Bossa Nova, Lounge, R&B und Chansons und richtet sich an Personen im Alter von 29 bis 54 Jahren. Die Sendezeit beträgt 24 Stunden und erreicht bis zu 532.000 Hörer. Die Ausstrahlung erfolgt im Großraum Augsburg über DAB+ Kanal 9C und weltweit über Livestream. |
2024-12-04 06:34:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnk%C3%B6rper#Unabhängiger_Bahnkörper | Der Bahnkörper ist der grundlegende bauliche Teil der Bahnanlagen für Eisen- und Straßenbahnen und besteht aus dem Oberbau und dem ihn tragenden Unterbau. Im Wesentlichen besteht der Bahnkörper aus dem Oberbau und dem Unterbau. Abhängig von deren Ausführung kann sich der Aufbau im Detail unterscheiden. Zum Oberbau gehören die Gleise und die Bettung – meist aus Schotter oder als feste Fahrbahn. Die Standsicherheit des Oberbaus wird durch den Unterbau gewährleistet. Dieser besteht aus Erd-, Stütz- und Ingenieurbauwerken. § 16 BOStrab unterscheidet für Deutschland drei verschiedene Bauarten von Bahnkörpern. Nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz können Neubaustrecken nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens besondere Bahnkörper erhalten. Abhängig von gewählten Bauart werden unterschiedliche Trassierungsparameter angesetzt. Unabhängige Bahnkörper sind solche Strecken, die aufgrund ihrer Lage und Bauart völlig getrennt vom übrigen Verkehr sind. Bahnübergänge sind möglich. U-Bahnen sind nach gängiger Definition komplett kreuzungsfrei und daher ausschließlich mit unabhängigen Bahnkörpern ausgestattet. Besondere Bahnkörper liegen im Verkehrsraum öffentlicher Straßen, sind jedoch durch bauliche Maßnahmen vom übrigen Verkehr getrennt. Bahnübergänge und Kreuzungen sind möglich. Stadtbahnen fahren in der Regel zumindest auf besonderen Bahnkörpern oder auf Trennstreifen. Solche besonderen Bahnkörper können – oft als Überlandstraßenbahn – ein klassisches geschottertes Gleisbett haben. Alternative ist ein Rasengleis mit niedriger Pflanzendecke. Hier dient die Trasse als Grünfläche. Oder sie können gepflastert sein. Das ermöglicht zum einen, sie bei begrenztem Straßenraum auch zwischen einstreifigen Richtungsfahrbahnen einzurichten, wenn Rettungsfahrzeuge über einen 45°-Bord von der Fahrbahn auf den Gleiskörper ausweichen können. Zum anderen können sie für die Mitbenutzung durch Linienbusse ausgelegt werden, so dass auch diese am motorisierten Individualverkehr vorbeigeführt werden können. Straßenbündige Bahnkörper nutzen den Verkehrsraum anderer Verkehrsteilnehmer . Sie sind typisches Merkmal von Straßenbahnen. Für die Bahnen gilt hier die Höchstgeschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer, die Fahrzeuge dürfen eine Länge von 75 m nicht überschreiten. Die Entwässerung des Bahnkörpers ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, um eine Durchfeuchtung des Bahnkörpers zu verhindern, was zu einer Verringerung der Tragfähigkeit und Stabilität des Bahnkörpers führen würde. Um Schäden am Bahnkörper durch extreme Wetterereignisse, wie beispielsweise Starkregen, vorzubeugen, muss für eine geeignete und ausreichende Entwässerung gesorgt werden. Man unterscheidet zwischen offenen Entwässerungsanlagen und Tiefenentwässerung. Das Planum und das Erdplanum werden mit einem Gefälle ausgeführt, so dass der überwiegende Teil des Oberflächenwassers seitlich in offene Entwässerungsanlagen abgeleitet wird. Offene Entwässerungsanlagen können als Mulden und Gräben ausgeführt werden. Tiefenentwässerungen sind dagegen geschlossene, unterirdische Entwässerungsanlagen, die neben dem Oberflächenwasser auch Sicker- und Schichtenwasser fassen und ableiten. Tiefenentwässerungen können bei Bedarf auch zur Absenkung oder Haltung des Grundwasserspiegels eingesetzt werden. Sie werden als allseitig geschlitzte Sickerleitungen, sogenannte Vollsickerrohre, oder als nur oben geschlitzte Sicherleitungen, sogenannte Teilsickerrohre, ausgeführt und mindestens 0,6 m unterhalb des Planum verlegt. Eine wichtige Voraussetzung für eine sichere und staufreie Ableitung des Oberflächenwassers sind regelmäßige Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen an den Entwässerungsanlagen. |
2024-12-04 04:54:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sympathikolyse | Die Sympathikolyse ist ein Verfahren zur zeitweiligen oder andauernden Ausschaltung der sympathischen Innervierung. Es wird u. a. zur Verbesserung der Durchblutung in den Beinen oder Armen angewandt. Der Sympathikus bewirkt im Gleichgewicht der vegetativen Systeme die Engstellung der Blutgefäße, daher ist nach seiner Ausschaltung in vielen Fällen eine Gefäßerweiterung zu erzielen. Verschlossene Gefäße werden nicht wieder eröffnet, aber die Kollateralen werden besser durchblutet. Zur Verbesserung der Durchblutung an den oberen Extremitäten kann die Leitungsanästhesie des Ganglion stellatum vorgenommen werden. Durch diese Blockade kommt es neben einer Vasodilatation im gesamten Einzugsgebiet zu einer verminderten Schweißsekretion und einem Horner-Syndrom. Letzteres ist ein Zeichen für die erfolgreiche Durchführung der Blockade. Die vorübergehende Stellatumblockade wird z. B. zur Therapie eines fortgeschrittenen komplexen regionalen Schmerzsyndromes durchgeführt. Eine chirurgische Ausschaltung des Ganglion stellatum ist das letzte Mittel der Wahl bei einem Morbus Raynaud. Auch an anderen Stellen des Körpers kann das sympathische Nervengeflecht blockiert werden. Der an den großen Bauchgefäßen liegende sympathische Plexus kann z. B. in örtlicher Betäubung unter Steuerung im Computertomogramm durch Injektion von konzentriertem Alkohol ausgeschaltet werden . |
2024-12-03 16:53:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Freak_of_Nature | Veröffent-lichung 26. November 2001 Format CD, LP, MC Genre Pop, Dance, Rock, R&B Titel 12 Länge 47:12 Min. Produktion Ric Wake, Sam Watters, Louis Biancaniello, Richie Jones Studio Epic Records, Daylight Records Freak of Nature ist das zweite Studioalbum der Sängerin Anastacia. Es wurde am 26. November 2001 veröffentlicht. Auf Freak of Nature, dem Nachfolger des bereits in vielen Ländern erfolgreichen Debüts Not That Kind setzte Anastacia ihren Mix aus an die 1980er-Jahre angelehnten R&B, Funk, Soul und Pop fort, wobei dieses Mal die Balladen einen etwas größeren Anteil an den Stücken des Albums hatten. Vor allem das Uptempo-Stück Paid My Dues entwickelte sich zu einem europaweiten Hit, auch One Day in Your Life war eine erfolgreiche Singleauskopplung. José F. Promis von Allmusic schrieb, das Album sei "full of raw emotion, power, and musicality" und schaffe es, besser zu sein als der Vorgänger. Er gab ihm 4 von 5 Sternen. Anastacia wurde mit Freak of Nature nun auch in den USA etwas erfolgreicher, das Album war dennoch das letzte, das dort erschien. Es erreichte Platz 27 der Billboard 200 und die Spitzenposition in vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Dänemark und Schweden. In Österreich kam es bis auf Platz zwei. Hauptartikel: Anastacia/Auszeichnungen für Musikverkäufe |
2024-12-01 13:02:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gro%C3%9Fe_Coup_von_Casablanca | Der große Coup von Casablanca ist ein französisch-italienisch-spanischer Gangsterfilm aus dem Jahr 1966 von Jacques Deray, der auch – zusammen mit José Giovanni und Henri Lanoë – das Drehbuch verfasst hatte. Dieses basiert auf dem 1965 erschienenen Roman Les Pilleurs du dimanche von Robert Page Jones. In den Hauptrollen sind Claudine Auger, George Hamilton, Alberto de Mendoza und Tiberio Murgia zu sehen. Zum ersten Mal ins Kino kam der Film am 24. April 1966 in Frankreich. In der Bundesrepublik Deutschland hatte er seine Premiere am 28. Juli 1967. Vier Männer und eine Frau haben sich zusammengetan, um auf altmodische Art und Weise einen Goldtransport aus einem marokkanischen Bergwerk abzufangen: der leitende Ingenieur der Mine, der den Transport einteilt, ein Automechaniker, der den Transportwagen bei der letzten Kfz-Inspektion schussunsicher basteln will, der Abenteurer und Lastwagenfahrer Georges, in dessen Riesenkühlwagen der Transportwagen nach gelungenem Überfall verschwinden soll, und last but not least als Initiator und Chef des Unternehmens der smarte Gangster Travis mit seiner Freundin Lila. Der große Coup gelingt, aber nicht nach vereinbartem Plan, sondern nach Travis‘ verschwiegenem Konzept, nach dessen Durchführung nicht nur die Wachmannschaft des Transporters, sondern auch der Komplize Automechaniker zu recht unansehnlichen Leichen werden. Bevor Georges das gleiche Schicksal ereilt, spielt ihm Lila einen Revolver zu: Travis wird zu seinen Opfern versammelt. Georges und Lila schließlich vergessen völlig ihren noch vorhandenen dritten Mann, den Mineningenieur, und fliehen durch malerische Gegenden bis nach Madrid, wo sie im Lauf der Zeit den Goldraub abzusetzen hoffen. Der „vergessene“ Ingenieur aber hatte von Anfang an kein rechtes Zutrauen zu seinen Mitarbeitern gehabt und setzte ihnen einen Detektiv auf die Fährte. Bald darauf wird das Pärchen von dem Geprellten in Madrid besucht. Georges, der von der Existenz des Mannes nichts gewusst hat, wird böse auf seine falsche Gefährtin, pfeift auf Gold und Weib und macht sich aus dem Staub. Aus der Ferne wird er Zeuge einer wilden Schießerei, bei der alle Goldgierigen daran glauben müssen. Der Evangelische Film-Beobachter zeigt sich alles andere als begeistert: „Die Geschichte eines altmodischen Goldraubs wird langatmig und spannungsarm reportiert. Gelegentliche schöne Landschaftsaufnahmen fallen gegen dramaturgische Einfachheit und logische Verirrungen zu gering ins Gewicht. Der Film ist langweilig und kann nicht empfohlen werden.“ Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt das Lexikon des internationalen Films: „Etwas zähflüssige Abenteuergeschichte in zynisch ausgeleuchtetem Gaunermilieu.“ |
2024-12-02 08:09:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/7,92_%C3%97_57_mm | Die Patrone 7,92 × 57 mm, auch als 8 × 57 IS „Infanterie Spitz“ bekannt, war die Standard-Gewehrpatrone des deutschen Militärs während der beiden Weltkriege. Sie ist als jagdliche Patrone nach wie vor im Gebrauch. Die 8 × 57 IS unterscheidet sich von der 8x57 I durch einen 0,1 mm größeren Geschossdurchmesser, der durch eine schwarz lackierte Ringfuge am Zündhütchen gekennzeichnet wurde. Sie ersetzte 1904/1905 die Patrone M/88 mit Vollmantel-Rundkopfgeschoss. Die Entwicklung der Gewehrpatrone 7,92 × 57 mm wurde ab 1887 von der deutschen Heeresleitung in Auftrag gegeben. Frankreich hatte 1886 die erste rauchschwache Gewehrmunition mit Nitrozellulose zur Ordonnanz erklärt. Infolgedessen fürchtete das Deutsche Heer ins Hintertreffen zu geraten. Später folgten andere Staaten diesen Vorbildern. Österreich-Ungarn und das Königreich Portugal hatten bereits ab 1886 Schwarzpulvergewehre für das Kaliber 8 mm , daher lag es nahe, dieses moderne Kaliber zu übernehmen. Bis 1888 war im deutschen Heer noch der Repetierer Modell 1871/84 mit seiner veralteten Munition im Kaliber 11 × 60 mm R im Einsatz. Die alte Mauser-Patrone hatte noch eine Schwarzpulver-Treibladung, während nunmehr mit der Erfindung der rauchschwachen Pulver viel kompaktere und vor allem rasantere Gewehrmunition zur Verfügung stand. Durch die mehr als einhundertjährige weltweite Einsatzzeit dieser Patrone sind zahlreiche Varianten für verschiedene Aufgabenstellungen entstanden. Die genaueren Zusatzbezeichnungen dieser knapp einhundert Varianten wurden von Munitionssammlern durch XCR-Codes im Bereich von 08-057-BBC-000 bis 08-057-BBC-999 erfasst. Bereits 1888 als Patrone M/88 für das Gewehr 88 auf den Markt gebracht und fast gleichzeitig als Jagdpatrone übernommen, war die Patrone ursprünglich mit einem Geschoss kleineren Durchmessers verladen. Das anfängliche Rundkopfgeschoss übernahm man für das Gewehr 98 vom Gewehr 88, da Preußen sich mit der Forderung durchsetzte, die alten Patronen 88 weiterhin zu verwenden. Der Auftrag für das Gewehr 98 ging schließlich an die Firma Mauser, sie sollte ein modernes Infanteriegewehr und die zugehörige Munition entwickeln. Das 14,7-g-Vollmantel-Rundkopfgeschoss wurde in den Jahren 1904–1905 durch das im Durchmesser größere 10,2-g-Spitzgeschoss ersetzt. Die von Anfang an vorhandenen Laufmaße 7,90/8,10 mm hatten sich als nicht günstig für das alte – in kombinierter Stauch-Press-Führung geführte – Geschoss erwiesen. Der vergrößerte Geschossdurchmesser verbesserte die Genauigkeit und erhöhte die Lauflebensdauer. Die Austrittsgeschwindigkeit erhöhte sich von 640 m/s auf 878 m/s. Ab 1933 wurde in der deutschen Infanterie ausschließlich das s.S-Geschoß eingesetzt. Um Messing einzusparen, wurde später beim Karabiner 98 hauptsächlich Stahlhülsen-Munition verwendet. Um auch Blei einzusparen, wurde die s.S.-Patrone ab 1940 weitestgehend durch die S.m.E-Patrone ersetzt. Für die Maschinengewehre MG34 und MG42 wurde vor allem für die Flugzeugbekämpfung das Geschoss weiterentwickelt Kern, SmKL = Spitzgeschoss mit Kern und Leuchtspur). Eine aus dem Zweiten Weltkrieg bekannte Munition mit Sprenggeschoss ist die „B-Patrone“ , die beim Auftreffen einen Lichtblitz und eine weiße Rauchwolke erzeugte. Da 1888 zunächst das kleinere Kaliber eingeführt und sehr bald Jagdwaffen dafür entwickelt worden waren, bestanden ab 1905 zwei sehr ähnliche Kaliber nebeneinander, die aber nicht willkürlich getauscht werden dürfen. Zwar kann man aus dem Lauf für die 8×57-mm-IS-Patronen die 8 × 57 I verschießen, jedoch aus dem Lauf mit dem geringeren Zugmaß nicht das größere Kaliber 8 × 57 IS, da dies zu einer Laufsprengung führen kann. Daher sollte 1939 die Normalisierungsverordnung hier Ordnung bringen. In folgenden Infanteriewaffen des deutschen Heeres bzw. der deutschen Wehrmacht kam die Patrone zum Einsatz : Hinzu kamen gegen Kriegsende diverse Notkonstruktionen . Die Daten für die s.S.- und S.m.E.-Patrone auf den Karabiner 98k mit einer Lauflänge von 60 cm. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die neugegründete jugoslawische Volksarmee die Patrone ein, zunächst bei Nachbauten von Mauser-Gewehren, später auch beim Maschinengewehr M53 und dem Scharfschützengewehr M76. Darüber hinaus wurde die Munition auch in den Armeen anderer Staaten eingesetzt, zum Beispiel in der Türkei, in der Tschechoslowakei, in Ägypten, im Iran, in Rumänien, in Polen, in Israel, im Königreich Jugoslawien und in den nationalchinesischen Streitkräften unter Chiang Kai-shek. Sie war während der Zwischenkriegszeit die verbreitetste Militärpatrone der Welt. Das Besa-Maschinengewehr der britischen Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg war als ursprünglich tschechoslowakische Entwicklung der Waffenwerke Brünn ebenfalls für diese Patrone eingerichtet. Die Patrone 8 × 57 IS wird seit Jahrzehnten in verschiedenen Varianten als Jagdmunition weiterproduziert. Ein Grund dafür war die einfache Verfügbarkeit alter Militärwaffen in diesem Kaliber, die einfach zu Jagdwaffen umgebaut werden konnten. Die 8 × 57 IS wird zu den sogenannten Mittelkalibern gerechnet und ist für alles europäische Wild geeignet. Die Patrone bietet ausreichende Leistungsreserven selbst für kapitales Rotwild, ohne jedoch beim Erlegen von leichtem Rehwild das Wildbret allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Das Kaliber 8 × 57 ist für Kipplaufwaffen auch als Randpatrone mit der Bezeichnung 8 × 57 IRS verfügbar. Seitengewehr 84/98 • Seitengewehr Modell 42 • Mauser C96 • Luger • Walther P38 • Walther PPKe • Walther PP • Sauer 38H • Mauser HSc • Astra 600 • Dreyse Modell 1907 • Volkspistole Karabiner 98k • Gewehr 24 • G29/40 • G33/40 • G98/40 • Gewehr 41 • Gewehr 43/Karabiner 43 • Sturmgewehr 44 • Fallschirmjägergewehr 42 • Luftwaffendrilling M30 • Sturmgewehr 45 • Volkssturmgewehr MP18 • MP 34 • MP35 • MP40 • MP 41 • MP 3008 • Erma EMP • Erma EMP 44 MG 08 • Maschinengewehr Schwarzlose • MG 13 • MG 15 • MG 17 • MG 26 • MG 30 • MG 34 • MG 42 • MG 45 • MG 131 • lMG28 • MG 35/36 Granatwerfer 34 • Granatwerfer 36 • Granatbüchse 39 • Kurzer 8-cm-Granatwerfer 42 • Granatwerfer 42 Stielhandgranate 24 • Eihandgranate 39 • Stielhandgranate 43 • Splitterring Faustpatrone • Panzerfaust • Raketenpanzerbüchse 54 • Panzerbüchse 38 • Panzerbüchse 39 • Panzerbüchse M.SS41 • 2-cm-Panzerabwehrbüchse 785 • Panzerwurfmine • Hafthohlladung • Geballte Ladung • Schießbecher Flammenwerfer 35 • Flammenwerfer 41 • Einstossflammenwerfer 46 Fliegerfaust Pistole 625 • Pistole 640 • Pistole 35 • Maschinenpistole MP 715 • Maschinenpistole MP 717 • Gewehr 24 • Panzerbüchse 35 |
2024-12-04 05:47:44 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bodendenkm%C3%A4ler_in_Wang_(Oberbayern) | Auf dieser Seite sind die Bodendenkmäler in der oberbayerischen Gemeinde Wang zusammengestellt. Diese Tabelle ist eine Teilliste der Liste der Bodendenkmäler in Bayern. Grundlage ist die Bayerische Denkmalliste, die auf Basis des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes vom 1. Oktober 1973 erstmals erstellt wurde und seither durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geführt wird. Die folgenden Angaben ersetzen nicht die rechtsverbindliche Auskunft der Denkmalschutzbehörde. Allershausen | Attenkirchen | Au in der Hallertau | Eching | Fahrenzhausen | Freising | Gammelsdorf | Haag an der Amper | Hallbergmoos | Hohenkammer | Hörgertshausen | Kirchdorf an der Amper | Kranzberg | Langenbach | Marzling | Mauern | Moosburg an der Isar | Nandlstadt | Neufahrn bei Freising | Paunzhausen | Rudelzhausen | Wang | Wolfersdorf | Zolling |
2024-12-02 04:56:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/Conrad_Buno | Conrad Buno war ein deutscher Hof-Kupferstecher, Verleger, Zeichner und Buchhändler. Insbesondere in Niedersachsen ist Buno bekannt durch zahlreiche alte Stadtansichten, die nach seinen Zeichnungen von Merian als großformatige Kupferstiche vervielfältigt wurden. Die Jugend von Konrad Buno fällt in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in deren Wirren viele Dokumente und ganze Städte verlorengingen und ungezählte Menschen, obdach- oder heimatlos geworden, durch die Lande zogen. Genaue Lebensdaten von Menschen aus dieser Zeit fehlen daher häufig oder wurden teilweise nachträglich rekonstruiert, oft aufgrund eigener biographischer Angaben der entsprechenden Menschen: Ausgehend von der in der Sekundärliteratur belegten Angabe, dass Konrad Buno ein Bruder des Rektors Johannes Buno in Lüneburg war, war er vermutlich der Sohn des Ludwig Buno, Mitgliedes des Frankenberger Rats, und der Elisabeth, geborene Helfreich . Bunos Großvater väterlicherseits, ebenfalls mit dem Namen Conrad Buno, war fürstlich-hessischer Rat. Angenommen wird, dass der spätere Kupferstecher „spätestens 1616 geboren war“. Am 25. September 1649 heirateten Konrad Buno und Agnes Anna Wichmann . Für den am 24. April 1639 verstorbenen Pastor der Katharinenkirche in Braunschweig, Joachim Jordan, gab es eine Messingplatte, die mit „Conradt Baun“ signiert war. Daher wurde das erste Auftauchen von Konrad Buno in Braunschweig spätestens um das Jahr 1640 rekonstruiert. Als Hofkupferstecher von Herzog August von Braunschweig rühmte sich Buno im April 1649, dem Herzog „nunmehr an die elf Jahr“ gedient zu haben. Zwischen 1641 und 1643 fertigte Buno einen Stich mit der Darstellung des Einzuges seines Herrn in Wolfenbüttel; in diesem Zeitraum erhielt Buno ein eigenes Zimmer auf Schloss Wolfenbüttel zugewiesen und schuf mehrere Abbilder des Fürsten. Von möglichen Ölbildern haben sich jedoch offenbar keine erhalten. 1649 erhielt Buno seines Fürsten Erlaubnis zur Eröffnung eigener Geschäftsräume für Verlagsbuchhandel und offenem Buchladen. Zwar war es für Kupferstecher seiner Zeit üblich, so das Arbeits- und Einkommensfeld zu erweitern, das Geschäft Bunos war jedoch das erste seiner Art in Wolfenbüttel. Noch im selben Jahr heiratete er Agnes Anna Wichmann, die Tochter des Bürgermeisters. Buch- und Verlagsgeschäft kam jedoch nur schleppend in Gang. Grund war Bunos Herstellung von Zeichnungen für die von Matthäus Merian begonnene und von den Söhnen fortgesetzte Topographia Germaniae: Für die Bilder der Topographia und Eigentliche Beschreibung Der Vornembsten Stäte, Schlösser auch anderer Plätze und Örter in denen Hertzogthümer Braunschweig und Lüneburg, und denen dazu gehörende Grafschafften Herrschafften und Landen reiste Buno ab 1650 drei Jahre lang übers Land – der Westfälische Friede machte es nun relativ gefahrlos möglich – um die Vorlagen für etliche Orts- und Stadtansichten der beiden Länder zu zeichnen, die bei Merian anschließend in Frankfurt in Kupfer gestochen wurden. So konnte Buno seinen Plan für Verlagsbuchhandlung und offenen Buchladen in Wolfenbüttel erst ab 1655 richtig in Gang bringen. Hierzu buchte er im selben Jahr erstmals eine Ausstellungsgelegenheit auf der Frankfurter Messe für die von ihm angebotenen Werke. Da ihm dort „fahrende Händler“ anderer Buchhändler jedoch das Geschäft streitig gemacht hatten, erhandelte er sich für die Messe 1665 das Privileg, das anderen Händlern „den Verkauf von Büchern nur zur Zeit der Jahrmärkte oder auf besondere Erlaubniß gestattete“. Vermutlich noch im selben Jahr wurde Buno 1665 Mitglied des Rates der Stadt Wolfenbüttel. Vor seinem Tod war er zum Kämmerer des Stadtrates aufgestiegen. Bunos Witwe überlebte ihren Gatten um gut zwanzig Jahre, sie starb am 26. November 1691. Kupferstiche mit dem Initialen C.B sind bekannt in Goski’s Divi Augusti Ducis Brunsvico – Luneburg. Vita et Fama, Francofurti, 1693, fol. |
2024-12-02 03:51:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Jamil_Ahmad | Jamil Ahmad war ein pakistanischer Schriftsteller. Jamil Ahmad wurde in der Provinz Punjab geboren, das seinerzeit zu Britisch-Indien gehörte. Als junger Mann entschied er sich für eine Laufbahn in der Verwaltung. Nach dem Studium in Lahore, beschloss er 1954, als Staatsbeamter in entlegene Stammesgebiete zu gehen. Auf diese Weise lernte er Paschtu und konnte sich mit der Kultur der einzelnen Stämme auseinandersetzen. 1956 lernte Ahmad in London seine deutsche Frau kennen, die er bald danach heiratete. Die Familie Ahmad lebte jahrelang in entlegenen Regionen Pakistans, entlang der Grenze zu Iran und Afghanistan, die heute als Rückzugsgebiete von Extremisten gelten. Ahmad stieg schnell in der Beamtenhierarchie auf und wurde Anfang der siebziger Jahre der politische Vertreter der Regierung im Swat-Tal. Dort begegnete er einem amerikanischen Literaten, der ihn zum Schreiben inspirierte. Seine lyrischen Versuche stellte er jedoch bald wieder ein. Auf Anraten seiner Frau begann er, seine vielen Notizen und Eindrücke von den Stammesgebieten in Prosa zu verfassen. Ein Verleger ließ sich damals allerdings für sein Manuskript nicht finden. Erst 30 Jahre später, als sein Bruder von einem Literaturwettbewerb hörte und das vergilbte Manuskript einreichte, wurde es doch noch publiziert. Das Buch erschien zunächst auf Englisch in Südasien, dann in England und in den USA. Inzwischen gibt es Ausgaben in Deutsch, Französisch, Spanisch, Schwedisch, Italienisch und mehreren anderen Sprachen. The Wandering Falcon wurde für die Shortlist des Man Asian Literary Prize sowie für die des Commonwealth Prize nominiert. Jamil Ahmad lebte bis zu seinem Tode mit seiner Frau in Islamabad. Auf den Spuren des Jungen Tor Baz führt Jamil Ahmad in seinem Roman Der Weg des Falken den Leser durch eine archaische Welt. Er erzählt aus der Grenzregion zwischen Pakistan, Afghanistan und Iran, von berückenden Landschaften, von Stammesriten und dem Kampf ums Überleben. In seiner Prosa will Ahmad die geschlossene Welt der Stämme weiterleben lassen, die in der Realität längst in Auflösung begriffen sind. Dabei verschweigt der Autor nicht die Gewalt und Grausamkeit, die diesen Alltag mitprägen. Jamil Ahmads Geschichten zeichnen sich durch die Klarheit seiner Sätze aus, die mit rhythmischer Präzision und kargen Worten die unerbittliche Einsamkeit der Wüstenwelt zwischen Pakistan, dem Iran und Afghanistan erstehen lassen. „Aus der Spannung von zurückhaltendem und zupackendem Erzählen bezieht Der Weg des Falken seine Wirkung. Aus dem Zusammenprall von archaischen und modernen Werten entsteht sein denkerisches Abenteuer.“ |
2024-12-02 09:58:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_von_Tiedemann | Christoph Willers Marcus Heinrich Tiedemann, ab 1883 von Tiedemann, war ein preußischer Verwaltungsjurist und Politiker. Christoph von Tiedemann war ein Sohn des Landmessers, Gutsbesitzers und Politikers Heinrich Tiedemann und dessen Ehefrau Caroline Amalie Marie Louise Jessen . Er hatte zwei Schwestern. Nach dem Abitur studierte Tiedemann an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Rechtswissenschaft und Nationalökonomie. 1855 war er Mitgründer der Burschenschaft Teutonia zu Kiel. 1857 im Corps Saxonia Kiel recipiert, zeichnete er sich zweimal als Senior aus. Als Inaktiver wechselte er an die Universität Leipzig und die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Nach dem Staatsexamen ging er 1862 als Anwalt für das Herzogtum Holstein und das Herzogtum Lauenburg nach Segeberg. 1865 wurde er zum Polizeimeister der Stadt Flensburg ernannt, 1872 zum Landrat des Kreises Mettmann in der Rheinprovinz. 1878 berief ihn Reichskanzler Otto von Bismarck zum ersten Chef der neu gegründeten Reichskanzlei. Bereits drei Jahre später wurde Tiedemann Regierungspräsident im westpreußischen Regierungsbezirk Bromberg. Er blieb in dieser Funktion bis 1899 und befürwortete die Ansiedlung von Kolonisten in den Ostgebieten des Deutschen Reiches zur Stärkung des Deutschtums. Er saß 25 Jahre im Preußischen Abgeordnetenhaus. Am 28. März 1883 wurde er von Wilhelm I. in den preußischen Adelsstand erhoben. Als Mitglied der Deutschen Reichspartei war er von 1898 bis 1906 auch Mitglied des Deutschen Reichstags. Christoph von Tiedemann starb 1907 im Alter von 70 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er am 23. Juli 1907 auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Charlottenburg-Westend. Als Vertreter der Reichsregierung nahm Arnold Wahnschaffe an der Trauerfeier teil. Das Grab von Christoph von Tiedemann ist nicht erhalten. 1905 und 1909 wurden die beiden Bände seiner Lebenserinnerungen Aus sieben Jahrzehnten veröffentlicht. Das Erscheinen des zweiten Bandes erlebte Tiedemann nicht mehr. Die Drucklegung besorgte sein Sohn Adolf von Tiedemann. Tiedemanns Nachlass befindet sich im Bundesarchiv Berlin. Er heiratete am 29. September 1862 Luise Meyer . Das Paar hatte mehrere Kinder: Karl Cappe | Franz Joseph von Ritz | Carl Theodor von Seyssel d’Aix | Alexander von der Goltz | Friedrich Behrens | Christoph von Tiedemann | Gisbert von Bonin | Ludolf von Estorff | Hermann Roehrig | Fritz von Scherenberg | Walter zur Nieden Christoph von Tiedemann | Franz Johannes von Rottenburg | Friedrich Wilhelm von Loebell | Arnold Wahnschaffe | Curt Baake | Heinrich Friedrich Albert | Heinrich Hemmer | Eduard Hamm | Werner von Rheinbaben | Adolf Kempkes | Franz Bracht | Franz Kempner | Hermann Pünder | Erwin Planck | Hans Heinrich Lammers |
2024-11-24 02:32:45 | https://de.wikipedia.org/wiki/Matthew_VanDyke#Not_Anymore_und_Bürgerkrieg_in_Syrien | Matthew „Matt“ VanDyke ist ein amerikanischer Dokumentarfilmer und Aktivist, der sich beim Bürgerkrieg in Libyen 2011 als freiwilliger bewaffneter Kämpfer den Rebellen anschloss und sich fünfeinhalb Monate in libyscher Kriegsgefangenschaft befand. Zudem war er später im Syrischen Bürgerkrieg auf Seiten der Freien Syrischen Armee aktiv. VanDyke wuchs als Einzelkind bei seiner Mutter in Baltimore auf. Er erlangte die Hochschulreife über einen General Educational Development Test und besuchte zunächst ein Community College. 2002 erlangte er den Bachelorgrad in Politikwissenschaften an der University of Maryland, Baltimore County mit summa cum laude. 2004 schloss er sein Studium in „Security Studies“ mit einem Schwerpunkt auf dem Nahen Osten an der Georgetown University in Washington, D.C. mit dem Mastergrad ab. Seine Thesis trug den Titel Why Al Qaeda Targets the US. Während seines Studiums schrieb er eine Kolumne für die Studentenzeitung The Hoya und war Co-Moderator einer Sendung des Campus-Radios der Georgetown University. VanDyke bewarb sich während seines Studiums für ein Praktikum bei der CIA, wurde jedoch nicht angenommen. Nach dem Studium versuchte er erfolglos, sich zusammen mit einem Cousin selbstständig zu machen, später nahm er verschiedene Gelegenheitsjobs an. Inspiriert von den Abenteuerfilmen von Alby Mangels, der sich stets selbst filmte, beschloss VanDyke, die arabische Welt kennenzulernen, die er nie zuvor besucht hatte, und sie als seinen persönlichen „Crashkurs in Männlichkeit“ mit dem Motorrad zu bereisen, worüber er einen Dokumentarfilm drehen wollte. Seine erste Reise führte ihn in den Jahren 2007 bis 2009 mit einer Kawasaki KLR 650 von Spanien aus nach Marokko, Mauretanien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Syrien und den Irak, wo er als Englischlehrer arbeitete und für eine Regionalzeitung seiner Heimat, den Baltimore Examiner, zwei Artikel als Embedded Journalist der US-Armee schrieb. Daneben finanzierte er die Reise durch Sponsoring in seinem Blog, und zwischen Marokko und Mauretanien schmuggelte er Autos für Hehler in Europa. Die Reise wurde durch mehrere Flüge in die USA unterbrochen, zu VanDykes Mutter und seiner Freundin, die er bei den Reisevorbereitungen in Madrid kennengelernt hatte, und einmal, um einen Schlüsselbeinbruch auszuheilen, den er sich bei einem Sturz mit dem Motorrad zugezogen hatte. 2010 folgte eine sechsmonatige Motorradreise zusammen mit dem amerikanischen Fotografen Daniel „Dan“ Britt vom Irak über die Türkei und den Iran nach Afghanistan, wo beide abermals als eingebettete Journalisten die US-Truppen im Afghanistan-Krieg begleiteten. Die beiden wurden auf ihrer Reise mehrfach verhaftet. Im Dezember 2010 kehrte VanDyke nach Baltimore zurück. Auf seinen Reisen schloss Matthew VanDyke enge Freundschaft mit einer Gruppe von Libyern um Nouri Fonas, den er als „Hippie“ bezeichnet. Als kurz nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten der Arabische Frühling und schließlich der Bürgerkrieg in Libyen begann, stand er mit dieser Gruppe in Kontakt. Sie erzählten ihm von verwundeten, getöteten und verschwundenen Freunden und fragten „Warum hilft uns keiner?“. VanDyke: „Da passierte etwas in mir. Ich konnte nicht einfach weiterarbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass ich nach Libyen muss. Ich hatte nach meinen langen Reisen nicht mehr wirklich Freunde in Amerika, aber in Libyen, da hatte ich wahre Freunde gefunden.“ VanDyke brach die Arbeiten an dem Film War Zone Bikers über seine zweite Motorradreise sowie an einem Buch Ende Februar 2011 ab, so dass beide nie fertiggestellt wurden. Stattdessen reiste er mit seiner Kamera nach Libyen, um sich den Rebellen im Kampf gegen Muammar al-Gaddafis Truppen anzuschließen. Seiner Mutter und seiner Freundin sagte er dagegen, er erwarte ein Ende der Kampfhandlungen vor seiner Ankunft und werde wieder abreisen, sollten die Regierungstruppen seinem Standort zu nahe kommen. Am 7. März schloss VanDyke sich in Bengasi einer Gruppe von sieben militärisch unerfahrenen libyschen Rebellen um Nouri Fonas an. Am 13. März 2011 geriet die Gruppe bei einer ersten Aufklärungsmission an die Front in einen Hinterhalt in Brega. VanDyke verlor das Bewusstsein und fand sich in einem Gefängnis wieder, wo er verhört wurde und gesagt bekam, er werde Amerika nie wiedersehen. Ihm wurden seine eigenen Videoaufnahmen vorgespielt, auf denen er sich selbst als Revolutionär zu erkennen gab. In den folgenden Tagen wurde er in das Maktab-al-Nasser-Gefängnis in Tripolis verlegt, wo er 85 Tage Isolationshaft in einer zweieinhalb Quadratmeter großen Zelle verbrachte und dreimal am Tag zur Toilette durfte. Weitere Verhöre oder Gerichtsverhandlungen fanden nicht statt, ebenso blieb die von VanDyke befürchtete Folter aus. Im Anschluss wurde er in das Abu-Salim-Gefängnis verlegt, wo er weitere 81 Tage in Isolationshaft verbrachte, mit einer Milchtüte als einzige Ablenkung. VanDyke bastelte sich eine Schlinge und versteckte eine Plastiktüte vor den Wärtern, um gegebenenfalls Suizid begehen zu können. VanDykes Mutter schaltete Behörden und die Medien ein, um das Schicksal ihres Sohnes aufzuklären, und der amerikanische Politiker Dutch Ruppersberger forderte die libysche Regierung öffentlich auf, über seinen Verbleib zu berichten. Am 25. Mai 2011 erklärte der stellvertretende libysche Außenminister Khaled Kaim, keine Informationen über VanDyke zu haben. Anfang August bestätigte die Regierung, dass er sich in ihrem Gewahrsam befand, erlaubte aber keine Besuche oder Gespräche und hielt geheim, in welchem Gefängnis er sich befand. Abgesandte von Human Rights Watch fragten bei einer Inspektion des Abu-Salim-Gefängnisses nach, ob VanDyke sich dort befinde, was jedoch geleugnet wurde. Am 24. August 2011 öffneten Mitgefangene im Zuge der Befreiung Tripolis' VanDykes Zellentür, und er entkam dem Gefängnis. Er verbrachte einige Tage im Haus eines Mitgefangenen, bevor er als Gast des Nationalen Übergangsrates in das Corinthia Hotel Tripoli wechselte und mit Reportern über seine Kriegsgefangenschaft redete. VanDyke erklärte, das Land nicht verlassen zu wollen, ehe Gaddafis Truppen geschlagen und alle Kriegsgefangenen befreit seien. Human Rights Watch zeigte sich angesichts der eigenen Befreiungsbemühungen enttäuscht über diese Entscheidung. Auch aus dem Umfeld des Committee to Protect Journalists, das sich ebenfalls für seine Befreiung eingesetzt hatte, wurde Kritik laut. Insbesondere wurde ihm vorgeworfen, sich als Journalist ausgegeben zu haben und damit sich selbst und die Arbeit tatsächlicher Journalisten gefährdet zu haben. VanDyke weist die Vorwürfe von sich, dass er oder seine Familie ihn je als Journalisten ausgegeben haben. VanDyke traf sich wieder mit Nouri Fonas und in Ras Lanuf mit dem Kommandeur der Ali-Hassan-al-Jaber-Brigade, der ihm erlaubte, sich der inzwischen offiziell gegründeten Libyschen Nationalen Befreiungsarmee anzuschließen. Der Amerikaner stand mit den Rebellen an der Front, als diese von Harawa zu Gaddafis Heimatstadt und neuen libyschen Hauptstadt Sirte vordrangen. In der finalen Schlacht des Bürgerkrieges war VanDyke an den heftigen Kämpfen der Ostfront um Sirte beteiligt. Er übernahm verschiedene Rollen und Waffengattungen, war aber hauptsächlich als DSchK-Maschinengewehrschütze tätig, da er aufgrund seiner Zeit mit den US-Soldaten mehr Erfahrung mit schweren Waffen hatte als die meisten seiner Mitstreiter. Abseits der Kampfhandlungen unterstützte er Reporter auf dem Schlachtfeld. Am 7. November 2011 kehrte er in die USA zurück und gab Reportern gegenüber an, sich für die syrische Revolution bereit machen zu wollen. 2012 begann Matthew VanDyke mit den Vorbereitungen für den kurzen Dokumentarfilm Not Anymore: A Story of Revolution, der erklärtermaßen das Bild der Rebellen im Bürgerkrieg in Syrien verbessern und diesen internationale Unterstützung einbringen sollte. Er erklärte, dass er angesichts der Ausrüstungsknappheit der syrischen Rebellen diesen Weg der Unterstützung einem erneuten Kampfeinsatz vorzöge. Für die Finanzierung des Films wollte seine Mutter 13.000 Dollar beisteuern, 19.500 Dollar sollten über eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter eingenommen werden. Beim Stand von 15.000 Dollar wurde die Kampagne aber seitens Kickstarter abgebrochen, da die Plattform keine Hochrisikoaktivitäten finanziert. Im Oktober 2012 filmte VanDyke für den Film einen Monat lang in Aleppo, das zu diesem Zeitpunkt unter Artilleriebeschuss des Assad-Regimes stand und von Flugzeugen angegriffen wurde. Die syrische Regierung warnte im staatlichen Fernsehen vor VanDyke als Terrorist der Freien Syrischen Armee, was die Gefahr einer Entführung oder eines Attentats auf ihn drastisch erhöhte. Not Anymore: A Story of Revolution wurde im September 2013 unter anderem auf YouTube veröffentlicht und im Oktober von der ARD im Rahmen der Sendung Panorama in einer leicht überarbeiteten Fassung gesendet. Der Film gewann den Kurzfilmpreis bei den One World Media Awards und erreichte den ersten Platz im Kurzfilmwettbewerb des USA Film Festivals. Im April 2014 veröffentlichte der Dokumentarfilmer Marshall Curry seinen Film Point and Shoot auf dem Tribeca Film Festival, wo der Film den Preis für die beste Dokumentation erhielt. Der Film besteht aus VanDykes Filmmaterial aus den Jahren 2007 bis 2011, ergänzt um Interviews und eine animierte Passage zur libyschen Gefangenschaft. Er erläutert Matt VanDykes persönlichen Hintergrund, zeigt seine Motorradreisen und seine Kämpfe in Libyen. Auch der Konflikt der Doppelrolle des Kameramanns und Kämpfers wird in Bildern und Kommentaren mehrfach herausgearbeitet. Weiter gewann der Film den Dokumentarfilm-Spezialpreis der Jury beim Independent Film Festival of Boston, und VanDyke den Spezialpreis der Jury für besondere Courage beim Filmemachen beim Little Rock Film Festival. Im Februar 2015 wurde bekannt, dass VanDyke das Non-Profit-Unternehmen Sons of Liberty International gegründet hat, das aus ihm selbst und mehreren amerikanischen Kriegsveteranen besteht. Mission der SOLI ist es, die Nineveh Plain Protection Units , eine Miliz der assyrischen Christen, auszubilden, mit dem erklärten Ziel, das christliche Kulturerbe des Irak in der Ninive-Region vor dem Islamischen Staat zu beschützen und eroberte Gebiete zurückzugewinnen. Insgesamt sollen 2000 Kämpfer ausgebildet werden. Ob VanDyke die militärische Ausbildung auf irakischem Boden ohne entsprechende Genehmigungen durchführen darf, ist umstritten. Ebenso kritisiert wird, dass VanDykes Bestrebungen einen Religionskrieg fördern könnten und der Dschihad-Propaganda aufgrund des amerikanischen Einflusses Angriffsfläche bieten könnte. VanDyke ist Mitglied bei Mensa. Nach eigenem Bekunden leidet er schon seit jungen Jahren unter mehreren Zwangsstörungen, so vermeidet er etwa den Kontakt mit Zucker, wäscht sich übermäßig häufig die Hände und befürchtet regelmäßig, Menschen angefahren zu haben. In der Gefangenschaft und dem Kriegseinsatz wurden diese Störungen schlimmer. |
2024-12-04 06:59:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stra%C3%9Fennamen_von_Wien/Innere_Stadt#K | 1., Innere Stadt | 2., Leopoldstadt | 3., Landstraße | 4., Wieden | 5., Margareten | 6., Mariahilf | 7., Neubau | 8., Josefstadt | 9., Alsergrund | 10., Favoriten | 11., Simmering | 12., Meidling | 13., Hietzing | 14., Penzing | 15., Rudolfsheim-Fünfhaus | 16., Ottakring | 17., Hernals | 18., Währing | 19., Döbling | 20., Brigittenau | 21., Floridsdorf | 22., Donaustadt | 23., Liesing Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 1. Wiener Gemeindebezirks Innere Stadt. 1938–1945 |
2024-12-02 10:34:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Angst_(1928) | Angst ist ein deutscher Stummfilm von 1928 unter der Regie von Hans Steinhoff. Die Hauptrollen sind besetzt mit Elga Brink und Vivian Gibson sowie Gustav Fröhlich und Henry Edwards. Das Drehbuch beruht auf Stefan Zweigs gleichnamiger Novelle. Inge Duhan lebt mit ihrem Mann, dem Rechtsanwalt Erich Duhan, und ihrer kleinen Tochter Susi in Berlin. Inge ist eine sehr attraktive Frau. Sie liebt ihren Mann und war ihm bisher auch stets treu. Je länger die Ehe währt, desto mehr fühlt Inge sich von ihrem Mann vernachlässigt, der in seinem Beruf aufgeht. Das führt dann auch dazu, dass er meint, unabkömmlich zu sein, und Inge allein auf eine Urlaubsreise an die französische Riviera schickt. Obwohl die junge Frau es gar nicht will, erliegt sie bei dieser Gelegenheit dem Charme des Malers Francard und beginnt eine kurze Affäre mit ihm. Zurück in ihrem Heim wird Inge alsbald von einer unbekannten Frau erpresst, die damit droht, einen Skandal zu entfachen und ihrem Mann alles zu sagen. Inge weiß weder aus noch ein und ringt mit sich selbst: Sagt sie ihrem Mann selbst die Wahrheit oder setzt sie ihrem Leben ein Ende und was wird dann aus der gemeinsamen Tochter des Ehepaares? Letztendlich gesteht Inges Mann Erich ihr, dass er es gewesen sei, der die unbekannte Frau auf sie angesetzt habe, da er von ihrem Verhältnis erfahren habe. Er meint, dass man nun quitt sei, und so versöhnt sich das Paar wieder. Produktionsfirma war die Orplid-Film GmbH . Die Bauten gingen auf das Konto von Franz Schroedter. Der Film hatte eine Länge von 8 Akten, was 2.642 Metern entspricht; nach vorgenommenen Kürzungen verblieben 2.631 Meter. Die restaurierte Fassung weist 2.591 Meter auf. Diese Kopie entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Filmarchiv des Bundesarchivs, Berlin, und der University of the West of England, Bristol, in dessen Rahmen mit teilweiser Unterstützung des UK Arts and Humanities Research Boards die erhaltenen Stummfilme des Regisseurs Hans Steinhoff restauriert werden. Die verwendete Fassung basiert auf drei verschiedenen Kopien, einmal der mit deutschen Zwischentiteln, dann der mit englischen Zwischentiteln und letztendlich der mit russischen Zwischentiteln. Die drei Kopien ergänzten sich und machten eine nur um 30 Meter kürzere, als die deutsche Zensurfassung möglich. Die Kopie enthält zudem eine 11 Meter lange Sequenz, die vermutlich von der deutschen Zensur entfernt worden war. Die englische Kopie, die sich als am besten erhalten erwies, diente als Ausgangsmaterial, obwohl sie weit vom Original entfernt war. Die deutsche Kopie erwies sich als lückenhaft und stark beansprucht, enthielt aber sehr gut erhaltene Zwischentitel, die vermutlich bei einer früheren Umkopierung eingefügt worden waren. Einige Zwischentitel wurden aus dem Englischen übersetzt, wobei auch die russischen Titel Berücksichtigung fanden, da Zensurkarte oder Drehbuchunterlagen nicht mehr vorhanden waren. Die drei aufgefundenen Kopien sind etwa um 20 bis 30 Prozent kürzer als die der deutschen Uraufführung. Auch enthalten die englische und die russische von der deutschen Kopie abweichende Einstellungen. Inge Duhans Bergwanderung mit dem Maler weicht in allen drei Fassungen voneinander ab. In der russischen Fassung ist sie beispielsweise erheblich länger als in der deutschen oder englischen. Auch enthält die russische Kopie Hinweise darauf, dass das Ehepaar Duhan sich am Ende des Films getrennt hat, während sich die Partner in den beiden anderen Versionen wieder versöhnen. Der Film wurde am 7. August 1928 einer Zensurprüfung unterzogen, ein „Jugendverbot“ wurde ausgesprochen. Angst, der teilweise auch unter dem Titel Angst – Die schwache Stunde einer Frau publiziert wurde, hatte in Deutschland am 16. August 1928 Premiere im Gloria-Palast in Leipzig vor geladenem Publikum, das die Neueröffnung eines umgebauten Kinos feierte. Am 22. August 1928 lief der Film im Gloria-Palast in Berlin anlässlich der Internationalen Konferenz der Filmtheaterbesitzer an, dem vornehmsten Kino Berlins, was dem Film eine größere Publicity einbrachte und auch für die internationale Verwertung nicht unwichtig war. Zur selben Zeit lief der Film auch in weiteren großen Filmpalästen in der Provinz an. In Österreich kam der Film unter dem Titel Die Verführte am 14. Juni 1929 erstmals in Wien ins Kino. Der Film lief in Irland am 28. Juni 1929 unter dem Titel Fear an, in Finnland am 3. November 1929 unter dem Titel Uskoton, in Estland am 18. Januar 1930 unter dem Titel Kui naine murrab truudust, und in Spanien am 21. Oktober 1931 unter dem Titel Silenciosa acusación. Im Vereinigten Königreich lief der Film ebenfalls unter dem Titel Fear alternativ Trade Show an, und zwar am 4. September 1928, in Polen unter dem Titel Strach. Der Verleih der digital restaurierten Fassung ist der Seeber Film Verlag . Nachdem Hans Steinhoff mit dem Stummfilm Das Frauenhaus von Rio, der das Thema Mädchenhandel zum Inhalt hat, und der Literaturverfilmung Die Sandgräfin nach dem Roman von Gustav Frenssen auf sich aufmerksam gemacht hatte, die beide sowohl finanziell als auch beim Publikum ein Erfolg waren, etablierte er sich mit Angst als „zuverlässige Stütze der sich auf die Herstellung von ‚Mittelfilmen‘ konzentrierenden Produktionsfirma Orplid und des mit ihr kooperierenden Messtro-Verleihs“. Der Film bedient sich Stefan Zweigs gleichnamiger Novelle, die sich mit den Nöten und Motiven einer Wiener Rechtsanwaltsgattin auseinandersetzt, der fast kein Wunsch versagt bleibt, was dazu führt, dass sie aus einer Laune und Langeweile heraus ein Verhältnis mit einem jungen Pianisten eingeht. Als sie Opfer einer Erpressung wird, weiß sie nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Zweigs Novelle wurde erstmals 1925 vom Reclam-Verlag publiziert. Zuvor war die bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstandene Geschichte ab August 1922 in Fortsetzungen in der Filmzeitschrift Film-Kurier erschienen. Der Filmhistoriker Horst Claus führte dazu aus: „Zeitpunkt der Veröffentlichung und Blatt legen nahe, dass Zweig und sein Verleger in dem Stoff anfänglich die mögliche Vorlage für einen der damals von der Kritik gefeierten Kammerspielfilme sahen“. In der damaligen Presse war davon die Rede, dass die Orplid sich nach scharfem Konkurrenzkampf mit anderen Filmherstellern durchgesetzt und die Filmrechte erworben habe. Dem Filmdramaturgen Ernst B. Fey oblag es dann in den ersten zwei Monaten des Jahres 1928, ein Drehbuch aus Zweigs komplexer psychologischer Studie zu fertigen. Die Schwierigkeit lag darin, dass die Novelle hauptsächlich die Empfindungen und Gedanken der Hauptfigur wiedergibt, die nun filmgerecht zu verwerten waren. Fey erfand dann auch in einer Nebenhandlung ein im Werk von Zweig nicht enthaltenes zweites Paar, bestehend aus Dr. Born, einem Spezialisten für Scheidungen und Duhans Partner, und dessen Ehefrau Claire, die im Gegensatz zu den Duhans eine offene Ehe führen, was einen freizügigen Lebenswandel einschließlich ehelicher Treue einschließt. Dadurch verwandelte man „Zweigs psychologisch nuanciertes Porträt einer von ihren Gefühlen hin- und hergeworfenen Frau“ in einen Film, der eher für ein breites Publikum und dessen Sehgewohnheiten geeignet schien. Da der Produzent Jacoby erkrankt war und einer der Hauptdarsteller noch anderweitig gebunden war, verschoben sich die Dreharbeiten bis Ende April 1928. Am 13. Mai 1928 wurden dann in den Berliner Grunewald Studios die Dreharbeiten aufgenommen. Anfang Juni begab sich Steinhoff mit den Hauptdarstellern Elga Brink und Gustav Fröhlich nach Cannes, wo die Außenaufnahmen entstehen sollten, was sich aber länger als geplant hinzog, da schlechtes Wetter herrschte. In der zweiten Juli-Hälfte konnten die Dreharbeiten beendet werden. Die Planung und Produktion fiel in einen Zeitraum, in dem Verhandlungen zwecks Übernahme von Orpid und Messtro mit der British and Foreign Films, ein in London neu gegründetes britisches Filmunternehmen, stattfanden. Der Film war aus diesem Grund auch mit dem besonders in England beliebten englischen Schauspieler Henry Edwards besetzt, der die Rolle des Rechtsanwalts Erich Duhan spielte. Unterschied zur Novelle In Zweigs Novelle heißt die Hauptperson Irene Wagner und wird von einer Frau bedrängt und erpresst, die ihr vorwirft, dass Irene ihr ihren Geliebten Eduard abspenstig gemacht habe. Ihr Geliebter ist kein Maler, sondern ein Pianist, den sie während einer Abendgesellschaft kennenlernte. Die Wagners haben zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. In der Vorlage will Irene Wagner sich mit Gift töten, wird aber von ihrem Mann Fritz, einem erfolgreichen Strafverteidiger, davon abgehalten, der ihr erzählt, dass er eine arbeitslose Schauspielerin engagiert habe, um mittels einer Erpressung dafür zu sorgen, dass Irene ihren Geliebten verlässt. Obwohl der Film stark von Zweigs literarischer Vorlage abwich, wurde er von der Kritik überwiegend gut aufgenommen. Das Reichsfilmblatt urteilte am 25. August 1928: „Mit diesem feinen Kammerspiel ist der deutsche Markt um einen Qualitätsfilm bereichert, der hoffentlich auch den ausländischen Markt restlos gewinnen kann.“ Die Zeitschrift Der Film befand am 25. August 1928: „Ein knalliger Titel für etwas sehr Sublimes, für etwas, was mit feiner Diskretion, starkem Einfühlungsvermögen, und Verständnis für psychologische Konflikte … in filmisches Geschehen aufgelöst worden ist.“ In der Lichtbildbühne vom 23. August 1928 war zu lesen, dass der Film mit „künstlerischem Ernst“ gestaltet worden sei. Weiter hieß es: „Jenseits alles Oberflächlichen, nur um die menschliche und künstlerische Wirkung bemüht, haben alle Mitglieder ihr Bestes gegeben, und so ist ein Film von Niveau und psychologischer Spannung entstanden, der den spontanen Beifall, …, vollauf verdiente.“ Der Kinematograph vom 26. August 1928 schwärmte: „Die Verwirrung der Gefühle einer Frau … ist mit einer Delikatesse gestaltet worden, die man nicht häufig im Film sieht. Ein Kammerspiel, das an die besten Arbeiten von Lubitsch und Cecil de Mille erinnert, aber keineswegs eine Kopie ist, sondern den Regisseur Hans Steinhoff abermals als einen Könner mit eigenwilliger Begabung verrät. Das Spiel ist ganz auf die Wirkung der Darsteller abgestellt.“ Auch die Vossische Zeitung vom 26. August 1928 lobte den Film: „Ein Stück Leben bannt Hans Steinhoff … auf die Leinwand, ohne überspitzte Sensationen, ohne gekünstelte Probleme. Weil er das Leben gestaltet, wie wir es täglich um uns sehen und miterleben, erlahmt unser Interesse nicht bis zum Schluss, und wir beobachten gespannt zwei recht ungleiche Ehepaare. Ein wohlverdienter Erfolg.“ Das Stummfilm-Glossar war der Meinung: „Weniger Psychologie und dafür mehr Handlung, mehr Schauwert, mehr Unterhaltung: Mit dieser Formel läßt sich Hans Steinhoffs Bearbeitung von Stefan Zweigs berühmter Novelle ‚Angst‘ kurz umschreiben. Hans Steinhoff bestätigt mit ‚Angst‘ seinen Mitte der 20er Jahre erworbenen Ruf eines schnell, zuverlässig und kostengünstig arbeitenden Regisseurs für kultivierte Unterhaltungsfilme.“ |
2024-12-03 14:15:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Adventdalen | Das Adventdalen ist ein etwa 30 km langes U-Tal auf der Insel Spitzbergen in Svalbard. Es mündet beim Adventfjord in den Isfjord. An der Mündung befindet sich die Ortschaft Longyearbyen, der Hauptort der Inselgruppe. Das Tal verläuft von der Mündung her zunächst süd-, dann ostwärts. Das Tal hat mehrere Seitentäler, im Uhrzeigersinn von Norden her: Mälardalen, Helvetiadalen, Eskerdalen, im Süden Janssondalen, Foxdalen, Bolterdalen, Todalen und das Endalen, 4 km vor Longyearbyen. Die Adventelva durchfließt das Tal. Zwei der sieben Kohleminen Longyearbyens befinden sich entlang des Tals, Mine 6 und Mine 7 . Die Universitäten von Tromsø und Alaska betreiben ein Polarlichtobservatiorium im Adventdalen, sowie das SOUSY-Wetterradar, das ursprünglich am Max-Planck-Instituts für Aeronomie MPAE entwickelt wurde. Das Tal hat seinen Namen vom Fjord, dessen Nennung deutlich älter ist. Der Name hat nichts mit dem Advent zu tun, sondern ist eine Verunstaltung des englischen Adventure Bay, wohl von einem englischen Walfänger mit Namen Adventure , der im Jahr 1656 hier stationiert war. Ursprünglich hieß der Fjord Billefjord, diesen Namen trägt heute jedoch ein Fjord auf der Nordseite des Isfjord. Ältere Namen sind daher Claas Billen Baaij, Klaas Billen Bay, Klaas bille Baay, Be de Nicolas Bille oder Klaasbillen Baai. Der Name Advent Bay taucht das erste Mal 1865 bei Dunér und Nordenskiöld auf. Conway nennt den Golf Adventure Bay und gibt Hinweise auf die Herkunft. Auf der Ostseite des Fjordes befand sich Advent City, eine Minenarbeitersiedlung, die von 1904 bis 1917 bewohnt war. Die Häuser wurden später nach Hiorthamn verlegt, deshalb sind hier nur noch Fundamente übrig. 78.21222222222215.8Koordinaten: 78° 13′ N, 15° 48′ O |
2024-11-24 12:17:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Luxation | Eine Luxation oder Verrenkung ist ein vollständiger oder unvollständiger Kontaktverlust gelenkbildender Knochenenden oder eine Verlagerung anderer anatomischer Strukturen aus ihrer physiologischen Position. Sie ist eine medizinisch definierte Form der Dislokation mit vorübergehender oder dauerhafter Fehlstellung der gelenkbildenden Knochen zueinander. Als luxierter Knochen wird immer der körperfernere Knochen bezeichnet. Eine Luxation stellt grundsätzlich eine schwere Schädigung eines Gelenkes dar. Bei Kindern ist es möglich, dass das Gelenk weit über den normalen Bereich hinaus gedehnt wird. Außerdem sind beim wachsenden Skelett gelenknahe Knochenbrüche wesentlich häufiger anzutreffen als Luxationen. Die Einteilung erfolgt in der Regel nach der Ursache der Luxation. Während traumatische Luxationen meist rasch eingerenkt werden können, erfordern angeborene oder chronische Luxationen eine längere Behandlung. Eine Sonderform der traumatischen Luxation ist die Luxationsfraktur, bei der eine teilweise oder vollständige Luxation mit einer Fraktur eines der gelenkbildenden Knochenanteile verbunden ist. Die Ursache einer traumatischen Luxation ist meist ein indirektes Trauma, beispielsweise ein Sturz auf den Arm oder ein Aufkommen mit dem Bein bei einem Sprung. Am häufigsten ist die Schulterluxation, die mehr als 50 % aller traumatischen Luxationen ausmacht, gefolgt von der Ellenbogenluxation. Auch Luxationen am Knie oder Sprunggelenk treten häufig auf. Fast alle Gelenke können betroffen sein . An den Fingergelenken führen meist Überstreckverletzungen zur Luxation, häufiger beim Handball und Volleyball. Die Schultereckgelenk-Luxation entsteht am häufigsten beim Fahrradsturz . Selten kann auch direkter Zug eine Luxation auslösen, wie bei der kindlichen Radiuskopfluxation durch Zug am gestreckten pronierten Arm . Bei der Untersuchung bestehen eine Schonhaltung mit Funktionsverlust und Schmerzen, gelegentlich eine Schwellung und ein Bluterguss. So genannte „sichere“ Luxationzeichen sind eine sichtbare Deformität, eine erkennbare leere Gelenkpfanne und abnorme Lage des Gelenkkopfes und eine federnde Fixation. Aber auch bei einer scheinbar intakten Gelenkfunktion kann eine Luxation vorliegen. Beweisend sind Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen, wobei seltene Formen und kindliche Luxationen auch dabei schwer zu erkennen sind. Dann hilft eine Computertomografie , Kernspintomographie oder Arthrografie . Bei Kindern sind Luxationen im Ultraschall gut darstellbar. Bei der traumatischen Luxation ist eine umgehende Reposition erforderlich, wie sie am Beispiel der Schulter bereits bei Hippokrates von Kos beschrieben wurde. Diese sollte immer schonend und nicht brüsk oder mit großer Kraft erfolgen, da ansonsten die Gefahr von Nerven- und Gefäßschäden sowie Verletzungen des Gelenkes resultieren können. Dass bei der Reposition kein Druck, sondern nur Zug angewendet werden soll, geht auf den englischen Chirurgen und Anatomen Francis Glisson zurück, der 1650 auch die nach ihm benannte „Glissonsche Schwebe“ empfahl. Ist eine Entspannung nicht möglich, erfolgt die Reposition in Analgosedierung oder Narkose. Anschließend muss die Reposition im Röntgen dokumentiert werden, danach erfolgt eine Ruhigstellung und gegebenenfalls weitergehende Untersuchungen zum Ausschluss von Verletzungen der Knochenanteile, der Gelenkkapsel, der Gelenklippe und der umgebenden Bänder. Ist eine geschlossene Reposition nicht möglich oder liegt eine Kombination mit einem Knochenbruch vor, erfolgt die Reposition operativ mit Eröffnung des Gelenkes . Operativ versorgt werden in der Regel auch verletzte Bandstrukturen und begleitende Frakturen. Komplikationen sind vor allem Gelenkinstabilitäten durch Einriss der Gelenkkapsel und der umgebenden Bänder. Daraus können weitere Luxationen resultieren, bis hin zur habituellen Luxation . Auch ein Ausriss der Gelenklippe kann zur Gelenkinstabilität führen, oft verbunden mit einem Gefühl der Unsicherheit und der Angst, das Gelenk wieder auszurenken. Instabilität und wiederholte Luxationen führen zu einer vorzeitigen Arthrose. Es können auch begleitende Frakturen auftreten, wie die Impressionsfraktur hinten am Oberarmkopf oder Luxationsfrakturen. Bei den Langzeitfolgen spielen auch Knorpelschäden eine Rolle. Durch eine gewalttätige Reposition können auch Schäden an Gefäßen und Nerven entstehen. Eine Sonderform der traumatischen Hüftluxation ist die zentrale Hüftluxation. Bei starker, axialer Gewalteinwirkung auf den Oberschenkel, etwa bei Autounfällen mit hoher Geschwindigkeit und Stürzen aus großer Höhe wird der Hüftkopf durch die zerborstene Pfanne hindurch in das kleine Becken getrieben. Wie bei den Luxationsfrakturen ist eine operative Versorgung notwendig. Meist durch eine traumatische Erstluxation ausgelöst, kommt es bei verbliebener Instabilität mit geringerer Gewalteinwirkung und schließlich ohne weiteren Unfallmechanismus zu wiederholten Luxationen, einer so genannten habituellen Luxation. Am häufigsten ist dies nach einer Schulterluxation und nach einer Luxation der Kniescheibe. Gelegentlich kann das Gelenk auf Aufforderung luxiert und selbständig reponiert werden . Hierbei liegt die Luxation bereits bei der Geburt vor oder entwickelt sich aus einer angeborenen Gelenkdysplasie. Am häufigsten ist die Hüftdysplasie bei etwa 1–2 % aller Neugeborenen und die angeborene Hüftluxation bei etwa 0,1 % aller Neugeborenen. Wesentlich seltener ist die angeborene Knieluxation oder die angeborene Radiuskopfluxation. Alle Gelenke können betroffen sein, dies ist jedoch sehr selten, kommt jedoch u. a. im Rahmen des Larsen-Syndroms mit mehreren ausgerenkten Gelenken vor. Bedingt durch chronische Erkrankungen oder Fehlstellungen entsteht eine zunehmende Gelenkdestruktion , die schleichend über eine Subluxation zur vollständigen Luxation führt . Diese ist nicht schmerzhafter als die eigentlich zu Grunde liegende Erkrankung oder Fehlstellung. Eine alleinige Reposition ist meist nicht möglich und nicht sinnvoll, da es bei fehlender Stabilität umgehend zur erneuten Luxation kommt. Alle Gelenke können betroffen sein. Typische Beispiele sind: Die Linsenluxation ist eine vollständige oder teilweise Verlagerung der Linse . Sie kann angeboren oder durch einen Unfall erworben sein. In der Zahnmedizin wird als Luxation eine traumatisch bedingte abnorme Stellungsänderung eines Zahnes bezeichnet . Auch werden die Bewegungen, mit deren Hilfe der Zahnarzt einen Zahn entfernt, als „Luxationsbewegungen“ bezeichnet. Luxationen und Luxationsfrakturen wurden seit der Antike mit unterschiedlichen Repositionsmethoden behandelt. In der Antike und später fasste man auch Rückgratverkrümmungen als Luxationen auf. Dementsprechend erfolgte deren Behandlung durch mechanische Methoden wie der noch von Guido Guidi im 16. und Johann Schultes im 17. Jahrhundert beschriebenen Anwendung des Scamnum , dem „hippokratischen Luxationstisch“. Mit diesem wurden durch Kombination von Druck, Zug und Hebelwirkung Luxationen wohl häufig erfolgreich eingerenkt. |
2024-12-01 19:46:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/1._Division_(Belgien)_1951/52 | Die Erste Division 1951/52 war die 49. Spielzeit der höchsten belgischen Spielklasse im Männerfußball. Sie begann am 2. September 1951 und endete am 11. Mai 1952. Die 16 Mannschaften spielten an insgesamt 30 Spieltagen, aufgeteilt in einer Hin- und einer Rückrunde, jeweils zweimal gegeneinander. Die beiden Tabellenletzten stiegen ab. Platzierungskriterien: 1. Punkte – 2. geringere Anzahl der Niederlagen – 3. Torquotient Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet. 1895/96 | 1896/97 | 1897/98 | 1898/99 | 1899/1900 | 1900/01 | 1901/02 | 1902/03 | 1903/04 | 1904/05 | 1905/06 | 1906/07 | 1907/08 | 1908/09 | 1909/10 | 1910/11 | 1911/12 | 1912/13 | 1913/14 | 1914–1919 | 1919/20 | 1920/21 | 1921/22 | 1922/23 | 1923/24 | 1924/25 | 1925/26 | 1926/27 | 1927/28 | 1928/29 | 1929/30 | 1930/31 | 1931/32 | 1932/33 | 1933/34 | 1934/35 | 1935/36 | 1936/37 | 1937/38 | 1938/39 | 1939–1941 | 1941/42 | 1942/43 | 1943/44 | 1944/45 | 1945/46 | 1946/47 | 1947/48 | 1948/49 | 1949/50 | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | 1953/54 | 1954/55 | 1955/56 | 1956/57 | 1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960/61 | 1961/62 | 1962/63 | 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 | 1974/75 | 1975/76 | 1976/77 | 1977/78 | 1978/79 | 1979/80 | 1980/81 | 1981/82 | 1982/83 | 1983/84 | 1984/85 | 1985/86 | 1986/87 | 1987/88 | 1988/89 | 1989/90 | 1990/91 | 1991/92 | 1992/93 | 1993/94 | 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/2000 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 | 2004/05 | 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20** | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 ** Die Saison 2019/20 wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Landesmeisterschaften: Albanien | Belgien | Bulgarien | ČSR | Dänemark | DDR | Deutschland | England | Färöer | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Island | Israel | Italien | Jugoslawien | Luxemburg | Malta | Niederlande | Nordirland | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Schottland | Schweden | Schweiz | Sowjetunion | Spanien | Ungarn | Zypern |
2024-12-02 01:55:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Francis_M._Griffith | Francis Marion Griffith war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1897 und 1905 vertrat er den Bundesstaat Indiana im US-Repräsentantenhaus. Francis Griffith besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat einschließlich der High School in Vevay sowie das Franklin College. Anschließend unterrichtete er selbst als Lehrer. Im Jahr 1873 wurde er Schulrat im Switzerland County. Nach einem anschließenden Jurastudium und seiner im Jahr 1875 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in Vevay in diesem Beruf zu arbeiten. Gleichzeitig schlug er als Mitglied der Demokratischen Partei eine politische Laufbahn ein. Zwischen 1875 und 1877 war er Bezirkskämmerer. Im Jahr 1880 nahm Griffith als Delegierter an der Democratic National Convention teil, auf der Winfield Scott Hancock als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde. Von 1886 bis 1894 gehörte er dem Senat von Indiana an; danach war er von 1891 bis 1894 amtierender Vizegouverneur seines Staates. 1894 bewarb er sich erfolglos für den Posten des Attorney General von Indiana. Nach dem Tod des Kongressabgeordneten William S. Holman wurde Griffith bei der fälligen Nachwahl für den vierten Sitz von Indiana als dessen Nachfolger in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 6. Dezember 1897 sein neues Mandat antrat. Nach drei Wiederwahlen konnte er bis zum 3. März 1905 im Kongress verbleiben. In diese Zeit fiel der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898. Im Jahr 1904 verzichtete Griffith auf eine erneute Kandidatur. Nach seinem Ausscheiden aus dem US-Repräsentantenhaus praktizierte er wieder als Anwalt in Vevay. Zwischen 1912 und 1916 war er juristischer Vertreter dieser Stadt. Von 1916 bis 1922 fungierte Griffith als Richter im fünften Gerichtsbezirk seines Staates. Danach setzte er seine Anwaltstätigkeit fort. Er starb am 8. Februar 1927 in Vevay. Harrison | Boon | Thompson | Stapp | Wallace | Hillis | Hall | Bright | Dunning | Lane | Willard | Hammond | Morton | Cravens | Dunning | Baker | Cumback | Sexton | Gray | Vieche | Hanna | Manson | Smith | Chase | Griffith | Nye | Haggard | Gilbert | Miller | Hall | O’Neill | Bush | Branch | Nejdl | Orman | Bush | Townsend | Schricker | Dawson | James | Alexander | Watkins | Handley | Parker | Ristine | Rock | Folz | Orr | Mutz | O’Bannon | Kernan | Davis | Skillman | Ellspermann | Holcomb | Crouch Delegierte aus dem Indiana-Territorium Parke | Thomas | Jennings Abgeordnete aus dem Bundesstaat Indiana 1. Distrikt: W. Hendricks | Jennings | Prince | Call | Boon | Blake | Boon | Proffit | Owen | Embree | Albertson | Lockhart | Miller | Lockhart | Niblack | Law | Niblack | Fuller | Heilman | Kleiner | Hovey | Posey | Parrett | Taylor | Hemenway | Foster | Boehne | Lieb | G. Denton | Luhring | W. Wilson | Rowbottom | Boehne Jr. | Schulte | Madden | W. Denton | Madden | Benjamin | K. Hall | Visclosky | Mrvan • 2. Distrikt: Jennings | J. Carr | Ewing | J.W. Davis | Ewing | J.W. Davis | R. Thompson | Henley | Dunham | W.H. English | J.A. Cravens | Kerr | Wolfe | J. Williams | Humphreys | Cobb | O’Neall | Bretz | Hardy | Miers | Chaney | Cullop | Bland | Greenwood | Durgan | Halleck | Landgrebe | Fithian | Sharp | McIntosh | Pence | Chocola | Donnelly | Walorski | Yakym • 3. Distrikt: Test | O. Smith | Test | McCarty | J. Carr | Graham | J. Carr | J.L. White | T. Smith | J.L. Robinson | Dunham | G.G. Dunn | Hughes | W. Dunn | Harrington | R. Hill | Hunter | Holman | Kerr | N. Carr | Bicknell | Stockslager | J. Howard | J. Brown | Tracewell | Zenor | Cox | Dunbar | Gardner | Dunbar | Crowe | Pettengill | Grant | Crook | S. Crumpacker | Nimtz | Brademas | Hiler | Roemer | Souder | Stutzman | Banks 4. Distrikt: A. Lane | G.H. Dunn | T. Smith | J.H. Cravens | C. Smith | Julian | Parker | J. Lane | Cumback | Foley | Holman | Farquhar | Holman | Julian | J.M. Wilson | New | Sexton | New | Holman | Watson | Holman | Griffith | Dixon | Benham | Canfield | Farley | Gillie | Kruse | E. Adair | Roush | Quayle | Coats | J. Thompson | Souder | Buyer | Rokita | Baird • 5. Distrikt: McCarty | Rariden | Kennedy | W. Brown | Wick | W. Brown | T. Hendricks | Parker | Holloway | Kilgore | Julian | Coburn | Holman | Browne | Matson | Cooper | Overstreet | Faris | Holliday | Moss | Sanders | N. Johnson | Gillen | Griswold | Harness | Walsh | Beamer | Roush | Roudebush | Hillis | Jontz | Buyer | Burton | Brooks | Spartz • 6. Distrikt: Kinnard | Herod | Wick | Wallace | J.W. Davis | G.G. Dunn | Gorman | T. Hendricks | Barbour | Gregg | Porter | Dumont | Coburn | Voorhees | Hunter | M. Robinson | W. Myers | Browne | H. Johnson | Watson | Barnard | Gray | Comstock | Elliott | Larrabee | Jenckes | N. Johnson | Harden | Wampler | Roudebush | Bray | D. Evans | Burton | M. Pence | Messer | G. Pence 7. Distrikt: Hannegan | A. White | T. Howard | H. Lane | Wright | McGaughey | R. Thompson | McGaughey | J.G. Davis | Scott | J.G. Davis | Voorhees | Washburn | Orth | Manson | Cason | Landers | Hanna | De La Matyr | Peelle | W.E. English | Bynum | Henry | Overstreet | Korbly | Moores | Updike | Ludlow | Greenwood | G. Landis | Noland | Bray | J. Myers | Pease | Kerns | J. Carson | A. Carson • 8. Distrikt: J. Pettit | McDonald | Mace | J. Wilson | A. White | Orth | Tyner | Hunter | Hostetler | Peirce | Lamb | Johnston | Brookshire | Faris | Henry | Cromer | J. Adair | Vestal | Boehne Jr. | La Follette | E. Mitchell | W. Denton | Merrill | W. Denton | Madden | W. Denton | Zion | Hayes | Cornwell | Deckard | McCloskey | Hostettler | Ellsworth | Bucshon • 9. Distrikt: Sample | Cathcart | Fitch | Eddy | Colfax | Shanks | Cason | M. White | Orth | Doxey | Ward | Cheadle | Waugh | Hanly | C. Landis | Morrison | Purnell | Crowe | E. Wilson | Hogan | E. Wilson | L. Hamilton | B. Hill | Sodrel | B. Hill | Young | Hollingsworth | Houchin 10. Distrikt: Kennedy | Rockhill | Harlan | Brenton | Chamberlain | Brenton | Case | W. Mitchell | Edgerton | Defrees | W. Williams | Sayler | Haymond | Calkins | De Motte | T. Wood | Owen | Patton | Hammond | Hatch | E. Crumpacker | Peterson | W. Wood | Gray | Springer | Harvey | Harmon | Harvey | Roudebush | Dennis | Sharp | Jacobs Jr. | J. Carson • 11. Distrikt: Harlan | J.U. Pettit | Shanks | McDowell | Stilwell | Shanks | Packard | J. Evans | Cowgill | Steele | Martin | Steele | F. Landis | Rauch | Kraus | Cook | A. Hall | Griswold | Larrabee | Ludlow | Jacobs | Brownson | Barr | Bruce | Jacobs Jr. | Hudnut | Jacobs Jr. • 12. Distrikt: Orth | A. Hamilton | Colerick | Lowry | J.B. White | McClellan | McNagny | Leighty | J.M. Robinson | Gilbert | Gilhams | Cline | Fairfield | Hogg | Ludlow • 13. Distrikt: W. Williams | Baker | Calkins | Shively | Ford | Shively | Conn | Royse | Brick | Barnhart | Hickey | Pettengill |
2024-12-02 04:10:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dun_Aillinne_Hillfort | Dun Ailinne Hillfort ist eines der drei größten Erdwerke oder Ringforts in Irland. Es liegt zwischen Kilcullen und Old Kilcullen auf dem Hügel Knockaulin, im County Kildare in Leinster. Die aus der Bronzezeit stammende Anlage wurde bis ins Mittelalter genutzt. Sein ovaler Wall hat etwa 500 auf 400 m Durchmesser und ist über vier Meter hoch. Der zugehörige Graben liegt auf der Innenseite, was zeigt, dass die Anlage keinen fortifikativen Charakter hat. Spuren zeigen, dass der Platz bereits im Neolithikum aufgesucht wurde . Es ist John O’Donovan, einem Gelehrten des 19. Jahrhunderts, zu verdanken, dass der in den frühirischen Quellen erwähnte Königssitz Dun Ailinne 1837 als der Ringhügel bei Kilcullen erkannt wurde. Barry Raftery untersuchte 40 ein- und mehrfach umwallte Anlagen auf der Insel und teilte die Hillforts in drei Klassen ein: Dun Ailinne zeigt keine Spuren einer permanenten Besiedlung, wird aber durch die früheste Erwähnung im 8. oder 9. Jahrhundert mit dem Sitz der Könige von Leinster in Verbindung gebracht, obwohl er damals vermutlich diese Funktion bereits nicht mehr erfüllte, aber als zentraler Versammlungsplatz angesehen wurde. Spekulationen über eine Sonnen- und Mondbeobachtung nährt eine anthropomorphe mit Kerben und Schälchen versehene Steinreihe im Inneren. Der wichtigste Zeitabschnitt der Nutzung lag in den Jahrhunderten vor und nach der Zeitenwende. Dass es sich eher um eine Kultstätte als eine ständige Siedlung handelt, wird durch den runden Erdwall bestätigt, der die Spitze des Hügels umgibt sowie durch den Graben innerhalb des Walls, wie er auch in Navan Fort, dem Königssitz von Ulster, existiert. Bei Festungen befindet sich dieser außerhalb des Walles. Archäologisch gut erforscht sind die eisenzeitlichen Aktivitäten auf dem Hügel. Es gibt: Im Inneren der Anlage der 2. Phase fanden sich auch die niedergebrannten Reste von Holzstrukturen, die einem fulacht fiadh ähnlich sehen, jedoch keine steinernen Einbauten besaßen. In der irischen Sage Fotha Catha Cnucha übergibt König Cathair Mór den Hügel von Almu an den Druiden Nuada mac Aichi. Dieser Hügel wird später bekannt als Wohnsitz von Nuadas Urenkel Fionn mac Cumhaill. 53.107305555556-6.7754444444444Koordinaten: 53° 6′ 26,3″ N, 6° 46′ 31,6″ W |
2024-12-03 20:50:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstgelenk | Bei der Endoprothese , genannt auch Gelenkersatz, handelt es sich um ein Implantat, das dauerhaft im Körper verbleibt und ein geschädigtes Gelenk ganz oder teilweise ersetzt. Diese Kunstgelenke werden seit Mitte des 20. Jahrhunderts Menschen und Tieren anstelle ihrer eigenen zerstörten Gelenke eingesetzt. Am bekanntesten sind wohl die künstlichen Hüftgelenke. Heute stehen auch Endoprothesen für weitere Gelenke zur Verfügung , wobei arthrotische Gelenkveränderungen eine häufige Indikation darstellen. Als Gelenkersatz ist auch die Bandscheibenprothese anzusehen. Auch in der Veterinärmedizin hat das künstliche Hüftgelenk Einzug gehalten. Im Wesentlichen sind alle körperfremden Ersatzteile, die komplett in den Körper eingebracht werden, Endoprothesen, auch Implantate genannt. Dazu zählen auch Herzklappenersatz, Gefäßersatz, Harnleiterschienen oder Brustimplantate. Daneben gibt es noch spezielle Implantate, die nicht ausschließlich im Körper verborgen sind, sondern austreten, und daher auch als Endo-Exo-Prothesen bezeichnet werden können, wie Zahnimplantate, Cochlea-Implantate oder Endo-Exo-Prothesen nach Amputation z. B. des Oberschenkels oder des Oberarms. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich jedoch ausschließlich mit den in Orthopädie und Unfallchirurgie verwendeten Gelenkendoprothesen. Der weltweite Umsatz für Endoprothesen belief sich bereits im Jahr 2012 auf 43,1 Milliarden US-Dollar. Dabei betrug der Marktanteil für Knie-Endoprothesen 49 % und für Hüft-Endoprothesen 42 %, während die übrigen Gelenke nur 9 % ausmachten. Weltweit vertreiben fast 200 Unternehmen Endoprothesen, wobei die führenden zehn Unternehmen 94 % des Marktes unter sich aufteilen. Grundsätzlich entsteht der Halt einer zementfreien Prothese durch vom Körper gebildete Knochensubstanz, welche die Prothese fest umschließt. Diese knöcherne Integration erfordert eine genaue Einpassung der Prothese in das Knochenlager. Durch Knochenzement kann die Passgenauigkeit methodisch vereinfacht werden. Man unterscheidet demnach Der Prothesenschaft einer Hüftprothese besteht im 21. Jahrhundert üblicherweise aus Titanlegierungen . Die Femur- und Tibiakomponenten eines Knieimplantats bestehen dagegen aus CoCrMo-Gusslegierungen oder aus Titan-Legierungen . Typische Gleitpaarungen im Artikulationsbereich bei Total-Endoprothesen sind Es wurden mittlerweile hochvernetzte Polyethen-Strukturen entwickelt, welches ähnliche tribologische Eigenschaften wie Keramik aufweist. Durch den Einsatz von Antioxidantien, v. a. Vitamin E, soll der Abrieb noch weiter gesenkt werden. Aufgrund der sehr schlechten tribologischen Eigenschaften von Titan wird dieses nicht als Material für artikulierende Prothesenteile eingesetzt. Lediglich modifizierte Titanoberflächen, die Titannitride zur Härtung einsetzen, werden vereinzelt für Artikulationsflächen genutzt. Grundsätzlich werden immer mehr nickelfreie Endoprothesen verwendet, da eine entsprechende Allergie postoperativ zu Komplikationen und gar dem Austausch der Prothese führen kann. Bei allen elektiven Prothesenimplantationen, die also geplant und nicht infolge eines Unfalls notwendig werden, haben Begleiterkrankungen , Fehlernährung , Medikation sowie körperliche und seelische Verfassung des Patienten einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis. Wundheilungsstörungen, Infekte und Lockerungen sind bei Rauchern mindestens doppelt so häufig, weshalb zu einem Rauchverzicht in den sechs Wochen vor und nach der geplanten Operation geraten wird. Zudem wird übergewichtigen Patienten zu einer präoperativen Gewichtsabnahme geraten, sofern die Arthrose das zulässt. Tendenziell sind die Operationsergebnisse in den Kliniken, die diese Eingriffe sehr oft durchführen, besser als in Kliniken mit einer geringen Anzahl dieser Eingriffe. Zur Minimierung der Risiken bei solchen Eingriffen wurde von der DGOOC die EndoCert-Initiative ins Leben gerufen, im Rahmen derer sich Endoprothetik-Zentren zertifizieren lassen können. Als Vorläufer der heutigen endoprothetischen Technik gilt der 1939 publizierte partielle Hüftkopfersatz durch „Cup-Plastik“ nach Marius Nygaard Smith-Petersen. Den ersten totalprothetischen Ersatz führte John Charnley 1961 ein. Pioniere der Hüftendoprothetik in Deutschland waren in den 1960er Jahren Hans-Wilhelm Buchholz und Hans-Hermann Lubinus. Werden sowohl der Gelenkkopf als auch die Gelenkpfanne ersetzt, handelt es sich um eine Total-Endoprothese der Hüfte . Wenn nur der Hüftkopf ersetzt wird, ist das eine Hemi-Endoprothese . Nach Auswertungen des deutschen Endoprothesenregisters gibt es einen Trend zu zementfreien Hüftschäften, die nach Jahresbericht 2019 in zwei Drittel aller Fälle eingesetzt werden, und von denen weniger als 15 Prozent Kurzschaftprothesen sind. Bei den Pfannen gibt es eine starke Tendenz zu „pressfit“-Pfannen, die aktuell dominieren. War noch 2000 jede zweite Pfanne eine Schraubpfanne, ist dies heute nur noch jede achtzehnte Pfanne. Mit einem Anteil von 84 Prozent sind Gleitpaarungen aus Pfannen mit hochvernetztem Polyethylen und Keramikköpfen Standard, während Metall-Metall-Paarungen nicht mehr zum Einsatz kommen. Eine Leitlinie mit Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose wurde in Deutschland zuletzt im März 2021 veröffentlicht. Die Hüftkappen- bzw. McMinn-Prothesen wurden für jüngere Patienten entwickelt, um dadurch mehr Möglichkeiten bei einer späteren Revision zu besitzen. Konkret musste dafür nur der Kopf des Oberschenkelknochens und der Schenkelhals teilweise entfernt werden. Im Oktober 2010 rief die Firma DePuy das ASR XL Hüftpfannen- und Hüft-Oberflächenersatzsystem zurück. Im März 2012 erschien bei The Lancet eine Studie, nach der die insbesondere bei großen Metall-auf-Metall-Prothesen ungewöhnliche hohe Revisionsraten bereits in einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum auftraten. Deshalb wird empfohlen, Metall-auf-Metall-Prothesen nicht mehr zu verwenden. In Deutschland werden Hüftkappenprothesen nicht mehr eingesetzt. Kurzschaftprothesen zeichnen sich durch ihr kompaktes Design aus, welches schonender für die Knochen und die Weichteile ist. Sie werden zunehmend verwendet, während frühere Implantatmodelle, wie der Mayo-Schaft oder der von Pipino entwickelte CFP-Schaft, nur bei ausgewählten Patientenkollektiven eingesetzt wurden. Nach dem EPRD-Bericht von 2022 liegt der Anteil bei circa 12 % aller Schaftkomponenten. Die kurz- und mittelfristigen Überlebensdaten von Kurzschaftendoprothesen sind vergleichbar mit denen von den klassischen Geradschaftprothesen. Die Operation kann sowohl unter Vollnarkose als auch mit einer Spinalanästhesie durchgeführt werden. Zunächst werden die verschlissenen Gelenkoberflächen und der bisherige Gelenkkopf am Oberschenkel entfernt und der verbleibende Knochen für das Implantat vorbereitet. Danach erfolgt die Implantation und Verankerung der beiden Gelenkkomponenten mit den oben beschriebenen Alternativen. Für die Hüftpfanne sollte eine Abduktion von 40 ± 10° und eine Anteversion von 15 ± 10° angestrebt werden, außerhalb dieser „sicheren Zone“ steigt das Risiko einer Prothesenluxation um das Vierfache, außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für vorzeitigen Abrieb der Prothesenkomponenten und für ein Impingement der Prothese. Anschließend wird ein Probekopf auf den Schaft gesetzt und die Hüfte eingerenkt, um Beinlänge, sicheren Halt und Achsstabilität zu überprüfen. Eventuell kann ein Probe-Hüftkopf mit längerem oder kürzerem Hals, mit mehr oder weniger Offset ausprobiert werden, bis ein sicherer und stabiler Halt gefunden wird. Abschließend wird der neue Hüftkopf aufgesetzt, das Hüftgelenk erneut reponiert und zuletzt die Wunde verschlossen. Für die gesamte Operation bis Wundverschluss kann mit einer Dauer bis zwei Stunden gerechnet werden. Der Patient kommt danach zur Überwachung in eine Aufwacheinheit. Nach weiteren zwei bis vier Stunden erfolgt dann die Rückverlegung in die Normal- oder Überwachungsstation. Minimal-invasive Hüftendoprothetik Moderne minimal-invasive Operationstechniken erlauben heute eine gewebeschonende Art der Implantation. Es handelt sich hierbei um minimal- oder geringinvasive Zugänge zum Hüftgelenk. Die Definition des minimalinvasiven Zugangs wird jedoch zurzeit kontrovers diskutiert. Sicher ist aber wohl, dass dieses Prädikat „minimalinvasiv“ in Verbindung mit möglichst geringer Weichteilirritation nicht nur von einer einzigen Methode beansprucht werden kann, sondern mehrere Verfahren als minimalinvasiv gelten dürfen. Ein Vorteil ist die schnellere Rehabilitation der Patienten als bei den konventionellen Techniken aufgrund der schonenderen Weichteilbehandlung. Dies betrifft jedoch nur die ersten Tage nach der Operation. Im weiteren Verlauf gibt es keinen Unterschied zwischen den einzelnen Techniken in der Beweglichkeit oder Belastungsfähigkeit des Hüftgelenkes. Die minimalinvasive Technik ist nicht bei jeder Hüftgelenkserkrankung anzuwenden und hat ihre Grenzen. In den ersten Tagen nach der Operation werden Wundschmerzen mit Medikamenten aufgefangen. Die physiotherapeutische Bewegungstherapie des operierten Beines beginnt. Das postoperative Vorgehen unterscheidet sich erheblich zwischen zementierten und zementfreien Prothesen. Während der große Vorteil von zementierten Prothesen darin besteht, dass die Mobilisation bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt und der Patient unter Vollbelastung die ersten Schritte gehen kann, erfolgt bei zementfreien Prothesen in der ersten postoperativen Woche noch gar keine Belastung oder nur eine Teilbelastung der Prothese, damit die recht langsam erfolgende knöcherne Integration nicht gestört wird. In den ersten Wochen werden medizinische Gehwagen und Unterarmgehstützen benutzt, um die Gangsicherheit zu verbessern und das operierte Hüftgelenk nicht zu überlasten. Die stationäre Behandlung in den meisten Kliniken dauert nach einem komplikationslosen Eingriff ca. acht bis zehn Tage. In dieser Zeit wird eine Anschlussheilbehandlung festgelegt. In diesen Rehabilitationskliniken sollten die Mobilität weiter verbessert und die das Hüftgelenk stabilisierende Muskulatur gezielt trainiert werden. In darauf spezialisierten Kliniken werden mit Standardimplantaten Langzeitergebnisse von über 15 Jahren erreicht. Sie erlauben in über 90 % der Fälle ein gutes funktionelles Ergebnis bei weitgehender Schmerzfreiheit. Regelmäßige Verlaufskontrollen in der Klinikambulanz oder beim Orthopäden mit klinischer und röntgenologischer Untersuchung sollen diese Ergebnisse langfristig begleiten. Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes ist ein großer operativer Eingriff und mit den entsprechenden Risiken verbunden. Dazu gehören generell die Bildung von Blutgerinnseln in den Beinen während oder nach der Operation, die Wundheilungsstörung, Infektionen , der postoperative Bluterguss , die Nachblutung und die Möglichkeit einer Verletzung von Nerven und Blutgefäßen. Gelegentlich kann während der Operation ein Blutverlust auftreten, der eine Bluttransfusion erfordert. Eine Implantatallergie gegen Bestandteile der Endoprothese kann ähnlich wie bei einer Infektion einen Austausch des künstlichen Gelenkes erforderlich machen . Aufgrund des hohen Risiko einer Thrombose wird postoperativ eine entsprechende Prophylaxe durchgeführt. Analog zur Kallusbildung bei Frakturen kann es – insbesondere in den ersten Monaten nach der Operation – zur Ausbildung von heterotopen Ossifikationen kommen. Aus diesem Grund wird eine perioperative Gabe von NSAR, wie z. B. Ibuprofen, durchgeführt; bei Kontraindikationen kann eine vorbeugende Strahlentherapie durchgeführt werden. Die wesentliche Langzeitkomplikation stellt die Lockerung der Prothese dar, welche mechanisch, durch eine Fraktur des Knochens oder durch eine Infektion verursacht werden kann. Nur in äußerst seltenen Fällen kommt es zu einem Bruch der Prothese. Bei dem Austausch einer Endoprothese kann einzeitig verfahren werden. Bei infektiösen Situationen wird hingegen häufig die Prothese ausgebaut und erst im Intervall nach entsprechender antibiotischer Therapie eine neue Prothese eingebaut . Das Auftreten von Wundinfektionen, sowohl in der Frühphase nach der Operation sowie als Spätkomplikation, ist eine wichtige Komplikation, deren Auftreten auch von patienten-spezifischen Faktoren abhängt: Hierzu ist an erster Stelle ein reduzierter Allgemeinzustand bzw. eine Multimorbidität zu nennen. Zudem wird adipösen Patienten vor dem Eingriff eine Gewichtsabnahme empfohlen. Die erste Schulter-Prothese wurde als Monoblock-Prothese von C. S. Neer bereits in den 1950er Jahren vorgestellt, zunächst zur Versorgung komplexer Oberarmkopfbrüche, später aber auch bei Schultergelenkverschleiß. In der 2. Generation wurden Prothesen entwickelt, bei denen Kalotten und Schäfte unterschiedlicher Größe miteinander kombiniert werden konnten. Durch modulare Prothesen der 3. Generation konnte dann auch das Offset zwischen Diaphyse und Metaphyse, die Inklination und Retroklination des Humeruskopfes variabel eingestellt werden und somit eine der individuellen Anatomie entsprechende Positionierung der Prothese erreicht werden. Aktuelle Prothesen der vierten Generation unterscheiden sich hiervon nur geringfügig und vor allem bezüglich der Verankerung am Glenoid und im Humerusschaft sowie in den Möglichkeiten bei einer Prothesenrevision. Neben der Totalendoprothese mit Ersatz der Schulterpfanne als Ganzgelenk kommen 2011 in Deutschland weiterhin mehr Hemiendoprothesen als Halbgelenke zum Einsatz, bei denen das Glenoid nicht ersetzt wird. Für die Humeruskomponente gibt es neben der konventionellen Schaftprothese auch Prothesentypen mit einem Kurzschaft, schaftlose Prothesen und den kappenartigen humeralen Gelenkflächenersatz. Besonders in der Traumatologie haben aber auch modulare Langschaftprothesen eine häufige Indikation. Besonders bei defekten Rotatorenmanschetten, aber auch zunehmend nach Oberarmkopfbrüchen und im Falle einer Revision einer gelockerten Schulterprothese kommen inverse Prothesen zum Einsatz, bei denen die Glenoidkomponente sphärisch ist und mit einer konkaven Humeruspfanne artikuliert. Man unterscheidet bei der Knie-TEP: Über die tatsächlichen mechanischen Belastungen von Endoprothesen war bisher nur wenig bekannt. Genaue Kenntnisse über die Größe und Richtung der einwirkenden Kräfte und Momente sind aber eine Voraussetzung für die Verbesserung der Implantate und deren Verankerung im Knochen. Ein Forscherteam des Julius-Wolff-Instituts der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt seit vielen Jahren Endoprothesen mit integrierter Messelektronik, mit denen die Gelenkbelastung im Patienten gemessen und drahtlos an einen Computer übertragen wird. Die Belastungen, die ein Mehrfaches des Körpergewichts betragen können, werden für die verschiedenen Alltagsaktivitäten gemessen, in einer Datenbank gespeichert und im Internet Interessierten zugänglich gemacht. Neben Hüft-, Schulter- und Knieendoprothesen wurden auch Wirbelsäulenimplantate für In-vivo-Messungen instrumentiert. Auch werten die Charité-Forscher aus, wie verschiedene Metalle aus Endoprothesen freigesetzt werden und sich im umliegenden Knochengewebe anreichern. Die Forschung ergab, dass sowohl partikuläre als auch gelöste Metalle, die aus Endoprothesen stammen, im umliegenden Knochen und im Knochenmark in überphysiologischen Konzentrationen vorhanden sind. Die kollagenhaltige Schicht, die nach der Operation das Implantat verkapselt, isoliert dieses somit nicht in dem Ausmaß vom menschlichen Gewebe wie bisher angenommen. Zur Erfassung von Langzeiterfahrungen mit den Prothesen und der Erfolgsquote von Operationen kann die Einrichtung eines entsprechenden Registers dienen. Nach offensichtlichen Problemen mit Prothesen wurden 1979 in Schweden und Finnland die ersten Endoprothesenregister angelegt, Norwegen folgte 1987 diesem Beispiel. Das Anlegen eines solchen Registers kann zu einer Senkung von nachträglich notwendigen Operationen und zur Aufdeckung von problematischen Prothesenmodellen führen. Bis zum Oktober 2011 haben bereits 19 Länder ein solches Register eingeführt. In Deutschland befindet sich das Endoprothesenregister Deutschland als zentrales Melderegister seit Oktober 2011 in Erprobung. |
2024-12-02 00:17:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Puurs | Puurs ist eine ehemalige Gemeinde in der belgischen Provinz Antwerpen. Sie umfasste die Ortschaften Breendonk, Kalfort, Liezele, Ruisbroek sowie Puurs und zählte 17.452 Einwohner . Zum 1. Januar 2019 fusionierte Puurs mit Sint-Amands zur neuen Gemeinde Puurs-Sint-Amands. Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde befindet sich nur wenige Kilometer südlich der Mündung der Rupel in die Schelde. Mechelen liegt 15 Kilometer südöstlich, Antwerpen 18 Kilometer nördlich und Brüssel etwa 26 km südlich. Die nächsten Autobahnabfahrten befinden sich im Osten bei Rumst und Mechelen an der A1/E 19 und bei Sint-Niklaas im Westen an der A14/E 17. Die Gemeinde besaß einen Regionalbahnhof an der Bahnlinie Sint-Niklaas – Puurs – Mechelen. Der Flughafen Antwerpen war der nächste Regionalflughafen und Brüssel National nahe der Hauptstadt der nächste internationale Flughafen. Im 10. Jahrhundert waren die Benediktinermönche der Abtei Kornelimünster in Aachen die Landesherren. Im August 1940 wurde in Puurs die Widerstandsgruppe De Zwarte Hand gegründet, eine der ersten in Belgien. Im Herbst 1941 flog die Gruppe auf: 109 Männer wurden verhaftet und in Gefängnisse und später in ein Lager transportiert. Zwölf der Männer wurden hingerichtet; nur 37 Gruppenmitglieder überlebten bis Kriegsende. Die Sint-Pieterskerk, auch „Kathedrale von Klein-Brabant“ genannt, wurde im 15. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Ihr barocker Glockenturm stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Gegend um Kalfort ist für den dort angebauten Spargel bekannt. |
2024-12-02 06:08:08 | https://de.wikipedia.org/wiki/Neumayer_Tekfor | Die Tekfor Holding GmbH ist ein global agierender Automobilzulieferer mit Werken in Europa sowie Süd- und Nordamerika. Hauptsitz sind Hausach und Eschborn/Deutschland. Der Hersteller von Motoren-, Getriebe- und Fahrwerkskomponenten beschäftigt insgesamt 1410 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 232 Millionen Euro . Die Tekfor Group entwickelt und konzipiert für die Automobilindustrie Getriebe, Motoren, Antriebsstränge, spezielle Applikationen sowie Sicherheitsmuttern. Präzisionsteile und Applikationen von Tekfor finden sich in PKW und LKW führender europäische Hersteller. Die Komponenten werden überwiegend individuell mit den jeweiligen Geschäftspartnern entwickelt, wobei Tekfor auch die Fertigung übernimmt. Kompetenzfelder sind die maschinelle Bearbeitung, Umformung und Montage von Teilen. Tekfor arbeitet auch auf dem Feld der E-Mobilität. Das Unternehmen wurde 1942 als Automatendreherei gegründet. 1988 wurden die Rotenburger Metallwerke von FAG Kugelfischer übernommen, 1998 die italienische Teksid Umformtechnik von Fiat, außerdem erfolgte eine Beteiligung an der brasilianischen Böllhoff Neumayer. Im Jahre 2001 wurde das Werk Neumayer Schmölln in Schmölln und das Werk Tekfor in Wooster in den Vereinigten Staaten gegründet. Zwei Jahre später wurde Tekfor Cologne, ein Joint-Venture mit Ford, gegründet. 2005 wurde Amtek Tekfor, ein Joint-Venture mit Amtek am Standort Neu-Delhi gegründet, um dem indischen Markt zu erschließen. Im gleichen Jahr wurden alle Anteile von Böllhoff Neumayer übernommen und eine Restrukturierung der brasilianischen Unternehmensteile zu Neumayer Tekfor Automotive vorgenommen. Von 2005 bis Mai 2013 war das Unternehmen im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Barclays Private Equity, die seit Ende 2011 als Equistone Partners Europe firmiert. 2009 wurde ein zweites Joint Venture mit Amtek im indischen Pune geschlossen. Im September 2012 hat der Autozulieferer beim Amtsgericht Offenburg ein Schutzschirmverfahren nach den Vorgaben des reformierten Insolvenzrechts beantragt. Die Geschäftsführung bleibt beim Schutzschirmverfahren im Amt und wird dazu verpflichtet, innerhalb von drei Monaten einen Insolvenzplan für das Unternehmen zu erarbeiten. Voraussetzung für diese Form des Insolvenzantrags ist eine Bescheinigung, in der die Sanierung als „nicht offensichtlich aussichtslos“ bestätigt wird. 2012 wurde ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigte zudem weltweit rund 3.300 Mitarbeiter, davon 1.600 allein in Deutschland. Im März 2013 wurde das Unternehmen an die indische Amtek verkauft. Amtek erwarb dabei neben Patenten und Grundstücken vor allem die Anteile an den in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Als finanzierende Bank fungierte die Standard Chartered Bank. Amtek ging 2017 in Insolvenz. Das Auslandsgeschäft des Konzerns, darunter auch Neumayer Tekfor, wurde jedoch auf Druck des Finanzinvestors KKR, der bereits die Übernahme durch Amtek finanziert hatte, bereits vor der Insolvenz von Amtek abgetrennt und einem Treuhänder in Singapur unterstellt. Das Unternehmen Neumayer Tekfor kann seitdem wieder eigenständig agieren. Die Rotenburger Metallwerke sind in Rotenburg an der Fulda im Nordosten Hessens ansässig. Gegründet wurde die RMW 1936 als Rotenburger Metallwerke Rudolf Stirlen GmbH Tätigkeitsfeld war der Stahlhochbau, 1958 kam die Kaltmassivumformung dazu. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich 2009 von der Kaltmassivumformung, Zerspanungstechnik, Wärme- und Oberflächenbehandlung bis hin zu einbaufertigen Einzelteilen und zur Montage kompletter Baugruppen. In der Nachkriegszeit haben die Rotenburger Metallwerke als eigenständiger Betrieb Landmaschinen hergestellt; man war aber auch im allgemeinen Maschinenbau, im Stahlbau für Industriehallen und im Brückenbau tätig, in späteren Zeiten wurden unter dem Dach der Frieseke & Hoepfner GmbH, Erlangen auch Hydraulikaggregate für Werkzeugmaschinen produziert. Als 1980 die Frieseke & Hoepfner GmbH zusammen mit ihrer Tochter RMW von der FAG übernommen wurde, kam die Fertigung von Lagergehäusen und anderen Komponenten für die Mutter FAG hinzu. Die Kaltmassivumformung wurde weiter ausgebaut. Die Marke RMW spielte im ländlichen nordhessischen Raum eine lokal begrenzte Rolle. Es wurden Ackerschlepper mit 2- oder 3-Zylinder MWM Dieselmotoren, Geräteträger , Raupenschlepper, eine 3-Punkt-Anbau-Bodenfräse Typ AW 8 „Ackerwolf“ und der Henschel-RMW Grader Typ R120 hergestellt. RMW Standard-Schlepperprogramm von 1955: Die Schlepper wurden mit verschiedenen Spurweiten ausgerüstet. Bedingt durch die Getriebeabstufungen konnte der Geschwindigkeitsbereich von 1,95 km/h bis 20 km/h für die gängigen Bodenbearbeitungen in der Landwirtschaft genutzt werden. Die technische Ausrüstung der Traktoren mit Differentialsperren, Zapfwellenantrieb mit Konstant- und gangabhängiger Drehzahl und hydraulische Heckkraftheber für Anbaugeräte entsprach dem damaligen Stand der Technik. Sogar diverse landwirtschaftliche Zusatzgeräte standen ab Werk bereit. RMW nutzte eine gezielte Modul- und Einkaufsstrategie für Zukaufteile , so dass nur wenige Herstellvorgänge, wie z. B. die Blechverarbeitung und die Endmontage im Werk Rotenburg erfolgten. Einspritzpumpen, Anlasser und Lichtmaschinen kamen beispielsweise einbaufertig von Bosch. Die geringe Fertigungstiefe führte allerdings dazu, dass die Standardschlepper dieser Epoche bei vielen Anbietern in ihrer Ausprägung sehr ähnlich waren und kaum markenspezifische Differenzierungen möglich waren. Die Schlepper trugen mit Ausnahme der größten Typen Lippe und Lech das RMW Logo auf der Fronthaube und zwei längliche Kühlergitter, die der stilisierten BMW-Niere des BMW Automobiltyps 328 nicht unähnlich sehen. Des Weiteren wurden auch Raupenschlepper mit 3- und 6-Zylinder-Dieselmotoren für die Landwirtschaft oder das Bauwesen angeboten: Außerdem wurden Forstgeräte und Maschinen für den Forstbereich hergestellt wie z. B. das "Eichhörnchen" und Kettensägen. 1955 übernahm die Firma zudem das unter dem Namen "Pinguin" gestartete, bislang nicht über das Prototypen-Stadium hinausgekommene Projekt zur Herstellung eines dreirädrigen Kleinstwagens. Das Fahrzeug sollte in Rotenburg in Serie gebaut und unter dem Namen "Hobby" oder "Ami" verkauft werden. Da eine Serienfertigung jedoch nicht finanziert werden konnte, wurde 1956 versucht, das Projekt weiterzuverkaufen. Nachdem dies nicht gelungen war, wurde das Projekt schließlich eingestellt und alle Prototypen und Produktionswerkzeuge verschrottet. Abega | AEG | Altmann Schlepper | Anker | Apollo | Atlas | Autara | Auto Union | Bachmann | Barthels | Baumi | BHS | Becker | Benz | Beemann | Beilhack | BIWAG | Bob | Borsig | Brummer | Bungartz | Busch | Bussard | Büssing AG | Christoph Vorspannmaschine | Cerva | Daimler | Daimler-Benz | Degenhart | Deuliewag | Deutz AG | Dinos | Dünkel | Dürkopp | Ebner | Eckardt | Eicher | Eisenmann | Elite-Werke | Epple & Buxbaum | Esslingen | Fahr | Famo | Faun | Fendt | Clemens Fendt | Fey | Flader | Flöther | Freund | Gast | Glogowski | Gothaer Waggonfabrik | Grams | Granich | Grebestein | Güldner | Gumbinnen | Gutter | Hagedorn | Hanno | Hanomag | Hansa-Lloyd | Hartmann | Hasenzahl | Hatz | HAWA | Hein | Hemag | Heßler | Hildebrandt | HMG | Holder | Hunger | Hütter | IHC | Ilsenburger | Imperator | Ingelheim | Irus | Jaehne | Kaelble | Kämper | Karwa | Keidel | J.Kelkel | Kemna | Kirnberger | KHD | Komnick | Körting | Kosto | Kramer | Kranner | Krümpel | Krupp | Kuërs | Kulmus | Kurz | Kyffhäuserhütte Artern | Lanz | HeLa | Lehmbeck | LHB | LWD | Loeb | Löcknitzer | LFG | Lythall | MAF | Magdeburger Motorpflug-Werk | Malapane Motorpflug | MAN | Mannesmann-MULAG | Märkische Motorpflug-Fabrik | Martin | Mayer | MIAG | Miego | Modaag | Moosburner | Motorenfabrik Oberursel | MWM | Muchow | NAG | Nahag | Neumeyer | Normag | Oberschlesische Eisenbahn-Bedarfs-AG Solinger Hütte | Opel | Orenstein & Koppel | Otto | Pfaffe | Pfeiffer | Phönix | Pinzger | Podeus | Pöhl | Primus | Prometheus | Rathenow | Rathgeber | REF | Reima | Rische & Apitz | Ritscher | RMW | Ruhrwerke | Rüttger | Scheffeldt | Scherf | Scheuch-Schlepper | Schlüter | Schmidt, Kranz & Co. | Schmotzer | Schöma | Schulz | Schutzbach | Schwadyck | SHW | Seitz | Sendling | Siemens-Schuckertwerke | Spiegler | Standard Motorpflug Gesellschaft | Steiger | Stock | Stoewer | Sulzer | Talbot | Tittmann | Toro | Union | Universal | Vogeler | Wagner | Wahl | Wermke | Wesseler | Wilhelmina | Wiss | Wolf | Wurr | Zettelmeyer | Zimmermann Abele | Agria | AHWI | Allgaier | Alpenland | AWK | Barthels | Battenberg | Bautz | BTG | Betz | Bischoff | Blank | Boehringer | Borgward | Brandenburgische Traktorenwerke | Bungartz | Burischek | Burzler | Ceres | Claas | Creussen | Daimler-Benz | Dechentreiter | Degenhart | Demmler | Deuliewag | Deutsche Traktoren Union | Deutz AG | Dexheimer | Diephilos | Dolmar | Dünkel | Eicher | Enser | Ensinger | Erkelenz | Eugra | Fahr | Fahrlo | Faun-Werke | Fendt | FMR | Frieg | Friman | Frisch | Funk | Gaiser | Granich | Greckl | Gross | Gruse | GTZ | Güldner | Gutbrod | Gutter | Haas | Hagedorn | Hako | Hanno | Hanomag | Harder | Hatz | Haupt | Heizotrack | Hieble | HM | Walter Hofmann Unitrak | Holder | Horsch | Hummel | IFA Horch | IHC | Irus | Kaelble | Kämper | G.Kelkel | J.Kelkel | Kiefel | Kirnberger | Klauder | Kögel | Köppl | Kramer | Krapp | Krieger | Krümpel | Kühner & Berger | Kulmus | Lampa | LTS | Lanz | HeLa | LHB | MALI | Mähdrescherwerk Weimar | MAN | Manhardt | Martin | MIAG | MULAG Fahrzeugwerk | Münch | Niko | Nordtrak | Normag | Normag-Zorge | Orenstein & Koppel | Otto | Pallmann | Pekazett | Pfanzelt | Platten | Porsche | Primus | Prometheus | Rancke | Rathgeber | Ritscher | Röhr | RMW | Ruhrstahl | Ruthe | Sauerburger | Schanzlin | Scharfenberger | Schilling | Schlepperwerk Nordhausen | Schlüter | Schmiedag | Schmotzer | Schneider | Schneider | Sendling | Sieben | Stihl | Ströbele | Sülchgau | Sulzer | Taunus | Titan | Titus | Trabant Traktorenbau | Tractortecnic Unitrac | Traktorenwerk Schönebeck | Tröster | Tünnissen | Uhlmann | Ursus | Vari | Volk | Voß & Co. | Wahl | Wanner | Weichel | Weigold | Weitzel | Welte | Werner | Wesseler | Widmann | Willmes | Wimmer | Winkelsträter | Wotrak | WUMAG | Zanker | Zettelmeyer | Zogbaum |
2024-11-22 21:19:00 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hebsed | Das Sedfest war ein altägyptisches Fest, bei dem der König eine zentrale Rolle einnahm. Die ältesten Belege reichen in die frühdynastische Zeit zurück, seit der Spätzeit wurde es zwar möglicherweise nicht mehr gefeiert, spielte aber immer noch bis in die Ptolemäerzeit eine wichtige Rolle in den Königsdarstellungen. Abbildungen des Sedfestes sind im Alten Reich erstmals im Südgrab des Djoser, im Sonnenheiligtum des Niuserre und in den Totentempeln des Sahure, Teti II. sowie des Pepi II. zu finden. Die Quellensituation zum Sedfest ist sehr lückenhaft, die vollständigste Darstellung findet sich im Sonnenheiligtum des Niuserre. In dessen Regierungszeit erfuhr das Sedfest eine Aufwertung seiner Bedeutung, da es seither Bestandteil der Festzeremonien im Haupttempel war, nachdem in der Vorzeit dieser Kult in einem kleineren Sonnentempel abseits des Haupttempels vollzogen wurde. Hauptfunktion war offenbar die Erneuerung der Macht des Königs, entsprechend wurde es nach der Vorstellung der alten Ägypter auch im Jenseits gefeiert. Als möglicher Vorläufer des Sedfestes kommt das Vereinigungsfest der beiden Länder in Frage, das bei längeren Regierungsdauern auch als Jubiläumsfest zur Erneuerung der Herrschaft vollzogen wurde. Da die ursprüngliche Bedeutung des Sedfestes nicht geklärt ist, zieht die Ägyptologie ein Ritual bei den jägernomadischen Vorfahren der Naqada-II-Leute als Ursprung in Erwägung, bei dem der alte Anführer durch einen jungen Herrscher ersetzt wurde, indem der alte Amtsinhaber rituell getötet wurde. Ein solcher Königsmord wurde bis in die Neuzeit bei verschiedenen nordostafrikanischen Völkern praktiziert. Cyril Aldred vertritt diese These und sieht im Sed-Fest archaische Überreste dieses Brauches: so umkreist der König die Stadt, umkränzt mit Zwiebeln – ebenso wie die Opfertiere. Das Aufhacken des Bodens soll ein Überbleibsel der Aushebung des Königsgrabes sein. Unsicher ist in diesem Zusammenhang der Ursprung der Bezeichnung „Sedfest“; in Erwägung kommt hierfür der Name des Gottes Sed, das ägyptische Wort sd „Tierschwanz“, oder ein gleichnamiges Kleidungsstück. Im Alten Reich vollzog sich mit Einführung des Sonnengottes Re ein Bedeutungswandel. Die früheren Bezüge zur späteren Königsherrschaft in der Duat übernahm zunächst Re, ehe Osiris als Vertreter des Königs die Position des Mittlers zwischen der Duat und Re einnahm. Daher wechselte auch der frühzeitliche Ort der Sedfest-Prozessionen. Im Sonnenheiligtum des Niuserre fehlen deshalb die zugehörigen Heiligtümer. Die dortigen Darstellungen bezogen sich nicht auf den realen Sedfest-Kult, sondern spiegelten nur noch den einstigen Wunsch des Königs auf ewige Herrschaft wider. Das Sedfest wurde zumeist im dreißigsten Regierungsjahr und danach häufiger gefeiert. Es sind jedoch seit dem Alten Reich auch Sedfestansetzungen im Rahmen des „kleinen Sedfestes“ während der Sokar-Feierlichkeiten bekannt, die nicht an eine dreißigjährige Herrschaft gebunden waren. Aus dem Festkalender des Niuserre geht hervor, dass im Alten Reich der Tag des Errichtens vom Djed-Pfeiler kurz vor Sonnenaufgang des 1. Peret I stattfand und damit ursprünglich die neue Jahreszeit einläutete. Zusätzlich stand das Sedfest in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Min-Fest, das ebenfalls im Rahmen des Festkalenders eng mit der Erneuerung der königlichen Macht verbunden war. Die zentrale Bedeutung des Sedfestes wird mit der Verortung in die „verborgene Weltkammer“ vom Sonnenheiligtum des Niuserre verständlich, die damit den Charakter einer Stätte der Wiedergeburt aufweist. Der König übernimmt in den Darstellungen des Sedfestes im Niuserre-Sonnenheiligtum die Rolle des „Vollziehers der Schöpfung“. Die Ausrufung des Sedfestes erfolgte seit dem Mittleren Reich während der Feierlichkeiten des Krönungsfestes. Die Ägypter feierten das Sedfest im Neuen Reich am festgesetzten Termin des 27. Schemu II . Den Hintergrund der Terminfestsetzung bildete das Talfest, da es im ungünstigsten Fall durch die Ansetzung im Mondkalender auf den 26. Schemu II fallen konnte. Der genaue Ablauf des Sedfests ist strittig, daher kann die im Folgenden dargestellte Abfolge nicht mehr als einen Versuch darstellen, die erhaltenen Darstellungen zu ordnen. Zu Beginn des Festes stand eine Prozession, es folgte in einem Gebäude die „Löwenmöbelfolge“. Dann thront der König mit der roten beziehungsweise weißen Krone in einem Pavillon und empfängt Abgesandte aus dem Land, danach besucht der König die Kapellen verschiedener Götter, um ihre Statuen zum Umzug abzuholen. In einem besonderen Ornat mit einem Schurz und einem Tierschwanz hält der König gemeinsam mit den Götterstatuen den Sedlauf ab. Dieser Zeremonie schließen sich die Vorführung und Übergabe des Viehs an die Götter an. Zum Schluss besucht der König in seiner Sänfte die Reichsheiligtümer, wo er verschiedene Riten durchführt. Typisch für das Sedfest ist ein spezielles Königsornat: ein kurzer Mantel mit einem fast schulterfreien Ausschnitt, die weiße bzw. rote Krone, einen Krummstab und Wedel. Im Ahnenkult der Ägypter spielte das Sedfest eine wichtige Rolle, da der herrschende König seine Machtstellung mit göttlicher Billigung der Ahnen erneuern und bekräftigen konnte. Dementsprechend oft finden sich Sedfest-Darstellungen in den Totentempeln der Herrscher. Die größte Ausprägung findet sich im Komplex der Djoser-Pyramide – dort befindet sich im Komplex ein Areal bestehend aus einem Hof mit umgebenden symbolischen Tempeln zur jenseitigen Durchführung des Sed-Laufes. In späteren Begräbniskomplexen wurde dieses aufwändige Element durch Reliefdarstellungen des Sed-Laufs im Totentempel ersetzt. Amenophis-Feste | Amun-Re-Fest | Auszug des Osiris | Bastet-Fest | Ebers-Kalender | Erheben des Himmels | Erheben des Himmels | Fahrt auf dem Land | Feier im Haus der Ewigkeit | Fest der aufgehackten Erde | Festkalender des Königs | Hathor-Fest | Horusgeleit | Ipip-Fest | Kanopus-Dekret | Krönung | Menchet-Fest | Min-Fest | Neheb-kau-Fest | Neith-Fest in Esna | Neujahrsfest | Nilschwemme | Opet-Fest | Ptah-Fest | Renenutet-Fest | Sed-Fest | Sokar-Fest | Sothis-Fest | Sothis-Zyklus | Tag des Sandholens | Talfest | Thot-Fest | Totenfest des Sonnenauges | Thronbesteigung | Vereinigungsfest der beiden Länder | Vereinigungsfest der beiden Stiere | Wag-Fest |
2024-12-02 09:48:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rsaalzentrum_der_TU_Dresden | Das Hörsaalzentrum der TU Dresden befindet sich an der Bergstraße 64 in Dresden. Bemerkenswert ist die Eingangshalle mit einer transparenten Glasfassade und einer offenliegenden Stahlskelettkonstruktion. Mit einer deutlichen Vergrößerung der TU Dresden nach der Wende waren bauliche Verbesserungen an den Universitätsgebäuden notwendig geworden. Das neue Hörsaalzentrum sei dafür „ein besonders schönes Beispiel“. Der Bau wurde nach Plänen der Architekten Klein & Sänger in Zusammenarbeit mit Dömges + Partner vom Freistaat Sachsen als Bauherrn errichtet und im Jahr 1998 fertiggestellt. Das Gebäude besteht aus einem Süd- und Nordflügel. Das Hörsaalzentrum ist ein „zentraler Kubus“, der insgesamt sechs Hörsäle umfasst. Der Hörsaal 1 im Erdgeschoss, das Auditorium maximum, welches 977 Plätze hat, ist dabei der größte Hörsaal Sachsens. Der Hörsaal 2, seit November 2012 Alfred-Post-Hörsaal, ist darunter angeordnet und hat ca. 550 Plätze. Über dem Audimax sind die beiden Hörsäle 3 und 4 nebeneinander angeordnet. Diese haben ca. 600 und 450 Plätze. Neben diesen vier großen Hörsälen beherbergt das HSZ noch zwei kleinere Hörsäle, zehn Seminarräume und einen Zeichensaal. Die Glasfassade des Baus dient gleichzeitig als Haupteingang. Als Kubus mit Glasfassade reiht sich dieser Bau in die Nachfolge anderer „schlichter Stahl-Glas-Kubus“-Bauten in Dresden, wie dem Plenarsaal des sächsischen Landtags oder der Mensa der Offizierschule des Heeres, ein. Eingangshalle, Foyer und Treppenhaus des Hörsaalzentrums sind durch Wandgemälde „Fragmente der Technischen Revolution“ von Michael Fischer-Art ausgestaltet. 51.02884444444413.729991666667Koordinaten: 51° 1′ 43,84″ N, 13° 43′ 47,97″ O |
2024-11-24 20:12:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sasha_(S%C3%A4nger) | Sasha ist ein deutscher Popsänger. Der Durchbruch gelang ihm 1998 mit dem Titel If You Believe. Seit 2002 ist er zudem mit einem Rockabilly-Projekt als Dick Brave and the Backbeats bekannt. Mit bislang zehn veröffentlichten Alben hatte er eine Reihe von nationalen und internationalen Chart-Erfolgen. Seine Plattenverkäufe im In- und Ausland erzielten 16 Mal Gold- und sechsmal Platin-Status. Er wurde unter anderem mit vier Echos, einem Bambi, einer Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seine Karriere als Musiker begann 1990 in einer Schulband namens Bad to the Bone, die mit Coverversionen und Eigenkompositionen bei Kneipenauftritten und kleinen Konzerten im Kreis Soest erfolgreich war. Nach deren Auflösung gründete er 1992 mit einigen Freunden die Formation Junkfood. Die Einsendung eines Demobandes war erfolglos, jedoch blieb Sasha dem Produzenten Michael Kersting in der Nachbarstadt Werl in Erinnerung. Man heuerte ihn als Background-Sänger für den deutschen Rapper und DJ Der Wolf bei dessen Titeln Gibt’s doch gar nicht und Oh Shit – Frau Schmidt, und später auch als Vokalpartner für die deutsche Rapperin Young Deenay beim Song Wannabe Your Lover an. Als sich zunehmend Erfolge einstellten, brach er sein Sport- und Germanistikstudium ab. 1996 brachte er unter dem Namen H.I.M. die Single Lookin’ Out 4 Luv und als Sir Prize den Song Don’t Go Away heraus. Im Juni 1998 erschien mit I’m Still Waitin’ seine erste Single unter dem Künstlernamen Sasha. Der Durchbruch gelang ihm im Oktober 1998 mit dem Titel If You Believe, der sich über 500.000 Mal verkaufte und auch international erfolgreich war. Im November 1998 erschien beim Label WEA Records sein Debütalbum Dedicated to…, das mit über einer Million verkauften Einheiten zu seiner erfolgreichsten Veröffentlichung seiner Karriere wurde. An Silvester 1998 trat er mit den Titeln des Albums vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf. Auch mit der im Juni 1999 aus seinem Debütalbum ausgekoppelten Single I Feel Lonely gelang ihm ein weiterer Charterfolg und in Deutschland erlangte er mit dem Lied Gold-Status. Im gleichen Jahr gewann er den VIVA-Jugendpreis Comet in der Kategorie Bester Newcomer national sowie einen Bambi in der Kategorie Pop national. Im Mai 2000 veröffentlichte Sasha mit … You sein zweites Studioalbum. Im gleichen Jahr erhielt er einen Echo als Bester Newcomer. Im März 2001 nahm er mit Edo Zanki & Friends den Titel Gib mir Musik auf. Ebenso war er Teil des von Michael Mittermeier initiierten Projekts Mittermeier and Friends, für das er den Titel El Burro aufnahm. Im Oktober 2001 erschien die Lead-Single Here She Comes Again seines im November 2001 herausgebrachten dritten Albums Surfin’ on a Backbeat. Die im Januar 2002 erschienene Nachfolgesingle Turn It into Something Special diente als Soundtrack für Dieter Wedels Sechsteiler Die Affäre Semmeling. Im April 2002 erschien aus dem Album die dritte Single This Is My Time, die während der Übertragung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 der offizielle Titelsong von Sat.1 war. Im September 2002 folgte mit Rooftop die vierte und zugleich letzte Singleauskopplung aus Surfin’ on a Backbeat. Im Dezember 2002 trat Sasha in seiner Funktion als Unicef-Botschafter im Vatikan vor Papst Johannes Paul II. auf. Im März 2006 erschien das Album Open Water. Hierfür hat er mit diversen Songwritern aus Schweden, England und Deutschland zusammengearbeitet, unter anderem mit dem H-Blockx-Mitglied Fabio Trentini sowie Robin Grubert. Im Dezember 2006 erschien sein erstes Kompilationsalbum Greatest Hits, das mit dem Weihnachtslied Coming Home und dem Popsong Lucky Day zwei Neuveröffentlichungen enthielt. Anlässlich seines zehnjährigen Bühnenjubiläums wurde im Februar 2007 von Sat.1 seine erste eigene Fernsehshow Sasha – Die Show, eine Mischung aus Comedy- und Musikshow, ausgestrahlt. Ebenfalls 2007 besetzte Regisseur Leander Haußmann Sasha erstmals als Schauspieler in der Rolle des charismatischen Sven in dessen Kinokomödie Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. 2008 übernahm in Oliver Mielkes Filmkomödie Ossi’s Eleven eine größere Rolle als Tommy Beck. Zum Soundtrack des Films steuerte er unter dem Pseudonym Nelson Rogers zwei Songs bei. Für die Verfilmung der Jugendbuchreihe Die drei ??? mit dem Titel Das Geheimnis der Geisterinsel steuerte er das Titellied Hide & Seek bei. In der ProSieben-Comedysendung Tramitz & Friends war er in einigen Sketchen zu sehen. Im Februar 2009 erschien Sashas siebtes Album Good News on a Bad Day. Für den Film Wickie und die starken Männer nahm er gemeinsam mit Michael Herbig den Rockabilly-Titel Father and Son auf. 2010 wirkte er mit Jan Josef Liefers und Henning Wehland als Feature-Künstler bei dem Titel Endloser Sommer auf dem Stefan-Waggershausen-Album So ist das Spiel mit. 2014 nahm Sasha an der Musikshow Sing meinen Song – Das Tauschkonzert teil, die in acht Folgen bei VOX ausgestrahlt wurde. Im Dezember 2014 erschien mit The One sein achtes Studioalbum. Es ist sein erstes Album, das sich in Deutschland nicht in den Top Ten platzieren konnte. Es beinhaltet die Singles Good Days, The One und Enjoy the Ride. Von 2016 bis 2017 arbeitete er als Coach in The Voice Kids; 2020 übernahm er diese Funktion erneut, wobei seine Kandidatin den Wettbewerb gewann. Zusammen mit Xavier Naidoo moderierte er 2017 den Musikpreis Echo. Im April 2018 veröffentlichte Sasha sein neuntes und erstes deutschsprachiges Studioalbum Schlüsselkind, womit er mit dem 4. Platz sich in Deutschland wieder in den Album-Top-Ten platzieren konnte. Aus dem Album koppelte er die Singles Du fängst mich ein, Polaroid und Genug ist genug aus. 2019 gewann er bei der ProSieben-Show Schlag den Star gegen Tim Mälzer. 2020 veröffentlichte er die beiden Lieder Party Party Party und Kaufmann und Maid, die beide ursprünglich als Teil einer Satire von Late Night Berlin gedacht waren. 2021 siegte Sasha in der vierten Staffel der ProSieben-Sendung The Masked Singer im Kostüm eines Dinosauriers. 2021 war er zweimal Gast in der Sendung Joko & Klaas gegen ProSieben und 2023 nahm er zudem an der Sendung Das Duell um die Welt – Team Joko gegen Team Klaas teil. 2022 hatte er einen Gastauftritt an der Seite von Florian Silbereisen in der Folge Lappland der ZDF-Reihe Das Traumschiff. Am 8. September 2023 brachte Sasha sein zehntes Studioalbum This Is My Time. This Is My Life., wo er wieder englischsprachige Musik aufnahm, beim Musiklabel Ariola heraus. Auf dem Album sind mehrere Coverversionen enthalten, so interpretierte er unter anderem von Pink und Nate Ruess den Titel Just Give Me a Reason, Whitney Houstons I Wanna Dance with Somebody und Harry Styles’ As It Was. Ebenso nahm er neue Versionen seines titelgebenden Stücks This Is My Time sowie die Titel I Feel Lonely und Lucky Day auf. Die Idee zur Kunstfigur Dick Brave kam Sasha Ende 2002, als er gerade eine Pause einlegte und dennoch für Freunde und Bekannte ein inoffizielles Weihnachtskonzert geben wollte, aber nicht als Sasha; inspiriert von einem Plakat von Nick Cave and the Bad Seeds wurde der Name Dick Brave and the Backbeats erfunden. Lange Zeit wurde offiziell nicht bekanntgegeben, dass Sasha hinter der Figur des Dick Brave steckt. Für die Rolle wurde eine eigene Biographie ausgedacht; Dick Brave hat einen wiedererkennbaren Look, spricht stets gebrochen Deutsch und wird als Kanadier ausgegeben. Als Dick Brave and the Backbeats hat Sasha zusammen mit André Tolba „Adriano Batolba“ , Maik Schott „Mike Scott“ , Felix Wiegand „Phil X Hanson“ und Martell Beigang „Matt L. Hanson“ 2003 das Rockabilly-Album Dick This veröffentlicht, auf dem unter anderem ein Pop-Klassiker des Jahres 1961, Take Good Care of My Baby von Carole King und Gerry Goffin, neu aufgelegt wurde. Das Album erreichte Platz eins der deutschen Charts. Ein vorläufiges Abschiedskonzert von Dick Brave fand im Dezember 2004 in der Dortmunder Westfalenhalle vor 10.000 Fans statt. Die Einnahmen des Konzerts wurden an wohltätige Einrichtungen gespendet. 2006 trat die Band bei der Hochzeit der Sängerin Pink mit Carey Hart auf. Im Juni 2011 traten Dick Brave and the Backbeats im Münchner Club Ampere auf und kamen so erstmals nach langer Zeit wieder zurück auf die Bühne. Im selben Monat gab die Band vor ca. 8.000 Zuschauern auf der Kieler Woche ein „Still-alive“-Konzert und im Juli 2011 im Rahmen der Rheinkultur vor etwa 160.000 Zuschauern ihr Comeback bekannt. Im Oktober 2011 trat die Band bei der TV total Stockcar Crash Challenge 2011 mit dem Song Just Can’t Get Enough auf. Das Stück ist auch auf dem im selben Monat erschienenen Album Rock ’n’ Roll Therapy enthalten. Bereits 2003 hatten Dick Brave and the Backbeats an einer Veranstaltung von TV Total teilgenommen, sie hatten bei der ersten Auflage der Wok-WM in Winterberg den Vierer-Wettbewerb gewonnen. Pro7 zeigte im Oktober 2011 die Mockumentary Finding Brave, in der sich Klaas Heufer-Umlauf in der fiktiven Handlung auf die Suche nach dem verschollenen Dick Brave begibt, während unter anderem Charlotte Roche, Tim Mälzer, Patrick Owomoyela und Rea Garvey zu Wort kommen, die den kanadischen Sänger jedoch für tot halten. Heufer-Umlauf findet in der kanadischen Wildnis einen verstörten Dick Brave, seine lange Pause wird erklärt und Dick Brave wird für das Comeback vorbereitet. Im Juni 2012 trat die Band beim Festival Rock am Ring auf, im Juli 2012 auf dem Festival Deichbrand sowie im August 2013 vor dem Brandenburger Tor anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der SPD. Dick Brave erhielt im April 2013 eine goldene Schallplatte für das Album Rock ’n’ Roll Therapy. Seine Mutter Ramona Schmitz, eine Erzieherin, lernte im Alter von 17 Jahren den 18-jährigen Fritz Schmitz, einen Bundeswehrkoch, kennen, als ihre Schaustellerfamilie auf dem Hof von Schmitz’ Eltern Winterquartier bezog. Nach der Geburt von Sascha heirateten seine Eltern, ließen sich aber nach kurzer Zeit wieder scheiden. Später kam Saschas vier Jahre jüngerer Bruder zur Welt; es folgte erneut eine kurze Ehe. Die Kinder wuchsen bei der Mutter auf. Von 2003 bis 2008 war Sasha mit Marta Jandová, der Leadsängerin der Rockband Die Happy liiert, mit der er ab November 2005 im Hamburger Schanzenviertel lebte. Seit 2011 ist er mit Julia Röntgen zusammen; das Paar heiratete im Juli 2015 in Hamburg. Er führt nun den bürgerlichen Namen Röntgen-Schmitz. Die beiden wurden im November 2018 Eltern eines Sohnes und zogen ins Hamburger Umland in der Nähe des Flughafens. 2003 nahm Sasha zusammen mit Nena, Jasmin Tabatabai, Ben, Udo Lindenberg, Helge Schneider und Joachim Witt den von Nena 1989 geschriebenen Titel Wunder gescheh’n neu für den Red Nose Day 2003 auf ProSieben auf. Am 7. Juli 2007 trat er in Hamburg bei Al Gores Live Earth auf und am 22. August 2007 im Rahmen der Wassertage in Hamburg für Viva con Agua. Seit 2008 spielt Sasha regelmäßig im Rahmen des Benefiz-Spiels Kicken mit Herz im Team der FC St. Pauli Hamburg Allstars. Seit August 2013 unterstützt er die Aktion Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage als Pate am Gymnasium Schwarzenbek in Schleswig-Holstein. Studioalben ECHO Pop Bambi Goldene Kamera Deutscher Fernsehpreis Radio-Regenbogen-Award RSH-Gold 1 Live Krone Bravo Otto Comet DVD Champion Goldene Europa Staffel 1 | Staffel 2 | Staffel 3 | Staffel 4 | Staffel 5 | Staffel 6 | Staffel 7 | Staffel 8 | Staffel 9 | Staffel 10 | Staffel 11 Max Mutzke • Tom Beck • Sarah Lombardi • Sasha • Alexander Klaws • Ella Endlich • Daniel Donskoy • Luca Hänni • Jennifer Weist • Mirja Boes |
2024-12-02 10:11:22 | https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_von_Stob%C3%A4us | Oskar Ritter von Stobäus war ein deutscher Kommunalbeamter und nationalliberaler Politiker im Königreich Bayern. Er war Bürgermeister von Lindau und Regensburg . Stobäus war Sohn eines Landrichters. Von 1844 bis 1849 besuchte er das Gymnasium Christian-Ernestinum in Bayreuth. Seit 1849 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Jena und der Universität Leipzig Rechtswissenschaft. Seit 1850 war er Mitglied des Corps Franconia München. Er war nach den Examen Rechtspraktikant am Landgericht Weiden in der Oberpfalz und absolvierte 1855 den Staatskonkurs . 1855–1857 war er Assessor in Weiden, ab 1857 rechtskundiger Magistratsrat in Lindau, wo er 1861 zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt wurde. Er hatte dieses Amt bis April 1868 inne und gehörte in dieser Funktion auch dem Landrat von Schwaben und Neuburg an, 1865 bis 1867 als dessen Präsident. Im April 1868 wurde er in Regensburg als Nachfolger des pensionierten Bürgermeisters Friedrich Schubarth zunächst für drei Jahre und danach auf Lebenszeit einstimmig zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt. Er bekleidete dieses Amt bis zum selbst gewählten Zeitpunkt seiner Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen am 1. Dezember 1903. In seinen Regensburger Jahren gehörte Stobäus für die Nationalliberale Partei in den Wahlperioden 1875–1881, 1887–1893 und 1893–1899 der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtages an, jeweils gewählt im Wahlkreis Regensburg. Die kommunalpolitische Ära Stobäus war gekennzeichnet durch den staatsgouvernementalen, stark protestantisch ausgerichteten Nationalliberalismus des Bürgermeisters. Nach dem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt zog sich Stobäus zunächst nach Ziegelhaus bei Lindau und 1910 dann nach München zurück, wo 1912 seine Frau verschied, zwei Jahre, bevor er 1914 dort selbst starb. Obwohl Stobäus noch während seiner Amtszeit 1886 zum Ehrenbürger von Regensburg ernannt worden war, war seine Bindung an die Stadt eher schwach geblieben. Noch 1895 erinnerte er den Regierungspräsidenten in einem vertraulichen Schreiben daran, dass er nicht nach Regensburg verlangt habe, sondern dass man ihn von höchster Stelle lange geplagt hätte, seinen schönen Sitz in Lindau am Bodensee zu verlassen. In Regensburg war dann die Amtsführung von Stobäus in erster Linie darauf ausgerichtet, das protestantische, großbürgerliche und national-liberal eingestellte Besitzbürgertum zu fördern. Diese Amtsführung war während der letzten Amtsjahre – wohl auch wegen der sehr langen Amtszeit – auf viel Kritik gestoßen. Die Kritik kam sowohl von der oppositionellen kleinbürgerlich-katholischen wie auch von der linksliberalen Seite und sogar von Seiten der staatlichen Regierung. Auch die Sozialdemokraten machte er zu seinen Gegnern, als er im Juni 1892 die Gründung der bayerischen Sozialdemokratischen Partei in einem Saal auf dem Gebiet der Stadt zu verhindern wusste, so dass die Gründungsversammlung vor den Toren der Stadt im dörflichen Vorort Reinhausen stattfinden musste. Dass sein Amt zuletzt auch für ihn selbst eine Last war, das zeigen die von ihm selbst verfassten Titel der vier Bände seines Nachlasses: Lehr-Jahre 1849–1856, Gesellen-Jahre 1857–1860, Meister-Jahre 1861–1868, Fortsetzung in der Werkstätte zu Regensburg 1868–1903 Ende November. Finis leider erst 1903! Seit dem Anschluss von Regensburg an das Königreich Bayern im Jahr 1810 hatte es im Laufe von fast 60 Jahren trotz des ersten Bahnanschlusses im Jahr 1859 nur schwache wirtschaftliche Entwicklungen gegeben. In der Stadt hatten sich nur wenige Kleinbetriebe angesiedelt. Nur ein Betrieb hatte sich schon vor dem Amtsantritt von Stobäus eindrucksvoll entwickelt. Die Infrastruktur von Regensburg war noch ähnlich wie zur Zeit des Anschlusses der Stadt an das Königreich Bayern im Jahr 1810 beschaffen. Die Zerstörungen in der Südoststadt während der Schlacht bei Regensburg waren wegen knapper Finanzen nur notdürftig beseitigt worden und der restliche Baubestand repräsentierte noch die Zustände des späten Mittelalters. Zwar hatten in der Amtszeit von Bürgermeister Thon-Dittmer Erhaltungsmaßnahmen der Kanalisation begonnen, jedoch konnte mit diesen Maßnahmen wegen fehlender Einnahmen bei starken Teuerungen in der Zeit der Deutschen Revolution 1848/1849 nur das herkömmliche System der Ableitung von Niederschlags- und anderem Abwasser in die Donau im Stadtgebiet aufrechterhalten werden. Außerdem waren Verbesserungen der Infrastruktur durch Baumaßnahmen im Stadtgebiet erst nach Abriss der Stadtbefestigungsanlagen möglich. Weil der König erst 1863 die Erlaubnis zum Abriss der landseitigen Stadtmauern erteilte und weil die beiden Vorgänger von Stobäus im Bürgermeisteramt, Georg Satzinger und Friedrich Schubarth, untätig geblieben waren, erfolgte ein Großteil der Abrissarbeiten erst in nach dem Amtsantritt von Stobäus. Neben der Organisation der Abrissmaßarbeiten war Stobäus mit vielen Planungsaufgaben für die neue Infrastruktur belastet und wurde dabei ab 1880 vom Bauingenieur Adolf Schmetzer unterstützt, der 1897 zum Stadtbaumeister bestellt wurde. Beiden war klar, dass nur eine Modernisierung der Infrastruktur die Voraussetzungen für eine industrielle Entwicklung der Stadt und für verbesserte Lebensbedingungen einer anwachsenden Bevölkerung schaffen konnte. Nach Öffnung der Stadt durch Abriss der Stadtmauern und nach Auffüllung des Stadtgrabens war nicht nur Neu- und Ausbau von Straßen und Kanalisation möglich, sondern auch die Erbauung komplett neuer stadtnaher Wohngebiete. Für den Bau von städtischen Gebäuden wie z. B. Schulen waren Raum und neue Grundstücke in Stadtnähe verfügbar. Mit dem Verkauf von Grundstücken an private Bauherren im Bereich des Inneren Westens des Stadtsüdens und Stadtostens konnten Einnahmen erzielt und die Stadtkasse entlastet werden. Dadurch wurden auch städtische Neubaumaßnahmen möglich, denn die 1802 in Bayern unter Innenminister Montgelas beschlossene Schulpflicht erforderte den bisher versäumten Bau von neuen Schulen. Innerstädtische Straßenneubauten waren überall dort erforderlich, wo vorher Mauern verliefen, wie z. B. am Petersweg, der sogar erst 1902 am Ende der Amtszeit von Stobäus auf Kosten der fürstlichen Parkanlagen seine heutige Breite erhielt, oder dort wo Türme gestanden hatten bzw. erhalten geblieben waren, wie teilweise am Jakobstor und am Ostentor. Wichtig war auch die Straßenanbindung des 1859 entstandenen Bahnhofs. Dafür musste das Keplerdenkmal versetzt und eine Verlängerung der im Süden mit dem Maxtor endenden Maximilianstraße geschaffen werden. Die Verlängerungsstraße, die bis 1903 den Namen Bahnhofstraße trug, nutzte die Fürst-Anselm-Allee, beeinträchtigte aber die in der Bevölkerung beliebte Allee zunächst nicht massiv. Die Situation änderte sich aber, als 1886/91 der nur 30 Jahre alte Bahnhof durch einen viel größeren, Neubau ersetzt werden musste, der deutlich näher an die Stadt heranrückte. Nach dem Abriss der südlichen Stadtmauer konnte der neue Bahnhof durch Verlängerung der Straße Klarenanger mit einer neuen Straße an die Stadt angebunden werden. Die alte Bahnhofstraße blieb jedoch erhalten, gewann im Laufe der Jahre als Verlängerung der immer stärker genutzten Maximilianstraße an Bedeutung und übernahm schließlich den Namen Maximilianstraße und auch den zunehmenden Verkehr. Auch der Regensburger Hafen musste durch neue Straßen angebunden werden. Der Hafen war ab 1865 am Donauufer an der östlichen Donaulände entstanden und hatte über die Hafenbahn Anschluss an die Bayerische Ostbahn, was einen direkten Umschlag der Waren möglich machte. Das Neubaugebiet Ensemble Reichsstraße konnte im östlichen Vorland der durch den Abriss der Mauern geöffneten Stadt geplant werden, mit den zugehörigen Straßen und Plätzen, um das Gebiet zu erschließen. Im westlichen Vorland konnte wegen des vorhandenen Stadtparks kein Neubaugebiet geschaffen werden. Dort mussten Planungen zur Randbebauung bestehender oder neu zu schaffender Verbindungs- und Ausfallstraßen erfolgen. Ausfallstraßen aus der Innenstadt mussten geplant werden, um bestehende Vororte und benachbarte Dörfer anzubinden, z. B. Kumpfmühl, Prüfening, Burgweinting und Neutraubling. Der Amtsantritt von Stobäus fiel in die Zeit des Bayerischen Kulturkampfes. Es gab heftige Auseinandersetzungen zwischen der liberal-konservativ eingestellten bayerischen Regierung und den antimodern und ultramontan eingestellten Anhängern des politischen Katholizismus in der Bayerischen Patriotenpartei. Die Regierung mit den Kultusministern Franz von Greßer und Johann von Lutz hatte zwar die Mehrheit in der Kammer der Abgeordneten , ihr fehlte aber die Mehrheit in der ersten Kammer , der Bayerischen Ständeversammlung. Eine liberale Schulpolitik mit gemischt konfessionellen Schulen konnte nicht durchgesetzt werden. Um trotzdem Veränderungen zu erreichen, erließ die Regierung nach 1873 Verordnungen, z. B. die Schulsprengelverordnung, mit der es möglich wurde, den Neubau von Schulen an den politischen Gemeinden statt an den Pfarrbezirken auszurichten. In seiner Antrittsrede bezeichnete Stobäus die Schule als die wichtigste Gemeindeanstalt und forderte, die zahlreich vorhandenen Pläne schnell zu verwirklichen, auch wenn die geforderte Trennung der Schulen nach Konfessionen und Pfarrbezirken die Planungen erschwerte und man auch auf spezielle Bedürfnisse von Ordensfrauen Rücksicht nehmen musste, die in den katholischen Schulen die Mädchen unterrichten sollten. Günstig war es, dass nach Abbruch der Stadtmauern Bauplätze für Schulen vorhanden waren. Die Finanzierung der Volksschulbauten erfolgte durch die Aufnahme eines günstigen Kredits mit 30-jähriger Laufzeit über 600.000 Gulden . Mit diesen Schulbauten konnten die Klassenstärken auf 47 Schüler abgesenkt werden. Jedoch war der Erfolg nicht dauerhaft, weil die Schülerzahl unerwartet rasch anstieg. 1890 lagen die durchschnittlichen Klassenstärken bei 60 und in den katholischen Mädchenklassen sogar bei 71 Schülerinnen, in Einzelfällen sogar bis zu 90 Schülerinnen. Es war eine zweite Schulbauphase erforderlich, die um die Jahrhundertwende begann. Die neue Bauphase hatte aber nur eine Raumerweiterung zum Ziel, denn die neuen liberalen Tendenzen in der Schulpolitik waren immer noch nicht politisch durchsetzbar, weil bei Wahlen die Stimmenanteile der liberalen Partei zu Gunsten der katholisch-konservativen Parteien und der 1893 erstmals in den Landtag eingezogenen Sozialdemokraten gesunken waren. Die Finanzierung der Schulbauten erfolgte durch städtische Anleihen. Mit den Schulbauten konnten die Klassenstärken wieder auf 48 Schüler gesenkt werden. Nach zehnjähriger Planung war 1857 außerhalb der damals noch vorhandenen Stadtmauer in der heutigen Landshuter Straße ein Gaswerk als eines von damals ca. 140 in Deutschland existierenden Gaswerken erbaut worden. Bereits um 1865, kurz vor Amtsbeginn von Stobäus, war die anfängliche Gaserzeugung durch Holzvergasung auf Kohlevergasung umgestellt worden. Als Betreiber der Gasfabrik wurde die Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung zu Regensburg gegründet. Nachdem sich die Kohlevergasung bewährt und der Gasverkauf als rentabel erwiesen hatten, wurde das Gaswerk 1897 kommunalisiert. Zunächst hatte das Gas nur zur Straßenbeleuchtung mit anfänglich 580 Lampen gedient. Bald gab es aber auch nicht städtische Großabnehmer wie z. B. die Bahngesellschaft. 1869 beim Amtsantritt von Stobäus gab es auch schon 371 Kleinabnehmer, deren Anzahl bis 1897 auf 917 und bis 1911 auf 4978 Nutzer anstieg . Nachdem der Großabnehmer Bahn 1892 auf elektrische Beleuchtung umgestellt hatte und auch andere industrielle Verbraucher von Gas- auf Elektronutzung umstellten, war der Reinerlös der Gesellschaft für kurze Zeit stark zurückgegangen. Nach 1901 wurde Gas aber auch vermehrt zum Heizen und Kochen in Haushalten genutzt, weil Stobäus immer bestrebt war, niedrige Gaspreise für die Wärmeerzeugung festzusetzen und das Gaswerk nicht als Einnahmequelle für die Stadtkasse zu nutzen. Der Gasverbrauch stieg daraufhin so schnell an, dass zum Ende der Amtszeit von Stobäus unter Stadtbaumeister Adolf Schmetzer die Planung für den Neubau eines Gaswerkes begann, das 1910 weit im Osten der Stadt eröffnet wurde. Beim Amtsantritt von Stobäus herrschte bei schlechten Wohnverhältnissen und mangelnder Infrastruktur ein starkes Bevölkerungswachstum. Die Sterblichkeitsrate mit besonders hoher Säuglingssterblichkeit lag über dem Durchschnitt in Bayern. Die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung waren deshalb die ersten Maßnahmen, die in Angriff genommen werden mussten. Geplant war die Einführung der Schwemmkanalisation, mit der nicht nur Abwässer, sondern auch häusliche Fäkalien entsorgt werden sollten, die bisher in Versitzgruben gesammelt und separat entsorgt werden mussten. Zunächst aber musste die Frage der Trinkwasserversorgung gelöst werden, weil die drei bisherigen Wasserquellen in sehr unergiebig geworden waren. Die Suche nach neuen Trinkwasserquellen erwies sich als sehr aufwändig, so dass zunächst die 1238 Pumpbrunnen in der Stadt weiter betrieben wurden, obwohl eine Untersuchung ergeben hatte, dass 80 % der Brunnen Wasser von schlechter oder sogar ungenießbarer Qualität lieferten. Zur gleichen Zeit vermutete in München Max Pettenkofer einen Zusammenhang zwischen Wasserqualität und Cholera. Im Laufe des Jahres 1872 wurden nördlich der Donau in Sallern ergiebige Wasserquellen gefunden und 1873 von der inzwischen gegründeten Wasserversorgungs-Aktiengesellschaft aufgekauft. Um das Wasser in der Stadt verteilen zu können, war der Bau von Hochbehältern auf den Hügeln nördlich der Stadt erforderlich. Die benötigten Rohrleitungen mussten die Donau unter der Flusssohle queren. Am 1. September 1875 wurde die gesamte Anlage in Betrieb genommen und die Eröffnung mit einer neu erbauten Wasserfontäne auf dem Bismarckplatz vor dem Präsidialpalais gefeiert. In den Folgejahren wurde die Anlage laufend erweitert, 1877 die nördlichen Vororte Steinweg und Stadtamhof einbezogen, sowie nach dem Bau neuer Hochbehälter auf den südlichen Hügeln der Stadt auch die Vororte Kumpfmühl und Ziegetsdorf. Bis Ende 1878 konnten alle Aktien der Gesellschaft in kommunalen Besitz überführt und ein städtisches Wasserwerk gegründet werden. Teile der Kanalisation waren schon in der Amtszeit des Vorgängers von Stobäus Friedrich Schubarth auf Anweisung der Kreisregierung erbaut worden, waren aber ohne System angelegt und mit erheblichen Mängeln behaftet. Andere Teile der Kanäle stammten noch aus reichsstädtischer Zeit, waren brüchig und schadhaft. Alle alten Kanäle sammelten nur Niederschlags- und Fabrikationsabwässer, die dann über 20 Auslässe im bewohnten Bereich der Stadt in die Donau geleitet wurden. Die Durchspülung der Kanäle erfolgte nur stoßweise mit Hilfe des Wassers aus dem Vitusbach. Eine schnelle Erneuerung des gesamten Kanalsystems war nötig, denn in den ersten zehn Jahren nach dem Amtsantritt von Stobäus stieg die Anzahl der Todesfälle durch Typhus auf 125, davon die Mehrzahl in den Wohnquartieren entlang der Donau. Über die zu ergreifenden Maßnahmen entspannen sich langwierige, heftige Diskussionen, denn es musste auch entschieden werden, ob die häuslichen Versitzgruben verboten werden sollten, um auch die Fäkalien mit Hilfe der Schwemmkanalisation über das neue Kanalsystem zu entsorgen. Das geplante Schwemmkanalsystem sollte auch eine gute Durchspülung der Rohre mit Hilfe der aus der Trinkwasserversorgung stammenden Hausabwässer sicherstellen. Am schnellsten fiel 1888 der Entschluss zum Bau eines neuen Schlachthofs weit östlich außerhalb der Innenstadt, denn auch die Abwässer und Abfälle des alten Schlachthauses in der Innenstadt am Fischmarkt waren bisher mitten im Wohnbereich in der Donau entsorgt worden. Im Dezember 1889 fiel der Beschluss, ein die ganze Stadt umfassendes, flächennivelliertes, auf modernen Grundsätzen basierendes Kanalisationssystem mit gemauerten, betonierten Kanalrohren zu erbauen, das es möglich machen sollte, die Abwässer der Stadt in hoher Verdünnung außerhalb der bewohnten Stadt in die Donau abzuleiten. 10 Jahre später wurde der Beschluss dahingehend erweitert, auch die häuslichen Versitzgruben zu verbieten und die Fäkalien ebenfalls mittels der Schwemmkanalisation in hoher Verdünnung in die Donau abzuleiten. Das hatte zur Folge, dass alle Häuser auf Kosten der Bewohner mit Spülaborten ausgerüstet werden mussten. Außerdem sollte es aber weiterhin möglich bleiben, die Spülung der Kanalrohre auch mit Hilfe des Vitusbaches durchzuführen. Der Hauptauslass der Abwässer sollte östlich unterhalb der Königlichen Villa angelegt werden. Die Kanalarbeiten begannen 1889 und waren 1911 noch nicht beendet. Bis dahin waren 41 km Kanäle gebaut worden, aber von den 2450 Anwesen der Stadt waren erst 1763 an das System angeschlossen. Die Gesamtkosten betrugen bis dahin 3.534.546 Mark. Für Hausbesitzer, die die finanziellen Lasten nicht tragen konnten, wurde ein Unterstützungsfond aufgelegt, der sehr gute Dienste leistete. Die hohen Kosten der Stadt konnten nicht aus dem laufenden Haushalt gedeckt werden. Nach 1890 dienten alle aufgenommenen Darlehen überwiegend zur Finanzierung des Kanalbaus. Eine positive Folge des Kanalbaus und der 1906 eingeführten Hausmüllabfuhr war die Verringerung der Sterblichkeit zwischen 1876 und 1908 um 33 %. Gut 10 Jahre vor Amtsantritt von Stobäus war auf der Donauinsel Unterer Wöhrd der sogenannte Winterhafen angelegt worden, der nur durch einen Stichkanal mit der Donau verbunden war. Der Bau dieses Hafens erfolgte im Auftrag der Bayerisch-Württembergischen Donaudampfschiffsfahrtgesellschaft, die dann dort eine Schiffswerft betrieb. Der Bau des ersten Schiffes war 1837 abgeschlossen, im März 1838 wurde der regelmäßige Schiffsverkehr zwischen Regensburg und Linz aufgenommen und 1864 wurde die Gesellschaft vom bayerischen Staat übernommen. Beim Amtsantritt von Stobäus gab es in Regensburg zwei Hafenanlagen: den erwähnten Winterhafen am südlichen Ufer des Unteren Wöhrds, in dem kein Warenumschlag stattfand, und den Hafen zum Warenumschlag an der Donaulände, am südlichen Donauufer östlich der Eisernen Brücke im Bereich der Altstadt. Beide Häfen wurden in der Amtszeit von Stobäus ab 1895 von drei Schifffahrtsgesellschaften genutzt, von denen zwei ausschließlich Güterverkehr mit Getreide und mit Industriegütern betrieben. Der fehlende Winterumschlag betraf besonders das zum Betrieb von Petroleumlampen benötigte Petroleum, das aus Rumänien eingeführt wurde. Deshalb kam es 1897 im Stadtmagistrat zu einer für die folgenden Jahre wegweisenden Entscheidung. Es sollte eine Tankanlage errichtet werden, wo das als Leuchtöl für Lampen dringend benötigte Massengut Petroleum gelagert werden konnte. Bereits im April 1898 wurden die ersten drei Tanks gebaut, jedoch zeigte sich bald, dass die Kapazität zu gering war. Man benötigte einen eigenen winterfesten Hafen, um auf seinem Gelände das Petroleum auch raffinieren zu können, damit es als Treibstoff für Motoren geeignet war. Bereits 1899 erfolgte eine erste umfangreiche Eingabe an die Bayerische Staatsregierung mit der Bitte, einen wintersicheren Petroleumhafen in Regensburg zu errichten. Die Petitionen wurden 1900, 1902 und 1904 wiederholt, blieben aber über das Ende der Amtszeit von Stobäus hinaus ohne Erfolg, weil die Staatsregierung zunächst die Schifffahrtsverhältnisse auf der Donau verbessern wollte. Nachdem das geschehen war, begannen die Verhandlungen zur Finanzierung der Hafenbaumaßnahme. Schon Stobäus hatte 1901 begonnen, am geplanten Standort des neuen Hafens im Osten der Stadt Grundstücke aufzukaufen, so dass die Stadt 1906 beim Abschluss des Bauvertrags der Staatsregierung unentgeltlich 110 Tagwerk zur Verfügung stellen konnte und dann zusätzlich auch noch weitere finanzielle Lasten für Straßen-, Kanal- und Wasseranschluss tragen musste. Am 6. Juni 1910 wurde der Hafen eröffnet unter Bürgermeister Hermann Geib, dem Nachfolger von Stobäus. Als 1892 das alte Postgebäude südlich vom Regensburger Dom abgebrochen wurde, hegte man bereits seit 10 Jahren die Hoffnung, dem Dom auf der Südseite endlich mehr Freiraum verschaffen zu können. Mit dem für das Diözesanbauwesen zuständigen Domvikar Georg Dengler, dem fürstlichen Baurat Max Schultze und der Verlegerfamilie Pustet gründete Stobäus das sog. Comité für die Freiheit des Regensburger Domes, das dann systematische Lobbyarbeit betrieb, um die Freilegung des Domes als nationale Angelegenheit zu propagieren. Letztendlich wurden die Pläne erfolgreich umgesetzt und führten in den Folgejahren durch weitere großräumige Abrissmaßnahmen von Gebäuden südlich des Doms zum Erscheinungsbild des heutigen Domplatzes. Im Januar 1902 fasste der Magistrat der Stadt auf Betreiben von Stobäus zusätzlich den Beschluss, den neu entstandenen Platz mit einem Reiterdenkmal für König Ludwig I. zu schmücken, auch um ihm nachträglich für die Vollendung der Domtürme zu danken. Johann Karl Martin Mauerer | Sigmund Maria Edler von Eggelkraut | Friedrich Brügel | Gottlieb Freiherr von Thon-Dittmer | Georg Satzinger | Friedrich Schubarth | Oskar von Stobäus | Hermann Geib | Alfons Auer | Otto Geßler | Josef Bleyer | Otto Hipp | Otto Schottenheim | Gerhard Titze | Alfons Heiß | Georg Zitzler | Hans Herrmann | Rudolf Schlichtinger | Friedrich Viehbacher | Christa Meier | Hans Schaidinger | Joachim Wolbergs | Gertrud Maltz-Schwarzfischer |
2024-12-02 02:32:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Alte_B%C3%BCrg_(M%C3%B6ckm%C3%BChl) | Die Alte Bürg ist eine abgegangene hochmittelalterliche Spornburg auf 251 m ü. NN bei Möckmühl im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg. Die Alte Bürg befindet sich auf einem Bergsporn zwischen Seckach und Hannackerklinge, ungefähr einen Kilometer nordwestlich des Ortskerns von Möckmühl. Von der Anlage sind oberirdisch keine Mauerreste zu erkennen, doch zeichnet sich im Geländeverlauf noch gut der künstliche Halsgraben ab, der den Burgstall von der restlichen Hochfläche trennt. Die Datierung der bereits im 19. Jahrhundert bekannten Anlage erfolgt vor allem durch die große Anzahl von Keramikscherben, die bei Grabungen in den Jahren 1962 bis 1964 am Burgstall gefunden wurden. Die Scherben werden in den Zeitraum von 1150 bis 1250 datiert. Gotische Keramik wurde keine aufgefunden, so dass die Burg um 1300 wohl schon verlassen war. Vier vorgefundene Silbermünzen wurden ebenfalls zur Zeit der Kaiser Friedrich Barbarossa oder Heinrich VI. geprägt und bestätigen die Datierung. Zu den weiteren Funden zählen Hohlziegel, Pfeilspitzen, Messer, Nägel, Kettenglieder sowie ein romanischer Säulenkämpfer. Nach bisherigem Forschungsstand wird die Alte Bürg als Sitz des einstigen Möckmühler Ortsadels, d. h. der Herren von Möckmühl, betrachtet, während die heute noch erhaltene Burg Möckmühl im hohen Mittelalter der Sitz der Herren von Dürn war. Der zur Alten Bürg gehörende Burgweiler war wohl die ebenfalls abgegangene Alte Stadt im Tal östlich des Burgstalls. Der Niedergang der Burg steht wahrscheinlich in zeitlichem Zusammenhang mit dem Verschwinden der Herren von Möckmühl, die schon im 14. Jahrhundert nur noch andernorts nachweisbar sind. Schlösser: Schloss Affaltrach | Schloss Assumstadt | Schloss Babstadt | Wasserschloss Bad Rappenau | Unteres Schloss Beilstein | Meierei Bonfeld | Oberschloss Bonfeld | Palais Brackenheim | Schloss Brackenheim | Schloss Bürg | Schloss Domeneck | Schloss Eschenau | Schloss Fürfeld | Unterschloss Gemmingen | Greckenschloss | Schloss Grombach | Deutschhof Heilbronn | Schloss Heinsheim | Schloss Heuchlingen | Schloss Horneck | Schloss Ittlingen | Rotes Schloss Jagsthausen | Weißes Schloss Jagsthausen | Deutschordensschloss Kirchhausen | Schloss Klingenberg | Neuer Bau Lauffen | Schloss Lautenbach | Wasserschloss Lautereck | Schloss Lehen | Schloss Lehrensteinsfeld | Schloss Liebenstein | Schloss Magenheim | Schloss Massenbach | Deutschordensschloss Neckarsulm | Schloss Neudenau | Schloss Neuenstadt | Schloss Oedheim | Schloss Presteneck | Schloss Rohrbach am Gießhübel | Schloss Schomberg | Schloss Schwaigern | Schloss Siegelsbach | Schloss Stocksberg | Oberes Schloss Talheim | Unteres Schloss Talheim | Schloss Weiler | Schloss Zaberfeld Herrensitze: Chanowskysches Schlösschen | Cotta’sche Villa | Neues Schlösschen Michelbach | Herrenhaus Oberbiegelhof | Schloss Obergimpern | St. Andrésches Schlösschen | Oberes Schloss Stein am Kocher | Trappenseeschlösschen | Schloss Treschklingen | Gemmingensches Schloss Widdern Verschwundene Schlösser: Wasserschloss Adelshofen | Bläß’sches Palais | Unterschloss Bonfeld | Mittelschloss Gemmingen | Oberschloss Gemmingen | Unteres Schloss Helfenberg | Schloss Kochersteinsfeld | Oberes Schloss Lauffen | Schloss Löwenstein | Katholisches Schloss Massenbach | Unteres Schloss Massenbach | Wasserschloss Untereisesheim | Schlößlein Weinsberg | Zyllnhardtsches Schloss Widdern Burgen und Ruinen: Burgruine Blankenhorn | Burg Duttenberg | Burg Ehrenberg | Burgruine Helfenberg | Burgruine Heriboldesburg | Burg Hohenbeilstein | Burg Horkheim | Götzenburg Jagsthausen | Grafenburg Lauffen | Burgruine Löwenstein | Burg Maienfels | Burg Möckmühl | Burg Neipperg | Burg Ochsenburg | Burg Stettenfels | Burg Streichenberg | Burgruine Weibertreu | Burg Wildeck | Kaiserpfalz Wimpfen am Berg Burgställe : Burg Böckingen | Alte Bürg | Burg Ehrenberg | Burg Erenstein | Burg Hagenbach | Burg Hohenriet | Alte Burg Kochersteinsfeld | Burg Korb | Alte Burg Lauffen | Burg Lauterstein | Leinburg | Burg Meimsheim | Burg Neudeck | Wasserburg Obergimpern | Burg Obermagenheim | Burg Richen | Burg Ruchsen | Burg Scheuerberg | Burg Widdern | Wasserburg Willsbach | Burg Zaberfeld Wallburgen: Burgmal | Frankenschanze | Harchenburg | Ringwall Ottilienberg Turmhügelburgen : Burgstuhl | Burg Rotenbrunnen Warttürme Heuchelberger Warte | Lauffener Landturm | Wüstenhausener Landturm |
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